Donnerstag, 14. Mai 2015

W459I: Keine Überraschung beim Pokalfinale an Christi Himmelfahrt

Bonner SC 1901/ 04 .................................................. 1
FC Viktoria Köln ...................................................... 4
- Datum: Donnerstag, 14. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Finale des Verbandspokals Mittelrhein (sogenannter „Bitburger-Pokal”, Bonn = Mittelrheinliga; 5. Liga, 1. Amateurliga/ Köln = Regionalliga West; 4. Liga, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 94 Minuten (46/48); Halbzeitstand: 1-2
- Tore: 0-1 9. Timo Staffeldt, 1-1 19. Rachid Eckert, 1-2 23. Tim Väyrynen, 1-3 72. Silvio Pagano, 1-4 93. Andreas Schäfer
- Verwarnungen: Lucas Musculus (Bonn); Lukas Nottbeck (Köln)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion im Sportpark Nord/ Stadion Bonn (Kap. 10.164, davon 2.628 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 7.500 (davon 6.193 Zahlende und ca. 1.500 Viktoria-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, schnelles und bis zum 1:3 auch spannendes Spiel vor großer aber nicht unbedingt stimmungsvoller Kulisse) Bonner SC v Viktoria Köln 1:4 
Photos with English Commentary:
Mittelrhein Regional Cup Final: Bonner SC lost to Viktoria Köln at Sportpark Nord (Bonn)

Letztes Jahr kurz nach Christi Himmelfahrt/Männertag hatte ich Rama, einer guten Freundin aus Syrien die in Halle studiert und die dort typischen Szenen zu Christi Himmelfahrt bzw. dem Männertag gesehen hatte, erklärt, dass dieser 40. Tag nach Ostern ursprünglich ein christlicher Feiertag (derselbe, eher weniger bedeutende Feiertag, den sie auch als Muslima von ihren christlichen Freunden aus Syrien kannte) ist, aber seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Tag für Saufen und Randale (im Arabischen klingen beide Worte sehr ähnlich: „yaum ash-shurb wa ash-sharab) sei. Ich hatte das dabei auf ganz Deutschland bezogen, da ich an Männertagen immer nur im Norden und Osten Deutschlands unterwegs war, wo – wie z.B. im Raum Halle – Saufgelage, Verkehrsgefährdung durch untüchtige Fahrzeuge oder Fahrer, Pissen in aller Öffentlichkeit, Vandalismus, Schlägereien etc. an diesem Tag als normal erachtet werden. Hier im für deutsche Verhältnisse religiös-konservativen Rheinland war aber nicht viel los. Keine besoffenen Asis in Bonn. Weder in der Stadt (abgesehen von denen, die so wie so jeden Tag besoffen am Bahnhof rumhängen) noch beim Fußball! Also meine Beschreibung eines Sauf-und-Krawall-Tages in der gesamtdeutschen Kultur muss ich wohl doch mal überdenken, wenn ich von Ausländern nochmal darauf angesprochen werde... Nicht überdenken werde ich allerdings – v.a. hier im Rheinland nicht – meine zurückhaltende Einstellung zu einem typischen positiven Deutschland-Klischee, das u.a. fast alle Araber haben: Deutsche seien so zuverlässig. In der Realität sind insbesondere Schüler und Studenten oft alles andere als zuverlässig, selbst wenn sie fleißig und leistungsfähig sind. Verspätungen, Verpassen von Verabredungen und mittlerweile auch in großem Maße Arbeitsverweigerung (das aber v.a. bei Arbeitnehmern der Bahn und Post) gehören mittlerweile auch bei Ur-Deutschen zur Normalität. Insbesondere im Rheinland empfinde ich die Unzuverlässigkeit bei Verabredungen sehr auffällig: von geplanten vier Kommilitonen (davon drei Deutsche bzw. zwei Rheinländer) fand sich nur einer zum heutigen Pokalfinale im Sportpark Nord ein: und zwar ich...

Da ich keine Karte hatte und die Bonner zu blöd waren mehr als zwei Kassen zu öffnen, stand ich erstmal 30 Minuten an. Im Vorverkauf waren schon 2.200 Karten abgesetzt worden und am Spieltag gingen noch mal über 5.000 über die Theke. Die Tickets waren ausgesprochen preisgünstig: 8€ Stehplatz, 12€ Sitzplatz und als Student, Rentner usw. zahlte man nur die Hälfte. Ich bekam also für 4€ ein Spiel zwischen dem Zweiten der Mittelrheinliga und dem Zweiten der Regionalliga geboten! Wenn ich daran denke, dass am Vortag in Halle das Landespokalfinale von Sachsen-Anhalt, das mit der Paarung HFC (3. Liga) gegen VfL 96 (5. Liga, Oberliga) keineswegs interessanter war, stieg: dort hätte ich mindestens 9€ und für einen Sitzplatz sogar bis zu 19€ hinlegen müssen (Vollzahler sogar 22€) – ein weiteres Beispiel dafür, dass in NRW viele Dinge doch preisgünstiger sind als im Osten.

Das Stadion füllte sich bis zum Anpfiff zu 75%, was meine Erwartungen übertraf. In jedem Fall handelte es sich bei diesem guten Besuch um einen Zuschauerrekord für das Verbandspokalfinale. Dass in Sachsen-Anhalt z.B. mehr als doppelt so viele zu so einem Spiel kommen, ist etwas anderes. Dass dort außer einer Handvoll Halb-Ultras auch noch andere Zuschauer richtig mitgehen, ebenfalls. Sieht man einmal von ein paar Pöbeleien und Schlägereiandrohungen – teilweise von Rentnern gegen Jugendliche ohne triftigen Grund – ab, war das eine sehr friedliche Atmosphäre.

Was meine Erwartungen noch viel weiter übertraf als die Zuschauerzahl, war das Niveau des Spiels. Zum ersten Mal sah ich von Viktoria Köln keinen hässlichen, beschissenen, langweiligen Anti-Fußball. Kein 0:0 halten, kein 1:0 über die Zeit retten. Der Bonner SC war die eine Klasse schwächer, aber er hielt in der ersten Hälfte gut mit und forderte die Kölner wirklich gut. Nach der schnellen 0:1 Führung glich Bonn in gleicher Form – schneller Angriff nach Eindringen in den Strafraum souverän abgeschlossen – aus. Kurz darauf ging zwar Viktoria wieder 1:2 in Führung durch einen wuchtigen Schuss unters Tordach, aber bis zur Mitte der zweiten Hälfte war das Match spannend. Dann konterte Köln und setzte den Ball ins lange Eck zum 1:3. Die Partie war dann entschieden, aber Bonn hatte nun die offensivste Phase. In der Schlussphase gab es auch endlich mal etwas Stress auf dem Platz, da der Kartenschoner von Schiri ein Handspiel im Viktoria-Strafraum übersah und keinen Elfer gab. Kurz darauf gelangte nach einer Unterbrechung wegen Rudelbildung der Ball in Besitz der Kölner, die einen Konter zum etwas zu hohen 1:4 einnetzten. Der Sieg für die Viktoria, oder wie ein paar Bonner in meiner Ecke so schön meinten „Ficktoria Dich Köln“ (im Dialekt wird hier oft auch noch das V tatsächlich wie ein F gesprochen, was dieses Wortspiel noch passender macht), war aber eindeutig verdient. Schade ist halt nur, dass der Underdog hier keine große Chance hatte, das zweite wichtige Spiel innerhalb kürzester Zeit vergeigte (den Aufstieg in die Regionalliga, in der sie spielerisch wohl auch wenig ausrichten könnten, haben sie letzte Woche so gut wie verspielt) und Viktoria Köln hier den mit der Ausschüttung einer sechsstelligen Summe verbundenen Einzug in den DFB-Pokal schaffte. Bonner SC v Viktoria Köln 1:4 
Statistik:
- Grounds: 1.364 (heute 0 neue; diese Saison: 209 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.375 (heute 1; diese Saison: 263)
- Tageskilometer: - (-)
- Saisonkilometer: 52.880 (37.284 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.990 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 70 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 459

