Montag, 14. Februar 2011

W237II: Müchelner Radballer weiter ohne Punktverlust - und; Packender Sieg für Leuna im Weißenfelser Zoo...

3. Turnier der Radball-Verbandsliga Sachsen-Anhalt Süd
Datum: Samstag, 12. Februar 2011 - Beginn 10.00
Liga: Verbandsliga Sachsen-Anhalt Süd (4. Liga)
Beste Spiele: Mücheln 2-1 Zeitz und Zscherben 4:9 Zeitz (je 7,0/10)
Schwächstes Spiel: Zscherben 5:2 Tollwitz (3,5/10)
Verwarnungen: 2x Tollwitz (geg. Zeitz und Zscherben, jew. wg. Reklamierens)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Turnhalle Grundschule Rasberg (Zeitz, Kap. 100, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: 10 (6x Zeitz, 2 Mücheln, 2x Zscherben)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Bewertungsdurchschnitt 5,7: auf jeden Fall ein gelungenes Turnier!)

FC Rot-Weiß Weißenfels 3:4 TSV Leuna 1919
Datum: Samstag, 5. Februar 2011 - Anstoß 14.00
Liga: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 3:4 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1:2
Tore: 0-1 4. Rene Lorber, 1-1 8. Felix Lisson (Foulelfmeter), 1-2 19. Kevin Degner, 2-2 46. David Lange, 3-2 62. Martin Köhler, 3-3 85. Nino Hammerschmidt, 3-4 89. Michael Schulze
Verwarnungen: Maik Steinbrück (RW); Rene Lorber, Franz Motz (?), Rene Hammerschmidt (TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Kunstrasenplatz am Röntgenweg (Kap. 524, davon 24 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Spannendes und gutes Spiel mit herausragend guter Schlussphase)
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Photos and English version:
a)
Cycle Ball Tournament in Zeitz/ Rasberg. With hosts Chemie Zeitz, also: VfH Mücheln 2, RSV Zscherben 5, RSV Tollwitz 2, RSV Unseburg 1.
b)
Amateur Football. Rot-Weiß Weißenfels 3:4 TSV Leuna 1919. Thrilling Match on Germany’s Shittiest Football Ground.

Samstag ging’s wieder früh raus, die Räder in den Zug gepackt und mit Hopperticket nach Zeitz. Da uns die Zeit vorm Turnier zu lange war, fuhren wir erst einmal über Tröglitz und Rehmsdorf nach Rasberg, einem Ortsteil von Zeitz, wo das Radballturnier der Verbandsliga Süd stattfand. Unser guter Bekannter und Lieblingsradballer Gerd Heimbach war da mal wieder in Aktion. An seiner Seite der talentierte, junge Max Wagner. Mit der fantastischen Bilanz von 12 Siegen aus 12 Spielen gingen die Müchelner in dieses Turnier und aus diesem Turnier sollten sie mit der Bilanz 18 Spiele - 18 Siege gehen. Dass davon zwei durch Nichtantreten der krankheits- bzw. berufsbedingt fehlenden Mannschaften Sangerhausen 3 und Tollwitz 1 zustande kamen, tut nichts zur Sache.

In der Sporthalle der Grundschule, die ein ganz ordentlicher Bau mit guter Gestaltung des Oberlichts, aber von nicht gerade ausladenden Maßen ist, wurde vor 10 Zuschauern das besagte Turnier ausgetragen. Es sollte durchgehend sehenswert sein. Für diese niedrige Spielklasse war es meines Erachtens besonders gut.

Das erste Spiel der Müchelner Radballer war jenes gegen Unseburg. Letztere waren gut in den Spieltag gestartet, aber konnten gegen die guten Kombinationen von Heimbach und Wagner, die beide bis zur Pause je zwei Treffer erzielten, nicht viel ausrichten. Ein strammer Schuss, der gerade so zwischen Torpfosten und Schlauchreifen des Torhüterrades passte, sollte der einzige Treffer für Unseburg (Salzlandkreis) bleiben. Wagner legte in der zweiten Hälfte noch einmal doppelt nach.

Danach spielte Mücheln auch gegen Tollwitz stark. Nach einem Hattrick von Heimbach war das Spiel entschieden und die Tollwitzer rissen sich auch zum ersten Mal im Turnier zusammen. Gegen Heimbach wollten sie wohl doch keinen Streit vom Zaun brechen, wie in den beiden Spielen zuvor... Sogar einen guten Treffer erzielten sie. Aber mehr als dieser Ehrentreffer war auch hier nicht drin.

Im dritten Spiel von Mücheln gab es den dritten sehenswerten Sieg, wobei Zeitz erwartungsgemäß am besten spielerisch mithalten konnte. Den ersten Treffer Heimbachs konnten sie schnell ausgleichen, doch den zweiten Treffer dann nicht mehr. Dieses Spiel war auch so ziemlich das beste Match im Turnier – die beiden Mannschaften waren auch die spielerisch besten.

Die weiteren Spiele liefen so ab:
Im Eröffnungsspiel gewann Unseburg durch das geschickte Ausnutzen der Fehler des nervös und unsicher spielenden Gegners Zscherben viel zu hoch mit 5:1.
Dann gewann Zeitz gegen Tollwitz mit 2:1, wobei das Herumtoben der Tollwitzer Spieler, die irgendwie meinten vom Schiri benachteiligt worden zu sein, mitunter unterhaltsamer war als das Spiel.
Zscherben schoss Tollwitz mit 5:2 ab, wobei die Tollwitzer sich wieder eine Verwarnung einfingen, da sie sich wieder als die Opfer parteiischer Schiedsrichter sahen. Das erinnerte schon an bestimmte Bundesligamannschaften wie Zscherben 1, Ehrenberg 1 und, ganz schlimm: Ginsheim. Aber spielerisch setzten hier nur die jungen Spieler von Zscherben 5 Aktionen.
Zscherben verlor dann das nächste Spiel wieder, wobei das 4:9 gegen Zeitz das torreichste Spiel des Turniers war. Es lebte aber auch von anderen guten Szenen und nicht nur den Toren. Chemie Zeitz war dabei die bessere Mannschaft.
Im Spiel gegen Unseburg erkämpfte Tollwitz dann mit ihrer einzigen guten Partie in diesem Turnier einen Punkt. 4:4 in einem ordentlichen Duell.
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Die Ergebnisse im Überblick [Unterhaltungswert]:
Zscherben 5 (1:5) Unseburg 1 [5,5]
Tollwitz 2 (1:2) Zeitz 4 [5,0]
Mücheln 2 (6:1) Unseburg 1 [6,5]
Zscherben 5 (5:2) Tollwitz 1 [3,5]
Mücheln 2 (3:1) Tollwitz 2 [6,0]
Zscherben 5 (4:9) Zeitz 4 [7,0]
Tollwitz 2 (4:4) Unseburg 1 [5,0]
Mücheln 2 (2:1) Zeitz 4 [7,0]
Zeitz 4 (5:2) Unseburg 1 [-,-]
Mücheln 2 (6:4) Zscherben 5 [-,-]

Kleine Statistische Anmerkung:
Es fielen insgesamt 68 Tore in 10 Partien.
Damit fielen im Schnitt 6,8 Tore pro Spiel.
Das torreichste Spiel war ein 4:9.
Die torärmsten Spiele 2:1 (2x).
Die einzigen Ergebnisse, die mehr als einmal erzielt wurden, waren 2:1 (2x) und 5:2 (2x).
Nach 3 von 4 Spieltagen führt VfH Mücheln 2 die Ligatabelle mit 18 Siegen aus 18 Spielen (=54 Punkte) und 113:38 Toren an. Dahinter kommt Chemie Zeitz 4 (12 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen: 79-45 Tore).

Vor den letzten beiden Spielen verabschiedeten wir uns – beim Radball hat man als Zuschauer einen viel persönlicheren Umgang zueinander als bei den meisten anderen Sportarten: außer ganz selten mal beim Fußball wird man als Fremder nicht handschläglich begrüßt oder verabschiedet – da wir den Zug nach Weißenfels erreichen mussten. So kamen wir eine Minute vor Anpfiff der nachfolgenden Fußballpartie zwischen Rot-Weiß Weißenfels und dem TSV Leuna 1919 an.
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Einige Leute bei Rot-Weiß Weißenfels - bzw. die Pfuscher, die den Nebenplatz angelegt haben - waren wohl zu oft im Weißenfelser Heimattiergarten: so etwas Bescheuertes wie den neuen Kunstrasenplatz im Röntgenweg hab ich noch nicht gesehen; obwohl komplett von hohen Zäunen und Fangnetzen umgeben, darf man nicht den Innenraum betreten, da es keine Abgrenzung zum Spielfeld gibt. Die Zuschauer gucken nur von Außen rein und haben von einem Graswall hinter dem einen Tor einen mäßigen oder von der Seite mit den angrenzenden Industrieruinen einen schlechten Blick aufs Spielgeschehen. Über den engmaschigen Zaun kann man selbst vom Graswall aus nur teilweise und von den ebenirdischen Stellen gar nicht drüber gucken, der Blick ist daher wie jener in ein Zoogehege. Man muss sich auf der Längsseite am Zaun stehend schon zusammenreißen, dem direkt vorm Zaun auf und ab laufenden Linienrichter nicht irgendetwas durch den Zaun zu reichen – im Gegensatz zu einem Zoo fehlen nämlich die „Füttern verboten“ Schilder beim Sportplatz von Rot-Weiß...

Auf dem ganz ansehnlichen Hauptplatz mit seiner fünfreihigen Tribüne hätte natürlich problemlos gespielt werden können, aber irgendwie scheinen viele Vereine jetzt dazu überzugehen, Naturrasenfußball abzuschaffen und nur noch auf dem Fußabstreifermaterial namens Kunstrasen zu spielen. Leider leisten sich ja auch immer mehr Dorfclubs den Luxus eines Kunstrasenplatzes – und die wenigstens haben so eine gute Kunstrasenplatzanlage wie unser TSV Leuna; aber Leuna ist ja auch kein Dorfverein. Für Rot-Weiß Weißenfels gilt das allerdings schon: im Schatten des 1. FC stehend sind die Zuschauerzahlen wie die Atmosphäre erbärmlich. Die einzigen Zuschauer die mit dem Spielverlauf mitgingen waren jene aus Leuna. Und die Leunaer waren in der Überzahl: von den 80 Zuschauern waren knapp 50 aus der Industrie- und Gartenstadt!

3€ (bzw. 2€ ermäßigt) für ein Spiel auf einer solchen Drecksanlage zu verlangen ist schon asozial, aber entspricht der Preislage des Weißenfelser Heimtierparks. Der Merseburger Tierpark garantiert allerdings freien Eintritt, was bei dem Affenkäfigblick auf dem Nebenplatz auch angemessen gewesen wäre.

Aber wenigstens war das Spiel gut und spannend! Wenn man sich die im Vorfeld ausgetragenen Testspiele anguckt, so stellt man fest, dass bei Leuna eine Verbesserung eingetreten zu sein scheint – u.a. ein 5:5 gegen VfB IMO Merseburg und ein 7:0 gegen Braunsbedra II – und bei Rot-Weiß Stagnation herrscht. Rot-Weiß ist vor dem Spiel als 8. und TSV Leuna nur als 15. von 16, dabei 1 Punkt Rückstand auf Nichtabstiegsplatz 13, in der Tabelle zu finden gewesen. Nach dem Spiel sollten sie näher zusammenrücken.

Gleich ein furioser Beginn: es dauerte nur vier Minuten ehe Rene Lorber sehenswert aus einiger Entfernung zum 0:1 einnetzte. Allerdings war der erste Weißenfelser Angriff gleich erfolgreich: nach unnötigem Ballverlust im Mittelfeld und einem unglücklichen Zuspiel gab es Einwurf für RW. Ein Weißenfelser setzte sich gut im Strafraum durch und wurde nur mit einem Foul gestoppt. Leider ein klarer Elfmeter und verwandelt wurde er auch sicher. Leuna war in der Folgezeit allerdings die klar spielbestimmende Mannschaft. Außer Kevin Degner traf aber niemand. Aber immerhin: eine wichtige Führung zur Pause.

