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Mittwoch, 30. Juli 2025

W3.0239II: Randsport in Halle-Neustadt

1. Motoballclub 70/90 Halle

5 : 8 (1:4)

Motorsportfreunde Tornado Kierspe

- Datum: Samstag, 26. Juli 2025 – Beginn: 16.10
- Wettbewerb: Motoball Bundesliga, Nordstaffel (1. und einzige Spielklasse im Motoball)
- Ergebnis: 5-8 nach 80 (4x20) Minuten – Viertel: 0-4, 1-0, 2-2, 2-2

- Tore: 0-1 9. Licht, 0-2 14. Licht, 0-3 18. Licht, 0-4 20. Heller, 1-4 24. E. Wochatz, 1-5 45. Licht, 2-5 49. M. Wochatz, 3-5 50 M. Wochatz, 3-6 53. Licht, 3-7 69. Licht, 4-7 70. L. Munoz, 4-8 73. Licht, 5-8 74. E. Wochatz (Elfmeter)  

- Grüne Karten (2 Minuten Strafe): 2x E. Wochatz, 1x XY (Halle); NN (Kierspe)

- Gelbe Karten (5 Minuten Strafe): keine

- Rote Karten (Platzverweise): keine

- Austragungsort: Motoballplatz Schieferstraße (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

Halle/Leipzig United

100/9 : 104/1

Dresden Challengers Green

- Datum: Samstag, 26. Juli 2025 – Beginn: 12.10
- Wettbewerb: Sächsischer Cricket Verband T20 Regionalliga (2. und unterste Spielklasse im deutschen Cricket, Spielvariante Twenty20)
- Ergebnis: Dresden Challengers Green gewinnen mit 9 Wickets nach 20 bzw. 16.0 Overs und ca. 175 Minuten

- Statistik: siehe Scorecard auf SCV! 

- Austragungsort: Cricketplatz in der Pferderennbahn Passendorfer Wiesen (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: 2 Neutrale
- Spielbewertung: 4,0/10

Halle/Leipzig United 100/9:104/1 Dresden Challengers Green

Photos with English commentary:

a) Motoball: 1.MBC Halle vs. Tornado Kierspe

b) Cricket T20: Halle/Leipzig vs. Dresden Challengers

In Halle-Neustadt gab es heute zwei Spiele in zwei Randsportarten zu sehen. Los ging es mit Cricket. Einheit Halle hat zwei Mannschaften, die unter Halle Cricket Club (Halle CC) laufen, davon die I. Mannschaft in der Bundesliga. Hier spielte allerdings heute das dritte Team am Mittag, Halle/Leipzig United. Zu Gast war das dritte oder vierte Team des Dresdner Cricket Clubs, die Challengers Green. Die Gäste überwiegend Pakistani und Afghanen, die Gastgeber v.a. Inder und ein Südafrikaner (natürlich weiß). Wir kamen allerdings mit einem Pakistaner der Gastgeber ins Gespräch, der bei Halle CC 2 spielt und auch Übungsleiter ist. Der erzählte uns auch, wie schwierig es ist, hier mit einem Handrasenmäher das Feld ordentlich hinzukriegen. Uneben ist es ja auch. Aber immerhin keine Hindernisse auf dem Field wie in Magdedorf und viel geiler als dort: die Anlage befindet sich im Innenbereich der Pferderennbahn Passendorfer Wiesen! Aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit war es leider nicht möglich, das Spielfeld nahe zur Tribüne der Rennbahn zu bauen. Hätte mir, als ich vor vllt. 15 Jahren hier das letzte Mal war, nicht träumen lassen, dass hier im Jahr nur noch 4 Pferderennen aber dutzende Cricketspiele stattfinden und ich mal quer über die Rennbahn latschen darf, um dann eben dort Cricket zu schauen...

Die Partie war allenfalls mittelmäßig, da Halle/Leipzig schwach war am Schlag. Die Wickets fielen erstmal schnell: 3 Schlagmänner in 2 Overs (also mit den ersten 12 Würfen) raus. Dennoch retteten sich die letzten beide Batsmen bis ins letzte Over und machten da noch einige Runs. Am Ende genau 100 aus 20 Overs bei 9 Wickets. Erwartungsgemäß machte Dresden das besser. Im Gegensatz zu Halle auch mal ein paar Sixes. Nach genau 16 Overs mit einem solchen Sechspunkteschlag endete die Partie, 104 Runs holte Dresden, verloren nur einen Schlagmann, daher 9 Wickets Unterschied zum Sieg nach knapp 3 Stunden Spielzeit.

Übrigens schaute auch mein Vater heute Cricket, denn die Uni Rostock hat seit ein paar Jahren auch Cricket, spielen bei Obotrit Bargeshagen am Stadtrand und gewannen heute mit ein paar Runs gegen eine Hamburger Mannschaft in der Nord-Regionalliga...