Dienstag, 12. Mai 2015

W458VI: Unterklassiger Fußball in der Mitte Deutschlands: Weser Gimte und Diana Ziegenhagen

SG SSV Diana Ziegenhagen/ FV Eintracht
Ermschwerd/ TSV Gertenbach 1899 ..................... 0
VfB 1920 Witzenhausen .......................................... 4
- Datum: Sonntag, 10. Mai 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Werra-Meißner-Kreis (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 93 Minuten (45/48); Halbzeitstand: 0-2
- Tore: 0-1 4. Mohsen Moradi, 0-2 10. Mohsen Moradi, 0-3 58. Johannes Regenhardt, 0-4 65. Mohsen Moradi
- Verwarnungen: Florian Vogel, Moritz Heidrich (Ziegenhagen); Temesghen Akalu Berkert (Witzenhausen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Waldstadion Heegen (Witzenhausen OT Ziegenhagen; Kap. 550, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gute erste Halbzeit, mittelmäßige zweite Hälfte)

TuSpo Weser-Gimte 1919 II ................................... 6
SG Werratal 2000 (Laubach/ Lippoldshausen/
Hedemünden/ Oberode) III ..................................... 1
- Datum: Sonntag, 10. Mai 2015 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Göttingen-Osterode, Gruppe C (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-1 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 5. (NN), 2-0 42. (9), 3-0 52. (9), 4-0 58. (14), 4-1 62. NN, 5-1 74. (9), 6-1 86. (13)
- Verwarnungen: 2x Nr. 9, 1x Nr. 7, 16, 45 (alle Werratal)
- Platzverweise: Nr. 9 von Werratal (64. Min. wg. wdh. Foul)
- Spielort: Sportanlage Rattwerder (Hann. Münden; Kap. 1.500, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Torreich, aber sonst eher unterm Durchschnitt) TuSpo Weser-Gimte II v SG Werratal III Photos with English Commentary:
a) Football Lower-Saxony: Weser-Gimte Reserves v Werratal Third XI
b) Football Hesse: SG Diana Ziegenhagen/ Erm./Gert. v VfB Witzenhausen
c) Sightseeing Lower-Saxony: Hannoversch Münden Old Town, Laubach Football Ground 
d) Sightseeing Hesse: Burguffeln, Immenhausen, Witzenhausen, Melsungen, Heiligenburg, Felsberg, Altenburg, Wabern, Fritzlar, Ungedanken (Büraberg)

Der Sonntagsausflug in die Mitte Deutschlands ließ sich gut an: in Burguffeln (Hessen) wollte die Pfarrerin grade gehen, schloss mir aber freundlicherweise noch mal die sehenswerte Kirche auf für ein paar Fotos, im benachbarten Immenhausen gab es dann etwas Stadtmauer mit Türmen und eine weitere Kirche zu sehen. In Hannoversch Münden war ich dann im südlichsten Zipfel Niedersachsens und einer der sehenswertesten Städte des Bundeslandes. Nur Lüneburg hat noch spektakulärere Fachwerkhäuser. Dafür liegt Münden an der Weser und vor Bergzügen, was die Lage attraktiver macht. Besonders sehenswert sind außerdem die Stadttürme, das Schloss ist auch OK. Die Gastronomie ist teilweise sehr preisgünstig und schien insgesamt sehr vielfältig zu sein. TuSpo Weser-Gimte II v SG Werratal III
Auf der westlichen Flussseite befindet sich ein sehr schönes Stadion. Der Rattwerder, nach dem diese Sportanlage heißt, ist wohl eine „Ratteninsel“ – in jedem Falle ist das Stadion baulich sehr ungewöhnlich: Tribüne und Vereinsheim in einem, leicht nach innen gebogen, mit tief hängendem Dach, zwei Reihen Sitzschalen, Holztäfelungen, in der Mitte einem Sprecherturm mit Uhr. Das Stadion ist komplett umgeben mit einem Lattenzaun. Von der Tribüne aus überblickt man Spielfeld und die gebirgige Landschaft.

Auf dem gepflegten Rasen entwickelte sich ein mittelmäßiges Spiel mit klaren Vorteilen für den Gastgeber, Weser Gimte II. Die III. Mannschaft aus dem Werratal, einer Spielgemeinschaft der Vereine aus Laubach, Lippoldshausen, Oberode und Hedemünden, geriet schnell in Rückstand, brachte dann kaum einen Angriff aufs gegnerische Tor und kassierte vor der Pause das 2:0. Nach der Pause drehte Weser Gimte teilweise gut auf, ging 4:0 in Führung. Am Ende hieß es, mit einem Mann mehr nach gelb-roter Karte, 6:1. Diana Ziegenhagen v VfB Witzenhausen Es ging gleich weiter zum nächsten Spiel, doch dazu musste wieder das Bundesland gewechselt werden: im Nordzipfel Hessens liegt die Gemeinde Witzenhausen, wo es einen Ort namens Ziegenhagen gibt, der sich auf mehrere grüne Hügel verteilt. Auf einem dieser Hügel hat der SSV Diana Ziegenhagen – ich glaube, das wäre der richtige Verein für meine Bekannte Diana aus Staßfurt... – seinen ausbautenlosen, aber sehr idyllischen, komplett von Bäumen umgebenen und mit etlichen Sitzbänken und Hütten (Essensverkauf sowie Kabinen) versehenen Sportplatz.

Für Diana Ziegenhagen, die in einer Spielgemeinschaft mit Eintracht Ermschwerd und TSV Gertenbach 1899 antreten, ging es ebenso um den Aufstieg aus dieser untersten Spielklasse, wie für den Gast aus dem Hauptort der Gemeinde, dem VfB Witzenhausen. Die Gäste bekamen durch einen sehr frühen Doppelschlag die Partie sofort in den Griff. Bis zur Pause hatte Ziegenhagen kaum eine Torchance. Auch nach dem Seitenwechsel zeigten sie zur Enttäuschung der Mehrheit der immerhin 150 Zuschauer kaum etwas nach vorne. Erst als es zu spät war, ein weiterer Doppelschlag passiert war (u.a. eine Freistoß-Bogenlampe aus über 20m in den langen Winkel) und es somit 0:4 stand, hatte Ziegenhagen auch einige Torchancen. Nur nutzten ihnen diese nichts mehr. Es blieb beim 0:4. Diana Ziegenhagen v VfB Witzenhausen Danach fuhr ich auf fast direktem Weg über Landstraßen nach Bonn zurück. In Nordhessen sind die Orte an den Landstraßen oft mit Sehenswürdigkeiten gepflastert. So zum Beispiel Witzenhausen (Fachwerkhäuser, Stadtturm, Schloss), Melsungen (Schloss, Fachwerk), Heiligenburg (teils rekonstruierte Burgruine mit tollem Blick in die Landschaft), Felsberg (spektakuläre, rekonstruierte Burg mit mehreren Türmen und weithin sichtbar auf einem hohen Berg), Altenburg (zu klein geratene und schwer zugängliche Ausgabe von Felsberg), Wabern (etwas karges Barockschloss), Fritzlar (tolle Stadtmauern mit Türmen, Fachwerkhäuser und Dom) und Ungedanken (Kapelle, Friedhof, Kreuzweg und Mauerreste einer Burg auf dem Büraberg). Fritzlar Statistik:
- Grounds: 1.364 (heute 2 neue; diese Saison: 209 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.374 (heute 2; diese Saison: 262)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 52.880 (37.284 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.990 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 69 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 458

Samstag, 9. Mai 2015

W458V: Polnische Straßen in Tannenbusch und Kunstrasen auf dem Berg in Oedekoven

SV Blau-Weiß Oedekoven 1926 B .......................... 1
SV Vorgebirge 23/25/56 B ....................................... 1
- Datum: Samstag, 9. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Bonn, Staffel 1 (7. und unterste Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 1-1 nach 85 Minuten (40/45); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 0-1 29. Manfred Amadeus Schwäbig, 1-1 54. Nr. 2
- Verwarnungen: Nr. 2 (BWO); TW Rene Blendeck, Philipp Birgel (Vorgebirge)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Oedekoven (Kap. 1.030, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Mäßiges Spiel)