Die Gastgeber kamen dann frisch aus der Kabine und hatten einen prima Start: der 2:2 Ausgleich nach einer halben Minute, sofort mit dem ersten Angriff. Das Spiel war nun ausgeglichen und etwa eine Viertelstunde später kam Weißenfels zum Führungstreffer. Leuna machte nun mehr Druck, der ab der 80. Minute so intensiviert wurde, dass Rot-Weiß nur noch verteidigen konnte. Hier stieß der Schiri auch an die Grenzen seines Geschicks: die Linienrichter waren diesmal wirklich gut zu gebrauchen gewesen, konnten dem Schiri aber auch nicht bei seiner haarsträubenden Linie betreffs Kartengebens und angebliche Stürmerfouls abpfeifen zurechtweißen. Jetzt war das Spiel auch recht hart, da Weißenfels zwei Mal mit offensichtlicher Verletzungsabsicht in den Mann holzte und die Emotionen auch bei Leuna höher gingen, als zuvor im Spiel. Aber es blieb noch alles im normalen Rahmen. Dem Druck des unermüdlich kämpfenden TSV Leuna hielt Rot-Weiß zum Ende der Partie hin dann doch nicht mehr stand: ein prima Kopfball von Hammerschmidt und ein klasse Abstauber nach Torwartfehler (des ansonst wirklich guten Schreibers!) von Kapitän Michael Schulze – ein Geburtstagsgeschenk in der 89. für seinen Mannschaftsarzt-Vater – zum 3:3 bzw. 3:4!

Die Chancenzahl und Spielanteile gegeneinander aufwiegend kamen auch Weißenfelser neben uns zu dem Schluss, dass Leuna – für sie „leider“, für uns „zum Glück!“ – verdient gewann. Am Spielniveau gab es auch nichts zu kritisieren, auch wenn nicht 90 Minuten volles Tempo und unablässig Action war. So eine geschlossene Mannschaftsleistung sieht man nicht alle Tage – also weiter so, Leuna!
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Da bei diesem rot-weißen Schrottverein das Sportlerheim nicht offen hatte – ja nicht einmal ein Imbiss oder Grill aufgebaut war – gingen wir zum benachbarten Dönerimbiss in der Merseburger Straße (zwischen Neuer Park und Schlachthofstraße) und fuhren dann mit den Rädern nach Merseburg zurück.

Noch ein Hinweis an andere Fans: wenn das Spiel nicht auf dem Hauptplatz sondern auf eben diesem scheiß Kunstrasenplatz stattfindet, könnte man auch - statt den besten Blick auf dem Graswall innerhalb der Anlage zu suchen - von der benachbarten Bebauung aus einen besseren Blick suchen. Die gut zugänglichen Leitern auf den Tanks und erstrecht die schwieriger zugänglichen Gebäudedächer in der direkt angrenzenden Industrieruine (über Neuer Park und Schlachthofstraße erreichbar) sollten einen besseren Blick, als der Graswall hinterm Tor bieten. Aber ich glaube nicht, dass diese Zuschauerplatzoptimierungstaktik, die z.B. im südlichen und östlichen Mittelmeerraum Gang und Gebe ist, in Weißenfels so gerne gesehen wird...
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Statistik:
Grounds: 524 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 74 neue)
Sportveranstaltungen: 1.223 (heute 2, diese Saison: 110)
Tageskilometer: 130 (80 Bahn, 50 Fahrrad)
Saisonkilometer: 18.760 (12.070 Auto/ 3.410 Bahn, Bus, Tram/ 2.480 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 237

W237I: Neuangesetztes Derby mit wenigen Highlights, aber Hauptsache Ostdeutscher Meister!

Mitteldeutscher EC Saalebulls Halle 3:0 IceFighters Leipzig
Freitag 11. Februar 2010 – Anbully 20.00
Liga: Oberliga Ost (3. Liga, Halbprofiliga)
Ergebnis: 3:0 nach 60 Min. – Drittel: 1:0, 1:0, 1:0
Tore: 1-0 13. Jedrzej Kasperczyk (+1), 2-0 36. Tomas Burian, 3-0 49. Sebastian Lehmann
Zeitstrafen: Eric Wunderlich 14 (2+2+10), Benjamin Thiede 14 (2+2+10) [Saalebulls = 28 Minuten]; Billy Themm 14 (2+2+10), Florian Ullman 14 (2+2+10), Jens Müller 4 (2; 2), Tomas Vrba 2, Kevin Nighbert 2 [IceFighters = 36 Minuten]
Halle: Eissporthalle Halle (Kap. 3.000, davon 1.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 2.900 (davon ca. 500 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Halle klar besser, aber auch nicht auf dem Niveau eines Meisters)
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Photos and English version:
Eastern Germany Ice Hockey Derby: MEC Saalebulls Halle 3-0 IceFighters Leipzig

Vorweg: falls sich einer gewundert hat; der ESC 04 Saalebulls hieß ja bis 2004 noch Saaleteufel, jetzt haben sie sich in „Mitteldeutscher Eishockey Club Saalebulls 04 Halle“ umbenannt. Irgendwie ist das ja in Mode, alles im Osten Deutschlands als „mitteldeutsch“ zu bezeichnen. Viele Sportvereine, die hochklassig spielen oder spielen wollen und aus Sachsen, Thüringen oder vor allem Sachsen-Anhalt kommen, meinen dieses unpassende „mitteldeutsch“ im Namen unterbringen zu müssen.

Dieses Mal trauten sich die auf dem vorletzten Tabellenplatz herumgurkenden Leipziger in die hallesche Eissporthalle am Gimritzer Damm – am 23.1. hatten sie noch aus fadenscheinigen Gründen abgesagt; und das nur 6 Stunden vorher, was nun wirklich asozial ist und den Hallensern finanzielle Schäden verursachte. Die auch als „Stierkampfarena“ bezeichnete, etwas heruntergekommene und beschissen beleuchtete aber trotzdem sehenswerte Halle, war mit knapp 3.000 Zuschauern gut gefüllt. Darunter fanden sich auch 500 Leipziger, die zwar auch das Spiel über beherzt aber unspektakulär anfeuerten, jedoch gegen die Hallenser nicht so durchkamen. Bei den Saalebulls-Fans taten sich wie immer die im Hintertorsektor stehenden Fans hervor – die hantierten auch mit zwei größeren Flaggen mit guten Motiven – aber auch die Leute um uns herum, also jene auf den Stehplätzen auf der rechten Haupttribünenseite, gingen gut mit: einige Sprechchöre, regelmäßige Anfeuerungen, derbes Liedgut und Pöbeleien.

Die Show drum herum war diesmal besonders ausführlich: was wieder absoluter Müll war, war die Autoshow – den Dreck kann man wirklich lassen, die Sponsoren sind schon penetrant genug mit ihrer Werbung vertreten. Doch die Feuer- und Pyroeinlagen waren ganz gelungen und auch die Verlosung war originell: 10 Preise wurden gezogen, die bei handsignierten Eishockeyschlägern anfingen, über ein Essen mit einem Spieler der Saalebulls in der Kneipe der Eishalle gingen und bei einem Heimspiel auf der Mannschaftsbank der Saalebulls endeten. Ich hab zwar nicht mitgemacht, aber so ein Spiel von der Mannschaftsbank aus zu beobachten hat schon was. Es sei denn, man ist selber Spieler: da möchte ich natürlich auch lieber eingewechselt sein und nicht draußen rumsitzen...
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Also zu den Spielern: Halle ist ja souveräner Tabellenführer und hätte mit einem Sieg den Meistertitel der Ostliga klar machen können, das war auch offensichtlich ihr Ziel, aber auf welchem Niveau das abging, war eines Spitzenreiters nicht würdig. Wie bei der Masse von technischen Fehlern und dem langsamen Tempo die Bulls so klar die Liga dominieren konnten, kann ich mir nur so erklären, dass sie heute erheblich schlechter spielten als sonst.
Aber während die Hallenser wenigstens noch unterstes Mittelmaß waren, war Leipzig so scheiße wie ihre hellblauen Trikots. In Überzahl setzte Halle die einzige wirklich gute Szene in Drittel eins und ging in Führung.

Das zweite Drittel war kaum besser, doch Halle erzielte ein wirklich schönes Tor. Als zweites Highlight muss man das hallesche Powerplay gegen ein bzw. dann sogar zwei Leipziger weniger hervorheben. Allerdings war das nicht nur unterhaltsam, sondern dilettantisch ausgeführt. Es blieb also beim 2:0 bis zur zweiten Drittelpause. Ach so; das dritte Highlight im zweiten Drittel war dann die Schlägerei zwischen Wunderlich und Themm. Beide wurden mit 2+2+10 Minuten nach einem zünftigen Faustkampf bestraft.

Im letzten Spielabschnitt gab es noch so eine Schlägerei – diesmal waren Thiede und Ullmann beim Prügeln zugange; auch hier 2+2+10 für jeden – und ein weiteres, stark erzieltes hallesches Tor. Im dritten Drittel hatten die IceFighter, die außer zwei Fights wirklich fast nichts auf dem Eis gezeigt hatten, zu Beginn ein paar Torchancen – aber alles in allem war das eine typische Tabellenvorletztenleistung.

Eine meisterliche Leistung war das zwar heute nicht, aber auch wer die Liga so klar beherrscht hat, kann nicht immer gut spielen. Hauptsache sind auch der Sieg gegen die scheiß Leipziger und ein 7 Spieltage vor Schluss feststehender Titelgewinn!
Groundhopping Merseburg gratuliert dem sympathischsten Oberligaklub und zweifelsfrei besten Mannschaft der Liga, dem MEC 04 Saalebulls Halle natürlich mit Freude zur ostdeutschen Meisterschaft und wünscht viel Erfolg in den Play-offs!!!
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Statistik:
Grounds: 522 (kein neuer Ground; diese Saison: 72 neue)
Sportveranstaltungen: 1.221 (diese Saison: 108)
Tageskilometer: 50 (50 Fahrrad)
Saisonkilometer: 18.630 (12.070 Auto/ 3.330 Bahn, Bus, Tram/ 2.430 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 237

Sonntag, 6. Februar 2011

W236II: Handballliga und -Pokal in Prittitz/ Plotha-Plennschütz

SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz 30:37 SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz
Sonntag, 6. Februar 2011 - Anwurf 16.00
Viertelfinale Pokal des Handballverbands Sachsen-Anhalt (6. Liga, 3. Amateurliga gegen 5. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 30:37 nach 60 Min. – Halbzeit: 14:19
Torfolge: 1-0, 1-1, 2-1, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 6-4, 6-6, 7-6, 7-7, 8-7, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-16, 13-16, 13-18, 14-18, 14-19; 14-20, 17-20, 17-21, 18-21, 18-23, 19-23, 19-27, 20-27, 20-28, 24-28, 24-29, 25-29, 25-33, 26-33, 26-34, 28-34, 28-36, 29-36, 29-37, 30-37
Siebenmeter: Saaletal 3 von 5, GWWP 4 von 5
Verwarnungen: 2x Saaletal; 2x GWWP)
Zeitstrafen in Minuten: 7x Saaletal = 14 Minuten; 7x GWWP = 14 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Prittitz machte zu viele Fehler, sonst wäre das Spiel spannend gewesen – beide Mannschaften aber auf ganz ordentlichem Niveau)

SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz II 29:22 TSG Gymnasium Querfurt
Sonntag, 6. Februar 2011 - Anwurf 16.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:22 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:12
Torfolge: 2-0, 2-1, 4-1, 4-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 7-4, 7-5, 9-5, 9-6, 10-6, 10-8, 11-8, 12-8, 12-9, 13-9, 13-10, 15-10, 15-11, 16-11, 16-12; 16-13, 17-13, 17-14, 18-14, 18-17, 20-17, 20-18, 21-18, 21-19, 25-19, 25-20, 26-20, 26-21, 27-21, 27-22, 29-22
Siebenmeter: Saaletal 4 von 7, Querfurt 4 von 4
Verwarnungen: 1x Saaletal; 2x Querfurt
Zeitstrafen in Minuten: 4x Saaletal = 8 Minuten; 4x Querfurt = 8 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Saaletal II spielte gar nicht so schlecht wie ihr Tabellenplatz aussagt und siegte verdient)
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Photos and English version:
Handball in Prittitz/ Plotha-Plennschütz Village: SG Saaletal vs. Wittenberg-Piesteritz (Amateur Cup Quarterfinal) and SG Saaletal Reserve vs. Gymnasium Querfurt (Amateur League)

A Match Scene With Fans' Support On Video
http://www.youtube.com/watch?v=cuIXco4kTSk

Von Naumburg aus führen schöne, enge, bergige und wenig befahrene Straßen über Schönburg – wie der Name schon sagt gibt es dort eine schöne Burganlage – und Possenhain und andere Dörfer nach Plotha und Plennschütz, beides Ortsteil der Gemeinde Prittitz. Während Plennschütz und Prittitz noch ganz ordentlich aussehen, ist Plotha ein ziemlich verrotteter Ort mit einer ungesichert vor sich hin gammelnden Dorfkirchenruine. Eine Kirche in besserem Zustand befindet sich in Prittitz.

