Donnerstag, 14. August 2014

W420II: Landespokal Brandenburg; der Pokalfavorit zugast in Miersdorf-Zeuthen

SC Eintracht Miersdorf/ Zeuthen 1912 ........................... 0
FC Energie Cottbus ........................................................... 4
- Datum: Mittwoch, 13. August 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Landespokal Brandenburg, sogenannter „Krombacher Pokal Brandenburg” (Verbandsliga Brandenburg, 6. Spielklasse, 1. Amateurliga gegen 3. Liga, 3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. Fabian Pawela, 0-2 50. Zbynek Pospech, 0-3 70. Zbynek Pospech, 0-4 86. Zbynek Pospech
- Verwarnungen: Matthias Klatt (SCE MZ); Christopher Lemke (FC Energie)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Wüstemarker Weg (Miersdorf, Kap. 1.250, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000 (darunter gut die Hälfte erkennbare Cottbuser)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Landespokalspiel das aufgrund der eher schwach besetzten Profitruppe aus Cottbus von den Gastgebern im Rahmen gehalten werden konnte)  
Photos and English Commentary:
a) Football Cup of Brandenburg: Eintracht Miersdorf-Zeuthen lost to FC Energie Cottbus
b) Sightseeing in Central Brandenburg: Heinsdorf-Niebendorf Church, Ließen Church and Wood, Stülpe Palace, Baruth/ Mark Palace, Neuhof bei Zossen Palace, Zossen Palace, Schulzendorf Palace, Groß Kienitz Church, Blankenfelde Church 
c) SOVIET ERA MONUMENTS IN BRANDENBURG: Kummersdorf-Gut Barracks & Research Institute, Baruth Tank Monument, Wünsdorf Barracks, Waldstadt Bunkers

Ein vorgezogenes Erstrundenspiel des Brandenburger Landespokals an einem Ferientag in einem sehr originellen Stadion in einer Gegend des Bundeslandes, die ich noch nicht so gut kenne? Nichts wie hin!

Meistens stelle ich ja hier Burgen, Schlösser und historische Altstädte vor, aber in der Mark und im Fläming gibt es auch eine ganze Menge historischer Militäreinrichtungen. Bevor ich mich dieser Kasernenstädte widmete, fuhr ich erst einmal (über Landstraßen via Torgau und Herzberg) an Dorfkirchen wie der im Wiederaufbau befindlichen in Heinsdorf-Niebendorf und der barocken, sehr gut erhaltenen in Ließen, sowie an der teils als Wüste zu bezeichnenden Heide am Golmberg vorbei nach Stülpe, da es dort ein Schloss gibt. Das ist in hervorragendem Zustand und wenn das Tor offen ist, ist der Besitzer da und man darf auch mal reingucken.

Dann stand aber schon das erste Militärmonument auf dem Programm: die frühere Heeresversuchsanstalt und spätere sowjetische Logistikausbildungsstätte Kummersdorf-Gut. Recht halbherzig abgesperrt, die ganze Anlage – verfallene Wohnblocks, Fabrikgebäude, ein Bahnhof mit Gleisen. Also hier haben wohl mal bis zu 10.000 Menschen gelebt – wie das aussieht, wenn hier – wie jetzt – nur noch knapp über 300 Leute leben, kann man sich schon vorher lebhaft vorstellen.

In Baruth/ Mark gibt es einen interessanten Schlosskomplex mit etwas undefinierbaren Bauten (ein saniertes Renaissancegebäude mit seltsamen Fachwerkbrückenanbau und daneben eine Villa aus dem 19. Jahrhundert mit drei neueren Anbauten), einen etwas kahlen zentralen Platz mit Backsteinkirche und Postsäule und außerdem ein sowjetischer Friedhof mit Monument und zwei Panzern.

In Neuhof bei Zossen ist das in Privatbesitz befindliche Schloss kaum der Rede wert. Die besten sowjetischen Sachen gibt es wenige Kilometer weiter nördlich in Wünsdorf: auch hier wurde nur halbherzig abgesperrt und die Gebäude sind richtig groß. Leerstehende Wohnblocks, Kasernen, Verwaltungsgebäude. Vorm wuchtigsten Verwaltungsgebäude kann man noch mit Mühe das Stadion erkennen, genau dazwischen steht eine Leninstatue. Im Ortsteil Waldstadt gibt es massenhaft Bunker und ein weiteres Stadion: dieses sogar mit Eingangsportal, zwei Stehtribünen und einer Ehrenloge, die auf einem gewaltigen Sockel steht. Also ein bisschen Mähen, dann zwei Tore aufstellen oder auch ein Cricketfeld oder einen Rugbyplatz draus machen – und schon kann man das Stadion wieder nutzen! Schade, dass Wünsdorf mit seinem Verein auf einem Platz in der zivilen Siedlung spielt!

Noch ein Stopp in Zossen, wo ich allerdings schon mal war und noch kurz am Schloss in Schulzendorf vorbei – einen schicken Turm mit Holzumgang hat das Ding! – und dann ging es zum Fußball nach Zeuthen, einem ziemlich gesichtslosen Kaff. Im Ortsteil Miersdorf gibt es aber ein sehr schönes Stadion!  
Für angemessene 6€ (Tribüne 8€) konnte man das Teil betreten: was es von einem normalen Brandenburger Dorffußballplatz (wichtig: rundherum Kiefern) unterscheidet, ist vor allem die Tribüne. Also so eine bequeme Tribüne – die Sitze müssen aus einem Zug oder Bus stammen – habe ich noch nie gesehen! Auch nicht schlecht sind die Anzeigetafel und die ganzen gusseisernen Schriftzüge, besonders der Willkommensgruß zwischen den beiden Wechselbänken.

Eigentlich bin ich gegen die Teilnahme von Profivereinen an Landespokalwettbewerben. Streng genommen dürften dem Namen nach ja nur Vereine, die auf Landesebene (also in Brandenburg Verbandsliga abwärts teilnehmen). Es würde da mehr Sinn machen, den DFB-Pokal zu vergrößern mit Regionalpokalen (Regional- und Oberligisten sowie Amateurpokalsieger) als Vorrunden. Aber wenn man einfach im Landespokal auf einen regional populären Proficlub treffen kann, ist man als Verein natürlich froh – auch wenn man weiß, dass man als Verbandsligist nicht die Spur einer Chance hat, mal das ganz große Los: 1. Runde DFB-Pokal mit Bundesligateam, zu ziehen.

Entsprechend voll wurde es heute auch: die Tribüne war bis auf den letzten Platz besetzt und außer hinter dem einen Tor und vor der Tribüne, standen die Fans dicht an dicht hinter der Bande. Also 1.000 Zuschauer waren das auf jeden Fall – das dürfte Vereinsrekord für die Miersdorfer gewesen sein.

Für einen drei Klassen tiefer spielenden Verein hielten sich die Gastgeber richtig gut. Natürlich lag das auch an Cottbus, die hier eine B-Elf geschickt hatten. Außer Möhrle, der aber wenig zeigte nur viel laberte, und dem Tschechen Pospech waren nicht so viele Vollprofis – mehr die U23 Halbprofis – zugegen. Die disziplinierte Leistung in der Abwehr muss aber trotzdem gelobt werden und vier, fünf ordentliche Angriffe hatte Miersdorf/ Zeuthen auch. Per Kopf ging Cottbus in Führung, in der zweiten Hälfte sorgte ein Hattrick von Pospech für den 0:4 Endstand. Nach Abseitstoren hieß es übrigens 1:2 und einen zurückgenommenen Elfmeter für Cottbus (der Schiri gibt fälschlicherweise Handspiel gegen Miersdorf und der Linienrichter korrigiert ihn, als der Ball schon auf dem Punkt liegt) gab es auch noch zu sehen.

