Freitag, 26. Oktober 2018

W639IV: Eine spanische Festung am süßen Fluss und Stelen der Maya auf dem Weg in die Hauptstadt

Photos:
Guatemala: Castello de San Felipe/ Rio Dulce, Quiriguá Maya Steles
Castillo de San Felipe/ Rio Dulce Am Morgen liefen wir etwas über die Finca und frühstückten – Omelette und Pancakes, sehr gut! – dann ging es nach Süden weiter. Da die Straßen nur eine Spur pro Richtung hatten und recht kurvenreich waren und – wie üblich in Entwicklungsländern – mehr Lkw als Pkw auf der Strecke waren, dauerte es eine Weile, ehe wir Rio Dulce, den süßen Fluss nahe der Grenze zu Honduras erreichten. In einem der Ortsteile der gleichnamigen Gemeinde, in San Felipe la Lara, steht eine sehr schöne, sehr verwinkelte spanische Festung mit etlichen Türmen auf einer Landzunge im See, der vom Rio Dulce gespeist wird. Eintritt war mit 2,20€ p. P. noch gemäßigt. Wir bewerteten das auch entsprechend positiv in der Besucherumfrage, die eine Mitarbeiterin des Tourismusministeriums nach Verlassen des Burgtores unbedingt mit uns machen wollte...

Mit überzogenen 8,75€ schlug dann wieder die Mayastätte in Quiriguá zu Buche. Das Besondere an dieser Anlage: die mit tollen Steinmetzarbeiten (Hieroglyphen, Gesichter etc.) verzierten Stellen und Figuren. Die Gebäude selber sind eher unspektakulär und stark verfallen – doch diese Stelen stellen Unikate da, weswegen sie auch zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Danach zog sich der Weg bis in die Hauptstadt furchtbar hin. Oft einspurig, immer wieder zwei- oder dreispurig, aber ein tolles Verkehrschaos: besonders die Motorradfahrer, die fast alle ohne Helm mit bis zu 100km/h fahren, fahren wo sie wollen und je nach Art des Fahrzeugs (Pkw/ Lkw) wird zwischen 115 und 15 km/h gefahren. Ärgerlich wurde es aber mit Erreichen der Hauptstadt, da es dort massive Staus gab und man schon mal 10 Minuten für 300m brauchte. Insgesamt dauerte die 30km Durchquerung gut 2 Stunden. Die Stadt liegt in toller Berglandschaft und ist mit dem für die Landesverhältnisse sehr hohen Verkehrsaufkommen völlig überfordert. Wir aßen dann in einem „Pollo Brujo“-Schnellimbiss, da komischerweise um 20.30 viele Restaurants schon langsam schlossen, und checkten am Stadtrand in der Neustadt im Hotel „Manhatan“ ein. Ziemlich oller Schuppen, aber dafür sehr billig und am nächsten gelegen zu dem Stadion, in dem wir morgen den Länderpunkt machen wollen. Quiriguá Statistik:
- Tourkilometer: 420 (420km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 22.780 (12.210 Auto, davon 2.210 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Donnerstag, 25. Oktober 2018

W639III: Guatemalas Norden – Maya, Seen, bunte Häuser

Photos:
Guatemala: TIKAL, FLORES

Tikal 
In El Remate frühstückten wir nach dem Aufstehen und Auschecken in einem Imbiss. Überall hingen in den Restaurants und Imbissen auch Schilder mit „Desayuno/ Frühstück“, teilweise schon ab um 6 Uhr. Der Ort ist deshalb so touristisch, weil in der Nähe der bedeutendste Nationalpark mit den wichtigsten Mayaruinen Guatemalas liegt. Tikal! Man fährt 17km vor Tikal an eine Straßensperre ran und kauft dort Karten. Wenn man mehr Zeit aufwenden will und unbedingt Extras braucht: selbst das Museum kostet extra. Die Ruinenstätte alleine macht für Ausländer schlappe 17€ (150 Quetzales – zum Vergleich: ein einfaches Hoteldoppelzimmer ist selten teurer und ein gutes Abendessen zu zweit liegt in der selben Preislage). Einheimische zahlen natürlich nur rund 3€ - sonst könnte sich das fast kein Guatemalteke leisten so einen Wucher. Aber in jedem Fall lohnt der Besuch Tikals, denn die Anlage ist die flächenmäßig größte in Mittelamerika und die Mayatempel und -paläste sind hier besonders ästhetisch ausgearbeitet und besonders beeindruckend steil. Man bekommt übrigens einen Zettel mit Uhrzeit drauf an der Sperre. Man darf durch den Naturpark nur 45km/h fahren wegen der kreuzenden Tiere (haben aber keine gesehen) und am Parkplatz vor den Ruinen wird kontrolliert, ob man die 17km in 30 oder eher in 10 Minuten gefahren ist. Angeblich werden auch gleich Geldstrafen ausgestellt wenn man zu wenig Zeit gebraucht hat, aber das haben wir nicht ausprobiert, denn in Guatemala kann man sonst eh überall drauflos heizen was die Straße hergibt – interessiert keine Sau...

Tikal verließen wir erst nach 4 Stunden – eine wirklich fantastische Ruinenstätte! Dann ging es zügig nach Flores weiter. Das liegt an demselben See wie El Remate, ist aber deutlich größer und viel schöner, da der Altstadtkern auf einer Insel liegt. Ähnlich wie Lindau/ Bodensee, aber trotz vereinzeltem Verfall sehr viel sehenswerter und attraktiver. Die Häuser sind sehr bunt, teilweise kurios gebaute Mehrgeschosser und mittig auf der höchsten Stelle der leicht ansteigenden Insel steht eine schöne Kirche, davor ein Park und ein Basketballstadion. Leider gab es kein Spiel – den Länderpunkt haben wir am Freitag eingeplant und diesmal auch mit Erstligafußball. Wir gingen in einer ganz einfachen Bude für nur 5€ Burritos essen.

Wir fuhren über teils etwas volle Landstraßen mit chaotischem Verkehr inklusive unbeleuchteten Mopeds und überladenen LKWs nach Süden. Ich hatte ja mit syrischen Freunden vor der Abreise über meine geplante Tour gesprochen und beide wollten auch zumindest unbedingt mal nach Mexiko – aber ich glaube in Guatemala werden sie sich bei den Verkehrsverhältnissen, den Unzulänglichkeiten und der Bauweise besonders zuhause fühlen... Viele arabische Staaten wie Tunesien, Marokko, Algerien, Jordanien oder v.a. alle Golfstaaten außer Jemen sind sogar geordneter und besser entwickelt als Guatemala. Durch schöne, sehr hügelige, grüne Landschaft ging es bis hinter Poptún nach Ixobel. In diesem Dorf gibt es ein riesiges Landgut (Finca), das u.a. Camping, Ferienhäuser, Hotelzimmer und Restaurant (sehr gutes einheimisches Essen, kein Gericht mehr als 6€) bietet. In einem der schönen Ferienhäuser übernachteten wir für nur 18€. Ein tolles Schnäppchen und sehr nettes Personal. Diesmal auch nicht wie sonst immer nur Spanischsprecher, da dort auch ein Deutscher mit guatemaltekischem Vater arbeitet. Der junge Mann musste sich aber erst nach einer ganzen Weile einschalten, als mir zu den Aktivitäten die uns angeboten wurden, nicht einfiel, wie man auf Spanisch sagt, dass wir nur auf der Durchreise sind und dankend Reitausflüge und Co. ablehnen... Das Spanische in Lateinamerika ist deutlicher und langsamer gesprochen als das Genuschel und Gehetze in Spanien.
 Flores  
Statistik:
- Tourkilometer: 210 (210km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 22.360 (11.790 Auto, davon 1.790 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Mittwoch, 24. Oktober 2018

W639II: Mayas diesseits und jenseits der Grenze – von Belize nach Guatemala

Photos:
a) Belize: XUNANTUNICH Maya Ruins
b) Guatemala: Yaxha Lake, El Remate
Xunantunich Am Dienstag machten wir uns in das dritte Land unserer Tour auf. In Hopkins funktionierte ja nichts, aber nach dem Frühstück mit dem Lesen der einheimischen Zeitung (manche Artikel spanisch, die meisten englisch, viel über Sexualstraftaten und Gang-Gewalt) bekamen wir in Dangriga bei der Scotiabank an der Brücke Geld und vertankten einen Teil gleich mal. Die Gallone macht über 11 Belize-Dollar, somit 1 Liter ca. 1,35€ (zum Vergleich: Super kostet in Mexiko gut 40 Cent weniger und in Guatemala ca. 35 Cent weniger). Wir kamen ohne Probleme über den tollen Hummbingbird-Highway via Belmopan nach El Benque Vieje. Dort fuhren wir erstmal zur Fähre, die handbetrieben über den ca. 100m breiten Fluss zu den etwas abgelegen liegenden Mayaruinen von Xunantunich führt. Diese Stätte ist auch wieder sehr kompakt und hat tolle Pyramiden und Tempel sowie ein informatives Museum zu bieten. In der höchsten Pyramide nisten Fledermäuse, man kann natürlich trotzdem bis oben hin und sehr ungesichert rumklettern.