Die SG Saaletal ist eine mal in Braunsbedra, mal in Prittitz spielende Spielgemeinschaft aus mehreren Vereinen mit Einzugsgebiet in etlichen Dörfern zwischen Weißenfels und Naumburg wie z.B. Reichardtswerben, Prittitz, Plotha und Plennschütz. Die Sporthalle liegt neben einem ebenso wenig wie jenem in Prittitz im Spielbetrieb genutzten Fußballplatz. Die Halle liegt direkt auf der Ortsgrenze zwischen Plotha und Plennschütz. Gerade wenn man aus Plotha kommend zur Halle fährt, wundert man sich über so einen modernen Bau, der außen so farblich und von den baulichen Elementen so ansprechend gebaut ist, in einem solchen Kaff. Innen gibt es natürlich die üblichen Mängel bei den Sporthallen der 2000er-Generation: die Obertribüne hat zwei Bankreihen und zu viele Balken vor der ersten Reihe und die Fenster lassen zu viel blendendes Licht mit Schattenwürfen herein. Da mögen Formen und Farben stimmen, aber die Sicht der Zuschauer ist eingeschränkt, die Beleuchtung nicht so toll und für die Spieler je nach Wetterlage auch nicht unbedingt der ideale Spielort.

Zum Vorspiel war Eintritt frei, das Hauptspiel konnte man sich für 3€ ansehen. Dieses Vorspiel war die Bezirksligapartie zwischen dem mit nur zwei Siegen aus 13 Spielen Tabellenletzten aus dem Saaletal und dem Fünftplatzierten aus Querfurt, der weit abgeschlagen hinter der Tabellenspitze um USV Halle, Dieskau und Queis aber klar vor den hinteren Rängen mit den Reserven von WHV, Friesen, Saaletal und der Ersten von Langenbogen liegt. Dass die Querfurter klar favorisiert waren, hat man nur kurz nach der Pause mal gemerkt, aber nach fünf Minuten Aufholjagd war die Luft draußen. Für die „Gymnasiasten“ muss die Niederlage doch recht peinlich gewesen sein: recht viel gemeckert haben sie ja auch. Die Reserve von Saaletal Reichardtswerben-Prittitz war andauernd in Führung und hatte die besseren Werfer. Mit besseren Torhütern hätten sie auf jeden Fall mit 10 oder mehr Toren Unterschied gewonnen.
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Zwischen den Spielen testeten wir das erbärmliche Niveau der Gaststätte – fast niemand kauft da eine Bockwurst: die Leute, die da immer nur Bier saufen, wissen wohl warum sie nichts dazu essen – und beim Hauptspiel blieb dann eine Überraschung wie im Vorspiel aus. Im Viertelfinale des Landespokals von Sachsen-Anhalt, trat der Zweitplatzierte der Verbandsliga Süd gegen den Zweitplatzierten der Sachsen-Anhalt-Liga an: SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz I gegen SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz. Letztere kamen in den ersten 15 Minuten nicht so richtig in Fahrt. Dass sie nicht deutlich in Rückstand gerieten, war Fehlern der Heimmannschaft und leider auch fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geschuldet. Die Schiris sollten aber nicht weiter auf das Spiel Einfluss nehmen, da es bei vereinzelten Fehlentscheidungen auf beiden Seiten blieb, die sie mit Arroganz ganz gut überspielen konnten. Arroganz war wahrscheinlich auch der Grund für den schwachen Start der Gäste: als der Trainer sie noch mal in der Auszeit einschwor, gingen sie deutlich konzentrierter und effektiver zu Werke und konnten sich mit starken Angriffen und platzierten Würfen – von denen aber der ein oder anderen trotzdem von einem besseren Torwart gehalten oder von einer besseren Abwehr verhindert worden wäre – mit bis zu fünf Toren absetzen.

Vor der Halbzeit gab es das beste Tor der Partie: ein Wittenberger spielt ohne zu gucken aus der Rückhand, seitlich zum Tor stehend einen Pass über zwei Metern Entfernung über die Schulter, direkt zum mittig vorm Kasten platzierten Mitspieler, der den Ball reindonnert. Nach der Halbzeit ließen die Gäste die Heimmannschaft mehrmals herankommen, nur um dann Fehler auszunutzen und wieder davon zu ziehen. Am Ende waren die sieben Tore Unterschied eher zu hoch. Beide Mannschaften haben sehenswert und gut gespielt, doch eine Mannschaft, die um den Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga mitspielt, sollte schon mehr zeigen.

Mehr zeigen sollten auch die Wittenberger und Piesteritzer Fans, als ein bisschen Klatschen, Trommeln und Dazwischenrufen. Dass sich die Kinder und Enkel nicht um die Ur-Oma gekümmert haben, die sich mit lächerlichen Bemerkungen über schimpfende Heimfans (dabei hat sie selber Spieler beschimpft) und die Schiris (das ging von der ersten Minute an, als die noch gar keine Fehlentscheidung getroffen hatten – und sie trafen auch mehr Fehlurteile zugunsten der Gäste) selber nur lächerlich machte, ist schon ziemlich wenig familiär. Ein bisschen Baldriantee von den Enkeln und das sinnlose Geschrei würde die wunderliche Alte schon zurückfahren... Gar nicht sinnlos war das Geschrei der Heimfans, die mit Zwischenrufen, einfachen Sprechchören und einem hervorragenden Schlagzeuger, der auch noch von anderen Trommeln unterstützt wurde, wirklich gute Stimmung auf die Beine stellten. Der Schlagzeuger hatte auch weit mehr drauf, als das übliche „bumm-bumm-bumm“ im immergleichen Takt, was man sonst beim Handball immer so hat: da wurden auch Becken eingesetzt und die Halle richtig gerockt. So ist die Stimmung richtig gut; ich muss sogar sagen, dass ich beim Handball seit mehreren Jahren nicht mehr so gute Stimmung erlebt habe – und das bei einer hohen zweistelligen Zahl von Spielen quer durch alle Ligen! Also: weiter so, Saaletal!!
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Statistik:
Ground Nr. 522 (ein neuer Ground; diese Saison: 72 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.219 und 1.220 (diese Saison: 107)
Tageskilometer: 80 (60 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 18.580 (12.070 Auto/ 3.330 Bahn, Bus, Tram/ 2.380 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 236

W236I: Fußball bei den Handwerkern und Wasserballspitzenreiter WU Magdeburg

SG Handwerk Magdeburg 0:3 Schönebecker SV 1861
Samstag, 5. Februar 2011 - Anstoß 14.00
Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0:3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0:2
Tore: 0-1 14. Hellige, 0-2 32. Birke, 0-3 84. Birke
Verwarnungen: Wolff, Hauer (SGH); Rindorf, Bruchmüller, Jörß (SVS)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Umfassungsweg (Kap. 800 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 110 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Handwerk harmlos, Schönebeck machte nur so viel wie nötig)

SG Wasserball Union Magdeburg 15:8 SV Duisburg 98
Samstag, 5. Februar 2011 - Anschwimmen 18.00
Deutsche Wasserball-Liga, Gruppe B (1. Liga, Halbprofiliga)
Ergebnis: 15:8 nach 32 Min. (Spielviertel: 5:1, 4:2, 4:2, 2:3)
Tore: Butikashvili 3, Kilibarda 3, Lonćarić 3, Schlanstedt 2, C. Bott 2, Stelzner 2 (WUM); Grohs 2, Wies 1, Schott 1, Krauser 1, Diakón 1, Focke 1, Standke 1 (SV98)
Fouls: 9 WUM, 10 SV98
Disqualifikation: 22. Lonćarić (3. Foul)
Spielort: Elbe-Schwimmhalle (Gesamtkapazität: 800 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Wasserball, v.a. die dominante Magdeburger Mannschaft wusste zu überzeugen)
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Photos and English version:
a)
Handwerk Magdeburg 0-3 Schönbecker SV (Amateur Football)
b)
WU Magdeburg 15:8 Duisburg 98 (German Waterpolo Top Flight)

Mit fast 30 Minuten Verspätung schaffte es der Zug von Halle in Magdeburg anzukommen. Wir waren froh, nicht noch weiter zu müssen, denn die Verspätung lieferte den fadenscheinigen Grund dafür, den Zug in Magdeburg auf der Strecke nach Halle zurück einzusetzen und nicht nach Uelzen weiter fahren zu lassen wie angekündigt. Wer nach Uelzen weiter wollte, musste über zwei Stunden auf die nächste Verbindung warten: das ist halt mal wieder asozial, asozialer, Deutsche Bahn...

Mit den Rädern schafften wir es noch einige Minuten vor Anpfiff eines Landesligaspiels in einen der nördlichen Magdeburger Ortsteile, wo umrahmt von der zugewucherten Zuwegung zu einem Baumarkt, der Schnellstraße Magdeburger Ring, einem schönen und gut sanierten Klinkergebäude einer Schule und auch einigen Plattenbauten – zum einen die Eingeschosser, in denen Kabinen, Kneipe etc. untergebracht sind, zum anderen die Mehrgeschosser dahinter, die gerade abgerissen werden – der Sportplatz der SG Handwerk Magdeburg liegt.

Für die üblichen 3€ Eintritt wollten etwas über 100 Fans dem Spiel zwischen dem 6. und dem 10. beiwohnen. Während von den Handwerkern nur der ein oder Zuruf zu hören war, feuerte eine kleine Gruppe Schönebecker doch sehr ausdauernd ihre Spieler an. Eine Trommel plus mindestens fünf grölende und singende Fans – das reicht schon völlig aus, um einen so engen Platz stimmungsmäßig zu unterhalten. Noch ein paar Papierrollen und Wunderkerzen rundeten das Bild ab. Fans die so mitgehen, haben leider nur wenige Vereine auf der Ebene. Und dabei fand ich das Spiel jetzt nicht so zum begeistert mitgehen geeignet... aber das liegt wahrscheinlich an meiner heute doch sehr neutralen Sicht.

Die sonst informative, gute und aufwendig gemachte Website der Schönebecker behauptete z.B. „10 Minuten lang war zittern angesagt, danach lief der "Motor"
rund. Mit einer überzeugenden Leistung...“ – in der Tat war die ersten 10 Minuten nur Handwerk am Drücker, vergab ein paar kleinere Möglichkeiten und kassierte dann nach weniger als einer Viertelstunde bereits den ersten Treffer, der auch wirklich gut heraus gespielt war. Danach war der Schönebecker Motor allerdings gleich wieder auf Schritttempo im ersten Gang zurückgefahren und Handwerk stümperte unterhaltsam aber erfolglos in der gegnerischen Hälfte herum. Das 0:2 war so etwa die dritte Chance für Schönebeck. Das mittelmäßige Spiel schien bereits da entschieden.

