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Montag, 9. September 2013

W371V: Sonntags in Berlin – Favoritensturz bei Preußen, das zweitkurioseste Fußballstadion der Stadt, durch die Tiefgarage in die Sporthalle unter der Radrennbahn und Pfefferwerk Prenzlauer Berg

Berliner FC Preußen 1894 ---------------------------------- 5
Füchse Berlin Reinickendorf, Berliner TSV 1891 ----- 2
- Datum: Sonntag, 8. September 2013 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: 2. Runde Berlin-Pokal (Landesliga Berlin, Staffel 1; 7. Liga, 2. Amateurliga gegen Berlin-Liga; 6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 10. Nicolas Michalke (Eigentor), 1-1 Emre Demir („Hand“elfmeter), 2-1 40. Dennis Dort, 3-1 49. Salih Gayret, 4-1 65. Gianluca Meyer, 4-2 87. Jan Moritz Dober, 5-2 89. Dennis Dort
- Verwarnungen: Ozan Pekdemir, Bachir Saidi, Aymen Ben-Hatira (alle Reinickendorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Preußenstadion Malteserstraße (Kap. 7.000, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Überraschend klarer Spielverlauf für den Außenseiter in einem insgesamt guten Spiel)

Berliner FC Alemannia-Wacker 1890 ------------------- 0
SV Empor Berlin --------------------------------------------- 6
- Datum: Sonntag, 8. September 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: 2. Runde Berlin-Pokal (Landesliga Berlin, Staffel 1; 7. Liga, 2. Amateurliga gegen Berlin-Liga; 6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-6 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 3. Martin Kemter, 0-2 9. Martin Kemter, 0-3 42. Martin Kemter, 0-4 82. Jan Diedrich, 0-5 87. Eduin Nan-Danke, 0-6 90. Paul Malzahn
- Verwarnungen: Ahamad Armih, Sascha Claussen, Kristjan Vidovic (alle Alemannia)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Wackerplatz (Kap. 3.000, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Langweiliges Spiel mit überfordertem Gastgeber und leichtem Favoritensieg)

SG Rotation Prenzlauer Berg AH-Ü40 ------------------ 32
Hellersdorfer Athletic-Club Berlin AH-Ü40 ----------- 22
- Datum: Sonntag, 8. September 2013 – Anwurf: 18.00
- Wettbewerb: Berliner Altherren-Handball Ü40-Liga
- Ergebnis: 32-22 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13-11
- Tore: k.A. (Rotation); k.A. (AC)
- Siebenmeterquote: es wurde kein 7m verhängt
- Gelbe Karten: keine
- Zwei-Minuten-Strafen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Werner-Seelenbinder-Sporthalle im Velodrom (Kap. 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Für diese Spielklasse ein richtig gutes Match, insgesamt ein Beweis dafür, dass auch Handballer jenseits der 40 noch schöne Spiele machen können)

Sportverein Pfefferwerk aus Berlin II ------------------- 27
Berliner Sport-Club Rehberge 1945 ---------------------- 24
- Datum: Sonntag, 8. September 2013 – Anwurf: 19.45
- Wettbewerb: Berliner Bezirksliga, Staffel A (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 27-24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 14-11
- Tore: k.A. (Pfefferwerk); k.A. (Rehberge)
- Siebenmeterquote: Pfefferwerk 71% (5 von 7); Rehberge 100% (3 von 3)
- Gelbe Karten: Trainer, Nr. 2, 13 (Pfefferwerk); Nr. 8, 15, 29 (Rehberge)
- Zwei-Minuten-Strafen: Trainer, Nr. 10 (Pfefferwerk = 4 Minuten); Nr. 6, 8 (Rehberge = 4 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sporthalle Grundschule an der Marie (Kap. 150 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Dass das nur die zweitunterste Spielklasse gewesen sein soll, war bei dem Tempo kaum zu glauben: ein wirklich gutes Spiel mit Durchhänger in Hälfte zwei!) Preußenstadion: home of Berliner FC Preußen. Photos with English Commentary:
a) Berlin Football Cup: BSC Preußen defeat Füchse Reinickendorf
b) Berlin Football Cup at Wacker-Platz, one oft he most interesting grounds in Berlin: Alemannia-Wacker lost to Empor Berlin
c) Veterans Handball: Rotation Prenzlauer Berg defeat AC Hellersdorf
d) Amateur Handball: Pfefferwerk Reserves defeat BSC Rehberge
e) Berlin Sightseeing: Russian Church Berlin-Reinickendorf