Bonner SC 1901/04 C .............................................. 1
1. Jugend-Fußball-Schule Köln C .......................... 0
- Datum: Samstag, 9. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: C-Junioren Mittelrheinliga, Staffel 2 (2. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 1-0 nach 72 Minuten (35/37); Halbzeitstand: 0-0
- Tor: 1-0 62. Daniel Alexander Blum
- Verwarnungen: Mohammad Idris Ahmadzai, Jean Carlos de la Cruz Bustamente, Marius Alexandre Samoura (BSC); Frederic Rolf Baum, Justus Urbig (1.JFS)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Waldenburger Ring (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 12 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Spiel) Bonner SC U15 1:0 1.JFS Köln U15 
Photos with English Commentary:
a) Under-15 Football: Bonner SC v 1. JFS Köln
b) Under-17 Football: Oedekoven v Vorgebirge

Im berüchtigten Bonner Stadtteil Tannenbusch tragen die meisten Straßen die Namen polnischer Städte. Damit das aber nicht nur die Tannenbusch-Polen richtig aussprechen können, werden die deutschen Namen genutzt: von Oppeln über Brieg bis Waldenburg. Im Waldenburger Ring befindet sich ein Schulsportplatz, der auch zumindest von den C-Junioren des Bonner SC genutzt wird. Der Platz ist unspektakulär, aber immerhin ein Rasenplatz mit vielen Bäumen und Sträuchern drumherum. Es gibt auch eine Laufbahn und eine angrenzende Sporthalle.

Heute trat die C-Jugend des Bonner SC gegen die 1. Jugend-Fußball-Schule aus Köln an. Das Spiel sah Chancen auf beiden Seiten, war nicht schlecht, war auch sehr fair, blieb aber lange torlos. Die besseren Chancen, v.a. in der zweiten Hälfte, hatte der Gastgeber. Nach mehr als einer Stunde netzte er endlich nach einem Steilpass in den Strafraum ein: der durchgebrochene Stürmer tunnelte dabei aus spitzem Winkel den Kölner Schlussmann. Nach dem 1:0 traf Köln noch mal die Latte, doch der Ausgleich blieb ihnen gerechtermaßen verwehrt. Bonner SC U15 1:0 1.JFS Köln U15 
Ich fuhr dann gleich nach Oedekoven raus. Dort dachte ich, ich würde 10 Minuten zu spät ankommen – doch am Platz angekommen, stellte ich fest, dass dort noch die C-Jugend kickte. Die hatte satte 30 Minuten zu spät angefangen, sodass ich mir noch ansehen konnte, wie Blau-Weiß Oedekoven U15 eine 5:3-Führung gegen Boluspor Bonn (Auerberg) vergab und 5:6 verlor. Und mangels Nebenplatz oder anderen Flächen wärmte sich die B-Jugend erst nach dem Abpfiff auf, sodass dieses Spiel mit 50 Minuten Verspätung begann. Blau-Weiß Oedekoven, die sich den idyllisch auf dem Berg von einfachen, kleinen Privathäusern, Bäumen und Sträuchern umgebenen Platz mit Germania Impekoven teilen, traf auf den SV Vorgebirge 23/25/56. Warum die so viele Nummern hinterm Namen haben, weiß ich nicht, denn sie wurden 1973 gegründet. Wahrscheinlich sind das die Erstgründungszahlen der drei im SVV aufgegangenen Vereine Blau-Weiß Hemmerich, TTC Kardorf und Adler Waldorf.

Das Spiel war jetzt nicht so der Bringer. Vorgebirge war klar favorisiert, zeigte aber nicht warum. Irgendwann feuerten sie mal einen richtig guten Schuss ab der im Winkel landete. Doch mehr als dieses eine Tor sprang für sie nicht heraus. Oedekoven wurde in der zweiten Hälfte besser und der Kapitän netzte aus Nahdistanz mit einem langen Schritt zum 1:1 ein. Fast hätte er noch wegen übertriebenem Torjubel Gelb gesehen, aber der Schiri fand es wohl auch nett, dass er zu seiner Freundin an die Holzbarriere vorm Vereinsheim gerannt ist um ihr einen Kuss zu geben. Kurz darauf warf der Unparteiische dann aber etwas mit Karten um sich, wobei er dem Torwart der Gäste für eine Lächerlichkeit erst mal Rot zeigte, dann aber bemerkte dass er doch nur Gelb ziehen wollte, sodass der Torwart quasi Rot-Gelb sah und deshalb wenigstens auf dem Feld blieb... Sportplatz Oedekoven 
Statistik:
- Grounds: 1.362 (heute 2 neue; diese Saison: 207 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.372 (heute 2; diese Saison: 260)
- Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 52.290 (37.250 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.990 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 67 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 458

W458IV: Also der Sportplatz in Olef ist ja auch schön, aber irgendwie hätte ich lieber ein Spiel im Sportkomplex Vogelsang gesehen...

SG Oleftal 1946 (Olef) ............................................. 1
BC 1927 Bliesheim ................................................... 4
- Datum: Freitag, 8. Mai 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Kreisliga A, Euskirchen (8. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 95 Minuten (49/46); Halbzeitstand: 1-2
- Tore: 1-0 10. Thomas Okon, 1-1 18. Volker Düster, 1-2 40. Christoph Hemmersbach, 1-3 69. Odilon Pembele, 1-4 85. Markus Hemmersbach
- Verwarnungen: Dominik Theissen, Jürgen Hundhausen (Oleftal); Markus Hemmersbach (Bliesheim)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Oleftal-Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gute erste Hälfte, danach kam nicht mehr viel v.a. von Oleftal) SG Oleftal v BC Bliesheim (Oleftal Stadion, Schleiden-Olef) 
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: SG Oleftal 1946 – BC 1927 Bliesheim
b) Rureifel: Open-Air Museum Kommern, Stolzenburg Castle Ruin, Steinfeld Monastery, Wildenburg Castle, Reifferscheid Castle & Fortified Village, Dreiborn Palace, Vogelsang Ordensburg (Nazi-Estate), Wollseifen Deserted Village

Am Freitag war v.a. Sightseeing angesagt. Zur Mittagszeit ging es in die Rureifel, die von Bonn aus noch vor dem Bergischen Land das beste Ausflugsziel in der näheren Umgebung darstellt. Nirgendwo in NRW ist die Sehenswürdigkeitendichte so hoch wie in diesem landschaftlich und architektonisch viel eher nach Rheinland-Pfalz passenden Teil des Bundeslandes.

Eine besondere Sehenswürdigkeit stellt das Rheinische Freilichtmuseum Kommern (Eintritt 6,50€, weitreichende Ermäßigungen 4,50€, Parken 2,50€) dar. Hier wurden dutzende historische und ein paar moderne Häuser aus ihren angestammten Dörfern abtransportiert und in einem Waldstück am Rande des mit ein paar wenigen Fachwerkhäusern und einer Backsteinkirche eher unspektakulären Dorfes Kommern wieder aufgebaut. In Thüringen, Kroatien und Estland hatte ich bisher solche Museumsdörfer besucht – alle vier sind gleichermaßen lohnend gewesen, wobei dieses hier in Kommern das flächenmäßig größte der mir bekannten ist. Es hat zwar im Gegensatz zu dem Freilichtmuseum Kloster Veßra in Thüringen keine original Kirchenruine auf dem Gelände stehen, aber dafür von der Kapelle aus der Eifel über das Schieferhaus aus dem Bergischen Land und den Bauernhof aus dem Niederrhein bis hin zum Quelle-Fertighaus und dem Asylheimcontainerbau wirklich alles, was so in der rheinischen Provinz rumsteht. Auch eine Windmühle fehlt nicht. Etliche Häuser sind auch gut mit Ausstellungsstücken wie historischen Schulbänken, Schmiedewerkzeugen, Pferdekarren usw. ausgestattet. Schön auf alt gemacht sind die Wege: teils gepflastert, meist staubige Fahrspuren – so etwas hat heute leider kein Dorf mehr in NRW als Hauptstraße...