Auch den Rückweg legte ich weitestgehend über Landstraßen, wobei ich weiterhin das neu gekaufte Navigationsgerät von Garmin – weitestgehend zur Zufriedenheit – austestete.  
Statistik:
- Grounds: 1.163 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.127 (heute 1; diese Saison: 15)
- Tageskilometer: 470 (470km Auto)
- Saisonkilometer: 2.710 (2.520 Auto/ 190 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 420

Mittwoch, 13. August 2014

W420I: Glückliches 3-3 für Lok-Reserve bei starkem LSV Südwest

Leipziger Sportverein Südwest ........................................ 3
1. FC Lokomotive Leipzig II ............................................ 3
- Datum: Dienstag, 12. August 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Stadtoberliga Leipzig (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 11. Patrick Böhme, 2-0 21. Jörg Ermisch, 2-1 37. Michel Wulf, 3-1 50. Eric Kautzsch, 3-2 65. Marcel Mathiske, 3-3 90. Karim Chtioui
- Verwarnungen: Jörg Ermisch, Andreas Skynkis, NN, NN (LSV SW); Michel Wulf, Paul Zimmermann (Lok II)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Karl Siegmeier Sportanlage (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (darunter ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Testspiel mit überraschendem Verlauf)  
Photos and English Commentary:
Pre-Season Friendly Match: Leipziger SV Südwest v Lok Leipzig II

Bei idealem Fahrradwetter – trocken, nicht zu warm und nicht zu kalt, Hinweg Rückenwind, Rückweg windstill – besuchten wir zum ersten Mal seit langem wieder ein Spiel in Leipzig. Die Karl Siegmeier Sportanlage kannten wir schon – verändert hat sich bei den langweiligen ausbautenlosen Dorffußballplätzen mitten in der Großstadt nicht wirklich was.

Aber das Spiel war wenigstens interessant: Lok – also die Reserve von denen – machte erst viel Druck, doch dann ging nach einem Abstimmungsfehler in der Abwehr der Gastgeber, die Stadtoberliga-Mannschaft vom LSV Südwest mit 1:0 in Führung. Ab diesem Moment war der Klassenunterschied nicht mehr erkennbar, Südwest sogar besser. Mit einem Kopfball schafften sie das 2:0. Erst durch einen Torwartfehler bei einem Eckstoß konnte Lok II verkürzen.

Im zweiten Spielabschnitt kam Lok lange kaum aus der eigenen Hälfte heraus, kassierte kurz nach einer eigenen Offensivaktion gar das 3:1. Erst nach einem verwerteten Abpraller zum 3:2 Anschlusstreffer gewann Lok wieder etwas die Oberhand. Das 3:3 erzielte einer der Nordafrikaner von Lok mit einem schönen Flachschuss. Dass die ansonsten gute Schiedsrichterin (auch ihre beiden männlichen Assistenten machten nichts falsch) sofort danach abpfiff, habe ich als einzige ihrer Entscheidungen nicht verstanden. Also eine Minute Zeit, dass der Underdog doch noch das verdiente 4:3 macht, hätte sie denen einräumen sollen!  
Statistik:
- Grounds: 1.162 (heute 0 neue; diese Saison: 8 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.126 (heute 1; diese Saison: 14)
- Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 2.240 (2.050 Auto/ 190 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 107 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 420

Montag, 11. August 2014

W419V-VI: Groundhopping in Mansfeld-Südharz – Platzbahnkegeln in Benndorf, die Grünen Tannen in Wippra und der neue Sportplatz von Hedersleben

Hedersleber Sportverein 1994 .......................................... 5
SG Traktor Sandersleben II ............................................. 1
- Datum: Sonntag, 10. August 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel I (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 37. Christian Gehlhar, 2-0 48. Christoph Jolie, 2-1 70. Thomas Beiriger, 3-1 83. Christian Gehlhar, 4-1 87. Michael Lüdicke, 5-1 89. Michael Lüdicke
- Verwarnungen: Jürgen Schmidt, Rene Alsleben, Sebastian Noack (alle Sandersleben II)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Hedersleben (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (darunter keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Hedersleben spielte recht ansehnlich, aber Sandersleben II war derartig schlecht, dass man das Spiel nur niedrig bewerten kann)

TSV Benndorf 1884 III ................................................ 383
1. PKV 1969 Siebigerode III ........................................ 321
- Datum: Sonntag, 10. August 2014 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Kreisliga (2. Spielklasse im Platzbahnkegeln)
- Ergebnis: 383-321 nach ca. 140 Minuten, d.h. Benndorf III siegte mit 62 Holz
- Wurf Benndorf: Mewes 82 gesamt (1. Durchgang: 45, 2. Durchgang: 37), Ch. Wagner 78 (37/41), H. Wagner 75 (38/ 37), Töpfer 75 (40, 35), F. Schmidt 73 (37, 36), Ch. Schmidt [66 (31/ 35) = Streichergebnis]
- Wurf Siebigerode: Schwarzbach 66 gesamt (1. Durchgang: 30, 2. Durchgang: 36), Müller 66 (36, 30), Dressel 66 (30, 36), Reißner 62 (30, 32), Gerlach 61 (28, 33), Sachweh [56 (28, 28) = Streichergebnis]
- Spielort: Platzbahn Benndorf (Kap. 80 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Leider sehr einseitige Partie)

SG Grüne Tanne Wippra II ............................................ 10
SG Breitunger Grund ........................................................ 2
- Datum: Samstag, 9. August 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel II (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 10-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 5-2
- Tore: 0-1 5. Andy Mund, 1-1 16. Thomas Hahn, 2-1 24. Thomas Hahn, 2-2 32. Andy Mund, 3-2 38. Thomas Hahn, 4-2 40. Patrick Danielzyk, 5-2 42. Patrick Danielzyk, 6-2 56. Dirk Amtmann, 7-2 61. Thomas Hahn, 8-2 65. Patrick Danielzyk, 9-2 69. Thomas Hahn, 10-2 90. Stephan Elster
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Wippra (Kap. 852, davon 52 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (darunter keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Trotz 12 Tore ein total lahmes Spiel, da eine Mannschaft wie Wippra II gegen eine vollständige Breitunger Mannschaft nie so gewonnen hätte)

SG Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) II / SV Wacker Helbra II ........................................................ 3
SG Merkur Volkstedt II / Rot-Weiß Polleben II ...... 6
- Datum: Samstag, 9. August 2014 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel I (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-6 nach 94 Min. (48/46) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 8. Marco Naundorf, 0-2 14. Christian Zinke, 0-3 45. Christian Zinke, 1-3 46. Kevin Stamm, 2-3 48. Kevin Stamm, 2-4 56. Marco Naundorf (Foulelfmeter), 2-5 59. Markus Schulze, 2-6 67. Marco Naundorf (Foulelfmeter), 3-6 70. Kevin Stamm (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Steve Freund (Mansfelder Grund); NN (Volkstedt/ Polleben)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz An der Halde (Kreisfeld; Kap. 1.400 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Zwar sehr fehlerbehaftetes, aber dafür umso torreicheres, rasanteres und packenderes Spiel)  
Photos and English Commentary:
a) 11th Division Mansfeld Region: Mansfelder Grund/ Helbra Reserves v Volkstedt/ Polleben Reserves 
b) 11th Division Südharz Region: Grüne Tanne Wippra Reserves v SG Breitungen 

c) Mansfeldian Nine-Pin-Bowling: TSV Benndorf III defeat 1.PKV Siebigerode III by 61 points 
d) 11th Division in Mansfeld Region: Hedersleber SV 94 defeat Traktor Sandersleben Reserves 

e) Villages in Mansfeld Region: Hedersleben, Dederstedt, Oberrißdorf 

Dieses Wochenende verbrachten wir nur mit Spielen in Mansfeld-Südharz. Eigentlich nicht gerade meine Lieblingsgegend, aber es sollte sich schon lohnen.