Noch einmal ging es nach Berlin, heute standen die bis Ende März/ Anfang April letzten Spiele in Deutschland an. Zwei besonders interessante Berliner Fußballstadien und da meine Berlin-Kontakte nicht in der Stadt waren noch zur Abrundung der Tour zwei Handballspiele die lohnender als Gedacht waren.

Wir kamen sehr zügig durch und waren schon eine halbe Stunde vor Anpfiff in Berlin-Lankwitz, wo sich in der Malteserstraße das große, alte Preußenstadion befindet. Drei Seiten mit hohen Stehrängen ausgebaut, in der Mitte der Haupttribüne gibt es acht Reihen Kunststoffsitzbänke. Gut 7000 Leute haben da Platz, doch nur 1% der Plätze wurden heute belegt. Die Preußen setzten ihre an sich angemessenen Eintrittspreise (3€, 2€ ermäßigt) für das Spiel des Berlin-Pokals hoch: 5€, ermäßigt 3€ sind schon eher zu hoch, auch wenn ein Berlinligist kommt. Denn der Gast aus Reinickendorf ist nicht nur schlecht gestartet, er sollte auch gegen die eine Liga tiefer gut gestarteten Preußen sang und klanglos ausscheiden.

Den Führungstreffer erzielte zwar Reinickendorf, doch es war ein Eigentor des Preußen-Kapitäns der eine scharfe Flanke des wohl besten Reinickendorfers ins eigene Tor lenkte. Der einseitig zugunsten der Heimelf pfeifende Schiri verhängte jedoch bald darauf einen lächerlichen Handelfmeter, den Preußen sicher verwandelte. Vor der Pause drehte Preußen das Spiel. Der Anfang vom Ende für die Füchse war ein haltbarer Freistoß nach der Pause. Ein schön herausgespieltes 4:1 und von Reinickendorf kam gar nichts mehr. Wie die Füchse die Berlinliga halten wollen, weiß ich bei der Leistung nicht. Einzig das 4:2 war auf dem Niveau eines Verbandsligisten. Der Türke mit der 9 schlug wieder einen prima Pass von rechts, der Stürmerkollege stoppte den Ball kurz und schoss in platziert zum 4:2 ins Eck. Kurz darauf fiel jedoch das fünfte Tor für die Preußen. Berliner FC Preußen v Füchse Reinickendorf (Berlin cup competition, 1st round) Nach einem Abstecher an der russisch-orthodoxen Kirche mit dazugehörigem Friedhof in Reinickendorf kurz hinterm Flughafen Tegel, besuchten wir das nach dem Metroplatz kurioseste Stadion Berlins, den Wackerplatz. Man fühlt sich wie auch auf dem russischen Friedhof in einer osteuropäischen Provinzstadt. Mal abgesehen davon, dass die 5€ (erm. 3€) zu hoch sind – aber normalerweise sind die Eintrittspreise auch niedriger, denn heute war wieder ein Berlinligist zu Gast, und zudem bekam man historische Eintrittskarte aus den Spieljahren 1989/90 bzw. 1980/81.