Dann ging ich die geringen Mauerreste der Stolzenburg im Wald zwischen Kall und Urft suchen, die erfreulich einfach zu finden waren. In Steinfeld das Kloster kann man ja nicht übersehen: die Basilika ist sehr schön ausgemalt. Wildenburg hat eine ansehnliche Burg die bewohnt wird. Richtig spektakulär ist Reifferscheid, das einen hässlichen neuen Teil am Fuße des Berges und einen herrlichen mittelalterlichen Teil direkt auf dem Berg hat. Im Kernbereich eine Burg mit hohem Bergfried und ruinösen Mauern, im oberen Drittel des Berges eine größtenteils noch erhaltene Wehrmauer und dazwischen historische und auch neuere Häuser und eine Kirche verwinkelt gebaut. In Dreiborn war das Wasserschloss wie üblich nur auf die Entfernung zu besichtigen, da das Arschloch, das die Hütte gekauft hat, keinen Besuch auf dem Hof duldet – echt eine Seuche in NRW diese privaten Schlösser; dann sollen die lieber notdürftig gesichert vor sich hin verfallen und Betreten auf eigene Gefahr zulassen, als von der interessierten Öffentlichkeit weggeschlossen von irgendwelchen Möchtegernadligen bewohnt zu werden.

Touristisch gut erschlossen ist hingegen der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang, der seit 2006 nicht mehr genutzt wird. In dessen Zentrum liegt die hässliche Ordensburg Vogelsang mit ihrem kuriosen Stadion mit Thingstätte – schade, dass dort kein Spielbetrieb ist mangels nahegelegenen Ortes – oberhalb eines Stausees. 2km westlich befindet sich die Wüstung Wollseifen. Nur noch die Ruine der Kirche, der Volksschule und ein Trafohaus sind vom Dorf erhalten: Schotterwege führen hier durch munitionsverseuchtes Grasland und Gestrüpp, einige der Häuserattrappen die für das Üben von Häuserkämpfen von der britischen oder belgischen Armee errichtet wurden, stehen auch noch. SG Oleftal v BC Bliesheim (Oleftal Stadion, Schleiden-Olef) 
Die obligatorische Sportveranstaltung fand in Olef, einem Ortsteil von Schleiden statt. Dort befindet sich in sehr schöner gebirgiger, waldreicher Eifellandschaft das Oleftal-Stadion. Eigentlich ist das nur ein Fußballplatz ohne Ausbauten, aber immerhin ordentlichen Graswällen, Eingangstor, Vereinsheim (dahinter ein Marienbild)...

Die Mannschaft steht in der Kreisliga A sehr schlecht da, was man vom heutigen Gegner aus Bliesheim nicht behaupten konnte. Allerdings entwickelte sich vor der dürftigen Zuschauerkulisse anfangs das Spiel zugunsten der Gastgeber. Olef ging mit einer 30m Bogenlampe in Führung. Doch wenige Minuten später glich Bliesheim mit einem 35m-Freistoß der 7 oder 8m vorm Kasten per Kopf verlängert wurde aus. Kurz vor dem Seitenwechsel gingen sie in Führung und baute diese in der weniger guten zweiten Hälfte auf 1:4 aus. Der Sturm der Bliesheimer war alles andere als überzeugend, sonst wäre hier ein weit höheres Resultat bei rausgesprungen. Order Castle Vogelsang 
Statistik:
- Grounds: 1.360 (heute 1 neuer; diese Saison: 205 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.370 (heute 1; diese Saison: 258)
- Tageskilometer: 180 (180km Auto)
- Saisonkilometer: 52.270 (37.250 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.970 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 65 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 458

Freitag, 8. Mai 2015

W458I-III: Kreisliga C einmal mit Raffinerie-Panorama und einmal mit Kapelle und Rheinlandschaft im Hintergrund

VfB 1920 Linz am Rhein III ................................... 3
SV Rengsdorf 1926 II .............................................. 0
- Datum: Donnerstag, 7. Mai 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Kreisliga C, Westerwald/ Wied, Nord-Ost (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 14. (11), 2-0 19. (6), 3-0 56. (11?)
- Verwarnungen: Nr. 6, 11, 14, TW1 (Linz); Nr. 6, 14 (Rengsdorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kaiserbergstadion (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 21 (je ca. ein Drittel Heimfans, Gästefans und Neutrale)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmaß)

JSG Beuel B-Md. ..................................................... 0
SV Ennert-Küdinghoven 1911 B-Md. .................... 2
- Datum: Mittwoch, 6. Mai 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: B-Juniorinnen Kreisklasse Bonn (5. und unterste Liga der U17-Mädchen)
- Ergebnis: 0-2 nach 80 Minuten (40/40); Halbzeitstand: 0-2
- Tore: 0-1 64. (10), 0-2 77. (6)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Franz-Elbern-Stadion (Kap. 3.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Was soll man bei einem Spiel Letzter gegen Vorletzter in dieser Spielklasse auch erwarten...)

SV Godorf 1956 ....................................................... 7
FV Hellas Frechen ................................................... 3
- Datum: Dienstag, 5. Mai 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Kreisliga B, Köln/ Staffel 3 (9. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-3 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 4-1
- Tore: 1-0 9. Sven Lambertz, 2-0 36. Andreas Jaehnsch, 2-1 41. Yannick Zander (Elfmeter), 3-1 42. Ugur Ayas (Elfmeter), 4-1 Marcel Hilgers, 5-1 50. Alexander Esch, 5-2 54. Kevin Ehwald, 5-3 76. Pietro Spinosa, 6-3 84. Marco Klein, 7-3 88. Marco Klein
- Verwarnungen: Alexander Esch?, Ugur Ayas (Godorf); Antonios Marinidis (Frechen)
- Platzverweise: Danny Schütz von Frechen (26. Min. wg. Schiedsrichterbeleidigung)
- Spielort: Sportplatz Godorf (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schön offensives und sehr torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football, Cologne: SV Godorf v Hellas Frechen
b) U17 Girls Football, Bonn: JSG Beuel v SV Ennert
c) Amateur Football, Linz am Rhein: VfB Third XI v Rengsdorf Reserves
d) Rhineland-Palatinate: Erpel Old Town, Linz am Rhein Castle and Old Town

Das asoziale Lokführer-Pack streikt mal wieder, da ihre sicheren Gehälter für einen im Vergleich zu anderen Berufsfahrern simplen Job angeblich nicht genug sind, obwohl sie faktisch höher sind als die vieler anderer Berufsfahrer. Typisch deutsch nimmt man das hin, mault lautstark rum – bis auf die paar Deppen, die diese Sabotageaktionen verteidigen, weil sie starke Gewerkschaften begrüßen (was bei zu starken Gewerkschaften passiert, sieht man ja in Spanien und Griechenland) – aber unternimmt nichts dagegen. Frei nach Lenin kaufen sich deutsche Revolutionäre halt erst einmal ihre Bahnsteigkarte vorm Erstürmen des Bahnhofs – so kommen Streikbetroffene auch nicht auf solche Ideen, wie ich das z.B. von einem Groundhoppingkollegen in seinem Argentinienbericht gelesen habe, das Bahnhofsgebäude zu verwüsten, die Eisenbahnerkantine zu plündern und Streikbanner der Lokführer in Brand zu stecken. Wenig verwunderlich: nach wenigen Stunden wurde der für den ganzen Tag geplante Streik abgebrochen...

Da die gierigen Typen von der GDL aber keine solche Gegenwehr der deutschen Kunden befürchten muss, können sie munter bis zum Sonntag den Bahnverkehr behindern. Das führte bei uns an der Uni dazu, dass Dienstag nicht mal die Hälfte der Kommilitonen und auch nur ein Teil der Dozenten erscheinen konnte, weswegen am Institut entschieden wurde, dass die Aufgaben von zuhause aus erledigt werden und die Studenten in Gruppen per Email und Chat ihre Sachen machen, anstatt im Institut. Da das alles schneller ging als sonst, war abends stets Zeit für die v.a. in NRW so häufigen Wochentagsspiele der unteren Fußballligen.  
Am Dienstagabend ging es in den südlichen Kölner Stadtteil Godorf, der direkt an Wesseling grenzt und genauso von Industrie geprägt ist. Die Industrieanlagen Wesselings setzen sich quasi in Godorf direkt am Rhein fort. Der Platz liegt herrlich vor der Raffinerie – ein Tank direkt links der Mittellinie, dahinter fünf Schornsteine, eine Fackel, zwei Kühltürme... Ansonsten wäre der auf den anderen drei Seiten von Bäumen umgebene Aschenplatz, der an vielen Stellen bewachsen ist, sehr unspektakulär.

