Länderpunkt Litauen im Motoball: Das war schon lange fällig, nachdem ich zweimal in Litauen zum Fußball war und in den letzten Jahren alle Motoballvereine in Deutschland (OK, sind ja auch nur noch 13) mindestens einmal besucht habe, mehrere Vereine in den mannschaftsstärksten Nationen Frankreich und Russland besucht, einmal auch in Weißrussland und mehrfach in den Niederlanden Spiele gesehen habe, fehlte von den Nationen mit Ligensystem und Nationalteam nur Litauen. Ukraine scheint derzeit aus verständlichen Gründen nur dieses Nationalteam zu haben, Aserbaidschan hat so eine kleine Liga aber kein Nationalteam und in Lettland und Kasachstan scheint gar nichts mehr zu laufen. Aber auch Litauen ist nicht so einfach. Eine Liga mit vier Mannschaften aus drei verschiedenen Orten, dazu eine U18-Liga mit drei Teams. Das ist schon alles in Litauen. Den Austragungsort der diesjährigen Europameisterschaft, im Hinterland der Ostsee unweit der lettischen Grenze gelegen, haben so viele Einwohner verlassen, dass z.B. der Fußballverein aufgegeben wurde. Es gibt nur gelegentlich irgendwelche Freizeitkicks im Ort. Letztes Jahr hatte er laut litauischer Wikipedia 5.100 Einwohner. Bei Wikipedia kann man veraltete Zahlen finden: in der englischen Version sind es 5.500 von 2021, in der deutschen 7.600 von 2008, vor der Wende hatte der Ort fast 9.000 Einwohner. Dass in den letzten 8 Jahren ein Trend erkennbar ist, dass Litauer wieder zurückwandern (v.a. nach dem Brexit), ist noch kein Grund zur Entwarnung, denn es kommen zumeist ältere Leute zurück und außerdem halten sich wohl bis zu 10 % der in Litauen gemeldeten Menschen tatsächlich unregistriert den größeren Teil des Jahres in skandinavischen oder mittel- und westeuropäischen Ländern auf (u.a. für Schwarzarbeit). Also hin da, solange es wenigstens noch Motoball in dem am stärksten geschrumpften Land Europas gibt und die Karten ein paar Wochen vorher online geordert! |
Am Freitag etwas kürzer gearbeitet und dann fuhren wir zu dritt erstmal von Weferlingen nach Polen. Etwa 650 Kilometer waren es am Ende über Frankfurt/Oder, runter bevor es bei Rzepin mautpflichtig wird, dort gut und ganz günstig Polnisch gegessen und zumindest günstiger als in Deutschland getankt. Dann weiter auf der Landstraße parallel zur Autobahn, diese war voll und teils mit Baustellen übersät. Eine besonders schlimme umfuhren wir über eine üble Nebenstraße. Bei Posen mussten wir die Nordumfahrung nehmen, die in einem erbärmlichen Zustand und völlig überlastet ist. Irgendwann hinter Poznan dann wieder mautfrei auf die Autobahn, vor Łódź im Gewitterregen runter und nach Ozorków zur Übernachtung. “Tamada” war leider eine ziemlich beengte und dafür zu teure Unterkunft. |
Statistik: 650km Auto |
Am Samstag ging es nach dem Frühstück ins südlich von Warschau gelegene Warka. Dort erstmal zum Stadion: Es wurde ein Testspiel zwischen zwei Siebtligisten geboten: KS Warka setzte Laura Chylice stark unter Druck und führte bei Pause bereits 2:0 zuzüglich einem aberkannten Treffer. Am Ende nach zwischenzeitlichem 5:0 in einem wirklich guten Spiel noch zwei Tore für die Gäste und der 5:2 Endstand. Auf der Vereinsseite stand 8:2, aber die drei Säufer rechts von uns haben wohl den Ticker gemacht und alle aberkannten Treffer mitgezählt… Seiten wurden auch nicht gewechselt, aber Schiedsrichter sonst einwandfrei. Ebenso die Tribüne einwandfrei, wenn auch polnischer Standardbau. Schön ist auch der Blick in Richtung Altstadt. |
Klub Sportowy Warka 1923 |
5 : 2 (2:0) |
KS Laura Chylice |
- Datum: Samstag, 18. Juli 2026 – Beginn: 11.00 - Ergebnis: 5-2 nach 87 Minuten (43/44) - Halbzeit: 2-0 - Tore: angeblich 2x Prasek, Duda, Bondara, Jasnoch, Socha, M. R., Rogoziński (Warka), NN, XY (Chylice) - Verwarnung: 1x Warka, 1x Chylice - Platzverweise: keine - Austragungsort: Stadion Piłkarski Klubu Sportowego Warka (Kap. 905, davon 505 Sitzplätze) |
Die Altstadt ist nicht sonderlich sehenswert, spektakulärer als die beiden Kirchen und das Rathaus ist das Feuerwehrhaus. Der Ort liegt recht hoch auf einem natürlich Hügel oberhalb des Flusses. Ähnlich liegt auch die Altstadt von Warschau, die nach Zerstörung durch die Nazis in den 50ern mühsam wieder aufgebaut werden musste. Ist aber sehr gut gelungen! Warschau ist eine wirklich sehenswerte Hauptstadt! Wir beschränkten unser Besichtigungsprogramm aber wirklich nur auf die Innen- bzw. Altstadt. Außerhalb gibt es zahlreiche Festungen und Schlösser. Vielleicht mal bei einer anderen Tour - heute ging es erstmal nur bis Żubryn, wo es an der alten Route nach Litauen ein gutes Motel (Zajazd Żubryn bzw. Żubryn Inn) gibt. |