Die zweite Hälfte war dann schwächer als die erste aber Schönebeck nun doch mit etwas mehr Aktionen vorm gegnerischen Tor. Ein sehr schöner Freistoß in den Torwinkel zum 0:3 war das größte Highlight der Partie. Eine vergebene Schönebecker und mehrere vergebene Magdeburger Einschusschancen waren auch ganz ansehnlich. Ein paar beherzte Zweikämpfe ebenfalls. Der erste richtige Zweikampf nach nicht einmal 10 Minuten war aber beinahe schon der letzte für zwei Kontrahenten, die dann nach einem Zusammenstoß an der Auslinie – 50cm hinter der Auslinie befindet sich bescheuerterweise Verbundpflaster – heftig aufkamen. Aber dieser Verbundpflasterweg ist der einzige Mangel an diesem Kunstrasenplatz: man muss ja schon froh sein, dass überhaupt gespielt wurde, wenn man sich die Ausfallquote wegen angeblich unbespielbarer Plätze an diesem wirklich schönen Wintertag (für einen Wintertag sind 5-8 Grad und kaum Nieselregen sehr schön!) anguckt.
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Nach dem in Magdeburg üblichen Zwischenstopp beim „Bingöl Grill“ machten wir uns zur Elbe-Schwimmhalle auf. Diese moderne und von der Form der Tribünen her halbwegs gelungene Schwimmsporthalle hat zwei Mängel: außen sieht sie scheiße aus und innen ist sie beschissen ausgeleuchtet. Dass 6€ Eintritt – wenigstens hab ich mit Studentenausweis nur 4€ bezahlen müssen; bei meinem Stundentenausweis der Uni Halle hätte ich den Leuten an der Kasse blöde Bemerkungen zugetraut... – derb viel sind für nur 32 Spielminuten, muss ich schon mal sagen. Aber die Sicht in der Halle ist bei der fünf- bis sechsreihigen Tribüne auf der Längsseite überall prima und im Hintertorbereich und den beiden Ecken akzeptabel. Je eine Längs- und eine Hintertorseite sind mit blauen Sitzschalen auf den weißen Fließen ausgestattet.

Die knapp 300 Fans hatten sehr originell bedruckte Klatschfächer in die Hand gedrückt die bekommen: ich finde diese Klatschfächer zwar dämlich, da jeder Dorfvolleyballclub mittlerweile das Zeug druckt, aber die Wasserballer haben sachsen-anhaltische Hochschulstandorte auf der einen und Wasserballbilder mit dem Spruch „Wir tauchen früher auf“ (in Anlehnung an den saudummen Marketingspruch des Landes Sachsen-Anhalt: „Wir stehen früher auf“ der mit „und gehen dafür auch früher pennen und haben deshalb nicht mehr geschafft, als die Leute in den anderen Bundesländern“ ergänzt werden müsste) auf der anderen Seite des Fächers aufdrucken lassen. Lauter als die Heimfan waren aber mitunter die paar Duisburger Anhänger, die vielleicht nicht gedacht hätten, wie deutlich ihre Mannschaft heute verlieren würde.

Das Spiel zwischen dem Tabellenführer der Gruppe B; der Wasserball Union Magdeburg, und dem Verfolger; dem SV Duisburg 98, wurde mit einer Schweigeminute für die Opfer des Zugunglücks bei Hordorf eröffnet, u.a. auch da unter den 10 von einem kriminellen Güterzugführer Getöteten ein Wasserballfan der WU Magdeburg war. Die Partie war von Beginn an gut und sehenswert doch reichlich einseitig zugunsten der Magdeburger. Die Heimmannschaft hatte v.a. aufgrund ihrer südosteuropäischen Spieler und einem gewissen Schlanstedt (den Namen verbinde ich immer mit dem sachsen-anhaltischen Harz) technisch gute Spieler und gefährliche wie erfolgreiche Werfer in ihren Reihen. Mit bis zu neun Toren (12:3) führten die Magdeburger in diesem ziemlich sauberen und wie gesagt auch sehenswerten Wasserballspiel. 15:8 war der am Ende auch in der Höhe verdiente Endstand, der aber aufgrund der Tabellensituation – nun gut, Magdeburg hat mittlerweile vier Punkte Vorsprung auf den Verfolger – so nicht zu erhoffen war. Vor zwei oder drei Jahren hatte ich vom Vorgänger - SC Magdeburg Wasserball - noch ein schwaches Spiel gesehen; damals waren die auch Abstiegskandidat. Nun haben die Magdeburger eine schlagkräftige Truppe die sehenswert Wasserball spielt und deren finanziellen Hintergrund ich jetzt mal lieber nicht hinterfrage... Aber ob es für ein Signal in der Meisterrunde (ich weiß gar nicht, wie die Meisterrunde nun abläuft, da die Informationen dazu so schlecht und veraltet sind) oder gar ein Duell auf Augenhöhe mit Serienmeister Wasserfreunde Spandau reicht, ist mehr als nur fraglich. Ich muss mal ganz ehrlich sagen, bei allem Respekt für Spandau: in 32 Jahren 30 Meisterschaften zu gewinnen (seit 1979 alles, außer 1993 und 2006, ist nicht mehr bewundernswert sondern ein Armutszeugnis für das Niveau der deutschen Wasserballliga und einfach nur pervers!
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Statistik:
Grounds Nr. 520 und 521 (zwei neue Grounds; diese Saison: 71 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.217 und 1.218 (diese Saison: 105)
Tageskilometer: 210 (190 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 18.500 (12.070 Auto/ 3.270 Bahn, Bus, Tram/ 2.360 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 236

Montag, 31. Januar 2011

W235II: Die Verkehrsbetriebe besiegen Elbflorenz Dresden

SG Leipziger Verkehrsbetriebe 28:25 HC Elbflorenz Dresden
Sonntag, 30. Januar 2011 - Anwurf 16.00
Mitteldeutsche Oberliga (4. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 28:25 nach 60 Min. – Halbzeit: 13:16
Tore: Meiner 10, Eulitz 6, Berthold 5, Kunz 2, Randt 2, Lorenz-Tietz 2 (LVB); Zahnow 7, Mertig 4, Müller 4, Schmidt 3, Schütz 2, Scholz 2, Hubald 1 (HCE)
Verwarnungen: Lorenz-Tietz, Wagner, Berthold (LVB); Schaarschmidt, Müller, Geyer (HCE) Zeitstrafen in Minuten: Meiner 2, Pietzsch 2, Randt 2, Lorenz-Tietz 2, Randt 2 (LVB = 10 Minuten); Müller 2, Schaarschmidt 2, Judisch 2 + DQ (HCE = 6 Minuten)
Platzverweise: Judisch (46., Rot: Foul mit Verletzungsabsicht als letzter Mann)
Spielort: Sporthalle Brüderstraße (Kap. 725, davon 576 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 450 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Schnelles, spannendes Spiel auf hohem Niveau)
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Photos and English version:
HANDBALL: SG LEIPZIGER VERKEHRSBETRIEBE 28-25 HC ELBFLORENZ DRESDEN

Trotz Temperaturen knapp unter Null ließen wir es uns nicht nehmen, bis in die Leipziger Innenstadt mit dem Fahrrad zu fahren. Das funktionierte auch wirklich problemlos, sodass wir eine halbe Stunde vor Anwurf eines wirklich interessanten Handballspiels in einer wirklich interessanten Sporthalle waren.

Es war ein Spitzenduell in der Mitteldeutschen Oberliga in der Brüderstraße zu sehen. Was Dresden mit „Mitteldeutschland“ zu tun hat, weiß ich zwar nicht, aber jedenfalls führt HSG Freiberg mit einem Punkt vor den Verkehrsbetrieben und dreien vor Bad Blankenburg. Wiederum ein Punkt dahinter liegt Dresden auf Rang 4. Die reinen Zahlen ließen schon ein spannendes Spiel erwarten.

Die Sporthalle Brüderstraße, die in einer Achse mit dem Neuen Rathaus nach Osten, also am östlichen Ende einer langgestreckten Freifläche, die u.a. von einem sehr auffälligen sozialistischen Gebäude, das noch Schriftzüge wie „Jenaer Glas in aller Welt“ und „Tradition und Fortschritt für modernes Wohnen“ trägt, flankiert wird, liegt, ist eine der bekannten Hallen der Stadt Leipzig und außen mit ihrer geschachtelten und angefressenen Fassade, so wie vor allem Innen mit ihren kastenförmigen Holzbänken auf der einen Längsseite, der Deckenkonstruktion mit den runden Lampen, der Hintertortribüne mit den Turnbänken, den hervorragend konstruierten Netzaufhängungen an den Toren und schließlich auch dem herrlichen Sprecherturm, auch eine der sehenswerten und architektonisch schönen Sporthallen. Zudem fällt auf, wie gut die Sicht aufs Spielfeld – auf der Längsseite uneingeschränkt, auf der Hintertortribüne durch das lapprige, harte Würfe kaum abfangende Fangnetz gestört und nicht ganz ungefährlich – und die Beleuchtung - die alten Lampen und die Leuchtkraft dazu: Respekt! - sind. Diese DDR-Hallen wie etliche in Leipzig, Köthen, Halle, Bernburg usw. sind doch alle durchweg erheblich besser, als der Dreck der in den letzten 10 Jahren in Langenweddingen, Mölkau etc. zusammengefriemelt wurde. Nach der Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg und der Eissporthalle in Litvínov, Tschechien, bzw. vor der Grubehalle der DHfK Leipzig und der Assad-Sporthalle in Aleppo, Syrien, ist diese Halle auch die schönste die ich überhaupt kenne!
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In einer so schönen Halle könnte man sich eine schöne Zuschauerkulisse erhoffen, doch die Stimmung war wirklich erbärmlich. Da mögen die Mannschaften spielerisch erheblich besser sein als solche Ligakonkurrenten Rot-Weiß Staßfurt oder LSV Ziegelheim – die Fans sind es nicht. Und Staßfurter Fans sind auch ziemlich lahm, doch allemal besser als die Trommler der Leipziger Verkehrsbetriebe, die wirklich kaum zu hören waren, und die anderen LVB-Fans, die überhaupt keine Sprechchöre brachten und Emotionen wie Zwischenrufen in den ganzen 60 Minuten nur drei, vier Mal vernehmen ließen. Auch unter den 20 Dresdner war ziemlich tote Hose: ist ja schön, dass sich wenigstens ein paar Leute finden, die nach Leipzig mitfahren, aber mehr als ein paar Sekunden hintereinander monotones Getrommel und Geklatsche sollte schon drin sein. Da war am Samstag davor drei Ligen tiefer in Klostermansfeld erheblich mehr Stimmung in der Halle: und da waren im Gegensatz zum heutigen Spiel keine 450 Leute zugegen, sondern nur etwas mehr als 100!

Für 6€ - eigentlich unverschämt hoch, doch bedenkt man, dass man als Student, Schüler usw. 3€ Ermäßigung kriegt, ist das dann nicht mehr so kritikwürdig - gab es dann dieses von Beginn an wirklich seinem Namen gerecht werdende Spitzenspiel. Nachdem die ersten Angriffe der Leipziger abgefangen wurden und die Gäste zwei Mal erfolgreich waren, kamen die Leipziger nach fünf Minuten in Fahrt und gingen bis Mitte der ersten Hälfte 9:5 in Führung. Die währte aber nicht lange, Dresden kämpfte sich auf 10:10 heran. Ab der 25. Minute waren die Gäste sogar besser und SG LVB machte ein paar Fehler, was den 13:16 Pausenstand erklärte.
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Bis zur 45. waren die Leipziger aber wieder voll im Spiel und setzten mit ihrer Angriffsformation die Dresdener erheblich unter Druck: 21-21, darunter auch etliche spektakuläre Treffer. Spektakulär auch der Platzverweis gegen den schwergewichtigen Gästetorwart: ein drahtiger und eher leichtgewichtiger Leipziger traf mit einem Tempogegenstoß zum 21-21, wobei er aber im vollen Lauf vom doppelt so breiten Torwart vor dem Wurfkreis mit einem Sprung in voller Verletzungsabsicht umgerempelt wurde. Der Leipziger fing sich auf dem Parkett geschickt ab und blieb zum Glück unverletzt, nur der Torwart schien sich am Knie verletzt zu haben. Doch der Dresdner blieb nicht wegen der Verletzung draußen, sondern wegen der roten Karte, die für dieses Foul auch angemessen war. Die Gesten des Torwarts zeigten aber auch, dass er seinen Fehler eingestand. An seinem Ersatzmann oder der Unterzahl lag es aber nicht, dass Leipzig nun auf 24:21 davon zog und den Drei-Tore-Abstand tatsächlich bis zur Schlussminute verteidigte. 28:25 war der verdiente Endstand.