In entspannter Atmosphäre ging das Spiel der Kreisliga B zwischen dem SV Godorf und Hellas Frechen mit einer frühen Führung von Godorf – ein Flankenball rutschte dem Griechenschlussmann durch die Hände und fiel einem Stürmer der Heimelf vor die Füße – los. Dann viel Leerlauf, ehe ein Spieler der Gäste den Schiri irgendwie anpöbelte und vom Platz musste und Godorf dann auf 2:0 erhöhte. Dann gab es innerhalb von zwei Minuten zwei Elfmeter – erst einer für Frechen, dann für Godorf und schon stand es 3:1 – und kurz vor der Pause noch das vierte Godorfer Tor. Nach dem Seitenwechsel war mit dem 5:1 alles gelaufen, doch Godorf hatte wieder einen Durchhänger und Frechen wusste ihn diesmal zu nutzen: 5-3 nach 76 Minuten. In der Schlussphase traf dann ein Godorfer Spieler noch zwei Mal, wobei auf fussball.de ihm der Schiri mit dem sehr zum Äußeren passenden Namen Yakub Kasapoğlu (Jakob Fleischersohn) den ersten Treffer aberkannte und ihn als Eigentor eines Hellas-Spielers wertete. Jedenfalls war 7:3 der spektakuläre Endstand der sehenswerten Partie!  
Am Mittwoch ging es nur mal kurz auf die andere Rheinseite Bonns. Das beste rechtsrheinische Stadion ist das Franz-Elbern-Stadion. Ein Bericht im Bonner Generalanzeiger vom letzten Jahr http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/beuel/rost-schimmel-und-stolperfallen-article1317213.html legt einen nahe, dass das ganze Stadion in einem Zustand ist, der einen Spielbetrieb nahezu unmöglich macht. Dass dort jedes Wochenende um die 10 Spiele – mal auf dem Rasenplatz, mal auf dem Ascheplatz (Nebenplatz) – ausgetragen werden lässt den Sportexperten schon richtig vermuten: wieder einmal Jammern auf hohem Niveau, was man v.a. im Westen Deutschlands ganz hervorragend kann und ausgesprochen gerne macht... Allerdings glaube ich den Beuelern schon, dass ihre Kabinen verschimmeln. Nur dann muss man halt zur Not drei Bauwagen mit Toiletten mieten – hab ich im Burgenlandkreis schon gesehen... Was das andere Gejammer angeht: die Mauer mit dem Vereinsschriftzug schimmelt – na und? Die Kassenhäuschen stehen leer – dafür sehen die aber nicht mal verfallen aus! Die Stehränge (sieben Stufen auf der einen Längsseite und zwei Stufen auf der anderen bzw. hinter dem einen Tor) sind stark bewachsen – habt ihr doch prima gemäht und jetzt kann man ordentlich drauf sitzen oder stehen, was wollt ihr denn nur? Der Plattenweg ist uneben und birgt Stolpergefahr – legt mal ein paar Schaumstoffmatten aus! Der Rasen ist uneben und Spieler haben sich dadurch schon verletzt – also das ist natürlich der Gipfel; in NRW verletzt man sich durch die Unfairness vieler Gegenspieler, aber nicht durch einen durchschnittlich holprigen Rasen! Mann, Mann, Mann – was ein Gesülze...

Das Stadion war heute aber echt das interessanteste – das Spiel zwischen den U17-Juniorinnen der JSG Beuel und des SV Ennert war absolut langweilig. Schön, dass Eltern, Betreuer und Spielerinnen so begeistert bei der Sache waren, aber mehr als zwei Stolpertore aus Nahdistanz für den Gast waren nicht erwähnenswert – und das nach vollen 80 Minuten auf Kleinfeld. Wenn ich das mit dem Spiel des FV Endenich (Tabellenzweiter) vergleiche, das ich mal im Februar gesehen habe, liegen da mehr als nur ein paar Tabellenplätze im Niveau dazwischen.  
Donnerstag wurde die längste der drei Radtouren: Immer das rechte Rheinufer entlang, 35km bis Linz in Rheinland-Pfalz. Auf dem Weg schaute ich mir die Reste der Lufendorff-Brücke, als Brücke von Remagen bekannt, und zuvor noch ein Dorf mit dem schönen Namen Erpel, kurz hinter der Landesgrenze von NRW zu RPL gelegen, an, da es dort einen markanten Stadttorturm und einige Fachwerkhäuser gibt. Auch in Linz am Rhein sieht es so aus: Fachwerkhäuser und gleich mehrere gemauerte Türme. Auch eine Burg gibt es, die ist aber eine umbaute Niederungenburg und recht unspektakulär. Spektakulär ist hingegen der Blick auf den Rhein und die ihn umgebende Landschaft vom Kaiserbergstadion aus.

Der Blick ist wirklich majestätisch und auch von der Tribüne, einer achtstufigen Betonkonstruktion, aus sieht man in schöne, grüne Landschaft hinaus. Gegenüber auf den Stehplätzen an der Reling hat man ein interessantes Panorama: Tribüne, Vereinsheim, Kreuz auf dem Aussichtspunkt und Kapelle. Interessant war auch die Musikauswahl: die Spieler ließen zünftigen Rap und harten Rock über die Anlagen dröhnen, während im Vereinsheim live Blasmusik gespielt wurde.

Das Spiel zwischen der Dritten von Linz und der Zweiten von Rengsdorf war das fairste, was ich je in Rheinland-Pfalz gesehen habe. Der sehr langsame und gemächliche, mehrfach offensichtlich auf Zurufe reagierende Schiedsrichter hätte auch ein, zwei Gelbe stecken lassen können. Nur in der Schlussphase, als das Spiel nach drei Treffern der Linzer mit 3:0 entschieden war, wurde mal ein bisschen geholzt. Besonders sehenswert war das Spiel insgesamt gesehen nicht, aber kurios war noch der Umstand, dass der Kassierer mich beim Eintritt einsammeln vergaß, weil ich neben einer Gruppe von Spielern eines anderen Vereins saß, die die 1,50€ mit faulen Ausreden (kein Geld dabei, weil man nur beim Training probehalber vorbeischauen wollte) nicht zahlen wollten...  
Statistik:
- Grounds: 1.359 (Di 1 neuer, Mi 1, Do 1; diese Saison: 204 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.369 (Di 1, Mi 1, Do 1; diese Saison: 257)
- Tageskilometer: 120 (Di 40km Fahrrad, Mi 10km Fahrrad, Do 70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 52.090 (37.070 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.970 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 64 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 458

Montag, 4. Mai 2015

W457I-IV: Erstes Maiwochenende in Sachsen-Anhalt

SV Wacker Wallhausen .......................................... 0
Spielgemeinschaft SpVgg 1931 Osterhausen I/
Ball- und Spielgemeinschaft Aufbau Eisleben II .. 2
- Datum: Sonntag, 3. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, West (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 94 Minuten (45/49); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 0-1 59. Martin Merkel (Eigentor), 0-2 70. Florian Burghardt
- Verwarnungen: Christian Hüttl, Markus Hoffmann, NN (Wallhausen); 2x Oliver Kirsten, Riccardo Schneider, Christian Ehring, Christian Bock (Osterhausen)
- Platzverweise: Oliver Kirstenn von Osterhausen (75. wg. wdh. Fouls)
- Spielort: Sportzentrum Wallhausen (Kap. 1.106, davon 106 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon 50 zahlende und ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes und umkämpftes Spiel)