Auf dem Weg zur Grenze gibt es noch einige intelligente Schilder wie: „Tell Guatamala to leave we Belize alone“. In einem Artikel von 2001 aus der Haaretz, der aber immer noch aktuell ist, findet man interessante Parallelen zwischen dem Landkonflikt Guatemala vs. Belize und Israel vs. Palästina. Xunantunich Die Grenzabfertigung in Belize ging relativ schnell, aber die Ausreisegebührt lag bei fast 20€ pro Person. Wechselkurse waren auch sehr schlecht. Rüber nach Guatemala: ab nun wurde wieder Spanisch gesprochen, aber die Wegelagerei ging weiter... Mit gut 20€ Einreise-, Fahrzeugdesinfektions- und Versicherungsgebühren, sowie – nicht zu vergessen – über 2€ Brückennutzungsgebühr über den Grenzfluss (auf so einen Stuss muss man erst mal kommen!) war das aber alles nicht mal halb so teuer wie in Belize.

Leider sind manche Sehenswürdigkeiten sehr überteuert. In Yaxha wollten die fast 9€ pro Person für die Mayaruinen und dafür reichten die paar Quetzales von uns nicht. Euros konnte keiner tauschen, Pesos auch nicht – nicht mal zu Fantasiekursen mit hohem Verlust: weder die Mitarbeiter noch die aus dem angrenzenden Hotel waren irgendwie hilfreich, sehr unsympathisch sowas! – nur US-Dollar wären noch gegangen. Nächstes Mal auf diesem Kontinent besorge ich doch vorher US-Dollar für solche Situationen. Wir fuhren weiter durch leicht gebirgige Urwaldlandschaft, die mit vielen Seen durchzogen ist, nach El Remate. Blöd, wenn man in ein Land einreist und zuerst in der am wenigsten entwickelten Region landet. Im Sun Breeze Hotel hat der sehr freundliche Inhaber wirklich tolle Zimmer – sehr viel besser als in Belize für den gleichen niedrigen Preis von ca. 24€ – und einen schönen Hof am See. Zum Wechseln schickte er uns dann ins beste Hotel der Kleinstadt, da er selber nur US-Dollar hätte wechseln oder nehmen können. In der „La Muella“ bekamen wir zu einem Fantasiekurs von 1:7,7 statt 1:9,6 einige Quetzales. Der Geldautomat im gleichen Gebäude funktionierte mal wieder nicht wegen Stromschwankungen...
Aber das Hotel war sehr gut wie gesagt und gegenüber gab es auch ein echt gutes Restaurant: ca. 12€ pro Person für Vor-, Hauptspeise und Getränk waren OK. Bedienung auch so freundlich und sympathisch wie das in Guatemala und Mexiko und weitestgehend auch in Belize üblich ist. Die Küche ist ähnlich wie die mexikanische: Tortillas aus Mais, Bohnenmus, Fleischstücke, Reis, Gemüse... El Remate Statistik:
- Tourkilometer: 260 (260km Mietwagen, unter 10km Fähre) - Saisonkilometer: 22.150 (11.580 Auto, davon 1.580 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10km Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Dienstag, 23. Oktober 2018

W639I: Noch mehr Mayaruinen und die Kolibri-Autobahn zur belizischen Küste

Photos:
Belize: San Ignacio (Cahal Pech Maya Ruins), Teakettle-Arizona (Road to Actun Tunichil Muknal), Hummingbird Highway (Belmopan to Dangriga), Hopkins

Video:
Driving the Hummingbird Highway through Armenia village with one of the religious music stations on the radio...  San Ignacio Montag bummelten wir etwas und fuhren dann in San Ignacio zur Maya-Ruinenstätte Cahal Pech. Die liegt toll auf einem Hügel oberhalb des Ortes, kostete die üblichen 4,50€ und bietet auf engem Raum sehr kompakt schöne Pyramiden, kleine Ballspielplätze und komplex ummauerte Plazas.

Dann machten wir uns auf den Weg in die sogenannte Haupt,,stadt“ Belmopan. Vorher fuhren wir einem touristischen Hinweisschild nach, was aber unsinnig mit „archeological reserve“ bezeichnet war, obwohl es eine Höhle ist. Wir liefen da eine Weile durch die schöne Landschaft im Tal des Roaring Creek. In Belmopan legten wir eine Esspause ein – selten so guten Burger gegessen! Zu sehen gibt es in der künstlich angelegten, primitiv in Betonstil errichteten Hauptstadt aber nichts. Der Ort hat reine Verwaltungsfunktion, da Belize City an der Küste, als ehemalige Hauptstadt und größte Stadt des Landes immer wieder schwere Hurrikanschäden erlitten hat.

Die Fahrt über den Hummingbird Highway war dann ein echtes Highlight. Eine tolle tropische Berglandschaft mit zerklüfteten Berggipfeln die dicht bis auf die Spitzen bewaldet sind! Am Anfang des Weges steht ein Schild "Be prepared to meet thy God". Soll das eine Drohung sein? Mache dich bereit deinen Gott zu sehen? So gefährlich war die Strecke doch gar nicht, da gut asphaltiert! Wir passierten u.a. ein Dorf mit dem Namen "Armenia". Dort leben allerdings keine Armenier, sondern es wurde zu Ehren des angeblich zu erst christianisierten Landes der Welt so benannt. Belize ist sehr religiös, überwiegend katholisch aber auch viele Freikirchen u.a., was man auch am Radio merkte. Teilweise wurde auf den religiösen Sendern auch deutsche christliche Musik gespielt (wohl für die Minderheit innerhalb der Mennoniten, die Musik akzeptiert und zumindest Gospels macht), doch ganz überwiegend amerikanische. Es gibt auch nur ein sehr überschaubares Angebot in diesem Segment auf Deutsch. Unvorstellbar auch in Deutschland, dass nicht nur ein paar Minuten nette ruhig vorgetragene "Worte zum Sonntag" eingespielt werden, sondern täglich aktuelle teils sehr lange Predigten. Die "Pastor's Perspective" war nur kurz zum Thema "Eindämmung von Hate Speech, da wir uns sonst auf den Abgrund zubewegen", gestern hatten wir eine tolle Predigt zum Sonntag gehört, in dem ein typisch mitreißend erzählender belizischer Pfarrer eine tolle Story um "Vergebung führt zu einem glücklicheren und längeren Leben" aufbaute (hier geht es zum Pressetext in der Daily Mail). In Hopkins an der Karibikküste angekommen checkten wir im Funky Dodo Hostel ein. Die Besitzer sind ein deutsch-polnisches Ehepaar und die Manager sind aus dem Ort. Sehr interessantes internationales Publikum, sehr schön angelegt. Aber der Standard der Zimmer ist für den Preis von 30€ mal wieder indiskutabel. Mexiko oder auch Ost- und Südosteuropa bietet wirklich mehr fürs Geld! Hummingbird Highway Statistik:
- Tourkilometer: 170 (170km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 21.890 (11.320 Auto, davon 1.320 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