Halle/Leipzig United 100/9:104/1 Dresden Challengers Green

Dann ging es zu einem noch mal deutlich interessanteren aber noch randständischere Sport: zum Motoball. Am anderen Ende von Neustadt vor diesmal nur 300 Zuschauern (man merkte die Ferienzeit). Mein zweiter Besuch in der vom Spielfeld her hervorragenden aber für Zuschauer sehr unkomfortablen 2024 eröffneten Sportstätte im Schieferweg. Zu Gast war diesmal Tornado Kierspe. Der MSF hatte im Hinspiel 2:3 gegen Halle verloren, erwischte aber diesmal den klar besseren Start und zog zum Ende des ersten Viertels auf 0:4 davon. Halle spielte druckvoll und gut im zweiten Viertel, konnte aber lediglich auf 1:4 verkürzen. In den beiden Vierteln nach dem Seitenwechsel gab es einen offenen Schlagabtausch, Kierspe führte mehrfach mit bis zu vier Toren, Halle kam auf bis zu zwei Unterschied heran – am Ende hieß es 5:8 in einer guten Partie, die Halle im schwachen ersten Viertel verlor.

1.MBC 70/90 Halle 5:8 MSF Tornado Kierspe

Statistik:

- Grounds: 3.852 (1; diese Saison: 13 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.390 (2; diese Saison: 16)

- Tourkilometer: 280km Auto

- Saisonkilometer: 1.870 (1.720 Auto, davon 0 Mietwagen/ 150 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 37 [letzte Serie: 22, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 239 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Dienstag, 27. August 2024

W3.0191I-V: Motoball-EM im Ärmelkanal-Seebad und Fußball-Kreispokal in den Dünen bei Dünkirchen – 5 Tage in Frankreich

Motoball Europameisterschaft 2024

- Datum: Dienstag, 20. August 2024, 13 Uhr – Samstag, 24. August 2024, 21.30 Uhr
- Wettbewerb: Europameisterschaft im Motoball, Senioren und U18
- Ergebnisse Senioren: Frankreich 3-2 Deutschland (Finale), Niederlande 3-2 Litauen (Spiel um Platz 3), Deutschland 8-0 Litauen und Frankreich 9-0 Niederlande (Halbfinale), Frankreich 5-1 Litauen und Deutschland 12-0 Niederlande (Gruppenphase Tag 3), Frankreich 10-0 Niederlande und Deutschland 6-1 Litauen (Gruppenphase Tag 2), Litauen 2-1 Niederlande und Frankeich 4-1 Deutschland (Gruppenphase Tag 1, nicht gesehen)

- Ergebnisse U18: Frankreich 5-2 Litauen (Finale), Deutschland 4-2 Niederlande (Spiel um Platz 3), Deutschland 0-3 Litauen und Frankreich 11-0 Niederlande (Halbfinale), Deutschland 4-1 Niederlande und Frankreich 2-0 Litauen (Gruppenphase Tag 3), Frankreich 5-0 Niederlande und Deutschland 7-0 Litauen (Gruppenphase Tag 2), Litauen 5-1 Niederlande und Deutschland 0-0 Frankreich (Gruppenphase Tag 1, nicht gesehen)

- Austragungsort: Stade Municipal Emile Langlois (Houlgate, Kap. 2.000, davon 700 Sitzplätze)

- Spielbewertung (gesamte Veranstaltung): 7,0/10

Union Sportive de Bray-Dunes

2 : 3 (2:2)

Morins FC Ghyvelde

- Datum: Sonntag, 25. August 2024 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Coupe de France, phase régional, Hauts de France, journée 1 = 1. Runde des regionalen Vorentscheids von Nordfrankreich für den Französischen Pokal (beide Teams Ligue District des Flandres 4, groupe G bzw. F; jeweils 12. französische Fußballliga, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-3 nach 99 Minuten (47/52) – Halbzeit: 2-2

- Tore: 1-0 15. Radoine Bariz, 2-0 20. Gaetan Turpin, 2-1 25. Remi Pernin, 2-2 45.+1 Axel Peulmeule, 2-3 70. Cedric Dumont

- Verwarnungen: Hugo Lamie, Nicolas Turpin (USBD); William Narcissot (MFC)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Stade Municipal Pierre Lamstaes (Kap. 2.000, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 60 Gästefans)

- Spielbewertung: 5,0/10

France 3:2 Germany (final match)

Photos with English commentary:

a) MOTOBALL EM (MOTORBIKE-FOOTBALL EUROPEAN CUP) IN HOULGATE, FRANCE

b) Football Coupe de France, regional qualifying round: Bray-Dunes vs. Morins Ghyvelde

c) France Nord: Houlgate, Dives-sur-Mer, Cabourg, Bray-Dunes, Ghyvelde

Die Motoball-EM, die faktisch eine Weltmeisterschaft ist, ist so ein jährliches Sportevent, das ich immer versuche zu besuchen. Besonders weit sind die Anreisewege ja nicht...

Die Meisterschaften 2020 und 2021 fielen wegen des Coronawahns aus. 2022 und 2023 waren es die politischen Probleme mit Rekordmeister Russland und auch Weißrussland und Ukraine, weswegen keine richtige Meisterschaft zustande kam. 2023 wurde aber in Jarmen eine U18-Meisterschaft ausgetragen – abgespeckt mit vier Teams. So wurde es auch dieses Jahr gemacht. Sowohl die U18 als auch die Senioren spielten nur mit den Teams aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Litauen in 5 Turniertagen den Europameister aus. Für mich interessant, dass es in Houlgate am Ärmelkanal ausgetragen wurde. Zu dem Verein wollte ich eh mal!

