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Montag, 20. Juni 2022

W3.0076III: Dritter Kreispokalsieg in Folge für den TSV Leuna 1920, ähm 1919...

FC Sportring Mücheln ...................................... 0
TSV Leuna 1919 ................................................. 8

- Datum: Samstag, 18. Juni 2022 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Finale des Saalekreispokals (Kreisoberliga; 9. Spielklasse, 4. Amateurliga gegen Landesklasse; 8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-8 nach 90 Minuten (46/44) – Halbzeit: 0-6
- Tore: 0-1 17. Christoph Hähnel, 0-2 19. Steve Gaudig, 0-3 20. Rrezart Mehmetaj, 0-4 28. Steve Gaudig, 0-5 38. Arne Schulz, 0-6 41. Arne Schulz, 0-7 67. Marius Merk, 0-8 84. Arne Schulz
- Gelbe Karten: 1x Mücheln
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Beesenstedt (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon 280 zahlende und je ca. 75 Fans der spielenden Mannschaften)
- Spielbewertung: 7,0/10

SV Turn- und Rasensport Beesenstedt 1990 ... 4
Sportgemeinschaft Reußen II ........................... 2

- Datum: Samstag, 18. Juni 2022 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: Finale des Kreisklassenpokals des Saalekreises (beide Teams 1. Kreisklasse; 11. Spielklasse, 6. Amateurliga und Aufsteiger in die Kreisliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 94 Minuten (47/47) – Halbzeit: 2-2
- Tore: 0-1 2. Dominik Hurt, 1-1 11. Toni Völkel, 1-2 24. Stephan Wilfert, 2-2 41. und 3-2 47. Ron Schaarschmidt, 4-2 60. Maximilan Prautzsch
- Gelbe Karten: 2x Beesenstedt, 4x Reußen
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Beesenstedt (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon 201 zahlende und ca. 70 Fans der Reußener)
- Spielbewertung: 7,0/10

TuS Bebitz 1927/ SV Blau-Weiß Könnern 1990/
SV Rot-Schwarz Edlau 1990 (C-Jugend) ........ 0
SV Rotation 1950 Aschersleben (C-Jugend) : 10

- Datum: Samstag, 18. Juni 2022 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga C-Junioren Salzlandkreis (5. und unterste Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 0-10 nach 70 Minuten (35/35) – Halbzeit: 0-4
- Tore: 0-1 9. Kolodzig, 0-2 12. Naujoks, 0-3 21. Mohammadi, 0-4 26. Kolodzig, 0-5 41. Mohammadi, 0-6 44. Mohammadi, 0-7 51. Kolodzig, 0-8 55. Mohammadi, 0-9 60. Fischer, 0-10 68. Kolodzig
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Trebitz (Trebitz bei Könnern; Kap. 750, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 15 Gästefans)
- Spielbewertung: 5,0/10 Sportring Mücheln 0:8 TSV Leuna 1919 [Kreispokalfinale in Beesenstedt] Photos with English commentary:
a) Saalekreis District Cup Finals: Mücheln vs. Leuna and Beesenstedt vs. Reußen Res.
b) Under-15 League: Bebitz/ Könnern vs. Aschersleben
c) Salzlandkreis: Bebitz, Trebitz bei Könnern
d) Mansfeld-Südharz: Oeste, Freist
e) Saalekreis: Beesenstedt

Bei über 30 Grad eine 99-Kilometer-Runde mit dem Rad – aber genau deshalb hatte ich das Mountainbike ja mitgenommen in den Salzlandkreis. Die Radtour führte mich erstmal in den Könnerner Ortsteil Bebitz, wo es außer einer verbauten Kirche und einem architektonisch wenig ansprechenden Gutshaus nichts gibt und dann in den Nachbarort Trebitz. Auch da gibt es eine ältere, aber wohl ungenutzte Kirche, weitere interessante Bauten habe ich keine gesehen.

Grund für den Besuch war aber auch der Sportplatz Trebitz, welcher von TuS Bebitz genutzt wird. In Bebitz gibt es keinen Platz. Der Verein ist jedoch in einer Spielgemeinschaft mit Könnern und Edlau aufgegangen – einige Jugendteams spielen regelmäßig in Bebitz. Der Platz hat ein verfallenes altes Sportlerheim und ein modernes, interessant mit einer Tribüne davor verbautes neues Sportlerheim zu bieten. Stehen kann man nur auf den Längsseiten, Bäume gibt es nur wenige, sodass man in der prallen Sonne hockte. Getränke gab es aber, was uns diesen schönen Dialog bescherte:
Zuschauer: „Ey, mache mir ma ne Cola!“
Sein Bekannter an der Theke: „Ey, das heeßt bitte du Orschloch!“
Zuschauer: „Oar, ja, mache mir ma ne Cola bitte du Orschloch...

