Dienstag, 27. August 2013

W369V: Groundhopperinvasion auf dem Großmarktdach und Spitzenspiel im Poststadion

SG Blau-Weiß Friedrichshain ------------------------------ 4
SC Borussia Friedrichsfelde 1920 II ---------------------- 2
- Datum: Samstag, 24. August 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: Kreisliga C, Staffel 1 (11. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 14. Carlos Brockhaus, 2-0 21. Carlos Brockhaus, 2-1 25. Robert Müller, 3-1 47. Carlos Brockhaus, 4-1 64. Marcus Conrad, 4-2 73. Robert Müller
- Verwarnungen: Yves Buley (Friedrichshain); Benjamin Jurrack, Philippe Wieczorek (Friedrichsfelde)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Metro-Sportplatz (Kap. 1.280, davon 280 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (in etwa 7 Heimfans, 3 Gästefans und 30 Groundhopper)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Amateurspiel)

Berliner Athletik-Club 1907 --------------------------------- 3
SV Babelsberg 1903 ------------------------------------------- 1
- Datum: Samstag, 24. August 2013 – Anstoß: 13.30
- Wettbewerb: Regionalliga Nordost (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 34. Lucas Albrecht, 1-1 41. Rocco Teichmann, 2-1 59. Kiyan Soltanpour, 3-1 65. Christian Siemund
- Verwarnungen: Christian Siemund (BAK); Maximilian Zimmer (SVB 03)
- Platzverweise: Marvin Gladrow (Babelsberg-Torwart, 41. Min. wg. Tätlichkeit)
- Spielort: Poststadion (Kap. 10.000, davon 5.000 Sitzplätze; heute 5.000 (2.500) Plätze freigegeben)
- Zuschauer: ca. 2.000 (davon 1.826 zahlende, ca. 1.500 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

Spreewölfe Berlin --------------------------------------------- 10
StraTus Hohenschönhausen 1990 -------------------------- 8
- Datum: Samstag, 24. August 2013 – Anbully: 16.10
- Wettbewerb: Inlineskaterhockey Regionalliga Ost (3. und unterste Spielklasse)
- Ergebnis: 10-8 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 4-1, 4-4, 2-3
- Tore: 1-0 0.31 (18), 2-0 2.13 (77), 3-0 15.00 (77), 4-0 15.36 (18), 4-1 16.24 (2), 4-2 24.25 (7, 4v4), 5-2 25.42 (11, 4v4), 6-2 28.15 (10), 6-3 29.12 (10), 7-3 29.53 (18), 8-3 30.48 (18), 8-4 37.40 (8, 4v4), 8-5 38.15 (3, 4v4), 8-6 41.08 (6), 9-6 43.25 (17, pp1), 10-6 44.17 (?), 10-7 45.24 (8), 10-8 54.15 (2)
- Zeitstrafen: 77 (5+20), 87 (2; 2), 10 (2), 26 (2) = 35 Strafminuten für Spreewölfe; 3 (2; 2; 2), 6 (2), 9 (2), 10 (2), 12 (2) = 14 Spielminuten StraTus
- Platzverweise: Spieldauer gegen Nr. 77 der Spreewölfe
- Spielort: Rollsportanlage im Sportpark Poststadion (Kap. 2.400, davon 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Der Liga entsprechendes Niveau, aber insgesamt ganz ansehnliches Spiel) DSC04030 Metro-Platz Berlin, Germany's only rooftop football ground Photos with English Commentary:
a) Berlin Amateur Football on the Rooftop: BW Friedrichshain def. Bor. Friedrichsfelde Res.
b) Berlin Football on the Way to Pro-Level: Berliner AK def. Babelsberg 03 at Poststadion
c) Inline Skater Hockey: Spreewölfe Berlin v StraTus Hohenschönhausen

Die erste von drei Berlintouren bis zur Abfahrt ins Auslandssemester: Fußball auf dem Metrodach und im Poststadion, kurzfristig auch noch Inlinehockey im Freien.

Seit wenigen Jahren gibt es auf dem Dach eines Metro-Großmarktes hinterm Ostbahnhof ein kleines Stadion: ein Kunstrasenplatz hat dort problemlos Platz in gut 10m Höhe und eine Stahlrohrtribüne mit gelben und blauen Sitzen (die Firmenfarben) auch. Selbst für moderne Umkleiden und Waschräume ist gesorgt. Im Eingangsbereich steht schon „Fußballhimmel“ und diesen Betritt man über ein außen angebrachtes Treppenhaus. Ich hab ja schon viele kuriose Plätze gesehen, aber der Ground ist ein besonderer Knaller!

Ein Knaller war auch der Zuschauerzuspruch: von den 40 Zuschauern waren fast alle Groundhopper! Wenn ich aber wieder diese Kollegen sehe, die schon um 10 Uhr morgens hacke sind und dann mit der Linienrichterfahne spielen, weiß ich wieder, warum ich so wenige Kontakte in die Szene habe – das muss ich mir echt nicht geben, sich so affig aufzuführen...

