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Freitag, 5. Dezember 2014

W436I: Flutlichtspiel mit dem „Haus Spaniens”

SC Schwarz-Weiß Köln 1912 ......................................... 1
Ideal Club de Futbol Casa de España (Colonia) .......... 1
- Datum: Donnerstag, 4. Dezember 2014 – Anstoß: 19.50
- Wettbewerb: Kreisliga B Köln, Staffel 2 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 51. Raphael Heidkampf, 1-1 61. Damir Brkan
- Verwarnungen: Raphael Heidkampf, Murat Aldemir (Schwarz-Weiß); Marko Vidacak (Espana)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Aschenplatz Kolkrabenweg (Kap. 2.000, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittsspiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football: Schwarz-Weiß Köln v Casa de Espana Köln (Cologne Amateur League 2)
b) Other: Brühl Palace (Northrhine-Westphalia) & Quedlinburg Palace (Saxony-Anhalt)

Nachdem ich letztes Wochenende mal wieder in Sachsen-Anhalt war – die beiden letzten Bilder unter „b)“ stammen noch von meiner Rückfahrt; nach einem Besuch in Staßfurt ging es spät abends quer durch den Harz und via Göttingen nach Wesseling zurück – heißt es diese Woche wieder quer durch schon bekannte und mir noch unbekannte Gegenden in NRW. Diese Woche werde ich auch mal alle Grounds mit der Bahn besuchen. Bereits am Donnerstagabend hatte ich Zeit für einen Spielbesuch. Es wurde ein Kreisliga-B-Spiel auf einer Sportstätte mit dem schönen Namen „Aschenplatz Kolkrabenweg“ – irgendwie benennen die im hässlichen NRW ihre Sportstätten gerne nach hässlichen Tieren (siehe Iltispark Duisburg-Hamborn)... – ausgetragen. Um dort hinzukommen bin ich nach der kurzen Radtour nach Brühl in den Regionalzug und in Köln-West in die Stadtbahn, die als kombinierte U- und Straßenbahn bis fast direkt vor den Hintereingang der Sportanlage im Kolkrabenweg (Ecke Wolfssohnstraße) fährt. Gastgeber auf der nur niedrige Stehstufen auf beiden Längsseiten des schlechten Hartplatzes und eine kleine Hütte von Vereinsheim vorweisenden Anlage ist der Sport Club Schwarz-Weiß 1912.

Interessanter war eigentlich der Gastverein, da er laut Website der älteste noch existente ausländische Club Kölns ist, der aber mehrfach betont, dass er nicht nur Spaniern offen steht. In der Mannschaftsaufstellung finden sich auch in der Tat kaum zur Hälfte spanische Namen, sondern neben gemischten Namen (deutsch-arabisch, deutsch-spanisch) auch slawische, türkische, portugiesische und italienische. Interessant ist die Bemerkung auf der Vereinswebsite (http://casa-espana-colonia.de/): „Anlässlich dieser bedeutenden Vorgänge [Umzug auf neue Sportanlage] hat der Verein auch sein Vereinslogo überarbeitet und modernisiert. Der Adler der bisher auf der Brust der Spieler prangerte [ja, was hat er denn da angeprangert, der Adler?!], stellt sich freundlicher, moderner und offener dar.“ Anders ausgedrückt erhält man: Wir haben den Adler jetzt so verfälscht (siehe neues Vereinswappen), dass man nicht mehr erkennt, das wir Madrilenen in den 1960ern als unser damaliger Führer Franco noch regierte, sein von den Königen inspiriertes vermurkstes faschistisches Wappen abgewandelt haben (siehe altes Vereinswappen im Vergleich zum Franco-Staatswappen zur Gründungszeit des Clubs)...