W638V: Premier League auf Kreisliga-Niveau aber mit Live-Kommentar

Real Verdes Football Club (San Ignacio) ........... 2
Belize Defence Force FC (Belize City) ................ 1
- Datum: Sonntag, 21. Oktober 2018 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Premier League of Belize, Opening (1. belizische Fußballliga, Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 13. (25), 1-1 49. (7), 2-1 80. (9)
- Gelbe Karten: 7, 25 (Verdes); 19, 6, 42, 10 (BDF)
- Rote Karten: 19 von BDF (47. Min., rot, grobes Foul)
- Austragungsort: Santa Elena Sports Complex (San Ignacio/ Santa Elena; Kapazität: 3.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 Verdes FC 2:1 Belize Defence Forces Photos with English Commentary :
a) Football: Verdes FC vs. Belize Defence Forces
b) Belize: LAMANAI, Indian Church, Shipyard, Guinea Grass

Videos:
Verdes FC vs. Belize Defence Forces (Match Commentary) 

Die Mayaruinen von Lamanai gelten als die größte Sehenswürdigkeit Belizes. Dorthin zu kommen ist ein ziemlicher Akt. Am besten geht das aber von Orange Walk aus. Ab dem Abzweig Tower Hill wird der Asphalt schlecht. Im Nachbarort Guinea Grass wird es unbefestigt. Bald kommt auf der holprigen Piste eine Streusiedlung namens Shipyard. Dort leben Mennoniten. Wenn man Sonntagvormittag da rumfährt, sieht man vor den einfachen Gotteshäusern dutzende Pferdekutschen stehen. Ohnehin sieht man Autos nur in Fahrzeugverwertungen, die von Mennoniten geführt sind. Diese Sondergruppe hält Autos wie auch Elektrizität für Teufelszeug oder zumindest nicht gottgefällig. Wie auch radikale Muslime verbieten sie Tanz und Gesang und stellen die religiöse Schrift (Bibel) über alle weltliche Gesetze. Viele der Mennoniten sprechen Deutsch, da ihre Vorfahren aus Friesland nach Russland, von da oft nach Kanada, USA, Mexiko und eben auch Belize auswanderten. Der soziale Zwang in dieser Gemeinschaft führt aber auch zum Erhalt einer einzigartigen Kultur: die Männer mit ihren Hüten, Hemden und Latzhosen, die Frauen mit langen Kleidern und Hüten (oder islamisch wirkenden Schleiern, wenn sie aus der Kirche kommen). Eine Fahrt durch Shipyard (oder auch die weiter westlich gelegenen, landwirtschaftlich geprägten Siedlungen) ist eine richtige Zeitreise...
Interessante Artikel zu den Mennoniten in Belize gibt es auf umdiewelt.de, in der Süddeutschen (zu den Fundis) und auf brandeins (zu einer liberaleren Strömung). 

Kommen wir nun zu Lamanai: nach über 40km Piste erreichten wir Indian Church, wo auf dem Weg zu den Mayaruinen schon mal die Ruinen zweier spanischer Kirchen stehen. Die Mayaruinen kosten 4,50€ Eintritt. Es ist wenig los, nur ein paar kleine Touristengruppe (jetzt ist aber auch Nebensaison) und man kann auf alle Pyramiden klettern. Der Ballspielplatz ist winzig, aber die Jaguarpyramide, der Maskentempel mit den beiden tollen in Stein gemeißelten Visagen und die Hohe Pyramide (High Temple) sind spektakulär. Letzterer ist mit 33m das höchste historische Bauwerk in Belize und es gibt kaum moderne Bauwerke, die höher sind. Der Blick von der Spitze ist genial und führt über den Urwald und den Fluss (New River) und auch über das Mennonitenland. Im Hintergrund plärrten die Brüllaffen (klingt wie eine Mischung aus Löwe und Affe)... Lamanai Wegen Unpassierbarkeit der Strecke Indian Church – Spanish Lookout fuhren wir wieder bis Tower Hill zurück und heizten die Schnellstraße bis Santa Elena durch. Dort gab es Premier League of Belize zu sehen. Es spielten die Verdes (die Grünen, man merkt den spanischen Einfluss: San Ignacio, der Bezirk heißt Cayo, Nachbarorte El Benque Vieje und Santa Elena, um die Ecke wie gesagt der spanische Ausguck (Spanish Lookout)) gegen die Streitkräfte (Belize Defence Force). Meist spielen die Grünen im Norman Broaster Stadium San Ignacio, heute wurde aber auf der anderen Seite des Flusses in Santa Elena gekickt. Der Sport Complex, den man für 4,50€ betreten durfte, ist recht neu und gepflegt: die Obertribüne hat 12 Reihen und ist etwas schmucklos, aber das leicht gebirgige Panorama mit den bunten Häusern um das Stadion herum ist sehr schön. Der Rasen ist etwas weggetreten und holprig, aber ganz gut und v.a. trocken.

Das Spielniveau war für einen Zweitplatzierten und einen Vorletzten der ersten Liga grauenhaft. Aus Nahdistanz donnerte Verdes FC die Führung unters Tordach, nach der Pause sah ein Gästespieler nach einem Ellenbogenschlag rot, doch seine „Compadres“ trafen nur zwei Minuten später zum 1:1. In der Schlussphase fiel noch das 2:1 für Verdes.

Das Stadionessen war nicht so toll wie in Mexiko, aber es gab interessante Früchte, getrocknete Bananen, Salzgebäck und unheimlich viel Alkohol...
Die ganze Zeit über kommentierte ein lustiger Typ in kreolisch eingefärbten Englisch das Spiel per Mikrofon und Lautsprecher.
Interessant war hier auch, dass etwa die Hälfte des Publikums aus Frauen bestand, die auch gut mitgingen und sich für den Kick interessierten. Das habe ich noch nirgendwo so erlebt, auch in Deutschland oder den benachbarten westlichen oder nordeuropäischen Nationen nicht! Verdes FC 2:1 Belize Defence Forces Statistik:
- Grounds: 2.277 (1; diese Saison: 65 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.460 (1; diese Saison: 75)
- Tourkilometer: 230 (230km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 21.720 (11.150 Auto, davon 1.150 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 638 Wochen.

BELIZE

LP Nr.: 65, Grounds: 2

Orange Walk Town (2): Louisiana Football Field (diverse Spiele der Orange Walk Football Association) – 1.000 (600/ 400); 8,0
Santa Elena/ San Ignacio (1): Santa Elena Sport Complex (Ausweich Verdes FC, regionale Ligaspiele Cayo District) - 3.000 (2.000/ 1.000); 6,0
Orange Walk Football Association Division 1

W638IV: Länderpunkt Belize – in Deutschland wäre der Platz mal wieder „unbespielbar“ gewesen...

Jam Rock Defenders (Corozal) ........................... 4
San Felipe Football Club ..................................... 3
- Datum: Samstag, 20. Oktober 2018 – Beginn: 21.00
- Wettbewerb: Orange Walk Football Association First Division (2. belizische Fußballliga/ Amateurliga)
- Ergebnis: 4-3 nach 95 (45/50) Minuten – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1, 1-1, 2-1, 3-1, 4-1, 4-2, 4-3
- Gelbe Karten: 2x 5, 2, 9, 16, 7 (Jam Rock); 19, 20, 23 (San Felipe)
- Rote Karten: Nr. 5 vom Jam Rock (90. Min. wg. wdh. Fouls)
- Austragungsort: Louisiana Football Field (Orange Walk Town; Kapazität: 1.000, davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon je ca. 5 Fans der beteiligten Teams)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

Progresso Football Club ...................................... 4
Palmar FC (Orange Walk) .................................. 1
- Datum: Samstag, 20. Oktober 2018 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Orange Walk Football Association First Division (2. belizische Fußballliga/ Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0, 2-0, 3-0, 3-1, 4-1
- Gelbe Karten: 2x 9, 14, 3 (Progresso); 21, 8 (Palmar)
- Rote Karten: Nr. 9 von Progresso (92. Min. wg. wdh. Fouls)
- Austragungsort: Louisiana Football Field (Orange Walk Town; Kapazität: 1.000, davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Progresso-Fans, der Rest zumeist für Palmar)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 Orange Walk Football Association Division 1 Photos with English Commentary :
a) Football in Belize: Progresso FC vs. Palmar FC & San Felipe vs. Jam Rock (Regional League at Orange Walk Town’s Louisiana Football Field)
b) Mexico: Yucatán/ Bacalar
c) Belize: Corozal, Orange Walk Town