Das erste Spiel war auch das erste von drei Kreisklassespielen. In der Mansfeldstaffel trafen vor der eindrucksvollen Halde von Kreisfeld die Reserven von Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) und Helbra auf jene von Merkur Volkstedt und Rot-Weiß Polleben. Für überzogene 1,50€ (bei Spielen der 1. Mannschaft kommen noch mal 2€ dazu!) konnte man es sich auf dem Damm zur – natürlich mit Mansfelder Schlacke gepflasterten – Straße hin bequem machen. Es war mein zweiter Besuch in zwei Jahren auf diesem tollen Sportplatz!

Da Spiel war diesmal erheblich besser als jenes der Ersten Mannschaft der SG Mansfelder Grund, das ich vorletzte Saison sah. Zwar passierten v.a. den Hausherren haarsträubende Fehler, aber dafür fielen viele Tore. Und bei der Liga und der schwülen Hitze muss man die Laufbereitschaft und den Einsatz nicht erwarten. Zu den Toren: ein Abwehrspieler lieferte per Kopf versehentlich die Vorlage zur Direktabnahme die der mit vier Treffern erfolgreichste Gästetorschütze volley unter die Latte zimmerte. Auch durch nicht überragendes Abwehrverhalten konnte der Gast die scheinbar alles entscheidende Halbzeitführung auf 0:3 ausbauen, während Mansfelder Grund kläglichst ihre Torchancen vergaben.

Nach der Pause machte der Gastgeber aber mal richtig Druck: der 11er spielte sich zwei Mal durch die Abwehr und traf auch innerhalb von zwei Minuten zwei Mal. Die Druckphase wurde aber mit einem ungeschickten Einsatz im Strafraum beendet – der Elfmeter gekonnt unter die Latte geknallt. Kurz darauf das 2:5 und mit einem weiteren Elfmeter sogar das 2:6. Danach bekam zur Abwechslung aber mal Mansfelder Grund einen Elfer, den der 11er auch geschickt zu seinem Hattrick und dem Endstand von 3:6 verwandelte. Ein 6:6 wie in Hayn wurde es dann leider nicht mehr – dazu war Mansfelder Grund einfach zu schwach. In jedem Fall war das aber ein sehr ansehnliches Spiel!  
Mangels guten Kartenmaterials und Beschilderung wurde die angedachte Abkürzung über Feldwege von Kreisfeld über Annarode und Gorenzen nach Wippra zu einem Umweg über Blankenhain (also wer von Kreisfeld nach Wippra landschaftlich schön abkürzen will, der fährt bitte nach GPS: war schon blöd, plötzlich mitten auf einem Feld oberhalb von Blankenhain zu stehen...), aber rechtzeitig kamen wir trotzdem noch in die kleine Ortschaft im Südharz, wo wir letzthin einmal Skispringen gesehen hatten...

Immer auf den kleinen grün-gelb-weißen Pfeil „Sportplatz“ achten, dann findet man über einen Schotterweg zum Schwimmbad auch hin. Von bewaldeten Höhenzügen umgeben und der Wipper, einen idyllischen Bach umflossen liegt der Sportplatz auf einer Wiese in Sichtweite des eigentlichen Ortes. Dass der Verein „Grüne Tanne“ heißt, ist schon sehr originell: allerdings waren mehr andere Bäume im Umfeld der Sportanlage als grüne Tannen. Blaue Tannen zum Beispiel... Was auch originell in Wippra ist, ist die Tribüne mit ganzen 12 Sitzplätzen, die sich auf drei Holzbänke verteilen, die mit Wellblech und mit Fußballbildern bemaltem Holz überdacht sind.

Die Reserve von Grüne Tanne wurde gerade so voll – die Spieler 10 und 11 kamen als der Schiri schon anfangen wollte noch ohne Aufwärmen auf den Platz – die SG Breitunger Grund trat nur mit 10 Leuten an und verlor, nachdem sie schnell in Führung gegangen waren, nach nur 15 Spielminuten bei einem Zweikampf direkt vor dem Ausgleich, einen ihrer Spieler der sich das Bein verdreht hatte. Aber selbst zu neunt kamen sie nach dem zweiten Gegentor, einem schönen Volleyschuss noch zum Ausgleich. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte konnte Wippra II das Spiel für sich entscheiden: 5-2 bei Pause.

Nach der Pause setzte sich das sehr einseitige, niveauarme und temposchwache Spiel zugunsten der Wippraer fort. Also ob die gegen 11 Breitunger so erfolgreich gewesen wären, wie gegen 9, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls hielt Breitungen bis zur 89. das Ergebnis einstellig, kassierte dann aber in der 90. Minute das zehnte Tor. Im Gegensatz zum insgesamt wirklich guten Spiel in Kreisfeld war dieser Kick in Wippra nur aufgrund der idyllischen Spielstätte und v.a. der vielen Tore lohnend.  
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Am Sonntag ging es früh nach Mansfeld: schon um 9.30 wurde in Benndorf gekegelt – und zwar nach Mansfelder Art. Die Sportanlage des TSV 1884 Benndorf ist eine der schöneren Anlagen fürs Platzbahnkegeln: zwischen einer Wiese, die wohl mal ein Fußballplatz war, einem Vereinsheim und Kleingärten wurde die Platzbahn angelegt: Anzeigetafel, Sprecherkabine, mit Kunststoffwellplatten überdachte Holzbänke, überdachte Mannschaftsbänke aus Holz, originelle Kegelbilder – alles da!

Erstmals guckten wir Platzbahnkegeln unterhalb der 1. Liga – heute auf der zweiten von drei Ebenen, um genauer zu sein. Beide Kontrahenten haben eine allenfalls durchschnittliche Mittelfeldbilanz vorzuweisen, wobei der Gastgeber – Benndorf III – im Vorfeld als stärker eingeschätzt wurde, als Siebigerode III. Es zeichnete sich auch bereits nach den ersten drei Spielern ab, dass diese Einschätzung richtig sein sollte. Im ersten Durchgang hatte nur der schwächste Benndorfer einen niedrigeren Wert erzielt, als der beste Siebigeröder. Im zweiten Durchgang erzielten die meisten Benndorfer zwar weniger Holz als mit ihrem ersten Versuch, was bei Siebigerode genau umgekehrt war, wo sich vier Spieler verbessern konnten. Aber selbst mit diesen Verbesserungen erzielte noch jeder Benndorfer mindestens ein Holz weniger als der beste Siebigeröder. Der Abstand war ohnehin bereits zu groß, sodass nach 43 Holz Rückstand bei Pause ein Unterschied von 61 Holz zu Buche stand.  
Wir fuhren weiter nach Eisleben und aßen dort mangels Alternativen in dem versifften und von den tollsten Asikindern besuchten Alanya-Grill, fuhren über Oberrißdorf – das schön auf dem Berg oberhalb von Eisleben liegt und eine schöne Dorfkirche und einen verrotteten Fußballplatz hat – nach Hedersleben. Die Dorfkirche dort ist in sehr schlechtem Zustand, noch schlimmer sieht die Schule aus. Jahrelang hatte Hedersleben nur einen Kleinfeldfußballplatz und eine Sporthalle – die beiden Anlagen sind hinter der Schule gelegen und völlig verrottet.

Da wir davon ausgingen, dass Hedersleben immer noch über keinen Sportplatz verfügt, der für den Ligenbetrieb geeignet wäre, fuhren wir nach Dederstedt weiter, wo bis zur letzten Saison auch – da Dederstedt wohl nie einen eigenen Verein hatte – der Hedersleber SV 1994 kickte. Dieser HSV 94 ist nicht zu verwechseln mit dem HSV 31, dem Hederslebener SV 1931 aus dem Landkreis Harz.