Leider zieht Randsport wie Motoball andere Hopper nicht so, sodass ich nur eine Mitfahrerin hatte. Den Dienstag musste ich noch arbeiten, fuhren dann aber schon früh los und via Aachen und Brüssel ging es nach Amiens. Nach der Nacht im Premiere Classe Amiens Nord und dem dort üblichen französischen Frühstück, ging es am Mittwoch über Mautautobahnen und durch Rouen durch nach Houlgate. Die freundliche Frau von der Immobiliengesellschaft, die uns eine kleine und ziemlich miese (aber für die Zeit und den Zweck des Aufenthalts akzeptable) Ferienwohnung vermietete, war auch schon da, sodass wir nach Ablegen der Sachen gleich zum Motoballstadion konnten.

Stade Municipal Emile Langlois

Das Motoballstadion heißt nach dem Sportler, der den Motoball 1933 nach Houlgate brachte: Emile Langlois. Eine feste Obertribüne mit ein paar Bänken und Blechdach gibt es, rechts und links daneben wurden temporäre Schalensitztribünen aufgebaut. Auf der Gegenseite steht man ebenirdisch, hinter den Toren erhöht. Drumherum sind Hecken, herrlich ist der Blick in die grünen Hügel und Berge, durch die sich Houlgate zieht. Der Eingangsbereich ist recht großzügig gestaltet. Sonderlich große Zuschauermassen kann das Stadion zwar nicht fassen, macht aber mehr daher als die meisten Motoballanlagen in Deutschland. Nach 1975 und 1985 findet hier nun zum dritten Mal eine EM statt. Damals wohl noch Schotterplatz, Frankreich wurde 75 und 85 nur Dritter, jeweils hinter West-Deutschland und der Sowjetunion...

Gespielt wurde in der Vorrunde 3x15 Minuten bei der U18 und 4x15 Minuten bei den Männern, dann 4x15 bzw. 4x20 in der Finalrunde.

Verglichen mit der EM in Frankreich 2016 wurden viel höhere Eintrittspreise genommen, in einem Ort, der viel weniger Publikum anzog als bei den Teams aus dem Süden damals, und v.a. für viel weniger Mannschaften und somit auch weniger Spiele. Nicht ganz nachvollziehbar, was MBC Houlgatais da gemacht hat! Völlig idiotisch auch, dass fast keinerlei Werbung in der Stadt zu sehen war!

Auch das Catering war selbst für Frankreich sehr teuer, doch wenigstens stimmte die Qualität und es gab eine Spezialität, die ich noch nie gegessen hatte: Eine v.a. in Troyes aber eben auch dem nahegelegenen Rouen bekannte Bratwurst aus Innereien von Schwein, Rind und/oder Ente: Andouillette. Sehr seltsame Konsistenz, herber Geschmack – echt mal was Anderes!

Als wir ankamen, ging bald das erste Spiel los. Tag 2, die U18 von Litauen und Deutschland trafen aufeinander. Vor höchstens 300 Zuschauern lieferte Deutschland eine souveräne und beeindruckende Leistung in einem temposcharfen Spiel ab: 7-0 (2-0, 2-0, 3-0)!

Dann das Duell bei den Männern. Hier war das Tempo deutlich geringer, die Technik aber keineswegs. Deutschland auch hier von vorne herein überlegen, doch Litauen konnte es zwischendurch enger gestalten als ihre U18. Am Ende 6:1 (3:0, 1:1, 2:0, 0:0) für Deutschland – Litauens einziger Treffer einer von mehreren Strafstößen in der Partie. Zuschauer: ca. 450 (wieder wie beim Vorspiel ca. 150 Deutsche und 20 Litauer).

Dann kam die U18 von Frankreich und die Zuschauerzahl ging in Richtung 1.000, darunter aber auch 50 Niederländer die Pyro am Start hatten.

Die Franzosen machten schnell alles klar (3:0 im ersten Drittel) und spielten dann souverän zwei weitere Tore zum 5:0 Sieg (3:0, 1:0, 1:0) heraus.

Zum Abschluss des Tages vor mittlerweile ca. 1.250 Zuschauern schoss die französische Senioren-Nationalmannschaft die Niederländer aus Budel mit 10:0 ab. Niederlande hielt die ersten 10 Minuten toll mit, kassierte noch vorm Ende des ersten Viertels das 1:0, lag bei Halbzeit 2:0 hinten – und brach dann ein. Allein im letzten Viertel 5:0.

Houlgate

Am Donnerstag waren zuerst Besichtigungen angesagt. Mit einem 10-Kilometer-Marsch waren sowohl Houlgate als auch seine westlichen Nachbarorte Dives-sur-Mer und Cabourg erkundbar. Houlgate hat wirklich beeindruckende Bäderarchitektur des 19./20. Jahrhunderts. Irre verspielte Fassaden und Türmchen. Auch die Kaiserbäder auf Usedom sind nicht so sehenswert wie Houlgate! Die beiden Nachbarorte fallen da deutlich ab, wobei sie beide vereinzelt dieselbe Bäderarchitektur haben und auch zwei ganz schöne Kirche, welche innen zu besichtigen waren. Jene in Dives-sur-Mer war auch ziemlich alt, unweit befindet sich ein ehemaliges Kloster und eine mittelalterliche hölzerne Markthalle.

