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Donnerstag, 5. Mai 2016

W510II: Motoballtestspiel zum Männertag

MBC Kierspe ................................................. 1
Deutsche Nationalmannschaft ................... 14
- Datum: Donnerstag, 5. Mai 2016 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: Motoball-Bundesliga Nord (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 1-14 nach 80 Min. (20/20/20/20) – Viertel: 1-7, 0-1, 0-4, 0-2
- Tore: 0-1 3. (11), 0-2 4. (11), 0-3 6. (11), 0-4 6. (9), 1-4 7. (Nr. 4), 1-5 11. (8), 1-6 15. NN, 1-7 19. (4), 1-8 27. (4), 1-9 45. (4), 1-10 52. (11), 1-11 54. (4), 1-12 58. (4), 1-13 76. (9), 1-14 79. (11)
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 4 (Deutschland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Austragungsort: Motoballstadion Kierspe (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 200
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (War halt ein Testspiel und noch dazu ein sehr einseitiges und eins mit Durchhängern, aber von der Nationalmannschaft kamen schon etliche beeindruckende Fahrmanöver und Spielszenen) MBC Kierspe 1:14 Deutschland Photos with English Commentary:
Motorbike Football: MBC Kierspe v German National Team (Hybrid Friendly Match)

Ende Juli findet die Europameisterschaft in den Niederlanden (Budel) statt. Die deutsche Nationalmannschaft trifft dabei auf Niederlande, Frankreich, Russland, Weißrussland, Litauen und Ukraine. So ein paar Testspiele – v.a. gegen Clubs, aber auch mal gegen die Franzosenauswahl – wurden schon seit Beginn des Jahres ausgetragen und sind noch bis Ende Juni oder so in Planung. Am Männertag war dabei ein Spiel gegen den MBC Kierspe in dessen Stadion an der Helle angesetzt.

Mit dem Rad ging es in die Bahn nach Köln und von da in die Bummelbahn nach Meinerzhagen. Der Rest dann per Rad nach Kierspe. Die eine Abfahrt fuhr ich mit 60 runter – manche der Spieler waren dann aber doch noch schneller heute… Für 5€ bekam man jedenfalls ein unterhaltsames Match – leider aber auch mit etlichen Durchhängern – geboten. Anfangs fielen Tore im Minutentakt, Kierspe war völlig überfordert. Dann nutzten sie mal eine Unachtsamkeit der Abwehr aus und trafen zum 1:4. Es sollte der einzige Treffer für den Verein sein. Bald gab es drei weitere. Nach der ersten Pause allerdings nur noch einen weiteren Treffer zum 1:8 Halbzeitstand. Vor allem in den letzten beiden Vierteln hatte auch Kierspe einige Torchancen, doch nur noch die Nationalelf traf. Am Ende hieß es 1:14. So hoch werden sie wahrscheinlich gegen keine Mannschaft bei der EM gewinnen…

Ich fuhr dann nach Meinerzhagen zurück, wo ich den Zug noch gerade rechtzeitig erreichte, und stieg dann in Hoffnungsthal aus, um noch mal knapp 30km mit dem Rad zu fahren: via Lohmar und Siegburg nach Bonn. MBC Kierspe 1:14 Deutschland Statistik:
- Grounds: 1.617 (kein neuer; diese Saison: 202 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.668 (1; diese Saison: 232)
- Tageskilometer: 200 (150 Bahn, 50km Rad)
- Saisonkilometer: 54.010 (35.980 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 6.330 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.180 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 510 Wochen.

Samstag, 16. April 2016

W507IV: Torarme Schlammschlacht in Kierspe

MBC Kierspe .................................................. 0
MSC Jarmen ................................................... 3
- Datum: Samstag, 16. April 2016 – Beginn: 16.20
- Wettbewerb: Motoball-Bundesliga Nord (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 0-3 nach 82 Min. (20/20/22/20) – Viertel: 0-0, 0-2, 0-1, 0-0
- Tore: 0-1 27. Nr. 2 (Elfmeter), 0-2 40. Nr. 2, 0-3 57. Nr. 7 (Überzahl)
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 2, 11 (Kierspe); 2x Nr. 7, Nr. 2, 3, 9, TW1 (Jarmen)
- Gelbe Karten (5 Minuten): Nr. 5 (Kierspe)
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Austragungsort: Motoballstadion Kierspe (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Torarm und bei schwierigen Verhältnissen ausgetragen, aber dennoch ein sehenswertes Spiel) MBC Kierspe 0:3 MSC Jarmen Photos with English Commentary:
a) Motorbike Football: MBC Kierspe v MSC Jarmen
b) Sightseeing: Sankt Augustin, Hennef/ Sieg, Dondorf, Blankenberg/ Sieg (Siegerland)