Statistik: 530km Auto, 1 neuer Ground, 1 Spiel, 15. Fußballspiel in Folge ohne 0:0 Fotos: a) Pre-Season Friendly in Poland - Warka vs. Chylice b) Sightseeing in Central Poland: Warka, WARSZAWA (WARSAW OLD TOWN / CITY CENTRE) |
Sonntag mit einer Stunde Verlust durch Zeitzonenwechsel nach dem Frühstück in Żubryn nach Tauragė. Auf dem Weg machten wir einen kleinen Abstecher nach Smalininkai, wo das Stadion eindrucksvoll zerfällt, die Schulgebäude dahinter ebenso, der jüdische Friedhof daneben existiert nur als Gedenkstätte (völlig zerstört von den einmarschierten Deutschen bzw. Nazis und möglicherweise auch einheimischen Judenhassern), aber ein bisschen Leben ist noch in der Ortsmitte. Interessant ist auch der Blick über die Memel nach Russland, aber völlig zugewuchert dort. Tauragė, zu deutsche “Stierstadt”, historisch bescheuerterweise “Tauroggen” genannt, als ob da gefrorener Roggen auftauen würde, ist eine mittelgroße Stadt, die aufgrund Kriegszerstörung eher gesichtslos ist. Ganz interessant sind das historistische Schloss und eine Kirche. |
FK Tauras Tauragė |
3 : 1 (2:0) |
Viešoji įstaiga Futbolo akademija "Šiauliai" B |
- Datum: Sonntag, 19. Juli 2026 – Beginn: 14.00 - Ergebnis: 3-1 nach 95 Minuten (46/49) - Halbzeit: 3-1 - Tore: 1-0 14. Pikčiūnas, 2-0 30. Pedro Junior, 3-0 82. Pikčiūnas (Elfmeter), 3-1 87. Petravičius - Verwarnungen: Statkus, Onishchenko, Trijonis, Totilas (Tauras); Micevičius, Petravičius (Šiauliai) - Platzverweise: keine - Austragungsort: Tauragės Vytauto stadionas (Kap. 3.000, davon 1.500 Sitzplätze) |
Sonst ist in Tauragė das größte Stadion der Stadt der sehenswerteste Ort. Für 6€ (ermäßigt 3€ z. B. Rentner) gab es Tickets für die halbprofessionelle 2. Liga: Der bereits 1942 gegründete Heimverein setzte mindestens 2017 und 2018 aus finanziellen Gründen aus und stürzte bis in die 5. und unterste Liga ab. In den letzten 5 Jahren sind sie wieder bis in die 2. Liga zurück und stehen derzeit im vorderen Mittelfeld. Heute zugast: der Tabellenletzte von der Öffentlichen Fußballakademie Schaulen, II. Mannschaft. Die Gäste hielten sich gar nicht schlecht, aber spätestens nach dem 3:0 vom Punkt war alles erledigt. Einen Ehrentreffer gab es jedoch. Trotz etwa 400 Fans des FC Stier, also FK Tauras natürlich, gab es wenig Stimmung. Aber so ist das halt in Litauen. Keine Ahnung, wann da mal dieses recht ausgebaute Stadion mit zwei teilüberdachten Sitztribünen richtig ausgelastet war… |
FK Ekranas Panevėžys |
1 : 4 (0:3) |
Baltijos Futbolo Akademija Vilnius |
- Datum: Sonntag, 19. Juli 2026 – Beginn: 19.00 - Ergebnis: 1-4 nach 95 Minuten (47/48) - Halbzeit: 0-3 - Tore: 0-1 11. Korvel, 0-2 28. Misiūnas, 0-3 41. Misiūnas, 1-3 55. Patella, 1-4 90. Gelombicka - Verwarnungen: 2x Anistratenko, Bajorinas, Patella, Šonkevičius (Ekranas); Shvedchenko (BFA) - Platzverweise: Anistratenko von Ekranas (60. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels) - Austragungsort: FA „Panevėžys“ stadionas (Kap. 2.000 Sitzplätze) |
In Panevėžys ist das Stadion noch schöner gelegen aufgrund des Blicks zu Kirche und Gutshaus, aber beengter und auch nur mit gut 2.000 Schalensitzen ausgestattet. Hier verloren sich auch nur 250 Fans auf den roten und blauen Schalen, von denen gut 100 nach dem 0:3 bei Halbzeit heeme gingen. Der gastgebende FK Ekranas - Ekranas bedeutet “Bildschirm”, da der Trägerbetrieb der BSG Bildröhren herstellte - zeigte für die 5€ Einheitspreis echt wenig. Viel Geholze gegen die Baltische Fußballakademie aus der Hauptstadt. Am Ende 1:4 für den Gast. Interessant die Mehrsprachigkeit auf dem Platz und den Rängen. Mehrere Afrikaner z. B. aus Ghana kommunizierten auf Englisch, Panevėžys ist zudem eine Hochburg für ukrainische Flüchtlinge. Die 20 “Ultras” vom FK Ekranas waren überwiegend Ukrainer, die auch - entgegen der Stadionordnung und der Spielregularien des LFF - eine Fahne mit politischer Botschaft “Russische Flotte fickt euch” aufgehangen hatte. Wer Ekranas Panevėžys noch als litauischen Meister kennt: Dieser Verein ist bankrott, Rechtsnachfolger ist FK Panevėžys, der derzeit 8. von 10 (bzw. nach Bankrott Riteriai 8. von 9) Vereinen der 1. Liga ist. In der 2. Liga spielt in Abstiegsgefahr der neugegründete FK Ekranas, der rechtlich nichts mit dem Verein aus Panevėžys zu tun hat, sondern aus dem knapp 30 Kilometer entfernten Radviliškis stammt. Baltikum halt… Nach dem Spiel gingen wir noch bei einem Rimi Hypermarkt sehr gut Essen (die Restaurants haben alle auch gute einheimische Sachen) und schauten uns das Elend von WM-Finale an - wenigstens hat Spanien gewonnen und nicht dieses asoziale Dreckspack aus Argentinien… |