Zurück nach Houlgate. Heute spielten zuerst die U18-Teams von Deutschland und Niederlande gegeneinander. Deutschland bestimmte die Partie vor knapp 300 Leuten, die Niederländer hielten aber gut mit. Zu einem Tor kamen sie aber nur in doppelter Überzahl nach umstrittener zweiter Zeitstrafe. Am Ende ein 4:1, u.a. durch einen Elfer im Schlussdrittel, der nach einem Foul mit Verletzungsfolge verhängt wurde. Für den deutschen 10er ist nach der Beinverletzung das Turnier leider vorbei.

Bei den Männern wurde es enorm einseitig. Holland ging unter wie nach einem Dammbruch: 5-0 im ersten Viertel, 9-0 bei Pause. Dann Deutschland auch mit zweiter Reihe, doch selbst die ist merklich besser als Budel/Niederlande. 12-0 vor gut 400 Zuschauern am Ende.

Dann der Gastgeber vor gut 800 Leuten mit seiner U18 gegen die Litauische U18. Ein wirklich gutes und enges Spiel, jedoch sehr wenige Torchancen für die Balten. Frankreich schoss aus allen Lagen, Litauen hielt toll gegen. Am Ende aber eben 2:0 für den Gastgeber.

Bei den Männern gab es vor rund 1.100 Zuschauern einen frühen Torerfolg Frankreichs zu sehen, den Litauen dann eine Weile verteidigte. Nach dem 2:0 weit im zweiten Viertel, kam Litauen auch mal zu einem schönen Tor aus kurzem Winkel. Sehr schnell stellte Frankreich aber den alten Abstand wieder her. Am Ende ein 5:1 – ganz starke Leistung Frankreichs! Aber leider auch wieder sehr vorhersehbare Ergebnisse...

Beobachtungen am Rande: Viele Fans, teils länderübergreifend, kennen sich untereinander. Bei Randsportarten geht es sehr familiär zu. Ein paar Jarmener sprachen mich auf meinen Hansa-Fischerhut an und machten Fotos mit uns. Wir outeten uns aber gleich als Gelegenheits-Motoballfans. Klar, ich schaue jede Saison ein, zwei oder sogar mehr Bundesligaspiele (dieses Jahr 1x Pattensen und 1x Halle) und war auch bei 5 der letzten 8 Europameisterschaften mindestens zum Finaltag da (in Frankreich beide Male fast komplett und in Niederlande gänzlich komplett) – aber so toll dieser Sport auch ist, Fußball geht halt doch vor...

Die meisten Motoballfans können nur ihre Muttersprache und wenn überhaupt rudimentär Fremdsprachen. Mit Ausnahme der Niederländer, die meist Deutsch und/oder Englisch können. Aber wenn sich Deutsche und Franzosen z. B. unterhalten wollen, kann es schon mal schwierig und nach zu viel Bier auch mal missverständlich werden. Die zwei Chaoten, die sich eigentlich erst an den Kragen wollten, weil sie die dummen Sprüche des jeweils anderen falsch verstanden, vertrugen sich aber nach Intervention durch Kumpels mit Google-Translate-Kenntnissen ganz schnell wieder mit Umarmung und französischen Wangenküssen...

Germany 8:0 Lithuania (semi-final)

Freitag noch ein paar Besichtigungen in Houlgate (u.a. die Kirche), dann ging es wieder zum Stadion raus. Diesmal kaum 250 Zuschauer beim schon 11 Uhr startenden U18-Spiel Deutschland gegen Litauen. Da haben viele aber was verpasst, nämlich das einzige völlig überraschende Ergebnis in den ganzen 20 Spielen! Litauen startete klar besser und ging 0:1 in Führung. Deutschland hatte große Probleme ins Spiel zu kommen und kam auch bis zur Pause nicht zum erwarteten Ausgleich. Sofort nach Beginn des dritten Viertels zimmerte Litauen das 0:2 in den Winkel. Das 0:3 folgte später vom Strafstoßpunkt. Im letzten Viertel fiel wieder kein Tor. Nur drei Treffer aber eines der besten Spiele der gesamten Meisterschaft!

Bei den Männern war es wieder eher langweilig, denn Deutschland bestimmte von der 1. bis zur 80. Minute die Partie gegen Litauen und gewann souverän aber nicht immer schön anzusehen mit 8:0 gegen die Balten. Bei starkem Regen fanden sich auch nur gut 400 Zuschauer ein.

Dann war die U18 von Budel/ Niederlande völlig überfordert mit Frankreich und mit dem 11:0 noch gut bedient. Der Regen hatte zwar schon wieder aufgehört, aber mehr als 650 Zuschauer waren das diesmal nicht.

Schließlich spielten die Männerteams von Frankreich und Niederlande um den Finaleinzug und auch da war es eine mehr als klare Angelegenheit. Tolle Spielzüge der Franzosen, ab und an blitzte auch bei den Niederländern fahrerische oder technische Klasse auf, aber auch hier eine klare Zu-Null-Niederlage: 9-0 für Frankreich. Aufgrund des schlechten Wetters waren kaum 1.000 Zuschauer da.