Ich wechselte heute viel zwischen Bahn und Rad. Zuerst ging es knapp 30km mit dem Rad durch Sankt Augustin, Hennef/ Sieg – ein hässliches, zusammengewachsenen Geschwür von Gebäuden – bis ins Siegtal, wo die Bebauung endlich lockerer wird. Dort hatte es mir Blankenberg/ Sieg angetan: ein Wehrdorf in Spornlage mit schönen Mauern, mehreren Türmen und einer Burgruine, die teilweise auch zugänglich ist. Sollte man in NRW sicher noch bei den Top-10-Sehenswürdigkeiten im Bereich historische Gebäude erwähnen; erinnert sehr an Reifferscheid in der Eifel...

Vom Verkehrshaltepunkt Blankenberg/ Sieg zuckelt stündlich eine S-Bahn nach Köln. Dort stieg ich dann um und fuhr mit einer RB bis nach Meinerzhagen durch, wo das Schienennetz versackt. Meinerzhagen ist ohnehin der Arsch vom Märkischen Kreis: der einzige Döner der Stadt hatte nur abends geöffnet, die anderen Gaststätten unseriös oder überteuert, erst im 6km entfernten Kierspe – das bis 2017 keinen Bahnanschluss hat – fand ich etwas zu essen und auch in diesem scheiß Kaff nur einen Supermarkt: vier Supermärkte an der Hauptstraße, nicht ein Imbiss... MBC Kierspe 0:3 MSC Jarmen Kierspe ist immer mal eine Reise wert wegen Motoball. Mit Tornado und MBC gibt es gleich zwei Vereine, den Ground hatte ich auch schon, da ich vor vier Jahren mal den MSC Tornado in einem Chaosspiel gegen Halle gesehen habe, aber ich dachte mir: seit dem Motoballfinale im Oktober kein Spiel mehr gesehen, Samstag ist eh nicht viel los in NRW und bevor ich warte, dass ich nächste Woche in die Karlsruher Ecke runterfahre, zieh ich mir hier mal den MSC Jarmen aus der Mecklenburger Schweiz – ist als Kulturregion noch drei Klassen besser als Siegerland, Bergisches Land und v.a. Sauerland: in NRW kommt da nur die Rureifel halbwegs heran – beim MBC Kierspe rein.

5€ Eintritt sind ja OK, aber Stehplätze im Dauerregen natürlich nicht so toll… Ganz schwache Zuschauerkulisse und Null Stimmung, aber ein spannendes Spiel auf Augenhöhe. Im ersten Viertel noch torlos trotz etlicher Chancen von v.a. den Gästen, aber beide Teams fuhren sich auch konsequent zu im Strafraum. Im zweiten Viertel das gleiche Bild, doch da gab es ein eindeutiges Foul im 16er und Jarmen ging mit einem flach verwandelten Foulstrafstoß in Führung. In der letzten Minute vor dem Pausenpfiff erhöhten sie auf 0:2. Nach dem Seitenwechsel war Kierspe am Drücker, die ansonsten guten Schiris gaben teilweise übertriebene Strafen gegen die Gäste, doch Jarmen schoss nachdem ein Kiersper eine völlig berechtigte 5-Minuten-Strafe bekam das 0:3. Das 0:4 wurde aus fadenscheinigen Gründen (angeblich in den Torwartkreis gefahren, aber die Linien waren längst weggeregnet und dann auf Verdacht pfeifen, naja…) aberkannt. Im letzten Viertel war die Spannung etwas draußen und es blieb beim 0:3.