Statistik: 350km Auto, 2 neue Grounds, 2 Spiele, 16. u. 17. Fußballspiel in Folge ohne 0:0 Fotos: a) Lithuanian 2nd Division in Tauragė: Tauras vs. Siauliai B |
Die neue Woche startete mit Sightseeing im Übernachtungsort Panevėžys, der zwar durch Kriegszerstörung und sozialistischen Wiederaufbau aus vielen Plattenbauten und kahlen Plätzen besteht, aber dazwischen zahlreiche Kirchen, einige Holzhäuser und sonstige historische Stätten wie eine jüdische Schule (Yeshiva), die Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu ihrer zwischenzeitlichen Zerstörung in ganz Osteuropa für die Juden sehr bedeutsam war. Insgesamt schon ein ganz interessanter Ort, diese fünftgrößte Stadt Litauens. Über die Grenze auf der vollen Via Baltica ging es mal von der Hauptroute ab und sofort hörte der Asphalt auf: Ein eindrucksvolles Gutshaus verfällt in Bērzmuiža vor sich hin, in Billītes steht ein super saniertes Gut eines bekannten Autors/Dichters - dazwischen teils matschige und enge Pisten, die alle beschildert sind. Riga war schnell erreicht: Wir checkten in ein “Happy Hotel” ein und gingen in der Riga Mall usbekisch Essen… |
Sporta Klubs „Super Nova“ Rīga |
2 : 0 (0:0) |
Futbola Klubs Grobiņa 2009 |
- Datum: Montag, 20. Juli 2026 – Beginn: 19.00 - Ergebnis: 2-0 nach 95 Minuten (46/49) - Halbzeit: 0-0 - Tore: 1-0 59. Amadou, 2-0 90.+2 Lizunovs - Verwarnungen: Lizunovs, Ošs (Super Nova); Puzirevskis, Jose (Grobiņa) - Platzverweise: keine - Austragungsort: Jāņa Skredeļa stadions (Kap. 432 Sitzplätze) |
Dann gab es noch Fußball, sonst hätten wir diesen Ausflug mit entsprechendem Umweg nach Norden nicht gemacht: Montagsspiel der lettischen Oberliga vor etwas über 200 Zuschauern, darunter zahlreichen Ausländern wie u.a. deutschen Groundhoppern, aber auch locker 20 Gästefans aus dem fast 200 km entfernten Grobiņa bei Liepaja. Die ganzen Rigaer Vereine, von denen alle paar Jahre immer einer bankrott geht, nur damit wieder ein anderer Plasteklub nachwächst, ziehen kaum Fans. Ausgetragen wurde die Partie im nach dem erfolgreichsten Trainer des lettischen Fußballs, Jānis Skredelis (1939-2019), benannten Stadion. Also “Jānis Skredelis” ist der Nominativ im Lettischen, “Jāņa Skredeļa stadions” ist dem Jannis Skredeli sein Stadion; bei baltischen wie auch slawischen Sprachen ändern sich ja Endungen je nach dem ob man mit Jannis zum Spiel geht (Dativ) oder ihn dazu auffordert mitzufahren (Vokativ) oder ob man aus Riga kommt (Ablativ) oder in Riga wohnt (Lokativ) usw. Die Partie war ganz gut, Super Nova Riga machte ganz schön Druck, aber scheiterte mehrfach knapp. Grobiņa vergab ihre wenigen Chancen ebenfalls. Nach dem Seitenwechsel war der Gast aktiver, aber erfolglos und fing sich nach einer guten Stunde einen prima Abschluss von einem der Senegalesen ein, die beim Gang nach Europa von Bundesliga und Premier League träumen, aber dann doch die 1. lettische Liga einer deutschen Oberliga oder 6. Liga in England, die ihrem Niveau entsprechen würden, vorgezogen haben. Lächerlicherweise gibt es einen Videoschiedsrichter in dieser lettischen Gurkenliga, sodass hier minutenlang gecheckt wurde, dass kein Abseits oder Foul vorlag. In der Nachspielzeit gelang Super Nova, mittlerweile ganz schön unter Druck gesetzt, das 2:0 aus spitzem Winkel. |
Statistik: 180km Auto, 1 neuer Ground, 1 Spiel, 18. Fußballspiel in Folge ohne 0:0, 291. Woche in Folge mit mindestens einer Sportveranstaltung Fotos: a) Latvian 1st Division in Riga: Super Nova vs. Grobina |
Am Dienstag ging es anlässlich unseres Reisegrundes zurück nach Litauen. Auf dem Weg tankten wir noch in Lettland, weil dort Benzin und Diesel das Gleiche kosten und ein Richtpreis wie in Luxemburg gilt. Zwar immer noch teuer dort, katastrophal bei dem geringen Einkommen da, dass derzeit 1,84€ der Richtpreis ist, aber besser als in Litauen, die denselben Wildwuchs und unlauteren Wettbewerb wie bei uns haben, danach zu suchen, wo man “Sonderangebote” für Diesel à 1,79€/l oder 1,82€ bekommt. Durchschnitt ist eher 1,92€ und einige ganz perverse Tanken wollen über 2€! Gefrühstückt haben wir aber erst im litauischen Žagarė, wo wir bei unserer letzten Litauentour ein kurioses unterklassiges Fußballspiel (Endstand 1:11) im Gutspark gesehen hatten... |