Samstag ging es früh auf die Piste. Kilometerlang über mehr oder weniger breite, gut asphaltierte mexikanische Schnellstraßen durch den Dschungel der Halbinsel Yukatan. Wenig Verkehr, dünne Besiedelung – die Geschwindigkeitsbeschränkung interessierte mangels Kontrollen keine Sau, uns schnell auch nicht mehr. So kamen wir beizeiten in Bacalar an. Dort wartet eine sehr schöne, vollständig restaurierte sternförmige spanische Festung mit Blick über eine palmengesäumte Lagune auf Besucher. Fast 4€ Eintritt sind viel, aber es gibt im Inneren auch ein informatives kleines Museum zur Geschichte des Ortes und der Mayaregionen. Bacalar Dann ging es weiter zur mexikanisch-belizischen Grenze – und die Pirateriegeschichte der Region wurde dort sehr stark deutlich... Hier was bezahlen, dort was bezahlen: Ausreisesteuer, Einreisesteuer, Versicherung, Desinfektionsgebühr (also fürs Auto, nur das wird desinfiziert), da eine Gebühr, dort eine Gebühr, hier noch Trinkgeld für den Typen, der einen von Schalter zu Schalter führt... Bei zwei Personen ist man schnell 100€ los, obwohl man über eine Stunde in der Hitze von einem Schalter zum nächsten geschickt wurde – aber immerhin sind alle Leute freundlich und sympathisch. Wenn ich da an die vielen Sozialinkompetenten bei uns oder in anderen europäischen Ländern denke – so ein unangenehmes Volk scheint es in Belize oder Mexiko in diesen Jobs nicht zu geben.

Belize ist im Gegensatz zu seinen Nachbarländern nicht Latein-Amerika, denn hier haben die Briten kolonisiert. Früher hieß das mal „Britisch-Honduras“. Dementsprechend wurde ab der Grenze Englisch gesprochen. Allerdings sprechen manche Leute nur Kriol (Kreol/ Creole), viele auch Spanisch als Fremdsprache. Es werden teilweise auch karibische Sprachen wie Garifuna gesprochen. Auf jeden Fall wird man aber mit Englisch gut durchkommen in Belize und am häufigsten unter den Einheimischen das belizische Kreol hören. Das ist eine Mischsprache die auf Englisch basiert, aber viele spanische Worte benutzt. Zudem werden auch Worte aus 8 westafrikanischen und karibischen Sprachen genutzt. Daher ist das kein englischer Dialekt, sondern eine eigene (auch mit sehr guten Englischkenntnissen und einigen Spanischkenntnissen kaum verständliche) Sprache. Mehr Infos und ein Sprachbeispiel hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Belizean_Creole
Das erste Sprachbeispiel zu Kreol hörten wir in Corozal, der ersten Stadt (oder großem Fischerdorf) nach der Grenze. Dort hoben wir bei Scotia Bank Geld ab, neben uns am Automaten halfen zwei Belizer einem Engländer beim Geldabheben. Belizer 1 (bei der Sprachmenüführung): Ey Man, press English, OK?
Belizer 2: Sí, OK
Belizer 1: Fock, says no acceptar dis credit card
Belizer 2: Vale, try again...

Wir liefen noch etwas durch Corozal, wo es einen schönen zentralen Platz mit bunten Häusern, einem Uhrturm und Mauerresten einer Festung (wie beschissen war die gebaut, wenn die bei einem Hurrikan zerstört wurde?!) gibt. Am Meer stehen auch einige nette Holzhäuser. Ist aber eher alles etwas verfallen. Die hohe Luftfeuchtigkeit fördert leider Schimmel und Co.

Es ging über eine schmale asphaltierte Schnellstraße durch tropische, von Feldern aufgelockerte Landschaft. Immer wieder Dörfer mit netten Fußballplätzen (oft recht hohes Gras, verrostete Tore und versiffte Betontribünen: keiner der Plätze ist aber aufgegeben). Dann kommt Orange Walk Town. Drittgrößte Stadt des Landes, eher unattraktiv, aber ein paar nette Holzhäuser, schöne Flusslandschaft und mehrere schöne Stadien. Wir checkten aber erstmal bei Ricky’s Casa ein. Für knapp 20€ war das winzige primitive Zimmer immer noch zu teuer, aber der Typ war sehr nett. Orange Walk Town Wir machten am Abend gleich den Länderpunkt. Vorm Einchecken hatten wir einfach den Schulsportplatz, auf dem gemäß Facebookseite der New Orange Walk Football Association gespielt werden sollte, angesteuert und der nette Platzwart ließ mich Fotos der Anlage bei Helligkeit machen und warb gleich für die bevorstehenden Spiele. Die Anlage ist sehr interessant: drei sechsreihige primitive Tribüne vor der Schule auf der Längsseite vom Platz (Betonsteine, darauf Holzbretter, darüber ein Wellblechdach mit Holzpfeilern. Drumherum einige Palmen. Auf dem Rasen wucherte es kräftig und unregelmäßig. Es standen Pfützen an einigen Stellen, da der Platz völlig uneben ist. Also in Deutschland wäre der Acker „unbespielbar“ gewesen. Bei den kranken mitteleuropäischen Maßstäben könnte man in Belize aber den Spielbetrieb gleich einstellen. Natürlich ist es schade, dass die Infrastruktur so schlecht ist in Belize, aber andererseits sieht man auch, wie verwöhnt und verweichlicht der deutsche Fußball bis in die untersten Ligen ist. Auf unsere Infrastruktur können wir stolz sein – auf unseren lächerlichen Umgang mit wettertechnischen oder anderen kurzzeitigen Sportplatzproblemen aber überhaupt nicht!

Für 5 Belize-Dollar (2,20€) Eintritt bekam man zwei schöne Spiele zu sehen. Die Belize Premier League hat keine Auf- und Abstiegsregelung – es ziehen sich nur manchmal Teams in die zweite Ebene zurück und werden mal ersetzt und mal nicht. Die zweite Ebene ist die höchste Spielklasse in den jeweiligen Districts. Orange Walk ist so eine dieser Verwaltungseinheiten. Im Moment haben sie keinen Verein in der Premier League, aber zwischen den besseren Teams auf Distrikt-Ebene und den Premier League Clubs ist kein nennenswerter oder deutlich sichtbarer Niveauunterscheid auszumachen. So war der erste Kick zwischen Progresso FC (aus einem Dorf zwischen Orange Walk und Corozal mit diesem spanischen Namen für „Fortschritt“) und Palmar FC (aus dem Ortsteil Nuevo Palmar, Orange Walk Town – sie spielten in modifizierten polnischen Nationaltrikots) ganz ansehnlich. Hohes Tempo, viele Torszenen, natürlich ziemlich chaotisch. Progresso gewann 4:1, teilweise wirklich schöne Treffer, verlor kurz vor Schluss noch einen Spieler mit Gelb-Rot.

Ich hatte uns zwischendurch noch was zu Essen geholt. Die Öffnungszeiten in Belize sind viel schlechter als in Mexiko, aber bei den völlig in chinesischer Hand befindlichen Geschäften und Imbissen kriegt man am zuverlässigsten etwas zu Essen.

Spiel 2 war dann noch besser: Die Jam Rock Defenders aus Corozal (mit ihren modifizierten Chelsea Trikots) gegen San Felipe (einem Dorf bei Orange Walk). San Felipe ging erst in Führung, geriet aber bis zur Pause noch 3:1 in Rückstand, u.a. durch einen über die Torwarthandschuhe gerutschten 25m-Freistoß. Nach der Pause schien mit dem 4:1 alles erledigt, doch in der Schlussphase kam San Felipe noch mal zurück und kam bis auf 4:3 heran. Das letzte Tor fiel in Überzahl, da auch hier der Schiri ziemlich mit Karten um sich warf und ein Spieler von Jam Rock Gelb-Rot sah. Während der Spiele wurde fleißig auf Kreol kommentiert und geschimpft. Am sinnigsten war die Frage des Palmar FC Trainers, warum seine Leute nur rumbolzen: „Why sólo bang bang bang?!“ Orange Walk Football Association Division 1 Statistik:
- Grounds: 2.276 (1; diese Saison: 64 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.459 (2; diese Saison: 74)
- Tourkilometer: 470 (470km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 21.490 (10.920 Auto, davon 920 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 638 Wochen.