Tritt man durch den engen Kasseneinlass, steht man sofort am viel zu hohen Metallzaun. Linkerhand hat man eine mehrreihige Betontribüne mit Sitzbank in der letzten Reihe. Dahinter der kleine Sozialtrakt und das Sportlerheim mit Garten und Terrasse. Daneben eine weitere Stehtribüne, die in eine teilweise überwachsene Hintertortribüne übergeht. Auf der Gegenseite befinden sich mittig auf der von Pappeln beschatteten Stehtribüne drei Reihen Kunststoffsitze. Auch hier wuchert das Grünzeug wie im hintersten Osteuropa. Die zweite Hintertortribüne sieht ebenso aus, bietet aber die beste Sicht über den Platz, wenn man oben auf den Wall vor den Kleingärten hockt.

Das Spiel auf dem sehr engen Platz, der so eng von Zäunen umstanden ist, dass die Verletzungsgefahr erschreckend hoch ist, war leider absolut langweilig. Nach nicht einmal 10 Minuten war der Kick zugunsten der höherklassigen Gäste entschieden. Vor der Pause setzten sie das 0:3 drauf. In der Schlussphase des highlightarmen Kicks fielen noch einmal drei Treffer für die überlegenen Empor-Spieler: nach dem 0-6 aus Nahdistanz im Nachschuss pfiff der sichere Schiedsrichter ab. Wackerplatz, home of BFC Alemannia-Wacker and one of the most interesting stadiums in Berlin Wir kamen verhältnismäßig zügig nach Prenzlauer Berg durch, wo wir beim nächstbesten interessanten Restaurant etwas essen gingen. Bisher hatte ich noch nie koreanisch gegessen, ist schon ein bisschen anders als Chinesisch oder Vietnamesisch, aber lohnt sich auf jeden Fall mal zu probieren!

Schaut man auf der Website des Berliner Handballverbands herum, findet man eine kuriose Sporthalle: Werner-Seelenbinder-Halle im Velodrom, Anmerkung: Eingang über Tiefgarage. Das Velodrom ist mittlerweile eine UFO-förmige Multifunktionsarena mit Radrennbahn und Innenfläche für Konzert- und Sportveranstaltungen. Dieses UFO wurde in den spektakulären Wall der offenen Radrennbahn hinein gebaut. Im Erdgeschoss der Radrennbahn befindet sich eine kleine Sporthalle, benannt nach dem im KZ ermordeten Ringer Werner Seelenbinder, mit verbauter dreireihiger Obertribüne. Die Tribüne ist mit hässlichen, schwarz bezogenen, unbequemen kleinen Sitzen bestückt.

Das Spiel der Altherren-Ü40-Liga wollten so wenige Leute sehen, dass man selbst in Berlin auffiel und etwas provinziell ausgefragt wurde, warum man sich denn gerade für dieses Spiel interessiert. Das Spielniveau war aber erfreulich hoch, mangelndes Tempo wurde mit guter Technik und wie so oft beim Frauenhandball geschickten statt wuchtigen Würfen wettgemacht. Der Gastgeber, Rotation Prenzlauer Berg, war insbesondere in der zweiten Halbzeit deutlich besser und konnte am Ende den Athletik Club aus Hellersdorf mit 10 Toren Unterschied besiegen. Werner-Seelenbinder-Halle, inside velodrome area Wir fuhren gleich weiter in die schmuddeligen Siedlungen in der Nähe des Volksparks. Graffiti wohin man sieht an den dreckigen, hässlichen Wohnbaracken. Die mitten in die Bebauung geknallte Sporthalle der Grundschule an der Marie ist auch völlig zugesprayt, die Scheißhäuser verdreckt. Die Obertribüne bietet nur Stehplätze und ist beschissen verbaut. Immerhin gut 30 Leute wollten das Achtligaspiel zwischen der Reserve vom Pfefferwerk Prenzlauer Berg und der ersten Mannschaft vom BSC Rehberge sehen. Außerdem kamen immer wieder die albernen Alternativen und lächerlichen Yuppies aus der Siedlung für ein paar Minuten vorbei, da sie von Licht und Lärm sowie der offenstehenden Tür angezogen wurden.