TSV Leuna 1919 ...................................................... 1
TSV Eintracht Lützen ............................................ 1
- Datum: Samstag, 2. Mai 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 0-1
- Tore: 0-1 9. David Hübner, 1-1 65. Ronny Schwerdtfeger
- Verwarnungen: Ronny Schwerdtfeger? (Leuna); Marcel Richter, Christian Neef (Lützen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon 59 zahlende und ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Schwache Vorstellung des TSV – ein Punkt ist viel zu wenig, aber bei der Einstellung war nicht mehr zu holen)

TSV Leuna 1919 II ................................................. 1
SpVgg Weißenschirmbach/ Vitzenburg 1999 ...... 0
- Datum: Samstag, 2. Mai 2015 – Beginn: 12.50
- Wettbewerb: Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 1-0 55. Rene Schmidt
- Verwarnungen: Michael Stützer, Carsten Franke (Leuna); Eric Weller, Dominik Elste (Schirmbach)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nicht unbedingt gutes Spiel, ein viel zu niedriger Sieg – aber Leuna spielte unermüdlich nach vorne und gewann völlig verdient)

SV Germania Gernrode .......................................... 1
SV Blau-Weiß Hausneindorf .................................. 1
- Datum: Freitag, 1. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Harzoberliga (9. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 0-1 61. Ramon Jobst, 1-1 75. Tony Steiner
- Verwarnungen: Rick-Paul Bunzel, Dimitri Klimow (Gernrode); 2x Sebastian Henze, Rene Adelberg (Hausneindorf)
- Platzverweise: Sebastian Henze von Hausneindorf (77. wg. wdh. Fouls)
- Spielort: Sportanlage am Hagental (Kap. 700, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 145 (davon 123 zahlende und ca. 45 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt)

1. FC Weißenfels AH ............................................... 2
TSV Leuna 1919 AH ................................................ 3
- Datum: Donnerstag, 30. April 2015 – Beginn: 18.50
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 2-3 nach 57 Minuten (30/27); Halbzeitstand: 1-0
- Tore: 1-0 7. Nr. 14, 1-1 40. Freddy Kamenica, 1-2 44. Rene Schmidt, 2-2 50. Nr. 6, 2-3 51. Freddy Kamenica
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadtstadion Weißenfels, Nebenplatz (Kap. 1.100 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 15 (davon 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Mangelhaftes aber torreiches und spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Veterans Football: 1.FC Weißenfels v TSV Leuna 1919
b) Amateur Football: Germania Gernrode v BW Hausneindorf
c) Amateur Football: TSV Leuna v Eintracht Lützen, TSV Leuna Reserves v Weißenschirmbach
d) Amateur Football: Wacker Wallhausen v Osterhausen/ Aufbau II
e) Eastern Harz Mountains: Rockformations Teufelsmauer and Gegensteine, Gatersleben Medieval Tower Ruin, Gernrode Church, Selketal Landscape, Anhalt Castle Ruin
f) Südharz/ Goldene Aue: Großleinungen Landscape, Drebsdorf Estate, Kaiser-Otto-Höhenweg Medieval Road, Wallhausen Palace

Das verlängerte erste Maiwochenende nutzte ich um nach Sachsen-Anhalt zu fahren, um mich mit Freunden in Halle und Staßfurt zu treffen und natürlich auch um Fußball, v.a. Spiele des TSV Leuna, zu gucken. Direkt nach der Uni am Donnerstag ging es auf die Piste. Drei Unfälle, sechs Baustellen und zehntausende, zum Teil zum Autofahren zu blöde Leute gab es auf der Strecke, die ich sonst in weniger als fünf Stunden schaffe. Heute waren es sechseinhalb, sodass ich direkt zum Spiel von Leunas Alten Herren in Weißenfels ankam.

Das fing aber nicht gerade pünktlich an. Weißenfels bekam gerade so elf Leute zusammen, da zwei angeschlagen waren, wurde phasenweise in Überzahl gespielt. Weißenfels ging trotzdem mit ihrem technisch guten Kombinationsfußball in Führung. Doch nach der kurzen Halbzeitpause änderten sich die Verhältnisse auf dem Nebenplatz des Stadtstadions: während eine Regenfront aufzog, schloss Freddy Kamenica einen Sturmlauf hervorragend zum 1:1 ab und kurz darauf netzte Rene Schmidt aus 12, 13 Metern zum 1:2 ein. Der Ausgleich per Kopf nutzte Weißenfels dann auch nichts. Leuna, das in der gesamten ersten Halbzeit nicht einen guten Angriff aufs Tor der Gastgeber gebracht hatte, ging durch einen erneuten Treffer von Kamenica 3:2 in Front. Das war zwar nicht gerade das beste Spiel der Alten Herren des TSV das ich je gesehen habe, aber es war ein zufriedenstellender Sieg!  
Zum Maifeiertag ging es in den Harz, wo man natürlich nicht gerade in Einsamkeit unterwegs ist. Straßensperrungen und Baustellen, Sonntagsfahrer, Ausflüglerkolonnen, Wanderer die die falsche Straßenseite benutzen... Sowas hat man natürlich gerne! Das Sightseeingprogramm fiel trotzdem nicht zu kurz aus: die spektakulären Felsformationen aus Vulkangestein namens Teufelsmauer (bei Weddersleben) und Gegensteine (bei Ballenstedt, einem Ort der sonst v.a. durch sein Schloss punktet) wurden ebenso angesteuert, wie die kurios verfallene Warte bei Gatersleben direkt an der Landstraße und die Burgruine Anhalt. Diese spärlichen Mauerreste auf einem dicht bewaldeten Berg bei Mägdesprung sind der Namensgeber des Landes Anhalt. Außer dem Bergfriedstumpf (also der untere Teil von einem Turm) stehen nur noch wenige, niedrige Ziegelmauern.

Gernrode hat auch einiges Architektonisches zu bieten, doch da war ich erst vor zwei Jahren. Also gleich zum Sportplatz. Die Sportanlage Hagental liegt am Fuße eines eindrucksvollen, dicht bewaldeten Berges am Rande des Ortes. Der Wall unterhalb des Berges ist mit einigen Holzbänken bestückt. Hinter dem einen Tor fließt ein Bach entlang, der in den größeren, an der offenen Längsseite des Platzes vorbeifließenden Bach mündet. Hinter dem anderen Tor befinden sich Vereinsheim und Trainingsplatz. Auf der Längsseite mit dem Bach geht man rein. Am Kassenhaus werden wie im Westen für die Kreisoberliga 3€ verlangt. Wenigstens steht das ganz korrekt dran, sonst hätte ich gefragt ob das der Touristenpreis ist. Also 3€ habe ich in Sachsen-Anhalt echt noch nie für diese Liga gezahlt.

Wenigstens haben bis zu 100 Leute bequeme Sitzplätze und man sieht von den meisten Stellen des Platzes auch gut. Nur war das Spiel jetzt nicht so überragend. Der Gast aus Hausneindorf war deutlich weiter hinter dem Gastgeber Gernrode platziert und entsprechend defensiver eingestellt, aber Gernrode zeigte nichts Vernünftiges bis weit in die zweite Hälfte hinein. Nach einer Stunde ging dann sogar Hausneindorf in Führung. Erst nach einem Standard gelang den Gastgebern der Ausgleich. Dabei spielte der Gast nach einer berechtigten gelb-roten Karte fast 15 Minuten in Unterzahl. Ansonsten war das Spiel aber gar nicht so ruppig. In Sachsen-Anhalt geht halt alles disziplinierter ab als in NRW... Aber immerhin konnte der Hausneindorfer Anhang gut pöbeln. Die Mutter neben mir wollte schon ihre Kinder wegschicken, weil sie noch nicht so früh die wichtigen Redewendungen wie „so ein Fuck, Alter“ oder „was pfeifst du für ne Scheiße du Votze“ lernen sollten...  
Samstag ging es zum Heimspieltag des TSV Leuna. Leider gab es kein Jugendspiel, aber die II. und I. Männer reichen ja auch mal. Zuerst trat die Zweite Mannschaft gegen die Spielvereinigung Weißenschirmbach/ Vitzenburg an. Weißenschirmbach in akuter Abstiegsgefahr und entsprechend traten sie auch auf: Leuna II ist zwar auch im hinteren Tabellenbereich, aber schon fast gesichert – und Weißenschirmbach zeigte nach einer einzigen frühen Torchance fast gar nichts mehr. Leuna bestimmte das Spiel, vergab aber bis zur 55. Minute alle ihre Torchancen. Erst ein Freistoß von Rene Schmidt aus etwa 30m ging an allen vorbei ins lange Eck. Der hochverdiente Führungstreffer war Renes zweites Tor im zweiten Spiel innerhalb von drei Tagen. Die letzten 35 Minuten waren ebenfalls von Leuna bestimmt, doch beim Versuch mit einem zweiten Tor alles klar zu machen, handelte sich Leuna zwei gefährliche Konter ein, die ans Torgestänge gingen. Der nach einem Foul angeschlagene Torwart Patrick Lenzen musste dann auch noch gegen Toni Fiebig, der vorher die ganze Zeit im Feld gespielt hatte, ausgetauscht werden. Fiebig zeigte noch eine Parade, ehe der sichere Schiedsrichter die Partie beendete.