Motoball-Europameisterschaft 2026 in Litauen (1. Spieltag) |
- Datum: Dienstag, 21. Juli 2026 – Beginn: 11.30 - Ergebnisse: Deutschland 3-3 Frankreich (Vorrunde Männer, Bewertung: 8,0/10), Deutschland U18 2:1 Frankreich U18 (Vorrunde Jugend, Bewertung: 6,5/10), Deutschland 8-0 Ukraine (Vorrunde Männer, Bewertung: 5,0/10), Litauen U18 4:4 Frankreich U18 (Vorrunde Jugend, Bewertung: 7,5/10), Litauen 4:1 Niederlande (Vorrunde Männer, Bewertung: 6,5/10) - Austragungsort: Skuodo motodromas (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze) |
In Skuodas ging es gleich zum Motodrom. Mittlerweile Dauerregen und der Hauptparkplatz (eine Wiese) schon gut aufgeweicht. Am Einlass freundliche Ordner, die die 5€-Tagestickets scannten und uns Bändchen zum Rein- und Rausgehen umschnallten. Auch an den Essensständen wurde zumindest rudimentär Englisch gesprochen und freundlich die gut schmeckenden, allerdings für Litauen sehr teuren Waren wie Schaschlik mit Brot und Salat, Erdbeeren mit Schokosoße oder ein lokales Bohnengericht angeboten. Das Motodrom hat eine sechsreihige Sitztribüne mit Schalensitzen und ein bis zwei Bankreihen ebenirdig davor, zwei portable Tribünen mit je drei Reihen und ein Sprecherturm sind noch als Ausbau zu nennen. Sonst kann man sich auf Campingstühlen ausbreiten. So haben insgesamt 2.000 Leute Platz. Die EM der Männer hatte fünf Teilnehmer; neben Litauen auch Titelträger Deutschland, Niederlande, Ukraine und Frankreich (Sieger 2024, siehe mein Bericht aus Houlgate) und Vizemeister 2025. Bei der U18 kamen nur Deutschland und Frankreich nach Litauen. Leider boykottiert man sich weiter gegenseitig: Russland und Weißrussland sind unerwünscht in Litauen - kein Wunder, bei der imperialistischen Politik der Russen. Deutschland mit einem 8:4 bei den Männern bzw. 5:4 bei der U18 amtierender Meister - jeweils gegen Frankreich. Bei der letzten EM (2025) findet ihr keinen Bericht auf meinem Blog, da ich keine Lust hatte, zum dritten Mal nach Budel (Niederlande) zu fahren… Zurück nach Skuodas: zum ersten Spiel kamen so etwa 600 Leute, an einem Dienstag um 11.30 schon stark. Deutschland und Frankreich spielten eine sehr sehenswerte und ausgeglichene Partie, die wie üblich recht hart von den Franzosen geführt wurde und leistungsgerecht 3:3 endete. Beim zweiten Spiel gingen einige zwischenzeitlich raus, so sahen nur 300 Leute die deutsche U18 gegen die französische U18 in einem spannenden Spiel 2:1 gewinnen. Etwa 350 Fans verfolgten dann den zweiten Auftritt der deutschen Männer gegen die Ukraine. Ukraine gewohnt harmlos, Deutschland nach der ersten Hälfte (5:0) mit zweiter Garnitur und weniger Druck. Endstand daher “nur” 8:0. Danach eine kleine Eröffnungszeremonie mit Mannschaften samt Delegationen, zwei Redebeiträgen (Litauisch und Englisch), Volksmusik und Volkstanz in klassischen Kostümen und der litauischen Hymne. Vor bis zu 1.500 Zuschauern starteten dann auch die Litauer ins Turnier. Zuerst die U18 gegen Frankreich in einem klasse Spiel: Ganz früher Treffer für die Franzosen, doch Litauen drehte die Partie auf 2:1 im ersten Drittel. Nach dem zweiten Drittel lagen sie trotz erneuter Ein-Tore-Führung 3:4 hinten. Im Schlussdrittel gelang der verdiente und umjubelte Ausgleich. Noch erfolgreicher waren die Männer, die gegen die Niederlage anfangs das Spiel bestimmten (2:0 erstes Viertel) und nach einem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Holländer nach dem Seitenwechsel das 4:1 zum Endstand erzielten. Nach diesem starken Motoballtag im 4L-Modus durch die Parkplatz-Wiese gepflügt, vorbei an einem festgefahrenen Transporter, meine Eltern vorm Stadiontor eingeladen und noch den unfreundlichen Dorfpolizisten zurechtgewiesen, weil der Schwachkopf meinte, meine Ü70-Eltern beim Einsteigen drängen zu müssen, obwohl die Straße vor uns voller Fußgänger war. Auch beim schnellen Einkauf im Maxima wieder gewohnt unfreundliche Bedienung. Litauer sind zwar für Osteuropäer ganz OK, aber sind halt Osteuropäer - leider in den meisten Ländern dort vielfach unhöfliche Menschen… Wir bezogen dann eine Ferienwohnung bis Sonntag im nahegelegenen Salantai, da in Skuodas bei unserer Buchung nichts mehr in unserer bevorzugten Preisklasse (unter 60€ die Nacht, in Salantai sogar nur 44€) frei war. |
Statistik: 240km Auto, 1 neuer Ground, 5 Spiele, Motoball-Länderpunkt Litauen Fotos: |