Das Spiel war unheimlich schnell für die Spielklasse, Tore und spektakuläre Szenen gab es außer in einer Phase der zweiten Hälfte unablässig. Rehberge war stets im Hintertreffen, geriet aber nie in größeren Rückstand. Am Ende der Partie zeichnete sich doch ein Sieg der Pfefferkörner ab. Drei Tore, 27:24 in einem wirklich guten Match!

Noch deutlich vor der kalkulierten Zeit von 24 Uhr erreichten wir Merseburg. Mit zwei tollen Stadien, wenigstens einem guten Fußballmatch und zwei guten Handballspielen war das ein guter Abschluss. Erst Anfang April bin ich wieder in Deutschland mit vielen Spielen des TSV Leuna und dem ein oder anderen neuen Ground in Mansfeld-Südharz, Nordsachsen, Thüringen usw.
Auf dem Weg zum Auslandssemester in Marokko stehen hingegen noch ein paar neue Länderpunkte und viel Sightseeing an. In Marokko wird jede von Sprachkursen besetzte Woche mit Groundhopping in den ersten beiden Ligen sowie einzelnen Spielen der unteren Klassen und der nationalen Hand-/ Volley-/ und Basketballligen sowie weiteren Turnieren abgerundet werden. Pfefferwerk Berlin II v BSC Rehberge Statistik:
- Grounds: 1.007 (4 neue; diese Saison: 36 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.902 (heute 4, diese Saison: 46)
- Tageskilometer: 430 (430km Auto)
- Saisonkilometer: 9.140 (8.380 Auto/ 760 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 170 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 371

Montag, 19. Dezember 2011

W281II: Ein Sonntag in Berlin; 70 Minuten besser und trotzdem 1:8 verloren + Bei den Füchsen in der Max-Schmeling-Halle

1. FC Neukölln 1895 1:8 Club Italia Berlino
Datum: Sonntag, 18. Dezember 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Runde 4 des Berlin-Pokals für 1. Herren-Mannschaften (sogenannter „Berliner Pilsner“ Pokal; Bezirksliga Staffel 3, 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Landesliga Staffel 1, 7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 1:8 nach 93 Min. (46/48) – Halbzeit: 1:2
Tore: 0-1 8. (Nr. 20), 1-1 44. (Nr. 9), 1-2 45.+1 (Nr. 9), 1-3 63. (Nr. 9), 1-4 72. (Nr. 12), 1-5 76. (Nr. 12), 1-6 78. (Nr. 9), 1-7 80. (Nr. 12), 1-8 87. (Nr. 14)
Verwarnungen: Nr. 17, Nr. 6 (beide Neukölln)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Haarlemer Straße, Kunstrasen 2 (Kap. 400 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon 30-40 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Das Spiel war richtig schnell und sehenswert und vor allem nicht annähernd so einseitig wie das ungerechte Ergebnis vorgaukelt)

Reinickendorfer Füchse (Berlin) 28:20 Handball Balingen-Weilstetten
Datum: Sonntag, 18. Dezember 2011 – Anwurf: 17.30
Wettbewerb: 1. Bundesliga (sogenannte „Toyota Handball Bundesliga, 1. Profihandballliga)
Ergebnis: 28:20 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 9:8
Tore: Ivan Ninčević 8, Evgeni Pevnov 4, Alexander Petersson 4, Jonathan Stenbäcken 4, Torsten Laen 3, Markus Richwien 3, Sven-Sören Christophersen 1, Bartłomiej Jaszka 1 (Füchse); Roland Schlinger 5, Wolfgang Strobel 4, Alexandros Alvanos 3, Felix König 3, Benjamin Herth 1, Philipp Keinath 1, Kai Häfner 1, Jens Bürkle 1, Sascha Ilitsch 1 (HBW)
Gelbe Karten: Torsten Laen, Denis Špoljarić, Alexander Petersson (Füchse); Dennis Wilke, Wolfgang Strobel, Alexandros Alvanos (HBW)
Zeitstrafen: Denis Špoljarić, Markus Richwien, Evgeni Pevnov (Füchse = 6 Minuten); 2x Sascha Ilitsch, 2x Jens Bürkle, 2x Christoph Foth, Daniel Wessig, Wolfgang Strobel, Roland Schlinger (HBW = 14 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Max-Schmeling-Halle (Kap. 10.000, davon 8.500 Sitzplätze)
Zuschauer: 8.556 (darunter ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Berlin kam erst in der zweiten Hälfte richtig in Fahrt – wirklich gut war das Spiel nie, jedoch auch nicht schlecht)
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Photos and English Version:

Die letzte Sportveranstaltung diesen Jahres, die wir uns in Deutschland anguckten, sollte ein Spiel des einzigen Berliner Profihandballvereins sein. Die Karten für die „Füchse“ bestellten wir auch sechs Tage vor dem Termin und erhielten sie so noch am Donnerstag. Da 1 Spiel ein bisschen wenig ist, wollten wir eigentlich noch die Reserve von Hertha BSC im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark anschauen, aber die Vollidioten sperrten den Rasen wegen angeblicher Unbespielbarkeit. Absoluter Schwachsinn, so wie ich das Gesindel der U-23 Mannschaften kenne: die spielen immer wann sie wollen, nur nie so wie wenige Tage vorher angesetzt. Jedes höher entwickelte Fußballland hat extra U-23 Ligen – nur Deutschland nicht.

Wir fanden dann eine Begegnung des Berlinpokals, die spielerisch so oder so besser war, als das übliche Regionalliga-Gekicke. Der. 1. FC Neukölln trat in Runde 4, der Runde der letzten 32 Mannschaften, als 9. von 16 in der Bezirksliga Staffel 3, der dritten Amateurspielklasse Berlins, platziert gegen Club Italia, die eine Spielklasse höher in Landesliga Staffel 1 nur auf Rang 12 stehen, aber mit 9 Punkten Vorsprung weit vor dem ersten Abstiegsplatz sind, an.

Gespielt wurde in der Haarlemer Straße auf dem Kunstrasen 2: diesen sieht man nicht von der Straße aus, sondern man muss rechts an der Turnhalle vorbei dem Hinweisschild folgen und dann links am Gebäude der oszimt vorbei oder direkt durchs Tor der oszimt. Diesen Weg zeigte uns ein Offizieller des gastgebenden Vereins, der trotz des deutschen Namens so gut wie nur Migranten in der Mannschaft hat. Das ist aber bei der demographischen Entwicklung des Stadtteils völlig normal. In Berlin fällt sonst aber immer wieder auf, dass Vereine mit deutschen Namen im Amateurbereich nur deutsche Spieler haben – und mitunter auch wirklich keine ausländischen Spieler und Deutsche mit entsprechend ausländischen Wurzeln haben wollen – während es hingegen auch noch dutzende Vereine mit Namen wie Hürtürkel oder Hellas gibt, wo nur Angehörige der ethnischen Gruppe, die den Namen des Vereins ausmachen, spielen. Wenn man solchen Vereinen auch nur als deutscher Zuschauer oder umgekehrt bei den eben genannten „ganz besonders“ deutschen Vereinen als ausländisch aussehender Fan vorbeischaut, erregt man gesteigertes Interesse – was nicht immer auf freundschaftlichem interkulturellen Austausch basiert.