Aber wie auch immer, im Club hat sich einiges geändert, wahrscheinlich mehr als in Spanien ansonsten. Was nur typisch spanisch war, war die Spielweise von Casa Espanol: kurz und knackig spektakulär beginnen (hier rettete eine Torwartparade nach zwei Minuten den besser stehenden SC Schwarz-Weiß vor dem frühen Rückstand) und dann doch von hinten aufbauen und den Gegner kommenlassen. Und vor allem, ganz wichtig: bei jeder ruppigen Berührung so laut schreien als müsse der Notarzt kommen oder als sei die Karriere durch ein höchst unsportliches Brutalofoul gefährdet... Der Schiedsrichter ging sehr lasch mit beiden Mannschaften um, da er offensichtlich keine Lust hatte, mit gelben Karten – Schwarz-Weiß wegen handelsüblicher Fouls und Casa Espanol wegen Meckerns und Reklamierens – um sich zu schmeißen. Als der Gastgeber nach einer torlosen aber gar nicht mal schlechten ersten Hälfte das Ruder endlich richtig in die Hand nahm und durch einen Schuss ins lange Eck in Führung ging, konterte Casa Espanol und schob gegen die Laufrichtung des Torwarts ein. Mehr als ein 1:1 wurde es trotz Chancen auf beiden Seiten – mehr natürlich auf der Seite der favorisierten Gastgeber – trotzdem nicht.  
Statistik:
- Grounds: 1.242 (heute 1 neuer; diese Saison: 88 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.239 (heute 1; diese Saison: 127)
- Tageskilometer: 50 (20km Eisenbahn, 20km Straßen-/ U-Bahn, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 23.150 (17.610 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.200 Fahrrad/ 740 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 436

Montag, 4. August 2014

W418V: Landesliga-Sonntagsspiel; das Stendaler Kreisderby in Bismark

TuS Schwarz-Weiß Bismark .............................................. 4
FSV Saxonia Tangermünde ............................................... 2
- Datum: Sonntag, 3. August 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-2
- Tore: 0-1 1. Erik Teege (Foulelfmeter), 1-1 24. Carlo Rämke, 2-1 38. Carlo Rämke, 2-2 42. Benjamin Arlt, 3-2 52. Michael Metzger, 4-2 75. Carlo Rämke
- Verwarnungen: Christoph Grabau (Bismark); Marcus Preuss, Martin Gödecke (Tangermünde)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Waldstadion Bismark (Kap. 2.000 davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 500 (Gästefans: ca. 80, zahlende Zuschauer: angeblich nur 258)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes und unterhaltsames Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Altmark Region: TuS Schwarz-Weiß Bismark defeated FSV Saxonia Tangermünde in the Stendal Disrict Derby of the 2nd Amateur Divison of Saxony-Anhalt
b) Altmark Region: Heinrichshorst Palace, Angern Palace, Tangermünde Church, Darnewitz Church & Boulders Collection, Bismark Churches, Könnigde Village, Klinke Ground, Vinzelberg Palace
c) More Pictures from Tangermünde: Old Town and Castle (photos taken in 2008)
d) Pictures from Stendal: Old Town (photos taken in 2008)
e) Stendal Region: Megalithic Tomb Steinfeld, Schönfeld Palace & Churches (taken in 2009) 

Mit Zwischenstopp in Staßfurt ging es in die Altmark, die an diesem Sonntag ein Kreisderby in der Landesliga bereithielt. Zuerst schauten wir uns auf dem Weg liegende Sehenswürdigkeiten an: Versteckt im Wald bei Angern liegt das kitschige Jagdschloss Wilhelmshorst, das von einer belgischen Künstlerfamilie renoviert wird. Die Fortschritte sind dabei beachtlich! Im benachbarten Angern ist das Schloss weniger spektakulär und ebenfalls privat genutzt: der Zustand ist wirklich sehr gut, nur ist die fehlende Ausschilderung eine Frechheit. Zum mittlerweile zweiten Mal kamen wir in die sehr sehenswerte Kleinstadt Tangermünde. Diesmal war auch die Kirche offen, sodass ich neue Fotos von der historischen Stadt an der Elbe on stellen konnte. Weiter ging es nach Schönfeld, wo das Tor des Neobarock-Schlosses mit einem Fahrradschloss verschlossen war. Als wir 2009 dort waren, konnte man herein, obwohl das Restaurant bereits bankrott war. Auch der Puff, der daraufhin einzog, war bald dicht. Da läuft also leider einiges schief. Im benachbarten Steinfeld liegt auch 2014 noch ein eindrucksvolles Hühnengrab und mit Steinen hat man es auch in Darnewitz, wo man einen Findlingspark angelegt hat. Die Kirche des Dorfes befindet sich etwas außerhalb.  
Schließlich am Tagesziel Bismark angekommen, besuchten wir die beiden sehenswerten Kirchen – eine in sehr gutem Zustand am Markt und die andere steht als Ruine (nur der Turm ist noch da, dafür wurde er aufwendig saniert) herum – und gingen dann ins Stadion. Die Eintrittspreise sind niedrig – 3€ und dann auch noch weitreichende Ermäßigungen, wobei 1€ Frauenrabatt unzeitgemäßer Schwachsinn ist. Wenn ich sehe, wie man in weiten Teilen Sachsen-Anhalts mittlerweile abgezockt wird (2,50€ Kreisoberliga, 3,50€ Landesklasse, 4€ und mehr für Landesliga, was sich teilweise auf Westniveau bewegt), lob ich mir das aber!