Die Partie war ganz OK, auch wenn der Gastgeber gegen den Tabellenführer ziemlich überfordert war. Am Ende siegte Aschersleben verdient mit 0:10. Das Mädchen, das in der ersten Halbzeit das Tor hütete, war halt beweglicher als der Junge von der zweiten Hälfte – daher 0:4 und 0:6 und einige Anzickerei auf dem Feld. Die Motivation des Abwehrchefs an den Schlussmann: „Mach die Wildsau, Digga!“ hat wohl nicht so viel genutzt. SG Bebitz/ Könnern/ Edlau C 0:10 Rotation Aschersleben C Mit dem Rad ging es dann weiter an Könnern vorbei über die Saalebrücke und nach Friedeburg. Da es ab Oeste nur noch bergauf ging und das steil und ohne Schatten, schaffte ich es erst kurz nach Anstoß zum Vorspiel des Kreispokals nach Beesenstedt. Wenn man mit Rad und Leuna-Basecap kommt, wird man auch gleich gelobt für die Radtour aus der Saalestadt in die hinterste Ecke des Landkreises...
Ich hatte das 0:1 für SG Reußen II leider schon verpasst, doch kurz nachdem ich einen Platz im Schatten gefunden hatte, glich Beesenstedt aus. Zur Pause stand es in einer richtig guten Partie nach zwischenzeitlich erneuter Gästeführung 2:2. Nach der Pause hatte Beesenstedt im Heimfinale den längeren Atem und siegte 4:2 – das Schiedsrichtergespann agierte nicht fehlerfrei, war aber nicht so schlecht, wie die Reußener das gerne sahen... Die letzten 20 Minuten der Partie waren nicht mehr so gut wie die ersten 70. In jedem Fall mit TuRa Beesenstedt ein verdienter Sieger – beide Teams sind ja in die Kreisliga aufgestiegen und lieferten heute eine wirklich ansehnliche Leistung ab! TuRa 90 Beesenstedt 4:2 SG Reußen II [Kreisklassenpokalfinale in Beesenstedt] Nun aber das eigentliche Highlight: TSV Leuna traf auf Sportring Mücheln. Beide Seiten hatten kaum 100 Leute mitgebracht, immer noch mehr Beesenstedter am Platz, als Fans der anderen Teams. Verglichen mit den Pokalfinals im Westen, die ich letzthin gesehen habe, war wenig Stimmung und auch weniger Zuschauerzuspruch. Aber sportlich war das dafür besser als viele der Finals in NRW und RLP. Leuna brauchte zwar ein bisschen, doch dann lief es plötzlich wie am Schnürchen. Binnen 5 Minuten die Partie mit einer 3:0 Führung und tollen Spielzügen entschieden. Bei Pause stand es 6:0! Nach der Pause viele Wechsel, Mücheln nun auch besser aufgestellt und am Ende aber immer noch weitere Tore vom TSV: 8-0 auch in der Höhe völlig verdient. Kurz vor Abpfiff verletzte sich leider noch ein Müchelner – für Sportring ein richtig beschissenes Finale also. Aber eine souveräne Leistung und ein hoch verdienter dritter Pokalsieg in Folge für den TSV Leuna 1919! Richtig geil – Glückwunsch!

So lohnte sich der Spielbesuch natürlich besonders, zumal ich mich vom Drumherum um die beiden sehenswerten Partien leider nicht so begeistert zeigen kann: Zu wenig Begeisterung beim Leunaer Anhang, bei Mücheln etwas mehr Stimmung, von Beesenstedter Seite der übliche hohe Eintritt von 5€ ohne dass man dafür Zuschauerkomfort wie Bierbänke um den Platz herum geboten hätte (ich erwähne das, weil ich sowas mal in Luxemburg als geschickte Notlösung auf einem Platz ohne Sitzplätze gesehen habe und hier auch sicher umsetzbar gewesen wäre) und auch sehr hohe Essens- und Getränkepreise – dann zum Abschluss noch eine derart unbeholfene Siegerehrung, dass man sich schon fragte, ob das Satire sein sollte. Offenbar ein Beesenstedter, der da moderierte. Erst in SED-Manier mit der Bemerkung „früher hat man da geklatscht“ Applaus u. a. für irgendwelche Lokalpolitiker, die da Spalier standen, einfordern. Ich habe natürlich nur für die Spieler und nicht die Politiker geklatscht, wie die meisten anderen auch; denn wo war von diesen Feiglingen der Widerstand gegen das viermonatige Sportverbot 2020, dann das neunmonatige Sportverbot 2020/2021 und auch in diesem Winter 21/22 wieder zumindest für etliche Sportler mehrmonatige Sportverbot? Was wollen solche Gestalten beim Sport, den ihre Spießgesellen in Berlin monatelang zerstört haben, nachdem sie fast ausnahmslos nicht mal Lippenbekenntnisse zugunsten der Amateursportler geäußert haben, damit sie bloß nicht gegen die Parteilinie verstoßen? Wenn sich einer der Typen ungerecht behandelt fühlen sollte: Ich habe die Berichterstattung aus dem Saalekreis regelmäßig verfolgt – leise Kritik an den irren Corona-Zwangsmaßnahmen gegen die Sportler reicht eben nicht aus; hätte einer der Anwesenden etwas Brauchbares geäußert, wäre mir das nicht entgangen – dieses Verhalten der Bundes-, Landes- und auch Lokalpolitik gegenüber den Amateur- und Freizeitsportlern aller Altersklasse in den letzten beiden Jahren ist absolut unentschuldbar! Natürlich entschuldbar, aber schon sehr ungeschickt war es dann, dass der Beesenstedter Sprecher nicht mal Frau Heimbach als Kreissportbund-Vorsitzende korrekt anzukündigen schaffte. Bevor er endlich Ruhe gab und die Pokalsieger mit ihren Pokalen feiern ließ, gratulierte er als Höhepunkt seiner Rede dann noch unserem TSV Leuna 1920... Sportring Mücheln 0:8 TSV Leuna 1919 [Kreispokalfinale in Beesenstedt] Statistik:
- Grounds: 3.116 (1; diese Saison: 294 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.464 (3; diese Saison: 356)
- Tourkilometer: 100 (100km Rad + 430km Auto am Freitag)
- Saisonkilometer: 78.860 (50.280 Auto, davon 12.710 Mietwagen/ 24.470 Flugzeug/ 4.080 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 37 [letzte Serie: 164, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 76 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Samstag, 2. August 2014