France U18 5:2 Lithuania U18 (Under-18 final match)

Samstag dann der Finalspieltag. Erstmal schön das Boulodrome in der Avenue des Sports ausprobiert; schön gelegen, aber in Frankreich und auch in NRW und Rheinland-Pfalz sowie Karlsruhe schon besseres gehabt. Dann ging es aufgrund des fürchterlichen Wetters, welches allerdings passenderweise zu den beiden Finalspielen schlagartig besser wurde, mit dem Auto zum Motoballstadion.

Heute spielten zuerst die Niederlande und Deutschland vor gut 400 Zuschauern um den dritten Platz der U18. Überraschend stark präsentierte sich Budel und ging 0:1 in Führung. Auch nach dem Ausgleich bekam Deutschland die Niederlande nicht in den Griff. Das zweite Viertel blieb torlos und im dritten Viertel gingen die Niederländer erneut in Front. Deutschland glich aber zuerst aus und zog dann im Schlussviertel mit einer guten Mannschaftsleistung auf 4:2 davon. Nach dem schwachen Auftritt gegen Litauen also wenigstens noch Platz 3.

Die Niederländer waren auch bei den Männern im Spiel um Platz 3 zugange, in diesem Fall aber gegen Litauen. In der Gruppenpartie hatte Litauen 2:1 gewonnen – es sollte ihr einziger Sieg im Turnier bleiben, denn vor nur mehr 250 Zuschauern siegte die Niederlande nach 2:0 und 3:1 Führung am Ende verdient mit 3:2. Es war die unattraktivste Partie des Turniers (den ersten Tag sahen wir aber nicht, können da also nichts bewerten!)

Zum Finale der U18 wurde das Wetter besser und schon kamen knapp 1.000 Zuschauer rein. Natürlich spielte ja auch Frankreich. Mit dem Überraschungsgegner Litauen hatten sie anfangs leichtes Spiel. Nach 15 Minuten schon 5:0 – sah nach zweistellig aus. Doch kurioserweise war Frankreich danach unfähig, auch nur noch ein einziges Tor gegen den nun besser stehenden baltischen Gegner zu erzielen. Litauen schoss noch in Viertel 2 und 3 je einen Treffer, das letzte Viertel endete torlos. Eine insgesamt sehenswerte, phasenweise aufgrund z. B. des 4:0 für Frankreich – Flanke von rechts, links am Torwartraum steigt ein Franzose auf seiner Maschine auf und schießt halb volley ins lange Eck mit Innenpfostentreffer – spektakuläre Partie.

Beste Partie des Turniers dann aber doch das Finale zwischen Frankreich und Deutschland. Das U18-Halbfinale Deutschland gegen Litauen fand ich bei den Junioren das beste Spiel. Aber zurück zum Männerfinale: vor nunmehr gut 1.700 Zuschauern (damit aber noch nicht ausverkauft und nicht so viel los wie bei der letzten EM in Süd-Frankreich) entwickelte sich eine packende, durchweg sehenswerte und spielerisch ausgezeichnete Partie.

Deutschland ging mit einem gewaltigen 16-Meter-Freistoß früh in Führung. Im zweiten Viertel machten sie sogar in Unterzahl das 0:2. Selbst doppelte Unterzahl nutzten die Franzosen nicht zum Tor. Kurz vor der Pause jedoch das 1:2 per Elfmeter. Auf beiden Seiten ab und an grobes Einsteigen und Gemotze. Im dritten Viertel zog Frankreich langsam die Partie an sich. Der Ausgleich wurde schon frenetisch gefeiert. So, wie z. B. die als Hähne verkleideten Houlgatois hinter dem Tor mitgingen, geht aber auch bei einer Heim-EM niemand von Motoball Deutschland ab... Richtig Action auf den Rängen gab es dann, als Frankreich das letzte Viertel bestimmte und noch das 3:2 schoss. Deutschland fühlte sich verschoben – es ging vor allem um einen nicht gegebenen Strafstoß, wobei ich ein Video der Szene am Folgetag sah und nicht weiß, wofür die Baden da so vehement Elfer wollten – und beleidigte die Schiris, während die französisch Fans mit Spielern auf dem Asphalt feierten, Donuts wurden gedreht und Pyrotechnik abgefackelt. Frankreich somit Doppelsieger bei der Heim-EM!

Bray-Dunes

Am Sonntag übergaben wir die Schlüssel der Ferienwohnung und brachen um 9 Uhr auf. Über die eindrucksvolle Seine-Brücke ging es an Le Havre vorbei bis Ghyvelde, kurz vor der belgischen Grenze. Man muss sich aber überlegen, ob 20km kürzer und 70 Minuten schneller wirklich die 20€ Maut Wert sind...

Ghyvelde ist einer von vielen Orten im Department Flandres (Gegend von Dünkirchen), die Flämisch geprägt sind. Dieser niederländische Dialekt spielt im Alltag aber keine Rolle mehr, der französische Kulturfaschismus hat die Minderheitensprachen weitestgehend ausgelöscht. Die Orte im Kreis Dünkirchen wiederum, wurden von den Deutschen Faschisten im Zweiten Weltkrieg weitestgehend ausgelöscht, sodass man überwiegend mit hässlicher Architektur und den Überresten von Bunkern und Schiffswracks konfrontiert wird...