Die Rückfahrt war wieder bis Köln und dann fuhr ich mal nur bis Roisdorf und die letzten 5km wieder Rad nach Bonn um genau 50km zusammen zu bekommen. Blankenberg/ Sieg Statistik:
- Grounds: 1.604 (kein neuer; diese Saison: 189 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.652 (1; diese Saison: 216)
- Tageskilometer: 270 (220km Bahn, 50km Rad)
- Saisonkilometer: 51.320 (33.810 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 6.050 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.940 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 507 Wochen.

Montag, 20. Oktober 2014

W429II: Motoballstadt Mörsch

Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball
- Datum: Samstag, 18. Oktober 2014 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball, Finalrunde
- Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin
- Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen
- Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle
- Spiele um die Plätze 7-9: MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze, MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze, MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel
- Torstatistiken: insgesamt 51 Tore in 6 Spielen, d.h. im Schnitt 8,5 Treffer pro Partie
- Strafen: insgesamt 7 (2x Jarmen, 2x Kierspe, 1x Tornado, Taifun, Malchin) grüne Karte, 0 gelbe Karten, 0 rote Karten, d.h. insgesamt 14 Strafminuten in 6 Spielen
- Spielort: Erwin-Schöffel-Stadion (Mörsch; Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: je nach Spiel 50 bis 190 (größte Fangruppen mit je um die 50: Taifun Mörsch und Ubstadt-Weiher)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes wenn auch einseitiges Turnier)  
Photos with English Commentary:
a) Pictures: German Motorcycle Football Youth Championship at Taifun Mörsch’s Stadium
b) Video: Motorcycle Football, Ubstadt-Weiher scoring their 10th goal against Kobra Malchin

Man mag es als Laie ja nicht für möglich halten, aber Motorsport wird auch von Minderjährigen ohne Führerschein betrieben und es gibt auch erwachsene Motoballspieler, die mangels Motoradführerschein nicht außerhalb der Sportanlage ein solches motorisiertes Zweirad benutzen dürfen. Eine Woche vorm großen Finale in der Motoballbundesliga stieg im selben Stadion der Finalspieltag der Juniorenmeisterschaft, in der alle Mannschaften der U19-Liga (das Alter der Spieler reichte von etwa 11 bis 18 Jahren, entsprechend variierte auch die Größe der Motorräder, deren Leistung auch etwas niedriger als bei den Erwachsenen schien) ihren bisherigen Platzierungen entsprechend gegeneinander antraten.

Gespielt wurde in Rheinstetten-Mörsch, einer echten Motoballstadt bei Karlsruhe. Dort gibt es im Gewerbegebiet Bach West gleich zwei Stadien für Motoball: das des MSC Mörsch und jenes von Taifun Mörsch – und dort findet das Erwachsenen-Finale am 25.10. und fand ebendieses Junioren-Finale heute statt.

Die beiden Stadien in Mörsch sind fast baugleich. Das Stadion von Taifun unterscheidet sich nur geringfügig in der Größe und in der Höhe des Graswalls. Der Betonplatz ist genauso mäßig, immerhin sind die Torräume mit Tartan ausgepolstert. Ausbau gibt es nur auf einer Seite: sechs Betonstufen, mittig ein Sprecherturm, gegenüber das Vereinsheim. Neben dem Vereinsheim bis hinter das eine Tor geht auch ein hoher Graswall rum.

Der Besuch beim Motoball sollte sich wiedereinmal gelohnt haben: leider war es der erste und letzte in dieser Saison 2014, da in dieser Saison ein beispielloses Ansetzungschaos herrschte, aber nächste Saison (2015) hoffentlich öfter!  
Die Spiele im Einzelnen:
Platzierungsspiel 1 (Platz 7-9): MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel [6,5/10]
Das war immerhin das engste Spiel des Tages, doch auch hier ging es eigentlich nur auf ein Tor. Budel konnte mal im dritten Viertel verkürzen, doch kassierte dann einen Doppelschlag.

Platzierungsspiel 2 (Platz 7-9): MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze [3,5/10]
So schlechtes Motoball habe ich noch nie gesehen! Kein Kommentar zu dem unnatürlich großen Seelzer Torwart, der sich überhaupt nicht richtig bewegen konnte und dementsprechend acht Treffer (davon sechs haltbar) kassierte.

