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Samstag, 9. Dezember 2023

W3.0153III-IV: Buntes Sportprogramm in Sachsen-Anhalt

Photos with English commentary:

a) Football: 1.FC Zeitz vs. TSV Leuna

b) Handball: TSV Leuna vs. Reichardtswerben

c) Volleyball (Women): USV Halle vs. Eimsbüttel

d) Handball (Female Under-17): Saxony-Anhalt vs. Berlin, Saxony vs. Thuringia

e) Basketball: Burg vs. 1. BC Magdeburg Res.

f) Volleyball: Burg vs. VfK Südwest Berlin

g) Sightseeing Zeitz (press arrow to the right in album)

h) Sightseeing Burg bei Magdeburg (press arrow to the right in album)

1. FC Zeitz 2:2 TSV Leuna 1919

Spannendes Spiel auf Schnee

1. FC Zeitz

2 : 2 (1:0)

TSV Leuna 1919

- Datum: Samstag, 2. Dezember 2023 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Landesliga Sachsen-Anhalt Süd (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 95 (46/49) Minuten – Halbzeit: 1-0

- Tore: 1-0 14. Reichmuth, 1-1 59. Kanig, 2-1 66. Grünbeyer, 2-2 75. Gaudig

- Gelbe Karten: NN, XY (Zeitz); Berghammer, B. Gumbrecht (Leuna)

- Rote Karten: Steinbach von Zeitz (70. Min. wg. Notbremse)

- Austragungsort: Ernst-Thälmann-Stadion, Kunstrasenplatz (Kap. 200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 110 (davon ca. 15 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,5/10

Am ersten Dezemberwochenende herrschte richtiges Winterwetter in weiten Teilen Deutschlands. In Südostniedersachsen und Sachsen-Anhalt z. B. ein paar Zentimeter Schnee und Temperaturen zwischen -1 und -4 Grad am Tag. Das sorgte natürlich für eine Ausfallseuche übelster Sorte im Fußball, teils gab es Generalabsagen – die galten dann selbst für Spielorte, an denen um die 0 Grad und kein Schnee waren. Anstatt, dass dafür gesorgt wird, dass Ausfälle die Ausnahme sind, sorgen Verbände dafür, dass alles ausfällt. Wenn halt nur Kunstrasenplätze bespielbar sind, dann müssen Vereine im 10, 20km Umkreis auf den verfügbaren Kunstrasen ausweichen – geht in anderen Ländern ja auch.

Großes Lob daher an den 1. FC Zeitz, der alles dransetzte, dass die Landesligapartie zwischen Zeitz und Leuna auf einem zumindest teilweise geräumten Kunstrasen stattfinden konnte. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber ist es seit mittlerweile sicher mehr als einem Jahrzehnt eben nicht mehr – daher: Respekt an die Grün-Weißen, dass sie sich solche Mühe gegeben haben!

Der Schiri kommunizierte leider zu spät, dass er mehr als die Strafräume und Linien freiräumen lassen wollte, aber dennoch am Anstoß 13 Uhr festhielt. So waren nur drei Viertel des Feldes frei von der weißen Scheiße. Hätten die bis 13.15 Uhr bestimmt fertig bekommen. Aber auch wenn ich das unverständlich fand – jede Entscheidung im Spiel, die der junge Schiri traf, war absolut nachvollziehbar. Martin Lee Wolter aus Halle-Kanena brachte eine sehr souveräne und korrekte Leistung, ebenso seine beiden Assistenten – auch das ist in der Landesliga leider nicht die Regel und verdient ausdrückliches Lob!

Ebenso kann ich über die beiden Mannschaften ganz überwiegend Gutes schreiben: Es war eine wirklich gute und spannende Partie. Zeitz zuerst klar besser, bei Leuna kam kein Pass an. Mitte der ersten Hälfte kam aber auch der TSV ins Spiel, erspielte sich erste Chancen. Es blieb aber beim 1:0 für Zeitz bei Pause, was durch einen scharfen Freistoß aus 17 Metern zustande kam.

Ganz kurios dann nach einer guten Stunde, Kanig mit seinem aus spitzem Winkel reingeballerten Ausgleich! Doch Zeitz kam zurück und zwang den Ball zum 2:1 über die Linie durch die nicht gut stehende Leunaer Abwehr. Aber der TSV kämpfte sich wieder zurück. Gaudig sicherte mit seinem Treffer ins kurze Eck einen verdienten Punkt. Die Chance auf das 3:2 in der Nachspielzeit wurde vergeben. Auch Zeitz wollte noch mal treffen in den letzten Minuten, was aber an Pfennig bzw. der Abwehr zum Glück scheiterte. Ein Punkt ist schon mal wichtig für Leuna, die zumindest vorerst die Abstiegsplätze verlassen und sich über 4 Punkte aus den letzten beiden Spielen der Hinrunde freuen können. So schön auch drei Zähler gewesen wären, wenn ich mal – ausnahmsweise bei einem TSV-Spiel – sachlich bleibe, muss ich schon sagen, dass diese Punkteteilung das einzig gerechte Ergebnis dieses schönen und spannenden, aber unter schwierigen Bedingungen ausgetragenen Spiels war!

Vor dem Spiel lief ich übrigens eine Runde durch die angrenzenden Straßen und begutachtete den heftigen Verfall der schönen Architektur aus dem 19./20. Jahrhundert. Zeitz ist schon unglaublich heruntergekommen. Nur vereinzelt sind sanierte Villen (meist Steuerbüros, Kanzleien etc.) zu sehen. Interessant sind auch die Gedenktafeln an der Brücke: Diese erinnern an Gewalttaten 1919 bzw. 1923, als es in Deutschland auch gerade zwischen den autochthonen Deutschen doch noch etwas unzivilisierter zuging, als heute... 