Am Mittwoch haben wir uns erstmal in Salantai umgeschaut. Netter Gutspark mit Fußballplatz und Fitnessgeräten, aber keinem Gutshaus mehr. Dafür eine große und zu besichtigende Kirche. Ansonsten an jeder Ecke Verfall und Leerstand. Völlig tot hier in Litauen. Immerhin gibt es drei kleine aber brauchbare Supermärkte im Ort, wo wir Frühstück und Abendessen einkaufen konnten. Teils auch wirklich freundliches Personal dort, was ja in Litauen auch eher die Ausnahme ist… |
Motoball-Europameisterschaft 2026 in Litauen (2. Spieltag) |
- Datum: Mittwoch, 22. Juli 2026 – Beginn: 12.00 - Ergebnisse: Deutschland U18 2:1 Frankreich U18 (Vorrunde Junioren, Bewertung: 6,5/10), Niederlande 3:2 Ukraine (Vorrunde Männer, Bewertung: 6,0/10), Litauen 0:7 Deutschland (Vorrunde Männer, Bewertung: 6,5/10), Litauen U18 4:3 Deutschland U18 (Vorrunde Jugend, Bewertung: 8,0/10), Litauen 4:1 Ukraine (Vorrunde Männer, Bewertung: 6,5/10) - Austragungsort: Skuodo motodromas (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze) |
Bei der U18 trafen zuerst Deutschland und Frankreich wieder aufeinander. Erstmal nur etwa 300 Zuschauer eingetrudelt, aber auf dem Feld wurde schon Vollgas gegeben. Deutschland ging 2:0 in Führung, hatte dann Glück, dass Frankreich erst nach Pausenpfiff traf. Später gelang den dauernd reklamierenden Franzosen zwar der Anschlusstreffer, mehr aber auch nicht. Die beiden schwächsten Männerteams, Niederlande und Ukraine - beide faktisch Clubmannschaften - trafen dann aufeinander. Das Spiel war aber gar nicht so schlecht und trotz zweier Zwei-Tore-Führungen, wurde es noch mal spannend. Am Ende aber der erwartete niederländische Sieg zum 3:2. Ab dem dritten Spiel wurden es schlagartig mehr Zuschauer, denn es trat Litauen an. Erst die Männer gegen Deutschland. Eine lange offene Partie, erstes Viertel 0:0, da Litauen nicht einen Torschuss abgab und Deutschland auch fast immer zugefahren wurde. Erst kurz vorm Seitenwechsel das 0:1 für die Deutschen. Nach drei stark verteidigten Vierteln und einem Spielstand von 0:2, brach Litauen aber völlig ein und Deutschland setzte sich spektakulär zum 0:7 Endstand noch fünf weitere Male durch. Die U18 machte es besser: Ein völlig ausgeglichenes Spiel bis zum Ende, Litauen immer wieder in Führung gegen Deutschland und in den Schlussminuten ein irres Hin und Her 3:2, 3:3 und dann doch noch 4:3 für Litauen. Ein echter Überraschungssieg in einem tollen Spiel! Zum Abschluss vor mittlerweile knapp 1.800 Zuschauern die Litauer gegen die Ukrainer. Letztere hielten lange gut mit, auch hier das erste Viertel ohne Treffer - doch dann zwei souveräne, wenn auch torarme Spielabschnitte der Litauer und mit dem 3:0 eine Vorentscheidung. Am Ende ein 4:1. |
Statistik: 50km Auto, 5 Spiele Fotos: |
Donnerstag, dritter Tag der EM. Vorher wieder etwas Sightseeing: In Salantai fuhren wir zu einem Turmhügel raus, auf dem eine Kapelle steht. Über unbefestigte und entsprechend matschige Wege ging es zum jüdischen Friedhof, der ganz gut erhalten ist. Die Zufahrt erfolgt über ein Gehöft. Alles ist ausgeschildert. Bei den jüdischen Denkmalen muss man im Hinterkopf behalten, dass in Litauen von 1941 bis 1944 190.000 der 210.000 Juden Litauens ermordet wurden. Es gibt auf Wikipedia einen interessanten Artikel dazu, der auch beschreibt, warum so viele Litauer, die zuvor oft weniger aggressiv gegen Juden in ihrem Land agieren als z.B. Polen oder Russen, da fleißig mit mordeten. Dann besichtigten wir eine mit Rundweg im Wald erschlossenen heidnischen Opferstätte, die noch erstaunlich lange existierte. Heute sieht man aber nur noch die Findlinge und teils bearbeiteten Steine und gute Erklärtafeln. Schließlich schauten wir uns noch Skuodas, den Spielort an. An seine jüdischen Bewohner, die phasenweise mit 60 % die Bevölkerungsmehrheit stellten, erinnern nur noch zwei Gedenksteine - alle vier Synagogen und der Friedhof wurden 1941 zerstört. Dafür kann man heute neben diesen und weiteren Gedenkstätten zwei Kirchen, eine davon geöffnet, und eine Gutsanlage mit Heimatmuseum besichtigen. Eigentlich ein ganz ansehnlicher Ort, aber nichts Spektakuläres - abgesehen vom Motodrom und dem Motoballverein natürlich… |
Motoball-Europameisterschaft 2026 in Litauen (3. Spieltag) |
- Datum: Donnerstag, 23. Juli 2026 – Beginn: 12.00 - Ergebnisse: Frankreich 9:2 Niederlande (Vorrunde Männer, Bewertung: 6,5), Litauen U18 1:1 Frankreich U18 (Vorrunde Junioren, Bewertung: 3,0/10), Niederlande 0:9/Abbr. Deutschland (Vorrunde Männer, Bewertung: 4,5/10), Litauen U18 5:5 Deutschland U18 (Vorrunde Junioren, Bewertung: 8,0/10), Litauen 0:8 Frankreich (Vorrunde Männer, Bewertung: 6,5/10) - Austragungsort: Skuodo motodromas (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze) |