Das beste Tor der Partie erzielte aber übrigens ein Dresdener: ein HCE-Spieler wirft von links am Kreis, ziemlich spitzer Winkel, eine Bogenlampe über den Torwart der LVB; der Ball geht an die Latte, prallt ab, fliegt parallel zur Torauslinie auf die rechte Seite des Wurfkreises zu; von dort kommt ein anderer Dresdner angehechtet und schlägt den Ball mit einer Faust direkt aus der Luft und 1m vor der Auslinie ins lange Toreck. Herrlich!

Bis nach Markranstädt lief die Rückfahrt auch herrlich, aber 500m vorm Bahnhof, von dem aus wir ohnehin den Rest des Weges zurücklegen wollten, ließ mein Vorderrad abrupt Luft. Also nach 49,5 Radkilometern 500m vorm Ziel ist zwar besser als 5km davor einen Defekt zu kriegen, aber am Besten hat man gar keinen! Die Fahrt mit der Bahn hielt dann mal wieder ein Beispiel dafür parat, warum die Deutsche Bahn fast jeder scheiße findet: der Kontrolleur ist nur zum unfreundlich und arrogant Aufblasen auf dem Zug und kann nichts außer Karten knipsen; selbst zum richtigen Ansagender Bahnhöfe ist das Arschloch zu blöd: sagt der doch „Nächster Halt: Kötzschau“ an, obwohl der Zug in Bad Dürrenberg einfährt. Wer sich da nicht so auskennt, hat die Arschkarte – nur mit Blick aus dem Fenster haben wir an den Gebäuden erkannt, dass wir raus müssen (in Dürrenberg mussten wir nämlich per Straßenbahn weiter). Aber so Vollidioten wie das Zugpersonal in der 18.47 S-Bahn Leipzig-Weißenfels hat man selbst bei der DB selten.
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Statistik:
Grounds Nr. 519 (ein neuer Ground; diese Saison: 69 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.216 (diese Saison: 103)
Tageskilometer: 70 (50 Rad, 10 Bahn, 10 Tram)
Saisonkilometer: 18.290 (12.070 Auto/ 3.080 Bahn, Bus, Tram/ 2.340 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 235

Sonntag, 30. Januar 2011

W235I: Handballtag in Klostermansfeld

BSV 1928 Klostermansfeld wJ-E 15:10 MSV Buna Schkopau wJ-E
Samstag, 29. Januar 2011 - Anwurf 13.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd, weibliche Jugend E (Handballliga der 8-10jährigen Mädchen) Ergebnis: 15:10 nach 40 Min. – Halbzeit: 8:6
Spielort: Sporthalle Gottfried-August-Bürger-Gymnasium Benndorf (Kap. 200, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Durchschnitt für diese Spielklasse)

BSV 1928 Klostermansfeld mJ-D 17:18 MSV Buna Schkopau mJD
Samstag, 29. Januar 2011 - Anwurf 14.15
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd, männliche Jugend D (Handballliga der 10-12jährigen)
Ergebnis: 17:18 nach 40 Min. – Halbzeit: 9:12
Torfolge: nicht mitgeschrieben
Verwarnungen: 0x BSV; 3x MSV
Zeitstrafen: BSV 6 Minuten; MSV 10 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Gottfried-August-Bürger-Gymnasium Benndorf (Kap. 200, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Durchschnitt für diese Spielklasse)

BSV 1928 Klostermansfeld mJ-B 46:15 TuS Dieskau-Zwintschöna mJ-B
Samstag, 29. Januar 2011 - Anwurf 15.30
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd, männliche Jugend B (2. Handballliga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 46:15 nach 50 Min. – Halbzeit: 22:6
Zwischenstände: 10-1 (11:15), 15-3 (15:32), 30-8 (36:30), 35-10 (45:00), 40-13 (43:30)
Verwarnungen: 3x BSV; 2x TuS
Zeitstrafen: BSV 2 Minuten; TuS 4 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Gottfried-August-Bürger-Gymnasium Benndorf (Kap. 200, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Extrem einseitig, BSV mit einigen wirklich guten Szenen)

BSV 1928 Klostermansfeld 39:32 TSV Leuna 1919
Samstag, 29. Januar 2011 - Anwurf 17.00
Bezirksklasse Sachsen-Anhalt Süd (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 39:32 nach 60 Min. – Halbzeit: 18:18
Torfolge: 1-0, 1-2, 2-2, 2-3, 3-3, 3-5, 4-5, 4-6, 5-6, 5-8, 8-8, 8-9, 9-9, 9-12, 10-12, 10-13, 14-13, 14-14, 15-14, 15-16, 16-16, 16-17, 17-17, 17-18, 18-18; 18-19, 20-19, 20-21, 21-21, 21-22, 22-22, 22-25, 23-25, 23-26, 26-26, 26-27, 27-27, 30-27, 30-28, 32-28, 32-29, 33-29, 33-30, 36-30, 36-31, 38-31, 38-32, 39-32
Verwandelte 7-Meter: 3 von 4 BSV, 5 v. 5 TSV
Verwarnungen: 2x BSV; 2x TSV
Zeitstrafen: BSV 6 Minuten; TSV 12 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Gottfried-August-Bürger-Gymnasium Benndorf (Kap. 200, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 120 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Bis wenige Minuten vor Schluss spannend - die ganze Zeit über spielerisch gut)
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Photos and English version:
Handball Day in Klostermansfeld (Youth Handball vs. Buna Schkopau and TuS Dieskau, Men’s Regional Division vs. TSV Leuna)
Die Landschaft des Mansfelder Landes ist enorm vom Bergbau geprägt: überall türmen sich Abraum- und Schlackehalden auf – schwarze Kegel in der grün-braunen Landschaft. Architektonische Sehenswürdigkeiten wie das Schloss von Mansfeld sind zwar auch zu finden, doch an einem schönen Tag bilden die Halden eine wirklich eindrucksvolle Kulisse – an einem nebligen Tag wie heute eher eine trostlose Fassade. Da es mit dem Rad meiner Freundin auch noch Probleme gab, fuhren wir doch nur von Wolferode, wo wir mit der Bahn von Halle aus angekommen waren, nach Benndorf, das direkt südlich an Klostermansfeld angrenzt.

In Benndorf war in der Sporthalle des ehemaligen Gymnasiums - jetzt ist das glaube ich eine Gesamtschule - ein Handballspieltag mit fünf Partien angesetzt. In der zweiten Halbzeit der zweiten Begegnung stiegen wir ein: die E-Mädchen vom BSV 1928 Klostermansfeld traten gegen MSV Buna Schkopau an.

Klostermansfeld wie auch Schkopau sind im oberen Bereich der Tabelle der Bezirksliga zu finden, welche die einzige Liga in dieser Jugendklasse ist. Wie fehlerbehaftet ein Spiel zwischen Mannschaften des unteren Tabellendrittels sein muss, will ich gar nicht wissen, aber was man auf den ersten Blick sieht: die Mannschaften strengen sich wirklich an und haben Spaß am Spiel, was das Wichtigste in dieser Spielklasse sein muss. Jedenfalls siegte Klostermansfeld 15:10 gegen Schkopau.

Dasselbe Duell gab es in der Jungenbezirksliga D. Eine Altersklasse höher, dieselbe Situation: die Einteilung ist so kleinteilig und die Zahl der Mannschaften so gering, dass es nur eine Spielebene gibt. Auch hier war das Spiel natürlich für den Neutralen nicht begeisternd, zumal man bei den beiden weit hinten platzierten Teams nicht viel erwarten kann, aber immerhin war es spannend: Klostermansfeld verlor hier allerdings gegen Schkopau 17:18.

Das dritte Jugendspiel an diesem Tage hatte einen sportlich höheren Wert, da immerhin eine Mannschaft richtig gut auftrat: die Klostermansfelder waren allerdings so klar überlegen, dass die Rumpftruppe der TuS Dieskau-Zwintschöna, die als punktloser Tabellenletzter ohne eine einzigen Auswechsler zum Zweitplatzierten reiste, bemitleidenswert erschien. Nach 10 Minuten waren die Gastgeber bereits mit 9-1 Toren davon gezogen und der Halbzeitstand von 22:6 war dann doch auch recht deutlich. Am Ende erzielten die Mansfelder, die mit dem 2er einen sehr wurfgewaltigen Spieler hatten und auch als Mannschaft überzeugten, mehr als dreimal so viele Treffer: 46-15 war der Endstand.
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Schließlich kam der Höhepunkt des Tages: wegen diesem Spiel hatte ich auch diese Fahrt geplant. Der Tabellenzweite - knapp hinter SG Spergau II und schon vier Punkte vor TSV Leuna, die auf Rang 3 sind - wollte sein Können unter Beweis stellen. Das Hinspiel in Leuna gewann Klostermansfeld 32:35, die letzten beiden Spiele gingen für Leuna leider auch verloren. Der Start war auch in diesem Spiel etwas holprig, da hektisch - doch schnell entwickelte sich ein gutes Spiel mit hoher Geschwindigkeit, vielen Torszenen und auch vielen erfolgreichen Torwürfen. Die hohe Anzahl an Toren – nachdem es lange sehr ausgeglichen war, konnte Leuna dreimal mit drei Toren in Führung gehen (5:8, 9:12 und 10:13) und 18:18 war bereits der Halbzeitstand – lag aber nicht etwa an schwachen Torhütern. Nur sehr wenige Bälle erschienen haltbar.

In der zweiten Halbzeit war es dasselbe Bild: ein wirklich sehenswertes Spiel beider Mannschaften mit einer eher unterdurchschnittlichen Fehlerquote und einer im ersten Drittel sehr ausgeglichenen Torzahl. Dann wieder eine Dreitoreführung für den TSV (22:25 und 23:26), doch diesmal klappte es mehrmals vorne nicht und hinten war die Abwehr zu offen, sodass auch Klostermansfeld einmal drei Tore wegzog. 30:27. Als kurz darauf sogar vier Tore der Standard zu werden schien (32:28, 33:29, 34:30), erwarteten wir und die anderen Leuna-Fans dann doch keinen Punktgewinn mehr. Am Ende führten Fehler zu Fouls, die mit Zwei-Minuten-Strafen geahndet wurden, was zwar in manchen Fällen etwas kleinlich erschien, aber nie wirklich ungerechtfertigt war, sodass Leuna für kurze Zeit sogar mit zwei Mann in Unterzahl spielte. Bei 36:30 war es dann nicht mehr schön für Leuna. 39:32 der dann doch etwas zu hohe Endstand.