Zeitz

Sieg mit einem Tor für Leunaer Handballer

TSV Leuna 1919

24 : 23 (11:11)

TSV Leuna 1919

- Datum: Samstag, 2. Dezember 2023 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (7. und unterste Spielklasse im Handball, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 24-23 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 11-11

- Statistiken: Verbandsseite 

- Austragungsort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 20 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

Einen Sieg für eine Leunaer Mannschaft gab es dann erfreulicherweise im Anschluss zu sehen. Ich nahm den Weg nach Leuna, wie ich ihn früher immer von Zeitz nach Leuna/Merseburg genommen habe, und kam rechtzeitig zur Handball Bezirksligapartie in der Leunaer Sporthalle an. Der TSV führte da die meiste Zeit in Hälfte eins, aber mit maximal 3 Toren. Nach dem Seitenwechsel drehte Reichardtswerben die Partie, schaffte aber maximal 4 Tore Vorsprung. Es ging hin und her, gab immer wieder wechselnde Führung, die Partie war spannend, aber leider – im Gegensatz zum Fußballspiel zuvor, welches nominell auf derselben 7. Ebene stattfand – war das Handballspiel auf sehr niedrigem Niveau. Vor ein paar Wochen das Spiel in Klostermansfeld war durch die Gastgeber besser. Aber wie auch immer: in den letzten anderthalb Minuten gab es nach Auszeit des Gastes nur noch Chaos mit Hin und Her rennen und Fouls und Fehlwürfen, doch es blieb bei dem von Leuna in den letzten 10 Minuten erkämpften 24:23!

TSV Leuna 1919 24:23 TSV Reichardtswerben 1895

Tiebreak am Steg

Universitätssportverein Halle Hurricanes (FR)

3 : 2

SV Grün-Weiß Eimsbüttel von 1901 (FR)

- Datum: Samstag, 2. Dezember 2023 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: 3. Liga Volleyball Nord Frauen (4. Spielklasse im Frauen-Volleyball)
- Ergebnis: 3-2 nach 114 (24/24/23/27/16) Minuten – Sätze: 19-25, 25-20 25-19, 24-26, 15-12; 108-102 Spielpunkte

- Austragungsort: Sporthalle am Steg (Kap. 250, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon angeblich nur 40 zahlende, wohl keine Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

Im Wettkampfbetrieb für Mannschaftssportarten (Handball, Basketball, Volleyball) sind in der Stadt Halle nun zwei Sporthallen seit 2019 hinzugekommen. Heute schaute ich mir eine der beiden an, nämlich die Halle am Steg, die schön innenstadtnah errichtet wurde. Leider sieht man aufgrund der völlig einfallslosen Architektur das Stadtbild nicht aus der Halle heraus – bei einem Bau wie in Erfurt (Gymnasium) oder Wolfenbüttel (Landeshuter Platz) z. B., wäre das eindrucksvoll und formschön machbar gewesen. Die Architekten haben das aber verpasst, so ist auf der großen Brache eine 0815-Halle ohne Tribünen, architektonisch kotzlangweilig, mit hässlichen Formen und öden Farben geworden. Der übliche Schrott also in Deutschland, für viel zu viel Geld.

Für so eine Halle bekam man aber gutes Volleyball geboten. Die rund 100 Zuschauer konnten sich auch schön auf sinnvoll angeordneten Turnbänken oder an Partytischen niederlassen. Die USV-Leute gab sich da echt Mühe bei der Organisation. 4€ Eintritt kostete die 3. Liga, welche eigentlich die 4. Spielklasse ist, da es bei der 2. Bundesliga so eine komische Einteilung in „2. Pro“ und „2. BuLi Nord/Süd“ gibt. Die beiden Teams des vorderen Mittelfelds zeigten zwar wenige lange Ballwechsel, aber ein solides und sehenswertes Spiel, welches erwartungsgemäß eng und ausgeglichen war. Erst im Tiebreak war nach gut zwei Stunden mit den Hallenserinnen ein Sieger gefunden.

USV Halle 3:2 Grün-Weiß Eimsbüttel

Länderauswahlen in Barleben

Sachsen-Anhalt (U17-Juniorinnen)

13 : 20

Berlin (U17-Juniorinnen)

- Datum: Sonntag, 3. Dezember 2023 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: BHC Cup (Ländervergleichsturnier für U17 Juniorinnen/ weibliche Jugend B)
- Ergebnis: 13-20 nach 40 (2x20) Minuten – Halbzeit: 7-9

- Statistiken: Verbandsseite 

- Austragungsort: Mittellandhalle, Sporthalle II (Barleben; Kap. 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 10 Berliner)
- Spielbewertung: 7,0/10

Sachsen (U17-Juniorinnen)

39 : 4

Thüringen (U17-Juniorinnen)

- Datum: Sonntag, 3. Dezember 2023 – Beginn: 11.10
- Wettbewerb: BHC Cup (Ländervergleichsturnier für U17 Juniorinnen/ weibliche Jugend B)
- Ergebnis: 39-4 nach 40 (2x20) Minuten – Halbzeit: 22-2

- Statistiken: Verbandsseite 

- Austragungsort: Mittellandhalle, Sporthalle II (Barleben; Kap. 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (überwiegend Neutrale)
- Spielbewertung: 6,0/10

Hatten am Freitag noch ein Fußballspiel und am Samstag vier Spiele draußen stattgefunden, gab es am Sonntag wohl in ganz Sachsen-Anhalt und außer in Sachsen wohl auch dem ganzen Osten kein einziges Spiel wegen dem bisschen Schnee.

Aber Handball gab es zum Beispiel. So u. a. in Barleben, wo in der leider ganz überwiegend für solche Spiele genutzten Nebenhalle (Halle II, manchmal auch als Halle I bezeichnet, warum auch immer), ein U17-Juniorinnen-Länderauswahlturnier ausgetragen wurde. Mecklenburg-Vorpommern hatte zurückgezogen, sodass nur 5 der 6 Ostverbände hier antraten.