Die Anlage macht insgesamt einen sehr guten Eindruck: ein schönes Eingangstor mit Schriftzug vor dem Parkplatz, dann der eigentliche Eingangsbereich neben den Tennisplätzen, der ein nettes Design mit Fußballfeld aus Blech trägt, dahinter eines der besten Kassenhäuschen, das ich je gesehen habe: eine große Hütte mit Säulen davor! Nur das Sportlerheim ist etwas hässlich geworden und die Größe der Ausbauten lässt zu wünschen übrig: die drei Nebenplätze haben gar keine Tribünen und auch der Hauptplatz nur vier Sitzreihen mit Holzbänken auf einer Seite. Hinter den Toren fallen noch die Anzeigetafel und die Gedenktafel für Werner Seelenbinder auf. Die gesamte Sportanlage macht auch ihrem Namen alle Ehre: das Waldstadion Werner Seelenbinder liegt wirklich in einem dichten Waldstück mit überwiegend Kiefern.

Fast 500 Zuschauer wollten dieses wenig stimmungsvolle aber spielerisch sehr gute und sehenswerte und auch umkämpfte Altmarkderby sehen. Trotz ekelhaft schwülem Wetter ging es von der ersten Minuten an offensiv zur Sache: nach 30 Sekunden ein nicht ganz so offensichtliches Foul an einem Tangermünder im Strafraum und der Schiri pfiff gleich Elfmeter. Jedenfalls sicher keine falsche Entscheidung, auch wenn die Szene mit dem Rempler abseits des Balles ziemlich seltsam war. Der Elfer wurde halbhoch gegen die Laufrichtung des Bismarker Torhüters verwandelt. Bismark kam jedoch zurück und profitierte dabei nicht einmal von den zwei, drei Fehlentscheidungen zu ihren Gunsten. Mit einer guten Kombination im Strafraum und einem herausragend geschossenen Freistoß in den langen Winkel setzte sich gleich der beste Spieler auf dem Platz entscheidend in Szene.

Vor dem Seitenwechsel gab es trotzdem noch den Ausgleich für Tangermünde. Die Gäste hatten nach der Pause allerdings deutlich weniger Spielanteile, zu wenig funktionierendes Mittelfeldspiel und kassierten schnell einen dritten Treffer. Die Entscheidungen setzte dann wieder Sportfreund Rämke, der mit diesem Hattrick wirklich seine Klasse herausstrich. Ohne die geschlossene Mannschaftsleistung wäre er sicher erfolglos, aber so verhalf er Schwarz-Weiß Bismark entscheidend mit zum Derbysieg.  
Nach diesem wirklich sehr lohnenden Spielbesuch gurkten wir noch etwas durch die Altmarkprovinz. Besonders Könnigde machte einen guten Eindruck – angenehme, hügelige und von Wäldern durchzogene Landschaft, eine typische Feldsteinkirche, ein Findling mit Ortswappen und dann auch noch ein schöner, gepflegter Kleinfeldfußballplatz: da haben wir doch gleich mal den Ball rausgeholt...

Der Platz im benachbarten Klinke lud ja nicht so zum Bolzen ein, bei einer Grashöhe von 50cm. Der Verfall der angrenzenden Gebäude war noch eindrucksvoller als die Grashöhe. Außerdem hielten wir noch in Vinzelberg, wo ein wenig sehenswertes aber sehr sinnvoll als Behindertenwohnheim genutztes Schloss steht. Vor der Wohnanlage ist auch das Ortswappen in Groß zu sehen: die ortsansässige Adelsfamilie hatte wohl einige Leute auf Kreuzzug geschickt, sodass ein Dromedar als Wappentier gewählt wurde...