Montag, 22. Oktober 2018

MEXIKO

LP: Nr. 64, Grounds: 8 (7+1)

Fußballstadien:
Boca del Río/ Veracruz (1): Estadio Luis de la Fuente El Pirata (Tiburones Rojos de Veracruz) – 30.000 (5.000/ 25.000); 7,5
Calimaya de Díaz González (1): Unidad Deportiva Emilio Chuayffet Chemor (u.a. Deportivo Calimaya/ Grupo Sherwood) – 2.000 (600/ 1.400); 8,0
Ciudad de México, Mexiko-Stadt (1): Estadio Azteca (Club América, Nationalmannschaft) – 100.000 (100.000/ 0); 8,0
Ciudad de México, Mexiko-Stadt (1): Estadio Olimpico Universitario (Pumas UNAM) – 72.000 (72.000/ 0); 9,5 
Mérida/ Bundesstaat Yucatán (1): Estadio Carlos Iturralde Rivero (Venados FC Yucatán) – 15.087 (15.087/ 0); 7,0

Texcoco de Mora (1): Estadio Municipal Claudio Suárez (Faraones Texcoco) – 3.000 (2.100/ 900); 8,0
Toluca de Lerdo (1): Estadio Universitario Alberto Chivo Córdoba (u.a. Potros de UAEM) – 32.603 (3.603/ 29.000); 10!

Andere Sportanlagen:
Ciudad de México, Mexiko-Stadt (1): Aréna México (Lucha Libre, CMLL) - 16.000 (16.000/ 0); 8,5

Kunst und Kultur (zählt nicht in die Ground- und Spielestatistik):
Tlaxcala (1): Plaza de Toros Jorge Aguilar El Ranchero (Stierkampf) - 5.000 (5.000/ 0); 8,0 
Potros de la Universidad Autónoma del Estado de México 2:1 Correcaminos de la Universidad Autónoma de Tamaulipas

W638III: Länderpunkt Mexiko – Mayaruinen und 2. Liga bei den Spießhirschen

Venados FC Yucatán/ Mérida ............................. 1
Alebrijes de Oaxaca FC ....................................... 1
- Datum: Freitag, 19. Oktober 2018 – Beginn: 21.00
- Wettbewerb: Ascenso MX, Apertura (2. mexikanische Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 20. Leandro Alexis Navarro, 1-1 85. Alejandro Berber (Eigentor)
- Gelbe Karten: Juan José Miguel, Víctor Emmanuel Guajardo (Venados); Ángel Adán López, Luis Gerardo Venegas (Alebrijes)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Estadio Carlos Iturralde Rivero (Kapazität: 15.087 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4.000 (davon 3.869 zahlende und ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 Venados FC Yucatán (Mérida) 1:1 Alebrijes de Oaxaca Photos with English Commentary :
a) Football in Mérida: Venados FC Yucatán vs. Alebrijes de Oaxaca
b) Yucatán: COBÁ and CHICHEN ITZA Mayan Ruins, Piste, Mérida

Die Mayas sind eine Gruppe von eingeborenen (indigenen) Völkern, die schon lange vor der Entdeckung durch Europäer in Zentralamerika lebten. Dort v.a. im Süden des heutigen Mexikos, Guatemalas und Belizes. Es handelte sich dabei um eine Hochkultur mit ausgeprägtem Ackerbau (v.a. Mais), eindrucksvoller Architektur (normale Häuser zwar nur aus Holz, aber repräsentative Bauten aus Stein) und Wissenschaften (v.a. Mathematik, Kalenderberechnungen). Die Mayas existieren noch heute, sind vom Äußeren her auch unterscheidbar von den Mexikanern aus der Landesmitte oder dem Norden, die halt latinomäßig „südländisch“ aussehen – Maya haben, wie die anderen amerikanischen Ureinwohner auch, erkennbar schmalere Augen und eine entsprechend andere Gesichtsform. Außerdem sind sie meist dunkler. Die nordamerikanischen Indianer – und somit wohl auch Maya – sollen auch möglicherweise aus Ostasien über die Beringstraße eingewandert sein vor zehntausenden von Jahren und somit am nächsten mit Koreanern/ Japanern bzw. den dortigen Ureinwohner (Ainu usw.) verwandt sein. Manche Maya sprechen noch nicht einmal Spanisch, sondern nur ihre eigene Sprache. Die meisten sind jedoch zweisprachig und es gibt auch mehr Mayas, die nur Spanisch sprechen und keine Mayasprache, als umgekehrt. Wie so eine Mayasprache klingt? Der Mann hier redet eine guatemaltekische Mayasprache und der Typ hier Mayathan (auch Yucatec, das wird in den mexikanischen Staaten Yucatan und Quintana Roo gesprochen und hat die meisten Sprecher von allen Mayasprachen).

Eine besonders schöne Stätte haben die Mayas in Cobá errichtet. Dort hatten wir ja übernachtet. Am Freitagmorgen konnte die Reise dann endlich auch richtig beginnen, und zwar mit der Besichtigung der Ruinenstätte. Man zahlt 2€ fürs Parken und 3,50€ für den Eintritt und läuft dann auf Stichwegen gut 5km durch den Urwald von Pyramide zu Pyramide, Stele zu Stele, Steinhaufen zu Steinhaufen. Die größte Pyramide darf bestiegen werden. Oben bietet sich ein toller Blick über die flache Landschaft, die mit grünem undurchdringlichem Dschungel zugewachsen ist... Der Besuch ist bei schwüler Hitze natürlich ziemlich anstrengend.

Noch spektakulärer als Cobá ist Chichen Itza. Dort darf man zwar leider auf kein Gebäude steigen, überall stehen Händler herum (die sind aber freundlich und nicht zu aufdringlich) und der Eintritt ist mit 12€ extrem hoch für mexikanische Verhältnisse, aber die baulichen Strukturen sind hervorragend erhalten und unvergleichbar ästhetisch gelungen. Die Stätte ist weitläufig und gut erschlossen. Die zentrale Pyramide ist gewaltig. Der Ballspielplatz ist der größte seiner Art in Mittelamerika. Dieses Ballspiel der Maya und diverser anderer Völker der Region war wohl eine Veranstaltung für die Elite und hatte auch kultisch-religiöse Funktion und endete mitunter in der Opferung von Spielern.  Cobá Heute ist der beliebteste Sport in etlichen Teilen Mexikos der Fußball. Da wird keiner geopfert, wobei es manchmal leider schon Tote im Umfeld von Spielen gibt. Heute blieb es in Mérida, dessen spanisch geprägte Altstadt wir vorher anguckten, aber sehr ruhig. Nachdem wir in ein typisches Hotel mit Zimmern zu einem Innenhof hin eingecheckt und in einer Pizzeria (unheimlich scharf diese Pizzen!) gegessen hatten, fuhren wir zum Estadio Carlos Iturralde Rivero, benannt nach dem einzigen Fußballer aus dem Staat Yucatán (er wurde auch in Mérida geboren) der in die mexikanische Nationalmannschaft berufen wurde. Schade an der Sache: wegen einer Verletzung spielte er nie für die Nationalelf und Carlos Iturralde Rivero verbrachte seine ganze Fußballkarriere (wir reden hier von den 50ern!) in Zentralmexiko. Der Norden Mexikos und der Süden (mit der Halbinsel Yucatán) ist bei den Mannschaftssportarten auch stark mit Baseball, American Football und Basketball – Fußball ist vor allem in der Landesmitte unangefochtene Nummer 1 und nur weil allein in Mexiko Stadt 23 Millionen Menschen und in den umgebenden Bundesstaaten Estado de México, Guanajuato, Puebla etc. (also weniger als einem Drittel der Landesfläche) noch mal über 60 Millionen Menschen leben – und in ganz Mexiko 125 Millionen – ist auf das ganze Land betrachtet Fußball der populärste Sport und auch international bedeutsam und recht erfolgreich. Das abgelegene ehemalige Maya-Reich im Süden hat kaum professionellen oder semi-professionellen Fußball, insgesamt wohl auch deutlicher weniger Amateurfußballteams als Baseballclubs und profitiert im Fußball dann davon, dass Clubs aus der Landesmitte aus werbetaktischen Gründen einfach mal Farmteams dort unten im Süden aufgebaut haben: so v.a. Monarcas Morelia. Die „Monarchfalter“ stammen aus dem Staat Michoacán, ein paar hundert Kilometer westlich der mittig im Land gelegenen Hauptstadt. Diese haben 2003 erst den FC Mérida (in Mérida, der Hauptstadt von Yucatán, benannt durch die Kolonialherren nach der Stadt in Spanien) gegründet und diesen dann vor ein paar Jahren in „Venados de Yucatán“ umbenannt.

