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Sonntag, 21. April 2013

W351IV: Nächster Punktgewinn für Leunas E-Jugend, und Not gegen Elend in Piesteritz

TSV Leuna 1919 E ----------------------------------------------- 2
SV Beuna 1916 E ------------------------------------------------ 2
- Datum: Sonntag, 21. April 2013 – Anstoß: 9.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Saalekreis E-Junioren, Staffel 1 (U11-Liga)
- Ergebnis: 2-2 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 15. Kevin Werner, 1-1 17. Nr. 2 (Neunmeter), 1-2 26. Nr. 2 (?), 2-2 40. Kevin Werner
- Freundschafts-Neunmeterschießen: Beuna gewinnt 6:9 nach je 12 Schützen
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 2 (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (darunter ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr spannendes und gutes Spiel)

FC Grün-Weiß Piesteritz --------------------------------------- 2
FSV Wacker 03 Gotha ------------------------------------------ 1
- Datum: Sonntag, 21. April 2013 – Anstoß: 13.30
- Wettbewerb: NOFV-Oberliga, Nordost-Süd (5. Spielklasse, 2. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 29. Oliver Hinkelmann (Foulelfmeter), 2-0 53. Jeffrey Neumann, 2-1 82. Bastian Bischof
- Verwarnungen: Jeffrey Neumann, Ladislav Stefke, Ronny Mende (Piesteritz); 2x Dat Le Duc (Gotha)
- Platzverweise: 87. Dat Le Duc (Gotha), wegen wiederholten Foulspiels
- Spielort: Stadion im Volkspark Piesteritz (Kap. 4.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 250 (davon 189 zahlende, darunter ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Not gegen Elend, aber wenigstens ein paar schöne Szenen)
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Photos with English Commentary:
a) Under-11 Youth League: TSV Leuna v SV Beuna

Der Bericht habe ich zwar diesmal nicht Korrektur gelesen, aber ich muss ja morgen schon um 8 in die Uni, da ist jetzt keine Zeit mehr... Aber Zeitdruck kennt man bei Leunas Jugend ja nun auch: Englische Woche für die E-Jugend. Krank, oder? Jedenfalls machte den Auftakt das Sonntagsspiel gegen den Tabellennachbarn aus Beuna, der das Hinspiel zwar 8:5 gewann, aber im Rückspiel große Probleme bekam. Ein offener Schlagabtausch mit mehr Chancen für den TSV in den ersten 15 Minuten, dann auch der Führungstreffer mit Flachschuss ins lange Eck durch Kevin Werner. Kurz darauf gab es wohl ein Handspiel oder was auch immer im Strafraum der Leunaer. Der zweifelhafte Strafstoß wurde sicher verwandelt.

Nach der Pause kam Leuna nicht aus dem Knick – wie der Trainer das auch schon befürchtet hatte. Doch der TSV ließ nur einen Glückstreffer (maximal 1cm über die Linie) zu und kam wie aus dem Nichts zurück. Ein herrlicher Sturmlauf von Kevin Werner, gegen vier Feldspieler und den Torwart abgezogen und wieder ins lange Eck! In den letzten Minuten war nur noch der TSV am Drücker, doch konnte keinen weiteren Treffer mehr erzielen.

Das 2:2 war jetzt nicht völlig unverdient für die Beunaer Mannschaft, doch über das gesamte Spiel gesehen war der Gastgeber aktiver vorm Tor und während auf der einen Seite zwei toll heraus gespielte Treffer standen, stand auf der anderen ein zweifelhafter Strafstoß und ein komischer Treffer, bei dem der Ball kaum im vollen Umfang über die Linie ging. Nicht zuletzt ist auch der Schiedsrichter, der offensichtlich (warum auch immer) aus den Reihen der Beunaer kam, hier angesprochen, der sich z.B. mal überlegen sollte, wie ein ballführender Spieler dem in die Hacken gelatscht wird Foul spielen kann oder wie eine Annahme mit der Brust Handspiel sein kann. Dass er parteiisch war kann man natürlich nicht sagen, aber einseitig gepfiffen hat er auf jeden Fall und souverän ist auch was anderes!
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Eine reichliche Stunde durch den Sonntagsverkehr gedrängelt und schon waren wir in der Industriesiedlung der Lutherstadt Wittenberg, Piesteritz. Abstiegskampf in der Oberliga gab es a im Volkspark zu sehen: der 13. gegen den 15. von 16, wobei drei Teams absteigen und beide 4 Punkte auseinander liegen. Der Volkspark ist ein recht weitläufiger Sportkomplex mit einem ganz ansehnlichen Stadion als Hauptplatz. Die Haupttribüne hat fünf Stehstufen und einen schönen Sprecherturm, die Gegentribüne beherbergt den hoch umzäunten Gästesektor und hat ebenfalls nur Stehstufen zu bieten. Die Graswälle hinter den Toren sind ausbautenlos aber mit ein paar Bänken versehen.