W418IV: Wieder eine knappe Niederlage in Reußen

Sportgemeinschaft Reußen ................................................ 2
TSV Leuna 1919 .................................................................. 1
- Datum: Samstag, 2. August 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 23. Daniel Weimann, 2-0 74. Mirco Punde, 2-1 89. Elia Wilke
- Verwarnungen: Thomas Brandt, Martin Smolinski (Reußen), Peter Gühne (Leuna)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Reußen (Kap. 700, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)  
Photos and English Commentary:
Amateur Football League: SG Reußen defeat TSV Leuna

Zum Eröffnungsspieltag der Landesklasse Staffel 6 reiste Leuna nach Reußen. Als ich den TSV das letzte Mal (31.3.2014, d.h. in der Rückrunde der Vorsaison) auf dem Dorfanger dieses Kaffs bei Landsberg gesehen habe, verloren sie knapp mit 1:0 gegen deutlich bessere Reußener. Im Gegensatz zu einem Vereinskameraden, der sich von seinem Vater erfolglos über Handy nach Reußen leiten lassen wollte und irgendwo auf der Autobahn Richtung Berlin umdrehte, fanden mein Vater und ich den Weg schnell und problemlos: der Schnitt von 20,5 km/h war auch sportlich gut.

Bei der Hitze war die Leistung der beiden Mannschaften dann aber doch sportlich noch besser – aber leider sollte Leuna auch mit dieser deutlich anders aufgestellten Mannschaften nicht erfolgreicher sein als beim letzten Aufeinandertreffen: wieder eine Niederlage mit einem Tor! Der Eintritt kostete übrigens auch wieder angemessene 2,50€ und wieder war es Reußen, das früh in Führung ging. Da am Abwehrverhalten rumzumeckern, wäre aber unangemessen: der Schuss war sehr gut vorgelegt und unhaltbar abgefeuert. Allerdings war das mehrfache Durchbrechen der Leunaer Abwehr, das Torwart Golloiuch mehrfach klären und einmal sogar der Pfosten retten musste, von den Verteidigern nicht gut gelöst.

Nach der Pause hatte Leuna mehr vom Spiel, wobei die Chancen nun etwa gleich verteilt waren. Reußen erzielte mit einem Kopfball dann aber die Vorentscheidung, kurz nachdem Gago Ibrahim eines von mehreren Fouls gegen ihn wegstecken musste. Dieses Foul führte allerdings zu einem Elfmeter, den dann der Torwart der Reußener hervorragend parierte. Erst kurz vor Schluss traf Leuna endlich ins Tor: der schon bei den Vorbereitungsspiel positiv in Erscheinung getretene Elia Wilke hielt 10m vor dem Kasten den Fuß rein und erzielte den Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es dann leider nicht. Und auch wenn einiges noch besser laufen muss beim TSV Leuna - das war schon ein gutes Spiel! Auch dem Schiedsrichtergespann muss man eine gute bzw. sogar sehr gute und souveräne Leistung bescheinigen.  
Statistik:
- Grounds: 1.155 (heute kein neuer; diese Saison: 2 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.116 (heute 1; diese Saison: 4)
- Tageskilometer: 60 (60km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 680 (600 Auto/ 80 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 98 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 418

Montag, 31. März 2014

W400III: Knappe Niederlage in Reußen (TSV) und erwartetes Ausscheiden aus den Play-Offs (CVM)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna-Spergau) 0
Berlin „Recycling Volleys” (SC Charlottenburg) .... 3
- Datum: Samstag, 29. März 2014 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: 1. Volleyball-Bundesliga (1. deutsche Volleyballliga, Profi-/ Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-3 nach Sätzen
- Satzresultate: 21-25, 20-25, 11-25
- Spielzeit: 65 (23, 22, 20) Minuten
- Besondere Vorkommnisse: Verwarnung (Gelbe Karte) wegen Reklamierens für CVM
- Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Bis auf den extrem einseitigen dritten Satz zeigten beide Teams gutes Volleyball)