Zum Abschluss des Tages gingen wir noch zu Aldos Pizzeria in Staßfurt: sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wie immer – voll wie selten! Also die Pizzeria war voll...  
Statistik:
- Grounds: 1.156 (heute 1 neuer; diese Saison: 3 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.117 (heute 1; diese Saison: 5)
- Tageskilometer: 460 (460km Auto)
- Saisonkilometer: 1.140 (1.060 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 99 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 418

Samstag, 4. September 2010

W214II: Neutz mit vier Toren gegen Zscherben erfolgreich

SSV Neutz 4:0 TSV Schwarz-Weiß Zscherben
Samstag, 04. September 2010 – Anstoß 15.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 4:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 2:0
Tore: 1:0 19. Küchler, 2:0 39. Rosin, 3:0 63. Zilke, 4:0 80. Hundt (Foulelfmeter)
Vergebener Elfmeter: 57. Thormann (Neutz) hält Foulelfmeter von Naumann (Zscherben)
Verwarnungen: Neutz 1x, Zscherben 3x
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage SSV Neutz (Kap. 1.100, davon 50 unüberdachte und 50 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 65 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel)
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Photos and English version:
Neutz defeats Zscherben

Die Planung sah eigentlich den Besuch des Spiels SSV Neutz II gegen Großkugel II (3. Kreisklasse) und dann das Weiterfahren nach Löbejün – erst Kreisliga gegen Wallwitz, dann Stadtbesichtigung – vor, doch Großkugels Reserve musste kurzfristig absagen. Die II. ist wohl auch völlig überfordert mit dem Spielbetrieb, da sie zwei Spiele zweistellig verlor und wird wahrscheinlich gar nicht mehr antreten. So fuhren wir gleich nach Löbejün zur Besichtigung weiter und kehrten, da Löbejün kein neuer Groundpunkt ist (mit TSV Leuna waren wir 1999 einmal dort), nach Neutz zum Spiel der ersten Mannschaft zurück. Eine Beschreibung des sehenswerten Ortes Löbejün gibt es in einem Monat in diesem Blog, da wir dann ein Spiel von Löbejün aufsuchen werden.

In Neutz gibt es natürlich nicht so viel zu sehen, wobei die großen Gehöfte entlang der Durchgangsstraße gleich ins Auge springen und die Kirche, die nach der einen S-Kurve links vom Teich, umgeben von Bäumen liegt, ein wirklich schönes Exemplar aus der Zeit der Romanik ist. Von Bäumen ist am Fußballplatz leider nichts zu sehen: der dichte Pappelbestand musste vor wenigen Jahren abgeholzt werden. Das einzige Highlight des ansonsten kahlen Platzes – niedriger Zaun um die Anlage und Reling ums Spielfeld herum, ordentlicher Rasen, ein paar breite Sitzbänke – ist das Sportlerheim mit Tribüne. Im Sportlerheim gab es zwar äußerst vielseitiges Essen – man konnte zwischen a) Bockwurst mit Brötchen und Senf und b) Bockwurst mit Brötchen und Ketchup wählen – aber dafür ist es hervorragend hergerichtet, mit einigen interessanten Trikots und Urkunden ausstaffiert und auf der Tischplatte ist z.B. ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel aufgezeichnet. Die Außentreppe führt nach oben zur Tribüne, die etwa 50 Leuten überdacht Platz bietet. Vier Reihen Holzbänke auf Metallgerüst – trotz großer Zwischenräume wackelt da nichts – bieten nicht die beste Sicht auf das nahe gelegene Tor wegen des Geländers, aber einen schönen Gesamtüberblick. Das Dach ist übrigens bemerkenswert niedrig. Ein Eins-Neunzig-Mann stößt in der letzten Reihe mit dem Kopf ans Holz.
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Das Spiel war von der drei Spieltage alten Tabelle her eine klare Sache: der Aufsteiger Neutz war mit drei Niederlagen und 0:6 Toren gestartet, Zscherben, die letzte Saison den Aufstieg knapp verpassten, hingegen mit 6:4 Toren aus zwei Siegen und nur einer Niederlage. Das Spiel machte heute allerdings Neutz. Wenn auch nicht fehlerfrei, doch mit weitaus gefährlicherem Angriff und Torabschluss als die Gäste. Die Schwarz-Weißen waren die meiste Zeit über harmlos, fabrizierten viele Fehlpässe, vergaben ihre wenigen Chancen kläglich oder hatten Pech mit Pfostentreffern bzw. einem einfach zu guten Neutzer Torwart. Neutz erzielte nach mehreren vergeblichen Versuchen nach 19 Minuten den ersten Treffer und legte vor der Pause nach.