Im besagten Motodrom war heute weniger los als sonst. Vor nur etwa 200 Zuschauern machten heute die Männerteams von Frankreich und Niederlande den Auftakt. Schnelle Führung Frankreich, Niederlande gleicht zwischenzeitlich aus, doch schon bei Halbzeit 5:1 und am Ende ein deutliches 9:2. Den ersten Auftritt der litauischen U18 gegen Frankreich wollten dann doch immerhin 700 Fans sehen, doch die Partie war die schlechteste im Turnier. Ballspazierenfahren, völlig defensiv von beiden Seiten. Am Ende traf jeder nur einmal - super daran nur: Litauen trifft auf Deutschland im Finale; für den französischen Nachwuchs, der seiner Favoritenrolle mit 2 Niederlagen gegen Deutschland und 2 Unentschieden gegen Litauen überhaupt nicht gerecht wurde, endet die U18-EM! Dann schossen die deutschen Männer den MBC Budel, also die niederländische Nationalmannschaft, ziemlich ab. Je häufiger die Deutschen trafen, desto schlimmer wurde der Regen. Ein brutaler halbstündiger Schauer stürzte bachartig von der Asphaltspielfläche in die Bartuva hinter dem Gelände, also dem Fluss, nach dem sich der Motoballverein von Skuodas benennt… Der niederländische Torwart verletzte sich kurz vor der Pause leider schwerer am Arm und musste vom Krankenwagen abgeholt werden. Die Niederländer brachen daraufhin von 0:5 auf 0:9 binnen weniger Minuten ein. Die zweite Halbzeit wurde im gegenseitigen Einverständnis nicht mehr angepfiffen. Zuschauer: max. 600. In der mehr als einstündigen Pause, bis Litauens U18 gegen Deutschland antrat, beruhigte sich langsam das Wetter. In der angenehmsten Phase dieses heute wieder sehr unwirtlichen Tages, fand dann passenderweise die mit Abstand beste Partie heute statt. Ein geiles Spiel, was beide Juniorenteams da ablieferten! Es war noch etwas besser als das Hinspiel (4:3 für Litauen). Ausgeglichen, rasant, offensiv. Zwar manchmal etwas viel Gemaule von den Deutschen gegenüber den ukrainischen Schiris, aber am Ende ein gerechtes 5:5 Unentschieden! Zuschauer: etwa 800. Da kamen die litauischen Männer nicht mehr heran: Gegen Frankreich gingen sie sang und klanglos vor mittlerweile immerhin 1.400 Zuschauern 0:8 unter. Immerhin immer noch kein zweistelliges Ergebnis… Bei der Abfahrt vom Parkplatz brauchte ich wieder Allrad, mehrere Transporter und PKW ohne Allrad hatten sich wieder festgefahren - ein Saustall, diese Parkerei in Wiesen, da es nicht genug befestigte Parkplätze für so eine große Veranstaltung im kleinen Skuodas gibt… |
Statistik: 60km Auto, 5 Spiele Fotos: |
Freitag standen “nur” drei Motoballspiele an, Beginn 15 Uhr. Also viel Zeit für Sightseeing. Wir fuhren aber erst recht spät los und beschränkten uns daher auf folgende Sights: Grūšlaukė; dort gibt es eine große Kirche mit Säulenportal und eine Holzkapelle. Būtingė; dort verläuft die Grenze zu Lettland direkt am Ostseestrand und man kann überall trotz diverser Durchfahrtverbotenschilder wie die Litauer auch mit dem Auto herumfahren - wird halt toleriert, wobei Anliegerverkehr eh ausgenommen ist, wenn dort ein Auto im roten Kreis am Pfahl hängt… In Būtingė gibt es mit dem Žemaičių Alka ein nachgebautes samogitisches Heiligtum (Samogiten waren ein baltischer Stamm). Auf dem Rückweg nach Skuodas ging es mal wieder kilometerlang auf Pisten nach Laukžemė, wo ein gewaltiges Gutshaus völlig verfällt und eine Holzkirche gut dasteht, und nach Įpilties, wo es mittelalterliche Turmhügel und Wallgräben zu sehen gibt; leider baute man ja in der Region nur mit Holz und Palisaden, sodass keine Burg erhalten ist - nur das Wallsystem. |
Motoball-Europameisterschaft 2026 in Litauen (4. Spieltag) |
- Datum: Freitag, 24. Juli 2026 – Beginn: 15.00 - Ergebnisse: Frankreich 12:1 Ukraine (Vorrunde Männer, Bewertung: 7,0), Litauen 0:10 Deutschland (Halbfinale Männer, Bewertung: 7,0/10), Frankreich 6:1 Niederlande (Halbfinale Männer, Bewertung: 5,0/10) - Austragungsort: Skuodo motodromas (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze) |