 In Ghyvelde schauten wir uns die unspektakuläre und flämisch wirkende Kirche an, davor steht ein Denkmal, was neben den anti-Hitler Kämpfern aus dem Ort auch jene Einwohnern, die sich den französischen Terrorbanden in Algerien und Vietnam in den 50ern und 60ern angeschlossen hatten, glorifiziert.

Ähnliches findet man auch im Nachbarort Bray-Dunes. Dort gibt es auch eine ausgesprochen hässliche Promenade sowie zwei ganz ansehnliche Kirche. Sehenswert sind vor allem die teils von Bunkeranlagen durchzogenen Dünen, die dem Ort den Namen geben.

Dann spielten in der ersten Kreisausscheidungsrunde des Coupe de France diese beiden Orte, Bray-Dunes und Ghyvelde, gegeneinander. Da anders als im DFB-Pokal, die Kreis- und Bezirkspokale Bestandteil des eigentlichen Verbandspokals sind, ist der Coupe de France der weltweit größte Fußballpokal hinsichtlich Teilnehmerzahl und im Übrigen auch Ausdehnung, da bestimmte Wettbewerber aus „Outre Mer“, also z. B. Martinique und Guadeloupe, teilnehmen dürfen. Die Reisen von oder nach Outre Mer werden übrigens vom Verband bezahlt. Glaube nicht, dass unsere Fußballmafia DFB dem Sieger des Regionalpokals Deutsch-Südwestafrika so eine Reise nach Berlin, Bayern oder Königsberg finanzieren würde – wenn es denn diese Kolonie noch gäbe...

Bei freiem Eintritt (auch ein positiver Unterschied zu Deutschland) wurde in dem schönen Stadion von Bray-Dunes gespielt. Tolles Eingangstor, nebenan gleich die typisch französischen Toiletten in dem Bauwerk integriert (Schüssel ohne Brille und Deckel, Hockklo, Stehpissoirs – irgendjemand hatte ein Fahrrad dort abgestellt, sodass man über selbiges Klettern musste, um auf den Pott zu kommen), rechts ein sehr modernes Sportlerheim, auf Mitte der Hauptseite eine achtreihige überdachte Tribüne mit Holzbänken (architektonisch alles sehr geschmackvoll!) und massive Steinreling zum Spielfeld. Zwei Nebenplätze gibt es auch noch.

Das Spiel kam eine Weile nicht in Fahrt, doch dann ein Heber über den Gästekeeper zur Führung. Kurz darauf der Schlussmann umspielt und 2:0. Doch bis zur Pause kam Ghyvelde noch zum Ausgleich – beide Tore wurden mit je einem Bengalo von einem der vielen Gästefans gefeiert. Die Gäste machten als einzige Stimmung – besonders, als in Hälfte zwei das 2:3 fiel. Kurz vor Schluss noch ein Tumult mit ungeahndeten Tätlichkeiten, ehe nach langer Nachspielzeit Morins FC Ghyvelde als Sieger in Runde 2 einzog und das gleich mit einem Pyrowurf auf den Platz feierte...

Die Rückfahrt war in Belgien wegen Staus etwas nervig, aber dennoch kurz nach Mitternacht in Braunschweig angekommen. Fazit: Die Tour hat sich absolut gelohnt! Starke Motoball-EM, auch wenn es eine Notlösung mit nur 4 Teams war, und schön abgerundet durch den originellen Fußballbesuch in Bray-Dunes!

Die Motoball EM 2025 soll in Budel/Niederlande oder Deutschland ausgetragen werden. Da werde ich wohl nur zu den Finals ein oder die letzten beiden Turniertage hinfahren. An die FIM hätte ich ja den Wunsch, 2026 in Litauen (beide Spielorte am besten!) und 2027 in Neuville oder wieder zwei Spielorte Carpentras und Bolléne...

US Bray-Dunes 2:3 Morins FC Ghyvelde

Statistik:

- Grounds: 3.687 (Mi 1, So 1 neuer; diese Saison: 27 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.177 (Mi 4, Do 4, Fr 4, Sa 4, So 1; diese Saison: 53)

- Tourkilometer: 2.020 (Di 760km Auto, Mi 230km Auto, Do zu Fuß, Fr zu Fuß, Sa <10km Auto, So 1.030km Auto)

- Saisonkilometer: 5.450 (4.860 Auto, davon 0 Mietwagen/ 590 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 45 [letzte Serie: 54, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 191 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Montag, 1. Juli 2024

W3.0183I-II: Fußball, Football und Motoball zum Saisonabschluss

United Teltow Fussball Club (A-Junioren)

2 : 1 (1:1)

FSV Eintracht Glindow (A-Junioren)

- Datum: Samstag, 29. Juni 2024 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Finale A-Junioren Kreispokal Havelland (beide Teams Kreisliga Havelland A-Junioren; 5. und unterste Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 2-1 nach 98 Minuten (48/50) – Halbzeit: 1-1

- Tore: 0-1 15. Nr. 11, 1-1 30. Bürger, 2-1 54. Bürger

- Verwarnungen: 2x Teltow, 2x Glindow

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportanlage Heller Fichten (Michendorf, Kap. 600, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 150 Teltow, 100 Glindow)

- Spielbewertung: 7,5/10

Potsdam Royals

40 : 19 (6:7)