Sport-Gemeinschaft Reußen 1:0 TSV Leuna 1919
- Datum: Samstag, 29. März 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 1-0 14. Thomas Spors
- Verwarnungen: Thomas Spors, Thomas Dietsch (Reußen); 2x Michael Stützer, Stefan Motz, Nino Hammerschmidt, Marius Meier
- Platzverweise: 85. Leunas Michael Stützer (wiederholtes Foulspiel)
- Spielort: Sportplatz Reußen (Kap. 700, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon angeblich nur 36 Zahlende, Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Eher mittelmäßiges aber bis zum Ende wirklich spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football: SG Reußen defeat TSV Leuna 1-0
Volleyball Top-Flight: CV Mitteldeutschland v Berlin RV

In meiner sechsmonatigen Abwesenheit hat sich im Saalekreisfußball nicht allzu viel getan: Leunas Zweite hält sich gut in der Kreisliga, die Jugend (F und E) gewinnt die Mehrheit ihrer Spiele, die Frauen ganz im Gegenteil, die Erste Mannschaft ist immer für ein tolles Spiel (3:1 gegen VfL Halle) oder auch eine blamable Leistung (Niederlage bei Seeben) gut. Günthersdorf kämpft weiterhin zusammen mit u.a. der Reserve von Merseburg 99 um den Aufstieg in die Liga von Leuna, Mannschaften wie Teutschenthal, Gimritz und Knapendorf spielen leider so schwach wie eh und je und während Buna Schkopau endlich aus dem Spielbetrieb genommen wurde, sind die Großgräfendorfer Schlägertypen (obwohl diesmal ein Schiri umgeboxt wurde und nicht „nur“ ein Gegenspieler) immer noch dabei. Ungewöhnlich ist nur, wie gut sich SG Reußen gemacht hat; die sind erstmals wieder in der Spitzengruppe der Landesklasse zu finden, auch wenn der Rückstand auf Platz 1 und den 1. FC Zeitz aussichtslos ist.

Unter diesen Voraussetzungen war nicht zu viel zu erwarten, als wir in das sehr hässliche und öde Dorf bei Landsberg nach einer unerwartet flotten Radtour einfuhren. Erstmal den gut sortierten Imbissstand belagert, was andere Leunaer auch machten da die Spieler auch ewig auf Einlass in eine der beiden Kabinen warten mussten, und dann einen der begehrten 50 Sitzplätze gesichert…

Der idyllische Dorfacker ließ ein ganz ordentliches Spiel zu: durch die geringen Maße ging es flott hin und her zwischen den Toren – und wenn der Ball mal versprang, konnte man es schön auf die Unebenheit des Platzes schieben. Was man nicht auf die Unebenheiten schieben konnte, waren Fehler wie jener Ballverlust von Carsten Arndt, der zum 1:0 für Reußen führte: der Stürmer nahm ihm den Ball einfach 20 Meter vorm Kasten ab und schob ihn ins lange Eck.

In der Folgezeit gab es Chancen auf beiden Seiten, die spektakulär oder kläglich, knapp oder deutlich vergeben wurden. Es ging also mit 1:0 in die Pause. Leider sollte das auch unerwartet der Endstand bleiben, da Reußen nach dem Seitenwechsel mit Ergebnisverwalten anfing: Leuna war unfähig den Ball im Tor unterzubringen und Reußen zeigte sich nicht gerade in Form einer Spitzenmannschaft; denn eine Spitzenmannschaft kontert dann erfolgreicher.

Dass es nicht zu einem deutlicheren Sieg der Reußener kam, ist dem wohl heute besten Spieler, Torwart Ronny Goloiuch, zu verdanken gewesen: mit mehreren Glanzparaden verhinderte er weitere Gegentreffer. Auf andere Art auffällig war leider Michael Stützer, der mehrfach übertrieben einstieg, bereits nach einer Viertelstunde die erste gelbe Karte der Partie sah und aus mir unerfindlichen Gründen bis zur 85. durchspielen durfte. Dann war mit Gelb-Rot Ende Gelände. Drei Spieler auf der Wechselbank, zwei Spieler auch eingewechselt – aber statt gegen den trotz Vorbelastung drei Mal grenzwertig einsteigenden Stützer, werden Shoshi und Meier gegen den halbwegs ordentlich spielenden Hähnel und den wirklich solide auftretenden Franz Motz eingewechselt. So Entscheidungen muss man nicht verstehen…

Entscheidungen, die man verstehen muss, waren heute jene vom Sportfreund Michael Kopp von Elbe Aken: der machte einen sehr souveränen und sicheren Eindruck. Nur seine Assistenten, insbesondere der jüngere Linienrichter, winkten mehrfach offensichtlich falsch Abseits und sinnlos Foul.  
Kurz nach Abpfiff fuhren wir auch schon wieder zurück nach Süden, doch an Merseburg vorbei und über Bad Dürrenberg nach Spergau. Der Verein heißt zwar nicht mehr VC Bad Dürrenberg/ Spergau, sondern schon eine ganze Weile Chemie Volley Mitteldeutschland, was ein wirklich mehr als zweifelhafter Marketing,,gag“ ist, aber Volleyball kann man sich trotzdem nach wie vor auf höchster Ebene angucken. Aufgrund der kranken Lizenzauflagen der DVL aber möglicherweise nicht mehr lange.