In fast allen folgenden Groundhoppingberichten werde ich Bemerkungen zu den kuriosen Vereinsnamen machen. Gerade in Mexiko sind da schon einige Knallernamen dabei. Heute spielten die Hirsche (Venados, gemeint wohl der Spießhirsch oder Mazama, der in Yucatan heimisch ist) gegen die Alebrijes (sprich: Alebriches mit Betonung auf dem i), die eine in Mexiko, v.a. natürlich in Oaxaca (gesprochen: Wahhaka, mit behauchtem h) hergestellte, Pappmaché- oder Holzschnitzfigur ist. Diese Schnitzkunst aus Oaxaca sieht so aus: https://www.mexicodesconocido.com.mx/wp-content/uploads/2017/12/feria-del-alebrije-oaxaca.jpg

Wie in Marokko wird man auch in Mexiko beim Aussteigen auf dem Stadionparkplatz gleich von zwei Leute vollgelabert: der Parkwächter (der Mexikaner neben uns gab dem 10 Pesos, machte ich also auch) und der inoffizielle fliegende Kartenverkäufer. Je nach Gedränge an der Kasse ist es sinnvoll, diesem Kerl die Karten abzukaufen. Statt den regulären 60 Pesos nimmt er dann z.B. 80 Pesos – das ist immer noch preisgünstig.

Am Eingang wurde sehr streng kontrolliert, im Stadion selber waren die Sicherheitskräfte nicht sehr präsent, sondern hielten sich zurück. Außer ein paar Dutzend aktiven Heimfans mit Fahnen und Blasmusik war das Publikum auch eher ruhig. Viele konnten wohl nicht so anfeuern, da sie den Mund dauernd voll hatten – hier konnte man nicht verhungern bei den ganzen Snacks: z.B. gab es statt Bratwurst im Brötchen eine in Stücke geschnittene Grillwurt mit Pommes oder Nachos mit scharfer Soße in einer Plasteschale. Verkauft wird das Zeug nicht nur in Ständen unter der Tribüne, sondern auch von fliegenden Händlern auf selbiger.

Das Spiel selber war lohnend zu sehen: es wurde flott und technisch sehr gut gespielt, Torszenen gab es einige auf beiden Seiten, die üblichen Emotionen ebenso – in Mexiko werden Karten eher mal stecken gelassen, sonst würde es jedes Spiel mehrere Platzverweise geben... Es wird auch immer schön gepöbelt: am häufigsten hört man "puta madre" und "maricón"... Nach 20 Minuten hämmerte der Gastgeber einen 25m Schuss direkt und überraschend unters Tordach. Erst nach der Pause kam Oaxaca richtig ins Spiel, brauchte aber doch bis zur 85. Minute, ehe sie solches Chaos im Strafraum anrichteten, dass ein Spieler der Venados den Ball ins eigene Netz drückte. Das 1:1 war aber ein verdientes Resultat – und das Spiel würdig für einen Länderpunkt. Venados FC Yucatán (Mérida) 1:1 Alebrijes de Oaxaca Statistik:
- Grounds: 2.275 (1; diese Saison: 63 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.457 (1; diese Saison: 72)
- Tourkilometer: 250 (250km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 21.020 (10.450 Auto, davon 450 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 638 Wochen.

Freitag, 19. Oktober 2018

W638II: Fehlstart in die Tour

Photos:
Yucatán Peninsula (Mexico) Tulum Nach dem Frühstück im Hotel und einem Einkauf im Walmart (u.a. mussten wir einen Steckeradapter kaufen, denn Mexiko hat dieselben komischen Stecker wie die USA) ging es gegen 10 Uhr endlich auf die Piste. Das Mallorca Mexikos, Cancún ließen wir ebenso links liegen wie die andere Bade-Party-Hotelresort-Hochburg Playa del Carmen. Uns interessierten nur die Pyramiden und sonstigen Ruinen der Maya.

Da ist Tulum eine besonders gute Adresse, doch kaum am Parkplatz (fast 9€ Tagesgebühr!) angekommen, kriegte mein Vater Nasenbluten. Zum einen hat er sonst nie solche Probleme, zum anderen hörte das 15 Minuten lang nicht auf. Nach 12 Minuten riet uns der freundliche Beamte der Touristenpolizei (schwarze Uniform, Maschinengewehr vorm Wanst – aber keine schwarze Maske wie die Knalltüten von der Bundespolizei (nicht wie bei uns Zollfutzis, sondern höher gestellte Polizei „Policia Federal“) oder der Gemeindepolizei (Policia Municipál)), dass er uns besser einen Krankenwagen per Funk ranholt. Generell fiel hier auf: alle Mexikaner gut drauf, höflich, angenehm – egal ob sie nun in erster Linie an den Ausländern persönlich oder eher ihrem Geld interessiert sind; wie in arabischen Ländern auch ein sehr angenehmer Menschenschlag. Auch im Krankenhaus, eher einer kleinen mehrgeschossigen Klinik, war nicht ein einziger affiger Dummschwätzer wie man in jeder deutschen medizinischen Einrichtung in größerer Zahl hat. Sehr freundlich, kompetent, kümmerten sich prima. Nur wehe, die Versicherung zahlt nicht – Transport, Bluttest, blutdrucksenkende Medikamente: macht mal eben 1.350€ Vorkasse per Kreditkarte... Hier war auch viel Personal, OK und alles auf amerikanischen/ westeuropäischen Stand, prima – aber die müssen ja zehntausende Euro Umsatz gemacht haben heute, da alle 15 Minuten einer mit Problemen ankam... Die Hälfte etwa Touristen: ein älterer Brite hatte die eine Pyramide im Regenschauer etwas schnell nach unten verlassen und sich den Kopf angeschlagen, ein Ami hatte irgendeine bakterielle Infektion in der Gusche, eine US-Amerikanerin wurde an ihrem Arbeitsplatz in einem Resort von einem Affen gebissen – alles sehr vielfältige und unterschiedliche Beschwerden da...
Nach über vier Stunden in der Klinik konnte mein Vater dann endlich gehen – der Tag war natürlich gelaufen und das besichtigen verlegten wir auf Morgen bzw. den letzten Reisetag und ließen dann einen weniger wichtigen Teil auch ganz ausfallen.

Bis Rio Lagarto fuhren wir auch nicht. Wir fuhren nur bis nach Cobá, kamen nach Schließung der Ruinenstätte und kurz vor Einbruch der Dunkelheit dort an und gingen ins Hotel Lol-Ha. Etwas angemodert, aber schöne Dschungelarchitektur mit Holzdächern und gutem mexikanischen Maya-Essen. Es gab einen Schweinebraten mit Reis, Bohnenmus, Salat und Guacamole mit Nachos, dazu frischen Ananassaft. Die Bedienung wieder sehr freundlich – noch mehr, wenn man sich etwas auf Spanisch abmüht – und die Preise recht niedrig (24€ für das Zimmer, 16€ für das Essen – das Trinkgeld, was ich denen gegeben habe ist dabei schon eingerechnet). Das Internet funktionierte auch erstaunlich gut. Sonst hätte ich hier nicht schon alles reinstellen können. Der Länderpunkt dann, wenn alles gut geht, morgen – alle paar Tage werde ich sicherlich zumindest Bilder hochladen können und das hier per Update melden. Cobá Statistik:
- Tourkilometer: 180 (180km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 20.770 (10.200 Auto, davon 200 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

W638I: Auf nach Mexiko!