Platzierungsspiel 3 (Platz 7-9): MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze [7,0]
Ein richtig gutes Spiel! Allerdings natürlich sehr einseitig. Kierspe spielte wirklich schönes Motoball und nahm Seelze – trotz neuem Torwart – auseinander.

Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle [7,0]
Ein Spiel auf ein Tor: Halle kaum einen Angriff vorgetragen, doch Taifun Mörsch kombinierte schön, sodass ihr Goalgetter ein ums andere Mal einschießen konnte.

Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen [6,5]
Auch beim Spiel um Platz 3 war die Einseitigkeit nicht zu überbieten: 4x10 Minuten nur auf ein Tor, was vom MBC Kierspe natürlich schön vorgetragen wurde.

Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin [7,0/10]
Das wirklich gute Finalspiel manifestiere die extreme Überlegenheit der Mannschaften aus der Südgruppe gegenüber jenen der Nordgruppe. Ich denke, selbst der Nordmeister Malchin (für mich überraschend, aber dieses Ergebnis bedeutet Hoffnung für Malchin, dass ihre Bundesligamannschaft mal in einer der kommenden Spielzeiten nicht Letzter wird) dürfte gegen keine einzige Südmannschaft, wenn dann vielleicht gegen die Käsköppe von Budel, gewinnen. Allerdings hielt Malchin in den ersten 15 Minuten gut mit (es wurden 4x15 statt 4x10 gespielt) und konnte die Ubstädter Führung ausgleichen. Nach dem 1:1 kassierten sie aber postwendend das 2:1. Wenig überraschend gelang es Ubstadt-Weiher auch die Zweistellig-Marke zu knacken: das 10-2 war der Schlusspunkt auf die Süd-Dominanz und der Schlusspunkt auf ein sehenswertes Motoballturnier.

Vor der Siegerehrung brannten die Ubstädter Fans noch ihre obligatorischen gelben Rauchbomben ab und nach der Siegerehrung hieß es für mich noch mal knapp 3 Stunden Fahrt nach Norden.  
Statistik:
- Grounds: 1.205 (heute 1 neuer; diese Saison: 51 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.190 (heute 1; diese Saison: 78)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 17.010 (12.230 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.080 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 159 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

Dienstag, 2. Juli 2013

W361III: Motoball in der Mecklenburgischen Schweiz

Motorsportclub Jarmen ---------------------------------------- 8
Motoballclub Kierspe ------------------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 30. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: 1. Motoballbundesliga, Staffel Nord (Höchste und einzige Spielklasse im Motoball)
- Ergebnis: 8-1 nach 80 Min. (4x20)
- Viertelresultate: 3-0, 1-1; 3-0, 1-0
- Tore: 1-0 2. Ickert, 2-0 8. Ickert, 3-0 12. Vaegler, 3-1 26. Konopka, 4-1 32. Wardius, 5-1 42. Wardius, 6-1 51. Beerbaum, 7-1 57. Ickert, 8-1 72. Müller
- Grüne Karten (2-Minuten-Strafen): Ickert [Jarmen]; Jost?, Labello? [Kierspe]
- Gelbe Karten (5-Minuten-Strafen): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoballplatz in Jarmen (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Einseitiges aber gutes Spiel: Jarmen spielte wirklich hervorragend!) DSC08819 Motoballplatz Jarmen Photos with English Commentary:
a) Motorcycle Football: MSC Jarmen defeat MBC Kierspe by 8:1
b) MECKLENBURGISCHE SCHWEIZ, THE MOST BEAUTIFUL REGION OF MECKLENBURG-WESTERN POMMERANIA: Landskron Castle Ruin, Stavenhagen Old Town, Ivenack Palace, Kartlow Church and more

Die schönste Region Mecklenburg-Vorpommerns ist der Süden, also das Hinterland. Ein Teil dieses Landesteils nennt sich Mecklenburgische Schweiz. Beide Motoballvereine Mecklenburgs kommen aus diesem Gebiet und nach einem guten Spielbesuch in Malchin mit viel Sightseeing in der letzten Saison, musste nun auch Jarmen mit einem ähnlich großen Besichtigungsprogramm ein Motoball-Hopping-Besuch abgestattet werden...