Spiel 1 war richtig guter Handball, Sachsen-Anhalt hielt lange mit, doch Berlin war am Ende besser und genauer. Die Hauptstadtmädchen holten aber auch nur Platz 3 hinter Brandenburg.

Sieger wurde Sachsen. Gegen den abgeschlagenen Letzten aus Thüringen erzielten sie zudem den höchsten Sieg im Turnier. Leider muss ich trotz der sehr guten und soliden Leistung der Sächsinnen Kritik üben. Also das ist doch wohl nicht deren Ernst beim Thüringer Handballverband, dass das ihre Länderauswahl ist?! Ehrlich: Ich schaue immer wieder solche Ländervergleiche in verschiedenen Sportarten und noch nie habe ich eine derart schlechte Mannschaft da gesehen. Fehlpässe und Abwehrverhalten, als hätten die noch nie Handball gespielt. 39:4 ist ja wohl auch ein recht deutlicher Leistungsunterschied, selbst für Juniorinnen...

BHC Cup in Barleben

Basketball mit Buffet in Burg

Burger Ballspiel Club 08

47 : 58

1. Magdeburger Basketballclub II

- Datum: Sonntag, 3. Dezember 2023 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Sachsen-Anhalt Nordwest (8. und unterste Spielklasse im Basketball; 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 47-58 nach 40 (4x10) Minuten – Viertel: 9-21, 18-20, 8-13, 12-4

- Statistiken: Verbandsseite 

- Austragungsort: Sporthalle Flickschupark (Kap. 200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon wohl keine Gästefans)
- Spielbewertung: 4,0/10

Erwartungsgemäß schwächstes Spiel an diesem Wochenende, war dann aber die Männerbezirksliga im Basketball. Technische Mängel wie dem Mitspieler gegen den Hinterkopf zu passen, kamen halt oft vor. Aber beide Teams gaben sich Mühe, langweilig war es auch nicht, da Burg nie völlig abghängt wurde, obschon absehbar war, dass sie den ständigen Rückstand gegen den 1. Magdeburger BC II nicht aufholen würden. In Burg am Flickschupark herrschte zudem eine angenehme Atmosphäre: die sehr freundlichen Gastgeber hatten ein Buffet mit Schnitzel und Kuchen gegen Spende aufgebaut, die völlig unaufdringlich erbeten wurde.

Die Halle am ganz schönen Stadion ist aber in furchtbaren Farben gehalten und hat nur ebenirdische Stehplätze. Wenn ich aber an meine Zeit in NRW zurückdenke: wie hat mich das immer genervt, wenn so eine Halle erstmal verrammelt war und nur auf Klingeln/Klopfen für Zuschauer geöffnet worden... Aber den Quatsch machten sie nicht hier in Burg.

Burger BC 08 47:58 1. Magdeburger BC II

Volleyball in der Radsportlerhalle

Burger Volleyballclub 99

2 : 3

Verein für Körperkultur Südwest Berlin

- Datum: Sonntag, 3. Dezember 2023 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Regionalliga Nordost (4. Spielklasse im Volleyball; 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-3 nach 113 (22/24/24/25/18) Minuten – Sätze: 25-19, 18-25, 21-25, 25-19, 12-15; Spielpunkte: 101-103

- Austragungsort: Täve Schur Sporthalle (Kap. 1.250, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon 65 zahlende und max. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,5/10

Dann ging es in die größte Halle der Stadt Burg bei Magdeburg, benannt nach Gustav Adolf „Täve“ Schur. Der Radrennfahrer aus dem nahen Heyrothsberge ist einer der berühmtesten und erfolgreichsten Sportler der DDR gewesen. Als linientreuer Sozialist bis heute, hat er sich natürlich außerhalb des Sports nicht immer beliebt gemacht... Aber eine wirklich schöne Halle mit einer Ober- und einer Untertribüne sowie großem Foyer mit Blick auf eine Schule und die große Kirche. Auch so ein Beispiel, warum ich die Halle am Steg kritisiert habe. Man hätte ein Foyer wie hier in Burg machen können! Noch mal ein NRW-Vergleich: Da wäre die Untertribüne eingefahren und ein Teil des Oberrangs versperrt worden – aber hier war alles zugänglich trotz furchtbar kleiner Kulisse.

Nur 2€ Eintritt für Männerregionalliga. In Burg scheinen beim Sport die Inflationspreise noch nicht angekommen zu sein. Sehr schön da!

Mit dem Punktgewinn ist der Burger VC immerhin vom letzten Platz weg, aber die Nichtabstiegsplätze sind leider noch weit entfernt. Auch dieses Spiel ging ja in den Tie Break, hier gewann aber der Gast vom VfK Südwest Berlin, der mir bisher nur für die verwandte Sportart Faustball bekannt war...

Als Fazit bleibt: War eine starke Auswahl mit 7 Spielen in vier Sportarten und trotz Schnee wenigstens einmal Fußball und Leuna insgesamt doch erfolgreich bei den beiden Spielen. Ein tolles Wochenende!

Burger VC 99 2:3 VfK Südwest Berlin

Statistik vom Wochenende:

- Grounds: 3.543 (5; diese Saison: 121 neue)

- Sportveranstaltungen: 4.972 (7; diese Saison: 151)

- Tourkilometer: 520km Auto (Sa 340km, So 180km)

- Saisonkilometer: 49.780 (22.770 Auto, davon 9.010 Mietwagen/ 25.100 Flugzeug/ 1.930 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn / 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 173 [letzte Serie: 12, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 153 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Samstag, 9. Juli 2011

W258II: Turnier in Reichardtswerben und überraschend deutlicher Sieg des TSV Leuna in Braunsbedra