Die Spieler nahmen es relativ gelassen – als Pseudo-Großstädter wie die meisten Berliner aber nun mal sind, werden viele aber nicht den Gag beim Groundhopping verstehen – und lieferten ein Durchschnittsspiel ab. Zwei Spitzenmannschaften der C-Klasse sind natürlich ganz normale Amateurteam die zum Spaß dem Ball hinterher rennen, da kann man auch in der Fußballstadt Berlin nicht so viel erwarten. Immerhin gab es eine durchschnittliche Torzahl: 6 Treffer sind allerdings mehr der untere Bereich des Durchschnitts der Liga und Friedrichshain gab in keiner Phase das Spiel aus der Hand. Etwas verwunderlich war nur, dass BW Friedrichshain gegen die körperlich durchweg unterlegene Borussia-Reserve aus Friedrichsfelde nicht klar dominierte. 4:2 ist nicht überragend, sich oft über leichte Fouls beschweren eher lächerlich. Besonders was der BW-Spielertrainer am sicher pfeifenden Schiri auszusetzen hatte, war Schwachsinn. Ein interessanter Aspekt der wahrscheinlich keinem anderen der Groundhopper aufgefallen ist: Wir sind in Berlin und außer einem Vietnamesen stehen nur ethnisch-deutsche Spieler auf dem Platz. Ein paar Straßen weiter hätte man ein Spiel mit fast nur türkisch-/ kurdisch-/ italienischstämmigen Kickern sehen können. Ein weiteres Beispiel, wie Sport (auch gerade Vereinssport) auch mal gegen Integration wirken kann. DSC04091 Poststadion Ein anderes ungewöhnliches Stadion, das nicht nur von uns sondern auch von den anderen Groundhoppern für 4€ bis 8€ (unterer Preisbereich der Regionalliga!) gestürmt wurde, ist das Poststadion. In den 1920ern gebaut, was man aber nur noch an der schicken Außenverkleidung der Haupttribüne, auf die mittlerweile Schalensitze geschraubt wurden, sieht. Die von Bäumen beschattete Gegenseite hat Sitzbänke zu bieten, Hinter dem einen Tor und vor der Haupttribüne befinden sich Stehplätze, der Stehbereich hinter dem anderen Tor ist völlig zugewuchert. Von den ehemals 35.000 sind nur noch 10.000 Plätze benutzbar.

Der Berliner AK ist für seine gute Integrationsarbeit bekannt – schon an der Kasse sieht man, dass man sich v.a. viel um ungebildete türkischstämmige Deutsche kümmert: nicht ganz einfach, so eine Abrechnung dort... – und mittlerweile auf dem besten Wege in den Profifußball. Vor der Partie gegen Babelsberg hieß es 2. gegen 1. bzw. 7 gegen 9 Punkte. Danach waren die Plätze getauscht. In einem ausgeglichenen, guten und ungewöhnlich offensiv geführten Spitzenspiel ging Babelsberg zwar in Führung, doch deren gehirnamputierter Torwart sorgte für die Wende: zu blöd den Ball festzuhalten, 1:1 und dann auch noch Ausraster mit Kopfstoßversuch gegen einen Berliner und glatt rot. Nach der Pause nutzte der BAK die Überzahl konsequent aus und gewann mit 3:1.

Schade, dass BAK so wenige Fans hat. Deren Zuschauerzahlen sind wirklich lächerlich. Außer türkischen Familien – an der Kleidung meist gut erkennbar in die Ecken verwestlichter Großstädter bzw. konservativer Provinzler einzuordnen – und ein paar Alternativen vom Kiez, der im Stadion dauernd im dämlichen Hiphop-Gestammel besungen wird, kommt niemand zum Athletik Klub. Babelsberg hatte natürlich einen richtigen Mob mit, der als links bis linksextrem (mehr oder weniger: beim BAK-Anhang waren auch zwei mit Fener-Trikot) natürlich einen guten Draht zum BAK hat. DSC04071 Rollsportanlage Poststadion Wir guckten etwas auf der Postsportanlage rum, da meine Verabredung auf 18 Uhr verschoben war, und fanden die Rollsportanlage, auf der heute Inlinehockey gespielt wurde. Die überdachte Kunststofffläche ist auf drei Seiten von Stufen umrandet. Auf der Hauptseite steigen hinter vier Reihen Holzsitze auch noch 11 Reihen Stehstufen auf.

Das Niveau im Mittelfeld-Spiel zwischen den Berliner Clubs Spreewölfe und Stratus (letzteres heißt eigentlich Hochnebel, aber ob das damit gemeint ist, weiß ich nicht – ist jedenfalls eine Abteilung des TuS Hohenschönhausen) war nicht sonderlich hoch, aber man konnte sich das Spiel gut ansehen. Die Spreewölfe beherrschten die Gegner klar, wurden dann aber von den inkompetenten Schiedsrichtern etwas verpfiffen. Mit mehr Glück als allem anderen kam Stratus in der zweiten Hälfte des Spiels, besonders im Schlussdrittel heran und bekam dann dort ein wahrscheinlich reguläres Tor aberkannt. Für einen Ausgleich hätte es aber eh nicht gereicht. Mit dem verdienten 10:8 für die Spreewölfe blieb mir auch die Verlängerung erspart. So kam ich rechtzeitig zum Treffpunkt mit Conny, die mich danach noch dazu verleitete, zum ersten Mal seit fünf, sechs Jahren mal wieder ins Kino zu gehen. Wenigstens Open-Air und ein arabischer Film mit englischen Untertiteln... DSC04179 Spreewölfe Berlin v StraTus Hohenschönhausen, skater hockey Statistik:
- Grounds: 995 (heute 3 neue; diese Saison: 24 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.884 (heute 3, diese Saison: 28)
- Tageskilometer: 410 (410km Auto)
- Saisonkilometer: 5.620 (5.030 Auto/ 590 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 155 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 369

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