Wie auch immer: der mittlerweile asphaltierte Sandweg, der südlich zum Laweke-Bach verläuft, brachte uns schnell zum landschaftlich schön gelegenen Sportplatz Dederstedt, der immer für seine gute Sicht aufs Spielgeschehen – also wenn man von dem gewaltigen Hügel vor der verfallenen LPG hinter dem einen Tor aus zuschaut – bekannt war. Dort wuchs allerdings schon eine kleine Pappel aus der einen Wechselbank und das halbwegs gepflegte Gras war nicht richtig abmarkiert. Niemand da, aber immerhin ein Aushang, der auf dem Sportplatz Hedersleben verwies.

Wir stellten dann fest, dass in der einzigen Ecke des Dorfes, die wir vorhin nicht besucht hatten, dieses Jahr auf einer Wiese eine Sportanlage mit einem Großfeld und einem Kleinfeld-Trainingsplatz angelegt wurde. Alles sehr spartanisch – die beiden Plätze durch eine Bande getrennt, ein paar Holzbänke stehen herum, vor einem Auto wird etwas zu Essen verkauft... Aber ein Vereinsheim haben sie immerhin schon: es befindet sich auf dem Gelände, auf dem sich auch die Fußballwiese befindet, dem Schweineprojekt Hedersleben. So ein Dorfplatz zwischen Biogasanlage, Schweinemast, Landmaschinen und Kuhställen hat schon was. Auch wenn der Platz nur eine ausbautenlose Wiese ist, in deren Hintergrund sich Hügel und eine Abraumhalde auftürmen...

Allerdings haben die schon irgendwo ein Ei am Wandern, da in MSH für so einen Kreisklassekick 1,50€ haben zu wollen. Wie so oft in diesem spielschwachen Landkreis war das Spiel selbst auch wenig lohnend: Hedersleben spielte engagiert und offensiv, während die II. Mannschaft von Traktor Sandersleben eigentlich nur Scheiße kickte. Mit zunehmender Spielzeit und nachdem sie durch einen Torwartfehler mit 1:0 ins Hintertreffen geraten waren, ging auch die ständige dumme Meckerei am Schiedsrichter los. Der Alte hatte aber die Ruhe weg und verteilte nur zum Ende hin an die drei Trottel in der Traktorenabwehr gelbe Karten: die haben hinten fünf Gegentreffer – von denen aber v.a. das 2:0 und 3:1 sehr gut gemacht waren – nicht verhindern können und ärgern sich über die völlig unfähigen Mitspieler in der Offensive, aber lassen das dann am Schiedsrichter aus...

Dieses Wochenende in Mansfeld-Südharz war jedenfalls recht lohnend trotz des durchwachsenen Spielniveaus, da man interessante Provinzfußballplätze und das einmalige Platzbahnkegeln besuchen konnte!  
Statistik:
- Grounds: 1.162 (Sa. 1 u. So. 2 neue; diese Saison: 8 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.125 (Sa. 2 u. So. 2; diese Saison: 13)
- Tageskilometer: 330 (Sa. 180km u. So. 150km Auto)
- Saisonkilometer: 2.170 (2.050 Auto/ 120 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

Freitag, 8. August 2014

W419IV: 19 Tore in 3 Spielen und Leunas Siege werden immer höher...

SV Germania Schafstädt AH ............................................ 2
TSV Leuna 1919 AH .......................................................... 8
- Datum: Freitag, 8. August 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: Spielabbruch wegen sportlicher Überlegenheit beim Stande von 2-8 nach 63 Min. (36/27) – Halbzeit: 2-3
- Tore: 1-0 10. Nr. 17, 1-1 19. Mario Melchior, 1-2 22. Ingo Witzel, 1-3 25. Ingo Witzel, 2-3 29. Nr. 7, 2-4 39. Ingo Witzel, 2-5 48. Mario Melchior, 2-6 53. Mario Melchior, 2-7 59. Carsten Franke, 2-8 63. Rene Schmidt
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Germania Stadion (Kap. 2.000 davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Tolles Spiel der Leunaer!)  
Photos and English Commentary:
Veterans Friendly Match: Germania Schafstädt lost to TSV Leuna 1919

Die Leunaer Alten Herren traten diesen Freitag in Schafstädt an. Die gastgebende Germania schien nicht in Bestbesetzung angetreten zu sein, doch hatte einen guten und offensiven Start. Nach 8 Minuten hatten sie allerdings die Hilfe des eher mäßigen Schiedsrichters auf ihrer Seite, als ein durch einen katastrophalen Torwartfehler hinter der Linie gelandeter Freistoß von ihm völlig zu Unrecht aberkannt wurde. Kurz darauf ging Schafstädt in Führung, als eine Flanke in die Spitze aus 15m Entfernung gegen die Laufrichtung von Thomas Hähnel im Leunaer Tor verwandelt wurde.

Nach einer Viertelstunde riss Leuna dann aber das Spiel an sich und Mario Melchior konnte nach weniger als 20 Minuten mit seiner erst zweiten Chance den Ausgleich markieren. Innerhalb von drei Minuten hatte Ingo Witzel dann mit starken Sturmläufen und souveränen Abschlüssen die Vorentscheidung erzielt. Mit einem Schuss aus 14m gegen den Innenpfosten verkürzte Schafstädt dann noch einmal, ehe es eine derbe Klatsche in Hälfte zwei gab.

Nach dem Seitenwechsel war von den Gastgebern kaum noch etwas zu sehen, während Ingo Witzel und Mario Melchior ihre hervorragenden Einzelleistungen mit den Toren zu ihren beiden Hattricks krönten. Carsten Franke sorgte dann innerhalb einer einzigen Minute für zwei geniale Szenen: erst wurde er im Fünfmeterraum vom Spielball gefoult, dann hämmerte er die Kugel mit dem nächsten Anlauf unter die Latte zum 2:7.

Den Torschützen des letzten Treffers des Tages habe ich nicht so genau gesehen, aber ich glaube, das war schon wieder der, der mich vor dem Spiel auf einen tatsächlichen und einen vermeintlichen Fehler in meinem Bericht vom letzten Freitag hinwies. Der Torschütze im Bericht vom 1.8. wurde jedenfalls jetzt korrigiert, aber den Endstand habe ich schon vorher richtig wiedergegeben: es war ein 6:1 für Leuna. In der Vorwoche war es übrigens ein 5:1 und nach diesem 8:2 heute, kann man nur sagen: mit 19 Toren in drei Spielen gut eingeschossen für den starken Kontrahenten, der am 15.8. auf die Leunaer wartet; den BSV Ammendorf!  
Statistik:
- Grounds: 1.158 (heute kein neuer; diese Saison: 5 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.121 (heute 1; diese Saison: 9)
- Tageskilometer: 40 (40km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 1.840 (1.720 Auto/ 120 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 103 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

W419III: Nachbarschaftsduell zur Saisonvorbereitung im Wyhratal

BSV Einheit Frohburg ....................................................... 5
Fortuna Neukirchen ........................................................... 2
- Datum: Donnerstag, 7. August 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Muldental/ Leipzig Land (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Kreisliga A Muldental/ Leipzig Land, West (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 35. Stefan Odenaus, 1-1 38. Philipp Jacob, 2-1 40. Philipp Jacob, 3-1 48. Andre Spranger, 4-1 56. Philipp Jacob, 5-1 66. Florian Schütze, 5-2 81. Tony Jacob
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportzentrum Frohburg, Werner-Seelenbinder-Stadion (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, streckenweise etwas einseitiges Testspiel)  
Photos and English Commentary:
a) Pre-Season Friendly Match: Einheit Frohburg defeat Fortuna Neukirchen 
b) Sightseeing: Neukirchen-Wyhra Factory and Church, Frohburg Old Town 

Donnerstag reichte die Zeit, um abends noch mal nach Sachsen zu fahren und sich nach einem kurzen Zwischenstopp in Neukirchen-Wyhra (dort gibt es ein saniertes Brikettwerk und eine ältere Kirche mit Dachreiter statt Turm) erst die Altstadt mit ihren Bürgerhäusern und der für die Region typischen Kirche mit rot-weißen Steinen, und dann das Stadion von Frohburg anzuschauen.