Turnier des LSV Rot-Weiß Reichardtswerben
Datum: Samstag, 9. Juli 2011 – Beginn: 10.00
Wettbewerb: Großfeldturnier (11 gegen 11 Spieler, 1x20 Minuten) zum 50jährigen Vereinsbestehen des LSV Rot-Weiß Reichardtswerben
Sieger: wird nachgetragen
Bestes Spiel: Droyßiger SG 0:2 Grün-Weiß Langendorf (6,5/10)*
Schwächstes Spiel: VfL Roßbach 0:0 FC Markwerben (2,0/10)*
Torschnitt: 1,9 Treffer pro Spiel (19 in 10 Spielen)*
Torreichstes Spiel: Droyßiger SG 2:2 WFV Schwarz-Gelb (6,0/10)*
Torärmstes Spiel: VfL Roßbach 0:0 FC Markwerben (2,0/10)*
* Eröffnungsspiel bis erstes Halbfinale
Austragungsort: Sportplatz Reichardtswerben (Kap. 1.100 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 Fans + bis zu 100 Aktive
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Kein richtig gutes Spiel dabei, ziemlich wenig Sehenswertes auf dem Feld: da bin ich im Burgenland weit höheres Niveau gewohnt)

SV Braunsbedra 2:5 TSV Leuna 1919
Datum: Samstag, 9. Juli 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Landesliga (7. Liga, 2. Amateurliga) gegen Landesklasse (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 2:5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1:4
Tore: 0-1 6. Kevin Degner, 0-2 14. Kevin Degner, 0-3 17. Toni Feist, 0-4 42. Toni Feist, 1-4 45. (Nr. 11), 2-4 75. (Nr. 13), 2-5 83. (Eigentor)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 30 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nach überragender Leunaer Leistung in Halbzeit 1, musste in 2. Hälfte ein Gang zurückgeschaltet werden: kaum war Braunsbedra am Drücker, wurde das Spiel unattraktiver)
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Photos and English version:

Diesmal kann ich dem Leser nur relativ wenige Fotos dieser beiden Sportveranstaltungen zeigen, da die Kameraakkus doch nicht so aufgeladen waren, wie erwartet. Einen ausführlichen Bericht gibt es trotzdem, auch wenn das Fußballturnier zum Vereinsjubiläum des LSV Rot-Weiß Reichardtswerben keinen besonders ausführlichen Report verdient hat – das packende Testspiel zwischen Braunsbedra und Leuna natürlich umso mehr!

Ab kurz nach 10 standen sich jedenfalls sieben Mannschaften aus Kreisoberliga, Kreisliga und Kreisklasse (bis auf Roßbach aus dem Saalekreis waren alle aus dem Burgenlandkreis) auf dem Sportplatz von Reichardtswerben, der nicht so uninteressant aber auch nicht wirklich herausragend ist – die offenen Felder auf der einen und hohen Bäume auf der anderen Seite bilden die Umgebung, ein Feldweg flankiert das Spielfeld auf der einen und ein kleiner Graswall auf der anderen Seite, und schließlich fallen noch die beiden aufgegebenen Großfeld-Nebenplätze auf, wobei aus dem einen ein Beachhandballplatz gemacht wurde, auf – gegenüber. Beachhandball hätten wir auch gucken können – wäre eine neue Sportart gewesen – aber ein sinnfreier Handballverschnitt (Kleinfeldrasenhandball) in den letzten vier Wochen reicht mir: Volleyball am Strand? OK, da ist mehr Bewegung als in der Halle! Fußball am Strand? Na gut, geht so! Aber Handball auf Sand und dann noch mit den Regelmodifikationen (Volleyballzählweise usw.) ist der Gipfel der Albernheit. Haben die Handballer in der Sommerpause nichts zu tun oder warum müssen sie krampfhaft den anderen Sportfreunden nacheifern?

Die Spiele des Fußballturniers, dass aufgrund einer absagenden Mannschaft leider mit 7 Mannschaften und entsprechend ungünstigen Modus ausgetragen werden musste, die wir gesehen haben, waren erst einmal das Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber Rot-Weiß Reichardtswerben und dem Weißenfelser FV Schwarz-Gelb. Das war ein typisches Eröffnungsspiel: wenig sehenswert, kaum Torszenen und erst ein Elfmeter muss das Spiel entscheiden.
Großkorbetha traf dann auf den FC Markwerben und brauchte eine Weile ehe sie den Führungstreffer erzielten. Die Markwerbener glichen dann eine knappe Minute vor Abpfiff aus.
Droyßig geriet gegen Langendorf schnell in Rückstand. Der Turnierfavorit setzte dann später mit einem Konter den entscheidenden Treffer drauf.
Großkorbetha verlor dann gegen den zwei Klassen niedriger spielenden VfL Roßbach mit 0-2: ein Treffer nach knapp 2 Minuten machte den Anfang, in der 14. legte der Außenseiter nach.
Reichardtswerben wurde dann von Droyßig kräftig auseinandergenommen.
Langendorf tat sich gegen Schwarz-Gelb Weißenfels sehr schwer, aber erzielte wenigstens einen Treffer – und den nur zwei Minuten vor Abpfiff.
Roßbach gegen Markwerben war dann ein ganz müder und zudem torloser Kick.
Dafür war Langendorf gegen Reichardtswerben erheblich besser: die Grün-Weißen erzielten in der 13. und der 18. zwei Treffer gegen die Rot-Weißen. Wir holten nebenbei eine Terrine Erbsensuppe – mal ganz ordentliche Verpflegung heute!
Droyßig und Schwarz-Gelb lieferten sich einen guten Schlagabtausch, der 2:2 endete.
Das letzte Spiel, das wir sahen, war das erste Halbfinale, dass Langendorf erwartungsgemäß gewann gegen Markwerben: erst senkte sich ein Ball, der vom FCM Torwart unterschätzt wurde, ins Netz - dann ein starker Konter zum 2:0 für Langendorf.