Zu den Schiris in allen vier Spielen kann man nur sagen: weiter so! Gerade nach der Leistung der zwei Erdeborner am Sonntag zuvor hatte ich in diesem Landkreis Schlimmes erwartet, doch es pfiffen ja auch teilweise Querfurter. Auch die Atmosphäre in der Halle war nicht schlecht: beim B-Jugend- und Männer-Spiel kam sogar mal etwas Stimmung auf, da es eine Gruppe von Jugendlichen gibt, die sich als „BSV Ultras“ bezeichnen und die Unterstützung der Mannschaften in Form von Sprechchören, Trommeln und einem Megafon, wirklich ganz gut machen. Das Ganze bekam man übrigens für nur 1€ Eintritt geboten, was bei den Preissteigerungen im Handball auffällig anständig und angemessen ist. Schließlich noch zur Halle: von außen sieht die natürlich aus wie jede moderne Dorfturnhalle oder Tierzuchtanstalt auch, doch der Innenausbau ist wirklich gelungen; auch farblich sind die ganzen grün gestrichenen Elemente (Geländer, Heizkörper usw.), die sich von den braunen Holzpaneelen und ebenso braunen Sitzbänken abheben wirklich schön. Auch die Gestaltung der direkt an den Spielfeldrand gebauten Tribüne und der Dachkonstruktion lassen nicht viel Raum zur Kritik – nur die Lichtleistung war nicht so doll.

Zurück in Wolferode, war die Einsamkeit dieses Dorfbahnhofs auffällig. Dass da überhaupt noch ein Zug hält?! Aber schon allein das Beobachten der Schranke war toll: da kam in 20 Minuten mal ein einziges Auto über die Nebenstrecke gehoppelt – und dann haben die Bescheuerten solche Schaltungen wie: Schranke hoch, 15 Sekunden oben, Schranke wieder runter - oder: fünf Minuten vor Güterzugdurchfahrt Schranke runter, 10 Minuten nach Durchfahrt wieder hoch (kein weiterer Zug fuhr durch) und dann zwei Minuten oben und wieder fünf Minuten vorm nächsten Zug (der RE nach Halle in diesem Falle) wieder runter.

Auch wenn das Wetter scheiße und die Strecke jetzt nicht so der Wahnsinn war – dem sportlichen Radfahrer kann ich die Ecke empfehlen; mehrere starke Steigungen und Gefällstrecken z.B. am Nordrand von Wimmelburg sind wirklich spannend zu fahren – und wir die Route sogar noch kürzen mussten und das einzige wirklich interessante Spiel des Tages zwar gut war aber eine Niederlage für unsere Lieblingsmannschaft bereithielt, hat uns die Tour doch beiden gut gefallen.
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Statistik:
Grounds Nr. 518 (ein neuer Ground; diese Saison: 68 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.212 bis 1.215 (diese Saison: 102)
Tageskilometer: 140 (120 Bahn, 20 Rad)
Saisonkilometer: 18.220 (12.070 Auto/ 3.060 Bahn, Bus, Tram/ 2.290 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 235

Sonntag, 23. Januar 2011

W234II: Sportnachmittag zum Abgewöhnen; schwache Spieler, parteiische Schiris und ein nicht angetretener Gastverein

Nietlebener SV Askania 13:21 BSV Fichte Erdeborn II
Sonntag, 23. Januar 2011 - Anwurf 15.45
1. Kreisklasse A, Saalekreis/ Halle/ Burgenland/ Mansfeld-Südharz (10. Liga, 7. und unterste Amateurliga)
Ergebnis: 13:21 nach 60 Min. – Halbzeit: 8:9
Torfolge: 2-0, 2-2, 4-2, 4-4, 5-4, 5-6, 6-6, 6-7, 8-7, 8-9; 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-14, 12-14, 12-18, 13-18, 13-21
Verwandelte 7-Meter: 2 von 3 Askania, 5 v. 5 Fichte
Verwarnungen: 2x Askania; 3x Fichte
Zeitstrafen: 3x Nr. 11, 3x Nr. 10, 1x Nr. 4, 1x Nr. 3 (Askania = 24 Minuten); niemand (Fichte = 0 Minuten)
Platzverweise: Nr. 11, Nr. 10, Nr. 3 (alle Askania)
Spielort: Sporthalle Südstadt/ Mannheimer Straße (Kap. 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Beide Mannschaften auch für diese Spielklasse im Niveau schwach, doch die „Un“parteiischen waren die Allerschwächsten)

ESC 04 Saalebulls Halle --:-- IceFighters Leipzig
Geplant Sonntag, 23. Januar 2011 - Anbully 18.00
Spiel abgesagt: Leipzig hatte Schis..., äh krankheitsbedingt zu wenige Spieler
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Photos and English version:
Handball in Halle-Südstadt: Askania Nietleben vs. Fichte Erdeborn II

Halle-Südstadt ist nicht unbedingt das hallesche Viertel, das für hohe Wohnqualität und feine Nachbarschaft steht. Zwischen sanierten und unsanierten Plattenbauten befinden sich zwei Sporthallen: außen sind die weißen Wände besprayt, innen ist zumindest die größere Halle ordentlicher. Ein typischer kastenförmiger Bau mit hoher Decke, die in den letzten Jahren mit einer Stahlkonstruktion nachgebessert wurde, braunem Parkett und schönen Backsteinmauern. Die eine oder andere Wandplatte hat schon ein Loch, doch die Bänke, die 100 Zuschauern Platz bieten, sind alle in einem guten Zustand. Auf jeden Fall ist die Halle Südstadt in der Mannheimer Straße ein sehenswerter Bau.

Als wir ankamen, gingen die Spielerinnen von TSV Süd - einige auffällige Anhänger des Vereins passten prima ins Bild, das man von diesem Viertel hat - und die Spieler des SV Askania Nietleben, die mit einigem Rückstand auf Aufstiegsplatzinhaber Dieskau-Zwintschöna II den 2. Rang der Kreisklasse A belegen und die nach Turnpionier und Pädagoge Fichte benannte Erdeborner Reserve, die sich nur auf Rang 7 von 8 befindet, kamen.

Von der Leistungskluft, die die Tabellensituation vorgaukelt, war nichts zu sehen: beide Mannschaften spielten eine mittelmäßige erste Halbzeit, die spannend und ausgeglichen war und die üblichen Fehler in dieser untersten Amateurklasse zu bieten hatte. Ein paar schöne Tore und sehenswerte Angriffe gab es natürlich auch von Zeit zu Zeit.

Das Niveau in der zweiten Hälfte sackte aber enorm ab. Die Gäste aus Erdeborn führten nun konstant mit drei Toren, obwohl sie noch mehr Fehler in der Ballbehandlung zeigten. Ab Mitte der zweiten Hälfte wurde das Spiel zu einer richtigen Farce, was mit einer Schwalbe des 7ers von Erdeborn begann: er blockierte den Ball und ließ sich, als ein Nietlebener den Ball nehmen wollte, fallen. Die Schiris gaben deshalb völlig zu Unrecht zwei Minuten gegen den Nietlebener und stellten ihn, nachdem er sich beschwerte, vom Platz. Bei dieser einen Fehlentscheidung, die die Nietlebener Personaldecke noch mehr schwächte, blieb es aber nicht: nun wurden zwei irreguläre Tore der Gäste anerkannt und hirnrissige Zeitstrafen gegen die Heimmannschaft ausgesprochen.

Nach der zweiten Disqualifikation für Nietleben war klar, worauf das Spiel hinaus lief: Erdeborn sollte so hoch wie möglich gewinnen. Da sie nun über 10 Minuten in Überzahl spielten, zogen sie auch immer weiter davon. Ab der 56. Minuten spielten sie ununterbrochen in Überzahl, da nun der dritte Feldverweis für Askania folgte und Nietleben nur zwei Auswechsler hatte. Die dritte rote Karte war eine direkt Rote - und zwar für eines der wenigen Zwei-Minuten-würdigen Fouls. Peinlich, wie unsportlich sich einige der Gästespieler auch verhielten, indem sie Pfiffe nach angeblichen Fouls forderten, die die zwei Schiedsrichter so wie so zu ihren Gunsten entschieden hätten. Am Ende gewann Erdeborn mit 13:21, obwohl sie kaum besser als Nietleben waren. Erstrecht peinlich war dabei, wie der Gästeanhang - der allerdings in einer wirklich respektablen Anzahl nach Halle reiste - die Mannschaft mit großem Applaus und Lärm feierte. Zwischen der I. Mannschaft von Fichte (5. von 13 in der Verbandsliga) und II. liegen ohnehin Welten im Niveau.

Die Schiris waren übrigens wie die Gastmannschaft aus dem Kreis Mansfeld-Südharz, genauer gesagt kamen die selbsternannten Unparteiischen von Klostermansfeld. Da das Nietlebener Publikum sehr lahm ist, ging diese offensichtliche Nachbarschaftshilfe gut über die Bühne: ein paar verärgerte Zwischenrufe – und das war’s. Allerdings habe ich dabei den Eindruck, dass die Leute auch eher resigniert haben, da derlei offensichtliche Verschiebereien willkürlich und parteiisch agierender Schiedsrichter im Handballkreis an der Tagesordnung sind. So was ist bei vergleichbaren Fußball- und Basketballligen nur sehr selten finden, aber beim Handball jedes Wochenende.
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Nach dieser wirklich schwachen Sportveranstaltung sollte es weiter zum Eishockey gehen, da das ewige Derby zwischen Halle und Leipzig auf dem Programm stand. Doch an der Eissporthalle angekommen lungerten ein paar Fans herum und verwiesen auf den Aushang: „Spielausfall [...]“. Der Bankrottklub aus Leipzig hat angeblich nicht genug Spieler wegen mehrerer Magen-Darm-Erkrankter. Manche munkelten etwas von „Schiss in der Hose“... Wie auch immer; man weiß eigentlich auch schon mehr als 6 Stunden vor Anpfiff, dass man keine Mannschaft zusammenkriegt: wirklich eine Unverschämtheit dieser Gurkentruppe aus Leipzig, erst um 12 Uhr das Spiel abzusagen! So werde ich mir halt in ein paar Wochen mal ein anderes Spiel der Saalebulls, die die Liga beispiellos dominieren, anschauen.

Alles in Allem war das heute ein Sportnachmittag zum Abgewöhnen.

Was weitere Planung angeht, kann ich nur sagen, dass mir für nächsten Samstag Böses schwant: Fußball in Großörner und Handball in Klostermansfeld stehen auf dem Programm – und es würde mich nicht wundern, wenn das Fußballspiel wegen angeblicher Unbespielbarkeit eines wirklich guten Platzes abgesagt würde, ich dann zu einem stinklangweiligen Vorspiel nach Klostermansfeld komme und im Hauptspiel dann Erdeborner Schiris das Spiel zugunsten des BSV verschieben...
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Statistik:
Grounds Nr. 517 (ein neuer Ground; diese Saison: 67 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.211 (diese Saison: 98)
Tageskilometer: 40 Rad
Saisonkilometer: 18.080 (12.070 Auto/ 2.940 Bahn, Bus, Tram/ 2.270 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 234

W234I: Zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Feldfußball und zum wiederholten Mal eine verpfuschte Handballhalle

SV 1889 Altenweddingen 3:2 SG Blau-Weiß Neuenhofe
Samstag, 22. Januar 2011 - Anstoß 14.00
Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 2 (8. Liga, 3. Amateurliga) gegen Bördeliga (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 3:2 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit 1:0
Tore: 1-0 12. (11), 1-1 51. (7), 2-1 77. (3), 3-1 81. (9), 3-2 85. (13)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Klemens-Fendler-Sportforum/ Kunstrasenplatz (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Der Höherklassige siegte glücklich, aber spannend und flott war das Spiel auf jeden Fall!)