Das südliche Umland von Leipzig ist nicht unbedingt attraktiv was Groundhopping angeht, aber das Stadion in Frohburg schien interessant, da es trotz ordentlicher Ausbauten lange kein Interesse der Groundhopper auf sich gezogen hatte. Nur bei den Dresdnern fanden sich Bilder dieser Anlage. Also wie auch immer: dieses Testspiel bot sich da halt an. Zu Gast war der Verein aus dem zuvor von uns besuchten Dorf, die 4km nördlicher und eine Klasse tiefer kickende Fortuna Neukirchen.

Zum einen lohnte in der Tat das Stadion das Kommen, da eine Längsseite mit einer dreireihigen Stehtribüne mit überdachtem Sektor in der Mitte ausgebaut ist. Die andere Gegenseite hat einen Graswall und während hinter dem einen Tor nur Birken zum angrenzenden Reitplatz stehen, stehen hinter der anderen Längsseite das recht große Vereinsheim mit Terrasse und schräg daneben auch eine Stele mit Werner Seelenbinder Bildnis sowie eine Hecke, die genauso geschnitten wurde, dass eine Parkbank in die Lücke im Gestrüpp passt.

Dass die Sportanlage nach Werner Seelenbinder heißt, schien mir Hohn und Spott zu sein, als ich Mitglieder des Frohburger Vereins erstmals in Aktion gesehen hatte – ich sage nur Kreisligakrawall zum Männertag – aber heute verhielten sich nicht nur die gar nicht mal so wenigen Zuschauer absolut fair, sondern auch die Spieler. Als Ortsfremder wurde man von manchen sogar höflich gegrüßt.

Das Spiel selbst war ein sehr sehenswertes. Es gab wenige Fouls und kaum Gemecker, dafür umso mehr Torchancen. Beide Mannschaften, auch der Klassentiefere aus Neukirchen, gingen erfreulich hohes Tempo. Von den Spielen im sehr niveauarmen Muldentalkreis war es das beste, das ich bisher zu sehen bekam. Mit ihrem fünften Angriff ging der Gast in Führung, doch nur wenige Minuten später glich Frohburg aus. Zwei Minuten darauf brach wieder ein Stürmer der Frohburger durch die Abwehrreihen der Gäste, der wurde dann vom Torhüter gelegt, aber sofort darauf netzte ein Mitspieler ein, sodass der Schiri richtigerweise Vorteil laufen ließ.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich das Spiel etwas einseitig; der Klassenunterschied trat jetzt ziemlich deutlich hervor. Nach zwei Treffern aus kurzer Entfernung, setzte Frohburg noch einen drauf mit einem Heber aus 20m. Erst in der Schlussphase gelang Neukirchen ein weiterer Treffer, sodass das Ergebnis für sie angenehmer aussah.
Für nur 1€ Eintritt bekamen wir also ein richtig schönes Spiel geboten!  
Statistik:
- Grounds: 1.158 (heute 1 neuer; diese Saison: 5 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.120 (heute 1; diese Saison: 8)
- Tageskilometer: 160 (160km Auto)
- Saisonkilometer: 1.800 (1.720 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 102 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

Donnerstag, 7. August 2014

W419II: Die Burg und der FSV Kriebstein

SV Aufbau Waldheim II .................................................... 2
FSV Kriebstein 1998 .......................................................... 0
- Datum: Mittwoch, 6. August 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Kreisliga B Muldental/ Leipzig Land, Ost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga) gegen 1. Kreisklasse Mittelsachsen, Nord (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 58. (7), 2-0 90. (7)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion Massanei (Kap. 2.060 davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon vllt. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Nach beschissener erster Hälfte entwickelte sich ein ansehnliches Spiel, das Waldheim mit viel Glück gewann)  
Photos and English Commentary:
a) Pre-Season Friendly Match: Aufbau Waldheim Reserves defeat FSV Kriebstein
b) Largest Castle in Central Saxony: Burg Kriebstein and Waldheim Old Town 

Auch an diesem Nachmittag war Luft für ein abendliches Fußballspiel, diesmal in Mittelsachsen. Vorher schafften wir es auch noch vor Schließung des Museums in die Burg Kriebstein zu gelangen. Die in vielen Epochen umgebaute und überarbeitete Burg ist eine der komplettesten, schönsten und spektakulärsten in Sachsen und ganz Deutschland. Hoch oberhalb des bewaldeten Flusstales der Zschopau thront die Anlage auf einem Felsen. Die vielen verschiedenartig gestalteten Türme auf den unterschiedlich hohen Gebäudetrakten machen schon von außen viel daher, doch die Innenräume sind teilweise noch sehenswerter: insbesondere jene, in denen die aufwändigen Deckenmalereien rekonstruiert worden. Weniger die Ausstellungsstücke als vielmehr die tolle Gestaltung (z.B. die Bemalung der Kapelle oder die Deckenverzierung und Bleiglasfenster in dem Turmzimmer oberhalb des Eingangstores) rechtfertigen die 6€ (ermäßigt 3€) Eintritt.

4km nördlich von Kriebstein liegt Waldheim, eine landschaftlich schön gelegene und baulich nicht uninteressante Kleinstadt. Es gibt eine auffällig große und hohe, aber etwas schmucklose Kirche, ein aufgrund der Größe beeindruckendes Rathaus aus dem späten 19. Jahrhundert, ein paar schön gestaltete Bürgerhäuser, die kaum älter als das Rathaus sind und schließlich auch noch das Schloss mit angrenzender Kirche, das aufgrund seiner Nutzung nur von außen besichtigt werden darf: es befindet sich nämlich nach wie vor ein Gefängnis in diesem größten und auch architektonisch schönsten Gebäude der gesamten Stadt Waldheim!

Bekannt ist Waldheim leider nur durch das eben beschriebene Zuchthaus, v.a. da dort die berüchtigten Waldheimer Prozesse, bei denen mehrere tausend Personen zu hohen Zuchthausstrafen und ein paar wenige Kriegsverbrecher und Massenmörder, die bei der Urteilsvollstreckung mangels Henker von Justizbeamten oder Polizisten erwürgt oder erdrosselt worden sein sollen, verurteilt wurden, stattfanden. Diese Prozesse gegen nationalsozialistische Verbrecher und Mitläufer werden im Allgemeinen als Schauprozesse beurteilt. Sie wurden später vom vereinigten Deutschland unnötigerweise auf ihre jegliche Rechtsstaatlichkeit entbehrende Abschreck- und Rachefunktion der nicht minder verbrecherischen Sowjetmacht, die diese Prozesse 1950 organisiert hatte, reduziert, anstatt auch ihre positive Wirkung, nämlich die Eliminierung gefährlicher Subjekte aus der fragilen Nachkriegsgesellschaft, zu würdigen. Jedenfalls schade, dass ein idyllischer und ansehnlicher Ort wie Waldheim nur mit diesen strafrechtlichen Sachen bekannt wurde...  
Waldheim hat drei Fußballplätze zu bieten, wobei zumeist auf dem Sportplatz Hauptstraße gekickt wird. Regelmäßig finden auch Spiele im Stadion Massanei, etwas außerhalb der eigentlichen Stadt, zwischen Feldern und Wäldern am Rande einer Streusiedlung mit eben jenem seltsamen Namen Massanei, statt. So auch heute.