Auch die Partie zwischen der Ersten Mannschaft des TSV Leuna und dem fast schon abgestiegenen TSV Lützen war sehr torarm. Nach einem lächerlichen Freistoß an der Mittellinie (der Lützener stützt sich auf und bekommt dafür einen Freistoß geschenkt) landet der Ball nach nur zwei Stationen mit viel Glück für den Gast im Tor. Diese Freistoßentscheidungen sollte aber einer der ganz wenigen Fehler des hallenser Schiris Ußfeller bleiben, der ansonsten immer wieder bei von mir besuchten Spielen verschiedener Mannschaften durch grobe Fehlentscheidungen parteiisch aufs Spielgeschehen eingewirkt hatte. Dass Leuna hier nicht über ein 1:1 – Ronny Schwerdtfeger erzielte in der zweiten Halbzeit gegen die Laufrichtung des Torwarts den verdienten Ausgleich – hinauskam, lag aber keineswegs am Schiri und anderen Einflüssen Dritter; wenn hier etliche Spieler lustlos auftreten, wenig Bewegung ins Spiel bringen, eine harte Gangart scheuen oder einfach offenbar grobe Defizite im Torschuss haben, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man nach so einem schwachen Unentschieden wieder auf einem Abstiegsplatz steht. Wenn da nicht immer wieder die tollen Punktgewinne wie letzte Woche beim Tabellenzweiten in Landsberg wären, könnte man die Mannschaft schon längst in Richtung Kreisoberliga verabschieden. Zum einen würde mich ein Erfolg in der kommenden Woche beim Tabellenführer im Affengehege nicht wundern, zum anderen befürchte ich aber, dass es in jedem Falle bis zum letzten Spieltag in Spora zittern heißt...

Auch wenn nur eines der beiden Ergebnisse zufriedenstellend war, war es wieder schön beim TSV Leuna gewesen zu sein!  
Am Sonntag fuhr ich nach einem Spielbesuch im Südharz nach Bonn zurück. Das Kreisligaspiel in Wallhausen/ Helme, zwischen Wacker Wallhausen und der Spielgemeinschaft SpVgg Osterhausen I und Aufbau Eisleben II, lag prima auf dem Weg. Ich fuhr erstmal noch den Höhenzug nördlich von Wallhausen, einen Harz-Ausläufer, ab. In Drebsdorf schaute ich mir das Rittergut mit dem markanten Taubenturm an und fuhr den direkt dahinter auf den Höhenweg führenden Schotterweg hoch. Der ist teilweise sehr steil, sehr ausgewaschen mit tiefen Querrinnen und Schlaglöchern, führt mitunter über Grashänge und ist ohne Allrad und viel Bodenfreiheit eigentlich nicht machbar. Die Landschaft ist aber richtig schön – blühende Obstbäume in sanfter Berglandschaft mit Nadel- und Laubbäumen bewachsen – und das Fahrerlebnis lässt sich auch sehen. Der eigentliche Höhenweg, eine mittelalterliche Wegstrecke von Bennungen nach Sangerhausen, lässt sich wohl auch überall ohne Allrad (nur eben mit vernünftiger Bodenfreiheit) fahren. In Wallhausen selbst schaute ich mir noch das Renaissanceschloss an, das ein paar schöne Wappensteine hat, aber eine recht unschöne Farbgebung.

In Sichtweite des Schlosses befindet sich das sehr schöne Sportzentrum mit topp saniertem Vereinsheim mit Kegelbahn und nicht wirklich sanierter Tribüne am engen Fußballplatz. Die Tribüne ist originell konstruiert: drei Betonplattenreihen, die unterste mit teils sehr morschen Holzbänken mit Kunststoffüberzug, auf der obersten noch vier einzelne Holzbänke und an den Außenbereichen noch je ein Wellblechhäuschen mit einer Sitzbank für nur je drei Personen darunter...

Das Spiel war eng umkämpft und der Gast hatte die größeren Spielanteile. Allerdings kam auch Wallhausen, die schon mehrere Spielzeiten Landesklasse spielten, zu Möglichkeiten. Es ging torlos in die Kabinen, doch nach weniger als einer Stunde Spielzeit grätschte ein Wallhausener Verteidiger eine scharfe Hereingabe von links aus 5m Entfernung ins eigene Tor. Elf Minuten später landete ein Kopfball aus ähnlich kurzer Distanz im selben vom Schützen aus linken Toreck. Danach wurde die Partie noch umkämpfter, Osterhausen schund dreist Zeit und verlor noch einen Mann mit Gelb-Rot – doch Wallhausen kam zu keinem einzigen Treffer, was nicht zuletzt an ihrem sehr guten Gästeschlussmann lag.

Auf dem Rückweg verließ ich die Autobahn 38 um dem Verkehrschaos um Kassel herum zu entgehen bereits in Arenshausen/ Thüringen. Dann ging es über teils völlig leere Landstraßen in nur wenig mehr als vier Stunden via Hessisch-Lichtenau, Frankenberg/ Eder (hab für die nächste Sonntagstour auch einige interessante Orte gefunden) und Bad Laasphe auf die A4 und dann via Much nach Bonn.  
Statistik:
- Grounds: 1.356 (Fr 1 neuer, So 1 neuer; diese Saison: 201 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.366 (Do 1, Fr 1, Sa 2, So 1; diese Saison: 254)
- Tageskilometer: 1.360 (Do 580km Auto, Fr 150km Auto, Sa 180km Auto, So 450km Auto)
- Saisonkilometer: 51.970 (37.070 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.850 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 61 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 457

Montag, 27. April 2015

W456IV: Internationaler Wasserball in Diekirch, 3. Liga im Prinz-Henri-Stadion und Abstiegskampf in Hueschtert

Union Sportive 1946 Hostert ................................... 2
US Mondorf-Les-Bains 1915 ................................... 1
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 18.15
- Wettbewerb: Nationaldivisioun, sogenannte BGL Ligue (1. Spielklasse im luxemburger Fußball, Halbprofliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Minuten (45/49); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 13. Nomel, 1-1 44. NN, 2-1 47. Mura
- Verwarnungen: 2x Adler, Nr. 7, 22, 25, 27 (Hueschtert); Nr. 4, 9 (Munneref)
- Platzverweise: Adler von Hueschert (Gelb-Rot in 68. Min. wg. wdh. Foulspiels)
- Spielort: Stade Jos Becker (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Was für ein Kampfspiel v.a. in Hälfte zwei!)