In Halbzeit zwei schien Zscherben zu erstarken, doch nach dem Elfmeter, den Tormann Thormann – ja, der Neutzer Goalie heißt wirklich so passend – gegen Zscherbens Schützen Naumann parierte, war wieder das oben beschriebene Bild zu sehen: Zscherben ungenau, schwach und nun auch zunehmend undiszipliniert und Neutz deutlich besser. Sie schafften auch verdientermaßen zwei weitere Torerfolge. Das 4:0 10 Minuten vor Abpfiff war dabei typisch für die zweite Hälfte: ein Fehler führt zu einem Foul im Strafraum, die Zscherbener wollen es nicht war haben, ein cholerischer Gästefan im Rentenalter tönt etwas von „Schauspieler“, der am Boden kniende Gefoulte wird nun zwei Mal von Gästespielern mit dem Ball beschossen, der Torwart geht dann auch noch den Elfmeterschützen vor der Ausführung an, sieht dafür die gelbe Karte – und schließlich nutzte das alles nichts, denn der Neutzer Hundt hämmert den Ball unters Tordach. 4:0 war auch wirklich ein verdienter Endstand.
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Statistik:
Ground Nr. 464 (ein neuer Ground; diese Saison: 14 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.057 (diese Saison: 19)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad, weniger als 10 Fähre)
Saisonkilometer: 3.470 (2.150 Auto/ 940 Fahrrad/ 380 Bahn, Bus, Tram/ weniger als 10 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 214

Samstag, 29. Mai 2010

W200III: Bei einem schattenlosem Dorffußballplatz und so einem Spiel pennt man fast ein...

SG Dölbau II 1:0 TSV Schwarz-Weiß Zscherben II
Samstag, 29. Mai 2010 – Anstoß 13.00
2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 1:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:0
Tor: 1:0 weiß ich nicht
Verwarnungen: mindestens 2x Gelb für SGD
Platzverweise: 2x Rot für TSV (70. (Nr. 7; angeblich grobes Foul?), 90. (Nr. 9; keine Ahnung, für was das war))
Spielort: Sportplatz Kleinkugel/ Am Umspannwerk (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon mind. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Nur 2. Halbzeit gesehen: am unterhaltsamsten war der überforderte Heimschiedsrichter)

SG Dölbau 3:0 SV Tura 90 Beesenstedt
Samstag, 29. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Saalekreis (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 3:0 nach 93 Min. (47/46) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 10. (Nr. 10), 2:0 61. (NR. 4), 3:0 82. (Nr. 14)
Verwarnungen: Nr. 4 und Nr. 9 (SGD)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Kleinkugel/ Am Umspannwerk (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Langweilig!)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624161714186/detail/

Die SG Dölbau ist der Verein des 1.100-Einwohnerdorfes Dölbau, das ein Teil der künstlich zusammengelegten Gemeinde Kabelsketal ist. Ein Ortsteil dieses Ortsteils Dölbau wiederum, ist Kleinkugel, wo hinter dem kleinen Umspannwerk ein völlig gesichtsloser Dorffußballplatz liegt. Der freundliche Mann an der Kasse erklärte uns auch schnell, dass die Pappeln, die bei unserem letzten Besuch noch den Platz beschatteten, vor kurzer Zeit abgesägt werden mussten – die haben leider keine lange Standsicherheit – und jetzt durch eine ganze Menge junger Linden ersetzt wurden. Diese Bäumchen geben aber leider keinen vernünftigen Schatten – bei einem angenehm warmen und sonnigen Tag, ist das trotz aller Schönheit des Wetters aber nervtötend, da die heiße Sonneneinstrahlung einen nur schläfrig macht.