Das sonstige Drumherum überzeugte dann genauso wenig wie das Spiel. Normalerweise bekommen in der Oberliga auch Studenten und Schüler Ermäßigung – nicht nur Rentner und Kinder unter 14 Jahren. Aber in Piesteritz brechen wahrscheinlich alle die Schule ab... Also grenzwertige 6€ entrichtet und dann noch mal je 1,50€ für eine interessante Fassbrause von einem lokalen Hersteller (Zahna) und eine sehr schlecht Bratwurst auf die man auch noch ewig warten musste, weil die Trottel am Grill nicht organisieren konnten. Im Übrigen war dann auch noch die Stimmung scheiße: von den mindestens 250 Zuschauern waren nur 5 aus Gotha und resignierten schon vor dem 1:0 – warum die überhaupt mitgefahren sind, wenn die das Spiel so gelangweilt hinnehmen?! – und ein kleines Grüppchen Heimfans grölte immer mal rum, wobei das meistens nur einer von den 20, 30 Leuten war.

Dieser eine Fan hatte aber schon recht, als er mit seiner biergeölten Kehle „wir gewinnen sowieso, ihr Wichser“ durch den totenstillen Volkspark brüllte. Die weniger schlechte Mannschaft zweier pseudo-halbprofessioneller, langweilig spielender besserer Amateurtruppen traf mit einem etwas lächerlichen Elfer nach einer halben Stunde zum ersten Mal und mit einem Konter kurz nach Wiederanpfiff zum zweiten Mal. Nur mit einem Elfmeter in der Schlussphase traf die völlig überforderte da auseinandergefallene Mannschaft aus Gotha – einen Großteil der Pseudoprofis kann Wacker nämlich nicht mehr bezahlen, weswegen die Söldner weiter gezogen sind – und verabschiedete sich dann mit 10 Mann aus dem Volkspark: ihr Vietnamese wurde in der 65. eingewechselt und ging nur 22 Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz...

Das war alles in allem mal wieder typische Oberligascheiße. Unattraktiver Anti-Fußball mit hoher 0:0-Gefahr. Drei Tore heute war deutlich über dem Schnitt! Wozu schaut man sich eigentlich diese scheiß Halbprofiligen an? Den Spielern und Teams fehlt alles, was man im Profifußball braucht und auch fast jedes Amateurspiel von der Landesliga bis zur Kreisklasse ist sehenswerter als ein normales Ober- oder Regionalligaspiel.

Nach diesem Dreckskick gingen wir noch durch die Gartenstadt von Piesteritz, dem wohl deutschlandweit besten Beispiel für diese Arbeiterwohnstädte der 1920er Jahre, und testeten den Sportplatz von Dölbitz.
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Statistik:
- Grounds: 904 (heute 1 neuer; diese Saison: 136 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.769 (heute 2, diese Saison: 192)
- Tageskilometer: 260 (240 Auto, 20 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 46.920 (37.760 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.800 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 56 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 351

Montag, 23. Januar 2012

W286I: Auch Leuna kann den Spitzenreiter nicht bezwingen – und: Packendes Kreisderby in Wittenberg

TSV Leuna 1919 25:28 Hallescher SC 96
Datum: Samstag, 21. Januar 2012 – Beginn: 16.00
Wettbewerb: Bezirksklasse Sachsen-Anhalt Süd (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 25:28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12:15
Tore: Frank 7, Sven 5, Dry 4, Schmidtn 4, Fünfer 2, [Nr. 22] 2, Doc 1 (TSV); k. A. (HSC)
Gelbe Karten: Fünfer, Schmidtn, Sven (TSV); Nr. 14, Nr. 31, Nr. ? (HSC)
Zeitstrafen: Nr. 22 (TSV = 2 Minuten); 2x Nr. 14, 2x Nr. 8, Nr. 11 (HSC = 10 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Leuna hielt in einem guten Spiel bis zum Schluss mit dem ungeschlagenen Tabellenführer mit)

SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz 29:30 TuS 1947 Radis
Datum: Samstag, 21. Januar 2012 – Beginn: 20.00
Wettbewerb: Mitteldeutsche Oberliga (4. Handballliga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 29:30 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15:15
Tore: Pawlack 9, Szep Kis 5, Schlüter 5, Zimmermann 4, Michna 4, Olle 2 (GWWP); Lampe 8, Just 6, Sogalla 5, Knabe 5, Blechschmidt 3, Nathow 2, Bergelt 1 (TuS)
Gelbe Karten: Balke, Olle, Trainer (GWWP); Bergelt, Blechschmidt, Knabe, Trainer (TuS)
Zeitstrafen: 2x Schlüter, 2x Michna, 2x Zimmermann, Balke, Szep Kis, Olle (GWWP = 18 Minuten); 2x Sogalla, 2x Bergelt, Schmidt, Lampe, Daudert? (TuS = 14 Minuten)
Disqualifikationen: seltsamerweise keine
Spielort: Stadthalle Wittenberg (Kap. 800 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 300 Gästefans)
Unterhaltungswert: 9,0/10 (Ein tolles Spiel: gute Stimmung, zwar chaotischer Beginn und in einigen Phasen ein unsauberes Spiel, aber hervorragende zweite Hälfte und dramatische Schlussphase mit verdientem Sieger)
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Photos and English Version:

Die TSV-Handballer empfingen in der Sporthalle Leuna heute den Halleschen SC, den souveräner Tabellenführer (16:0 Punkte) der Bezirksklasse. TSV Leuna steht allerdings direkt dahinter mit 12:4 Zählern auf dem zweiten Aufstiegsplatz. Das Hinspiel ging leider mit 42:24 an Halle, was überhaupt deren höchster Sieg war. Mit mehr als 18 Toren Unterschied hat außer Leuna auch bisher nur Großkorbetha verloren – u.a. mit 19 Toren gegen Leuna (s. Bericht vom 26.11.11). Dass es nicht so deutlich ausgehen würde, wie im Hinspiel am ersten Hinrundenspieltag, war sehr zu hoffen und deutete sich auch in der ersten Hälfte an.

Leuna erzielte den ersten Treffer und hielt nach drei Gegentoren richtig dagegen. Nach einer ausgeglichenen Viertelstunde gingen sie nach 17 Minuten auch noch einmal mit 7:6 in Führung. Der hoch favorisierte Gast kam etwas ins Schwimmen, was sich an Schauspieleinlagen am Wurfkreis, Fouls und Meckereien zeigte. Kurz vor der Pause zogen sie einmal in einer richtigen Stärkephase, in der sie ihr ganzes Können mal endlich entfalteten, auf vier Tore davon. Bei Halbzeit waren es dann noch drei.

In der zweiten Hälfte erwischte allerdings Leuna den besseren Start, sodass es bis sieben Minuten vor Schluss dauernd Gleichstand oder nur ein Tor Rückstand hieß. Vorne trafen Frank, Sven und andere sehr regelmäßig – hinten hielt Abteilungsleiter Uwe Beyer viele Bälle. Doch dann rissen sich die mittlerweile sauberer spielenden Hallenser noch mal richtig zusammen und nutzten die Leunaer Fehler, die nun nach 53 tollen wie auch anstrengenden Spielminuten unweigerlich kamen, aus. Am Ende war es ein 25:28-Sieg für den Halleschen SC. Keineswegs überzeugend, doch das lag mehr an der Stärke des TSV Leuna, dass der HSC hier nicht glänzen konnte, als am streckenweise arroganten und unsauberen Auftreten der Gäste. Für die Anderen der diesmal gar nicht so wenigen Zuschauer dürfte das Spiel genauso unterhaltsam gewesen sein, wie für uns drei. Trotz dieser Null Punkte sollten auch alle mit der gezeigten Mannschaftsleistung des TSV Leuna zufrieden sein – gegen den Gegner so mitgehalten zu haben ist schon mal gut! In drei Wochen bei der punktgleichen Buna-Reserve kann dann ja dann wieder ein Sieg drin sein. Ich werde aber erst wieder beim Spiel in Plotha-Plennschütz dabei sein.