Die vier großen Stehstufen vorm Schützenhaus füllten sich noch spärlicher als die Reihe leicht angemoderter Bänke rechts des massiven Sprecherturms, da nur die Zweite Mannschaft im weitläufigen und von Bäumen umgebenen Rund auflief. Passend zu unserem Besichtigungsprogramm war der Gegner aus dem zur Burg Kriebstein gehörigen Dorf gleichen Namens. Zu Kriebstein gehören mehrere kleine Dörfer und außer im Ortsteil Ehrenberg (2km südöstlich der Burg bzw. 3km vom eigentlichen Ort aus) ist kein Platz für einen Fußballplatz.

Die erste Halbzeit sollte man eigentlich gar nicht beschreiben, da diese Scheiße, die Waldheim II da zeigte, nichts mit Fußball zu tun hatte und die Jungs aus Kriebstein mir mit dem kläglichen Vertendeln ihrer wirklich guten Ansätze auf die Nerven gingen.
Nach der Pause besserte sich das Spiel erheblich, wobei bis zur 60. Minute Kriebstein völlig hinten rein gedrängt wurde. Nach einem Abseitstreffer ging Aufbau Waldheim auch tatsächlich in Führung. Kriebstein setzte den Ball dann noch zwei Mal an die Latte und verzweifelte bei Szenen wie jener, als sie fünf Mal in 15 Sekunden aufs Tor schossen und letztlich doch nur eine Ecke dabei heraussprang, an Schlussmann und Verteidigung. In der letzten Minute setzte der Waldheimer Torschütze auch noch einen drauf: bei ihm ging der Ball an den Innenpfosten und rein – bei einem Kriebsteiner wäre er garantiert wieder herausgesprungen...  
Statistik:
- Grounds: 1.157 (heute 1 neuer; diese Saison: 4 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.119 (heute 1; diese Saison: 7)
- Tageskilometer: 260 (260km Auto)
- Saisonkilometer: 1.640 (1.560 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 101 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

Mittwoch, 6. August 2014

W419I: Erster Saisonsieg für Erfurt

Fußballclub Rot-Weiß Erfurt ............................................ 3
Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 II ................. 1
- Datum: Dienstag, 5. August 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Spielklasse, 3. Profiliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 38. Kevin Möhwald, 2-0 40. Rafael Czichon (Handelfmeter), 2-1 51. Marco Grüttner, 3-1 79. Simon Brandstetter
- Verwarnungen: Stefan Kleineheismann, Kevin Möhwald, Christian Falk, Sebastian Tyrala (RWE); Odisseas Vlachodimos, Tobias Rathgeb (VfB II)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Steigerwaldstadion (Kap. 17.500 davon 6.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.000 (Gästefans: ca. 5, zahlende Zuschauer: 4.618)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ansehnliches Spiel mit einigen Durchhängern)  
Photos and English Commentary:
a) German 3rd Professional Division: Rot-Weiß Erfurt defeat VfB Stuttgart Reserve
b) Erfurt Old Town: Pictures taken in 2007
c) Palaces near Erfurt: Willrode Palace

Nach getaner Arbeit zum Fußball – immer gut, sowas! Als Erfurt noch 2. Bundesliga war, hatten wir mal ein Spiel gegen Schweinfurt besucht. Das ist gut 10 Jahre her – Zeit also, diesen Ground auch mal zu fotografieren. Einen Abstecher zum Schloss Willrode, einem etwas seltsamen Wasserschloss mit auffälliger Kapelle, das auch als „Fortshaus Willrode“ bezeichnet wird, da das Forstamt von Thüringen dort untergebracht ist, machten wir noch vorher. Gegen 18 Uhr waren wir dann an der Kasse, wo wir die günstigsten Karten (11€, ermäßigt 9,50€ für Stehplätze) holten.

Noch ist das Steigerwaldstadion eines der schönsten Stadien im deutschen Profifußball. Das als „Mitteldeutsche Kampfbahn“ (damals lag Erfurt aber wirklich noch in Mitteldeutschland) eröffnete Stadion hat nach wie vor sein markantes Marathontor, das auffällige Segeldach über der nur 4.000 Sitzplätze fassende Haupttribüne und die schönen Kunststoffbänke mit Lehne auf der Gegengeraden. Die Kapazität ist derzeit auf 17.500 begrenzt, wobei mehr als 10.000 auf Stehplätze entfallen und diese 17.500 Zuschauer in früheren Jahrzehnten (bei Länderspielen der DDR gegen Marokko und Polen oder auch bei Oberligabegegnungen von Turbine Erfurt und dann ab 1966 dem Turbine-Nachfolger Rot-Weiß Erfurt) mit Rekorden von an die 48.000 Zuschauer weit überstiegen wurde.

Die Zeiten, in denen RWE ein sehenswertes Stadion mit ungewöhnlicher Architektur hatte, dürften in jedem Fall vorbei sein. Statt die Anlage beizubehalten und vorhandene bauliche Mängel (wo sollen die eigentlich sein?) zu reparieren, was selbst für die für den RWE unerreichbare 1. Liga reichen würde, sollen schweineteure Dächer und Sitzschalen zur Eintrittspreissteigerung auf jede Tribüne geklatscht werden. Noch hat der Umbau zwar nicht begonnen, aber die Petition gegen diese Schwachsinnsaktion ist kläglich gescheitert, da sie von den dummen Freien Wählern organisiert wurde und fast nur von Idioten unterstützt wurde, die behaupten, dass die Infrastruktur soooooo schlecht sei und man alles Geld darein stecken müsse oder die in die Nähe einer Sportstätte ziehen und sich dann über Lärmbelästigung durch Sportveranstaltungen beschweren. Wichtiger ist da, dass erhebliche Teile der Fanszene sich an der Umbauplanung beteiligen, indem sie fordern, wenigstens das Marathontor und die Stehplätze zu erhalten oder nicht eine XY-Arena zu konstruieren, sondern den Namen „Steigerwaldstadion“ beizubehalten.

Die angesprochene Fanszene ist nicht unbedingt zahlreich oder stimmgewaltig, aber locker 6.000 Zuschauer an einem Dienstag gegen eine Drecksmannschaft wie Stuttgart II, die eine einstellige Zahl von Gästefans mitbringt: das müssen andere Drittligisten erstmal nachmachen! Und in Form der gut 300 Ultras, die sich seltsamerweise auf der vom Marathontor aus rechten Seite der Haupttribüne platzieren, ist der Erfurter Anhang recht gut hörbar, ausdauernd und melodisch. Wenig melodisch war das derbe Gepöbel der besoffenen RWE-Fans hinter uns auf den Stehplätzen: „Maaaaaaaannnn, deine Eltern sind Geschwister du Wichser!“, „Die Schwaben-Nutte... Lass ihn liegen, Scheiße tritt sich fest“ oder „brich dem Schwanzlutscher die Beine“ – da ist doch echtes Fairplay...