Zum Ende dieser Saison waren noch einmal die Titelverteidiger von der Berliner Müllabfuhr – der Marketingname ist natürlich noch kranker: Berlin Recycling Volleys statt SC Charlottenburg, unglaublich was sich manche Nicht-Sportler in den Chefetagen da einfallen lassen – zu Gast. Ich war zum ersten Mal in dieser Saison zu Gast, was erfreut zur Kenntnis genommen wurde im VIP-Raum.

Leider war es für diese Saison auch das letzte Mal, denn erwartungsgemäß hieß es nach einer reichlichen Stunde ansehnlichen Volleyballs 0:3 für Berlin und somit 0:2 in der Best-of-Three Serie des Viertelfinals der Meisterrunde. War bei einigen Spielen der Volleyballbundesliga das Buffet des Skyhotels Merseburg so ziemlich das Beste, konnte man das heute trotz wirklich hervorragendem Buffet nicht sagen: in den ersten beiden Sätzen spielten die Spergauer, die aufgrund der somalischen Zustände auf der Saale oder warum auch immer auch als „Pirates“ bezeichnet werden, richtig gutes Volleyball. Dass sie auf Augenhöhe waren, konnte man zwar nicht sagen – Berlin machte halt das Nötige um einen soliden Satzgewinn verbuchen zu können – aber was es für Schmetterbälle und teilweise sogar Finten zu sehen gab… das war schon fast auf dem Niveau der Charlottenburger!

Der dritte Satz war denn einfach nur eine Demontage, die einen standesgemäßen Sieg der diesmal in schwarzen statt in müllabfuhrfarbenen Trikots spielenden Berliner festigte. Auch wenn viele der Spiele der Jungs aus dem Leunaer Ortsteil Spergau eher enttäuschend verliefen, ist es doch sehr zu hoffen, dass dieser Verein weiterhin als Erstligist die Sportlandschaft von Ostdeutschland (aus politischen Gründen auch als „Mittel“deutschland bezeichnet), speziell die ansonsten eher dürftige Sportlandschaft Sachsen-Anhalts und ins Besondere die sehr dürftige Sportlandschaft des Saalekreises, bereichern würde!  
Statistik:
- Grounds: 1.091 (heute: kein neuer; diese Saison: 120 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.010 (heute: 2; diese Saison: 154)
- Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 51.130 (49.870 Auto/ 1.170 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 400

Montag, 10. Juni 2013

W358I-IV: Zum ersten Mal Fußball in Altmark-West, eines der schlechtesten Spiele seit Jahren, 1:1 für Leunas Alte Herren und Donnerstag bei Ostrau – wie man aus einer Chaoswoche noch das Beste herausholt!

Verein für Bewegungsspiele 1907 Klötze ------------------ 4
FC Jübar/ Bornsen von 1950 --------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisliga Altmark West/ Salzwedel (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 22. Philip Peters, 1-1 31. Jan Spycher, 2-1 37. Steven Elksne, 3-1 41. Max Fuhrmann, 4-1 55. Benjamin Riecke
- Vergebener Elfmeter: 35. Min., Michael Ritzke (Jübar) wehrt Foulelfmeter von Michael Wisswedel (Klötze) ab - Verwarnungen: 2x Dirk Grobauer, 1x Morris Rymarczyk (Jübar)
- Platzverweise: 73. Min., Dirk Grobauer (Jübar, wiederholtes Foulspiel)
- Spielort: Geschwister-Scholl-Stadion (Kap. 2.000, davon 1.200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon angeblich nur 47 zahlende; Gästefans: ca. 20)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Match: Klötze spielte konstant engagiert und gut, Jübar ließ mit der Zeit nach)

VfL Kalbe (Milde) 1926 C ------------------------------------ 7
SV Eintracht Salzwedel 1909 C II --------------------------- 3
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 11.15
- Wettbewerb: C-Junioren Kreisliga Altmark West/ Salzwedel (4. und unterste Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 7-3 nach 72 Min. (35/37) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 14. (7), 2-0 18. (7), 3-0 25. Eigentor, 4-0 28. (7), 5-0 38. (7), 5-1 43. (5), 6-1 51. (7), 6-2 55. (13), 7-2 55. (7), 7-3 68. (4)
- Verwarnungen: Nr. 10 (Kalbe)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz I Kalbe, An der Turnhalle - Schulstraße (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nicht nur torreiches, sondern durch Kalbe auch wirklich gutes Jugendspiel)

Verein für Bewegungsspiele Artern 1919 ----------------- 1
SpG VfB Oldisleben/ SV Viktoria Heldrungen ---------- 0
- Datum: Samstag, 8. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Nordthüringen (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 90. Matthias Nelde
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion im Salinepark Artern (Kap. 3.060, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon 110 zahlende; Gästefans: ca. 25)
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Das war das schlechteste Männer-Fußballspiel das ich in 14 Jahren je gesehen habe – bis der am wenigstens schlechte Spieler auf dem Feld in der Schlussminute per Hacke einnetzte...)