Wer übrigens noch viel weniger überzeugte als der HSC, waren die Schiedsrichter. Sie zählten zu Kategorie 1 der Schiedsrichter aus dem Spielkreis Mansfeld-Südharz. Die Kategorie 2 ist natürlich weitaus schlimmer: diese Sorte „Unparteiische“ müsste das „Un“ aus dem Namen streichen, da sie mit ihren Fehlentscheidungen mutwillig zugunsten einer Mannschaft die Begegnung verschieben. Doch natürlich nervt auch Kategorie 1, zu denen die beiden Allstedter von heute gehörten: keine Mannschaft wird benachteiligt, sie geben schon ihr Bestes diese Schiris, aber trotzdem ist fast jede zweite Entscheidung falsch. Ich kann mich nicht erinnern, jemals gute Schiedsrichter aus Mansfeld-Südharz gesehen zu haben...
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75 Minuten über Autobahnen und Landstraßen – und schon waren wir beim nächsten Handballspiel: meine Erwartungen an das Wittenberger Derby waren ob des Getöse im MHV-Forum und meinen Erfahrungen mit den Fans von Radis und Wittenberg sehr gering, doch wurden erfreulicherweise übertroffen. Was in der modernisierten Rundbogenhalle in Wittenberg – der Stadthalle – so abging war echt nicht schlecht!

OK. Mittlerweile haben wir 9 von 14 Vereinen der Mitteldeutschen Oberliga einen Besuch abgestattet – und ich muss sagen: niemand hat so starke Studentenermäßigung wie Wittenberg-Piesteritz! Nur 2€ (bei einem ebenfalls niedrigen Normalpreis von 5€) Eintritt wird von Studenten, Schülern und Behinderten abverlangt. Sehr anständig! Und dann wollten die nicht mal die Ausweise sehen – nur mal in die Taschen gucken, da die bösen, bösen Radiser ja gerne mit Bieraufnehmern und Flaschendeckeln werfen...

Es gibt zwar eine Empore auf der einen Hintertorseite (nur für VIPs und offiziell keine Zuschauerplätze), aber zwei Untertribünen auf den beiden Längsseiten. Beide Tribünen fassen 400 Zuschauer auf fünf neuen, glatten Holzbänken die auf Kunststoffstufen angebracht sind. Die eine Tribüne ist dreifach unterteilt, wobei die Mitte den VIPs vorbehalten ist, während die andere nur zweigeteilt ist. Auf dieser zweigeteilten machten sich vor allem im linken Bereich die Radiser breit. Ein Drittel dieses Blocks stand sogar ununterbrochen anfeuernd auf den Stufen. Auch die restlichen der insgesamt gut 300 Gästefans aus dem Kemberger Stadtteil – diese Lage macht das Duell zu einem von mehreren Sachsen-Anhalt-Derbys, aber zum einzigen Wittenberger Kreisderby der Mitteldeutschen Oberliga – zeigten Handballbegeisterung. War zwar nicht so die Handballbegeisterung, die man derzeit bei der Europameisterschaft von Serben und Makedoniern oder bei der Afrikameisterschaft von Tunesiern und Algeriern erleben kann – aber was Radis da akustisch bot, war schon richtig gut. Keine besonderen Fangesänge zwar und zu viel nerviges Tröten – ein halbes Dutzend Tröten, die schlimmer als ein Rudel liebeskranker Katzen klingen, sind halt nach ein paar Minuten störend und schon fast ein Grund für Hallenverbot: wegen unglaublich schlechten Geschmacks – aber ausdauernd, laut und immer spielbezogen. Die Leute standen echt hinter der Mannschaft: prima! Ganz anders als vor einigen Wochen bei einem Heimspiel in Gräfenhainichen erlebt: da war das einfach nur lahm, was die Radiser Fans da boten!

Erwartungsgemäß lahm war es, was die Heimfans darboten. Es deutete sich schon an der Platzwahl an: ein paar richtige Fans mit Trommeln machten schon Lärm, doch die Plätze um diese kleine Gruppe herum, wurden als Letztes belegt. Hauptsache ein Stück weg von der Stimmung sitzen, oder was?! Aber so hatte ich die Grün-Weißen Wittenberger und Piesteritzer von einem Auswärtsspiel letzte Saison in Erinnerung: langweilige, meckernde Rentner und Dummschwätzer. Selten ein blöderes Publikum erlebt, als da im Gästeblock in Plotha. Wenigstens gab es heute noch ein paar Ausnahmen: der ein oder andere ging doch erheblich mit bei packenden Szenen. Und packende Szenen gab es heute massenhaft.