SV Langenweddingen 29:25 Güsener HC
Samstag, 22. Januar 2011 - Anwurf 17.30
Sachsen-Anhalt Liga (5. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 29:25 nach 60 Min. – Halbzeit: 15:14
Torfolge: 0-1, 3-1, 3-2, 4-2, 4-3, 6-3, 6-7, 7-7, 7-8, 8-8, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-13, 15-13, 15-14; 17-14, 17-15, 19-15, 19-18, 20-18, 20-19, 21-19, 21-21, 22-21, 22-23, 24-23, 24-24, 26-24, 26-25, 29-25
7-Meter: 2 von 2 verwandelt Langenweddingen, 3 v. 3 Güsen
Verwarnungen: 3x Langenweddingen; 3x Güsen
Zeitstrafen: 10 Minuten Langenweddingen; 8 Minuten Güsen
Platzverweise: Nr. 2 Langenweddingen (Schiedsrichterbeleidung oder so)
Spielort: Sporthalle am Heßberg (Kap. 250, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und qualitativ gutes Spiel)
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Photos and English version:
a)
Villages and Small Towns in Börde Region: Wanzleben, Langenweddingen, Altenweddingen, Blumenberg
b)
Test match: SV Altenweddingen 3-2 Blau-Weiß Neuenhofe (Amateur Football)
c)
SV Langenweddingen 29-25 Güsener HC (Amateur Handball, Top Flight of Saxony-Anhalt)

Wahnsinn! Ich hätte nicht gedacht, dass ich vor März noch mal Fußball draußen, auf einem Fußballfeld - sogar bei Kälte knapp überm Gefrierpunkt - ja, gar in Deutschland, ach sogar in Sachsen-Anhalt sehen würde! Doch ab und an finden auch mal Fußballspiele in der Zeit zwischen Anfang Dezember und Anfang März statt, wie heute das Testspiel in Altenweddingen, was wir aber eigentlich nur aufgrund des Handballspiels im benachbarten Langenweddingen aufsuchten.

Langenweddingen und Altenweddingen sind zwei nicht unbedingt sehenswerte Dörfer in der Börde, südwestlich von Magdeburg. Die Orte liegen etwa 4km auseinander in einem Dreieck mit Osterweddingen. Unser Radtour-Startpunkt nach Ankunft per Bahn war das kleine Dorf Blumenberg, wo es eigentlich gar nichts gibt. Dann fuhren wir nach Wanzleben, was wenigstens etwas mehr daher macht: eine Burganlage, mehrere Kirchen und Verwaltungsgebäude gibt es da. Die Häuser in solchen Bördekäffern – wir waren dann noch in Altenweddingen, Langenweddingen und Bahrendorf – sind größtenteils schmucklos, ab und an taucht mal eine verzierte Fassade, dann aber oft in schlechtem Zustand, auf - ansonsten ist das alles architektonisch nicht gerade eine Offenbarung. Die Dorfkirchen sind oft in einem ganz ansehnlichen Zustand, aber nichts wirklich Besonderes. Alle fünf Orte haben vor allem eins gemeinsam: sie liegen in der unheimlich fruchtbaren Landwirtschaftsregion der Magdeburger Börde, die allerdings neben „fruchtbar“ noch drei weitere Attribute zugesprochen bekommen muss: „flach“, „eintönig“ und „stinklangweilig“.

Im eigentlich besonders langweiligen Altenweddingen stand dann im Klemens-Fendler-Sportforum, benannt nach einem verdienstvollen Fußballfunktionär und -sportler (findet man auf der wirklich guten Vereinswebsite heraus!), eben dieses Fußballspiel an. Im Sportforum finden sich eine Sporthalle, eine Tennisanlage, ein Rasenplatz mit Graswall auf einer Längsseite und ein Kunstrasenplatz mit Graswällen auf beiden Längsseiten. Gespielt wurde auf letzterem, wobei dieser Nebenplatz einer der wenigen seiner Sorte ist, der sehenswerter als der Hauptplatz ist. Der Platz ist weitestgehend von Bäumen umrahmt und die beiden kleinen Graswälle eignen sich wirklich gut zum zuschauen.

Die immerhin etwas über 50 Zuschauer, die bei freiem Eintritt völlig emotionslos das Spiel verfolgten, sahen den SVA als 16. und Drittletzten (knapp hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz in akuter Abstiegsgefahr) der 2. Staffel der Landessklasse gegen Blau-Weiß Neuenhofe (der Verein stammt aus einem 700 Einwohner zählenden Ortsteil von Westheide am Rande der Colbitz-Letzlinger-Heide, in der Region Börde), die in der Bördeliga, also eine Liga darunter, auf dem 3. Rang liegen und noch echte Aufstiegschancen haben, spielen. Das Spiel wurde erst weitestgehend von den Hausherren bestimmt, die auch nach 12 Minuten in Führung gingen und einige weitere gute Aktionen zeigten, doch dann kam die Halbzeit. Weiß nicht, was die da gemacht haben – ich hab auf Wechsel nicht so geachtet – aber plötzlich war der Gast, der in der ersten Hälfte auch zugegebenermaßen ab und an in Erscheinung traten, spielbestimmend. Die Neuenhofer kamen auch schnell zum Ausgleich und waren bis zur 77 Minute weitaus aktiver, viel häufiger vorm Tor und spielerisch in allen Belangen besser. Dann kam aber ein Abwehrfehler bedingter Treffer nach einem Konter – und der seit über einer halben Stunde abgemeldete Favorit ging mit 2:1 in Führung. Die Altenweddinger setzten auch gleich nach, sodass das wirklich unverdiente 3:1 fiel. Der Gast stocherte noch den Anschlusstreffer ins Tor, doch sechs Minuten später war das Spiel zu Ende: 3-2 der Endstand.
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Dann ging es 4km weiter nach Langenweddingen. Dort gab es hochklassigen Amateurhandball in der Sporthalle am Heßberg zu sehen. Die nach einer kaum in der platten Einöde erkennbaren Erhebung benannte Sporthalle ist von außen ein Betonklotz und von innen ein weiteres Beispiel für Baupfusch unterbelichteter Architekturbüros, die nach der Devise „billig bauen und dabei nicht groß über die Zuschauerplätze nachdenken“ bauen: etwa die Hälfte der Plätze hat mit geringen bis erheblichen Sichteinschränkungen durch unnötige Balken vor der ersten Reihe der Obertribüne zu kämpfen. Die einfachen Holzbänke sind in zwei bis drei Reihen angebracht, hinter denen sich Stehplätze, die fast alle Sichtbeeinträchtigungen haben, befinden. Etliche der Sitzplätze sind für Dauerkarten, ein Teil für Gästefans reserviert.

Die Gästefans waren die einzigen, die bis zur 45. Stimmung machten. Erst dann kam das extrem lahmarschige Langenweddinger Publikum etwas in Fahrt: allerdings hauptsächlich mit Gegner Auspfeifen und Pöbeln. Die angedeuteten Klatschrhythmen waren schon direkt peinlich und Sprechchöre gab es gar nicht; nur die Gäste riefen ab und an gut hörbar „G - H - C“ herein. Die knapp 20 Fans aus Güsen hatten auch ein paar Trommeln dabei. Aber ich muss bei allem Respekt hier mal wirklich anmerken, dass die Stimmung - besonders von Langenweddinger Seite - echt erbärmlich war. Wenn bei der Handballkreisliga oder Fußballkreisklasse nichts los, sage ich ja nix: aber Sachsen-Anhalt-Liga, im Fußball halt Verbandsliga, sollte schon vor einem begeisterungsfähigem Publikum stattfinden.

Das Spiel, ein Mittelfeldduell zweier direkter Tabellennachbarn, war auch wirklich zum Mitgehen geeignet, da es bis zwei Minuten vor Schluss eng und spannend war. Mal führten die einen mit ein bis drei Toren, mal die anderen mit der gleichen Differenz. Besonders schöne Tore gelangen einem Langenweddinger, der als Rechtshänder von rechts außen am Kreis heran geflogen kam und mehrfach starke Tore erzielte. Auch spektakulär waren die Gewaltwürfe des 2ers der Güsener, der allerdings etwas früher vom Feld ging als nach der 60. – da gab es nach 55 Spielminuten nach einem von Güsenern als Foul gesehen fairen Zweikampf wohl Beschimpfungen gegen die Schiedsrichter. Die zwei Unparteiischen waren übrigens eher besseres Mittelmaß, da einige kleinliche Zeitstrafen gegen beide Teams störend waren. Aber positiv fiel auf, wie sie bei Verletzungen sofort das Spiel unterbrachen, als die an den Ball gekommene Mannschaft versuchte, ein Tor zu erzielen. In der größten Pfuschhalle – Leipzig-Mölkau – hatte ich das bei meinem Spielbesuch ganz anders erlebt.

Nachdem wir kurz nach halb zehn in Merseburg zurück waren, konnten wir erstaunt feststellen: fünf Züge genutzt und fünf Mal waren sie pünktlich!
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Statistik:
Grounds Nr. 515 und 516 (zwei neue Grounds; diese Saison: 66 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.209 und 1.210 (diese Saison: 97)
Tageskilometer: 290 (240 Eisenbahn, 50 Rad)
Saisonkilometer: 18.040 (12.070 Auto/ 2.940 Bahn, Bus, Tram/ 2.230 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 234

Montag, 17. Januar 2011

W233II: HSV Bad Blankenburg besiegt wenig überzeugend HV Rot-Weiß Staßfurt in der GutsMuths-Halle

HSV Bad Blankenburg 31:28 HV Rot-Weiß Staßfurt
Sonntag, 16. Januar 2011 - Anwurf 16.00
Mitteldeutsche Oberliga (4. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 31:28 nach 60 Min. – Halbzeit: 17:16
Tore: Sindermann 10, Havel 6, Miler 4, Menge 4, Puikis 3, Ardan 3, Weyhrauch 1 (HSV); Jacobi 8, Retting 6, Stolze 5, Scholz 4, Bruchno 3, Rach 1, Hähnel 1 (HV RW)
Verwarnungen: Ardan, Miler, Menge (HSV); Wartmann, Rach, Bruchno (HV RW)
Zeitstrafen: Merkel 2, Miler 2 (HSV = 4 Minuten); Bruchno 4, Stolze 2, Jacobi 2, Lingk 2, Rach 2 (HV RW = 12 Minuten)
Platzverweise: keine
Spielort: Guts-Muths-Sporthalle/ Landessportschule (Kap.: 500, davon 450 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Vor allem durch schwache zweite Hälfte insgesamt unterdurchschnittliches Spiel: Staßfurt ganz O.K. - aber Blankenburg für ihre Ansprüche trotz Sieg niveaulos)
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Photos and English version:
Bad Blankenburg im Thüringer Wald
HSV Bad Blankenburg vs. HV RW Staßfurt

In letzter Zeit kann man sich nicht mal mehr auf das Stattfinden von Handballspielen verlassen: bei den einen Hallen drückt die Schneelast, bei den anderen steht das Schmelzwasser im Foyer und bei wieder anderen macht man sich komplett lächerlich, in dem man ein Spiel wegen Baupfusch bei der Hallenrenovierung absagen muss. Aber das Spiel zwischen dem 3. und dem 10. der Oberliga Mitteldeutschland – mit Bad Blankenburg in Thüringen und Staßfurt in Sachsen-Anhalt hat man in dieser komischen Liga auch wirklich mitteldeutsche Mannschaften auf dem Parkett – fand statt. Diese Partie war für meine Freundin als Staßfurterin natürlich besonders interessant, sodass wir uns insgesamt zu viert per Bahn von Merseburg über Erfurt auf dem Weg nach Bad Blankenburg im Thüringer Wald machten.