SV Wacker Rottleberode D ---------------------------------- 6
Jugendspielgemeinschaft FSV Grün-Weiß Gerbstedt/ Volkssport-Gemeinschaft Helmsdorf D II ----------------- 6
- Datum: Samstag, 8. Juni 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: Kreisliga D-Junioren, Mansfeld-Südharz/ Staffel 1 (2. und unterste Spielklasse der U13)
- Ergebnis: 6-6 nach 62 Min. (30/32) – Halbzeit: 4-4
- Tore: 0-1 2. (9), 1-1 4. (9), 2-1 8. (6), 2-2 9. (3), 2-3 13. (2), 2-4 15. (2), 3-4 18. (11), 4-4 20. (9); 5-4 36. (4), 6-4 45. (9, Foulstrafstoß), 6-5 52. (11), 6-6 54. (9)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportzentrum Rottleberode, Platz 2/ Kleinfeld (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes Juniorenspiel mit einer selbst für diese Klasse ungewöhnlich hohen Torquote)

SV Merseburg 99 AH ---------------------------------------- 1
TSV Leuna 1919 AH ----------------------------------------- 1
- Datum: Freitag, 7. Juni 2013 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 1-1 nach 69 Min. (35/34) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 54. Mario Melchior, 1-1 61. Nr. 44
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadtstadion Merseburg (Kap. 10.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 25 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Mittelmäßiges Spiel, das Leuna von den Spielanteilen und Chancen her hätte gewinnen müssen)

Landsportgemeinschaft 1967 Ostrau --------------------- 4
Sportgemeinschaft Reußen --------------------------------- 0
- Datum: Donnerstag, 6. Juni 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 4 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 3. Steve Backhaus, 2-0 33. Michael Schaaf, 3-0 44. Jens Obenauf, 4-0 90. Steve Backhaus
- Verwarnungen: Florian Markgraf, Steve Backhaus (Ostrau); Rene Quilitzsch, Enrico Brandt, Thomas Dietzsch, Tobias Burwig (Reußen)
- Platzverweise: Reußens Stephan Pillekeit (60. Min., Nachtreten)
- Spielort: Sportplatz Ostrau (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon angeblich nur 35 zahlende, Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Typisches Ostrau-Spiel: LSG gewinnt mit allenfalls mittelmäßiger Leistung gegen sehr schwachen Gegner) 
DSC06678: VfB Artern 1919 v SpG Oldisleben/ Heldrungen 
Photos with English Commentary:
Thursday:
- Amateur Football; Ostrau v Reußen, Sightseeing: Petersberg Panorama, Church of Drobitz, Estate of Drehlitz
- Ostrau Palace (and Pictures of LSG Ostrau Reserve v SV Sennewitz Reserve) 

Friday:
- Veterans Football: SV Merseburg 99 v TSV Leuna 1919, at 10,000-capacity Stadtstadion Merseburg

Saturday:
- Thuringia Amateur League: VfB Artern v SpG Oldisleben/ Heldrungen, at Salinestadion 
- Saxony-Anhalt U13 League: Wacker Rottleberode v GW Gerbstedt/ VSG Helmsdorf 
- Sightseeing in Southern Harz Mountains and Golden Water Meadows Region: Bernecke Ruins, Rottleberode, Heldrungen and Oldisleben Castles, Bad Frankenhausen Leaning Tower 

Sunday:
- Under-Aged Football in Altmark West Region: VfL Kalbe U15 v Eintracht Salzwedel U15 Reserve
- Amateur Football League of Altmark West Region: VfB Klötze 1907 v FC Jübar/ Bornsen 1950
- Castles, Churches, and Framework Buildings in Altmark Region: Salzwedel, Gardelegen, Kalbe/ Milde, Klötze, Kakerbeck etc.
DSC06402 Rust Meine Fresse, was für eine Chaoswoche! Nach dem wochenlangen Dauerregen und den ausnahmsweise richtigen Prognosen der Meteorologie-Scharlatane vor diesen Regenfällen, musste doch jedem seit zwei Wochen klar sein, was ab dem ersten Junitag passierte: Überschwemmungen. Wenn ich mir so ansehe, wie es ab Montag (3.6.) so in Halle und Umgebung zuging, frage ich mich aber, wo dieses Vorurteil „Deutsche sind immer topp organisiert“ herkommt. Topp organisiert war jedenfalls, dass die ganze Stadt Merseburg durch dutzende Baustellen gleichzeitig und Schienenersatzverkehr der Bahn lahmgelegt wurde. Als in Halle das Hochwasser los ging und der öffentliche Nahverkehr aus dem südlichen Umland lahmgelegt war, stieg natürlich der Individualverkehr. Mit Umwegen (die man als Umleitungen hätte ausschildern können) und dreister Fahrweise (bei 70 innerorts zwei Spurwechsel hintereinander und so was) schaffte ich es Montag aber noch um 8.30 in die Uni.