Dresden Monarchs

- Datum: Samstag, 29. Juni 2024 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: German Football League, GFL Nord (1. Spielklasse im deutschen American Football)
- Ergebnis: 40-19 nach 60 Minuten (4x15) – Viertel: 0-0, 6-7, 22-0, 12-12

- Statistiken: NN

- Austragungsort: Stadion Luftschiffhafen (Kap. 7.500, davon 2.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 3.000 (davon 2.786 zahlende und ca. 300 Gästefans)

- Spielbewertung: 4,0/10

Motorsportclub Pattensen 1928

5 : 13 (1:8)

1. Motorsportclub Seelze 1952

- Datum: Sonntag, 30. Juni 2024 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: Motoball-Bundesliga Nord (1. und einzige Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 5-13 nach 81 Minuten (20/20,5/20/20,5) – Viertel: 1-4, 0-4, 1-1, 3-4

- Tore: NN

- Grüne Karten: 3x Pattensen, 1x Seelze

- Gelbe Karten: 1x Seelze

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: sog. Sonnengeld Arena (Kap. 2.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 150 Gästefans)

- Spielbewertung: 8,0/10

United Teltow 2:1 Eintracht Glindow

Photos with English commentary:

a) Football (Soccer): Under-19 Cup Final Potsdam-Mittelmark in Michendorf

b) American Football: Potsdam Royals vs. Dresden Monarchs

c) Motoball (Motorbike Football): Pattensen vs. Seelze

d) Brandenburg: Potsdam and Michendorf

e) Hanover Region: Pattensen

Brandenburger Fußball U19-Kreispokal mit Pyromanie, American Football ostdeutsches Spitzenspiel im historischen Stadion Luftschiffhafen Potsdam und niedersächsisches Motoballderby in Pattensen. Die letzte Woche bzw. das letzte Wochenende in dieser Saison 2023/2024 hielt drei Sportarten mit drei jeweils für sich genommen besonderen Spielen bereit.

Etwas Sightseeing gab es auch. Potsdam ist – ich denke da sind viele Leser, welche nicht nur für Fußball sondern auch für Architektur zu haben sind, einer Meinung mit mir – eine der schönsten Städte in Deutschland. Die Vielzahl an Schlössern und gewaltigen Verwaltungsbauten aus Barock, Jugendstil etc. sind einfach immer wieder eindrucksvoll – auch wenn man nur die Bundesstraße zwischen den Gebäuden entlang fährt und sich über die dummen Ampelschaltungen, nervigen Baustellen und ständigen Spurverengungen bei dichtem Verkehr ärgern muss... Ich bin aber auch noch auf dem Ruinenhügel (der Aussichtsturm ist leider nur an wenigen Tagen im Jahr für ein paar Stunden offen) gewesen, der aufgrund der Scheinruinen und alten Bäume sehenswert ist. Außerdem habe ich im ersten Spielort, Michendorf, wenige Kilometer außerhalb Potsdams, die Fachwerkkirche angeschaut. Und auch unweit des Luftschiffhafens gibt es durch den See und einige Villen (v.a. die schlossartige Privatuni direkt am Sportkomplex) gute Fotomotive.

Auch Pattensen, wenige Kilometer südlich von Hannover gelegen, ist einen Besuch wert. Von der Stadtbefestigung steht zwar fast nichts mehr und auch die Burg wurde geschliffen, sodass dort nun ein Gutshof und eine Villa aus dem 19. Jahrhundert stehen (vor letzterer parkte ich kostenlos, da Verwaltungsbau) – aber viel Fachwerk, enge Gassen und eine kuriose Kirche (Saalbau) kann man sich mal angucken.

Potsdam

Der Sportplatz Heller Fichten in Michendorf ist ähnlich unspektakulär aber gepflegt wie das ganze Dorf. Auf zwei Seiten kann zugeschaut werden, ringsrum stehen Bäume, auf den zwei Zuschauerseiten gibt es auch Metallbänke zum Sitzen.

Bei freiem Eintritt duellierten sich auf der Spielstätte von der SG Michendorf, der FC United Teltow U19 und der FSV Eintracht Glindow U19. Gut 300 Zuschauer, etwas mehr aus Teltow mit vielen Ballons und Bannern in Vereinsfarben, waren anwesend. Die Glindower – als Vizemeister hinter Aufsteiger Teltow in der Kreisliga der Außenseiter dieses Kreispokalfinals – hatte dafür jede Menge Pyro am Start. Ausdauernde Anfeuerungen, Pöbeleien, Feuerwerk – hier war echt was los!

Auch auf dem Feld eine gute und unterhaltsame Partie: Teltow bestimmte von Beginn an das Spiel, doch Glindow konterte geschickt zum 0:1. Vor der Pause in einem mittlerweile fast ausgeglichenen Spiel fiel der Ausgleich. Nach der Pause kam von Glindow nichts mehr und Teltow brachte von den vielen Chancen immerhin noch eine zum Siegtreffer im Tor unter.