In Skuodas gingen wir noch im Restaurant “Skuodiṥkio užeiga” sehr gut und günstig essen. Die freundliche Bedienung sprach ganz gut Englisch. Dann ab ins Motodrom und den letzten Auftritt der Ukraine bewundert. Mit einem 12:1 für Frankreich auch ein erstes zweistelliges Ergebnis in einem trotz aller Einseitigkeit wirklich sehenswerten Spiel vor gut 500 Zuschauern. Um die 1.700 fanden sich zum ersten Halbfinale ein. Die Gastgeber trafen auf Deutschland. Alle "Lietuva"-Sprechchöre halfen nichts: Litauen vorne zu harmlos, hinten überfordert gegen eine richtig starke deutsche Mannschaft die hier souverän mit einem 10:0 ins Finale einzog! Wenigstens ging nicht noch das zweite Halbfinale zweistellig aus. Die Niederländer untermalten ihre langweilige Hymne wieder mit Pyrotechnik. Auf dem Feld brannten sie zwar kein sprichwörtliches Feuerwerk ab, hielten aber in der ersten Hälfte gut mit. Nach dem ersten Viertel hieß es nach frühem Rückstand sogar 1:1. 3:1 bei Pause schien auch noch aufholbar, doch das 6:1 am Ende war doch schon deutlich. |
Statistik: 130km Auto, 3 Spiele Fotos: |
Und dann kam auch schon der Finaltag… Ehe wir ein letztes Mal das schöne Motodrom an der Bartuva aufsuchten, drehten wir eine Besichtigungsrunde durchs Hinterland: In Notėnai gab es nicht nur wieder Horden von Störchen, sondern auch eine schöne Holzkirche mit interessanten Steinportal, in dem sich fotorealistische Bilder von Jesus, Heiligen und auch einem Papst befinden. In Barstyčiai gab es eine ähnliche Kirche, zudem markant auf einem Hügel in der Ortsmitte - dahinter ein tolles Basketballstadion mit dreireihiger Tribüne mit Schalensitzen in Landesfarben. In Seda gab es eine sehr kleine Holzkirche mit interessanten Turm und die kläglichen Reste eines jüdischen Friedhofs zu sehen. Auf dem Gedenkstein wurde übrigens klar formuliert, dass “die Nazis und einheimische litauische Helfer” für die Ermordung der 150 jüdischen Bürge Sedas 1941 verantwortlich waren - würde z.B. in Polen wohl nirgendwo so stehen. Besonders sehenswert war Renavas, wo es ein schlossartiges Gut in sehr gutem Sanierungszustand mit Landschaftspark und teils sanierten Nebengebäuden zu besichtigen gibt. In Vaičaičiai gab es eine weitere Holzkirche, in Ylakiai ist sie aus Stein, außerdem fiel uns dort eine besonders große Wegekapelle auf, die aussah wie eine geschrumpfte Kirche. Besonders interessant war allerdings der jüdische Friedhof, da er besonders gut wiederhergestellt wurde. Nebenan befindet sich ein Denkmal, das in seinem Duktus typisch ist. Die Platte aus Sowjetzeiten von 1965 erinnert an die Opfer des Faschismus - ohne ein Wort zu Juden oder Litauern. Die Tafel aus den 90ern nach Unabhängigkeit Litauens, nennt “Hitlerschergen” und “einheimische Helfer” als Täter von Massenerschießung an 450 Juden und 44 Samogiten, die an dieser Stelle 1941 stattfanden. Interessant ist, dass der niederlitauische Volksstamm so explizit genannt wird und nicht etwa “Litauer” geschrieben wird. Es scheint aber nicht der Fall zu sein, dass diese 44 wegen ihrer Volkszugehörigkeit - der Stamm ist ohnehin in den Litauern aufgegangen und fällt nur durch einen bestimmten Dialekt auf, der auch auf modernen Ortsschildern gepflegt wird - umgebracht wurden. |
Motoball-Europameisterschaft 2026 in Litauen (5. Spieltag) |
- Datum: Samstag, 25. Juli 2026 – Beginn: 14.00 - Ergebnisse: Litauen 5:3 Niederlande (Spiel um Platz 3 Männer, Bewertung: 6,5), Litauen 2:3 n.V. Deutschland (Finale Junioren, Bewertung: 7,0/10), Deutschland 3:1 Frankreich (Finale Männer, Bewertung: 7,0/10) - Austragungsort: Skuodo motodromas (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze) |
Es wurde etwas knapp aufgrund der langen Wartezeiten im Restaurant in Skuodas - jede zweite EM-Mannschaft aß da auch und das schon um 12 Uhr… - sodass wir erst kurz nach Beginn des Spiels um Platz 3 kamen. Heute wurde es auch schwierig mit der Platzsuche: Meine Eltern konnten auf ihren Sitzen hinter dem einen Fangzaun bleiben, mussten nur kurz aufrücken, als so ein Bescheuerter vom Team France unbedingt sinnlos ein Banner anbringen wollte. Ich wechselte wegen meiner Fotos drei Mal den Platz, v. a. weil die Badener noch rücksichtsloser sind als die Franzosen und einfach mit ihren scheiß Pavillons doppelt so viel Platz für Team Deutschland brauchen, wie jedes andere Team. Es war aber insgesamt einfach schwierig, denn es dürften 2.500 überwiegend einheimische Fans im eher beengten als weiten Rund anwesend gewesen sein. Teils wurde auf überstehenden Brettern der Tribüne gehockt, teils vierreihig hintereinander gestanden - da sind 20 geklaute Zuschauerplätze durch einen unnötig großen Pavillon nur Teil des Problems… Das Spiel um Platz 3 der Männer zwischen Litauen und Niederlande war entsprechend stimmungsvoll. Der Außenseiter in Orange und Blau ging 0:3 in Führung, doch bis zur Pause kam der Gastgeber auf 2:3 heran. Nach dem Seitenwechsel