Dienstag schaffte ich das nicht mehr: nach 90 Minuten war ich am Bahnhof (normalerweise keine 20 Minuten Fahrt) und drehte ab, die ich nicht mal mehr 50 Minuten des Unterrichtes mitbekommen hätte. Einige der Straßensperren waren nicht nachvollziehbar, die Polizei am einen Ende der Straße wusste nicht, was der Einsatzleiter am anderen Ende angeordnet hatte. Nur Feuerwehr und THW wussten wirklich genau, was sie wann wie zu machen haben. Im Laufe des Tages dramatisierten die Medien immer mehr die Situation. Ein Spiel von der LSG Ostrau wurde inoffiziell abgesagt und dann sinnvollerweise doch gespielt. Das Spiel hätte am 1.6. aber auch niemals abgesagt werden dürfen.

Mittwoch wollte ich mit dem Fahrrad fahren, da das in Halle mittlerweile die einzige schnelle Fortbewegungsart war, doch ein Kommilitone und Kumpel konnte mir gerade noch über die überlasteten Leitungen klar machen, dass der Lehrbetrieb wirklich überall an der Uni bis Freitag abgesetzt ist. Wirklich nötig erscheint das nicht – fast so dumm wie die unnötige Absage der Händefestspiele – aber wenn die meinen, dadurch das ganze Semester eine Woche nach hinten verschieben zu müssen... mir doch egal! Ich ging jedenfalls Sporttreiben in Merseburg.
Ja was? Was soll ich denn sonst machen? Alle Übersetzungen angefertigt, alle Referate fertig und keinerlei freiwillige Helfer in Merseburg gebraucht! Zumindest wurden keine Aufrufe gestartet. Ich habe vielmehr von Seiten der Berufsfeuerwehr gehört, dass bei aller lobenswerter und funktionierender Hilfsbereitschaft wie am Gimritzer Damm in Halle, auch störende Hilfsbereitschaft vorkam: nämlich jene von den Leuten, die nur weil es durch die Medien geht und sie sich dann für cool halten Sandsäcke befüllen, dabei mehr blöd herumstehen als alles andere und alle halbe Stunde bei Facebook reinstellen, wie spannend die Hilfsarbeit ist... DSC06417 LSG 67 Ostrau v SG Reußen Das erste Spiel in dieser Chaoswoche gab es Donnerstag. Auch wieder keine Uni, natürlich auch keine Fluthilfe in Merseburg gebraucht (und in Halle waren übrigens auch hauptsächlich die Profis von Feuerwehr und THW am Werk, was auch viel besser so ist), zudem wieder dramatisierte Medienmeldungen (von wegen ganz Neustadt müsse evakuiert werden und es gebe Plünderungen) und schon wieder ein Spiel in Ostrau. Mein Vater kam knapp mit dem Auto an, ich hatte genug Zeit um mit dem Fahrrad über den Petersberg zu fahren.

Ostrau steht, warum auch immer, auf Platz 5 und die SG Reußen auf dem 6. Platz in der Landesklasse 4. Natürlich war das heute wieder ein Spiel, das auf eine sinnlose Verlegung zurückgeht, aber mir soll’s recht sein. Dass am Wochenende der komplette Spielbetrieb trotz Beruhigung der Hochwasserlage abgesagt wurde, zeigte natürlich vom Allerfeinsten die Dummheit der Verbände – aber Hauptsache es wurde heute gespielt...

Ostrau legte auch gleich zackig los und ging mit einem Weitschuss nach nur drei Spielminuten 1:0 in Führung. Reußen hatte nur wenige und weitestgehend ungefährliche Angriffe aufs Tor und verlor dadurch das Spiel schon bei Halbzeit: Ostrau machte das Nötigste und zog mit 3-0 davon.
Die zweite Halbzeit war nicht mehr so gut, denn Ostrau kam erst nach Auswechslung des Torhüters zum 4-0, als der Ostrauer Stürmer ihn umkurvte und einnetzte. Bis zur 90. hatte Ostrau wenig gezeigt, Reußen hatte so gut wie keine Torchance. Nach einer der ganz wenigen Chancen bekam Reußen zu allem Überfluss auch noch einen Platzverweis, da ein Ostrauer Spieler einen Reußener übel anschoss um einen Abstoß zu erwirken, ein anderer Ostrauer dann den Reußener dumm anquatschte und dieser ihm auf die Hacken latschte. Hätte sich der Ostrauer nicht so theatralisch und albern schreiend fallen gelassen, hätte es aber auch keine rote Karte gegeben für das lächerliche Nachtreten...