Alle Ergebnisse des Turniers:
Gruppe 1: RW Reichardtswerben 1-0 WFV Schwarz-Gelb
Gruppe 2: TSV Großkorbetha 1-1 FC Markwerben
Gruppe 1: Droyßiger SG 0-2 GW Langendorf
Gruppe 2: TSV Großkorbetha 0-2 VfL Roßbach
Gruppe 1: RW Reichardtswerben 0-3 Droyßiger SG
Gruppe 1: WFV Schwarz-Gelb 0-1 GW Langendorf
Gruppe 2: VfL Roßbach 0-0 FC Markwerben
Gruppe 1: GW Langendorf 2-0 RW Reichardtswerben
Gruppe 1: Droyßiger SG 2-2 WFV Schwarz-Gelb
Halbfinale: GW Langendorf 2-0 FC Markwerben
Halbfinale: VfL Roßbach ?-? Droyßiger SG
Spiel um Platz 5: RW Reichardtswerben ?-? TSV Großkorbetha
Spiel um Platz 3: FC Markwerben ?-? X
Finale: GW Langendorf ?-? Y

Gesamttabelle:
1. wird ergänzt
2. wird ergänzt
3. wird ergänzt
4. wird ergänzt
5. wird ergänzt
6. wird ergänzt
7. Weißenfelser FV Schwarz-Gelb ... 3 (0-1-2) 2:4 1

Alles in Allem ließ die Qualität des Turniers doch zu wünschen übrig – im Burgenlandkreis bin ich bessere Spiele gewohnt.
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Dafür wurde es in Braunsbedra erheblich besser: das Testspiel zwischen dem SV Braunsbedra und TSV Leuna 1919 war wirklich gut und sehenswert. Das möchte aber auch sein, wenn man an der Kasse 3€ entrichten soll, als sei das ein Landesligaspiel. Deutschland ist irgendwie das einzige Land, das mir bisher untergekommen ist, in dem Eintrittspreise zu Testspielen genauso teuer oder sogar noch teurer sind als die zu Ligaspielen.

Eigentlich hatte ja der Gastgeber die Favoritenrolle inne: eine Spielklasse höher, beide Mannschaften hatten im Mittelfeld abgeschlossen und Braunsbedra in der Landesliga sogar auf einem besseren Platz, Leuna ohne auch nur einen einzigen Auswechsler doch der Gastgeber mit sechs Wechselspielern und dann hatte der SVB auch bereits ein Testspiel absolviert, während Leuna erst wenige Trainingseinheiten durchgeführt hatte. Dieses Testspiel hatte der SVB allerdings gegen die Roten Hornochsen aus Leipzig gespielt und 3:12 verloren. Entgegen aller Vorzeichen, lief der Start für den TSV Leuna derart gut, dass man schon auf eine weitere 3:12 Niederlage für den SVB spekulieren konnte.

Die ersatzgeschwächte Landesligaelf legte gleich in der sechsten Minute mit einem Abstaubertor (nach langer Hereingabe) von Kevin Degner vor. Ein Lattenknaller von Carsten Arndt und keine zehn Spielminuten später und schon legte Kevin nach: ein toller Heber aus einiger Entfernung nach schönem Flankenwechsel! Das 3:0 erzielte dann der Ex-Braunsbedraer Toni Feist, der mir bei SVB-Spielen in der Halle schon sehr positiv aufgefallen war und diesen Eindruck heute bestätigen konnte, nach einer chaotischen Strafraumsituation. Kurz vor der Pause legte ebendieser Toni Feist auch sogar noch das 4:0 nach. Der Jubel ob des unverhofft starken und souveränen Spiel der Leunaer wurde bei den Gästefans immer lauter – der Heimanhang konnte nur mit dem Kopf schütteln. Auch der Treffer zum 1:4 der ganz knapp vor der Pause fiel, ließ wohl kaum Hoffnung aufkommen.

Der Leistung des TSV Leuna war in der ersten Halbzeit wirklich hervorragend: gegen einen klassenhöheren (ob eingespielt oder nicht: Braunsbedra ist länger wieder im Training als Leuna!) so klar überlegen zu sein ist schon herausragend. Da lief es aber auch auf allen Position gut: ob Kevin Degner, Toni Feist und Nino Hammerschmidt vorne oder der A-Jugendliche Neuzugang David Weise – ob Routinier Carsten Arndt oder Michael Schulze – und ganz zu schweigen vom neuen Mann zwischen den Pfosten: Patrick Lenzen kenne ich noch aus meinen Zeiten als Jugendspieler beim TSV als starken Torhüter – und heute bewies er (zurückgekehrt von der IMO) seine Klasse mit schnellen Reaktionen und sicherer Strafraumbeherrschung. Für den zweiten Treffer der Braunsbedraer konnte er nichts: das war halt mal eine von vielleicht zwei, drei Situationen in denen die TSV-Abwehr zu ungeordnet unterwegs war. Schließlich war es auch ein noch viel gröberer Fehler in der Braunsbedraer Abwehr, der die absolute Entscheidung brachte: ehe Nino Hammerschmidt die Flanke in den Strafraum mit einem Torabschluss verwerten konnte, rutschte ein Braunsbedraer hinein und beförderte den Ball ins eigene Tor.

Während also die SVB-Spieler nach dieser Leistung alles andere als begeistert sein können – bei allem Druck und allen tollen Offensivaktionen der Leunaer, aber eine Landesligaabwehr müsste eigentlich stärker sein; ganz zu schweigen von manchen vielsagenden Fouls, die auch ein, zwei gelbe Karten hätten nach sich ziehen müssen – können die heute wieder von 30, 35 Fans unterstützten Leunaer wirklich zufrieden sein: wirklich sehr starke Offensivarbeit, über weite Strecken starke Abwehrleistung mit durchweg starkem Torwart - zudem diszipliniert und attraktiv gespielt! Dass das Spiel in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut wie in der ersten war, lag ausschließlich am Gastgeber, dem Leuna aufgrund der dünnen Besetzung sinnvollerweise mehr Platz lassen musste: mit 11 Mann ohne Auswechsler kann man gegen 11 + 6 Mann halt nicht 90 Minuten durchpreschen. Also: weiter so Leuna!!
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Statistik:
Grounds: 588 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 137 neue)
Sportveranstaltungen: 1.309 (heute zwei, diese Saison: 197)
Tageskilometer: 40 (40 Fahrrad)
Saisonkilometer: 43.630 (21.990 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.660 Bahn, Bus, Tram/ 4.970 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 39
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 258