FC Résidence Walfer ............................................... 3
AS Wincrange 1975 .................................................. 1
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Division 1, Série 1 (3. Spielklasse im luxemburger Fußball, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 42. (11), 2-0 45. (8), 3-0 59. (8), 3-1 77. Nr. 10 (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Nr. 12 (Walfer); Nr. 1, 16, 17 (Wincrange)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Prince Henri (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz schlechte erste, ganz gute zweite Hälfte)

Cercle de Natation Diekirch ................................... 9
Schwimmsportverein Trier .................................... 7
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Interregionale Luxemburgische Wasserballmeisterschaft (Amateurliga für luxemburgische, deutsche und französische Teams)
- Ergebnis: 9-7 nach 32 Minuten (4x8); Viertel: 2-0, 3-4, 2-2, 2-1
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielort: Hall Sportif Diekirch; Piscine (Kap. 180 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes, ansonsten eher mittelmäßiges Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) International Waterpolo Luxembourg: CN Diekirch def. SSV Trier
b) Amateur Football Luxembourg: Residence Walfer def. AS Wincrange
c) Football Top Tier Luxembourg: US Hostert def. US Mondorf-Les-Bains
d) LUXEMBOURG: Brandenbourg Castle Ruin, Diekirch Churches, Baastenduerf Church, Bettenduerf Palace, ECHTERNACH WOLVES CANYON
e) Rhineland-Palatinate: Prümzurlay (Prümer Burg) Castle Ruin, Weilerbach Palace 
  
Sonntag ging es mal wieder nach Luxemburg. Zuerst ein bisschen Sightseeing in Rheinland-Pfalz – in der Südeifel im Dorf Prümzurlay steht die Ruine der Prümer Burg auf bewaldeten Felsen und in Weilerbach steht eine recht großzügige barocke Schlossanlage mit Garten und den Ruinen einer Industrieanlage – und dann Sightseeing in Luxemburg: bei Echternach kann man schön vom Aussichtspunkt Troskneppchen in die Wolfschlucht wandern, wo es sehenswerte Felsformationen gibt. In Bettendorf fiel mir das sehr dunkle aber gut verzierte Schloss auf, in Bastendorf gibt es eine ansehnliche Kirche. Danach ging es nach Brandenbourg (Branebuerg) wo eine tolle Burgruine, die mittlerweile kostenlos zugänglich ist und komplett erschlossen wurde, steht. In Diekirch schaute ich mir die Altstadt an, die eine große, jüngere Kirche und eine kleine, romanische Kirche mit Wandmalereien zu bieten hat und ging bei einem Portugiesen essen (Menü mit Getränk 10€ ist für Luxemburg wirklich preisgünstig).  
In Diekirch stand dann auch das erste Match auf dem Programm. In der interregionalen Luxemburger Wasserballmeisterschaft treten Teams aus Luxemburg-Stadt, Diekirch, Longwy (Frankreich) sowie Saarbrücken und Trier an. Trier war heute zugast in Diekirch. Erwartungsgemäß sah es schon beim Einspielen im modern gestalteten 180 Zuschauer fassenden Hallenbad (befindet sich in der Sporthalle hinter dem Stadion) wenig nach internationalem Niveau aus, aber der Cercle de Natation Diekirch schreibt auch recht passend auf seiner Seite: „Eis Träininger sin Dënschdes a Freides vun 21:00 bis 22:30 Auer. Et geet op der Säit vun der Piscine eran, d'Haapt Entrée ass zou. Jiddereen ass Wëllkomm, just schwammen solls de kënnen... Den Niveau ass net mam Ausland vergläichbar, mee trotzdem net ze ënnerschätzen.“...

Das Spiel war nämlich gar nicht so schlecht und die Spieler konnten in der Tat alle noch außer Schwimmen auch Bälle gezielt werfen und stark in die Zweikämpfe gehen, was man ja bei dem Text auf der Diekircher Website fast nicht erwarten konnte... Auffällig war bei dem Gast aus Rheinland-Pfalz auch hier wieder, dass wie z.B. bei Koblenz in der Mittelrheinliga auch Frauen in der Mannschaft waren, da es offensichtlich keine eigene Frauenliga in Rheinland-Pfalz gibt. Von den Damen spielte zumindest die Nummer 7 auf gutem Niveau – die schien mir allerdings auch aus dem Mittelmeerraum zu kommen, wo es mehr gute Wasserballvereine gibt als hier in Deutschland. Ansonsten waren auch die Luxemburger auf allen Positionen etwas besser vertreten als Trier. Nach mehreren Führungen drehte Trier das Spiel im Verlauf des dritten Viertels auf ein Unentschieden. Erst in der Schlussphase gelang es Diekirch sich entscheidend abzusetzen, was mit einem 9:7 auch recht knapp geschah.  
Nach dem Wasserball ging es gleich weiter zum Fußball: genau zum Anstoß stand ich vor dem Eingangstor des Stade Prince Henri in Walferdange mit seinem gusseisernen Schriftzug. Das Areal ist recht weitläufig und hat auch eine große Sporthalle zu bieten. Die Stadiontribüne ist recht dürftig mit zwei Reihen Granitstufen – das dahinter aufgebaute Zeltdach ist aber ein kurioser Blickfang und auf der anderen Seite sieht man die neobarocke Kirche und das Schloss in dem eine Einrichtung der Uni Luxemburg untergebracht ist, direkt am Stadion.

Das Spiel zwischen Résidence Walfer und AS Wincrange (Wëntger oder Wintger) war die erste halbe Stunde ein langweiliger Dreckskick, doch nach und nach kam Walfer in Fahrt und schaffte mit einem Doppelschlag vor der Pause die Vorentscheidung. Wincrange kam nie ins Spiel und kassierte nach der Pause das schön herausgespielte 3:0. Erst mit einem Foulelfmeter gelang den Gästen aus dem Norden Luxemburgs der Ehrentreffer.  
Ich fuhr sofort nach dem Abpfiff ins 8km entfernte Hueschtert (Hostert, ein Ortsteil von Niederanven/ Nidderaanwen) weiter, wo es ein Spiel der 1. Liga (Nationaldivisioun oder BGL Ligue) zu sehen gab. Sowohl US Hostert als auch der Gast vom US Mondorf-Les-Bains zählen zu den kleineren Teams, spielen gegen den Abstieg, aber lockten doch immerhin gut 400 Zuschauer ins kleine Stade Jos Becker, dass wie so viele luxemburgische Stadien außer einer kleinen, überdachten Tribüne (hier mit vier Reihen Holzbänke die nur 200 Leuten Platz bieten) und einer Stehtribüne gegenüber (hier fünf Reihen für etwa 1.000 Leute), nur ebenirdische Stehplätze direkt am engen, vom vielen Regen matschigen Spielfeld zu bieten haben. Hier ist die landschaftliche Lage auch nicht schlecht: außerhalb des Ortes an einen bewaldeten Hang geklatscht...

Heute war der Regen aber erstmal selbst für luxemburger Verhältnisse zu derb: kaum kamen die Teams zum Anstoß raus, schon ging ein Gewitter los, sodass sich der Beginn um 15 Minuten verzögerte. Einen Platz auf der Tribüne bekam ich durch beim knappes Erscheinen erst in der zweiten Halbzeit. Bis dahin sah ich von der Gegentribüne aus den Führungstreffer für den Gastgeber und den sehr glücklichen Ausgleich für den mit knapp 100 Fans nach Hueschtert gereisten Gast. Munneref bekam irgendwie kaum etwas auf die Reihe, kassierte auch sofort nach dem Seitenwechsel das 2:1 per Kopf und ließ sich dann auf ein immer härteres Spiel ein. Das war Abstiegskampf vom Feinsten ab der 46. Minute: hier wurde von beiden Seiten wild reingegrätscht und mit Unsauberkeiten gearbeitet. Auf der Tribüne wurde es auch mit jedem Foul immer unruhiger. Irgendwann war dann mal ein Hosterter fällig und musste Gelb-Rot vom Platz – zwei Minuten nachdem er von einem Munnerefer ungestraft geschlagen wurde. Der Spieler von Hostert ließ es sich dann auch nicht nehmen, Gästefans anzupöbeln und auf die Tribüne hochzukommen. Einige Minuten später löste dann scheinbar ein Betreuer oder Wechselspieler des US Hostert einen weiteren Tumult vor der Tribüne aus... Munneref traf noch aus Abseitsposition, was dementsprechend nicht zählte, und verlor verdient mit 2:1.  
Statistik:
- Grounds: 1.354 (3 neue; diese Saison: 199 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.361 (3; diese Saison: 249)
- Tageskilometer: 420 (420km Auto)
- Saisonkilometer: 50.510 (35.710 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.850 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 56 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 456