Beim Spiel handelte es sich um das Aufeinandertreffen des Viertletzten (ein Punkt aus zwei Spielen) und des Letzten (zwei Niederlagen). Dass dieses scheiß VfB Stuttgart II in dieser Liga mitspielen darf, ist sowieso der Dummheit von DFB und DFL geschuldet, die mit hirnverbrannter Beharrlichkeit das System der Reserveligen, dass u.a. die häufige Wettbewerbsverzerrung durch den exzessiven Einsatz von Spielern der Ersten Mannschaften bedeutungslos macht, ablehnt. Aber die Süddeutschen spielten auch über weite Strecken nicht besonders gut, sodass sie bestenfalls wenigstens aus der 3. Liga absteigen nach dieser Saison. Erfurt konnte aber lange nicht aus den Stuttgarter Schwächen Kapital schlagen. Erst wenige Minuten vor der Pause gelang im dritten Anlauf mit einem Halbvolleyschuss aus einiger Entfernung ins Eck das 1:0. Kurz darauf ein Handspiel im Strafraum und der fällige Elfer wurde rechts oben im Winkel versenkt. Nach der Pause ein kurzes Aufbäumen der Schwaben, doch nach dem 2:1 Anschlusstreffer nahm Erfurt das Heft in die Hand, hatte Pech als ihnen ein klarer Elfmeter verwehrt wurde (Tätlichkeit des bescheuerten Griechen im Stuttgarter Tor) und konnte 15 Minuten vor dem Abpfiff mit dem direkt aus der Luft genommenen und aus Nahdistanz unter dem Torwart durchgeschossenen 3:1 alles klarmachen.

Den Rückweg legten wir über die Landstraßen: bei einer ab Ollendorf freier Strecke waren die 105km in weniger als 90 Minuten zu schaffen.
Wir hatten übrigens am Vortag auch in Erwägung gezogen, vom Chemnitzer Stadion an der Gellertstraße neue Fotos (meine sind 9 Jahre alt) zu machen – aber gut, dass wir nicht das 0:0-Gekicke gesehen haben, sondern dieses noch recht ansehnliche RWE-Spiel!  
Statistik:
- Grounds: 1.156 (heute kein neuer; diese Saison: 3 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.118 (heute 1; diese Saison: 6)
- Tageskilometer: 240 (240km Auto)
- Saisonkilometer: 1.380 (1.300 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 100 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

Montag, 4. August 2014

W418V: Landesliga-Sonntagsspiel; das Stendaler Kreisderby in Bismark

TuS Schwarz-Weiß Bismark .............................................. 4
FSV Saxonia Tangermünde ............................................... 2
- Datum: Sonntag, 3. August 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-2
- Tore: 0-1 1. Erik Teege (Foulelfmeter), 1-1 24. Carlo Rämke, 2-1 38. Carlo Rämke, 2-2 42. Benjamin Arlt, 3-2 52. Michael Metzger, 4-2 75. Carlo Rämke
- Verwarnungen: Christoph Grabau (Bismark); Marcus Preuss, Martin Gödecke (Tangermünde)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Waldstadion Bismark (Kap. 2.000 davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 500 (Gästefans: ca. 80, zahlende Zuschauer: angeblich nur 258)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes und unterhaltsames Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Altmark Region: TuS Schwarz-Weiß Bismark defeated FSV Saxonia Tangermünde in the Stendal Disrict Derby of the 2nd Amateur Divison of Saxony-Anhalt
b) Altmark Region: Heinrichshorst Palace, Angern Palace, Tangermünde Church, Darnewitz Church & Boulders Collection, Bismark Churches, Könnigde Village, Klinke Ground, Vinzelberg Palace
c) More Pictures from Tangermünde: Old Town and Castle (photos taken in 2008)
d) Pictures from Stendal: Old Town (photos taken in 2008)
e) Stendal Region: Megalithic Tomb Steinfeld, Schönfeld Palace & Churches (taken in 2009) 

Mit Zwischenstopp in Staßfurt ging es in die Altmark, die an diesem Sonntag ein Kreisderby in der Landesliga bereithielt. Zuerst schauten wir uns auf dem Weg liegende Sehenswürdigkeiten an: Versteckt im Wald bei Angern liegt das kitschige Jagdschloss Wilhelmshorst, das von einer belgischen Künstlerfamilie renoviert wird. Die Fortschritte sind dabei beachtlich! Im benachbarten Angern ist das Schloss weniger spektakulär und ebenfalls privat genutzt: der Zustand ist wirklich sehr gut, nur ist die fehlende Ausschilderung eine Frechheit. Zum mittlerweile zweiten Mal kamen wir in die sehr sehenswerte Kleinstadt Tangermünde. Diesmal war auch die Kirche offen, sodass ich neue Fotos von der historischen Stadt an der Elbe on stellen konnte. Weiter ging es nach Schönfeld, wo das Tor des Neobarock-Schlosses mit einem Fahrradschloss verschlossen war. Als wir 2009 dort waren, konnte man herein, obwohl das Restaurant bereits bankrott war. Auch der Puff, der daraufhin einzog, war bald dicht. Da läuft also leider einiges schief. Im benachbarten Steinfeld liegt auch 2014 noch ein eindrucksvolles Hühnengrab und mit Steinen hat man es auch in Darnewitz, wo man einen Findlingspark angelegt hat. Die Kirche des Dorfes befindet sich etwas außerhalb.  
Schließlich am Tagesziel Bismark angekommen, besuchten wir die beiden sehenswerten Kirchen – eine in sehr gutem Zustand am Markt und die andere steht als Ruine (nur der Turm ist noch da, dafür wurde er aufwendig saniert) herum – und gingen dann ins Stadion. Die Eintrittspreise sind niedrig – 3€ und dann auch noch weitreichende Ermäßigungen, wobei 1€ Frauenrabatt unzeitgemäßer Schwachsinn ist. Wenn ich sehe, wie man in weiten Teilen Sachsen-Anhalts mittlerweile abgezockt wird (2,50€ Kreisoberliga, 3,50€ Landesklasse, 4€ und mehr für Landesliga, was sich teilweise auf Westniveau bewegt), lob ich mir das aber!

Die Anlage macht insgesamt einen sehr guten Eindruck: ein schönes Eingangstor mit Schriftzug vor dem Parkplatz, dann der eigentliche Eingangsbereich neben den Tennisplätzen, der ein nettes Design mit Fußballfeld aus Blech trägt, dahinter eines der besten Kassenhäuschen, das ich je gesehen habe: eine große Hütte mit Säulen davor! Nur das Sportlerheim ist etwas hässlich geworden und die Größe der Ausbauten lässt zu wünschen übrig: die drei Nebenplätze haben gar keine Tribünen und auch der Hauptplatz nur vier Sitzreihen mit Holzbänken auf einer Seite. Hinter den Toren fallen noch die Anzeigetafel und die Gedenktafel für Werner Seelenbinder auf. Die gesamte Sportanlage macht auch ihrem Namen alle Ehre: das Waldstadion Werner Seelenbinder liegt wirklich in einem dichten Waldstück mit überwiegend Kiefern.

Fast 500 Zuschauer wollten dieses wenig stimmungsvolle aber spielerisch sehr gute und sehenswerte und auch umkämpfte Altmarkderby sehen. Trotz ekelhaft schwülem Wetter ging es von der ersten Minuten an offensiv zur Sache: nach 30 Sekunden ein nicht ganz so offensichtliches Foul an einem Tangermünder im Strafraum und der Schiri pfiff gleich Elfmeter. Jedenfalls sicher keine falsche Entscheidung, auch wenn die Szene mit dem Rempler abseits des Balles ziemlich seltsam war. Der Elfer wurde halbhoch gegen die Laufrichtung des Bismarker Torhüters verwandelt. Bismark kam jedoch zurück und profitierte dabei nicht einmal von den zwei, drei Fehlentscheidungen zu ihren Gunsten. Mit einer guten Kombination im Strafraum und einem herausragend geschossenen Freistoß in den langen Winkel setzte sich gleich der beste Spieler auf dem Platz entscheidend in Szene.