Wir brachen um 7 Uhr auf, bretterten die Autobahn bis Oranienburg entlang und fuhren dann auf Landstraßen weiter. Leider war viel Sonntagsverkehr durch die ganzen scheiß Berliner. Aber wir kamen immer noch deutlich vor 11 Uhr in Altentreptow an: zwei Stadttore, eine Kirche – alles aus Backstein – ansonsten nur Verfall und Einöde. Die Besichtigungspunkte zwei und drei waren auch nicht so die Bringer – Pripsleben hat eine ganz ansehnliche Kirche, aber sind nur ein paar gesichtlose Häuser sonst und Tützpatz hat zwar ein Schloss, aber das befindet sich im Besitz von irgend einem Asozialen, der das verrotten lässt aber trotzdem absperrt. Doch dann in Gützkow gab es ein echt gutes Barockschloss zu sehen: gepflegt, topp hergerichtet und gut einzusehen obwohl in Privatbesitz.

In den Orten fiel übrigens auf, dass die Leute entgegen der Vorurteile von den kühlen Norddeutschen, freundlich waren und das Gespräch mit den Touristen suchten.

Weiter ging es in Röckwitz, wo es eine Kirche neben einem schicken Bolzplatz gibt. Ein paar Kilometer weiter, zwischen einem See und einem Wald, steht Ivenack. Das war die zweitbeste Besichtigung an dem Tag! Ein toller Schlosskomplex mit Kirche und Marstall. Zwar nur in Teilen saniert, aber sehr ansehnlich!

Stavenhagen, die Reuterstadt, ist eine größere aber architektonisch durchsetzte Ansiedlung. Spektakulär auf einem künstlichen Hügel liegt ein Schloss vor der Stadt. Das scheint auf dem Grund einer slawischen Fluchtburg zu stehen. Der Ortskern mit Kirche und Reuter-Haus ist wenig sehenswert. Demmin ist aber keinen Deut besser: schickes Backsteinstadttor, nette Backsteinkirche und drumherum nur Platte und langweilige neue Bebauung: aber wie Malchin wurde Demmin auch durch die Sowjets abgefackelt. Hört man sich bei alten Leuten in Demmin und Umgebung um, ist auch eine große Abneigung gegen Russen zu merken, die als „genau so schlimm wie wir Deutschen zu dieser Zeit“ beschrieben werden. Was in meiner Gegend „Hausen wie de Russn“ heißt, kann man an Demmin jedenfalls erahnen... in Syrien entstehen wegen deren fleißigen Zutun auch solche Schäden, sodass sich meine syrischen Freunde und diese Rentner aus Mecklenburg zumindest an diesem Punkt einig wären: „immer nur Ärger mit denen...“

Kartlow liegt kurz vor Jarmen und hat ein schickes Schloss im Tudor-Stil (auch Privatbesitz, aber schön zugängliches Gelände und topp saniert) zu bieten und eine oft offene doch etwas verfallene Kirche. Verfallen ist für die Straßen, die von dort nach Jarmen führen allerdings kein Ausdruck: grobes, löchriges Pflaster, sandige Feldwege – macht einen tollen Eindruck, wenn man von Kartlow nach Jarmen fährt... DSC08754 Ivenack palace, main building In Jarmen angekommen, stellten wir fest: ach du scheiße, ist das ein gesichtloses und ausgestorbenes Kaff! Irgendwie trieben wir doch noch eine Tankstelle auf und nach fünf geschlossenen Gaststätten hatte dann eine am Motoballplatz offen. Die war für die Verhältnisse der Region überdimensioniert und zu teuer, aber die meisten Gerichte lagen immer noch bei unter 10€. Der Motoballplatz ist alles andere als überdimensioniert – ein ausbautenloser, staubiger und sandiger Hartplatz mit vielen Nadelbäumen drumherum und gegenüber der gesichtlosen Fußballsportanlage gelegen – und zu teuer ist dort gar nichts. 3€ Eintritt ist unterm Ligadurchschnitt (da erwarte ich keine Ermäßigungen, da in Kierspe z.B. selbst für ermäßigte Karten noch 4€ oder 5€ verlangt werden) obwohl Jarmen zu den besseren Teams gehört und Catering wie auch Fanartikel waren preislich ebenfalls im unteren Bereich.