Beim ersten Spiel war dieser Punkt zwar nicht so problematisch – aber beim zweiten Kick war man echt kurz vorm Einschlafen. Dabei war das erste Spiel zwei Klassen tiefer und der 5. spielte gegen den 4. In der zweiten Halbzeit, zu der wir am Sportplatz ankamen, war das einzige Tor schon gefallen und das Spiel lief optisch eher zu Zscherbener Gunsten. Die Schwarz-Weißen wurden aber vom jungen Dölbauer Schiedsrichter – dieser war nur zur Not eingesprungen, was er hoffentlich nie wieder tut – massiv benachteiligt. Was der Kasper in der 70. Minute da als Tätlichkeit oder grobes Foul des Zscherbeners gesehen haben will, war eine Lachnummer. Als Alibiaktion gab er einem der Dölbauer gleich noch Gelb wegen Meckern. Die Zscherbener hatten trotzdem mehr Angriffe aufs Tor der Gastgeber, konnten das 1:0 jedoch nicht ausgleichen. In der Schlussminute drehte der Un(?)parteiische noch völlig hohl und stellte einen zweiten Gästespieler vom Feld. Die Zscherbener nahmen es gelassen und gingen mit Kommentaren wie „Ach lassen wir’s: der hatte doch ein schwarzes Trikot [wie die Dölbauer Fußballer] unterm Schirihemd. Ist doch sinnlos!“ Aber gegen derartig unberechtigte Platzverweise, die auch noch Sperren nach sich ziehen, sollte man auf jeden Fall beim Sportgericht Protest einlegen. Je nach dem, wie die erste Halbzeit verlief, protestiert man am besten gleich gegen die Wertung des Spiels. Ob Oberforderung oder böser Wille, will ich hier mal nicht entscheiden.

Beim Hauptspiel gab es dann – leider – keine Aufreger. Die hätte es auch nicht gebraucht, wenn Dölbau das ganze Spiel über so gespielt hätte, wie sie es in den ersten 15 Minuten taten: das war echt gut, technisch O.K. und vor allem offensiv und schnell. Nach 10 Minuten auch ein klasse Treffer zum 1:0. Aber danach schlief das Spiel ein. Bis zur Pause hatte Beesenstedt, die als 7. gegen den 3. nicht so unterlegen hätten sein dürfen, nicht eine richtige Torchance. Nach dem Seitenwechsel sah es etwas besser aus, aber dafür kassierten sie gleich zwei Tore. Diverse kläglichst vergebene Torschüsse und ein Abseitstor noch für Dölbau und das Spiel war vorbei. Aber das 3:0 war ja wohl genug.

Morgen schauen wir mal in Beesenstedt vorbei: bei der der II. Mannschaften, in der untersten Spielklasse. Hoffentlich wird das unterhaltsamer. Das letzte Spiel in der 3. Kreisklasse (Krosigk gegen Oppin II 9:4) war es jedenfalls!
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Statistik:
Ground Nr. 429 (kein neuer Ground; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.010 und 1.011 (diese Saison: 153)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.310 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.340 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200

Samstag, 15. Mai 2010

W198III: Aufstiegs- und auch Abstiegskampf

TSV Schwarz-Weiß Zscherben 1:1 TSV Leuna 1919 II
Samstag, 15. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 62. Marc Martin, 1:1 91. Rene Schmidt
Verwarnungen: Nr. 3, Nr. 9, Nr. 10 (?), Nr. 7 (Zscherben); Pires (?), Hunold (TSV II)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Zscherben (Kap. 1.030, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Zwar wenige Tore aber viele Torraumszenen und ein spannendes Spiel)
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Photos and English Version (2 Pages): http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624067305032/detail/

Die einen spielen um den Aufstieg in die Landesklasse, die anderen gegen den Abstieg in die Kreisliga: Schwarz-Weiß Zscherben ging als Tabellenführer (1 Punkt, aber zwei Spiele mehr als VfL Querfurt) und somit als ganz klarer Favorit in die Partie gegen die zweite Mannschaft des TSV Leuna 1919 (als 13. von 16 aufgrund der variablen Absteigerzahl auf dem ersten der möglichen Abstiegsplätze).