Sonntag, 6. Februar 2011

W236II: Handballliga und -Pokal in Prittitz/ Plotha-Plennschütz

SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz 30:37 SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz
Sonntag, 6. Februar 2011 - Anwurf 16.00
Viertelfinale Pokal des Handballverbands Sachsen-Anhalt (6. Liga, 3. Amateurliga gegen 5. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 30:37 nach 60 Min. – Halbzeit: 14:19
Torfolge: 1-0, 1-1, 2-1, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 6-4, 6-6, 7-6, 7-7, 8-7, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-16, 13-16, 13-18, 14-18, 14-19; 14-20, 17-20, 17-21, 18-21, 18-23, 19-23, 19-27, 20-27, 20-28, 24-28, 24-29, 25-29, 25-33, 26-33, 26-34, 28-34, 28-36, 29-36, 29-37, 30-37
Siebenmeter: Saaletal 3 von 5, GWWP 4 von 5
Verwarnungen: 2x Saaletal; 2x GWWP)
Zeitstrafen in Minuten: 7x Saaletal = 14 Minuten; 7x GWWP = 14 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Prittitz machte zu viele Fehler, sonst wäre das Spiel spannend gewesen – beide Mannschaften aber auf ganz ordentlichem Niveau)

SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz II 29:22 TSG Gymnasium Querfurt
Sonntag, 6. Februar 2011 - Anwurf 16.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:22 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:12
Torfolge: 2-0, 2-1, 4-1, 4-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 7-4, 7-5, 9-5, 9-6, 10-6, 10-8, 11-8, 12-8, 12-9, 13-9, 13-10, 15-10, 15-11, 16-11, 16-12; 16-13, 17-13, 17-14, 18-14, 18-17, 20-17, 20-18, 21-18, 21-19, 25-19, 25-20, 26-20, 26-21, 27-21, 27-22, 29-22
Siebenmeter: Saaletal 4 von 7, Querfurt 4 von 4
Verwarnungen: 1x Saaletal; 2x Querfurt
Zeitstrafen in Minuten: 4x Saaletal = 8 Minuten; 4x Querfurt = 8 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Saaletal II spielte gar nicht so schlecht wie ihr Tabellenplatz aussagt und siegte verdient)
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Photos and English version:
Handball in Prittitz/ Plotha-Plennschütz Village: SG Saaletal vs. Wittenberg-Piesteritz (Amateur Cup Quarterfinal) and SG Saaletal Reserve vs. Gymnasium Querfurt (Amateur League)

A Match Scene With Fans' Support On Video
http://www.youtube.com/watch?v=cuIXco4kTSk

Von Naumburg aus führen schöne, enge, bergige und wenig befahrene Straßen über Schönburg – wie der Name schon sagt gibt es dort eine schöne Burganlage – und Possenhain und andere Dörfer nach Plotha und Plennschütz, beides Ortsteil der Gemeinde Prittitz. Während Plennschütz und Prittitz noch ganz ordentlich aussehen, ist Plotha ein ziemlich verrotteter Ort mit einer ungesichert vor sich hin gammelnden Dorfkirchenruine. Eine Kirche in besserem Zustand befindet sich in Prittitz.

Die SG Saaletal ist eine mal in Braunsbedra, mal in Prittitz spielende Spielgemeinschaft aus mehreren Vereinen mit Einzugsgebiet in etlichen Dörfern zwischen Weißenfels und Naumburg wie z.B. Reichardtswerben, Prittitz, Plotha und Plennschütz. Die Sporthalle liegt neben einem ebenso wenig wie jenem in Prittitz im Spielbetrieb genutzten Fußballplatz. Die Halle liegt direkt auf der Ortsgrenze zwischen Plotha und Plennschütz. Gerade wenn man aus Plotha kommend zur Halle fährt, wundert man sich über so einen modernen Bau, der außen so farblich und von den baulichen Elementen so ansprechend gebaut ist, in einem solchen Kaff. Innen gibt es natürlich die üblichen Mängel bei den Sporthallen der 2000er-Generation: die Obertribüne hat zwei Bankreihen und zu viele Balken vor der ersten Reihe und die Fenster lassen zu viel blendendes Licht mit Schattenwürfen herein. Da mögen Formen und Farben stimmen, aber die Sicht der Zuschauer ist eingeschränkt, die Beleuchtung nicht so toll und für die Spieler je nach Wetterlage auch nicht unbedingt der ideale Spielort.