Potsdam Royals 40:19 Dresden Monarchs

Nominell viel höherklassiger, aber dann wie zu erwarten deutlich weniger unterhaltsam, war das Spitzenspiel der Nordstaffel der German Football League. Diese halbprofessionelle oberste Spielklasse im deutschen Football hat eine Nord- und eine Südstaffel. In den letzten Jahren ist die Nordstaffel mit 3 von 4 Meistertiteln sogar erfolgreicher als der Süden mit Rekordmeister Schwäbisch Hall, der nur noch einen Titel in den letzten 4 Jahren holte. Außer Braunschweig und Dresden waren es eben jene Potsdam Royals die den German Bowl schnappten – letzte Saison. Leider hat der Verein finanzielle Probleme und dass die Sportstätte seit Jahren saniert wird, ist auch nicht ideal. Allerdings ist bei den knapp 3.000 Zuschauern die hier zum Spiel Erster gegen Zweiter eintrudelten (darunter locker 300 aus Dresden!) der derzeitige Zustand des Stadions im Luftschiffhafen völlig ausreichend. Seit Mitte der 1920er ist der Luftschiffhafen vor allem ein Sportgelände, das Stadion dürfte 1927 eröffnet und in den 1950ern noch mal erheblich verändert worden sein. Nun wurden die Stehränge hinter den Toren saniert und die Gegentribüne abgerissen (ob da was aufgebaut wird, weiß ich nicht). Highlight ist allerdings eh die Haupttribüne mit Holzdach und Holzbänken. Ein wirklich schöner Bau!

Es ist ein Phänomen in Deutschland, dass Football-Teams, die teils nicht mal in der GFL sondern weiter unten spielen, oft die tollsten alten Stadien bespielen, in denen aus irgendeinem Grund kein Fußball mehr gespielt wird. Ob Herrmann-Löns-Stadion Paderborn, das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, die Kampfbahn Solingen-Wald (da gibt es zum Glück auch Rugby, was trotz gerade einmal NRW-Liga immer noch interessanter ist als Football) – oder eben dieser Luftschiffhafen. Es dürfte ein gutes Dutzend solcher Beispiele geben!

Für 13,69€ (12€ plus irgendwelche Gebühren), was noch im unteren Ligapreisdurchschnitt liegt, gab es Tickets. Die Sicht war nicht überragend, da die Tribüne – für Deutschland leider typisch – nicht so steil wie z.B. in den USA meist, ansteigt.

Die Partie war auch alles andere als überragend, auch wenn die Sprecher versuchten, jeden Mist inklusive der blödsinnigen Taktiererei mit 3 Auszeiten in den letzten 3 Sekunden eines Quarters (genau deswegen finde ich American Football zum Kotzen!) abzufeiern. Stimmungsmäßig ging auch vor allem der Dresdener Fanblock mit. Deren Mannschaft führte auch zur Pause, brach dann aber völlig ein. Von 6:7 zog Potsdam auf 28:7 nach drei Touchdowns und teils erfolgreichen Two-Point-Conversions davon. Am Ende ein 40:19, was für ein Spitzenspiel, welches dennoch wenige Ereignisse auf dem Feld bot, sehr deutlich ist.

Pattensen

Ein paar bekannte Personen der Gegenwart sind in Pattensen aufgewachsen oder sportlich aktiv gewesen: Die Mertesackers und auch A.C.A. Baerbock – letztere hat zum Glück keinen Einfluss auf die Mehrheit der Bevölkerung in Pattensen, die Grünen bekommen zwar noch zweistellige Stimmanteile, aber mittlerweile weniger als die anderen salonfähig gemachten Extremisten (AfD) – wär Pattensen eine Grüne Hochburg, wäre wahrscheinlich dieser in Niedersachsen nur in Pattensen und Seelze betriebene Motorsport schon längst verboten worden...

Die beiden Teams spielten heute gegeneinander, deswegen besuchte ich nun Pattensen nach 2012 noch ein weiteres Mal. Die beiden Orten liegen nur 25km auseinander – seltsam, dass heute nur knapp 300 Zuschauer und davon ungefähr die Hälfte aus Seelze erschienen! Der Regen war schon eine Stunde vorm Spiel weg – keine Ahnung, warum so wenig los war!

Aber wenn schon keine Stimmung dann war doch wenigstens richtig was los auf dem Feld! Leider Tabellenführer Seelze von Beginn an völlig überlegen – der Tabellenzweite aus Pattensen brachte es erst vor der ersten Pause fertig, mal ein Tor zu erzielen. Und dabei hatten sie zuvor schon vier kassiert. 1:8 hieß es dann zum Seitenwechsel. Bis es zweistellig wurde, dauerte es aber ins vierte Viertel, weil das dritte Viertel offenbar nur von der zweiten Reihe der Gäste gespielt wurde. Im Schlussviertel gab es teils kuriose Szenen, als Seelze einmal mit zwei Leuten in Unterzahl war und ein Gegentor (zum 3:11) einfach geschehen ließ, um wieder den mit grüner Karte belegten Spieler aufs Feld bringen zu dürfen... Am Ende hieß es in der wirklich starken, teils ruppigen, aber immer sehenswerten und unterhaltsamen Partie 5:13.

MSC Pattensen 1928 5:13 1.MSC Seelze 1952

Statistik:

- Grounds: 3.660 (Sa 2 neue; diese Saison: 247 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.126 (Sa 2, So 1; diese Saison: 302)

- Tourkilometer: 540 (Sa 410km Auto, So 130km Auto)

- Saisonkilometer: 103.080 (58.120 Flugzeug/ 35.410 Auto, davon 15.450 Mietwagen/ 5.890 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 4.480 Fahrrad/ 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 54, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 183 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].