Photos:
Yucatán Peninsula (Mexico) Cancún Guter Fußball in großen und architektonisch oft ansprechenden Stadien, Pyramiden und andere Artefakte alter Hochkulturen, vielfältige Landschaft, Kakteen und Sukkulenten, kuriose Volkskunst und Kultur – Mexiko fand ich schon immer interessant. Schon beim Confed-Cup 2005 haben wir gezielt zwei Spiele der mexikanischen Nationalmannschaft besucht – und dabei mit der Flagge mit dem genialen Staatswappen (Alder frisst Schlange auf einem Kaktus sitzend, was einen aztekischen Gründungsmythos darstellt) gewunken... Da wir ja schon in diversen asiatischen und ein paar afrikanischen Ländern waren und Europa zum größten Teil durch haben, ist ein Länderpunkt auf einem weiteren Kontinent ja auch nicht schlecht. Und wenn man schon mal die 700€ für ein Flugticket nach Amerika hinlegt, dann doch bitte in das wohl interessanteste Land des Kontinents: Mexiko! Aber wenn man schon dort ist und 17 Tage freigenommen hat und somit effektiv mehr als drei Wochen Zeit hat, dann schielt man natürlich schon auf weitere Länderpunkte. Bei einem Flug nach Cancún kommen da natürlich Belize und Guatemala in Betracht. Und so planen wir die Mexikotour als Rundreise mit landestypischem Mietwagen mit viel Sightseeing und vielen Spielen inklusive Runde über Belize und Guatemala!

Der erwähnte Mietwagen ist ein VW Fox Cross. Der Fox wird in Mexiko und Brasilien hergestellt und ist normalerweise nicht in Europa erhältlich. Der Cross ist deutlich höher gelegt und robuster – hat aber leider kein Allrad. Er ist ähnlich dem Polo Cross oder Golf Cross. Im Vergleich zum Dacia Sandero Stepway, den wir von 2011 bis 2014 fuhren, steht der Fox Cross auch in nichts nach außer dem Kofferraumvolumen. In Deutschland wäre der Wagen aber auch teurer als der Dacia. Endgültige Rezension dann nach der Rückgabe... Wie auch immer: den Wagen bekamen wir von Carribean Car Rental. Die Mietpreis sind ähnlich hoch wie in Deutschland, dazu kommen noch Extras. Die Ausfuhrdeklaration nach Belize ist kostenlos, die nach Guatemala muss notariell beglaubigt werden und benötigt einen zusätzlichen Tag Miete, sodass man insgesamt bei fast 200€ Gebühren für die Guatemala-Tour landet. Die Formalitäten werden per Mail mit einem Kundenbetreuer der Firma auf Englisch abgemacht. Die Kreditkartenzahlung läuft Prepaid ab und wird telefonisch auf Englisch geklärt. Die über 3 Wochen Miete samt Gebühren und Telefonat kosteten uns rund 1.000€.

Zur Anreise: am Dienstag kam mein Vater per Bahn von Rostock nach Bonn und ich holte ihn nach der Arbeit ab. Am Mittwoch fuhren wir früh nach Düsseldorf und flogen mit Air Europa nach Madrid und von da über 10 Stunden nach Cancún. Air Europa hatte gute Verpflegung an Bord, freundliches Personal. Auch in Madrid und Cancún waren die Sicherheitsbeamten und Mitarbeiter viel freundlicher als man das aus Deutschland z.B. kennt. Am Flughafen holte uns die Mietwagenfirma mit einem Shuttle ab. Die Firma war gut frequentiert, allein drei weitere Mieter fuhren in diesem Shuttle mit uns mit. Vor Ort wieder eine Mischung aus Spanisch und Englisch. So wie ein Mitarbeiter merkt, dass ich etwas Spanisch kann, wollte er lieber Spanisch als Englisch reden. Von dort fanden wir das private Gasthaus „Nah Ix U“ mit kleinen Schwierigkeiten. Die Karte von Maps.me war nicht ganz genau (schickte uns zur Nr. 43 statt 16) und in dieser beknackten Straße gibt es zwei Hausnummern 16. Ja, zweimal dieselbe Hausnummer! Der freundliche Mexikaner, den wir da rausklingelten schickte uns 50m weiter, wo nochmal dieselbe Hausnummer stand – aber auch ein kleines Schild mit dem Namen der Unterkunft... Dort erwartete uns ein netter Italiener, ehemaliger Golflehrer, der seit vier Jahren hier eine Pension betreibt. Wir bekamen noch Lasagne und Antipasti sowie mexikanisches Bier. Cancún ist so ziemlich der teuerste Ort Mexikos, dafür waren 35€ fürs Zimmer und 25€ fürs Abendessen und Frühstück noch gemäßigt. Cancún Statistik:
- Tourkilometer: 9.710 (9.600km Flug , 110km Auto, davon 20 Mietwagen)
- Saisonkilometer: 20.590 (10.020 Auto, davon 20 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Sonntag, 14. Oktober 2018

W637III: Sportplatz am Naturschutzgebiet

SV Rot-Weiß Dünstekoven 1960 ......................... 4
Ausgleichs-Sportgemeinschaft Uni Bonn ........... 0
- Datum: Sonntag, 14. Oktober 2018 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga B, Bonn/ Gruppe 2 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 (45/47) Minuten – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 4. Rempel, 2-0 13. Saam, 3-0 34. Saam, 4-0 37. Rempel
- Gelbe Karten: Sörgel, NN (Uni)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Dünstekoven (Kapazität: 520, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 SV Rot-Weiß Dünstekoven 4:0 ASG Uni Bonn Photos with English Commentary :
Football: Dünstekoven vs. Uni Bonn
Rhineland: Dünstekoven, Kottenforst

Auch am Sonntag ging es aufs Rad, etwas Sightseeing und dann ein Fußballspiel auf einem neuen Ground. Das Sightseeing war aber deutlich kürzer und weniger interessant als gestern. Dünstekoven ist ein Straßendorf mit Abzweigen in die Hänge zum Kottenforst. Am sehenswertesten ist das Gut Capellen – man könnte bei der ausgedehnten Ummauerung aber mehr erwarten, als dann an Gebäuden wirklich im Inneren zu finden ist. Alles eher uninteressant. SV Rot-Weiß Dünstekoven 4:0 ASG Uni Bonn Der Ground ist aber nicht schlecht. Der liegt deutlich außerhalb des Dorfes am Rande des Naturschutzgebietes und des Kottenforstes. Drumherum schöne Bäume, Zuschauerplätze nur auf den Längsseiten. Ein paar Bänke und ein Sportlerheim. Der Platz ist ein hervorragender Rasen. Früher war das Asche, wie der Vereinsseite zu entnehmen ist. Umgestaltet wurde die Asche nicht auf Kunst- sondern auf Naturrasen, da „gelenkschonend und nachwachsend ... wie in der Bundesliga“ – wie es so passend auf der Seite von Rot-Weiß Dünstekoven heißt.

Das Spiel der Kreisliga B gegen die ASG Uni Bonn war v.a. in der ersten Halbzeit gut und wurde von Dünstekoven phasenweise dominiert. Nach vier Minuten bereits ein Tor nachdem aber abgepfiffen war. Dass der Schiri den Vorteil wegpfiff, war aber egal: der darauf folgende Freistoß landete direkt im Eck. Das 2:0 rasant herausgespielt und vollendet. Das 3:0 wieder ein Distanzschuss. Das 4:0 über die Linie gedrückt. Nach der Pause auch die Bonner mal nach vorne und gefährlich, aber zu schwach im Abschluss. Der Gastgeber vergab nun auch seine weiteren Chancen dürftig. 4:0 aber am Ende verdient und völlig ausreichend – weiß nicht, was der unsympathische Schreihals, der wohl der RWD-Trainer sein sollte, da immer wieder zu meckern hatte...