Beim 1. FC Neukölln und auch dem Gegner vom Club Italia – vor allem letztere haben nicht nur Italiener im Aufgebot und auch Neukölln hatte zwei Spieler, die auf klassische deutsche Namen wie Martin oder so hörten – geht es jedoch sehr vernünftig und freundlich zu. Für die Spieler und Anhänger waren vereinsfremde Zuschauer genauso normal wie die Benutzung von verschiedenen Sprachen – mitunter in einem einzigen Satz – während des Spiels. Die Bevölkerung vom Stadtbezirk Neukölln hat ja auch einen Migrantenanteil von fast 50%; mehrheitlich sind das Kurden, aber auch Araber, Türken und Schwarzafrikaner. Beim 1. FC wurde bevorzugt Arabisch gesprochen, mit den Italienern vom Gegner und den Deutschen (also den wenigen eigenen Vereinsangehörigen, einigen von der Gastmannschaft und v.a. dem Schiedsrichtergespann) aber völlig normales Deutsch – nicht das Deutsch, was immer klischeehaft mit diesem Stadtbezirk in Verbindung gebracht wird. Ich hab nur einmal „ey, aldaaa“ gehört, viele sprachen ein ordentlicheres Deutsch als ethnisch Deutsche bei gewissen anderen Vereinen und auch die arabischen Slangbegriffe hielten sich ziemlich in Grenzen. Die Aussprache klang bei vielen schön levantinisch, was man als das Sächsisch der arabischen Welt bezeichnen kann: „yallah, rgôd! Êêê, mnîħ...“ = „Los, loof zu! Nu, schee...“ Aber das hätten die Neuköllner Fans wohl auch nicht gedacht, dass es Deutsche gibt, die verstehen, wenn der Schiri als „ghashwy“ (Schieber) bezeichnet oder über einen Gegenspieler „ma kân khata, ya manyak“ (Ey, das war kein Foul, du Schwuchtel) geschimpft wird...
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Das einzige, was mir beim 1. FC nicht passte, waren die für den Westteil Berlins aber leider normalen maßlosen Eintrittspreise: 5€ sind schon nicht mehr nur einfach etwas asozial sondern das Allerletzte. Im Ostteil der Stadt kosten solche Spiele gerade mal die Hälfte an Eintritt. Aber für die dreiste Abzocke bekam man ein richtig gutes Spiel geboten: auf dem engen Kunstrasen ging es flott hin und her. Es war ein sauberes und schnelles Spiel auf hohem technischem Niveau, mit wenigen Fouls und wenigen Fehlern. Auch entgegen aller Klischees über andere Fußballvölker: Die Araber/ Kurden von Neukölln meckert fast nie über Schiedsrichterentscheidungen – nur selten über die Linienrichter und deren Leistungen waren auch in der Tat unter aller Sau, da sie bei gleicher Höhe Club Italia noch den Angriff spielen ließen, aber bei Neukölln sofort Abseits winkten, wenn der Stürmer noch einen Schritt hinter dem Verteidiger war – und die Italiener schauspielerten nicht einmal. Das einzige was sehr italienisch bei der Spielweise der Gäste war, war mit starker Defensive und ganz wenig Aufwand einen viel zu hohen Sieg herauszuspielen. Das Ergebnis war noch überhöhter als der Eintrittspreis.