drehten sie die gute Partie auf 5:3 für den dritten Platz. Aufgrund völlig chancenloser Auftritte gegen Frankreich und Deutschland trotz dreier Siege keine überzeugende EM der litauischen Mannschaft. Anders deren U18-Mannschaft. Im Finale waren die Bundesmotoballer zwar über weite Strecken gefährlicher und stärker, aber sie brauchten die Verlängerung, um hier mit 2:3 als Europameister vom Feld zu gehen. Spielerisch war es sehenswerter als das ganz gute, aber phasenweise erwartungsgemäß passive Finale der Männer. Hier gelang Deutschland durch eine besonders im letzten Viertel souveräne Leistung gegen zum Ende hin immer unsauberer spielende Franzosen ein verdienter 3:1 Sieg. Deutschland also mit Doppeltitel und Titelverteidigung! Bei aller Freude muss ich aber darauf hinweisen, dass diese Titel aufgrund des Boykotts von Russland (Weißrussland ist da nicht so entscheidend, weil nicht besser als Litauen) erheblich entwertet worden sind. Bei der Siegerehrung war auch interessant, wie sich die wieder einmal letztplatzierten Ukrainer zusammen mit den Gastgebern kämpferisch gegenüber Russland zeigten. Leider sind die meisten Clubs und Spieler eben aus der russisch-anektierten Ostukraine, die ukrainische Flagge wird von Wosnessensk aus dem Süden hochgehalten. Ihr Mechaniker war auf Fronturlaub zum Turnier gekommen und wurde entsprechend als ukrainischer Held ausgerufen. Die litauische Mannschaft wurde für diese insgesamt auch durch ihre Funktionäre sehr gut ausgerichtete und somit gelungene EM besonders beglückwünscht und Deutschland konnte sich als beste Truppe einfach nur feiern lassen. Über den Tag verteilt hatte ich mich übrigens mit einigen Leuten unterhalten, so mit dem Micha aus Halle, der meine Saalebulls-Jacke erkannt hatte. Einem Paar, dass es doch deutlich kürzer aus dem Ausland hatte, als wir aus Sachsen-Anhalt: zwei Letten aus dem 25km entfernten Priekule, aber eben auch nicht selbstverständlich, im Nachbarland die Sportszene so auf dem Schirm zu haben, wie die beiden. Dann mit einem ehemaligen Spieler um die 70, der vor 40 Jahren für Skuodas in der sowjetischen Oberliga spielte, auf einer Mischung aus Englisch und Russisch. Und auf dem Parkplatz noch auf Russisch, weil er kein Englisch gelernt hatte damals unter der Besatzung, einem Fan von Bartuva Skuodas, der u.a. eine gute Fahrt mit diesem schönen starken Auto das ich fahre wünschte… |
Statistik: 120km Auto, 3 Spiele Fotos: |
Über 1.300 Kilometer lagen am Sonntag vor uns . Kurzer Einkaufsstopp in Marijampole (Litauen hat auch sonntags geöffnet), kurze Kontrolle an der Grenze zu Polen. Dann stundenlange Fahrerei über Landstraßen nach Działdowo, denn auch am letzten Tag sollte es noch ein Spiel geben. So endete die Reise so wie sie begann: mit unterklassigem polnischen Fußball. Im ganz ansehnlichen und gut sanierten Stadion der Stadt (es gibt in Polen aufgrund der gut eingesetzten EU-Mittel kaum noch Bruchbuden von Stadien), trat in der ersten Runde des Woiwodschaftspokals (Landespokals, der einen Kreisausscheid hat) eine Freizeitligamannschaft (unterhalb der 9 Ebenen des PZPN und seiner Regionalverbände) gegen einen Siebtligisten aus Olsztynek an, der mit einer wenig überzeugenden Leistung aber schon verdient mit 3:0 siegte. Es gab kostenlose Würstchen gegen Spende für einen guten Zweck (Hospiz oder sowas). Działdowo ist aufgrund des Schlosses und des Rathausplatzes recht sehenswert, aber schnell besichtigt. Der Rückweg mit Essenspause endete erst kurz vor 3 Uhr in Weferlingen… |
Amatorska Drużyna Piłkarska Działdowo |
0 : 3 (0:3) |
Miejski Klub Sportowy Olimpia Olsztynek |
- Datum: Sonntag, 26. Juli 2026 – Beginn: 14.00 - Ergebnis: 0-3 nach 92 Minuten (45/47) - Halbzeit: 0-3 - Tore: 0-1 20., 0-2 30. Łukasz Duch, 0-3 40. Kacper Okoniewski - Verwarnung: NN - Platzverweise: keine - Austragungsort: Stadion MOSiR w Działdowie (Kap. 1.000, davon 360 Sitzplätze) |
Statistik: 1.320km Auto, 1 Spiel, 1 neuer Ground, 19. Fußballspiel in Folge ohne 0:0 Fotos: |
Statistik gesamte Tour: - Grounds: 4.035 (6; diese Saison: 18 neue) - Sportveranstaltungen: 5.696 (26; diese Saison: 36) - Tourkilometer: 3.640 km Auto - Saisonkilometer: 5.080 (4.980 Auto / 100 Fahrrad / 0 Flugzeug / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 19 [letzte Serie: 13, Rekordserie ohne 0-0: 178] - Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 291 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020] |
Dienstag, 4. August 2026
Abonnieren
Posts (Atom)