Zscherben spielt auf dem Sportplatz gegenüber der schönen Radballhalle. In dem kleinen Stadion gibt es außer 30 Plätze umfassenden Sitzbänken und ein paar Steinstufen nichts für den Stadienfreund interessantes, da die Lage zwischen Kleingärten, architektonisch wenig wertvollen Bauten und einer Bahnlinie ziemlich trostlos ist. Die anderen Teutschenthaler Sportanlagen – zumindest die von SV 1885, Eintracht und Holleben – sind besser.

Die ersten 20 Minuten war von der Favoritenstellung der Gastgeber nichts zu merken, da beide Mannschaften gleichermaßen nach vorne drängten und ein munteres Spiel begannen. Dann kam nach und nach Zscherben stärker zum Zuge, wobei kein Tor herausspringen sollte. Die zwei Pfostentreffer der Schwarz-Weißen mit dem Hirsch im Wappen waren aber schon mal echte Highlights. Leuna kam vor der Pause auch noch ein paar Mal vors Tor, jedoch auch nicht erfolgreich.
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Nach der Pause dann Leuna streckenweise besser als Zscherben, doch nach einer Druckphase gelang dem Gastgeber der aufgrund der größeren und mehreren Chancen der ersten Halbzeit verdiente Führungstreffer. Der etwas zerstreute Sprecher nannte Marc Martin als Torschütze, der bis dato – und auch im weiteren Verlauf der Partie – vor allem dadurch auffiel, den guten Schiedsrichter um gelbe Karten anzubetteln. Ein technisch guter und augenscheinlich erfahrener Spieler wie er kann sich auch nicht darauf heraus reden, dass es jugendliche Ungestümheit oder Versehen gewesen sein, da nachzuhaken und ähnliche kleine Fouls zu begehen. Aber trotz diesem Spieler und auch wenn einige Zscherbener Fans das nicht so sahen: das Spiel war in Sachen Fairness bzw. Härte von beiden Seiten völlig normal und klar im Rahmen geführt.

In der Schlussphase begann der Favorit dann zu schwimmen: der Vorwurf der Zscherbener, dass hier Wettbewerbsverzerrung wegen mehrerer eingesetzter Spieler der ersten Mannschaft vorliege, ist da genauso schwach wie die Schlussphase der Mannschaft, die nach der 75. nur noch zu einer großen Chance kam – und auch nur, weil Motz einen ziemlichen Fehler vorm eigenen Strafraum machte. Wenn die Zscherbener aufsteigen wollen, dann sollen sie lieber für die Übungseinheit auf Landesklasseniveau froh sein – außerdem sollte man gegen eine in dieser Formation nicht eingespielten Mannschaft als Aufstiegskandidat gewinnen können.

Getroffen hat dann in der ersten Minute der Nachspielzeit auch kein Spieler der ersten Mannschaft, sondern Rene Schmidt. Der ist aber auch immer für einen Treffer gut! Die Vorlage kam aber von Joao Pires – den ich zum ersten Mal als Aushilfe in der zweiten Mannschaft erlebte – der die meiste Zeit über ein richtig gutes Spiel ablieferte. Nach dem Treffer erzielte Zscherben dann auch noch ein Tor: doch das war a) Abseits und b) derartig dämlich mit der Hand genommen, dass der Zscherbener mit gelb noch gut bedient war. 1:1 also der Endstand, der nicht unverdient für Leuna war. Allerdings muss man sagen, dass Zscherben über die gesamten 90 Minuten mehr Chancen hatte und Akzente setzte, sodass ein knapper Sieg für die schwarz-weißen Hirsche ebenfalls gerecht gewesen wäre. Aber Leuna hat in vorangegangenen Spielen noch viel unglücklichere Punktverluste und Niederlagen hinnehmen müssen. TSV Leuna II hat jedenfalls den 13. Platz gehalten, wobei durch die Situation in der Landesklasse die Absteigerzahl in die Kreisliga noch nicht feststeht. Aber wenn Leuna II die Spiele bis Saisonende auf diesem Niveau so durchhält - wehe einer meckert jetzt "aber der eine Punkt ist doch viel zu wenig" -, dann steht am Ende ganz sicher der Klassenerhalt!
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Statistik:
Ground Nr. 425 (ein neuer Ground; diese Saison: 94 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.002 (diese Saison: 144)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.010 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.040 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 85
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 198