Der Beginn der Partie war chaotisch und unsauber. Dauernd Fouls der Verteidiger beider Teams – und die Plinsen an der Pfeife blickten nicht durch: höchstens gelbe Karten für Griffe ins Gesicht und gegen den Hals, aber gleich zwei Minuten für einfaches Umreißen. Kein durchdachter Spielzug, viele technische Mängel – aber in der Hektik fiel der ein oder andere Treffer. Wittenberg hatte den besseren Start, doch Radis steckte nie auf und kam in einem starken Schlussspurt vor der Pause zum Ausgleich von 15:15.

Nach der Pause entwickelte sich eine richtig gute Partie, die zum Ende hin zugunsten der Radiser zu kippen schien. Dann gab es zwei grobe Fehlentscheidungen zugunsten der Heimmannschaft: Radis wurde ein Treffer zu unrecht aberkannt, Wittenberg ein irregulärer Treffer zuerkannt. Nun stand es völlig unverdient unentschieden und der Gästetrainer wechselte den jungen zweiten Torwart, Mark Illig – einen Bekannten meiner Freundin – ein. Ich fragte mich, ob der TuS-Trainer noch recht bei Trost sei, da er wieder den Torwart rein nahm, der in der ersten Viertelstunde im Kasten stand und eine Reihe von sinnlosen Fehlern fabrizierte (weite Abspiele ins Aus) und keine einzige Abwehr zeigen konnte. Doch nun kassierte er nur einen Treffer, der schnell egalisiert war. Einen Wurf nach einem Tempogegenstoß wehrte er hervorragend ab. Danach parierte Illig sogar einen Siebenmeter. In einer weiteren starken Szene verkürzte er beim Spielstand von 29:30 für seine Radiser das Eck. Seine starken 60 Sekunden – in denen er drei Paraden zeigte! – sollten dann wirklich entscheiden sein; 29:30 war das völlig verdiente Resultat für den Gast aus Radis!

Leider muss ich auch diesem Spielbericht wieder ein paar kritische Bemerkungen zu den Unparteiischen folgen lassen. Die beiden Thüringer fielen mir schon letzten Samstag in Freiberg negativ auf – und nun pfiffen sie ausgerechnet diese Partie. Besonders der Rundlichere versuchte immer wieder mit gespielter Arroganz seine Unfähigkeit zu überdecken, aber jeder der Ahnung vom Handball hat, sah, dass die beiden keine Oberligareife Leistung brachten. Fast jede zweite Entscheidung falsch und die beiden ganz groben gegen Radis hätten fast das Spiel zugunsten der Wittenberger verschoben. Aber ein Wunder, dass sie diesmal nicht zwei, drei Spieler ungerechtfertigt vom Feld stellten, so wie das in Freiberg war. Nicht einer musste gehen – was bei den unsauberen Aktionen bestimmter Spieler beider Teams wie Hohn und Spott gegenüber den in der Vorwoche verwiesenen Staßfurter und Freiberger Spielern, die für weniger bis nichts drei Mal zwei Minuten bekamen, wirken muss.

Insgesamt muss man sagen: das Kommen bei diesem Derby hat sich echt gelohnt! Die Leistung der Radiser war wirklich gut (und kämpferisch herausragend!), die der Wittenberger OK und die Gästefans gingen gut ab.
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Statistik:
Grounds: 692 (heute 1 neuer; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen: 1.449 (heute 2, diese Saison: 135)
Tageskilometer: 210 (210 Auto)
Saisonkilometer: 27.120 (18.590 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.920 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 28
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 286

Sonntag, 6. Februar 2011

W236II: Handballliga und -Pokal in Prittitz/ Plotha-Plennschütz

SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz 30:37 SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz
Sonntag, 6. Februar 2011 - Anwurf 16.00
Viertelfinale Pokal des Handballverbands Sachsen-Anhalt (6. Liga, 3. Amateurliga gegen 5. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 30:37 nach 60 Min. – Halbzeit: 14:19
Torfolge: 1-0, 1-1, 2-1, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 6-4, 6-6, 7-6, 7-7, 8-7, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-16, 13-16, 13-18, 14-18, 14-19; 14-20, 17-20, 17-21, 18-21, 18-23, 19-23, 19-27, 20-27, 20-28, 24-28, 24-29, 25-29, 25-33, 26-33, 26-34, 28-34, 28-36, 29-36, 29-37, 30-37
Siebenmeter: Saaletal 3 von 5, GWWP 4 von 5
Verwarnungen: 2x Saaletal; 2x GWWP)
Zeitstrafen in Minuten: 7x Saaletal = 14 Minuten; 7x GWWP = 14 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Prittitz machte zu viele Fehler, sonst wäre das Spiel spannend gewesen – beide Mannschaften aber auf ganz ordentlichem Niveau)

SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz II 29:22 TSG Gymnasium Querfurt
Sonntag, 6. Februar 2011 - Anwurf 16.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:22 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:12
Torfolge: 2-0, 2-1, 4-1, 4-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 7-4, 7-5, 9-5, 9-6, 10-6, 10-8, 11-8, 12-8, 12-9, 13-9, 13-10, 15-10, 15-11, 16-11, 16-12; 16-13, 17-13, 17-14, 18-14, 18-17, 20-17, 20-18, 21-18, 21-19, 25-19, 25-20, 26-20, 26-21, 27-21, 27-22, 29-22
Siebenmeter: Saaletal 4 von 7, Querfurt 4 von 4
Verwarnungen: 1x Saaletal; 2x Querfurt
Zeitstrafen in Minuten: 4x Saaletal = 8 Minuten; 4x Querfurt = 8 Minuten
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Saaletal II spielte gar nicht so schlecht wie ihr Tabellenplatz aussagt und siegte verdient)
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Photos and English version:
Handball in Prittitz/ Plotha-Plennschütz Village: SG Saaletal vs. Wittenberg-Piesteritz (Amateur Cup Quarterfinal) and SG Saaletal Reserve vs. Gymnasium Querfurt (Amateur League)

A Match Scene With Fans' Support On Video
http://www.youtube.com/watch?v=cuIXco4kTSk

Von Naumburg aus führen schöne, enge, bergige und wenig befahrene Straßen über Schönburg – wie der Name schon sagt gibt es dort eine schöne Burganlage – und Possenhain und andere Dörfer nach Plotha und Plennschütz, beides Ortsteil der Gemeinde Prittitz. Während Plennschütz und Prittitz noch ganz ordentlich aussehen, ist Plotha ein ziemlich verrotteter Ort mit einer ungesichert vor sich hin gammelnden Dorfkirchenruine. Eine Kirche in besserem Zustand befindet sich in Prittitz.

Die SG Saaletal ist eine mal in Braunsbedra, mal in Prittitz spielende Spielgemeinschaft aus mehreren Vereinen mit Einzugsgebiet in etlichen Dörfern zwischen Weißenfels und Naumburg wie z.B. Reichardtswerben, Prittitz, Plotha und Plennschütz. Die Sporthalle liegt neben einem ebenso wenig wie jenem in Prittitz im Spielbetrieb genutzten Fußballplatz. Die Halle liegt direkt auf der Ortsgrenze zwischen Plotha und Plennschütz. Gerade wenn man aus Plotha kommend zur Halle fährt, wundert man sich über so einen modernen Bau, der außen so farblich und von den baulichen Elementen so ansprechend gebaut ist, in einem solchen Kaff. Innen gibt es natürlich die üblichen Mängel bei den Sporthallen der 2000er-Generation: die Obertribüne hat zwei Bankreihen und zu viele Balken vor der ersten Reihe und die Fenster lassen zu viel blendendes Licht mit Schattenwürfen herein. Da mögen Formen und Farben stimmen, aber die Sicht der Zuschauer ist eingeschränkt, die Beleuchtung nicht so toll und für die Spieler je nach Wetterlage auch nicht unbedingt der ideale Spielort.