Zum Vorspiel war Eintritt frei, das Hauptspiel konnte man sich für 3€ ansehen. Dieses Vorspiel war die Bezirksligapartie zwischen dem mit nur zwei Siegen aus 13 Spielen Tabellenletzten aus dem Saaletal und dem Fünftplatzierten aus Querfurt, der weit abgeschlagen hinter der Tabellenspitze um USV Halle, Dieskau und Queis aber klar vor den hinteren Rängen mit den Reserven von WHV, Friesen, Saaletal und der Ersten von Langenbogen liegt. Dass die Querfurter klar favorisiert waren, hat man nur kurz nach der Pause mal gemerkt, aber nach fünf Minuten Aufholjagd war die Luft draußen. Für die „Gymnasiasten“ muss die Niederlage doch recht peinlich gewesen sein: recht viel gemeckert haben sie ja auch. Die Reserve von Saaletal Reichardtswerben-Prittitz war andauernd in Führung und hatte die besseren Werfer. Mit besseren Torhütern hätten sie auf jeden Fall mit 10 oder mehr Toren Unterschied gewonnen.
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Zwischen den Spielen testeten wir das erbärmliche Niveau der Gaststätte – fast niemand kauft da eine Bockwurst: die Leute, die da immer nur Bier saufen, wissen wohl warum sie nichts dazu essen – und beim Hauptspiel blieb dann eine Überraschung wie im Vorspiel aus. Im Viertelfinale des Landespokals von Sachsen-Anhalt, trat der Zweitplatzierte der Verbandsliga Süd gegen den Zweitplatzierten der Sachsen-Anhalt-Liga an: SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz I gegen SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz. Letztere kamen in den ersten 15 Minuten nicht so richtig in Fahrt. Dass sie nicht deutlich in Rückstand gerieten, war Fehlern der Heimmannschaft und leider auch fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geschuldet. Die Schiris sollten aber nicht weiter auf das Spiel Einfluss nehmen, da es bei vereinzelten Fehlentscheidungen auf beiden Seiten blieb, die sie mit Arroganz ganz gut überspielen konnten. Arroganz war wahrscheinlich auch der Grund für den schwachen Start der Gäste: als der Trainer sie noch mal in der Auszeit einschwor, gingen sie deutlich konzentrierter und effektiver zu Werke und konnten sich mit starken Angriffen und platzierten Würfen – von denen aber der ein oder anderen trotzdem von einem besseren Torwart gehalten oder von einer besseren Abwehr verhindert worden wäre – mit bis zu fünf Toren absetzen.

Vor der Halbzeit gab es das beste Tor der Partie: ein Wittenberger spielt ohne zu gucken aus der Rückhand, seitlich zum Tor stehend einen Pass über zwei Metern Entfernung über die Schulter, direkt zum mittig vorm Kasten platzierten Mitspieler, der den Ball reindonnert. Nach der Halbzeit ließen die Gäste die Heimmannschaft mehrmals herankommen, nur um dann Fehler auszunutzen und wieder davon zu ziehen. Am Ende waren die sieben Tore Unterschied eher zu hoch. Beide Mannschaften haben sehenswert und gut gespielt, doch eine Mannschaft, die um den Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga mitspielt, sollte schon mehr zeigen.

Mehr zeigen sollten auch die Wittenberger und Piesteritzer Fans, als ein bisschen Klatschen, Trommeln und Dazwischenrufen. Dass sich die Kinder und Enkel nicht um die Ur-Oma gekümmert haben, die sich mit lächerlichen Bemerkungen über schimpfende Heimfans (dabei hat sie selber Spieler beschimpft) und die Schiris (das ging von der ersten Minute an, als die noch gar keine Fehlentscheidung getroffen hatten – und sie trafen auch mehr Fehlurteile zugunsten der Gäste) selber nur lächerlich machte, ist schon ziemlich wenig familiär. Ein bisschen Baldriantee von den Enkeln und das sinnlose Geschrei würde die wunderliche Alte schon zurückfahren... Gar nicht sinnlos war das Geschrei der Heimfans, die mit Zwischenrufen, einfachen Sprechchören und einem hervorragenden Schlagzeuger, der auch noch von anderen Trommeln unterstützt wurde, wirklich gute Stimmung auf die Beine stellten. Der Schlagzeuger hatte auch weit mehr drauf, als das übliche „bumm-bumm-bumm“ im immergleichen Takt, was man sonst beim Handball immer so hat: da wurden auch Becken eingesetzt und die Halle richtig gerockt. So ist die Stimmung richtig gut; ich muss sogar sagen, dass ich beim Handball seit mehreren Jahren nicht mehr so gute Stimmung erlebt habe – und das bei einer hohen zweistelligen Zahl von Spielen quer durch alle Ligen! Also: weiter so, Saaletal!!
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Statistik:
Ground Nr. 522 (ein neuer Ground; diese Saison: 72 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.219 und 1.220 (diese Saison: 107)
Tageskilometer: 80 (60 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 18.580 (12.070 Auto/ 3.330 Bahn, Bus, Tram/ 2.380 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 236

Sonntag, 17. Januar 2010

W181I: Der erste Heimsieg der Saison für den VCBDS – davor: ein enttäuschendes Handballspiel in Braunsbedra

SG Saaletal Reichardtswerben/ Prittitz II 24:28 VfB Bad Lauchstädt
Samstag, 16. Januar 2010 - Anwurf 16.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (6. Handball-Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 24:28 nach 60 Min. – Halbzeit: 15:13
Torschützen: sind mir unbekannt
Zeitstrafen: Saaletal 10 Minuten; VfB 10 Minuten
Platzverweise: Nr. 10 Bad Lauchstädt (21. Minute, 3. Zweiminutenstrafe)
Spielort: Geiseltalhalle St. Barbara Braunsbedra (Kap. 350 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Ziemlich Schwach)

VC Bad Dürrenberg/ Spergau 3:0 Moerser SC
Samstag, 16. Januar 2010 - Beginn 19.30
1. Volleyballbundesliga (Profi- und Halbprofiliga)
Ergebnis: 3:0 nach 89 Min. – Sätze: 28:26, 25:20, 30:28
Besondere Vorkommnisse: keine
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.200 Sitzplätze)
Zuschauer: 862 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich Gutklassig)
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Photos and English version: Handball in Braunsbedra and Volleyball in Spergau

Die SG Saaletal ist die Spielgemeinschaft, die sich vorher auf die Vereine SKV Prittitz und Frisch Auf Reichardtswerben aufteilte, mehrerer kleiner Orte unter 3.000 Einwohnern im Saaletal zwischen Weißenfels und Merseburg. Meist wird in Plotha-Plennschütz gespielt, doch auch die wenig sehenswerte Geiseltalhalle St. Barbara (die Schutzheilige der Bergarbeiter: eine Ikone aus Stein hängt an der Mauer links vom Eingang) in Braunsbedra – hinter dem stinklangweiligen Stadion, das vor allem wegen dem alljährlich dort stattfindenden Kreispokalfinalspiel des Saalekreises (früher Merseburg-Querfurt) bekannt ist – wird von diesem Verein mit immerhin vier Männer und mehrerer Frauen- und Jugendmannschaften genutzt. So auch diesmal, wobei nur die II. und die I. Männer in Aktion traten.