Das nächstes Spiel auf diesem Blog: voraussichtlich Venados FC Yucatán/ Mérida gegen Alebrijes de Oaxaca FC... Dünstekoven Statistik:
- Grounds: 2.274 (1; diese Saison: 62 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.456 (1; diese Saison: 71)
- Tourkilometer: 40 (40km Rad)
- Saisonkilometer: 10.880 (9.910 Auto, davon 0 Mietwagen/ 970 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 637 Wochen.

W637II: Fußball und Sightseeing in Miesenheim

FC Sportfreunde Miesenheim 1924 .................... 1
SG SV Rheinland Westum/ TuS Löhndorf ........ 2
- Datum: Samstag, 13. Oktober 2018 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Kreisliga A, Rhein-Ahr (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 96 (47/49) Minuten – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 26. Morgenschweis, 1-1 65. NN, 1-2 87. Morgenschweis
- Gelbe Karten: 2x Niederprüm, Pfeifer, NN, Müller (Miesenheim); NN (Westum)
- Rote Karten: Niederprüm (Miesenheim, 82. Gelb-Rot wg. wdh. Meckern)
- Austragungsort: Sportplatz an der Nette, sogenannte Junkers Schmidt Arena (Andernach-Miesenheim; Kapazität: 1.225, davon 25 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 110 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 Sportfreunde Miesenheim 1:2 SG Westum/ Löhndorf Photos with English Commentary :
Football: Miesenheim vs. Westum
Rhineland-Palatinate: Miesenheim

Um Männerfußball am Samstag zu sehen musste ich mal wieder ins Nachbarbundesland. Auch da natürlich wenig Auswahl, ich musste in den übernächsten Landkreis (Mayen-Koblenz diesmal statt wie sonst oft Rhein-Ahr) – es war dennoch eine Radtour drin. Die führte nach Miesenheim, einem Ortsteil der sehenswerten Stadt Andernach. Auch Miesenheim selber ist ein richtig interessanter Ort. Auffällig sind die vielen Häuser aus vulkanischem Gestein, die grau oder schwarz sind – fast so dunkel wie im Hauran (Süd-Syrien und Nord-Jordanien) oder den typischen böhmischen gotischen Burgen. Dazwischen auch durchschnittliches Fachwerk, aber auch mehrere größere Kapellen, eine Kirchenruine mit intaktem Turm aus dem 13. Jahrhundert (nicht 12. Jhdt. wie bei Wikipedia steht) und einer geöffneten und innen schön gestalteten Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Beste Sehenswürdigkeit im Ort ist jedoch das etwas außerhalb gelegene Gut Nettehammer. Es gibt einen schlossartigen Gutsbau, drumherum Stallungen, ein Park, ein kleiner Teich, Fachwerknebengebäude, die Reste der Mühle (Hammer) und eine Schlossruine. Das Gut ist als Fest- und speziell Hochzeitsveranstaltungsort bekannt. Daher darf man das Gelände auch betreten, obwohl wie überall im Rheinland in privater Hand. Interessant ist der Hinweis am Tor, dass das Betreten „bis auf Widerruf“ gestattet ist. Das stelle ich mir so vor, dass man überall rumlaufen darf, bis der Besitzer einem zuruft „mach dich runter vom Hof!“

Es lohnt sich auch mal den Wikipedia-Artikel zu dem Ort zu lesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Miesenheim Allerdings ist der – wie üblich bei offensichtlich von Heimforschern verfassten Einträgen – zwar voller Begeisterung und mit vielen guten Informationen geschrieben, aber an einigen Stellen offensichtlich fehlerhaft oder fragwürdig. Die „nahezu hunderttausend“ in dem alliierten Lager in Miesenheim verreckten Kriegsgefangenen lesen sich bei der Seite zum Lager selber so, dass da noch nicht einmal 100.000 Wehrmachtssoldaten und SS-Leute (die allerwenigsten Gefangenen waren Zivilisten und schon gar keine unbescholtenen Zivilisten) in diesem Lager eingesessen haben. Wenn ich allerdings schon lese, dass laut http://rheinwiesen-lager.de/einzelne-lager-im-heutigen-rheinland-pfalz/andernach/ der „größte Teil“ von 39.600 Gefangenen aus „Plaidt/ Miesenheim“ stammten – zwei Orten, die zusammen nie viel mehr als 10.000 Einwohner hatten und heute unter 10.000 Einwohner zusammen haben, komme ich auch wieder ins Zweifel ob der Fähigkeit der Autoren zur präzisen und korrekten Wiedergabe von Fakten. Wohl alles keine ausgebildeten Historiker dort... Dennoch zwei sehr interessante und lesenswerte Seiten! Sportfreunde Miesenheim 1:2 SG Westum/ Löhndorf Der Sportplatz an der Nette (einem kleinen Fluss oder großen Bach) liegt am Ortsrand direkt an einer Straße, unweit von Industrie- und Brandruinen aber mit idyllischem Blick auf angrenzende bewaldete Höhenzüge. Interessant sind an der Sportanlage auch die zwei Wassertürme am Fluss, das mit Piratensymbolen verzierte Sportlerheim – ein ziemlicher Verschlag zudem – die Bauruine auf Höhe der einen Eckfahne und die schön in Vereinsfarben gehaltene dreireihige Stehtribüne. Dieses kleine Stadion ist schon ganz sehenswert.

Das Spiel lohnte auch das Kommen. Miesenheim leider nur im hinteren Mittelfeld, die SG Westum/ Löhndorf führt die Tabelle an. Sie belagerten auch gleich das Miesenheimer Tor, doch der Schlussmann hielt sicher und die Abwehr lange stand. Nach einer knappen halben Stunde gelang Westum aber das 0:1 aus kurzer Distanz gegen die Sprungrichtung vom Torwart. Miesenheim kam dann aber besser ins Spiel und nahm nach der Pause sogar das Heft in die Hand. Folgerichtig und nicht unverdient glichen sie aus. Zuvor tragen sie noch aus Abseitsposition (deswegen zählte das Tor auch nicht – der Schiedsrichter war hier und in anderen Szenen auch sicher und korrekt). In der Schlussphase ging es dann hoch her. Erst gibt es eine Pöbelei zwischen den Gästen, deren Trainerbank ins Spiel eingreifen wollte, und einem Miesenheimer Spieler, der dann so idiotisch mit dem Schiri rumdiskutierte, dass er gelb-rot innerhalb von ca. 30 Sekunden bekam. Dann ging Westum 1:2 durch einen tollen Schuss in den langen Winkel in Führung. Danach beim nächsten Angriff der Miesenheimer gleich mal Rudelbildung und Pöbeleien. Eine Doppelchance kurz darauf. Doch das brachte alles nichts mehr und Westum gewann etwas glücklich aber nicht unverdient 1:2. Was deren einer Betreuer dann noch Miesenheimer Spieler anmachte, konnte ich nicht nachvollziehen – bescheuerte Betreuer gibt es ja bei einigen Vereinen, aber der kleine Spacken war besonders bekloppt mit seinem Gelaber „meine Mannschaft ist ja fair“... „Fair“; ja, ja. Vor allem der natürlich...

Wahrscheinlich war der Typ auch so drauf wie die meisten der Gäste im Andernacher Pizza-Döner-Haus (Birkenring 48), das leider sehr von Säufern frequentiert ist. Die redeten da auch alle so verquer auf die freundlichen Syrer ein, denen der Laden gehört. Ich bin da mittlerweile auch schon zum zweiten Mal da gewesen – immer wieder topp! Besonders die „Pizza Perverso“ – keine Ahnung, wer sich diesen Namen ausgedacht hat – ist genial: Käse, Tomatensauce, Spagetti, Dönerfleisch, Salat und Salatsauce (7,50€ für 29cm Durchmesser). Miesenheim Statistik:
- Grounds: 2.273 (1; diese Saison: 61 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.455 (1; diese Saison: 70)
- Tourkilometer: 110 (110km Rad)
- Saisonkilometer: 10.840 (9.910 Auto, davon 0 Mietwagen/ 930 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 637 Wochen.