Die erste Viertelstunde war ausgeglichen und Club Italia nutzte ihre erste Torchance. Nachdem sie zwei Mal erfolglos aufs Tor schossen, besannen sie sich auf die Defensive und ließen den Unterklassigen kommen. Der erzielte erst in der 44. Minute den Ausgleich per Direktabnahme auf Kniehöhe aus Nahdistanz. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Club Italia mit dem ersten richtigen Angriff aufs Neuköllner Tor nach 30 Minuten, die erneute Führung – ein starker Kopfball unters Tordach. Nach der Pause war dann Neukölln spielbestimmend, bis sie das 1:3 kassierten. Kurz darauf wurden sie noch mal ausgekontert, woraufhin sie sehr nachließen. So richtig ernsthaft griffen sie das Italia-Tor nicht mehr an, die Abwehr machte schon Feierabend und kassierte noch vier billige Tore. Unglaublich, wie man 70 Minute die bessere Mannschaft sein kann, trotzdem 1:3 zurückliegen (das war schon ein völlig ungerechtes Resultat!) und dann noch so auseinanderfallen und mit 1:8 verlieren kann!
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Wir schafften es, von Neukölln in 50 Minuten durch den dichten Verkehr zur Max-Schmeling-Halle zu drängen. Die Parkkapazitäten sind nicht ausreichend für eine Veranstaltungshalle dieser Größe, aber hinterm benachbarten Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark fand sich noch etwas auf einem kostenfreien Parkplatz in der Eberswalder Straße – Fußweg zur Halle: 500m. Besonders toll ist diese nach dem berühmten Boxer benannte Sporthalle auch nicht gebaut, aber von außen sieht sie recht kurios wie ein Flugzeughangar mit Glasfront aus und innen ist halt die schiere Größe – ansonsten die üblichen, massiven, also schon besseren Tribünenkonstruktionen aus Beton und Stahl, bei wenigen Formdetails in den Ecken – recht ansehnlich. Man ist schon mit 12€ (mit Studentenermäßigung bekam ich eine Karte für nur 8€) dabei – im Oberrang außen ist die Sicht auch besser als auf den ebenfalls 8-12€ kostenden Hintertorsitzen – was für die HBL mittlerweile ein niedriger Preis ist. Beim SC Magdeburg kosten Stehplätze z.B. 10,50€ und Sitzplätze mindestens 15,50€, bei HBW gibt es gar nur zwei Preiskategorien: 12€ für Stehplätze (krank! – selbst ermäßigt immer noch 9€) und gar 27€ (oberkrank!) für Sitzplätze. Überteuerter als HBW ist nur der THW Kiel mit 15,50€ für einen Stehplatz und Sitzplätzen zwischen 19€ und 49€, die auch kaum zu erhalten sind, da 95% der Halle mit Dauerkarten belegt sind.

In der immer langweiliger werden und international mittlerweile keineswegs mehr stärksten Handballliga der Welt, der HBL, trafen anderthalb Stunden nach Abpfiff des Fußballspiels die Füchse Berlin (eigentlich Reinickendorfer Füchse) als Tabellenzweiter, der aber schon kaum noch eine Chance auf den Titel hat, da Kiel bereits 16 Siege in Folge landete, in der Max-Schmeling-Halle auf die HBW aus Balingen-Weilstetten. Balingen ist ziemlich gesichert als 11. im Mittelfeld – wie alle Teams, die einen Ausländeranteil von unter 50% haben. Allerdings muss man auch sagen, dass die Füchse, obwohl sie ihre Mannschaft hemmungslos zusammengekauft haben, nicht konkurrenzfähig gegenüber Kiel sind. Klappt halt nicht immer, wenn man vor dem Spiel groß zur Jugendförderung rumlabert, aber dann nur Söldner aus Nordeuropa oder vom SC Magdeburg zusammenkauft...

Die erste Hälfte war sehr torarm und auch ziemlich langsam. Immerhin war sie ausgeglichen und dadurch spannend: 9-8 stand es nach unspektakulären 30 Minuten. In der zweiten Hälfte häuften sich die sehenswerten Spielzüge und genialen Würfe der Füchse, sodass sich die HBW mit acht Toren geschlagen geben musste. Von den 28 Gegentreffern waren auch drei Empty-Net-Goals dabei, da der komische Gästetrainer mehrfach den Torwart (sogar schon in Hälfte eins!) herausnahm und ihn durch einen weiteren Feldspieler ersetzte. 28:20 war am Ende auch schon verdient.

Wir gingen in der Eberswalder Straße noch gut und günstig (Hauptgerichte größtenteils zwischen 5€ und 8€) thailändisch essen und fuhren dann zügig heeme. Die nächste Sportveranstaltung werden wir in Marokko besuchen. Dazu gibt es dann Anfang Januar mehr an dieser Stelle!
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Statistik:
Grounds: 682 (heute 2 neue; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltungen: 1.432 (heute 2, diese Saison: 118)
Tageskilometer: 420 (420 Auto)
Saisonkilometer: 15.290 (13.370 Auto/ 1.910 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 23
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 281