Vor dem Seitenwechsel gab es trotzdem noch den Ausgleich für Tangermünde. Die Gäste hatten nach der Pause allerdings deutlich weniger Spielanteile, zu wenig funktionierendes Mittelfeldspiel und kassierten schnell einen dritten Treffer. Die Entscheidungen setzte dann wieder Sportfreund Rämke, der mit diesem Hattrick wirklich seine Klasse herausstrich. Ohne die geschlossene Mannschaftsleistung wäre er sicher erfolglos, aber so verhalf er Schwarz-Weiß Bismark entscheidend mit zum Derbysieg.  
Nach diesem wirklich sehr lohnenden Spielbesuch gurkten wir noch etwas durch die Altmarkprovinz. Besonders Könnigde machte einen guten Eindruck – angenehme, hügelige und von Wäldern durchzogene Landschaft, eine typische Feldsteinkirche, ein Findling mit Ortswappen und dann auch noch ein schöner, gepflegter Kleinfeldfußballplatz: da haben wir doch gleich mal den Ball rausgeholt...

Der Platz im benachbarten Klinke lud ja nicht so zum Bolzen ein, bei einer Grashöhe von 50cm. Der Verfall der angrenzenden Gebäude war noch eindrucksvoller als die Grashöhe. Außerdem hielten wir noch in Vinzelberg, wo ein wenig sehenswertes aber sehr sinnvoll als Behindertenwohnheim genutztes Schloss steht. Vor der Wohnanlage ist auch das Ortswappen in Groß zu sehen: die ortsansässige Adelsfamilie hatte wohl einige Leute auf Kreuzzug geschickt, sodass ein Dromedar als Wappentier gewählt wurde...

Zum Abschluss des Tages gingen wir noch zu Aldos Pizzeria in Staßfurt: sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wie immer – voll wie selten! Also die Pizzeria war voll...  
Statistik:
- Grounds: 1.156 (heute 1 neuer; diese Saison: 3 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.117 (heute 1; diese Saison: 5)
- Tageskilometer: 460 (460km Auto)
- Saisonkilometer: 1.140 (1.060 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 99 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 418

Samstag, 2. August 2014

W418IV: Wieder eine knappe Niederlage in Reußen

Sportgemeinschaft Reußen ................................................ 2
TSV Leuna 1919 .................................................................. 1
- Datum: Samstag, 2. August 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 23. Daniel Weimann, 2-0 74. Mirco Punde, 2-1 89. Elia Wilke
- Verwarnungen: Thomas Brandt, Martin Smolinski (Reußen), Peter Gühne (Leuna)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Reußen (Kap. 700, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)  
Photos and English Commentary:
Amateur Football League: SG Reußen defeat TSV Leuna

Zum Eröffnungsspieltag der Landesklasse Staffel 6 reiste Leuna nach Reußen. Als ich den TSV das letzte Mal (31.3.2014, d.h. in der Rückrunde der Vorsaison) auf dem Dorfanger dieses Kaffs bei Landsberg gesehen habe, verloren sie knapp mit 1:0 gegen deutlich bessere Reußener. Im Gegensatz zu einem Vereinskameraden, der sich von seinem Vater erfolglos über Handy nach Reußen leiten lassen wollte und irgendwo auf der Autobahn Richtung Berlin umdrehte, fanden mein Vater und ich den Weg schnell und problemlos: der Schnitt von 20,5 km/h war auch sportlich gut.

Bei der Hitze war die Leistung der beiden Mannschaften dann aber doch sportlich noch besser – aber leider sollte Leuna auch mit dieser deutlich anders aufgestellten Mannschaften nicht erfolgreicher sein als beim letzten Aufeinandertreffen: wieder eine Niederlage mit einem Tor! Der Eintritt kostete übrigens auch wieder angemessene 2,50€ und wieder war es Reußen, das früh in Führung ging. Da am Abwehrverhalten rumzumeckern, wäre aber unangemessen: der Schuss war sehr gut vorgelegt und unhaltbar abgefeuert. Allerdings war das mehrfache Durchbrechen der Leunaer Abwehr, das Torwart Golloiuch mehrfach klären und einmal sogar der Pfosten retten musste, von den Verteidigern nicht gut gelöst.

Nach der Pause hatte Leuna mehr vom Spiel, wobei die Chancen nun etwa gleich verteilt waren. Reußen erzielte mit einem Kopfball dann aber die Vorentscheidung, kurz nachdem Gago Ibrahim eines von mehreren Fouls gegen ihn wegstecken musste. Dieses Foul führte allerdings zu einem Elfmeter, den dann der Torwart der Reußener hervorragend parierte. Erst kurz vor Schluss traf Leuna endlich ins Tor: der schon bei den Vorbereitungsspiel positiv in Erscheinung getretene Elia Wilke hielt 10m vor dem Kasten den Fuß rein und erzielte den Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es dann leider nicht. Und auch wenn einiges noch besser laufen muss beim TSV Leuna - das war schon ein gutes Spiel! Auch dem Schiedsrichtergespann muss man eine gute bzw. sogar sehr gute und souveräne Leistung bescheinigen.  
Statistik:
- Grounds: 1.155 (heute kein neuer; diese Saison: 2 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.116 (heute 1; diese Saison: 4)
- Tageskilometer: 60 (60km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 680 (600 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 98 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 418

Freitag, 1. August 2014

W418III: Der nächste Kantersieg für Leunas Alte Herren!

TSV Leuna 1919 AH ........................................................... 6
Landsportverein 1989 Altkirchen AH ............................... 1
- Datum: Freitag, 1. August 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 6-1 nach 65 Min. (35/30) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 2. Lars Harnisch, 2-0 20. Rene Schmidt, 3-0 29. Uwe Illner, 4-0 40. Rene Schmidt, 5-0 53. Thomas Münch, 5-1 58. Lobi, 6-1 61. Rene Schmidt
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr einseitiges Spiel durch das gute Auftreten der Leunaer) Photos and English Commentary:
Veterans Friendly Match: TSV Leuna defeat LSV Altkirchen

Altkirchen ist ein Dorf bei Schmölln im Altenburger Land in Nordost-Thüringen – durch persönliche Verbindungen nach Leuna kam dieses interessante Freundschaftsspiel der Alten Herren zustande. Die Altkirchener reisten mit einem Bus an und wurden dann nach kurzem Aufwärmen gleich nach Anpfiff gewaltig unter Druck gesetzt. Nach einer Minuten vergab Mario Melchior knapp, nach zwei Minuten netzte Lars Harnisch bereits zum 1:0 ein.

In der ersten Viertelstunde kam auch Altkirchen zu mehreren Torgelegenheiten, aber nach dem 2:0 durch Rene Schmidt, der heute mit einem Hattrick glänzen sollte, lief beim LSV fast nichts mehr nach vorne. Vor dem Seitenwechsel erhöhte Uwe Illner sogar mit einem tollen Heber auf 3:0.

Nach der Pause war wieder Rene Schmidt im Fünfmeterraum und überwand den einzigen Altkirchner Spieler, der noch unter 40 Jahre alt war: den noch jugendlichen Torwart. Dieser wurde von Frank Werner noch ein weiteres Mal umkurvt, ehe einer der ganz wenigen Angriffe der Gäste durch ein sinnloses Handspiel im Strafraum gestoppt wurde. Der fällige Elfmeter wurde sehr geschickt unten links verwandelt. Rene Schmidt legte mit einem noch rechtzeitig vorm heraneilenden 17jährigen Torwart abgefeuerten Schuss noch ein drauf. Nach dem 6:1 wurde noch ein Altkirchener Angriff unsauber gestoppt und mit einem Elfmeter belohnt, doch der Schütze bekam Rücklage und semmelte die Pille über die Latte. Danach wurde schnell abgepfiffen - 6:1 war der verdiente Endstand.  
Statistik:
- Grounds: 1.155 (heute kein neuer; diese Saison: 2 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.115 (heute 1; diese Saison: 3)
- Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 620 (600 Auto/ 20 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 97 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 418