Zum Vorspiel war Eintritt frei, das Hauptspiel konnte man sich für 3€ ansehen. Dieses Vorspiel war die Bezirksligapartie zwischen dem mit nur zwei Siegen aus 13 Spielen Tabellenletzten aus dem Saaletal und dem Fünftplatzierten aus Querfurt, der weit abgeschlagen hinter der Tabellenspitze um USV Halle, Dieskau und Queis aber klar vor den hinteren Rängen mit den Reserven von WHV, Friesen, Saaletal und der Ersten von Langenbogen liegt. Dass die Querfurter klar favorisiert waren, hat man nur kurz nach der Pause mal gemerkt, aber nach fünf Minuten Aufholjagd war die Luft draußen. Für die „Gymnasiasten“ muss die Niederlage doch recht peinlich gewesen sein: recht viel gemeckert haben sie ja auch. Die Reserve von Saaletal Reichardtswerben-Prittitz war andauernd in Führung und hatte die besseren Werfer. Mit besseren Torhütern hätten sie auf jeden Fall mit 10 oder mehr Toren Unterschied gewonnen.
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Zwischen den Spielen testeten wir das erbärmliche Niveau der Gaststätte – fast niemand kauft da eine Bockwurst: die Leute, die da immer nur Bier saufen, wissen wohl warum sie nichts dazu essen – und beim Hauptspiel blieb dann eine Überraschung wie im Vorspiel aus. Im Viertelfinale des Landespokals von Sachsen-Anhalt, trat der Zweitplatzierte der Verbandsliga Süd gegen den Zweitplatzierten der Sachsen-Anhalt-Liga an: SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz I gegen SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz. Letztere kamen in den ersten 15 Minuten nicht so richtig in Fahrt. Dass sie nicht deutlich in Rückstand gerieten, war Fehlern der Heimmannschaft und leider auch fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geschuldet. Die Schiris sollten aber nicht weiter auf das Spiel Einfluss nehmen, da es bei vereinzelten Fehlentscheidungen auf beiden Seiten blieb, die sie mit Arroganz ganz gut überspielen konnten. Arroganz war wahrscheinlich auch der Grund für den schwachen Start der Gäste: als der Trainer sie noch mal in der Auszeit einschwor, gingen sie deutlich konzentrierter und effektiver zu Werke und konnten sich mit starken Angriffen und platzierten Würfen – von denen aber der ein oder anderen trotzdem von einem besseren Torwart gehalten oder von einer besseren Abwehr verhindert worden wäre – mit bis zu fünf Toren absetzen.

Vor der Halbzeit gab es das beste Tor der Partie: ein Wittenberger spielt ohne zu gucken aus der Rückhand, seitlich zum Tor stehend einen Pass über zwei Metern Entfernung über die Schulter, direkt zum mittig vorm Kasten platzierten Mitspieler, der den Ball reindonnert. Nach der Halbzeit ließen die Gäste die Heimmannschaft mehrmals herankommen, nur um dann Fehler auszunutzen und wieder davon zu ziehen. Am Ende waren die sieben Tore Unterschied eher zu hoch. Beide Mannschaften haben sehenswert und gut gespielt, doch eine Mannschaft, die um den Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga mitspielt, sollte schon mehr zeigen.

Mehr zeigen sollten auch die Wittenberger und Piesteritzer Fans, als ein bisschen Klatschen, Trommeln und Dazwischenrufen. Dass sich die Kinder und Enkel nicht um die Ur-Oma gekümmert haben, die sich mit lächerlichen Bemerkungen über schimpfende Heimfans (dabei hat sie selber Spieler beschimpft) und die Schiris (das ging von der ersten Minute an, als die noch gar keine Fehlentscheidung getroffen hatten – und sie trafen auch mehr Fehlurteile zugunsten der Gäste) selber nur lächerlich machte, ist schon ziemlich wenig familiär. Ein bisschen Baldriantee von den Enkeln und das sinnlose Geschrei würde die wunderliche Alte schon zurückfahren... Gar nicht sinnlos war das Geschrei der Heimfans, die mit Zwischenrufen, einfachen Sprechchören und einem hervorragenden Schlagzeuger, der auch noch von anderen Trommeln unterstützt wurde, wirklich gute Stimmung auf die Beine stellten. Der Schlagzeuger hatte auch weit mehr drauf, als das übliche „bumm-bumm-bumm“ im immergleichen Takt, was man sonst beim Handball immer so hat: da wurden auch Becken eingesetzt und die Halle richtig gerockt. So ist die Stimmung richtig gut; ich muss sogar sagen, dass ich beim Handball seit mehreren Jahren nicht mehr so gute Stimmung erlebt habe – und das bei einer hohen zweistelligen Zahl von Spielen quer durch alle Ligen! Also: weiter so, Saaletal!!
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Statistik:
Ground Nr. 522 (ein neuer Ground; diese Saison: 72 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.219 und 1.220 (diese Saison: 107)
Tageskilometer: 80 (60 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 18.580 (12.070 Auto/ 3.330 Bahn, Bus, Tram/ 2.380 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 236