Wir traten dann aber auch nur bei den II. Männern in Aktion, da am Abend noch mal Volleyball geguckt werden wollte. Außer uns waren dann immerhin noch so 60 Zuschauer in der Halle, die allerdings eine erschreckende Langeweile ausstrahlten. Man muss ihnen aber auch zugutehalten, dass man bei einem derart schwachen Spiel wie zwischen dem Tabellenletzten (11.) und dem 6. auch nicht so enorme Anfeuerungen loslassen muss. Dass, was auf der Platte ablief, war größtenteils wirklich nicht einer Bezirksligapartie würdig. Die thüringer Kreisklasse in der Vorwoche war technisch und spielerisch klar besser und läuferisch ebenbürtig. Das Spiel in Braunsbedra stand dann allerdings zwischenzeitlich wegen der dünnen Personaldecke der Gäste (waren wohl viele Spieler krank oder anderweitig verhindert) auf der Kippe. Zumindest nach der lächerlichen roten Karte gegen den 10er von Bad Lauchstädt. Aber in der Pause wechselte sich der Trainer ein und ein weiterer Spieler erreichte die Halle. In der ersten Halbzeit war der Tabellenletzte, der von neun Spielen nur eines gewinnen konnte, die bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte jedoch wendete sich das Blatt: die SG Saaletal II brauchte ganze zehn Minuten, ehe sie ihr erstes Tor in Halbzeit zwei erzielten. Ab der 42. führte dann der Gast aus der Goethestadt nur noch. Sie hielten dies bis zum Ende mit der viel schwächeren Personaldecke durch. Respekt dafür und für den 24:28-Sieg.
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Normalerweise nehmen wir die Räder für eine läppische 16km-Distanz wie Merseburg – Braunsbedra, doch die scheiß Gemeinden räumen ja kaum die Straßen. Also waren wir erst mit dem Bus, der seine Kurvenschneiderei unfallfrei hinbekam, unterwegs und stiegen dann, zurück in Merseburg, erst wieder auf das Fahrrad um. Weiter nach Spergau. Auf dem Weg dahin war dann wenigstens ab Leuna geräumt. Andere Orte kriegen ja in der Hinsicht nie den Arsch hoch.

Beim VC BDS gab es ja letzte Woche einen peinlichen Ausfall, da die Halle völlig unsinnig wegen Schnee gesperrt war. Ob das dem verletzungsgeschwächten VC jetzt recht kam oder nicht, ist mir in dem Fall egal. Wettbewerbsverzerrung heiße ich da nicht gut – egal ob zugunsten oder zuungunsten der Sachsen-Anhalter. Jetzt war die Schneelast zwar immer noch nicht geringer, aber auch die blödesten Aktionisten hielten Ruhe, sodass gegen Moers aus der 106.000-Einwohner-Stadt am Rande des hässlichen Ruhrpotts gespielt werden konnte. Moers mit zwei Minuspunkten mehr und zwei Satzpunkten schlechter als der VC BDS. Beide Mannschaften in der Pflicht zu siegen, da die Gäste den letzten und der Gastgeber den drittletzten Platz belegten. Die Zuschauerzahl nicht ganz so hoch wie zu Spitzenspielen, die Stimmung jedoch so solide wie immer. Auch der Hallensprecher gut drauf wie immer, das Büffet wie immer und die VIP-Tribüne mir Getränken überschüttet und verklebt wie immer. Manche lernen es halt einfach nicht – oder erst dann, wenn mal das Glas aus der Hand über die Brüstung und einem darunter stehenden Balljungen auf den Kopf fällt.

Was nicht wie immer bzw. nicht wie immer in der letzten Zeit war, war das Spiel. Nur zu Anfang mit Fehlern durchsetzt und zuungunsten des Gastgebers verlaufend, nahm es schnell an Qualität zu und wendete sich zugunsten des VCBDS. Die Moerser führten allerdings bis zu ihrem ersten Satzball konstant, doch die Schlussphase des ersten Spielabschnitts gehörte dem VC.
Den zweiten Satz dominierten sie dann klar, wenn auch Moers nie ganz chancenlos war.
Der dritte Satz sollte der letzte sein, wenn es auch lange Zeit mal wieder nicht danach aussah, als ob die sogenannten Piraten zum Erfolg kommen würden. Diesmal lagen sie sogar in der Verlängerung hinten und schafften aber 30 zu 28 Punkte.
Der Sieg war – wenn auch drei höchst zweifelhafte Entscheidungen gegen die Gäste entschieden worden – verdient. Die schönsten Ballwechsel holten zwar stets die Moerser, aber schon allein dafür, dass sie jede Szene anzweifelten, als ob sie hemmungslos verschoben werden würden, haben sie das Pech, zwei Sätze in der Verlängerung verloren zu haben, verdient.

Die Gäste waren sichtlich niedergeschlagen, wobei deren Fans schon im ersten Satz aufgegeben zuhaben schienen. Bei Moers dürften also so langsam die Lichter ausgehen und für Liga 2 geplant werden.
Die Pressekonferenz der „Pirates“ nach dem Spiel war also erfreulich locker und lustig gestaltet. Die Volleyballer hatten ja auch genug Grund zum Feiern gehabt. Der erste Heimsieg in dieser Saison und das erste gute Spiel, das ich seit Monaten von ihnen gesehen habe!
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Statistik:
Ground Nr. 386 (ein neuer Ground; diese Saison: 55 neue)
Sportveranstaltung Nr. 944 (diese Saison: 86)
Tageskilometer: 50 (30 Bus, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 15.960 (12.120 Auto/ 2.000 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.840 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 181