Es spielte der Dritte gegen den Fünften. Kierspe war kaum auf dem Platz, da hatte Jarmen schon das erste Tor vorgelegt. Weite Teile der ersten Hälfte dominierte Jarmen nach belieben: sichere Ballbehandlung, prima Technik, volle Beherrschung der Motorräder und stramme Schüsse. Jarmen zeigte wirklich starkes Motoball, das von den recht zahlreichen Zuschauern mit viel zu wenig Stimmung gewürdigt wurde. Der Anschlusstreffer von Kierspe schien nicht unbedingt hinter der Linie gelandet zu sein, aber den einen Treffer gönnt man den Sauerländern halt mal...

Nach dem Seitenwechsel kam der MBC ja ohnehin kaum vors Tor der Gastgeber. Die Mecklenburger fuhren immer wieder konsequent durch die Abwehr und erhöhten nach und nach mit eher unspektakulären Treffern auf 8:1. Nur durch den guten Gästetorwart wurde es nicht zweistellig – also eine eindrucksvolle Leistung der Heimelf!

Übrigens musste man über die Fairness der Teams erstaunt sein: wenig anpöbeln, wenig umfahren (wenn, dann nur vom Verlierer ausgehend). Das Publikum war auch erstaunlich fair; die hätten ruhig mehr Action machen können – zumindest die, die meinen martialisch auftreten zu müssen: wenn man schon Rockerklamotten oder Thor Steinar und ähnlichen Dreck trägt, kann man sich ja auch ruhig erwartungsgemäß benehmen... DSC08842 MSC Jarmen v MBC Kierspe Nach dem sehr sehenswerten Spiel fuhren wir nach Klempenow, wo es eine seltsam zusammengestückelte und teilweise wieder hergerichtete Burgruine und eine herrlich windschiefe Fachwerkkirche gibt.

Über mal wieder recht enge, schlechte doch landschaftlich schöne Straßen steuerten wir die beste Sehenswürdigkeit der ganzen Tour an: die Veste Landskron. Die weitläufige und recht gut erhaltene, aber sehr authentisch erscheinende Festungsruine aus dem 16. Jahrhundert liegt in einem lichten Wald, umgeben von Feldern. Landskron ist von der ganzen Anlage und ihrer Zugänglichkeit her (obwohl sie nicht so spektakulär liegt, wie so Felsenburgen in Böhmen oder so) eine der besten Burgen, die ich in den letzten Jahren besucht habe!

Die Wege von Landskron über Rehberge, was völlig von Asphaltstraßen frei bzw. abgeschnitten ist, nach Japenzin waren mal wieder der Hammer. Also die waren selbst für die Nebenstraßen in der Mecklenburgischen Schweiz derb: unbefestigte, sandige Feldwege mit riesigen Wellen und Schlaglöchern und grob gepflasterte Kopfsteinpflasterwege. Also in Rehberge gibt es ja auch gar nichts außer hässlichen Bauernhäusern, aber in Japenzin steht immerhin eine bedeutendere Kirche mit Holzglockenturm.

In Spantekow wurden die Straßen besser. Dort steht eine ähnliche Festung wie Landskron, aber mitten im Ort. Und die war leider schon geschlossen und ist wohl auch noch teilbewohnt, weswegen man außer von 11 bis 16 Uhr nur die Außenmauern angucken darf.

Eine positive Überraschung war dann noch Zinzow, wo gut ausgeschildert die Brennerei und das Barockschloss mit baumreichem englischem Garten und echten Wasserbüffeln auf der Kuhweide (einfach den Schildern mit der ungewöhnlichen Aufschrift „Wasserbüffel“ nach) zu finden sind. Machte alles trotz Privateigentums einen prima Eindruck!

Der Straßenverkehr auf dem Rückweg war teilweise sehr zäh bis Oranienburg – scheiß Berliner Ausflügler halt – doch es war gerade 23 Uhr, als wir zurück in Merseburg wieder unseren Lieblingsnachbarn zuparkten... DSC08922 Veste Landskron Statistik:
- Grounds: 958 (heute 1 neuer; diese Saison: 190 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.837 (heute 1, diese Saison: 260)
- Tageskilometer: 830 (830km Auto)
- Saisonkilometer: 57.350 (46.720 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.770 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 115 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 361