In Bad Blankenburg guckten wir erstmal die Ruine Greifenstein an, die mit ihren auf einem Berg außerhalb der Stadt thronenden weißen Mauern und dem Turm schon etwas daher macht, aber aus fadenscheinigen Gründen geschlossen war. Wenn man allerdings die Mauern so schlampig sichert, ist eine Eroberung der abgesperrten Vorburg für den motivierten Burgenfreund kein Problem. Nach dieser Eroberung stand noch ein lockerer Spaziergang durch die kleine Altstadt des insgesamt doch recht verschlafenen, aber nicht unsympathischen Ortes an. Der Marktplatz mit Rathaus, eine Kirche und natürlich das Museum für den Pädagogen und Erfinder des Kindergartens Friedrich Fröbel sind wichtige Stationen in der Stadt. Auch nicht unsympathisch war das Preisniveau bei einer thüringer Gaststätte in der Nähe des Marktplatzes, in Richtung Fluss: für nur 6€ bis 9€ bewies der Koch dort mit hervorragenden Wildgerichten, serviert mit Klößen und Salat, sein Können. Auch die Getränke klar unterm deutschen Durchschnitt!
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Die Handballer bewiesen dann in der nach Turnpionier Johann Christoph Friedrich GutsMuths benannten Sporthalle der Landessportschule ihr Können. Das Gelände der Landessportschule ist weitläufig, wirkt über weite Strecken wie ein Park, die Burgruine ist in Sicht, die Berge sind nah dran – alles echt idyllisch. Besonders das Fußballstadion, in dem der TSV Bad Blankenburg immerhin Landesklasse spielt, ist ein spektakulärer Bau: die Tribüne ist zwar verdammt weit vom Spielfeld weg, aber dafür sieht die echt nach Bauhausstil aus. Daneben die Hallen – die Fröbel- und die GutsMuths-Halle sind ein einziger Bau – sind wirklich modern; gerade der Treppenaufgang hinter der Kasse (Eintritt übrigens 5€, ermäßigt für Studenten u.a. 3,50€; leider normal) zur Tribüne ist mit der Verglasung und den Grünpflanzen gelungen. Ein Porträt mit Gedenktafel für GutsMuths findet sich auch. Die Tribüne befindet sich mehrere Meter oberhalb des Spielfeldes, wobei mittig hinter den fünf Reihen Holzbänke ein Sprecherturm angebracht ist. Hinter der letzten Reihe sind Stehplätze vorgesehen. Durch die schiere Größe der Halle – Deckenhöhe und Spielfläche mehr als die Tribüne – wirkt die Sportanlage etwas kahl und kühl.

Die Tribüne war recht gut gefüllt, wobei wir natürlich auf der linken Seite, wo sich die Staßfurter Fans einfanden, zu finden waren. Rechts war eine Trommlergruppe, die alle zwei Minuten mal echt ordentliche Rhythmen für eine halbe Minute hämmerte, aber dann zur streckenweise Totenstille in der Halle beitrug. Vom Gästesektor kam nur Applaus nach Toren und ein paar Zwischenrufen in passenden Situationen, die meisten Heimfans waren noch lahmer und fielen nur durch Meckern auf.

Zu Meckern gab es in der ersten Hälfte aber wenig, denn nach einem guten Staßfurter Start fanden die Blankenburger zum Ende der ersten Hälfte ins Spiel (der späte Start für die Hausherren kann natürlich nur für die Heimfans ein Kritikpunkt sein: anders betrachtet machte er das Spiel spannender) und ein abwechslungsreiches und recht gutes Spiel entwickelte sich. Es wurde zur Pause hin fehlerbehafteter und die Staßfurter ließen auch etwas nach, was zur Kehrtwende in der Partie zu führen schien. Erstmals führte Blankenburg dann kurz vor der Pause; der Halbzeitstand war auch 17:16.
Die zweite Hälfte wurde weitestgehend von Blankenburg bestimmt, obwohl oder wodurch das Spiel auf ein erbärmliches Niveau absackte. Die Fehler der Staßfurter wurden von den Blankenburgern immer wieder ausgenutzt, sodass Mitte der zweiten Hälfte nach einem bis zu sieben Tore zählenden Vorsprung von einem Sieg des HSV ausgegangen werden musste. Doch nun machten die Möchtegern-Aufsteiger wieder mal eine geistige Pause: da kam Staßfurt plötzlich noch mal auf bis zu zwei Tore heran! Doch am Ende reichte es erwartungsgemäß knapp für einen Sieg des 3. gegen den 10. von 14 Mannschaften.

Leider muss ich aber noch anfügen, dass ich nicht nur aus Sympathie zu Staßfurt Schwierigkeiten habe, den Sieg der Blankenburger wertzuschätzen: wer bei Landessportschule und Bad Blankenburg assoziiert, dass da junge Talente erfolgreich spielen würden, muss sich nur mal die Website angucken; im Kader sind gut 20% der Spieler (und somit 40% der Stammspieler) ausländische Halbprofis, die vorher z.B. bei tschechischen Vereinen der Extra Liga oder I. Liga unter Vertrag standen. Schön, dass sich solche Spieler bei den beiden vor Bad Blankenburg platzierten Teams – HSG Freiberg und SG LVB – nicht finden. Aufstiegsambitionen schön und gut, aber ich frag mich, wer da zu viel Geld hat?! Ob SG LVB nicht auch besser spielt, finden wir vielleicht mit einem Spielbesuch in diesem Monat noch raus. Die Leistung jedenfalls, die Bad Blankenburg heute gezeigt hat, war eines halbprofessionellen Clubs, der sich in die 3. Liga spielen – oder kaufen? – will, nicht würdig. Das war auch für Oberliga ziemlich mäßig!
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Statistik:
Ground Nr. 514 (ein neuer Ground; diese Saison: 64 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.208 (diese Saison: 95)
Tageskilometer: 310 Eisenbahn
Saisonkilometer: 17.750 (12.070 Auto/ 2.700 Bahn, Bus, Tram/ 2.180 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 233

W233I: Das Ballspiel der Leunaer Ringer und ein hektisches Ammendorfer Basketballmatch

Prellballmasters Leuna 2011
Samstag, 15. Januar 2011 - Beginn 10.00
Turnier im Mattenprellball (Freizeitsport)
Sieger U-35: wird nachgetragen (x Siege usw. aus Y Spielen)
Sieger Ü-35: wird nachgetragen
Sieger Ü-50: wird nachgetragen
Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20
Unterhaltungswert: 7,0/10

BSV Ammendorf 67:56 Hallescher SC 96 III
Samstag, 15. Januar 2011 - Tip-off 14.00
Landesliga Sachsen-Anhalt Südost (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 67:56 nach 40 Min. – Viertelergebnisse: 20:19, 11:5, 15:22, 21:10
Punkte: ? / Fouls: ? / 5. Foul: ?
Freiwürfe Ammendorf: 17 von 34 (=50%), HSC III: 19 von 34 (=56%); Gesamtquote: 36 von 68 (=53%)
Spielort: Sporthalle BSV Ammendorf (Karl-Pilger-Str., Kap. 60, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: 12 (davon vllt. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10
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Photos and English version:
Prellballmasters Leuna 2011: Mattenprellball Chemie Leuna
BSV Ammendorf – Hallescher SC 96 III (Amateur Basketball)

Wer sich im Bereich der Turnspiele oder Rückschlagspiele auskennt, dem ist bestimmt schon die Sportart Prellball untergekommen. Wer Grundschullehramt auf Sport studiert – oder sich an die Zeit vor der 7. oder 5. Klasse noch erinnern kann – der wird Prellball auch kennen; doch diese Schulsportvariante (die teilweise auch unter anderen Namen läuft) hat nichts mit dem richtigen Prellball zu tun. Prellball gibt es auch fast nur in Deutschland, eine kleine Szene gibt es noch in Österreich, Schweden und so. Wie bei vielen Sportarten gibt es aber auch Abwandlungen des eigentlichen Sports. Beim Turnerspiel Prellball sieht die Abwandlung üblicherweise so aus: statt vier gegen vier geht auch zwei gegen zwei auf einem statt 8x16m ca. 6x14m kleinen Spielfeld. Wer noch eine Abwandlung sehen will, der geht zur BSG Chemie Leuna: auf 10x10m – einer Ringermatte – fliegen die Bälle mit zwei Spielern pro Team durch die Kante. Diese dritte Version des Prellballs war die erste die ich überhaupt live ansah. Das verwandte aber populärere Faustball hatte ich als einziges dieser Turner-Rückschlagspiele schon mal gesehen. Verglichen mit der Leunaer Mattenprellballvariante erfordert es zwar mehr Bewegung und längere Laufwege, aber ansonsten kann man auch Mattenprellball keineswegs als langweilige Sportart bezeichnen, da es nicht nur den Spielern Spaß machte, sondern auch die Zuschauer zu unterhalten wusste.

Der Freizeitsportverein BSG Chemie Leuna ist übrigens weder Ableger noch Konkurrent des TSV Leuna 1919. Es gibt auch Leute, die in beiden Vereinen Mitglieder sind. Neben Prellball beschäftigen sich die Mitglieder auch mit Drachenbootrennen und Fußball. Der Name ist natürlich eine Reminiszenz an die Namensversion des TSV Leuna während weiten Teilen der DDR-Zeit – und welcher Vereinsname ist auch passender bei einem Club aus einer Industriestadt wie Leuna als „Chemie“?

Die Spiele liefen dann auf drei Matten parallel – unübersichtlicher geht es kaum, aber dafür gab es keinerlei Leerlauf – und wussten dem ungeübten Zuschauer zu gefallen, da nicht nur die typischen Prellball-Aktionen, wie das Befördern des Balles mit der Faust in die gegnerische Hälfe (wobei im Gegensatz zum Faustball der Ball erst einmal in der eigenen Spielfeldhälfte aufgeprellt werden muss), sondern auch viele schöne Kopfbälle. Die sind beim normalen Prellball nicht zu finden, doch die eingesprungenen oder eingedrehten Kopfstöße erschienen bei der Ringervariante besonders wichtig. Durch das kleine Feld waren schnelle Bewegungsabläufe erforderlich, was der Attraktivität auch zuträglich war. Auf Spiele im Einzelnen eingehen kann ich leider nicht, da ich bei dem unübersichtlichen Modus nicht auch noch im Auge behalten konnte, wer nun für welche Mannschaft die besten Kopfbälle oder Aufschläge machte.

Beim Turnier kam es zu folgenden Ergebnissen:
a) U-35 Turnier:
wird nachgetragen

b) Ü-35 Turnier:
wird nachgetragen

c) Ü-50 Turnier:
wird nachgetragen

Wenn ich das Nachtragen vergesse, finden sich auch auf
www.chemie-leuna.de die Ergebnisse!
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Wir blieben trotz der Unterhaltsamkeit nicht bis zum Ende, da wir uns mal Basketball in Ammendorf anschauen wollten und es in dieser Saison keine andere Möglichkeit als an diesem Samstag gab.

Gespielt wird auf dem Gelände des BSV Halle-Ammendorf neben dem Stadion der Waggonbauer. Die Halle ist ein schöner Rundbogenbau, der schon recht verbraucht erscheint und von außen heftig beschmiert ist, aber mit seiner Deckenkonstruktion und den Backsteinwände doch zu gefallen weiß.

Heute gab es ein Mittelfeldduell in der 2. Amateurliga zu sehen, das nach einem wirklich guten ersten Viertel immer hektischer wurde. Die Hektik, die sich mitunter in lautstarkem Meckern gegen die nicht immer souveränen Schiedsrichter entlud, führte zu einer extrem gering Punktequote im zweiten Viertel. Eigentlich waren die beiden Schiris nicht schlecht, aber mitunter waren sie sich nicht einig und der eine offensichtlich noch minderjährig, weswegen bestimmte Spieler beider Teams und der Ammendorfer Trainer meinten, sie wüssten alles besser. Das dritte Viertel hielt wieder erheblich mehr Punkte parat wobei die Gäste noch den Ausgleich vorm Ende des dritten Spielabschnitts schafften. Die Begegnung war schnell und intensiv, es gab ein paar schöne Treffer aber noch mehr Fouls zu sehen. Das letzte Viertel, in dem Ammendorf klar besser agierend auch den Sieg herausspielte, sah noch mal einige Freiwürfe, sodass beide Teams auf 34 kamen. Alle Freiwürfe in diesen 40 Minuten waren also zusammen 68: enorm viel!

Die Zuschauerzahl war verglichen mit dem letzten Basketballspiel auch enorm viel. Eine Liga darunter waren mein Vater und ich beim Spiel von Justabs Halle II die einzigen Zuschauer, heute waren noch 10 andere mit von der Partie, die sich auf den Turnbänken am Spielfeldrand verteilten und teilweise sogar mal mitgingen.
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Statistik:
Ground Nr. 513 (ein neuer Ground; diese Saison: 63 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.206 und 1.207 (diese Saison: 94)
Tageskilometer: 30 (30 Fahrrad)
Saisonkilometer: 17.440 (12.070 Auto/ 2.390 Bahn, Bus, Tram/ 2.180 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 233