Da der Ostrauer mit der Sammelkiste anscheinend stark kurzsichtig war, blieb uns sogar das entrichten des Eintritts für dieses nicht besonders gute aber ansehnliche Spiel erspart. So im Schatten auf der Gegenseite stehend hatte er uns wohl einfach nicht gesehen...
Äußerst kostengünstig also, die Groundhoppingtour mit dem Rad heute... DSC06506 SV Merseburg 99 v TSV Leuna (veterans football). Auch Freitag ging es mit dem Rad zu einem kostenlosen Spiel, wobei es nur in einen anderen Stadtteil innerhalb Merseburgs ging. Leunas Alte Herren traten bei den „Schkopauern“ an. Da Freizeitfußball und -volleyball auf Platz 2 lief und niemand den Alten Herren den Hartplatz Platz 3 anbieten wollte, wurde schön auf dem Hauptplatz gespielt. Auf den Stehrängen und den Sitztribünen, die zusammen 10.000 Leute fassen, verloren sich kaum 25 Zuschauer, von denen die Mehrheit aus Leuna kamen.

Auch die Mehrheit der Chancen kam von Leuna. Gerade in Halbzeit eins hatte zwar auch Leunas Torwart Hähnel etliche Gelegenheiten sich auszuzeichnen - da Leuna zudem auch nur mit 10 Mann begann, ehe ein neuer Spieler als 11. Mann angetrabt kam - da von einem einseitigen Spiel nicht die Rede sein konnte – aber die besseren und zahlreicheren Chancen hatte schon Leuna.

Das galt besonders in Hälfte zwei. Immer noch beim Spielstand von 0:0 brach Mario Melchior durch die Abwehr und passte unnötigerweise auf Müller, der im Abseits mittrabte und einnetzte. Richtigerweise erkannte der Schiri auf Abseits – bei Merseburg 99 hat er nicht jeden Regelverstoß erkennen wollen.

Erst nach 54 Minuten fiel ein Treffer: Melchior beschäftigte hier wieder eine ganze Reihe von Abwehrspielern und narrte auch den Torwart, sodass er zum längst fälligen 0:1 einschieben konnte. Nicht lange danach trug allerdings Merseburg 99 einen ihrer wenigen Angriffe in der zweiten Hälfte vor: der führte zu einem Freistoß und dieser ging durch die Mauer ins Eck. Leuna vergab noch vier, fünf Chancen und Merseburg hatte auch noch zwei – am Ende blieb es beim für Merseburg sehr glücklichen 1:1. DSC06550: Sportzentrum Rottleberode Am Samstag war bis Mitte der Woche das letzte Saisonspiel der Männer vom TSV Leuna angesetzt, das dann von den schwachsinnigen Idioten vom Verband auf den 15.6. verlegt wurde (zusammen mit allen anderen Partien auf Landesebene, die am Wochenende ausgetragen werden sollen). Ich plante also eine nette Tour für den 8.6. und wollte am 15.6. dann zu Naumburg - Leuna. Am Donnerstag oder Freitag verlegten die Geisteskranken dann die Partie zurück auf den 8.6., woraufhin ich keine Lust mehr auf den Kick hatte: in Staffel 4 wurden alle Partien ebenfalls auf den 8.6. zurückverlegt und dann abgesagt – und hier in Staffel 6, wo es um nichts mehr geht und die Mannschaften nur noch mit dem letzten Notaufgebot antreten, musste man mit Nichtantreten von Absteigern wie Naumburger BC rechnen. Also sahen wir zum ersten Mal seit Jahren nicht das letzte Saisonspiel der I. Männermannschaft. Bei diesem zum Saisonende aufgetretenen Tiefpunkt des organisatorischen Versagens des Verbandes ist das auch kein Wunder. Aber wie Freitag bei den Alten Herren von Gisbert und anderen Leuten die Ahnung haben gesagt wurde: „Hätten die mal im Winter nicht bei jeder Schneeflocke ohne Not abgesagt, wäre das ganze Theater nicht gewesen!“ – Dass diese völlig verblödeten Funktionäre daraus lernen, ist aber keineswegs zu erwarten.

Halbwegs gut hingegen funktioniert der Spielbetrieb in Mansfeld-Südharz mittlerweile auch bei der Jugend. Also begannen wir den Tag in Rottleberode im Südharz. Dazu fuhren wir in Berga von der A38 ab, bogen gegenüber des einen Gehöftes vor Uftrungen rechts in einen Feldweg ein und schauten uns dort erstmal die Wüstung eines um 1437 abgefackelten Dorfes Bernecke an, von dem noch die Kirchenruine steht. In Rottleberode selbst gibt es eine intakte Kirche, viel neuere Bebauung und ein paar Fachwerkhäuser.
Dann ging es zum Fußball. Hinter dem NP befindet sich am Rande des Dorfes ein kleines Stadion, das als Sportzentrum Rottleberode oder „Wacker-Arena“ bekannt ist. Neben dem Hauptplatz mit einer Sitztribüne mit etwa 800 flachen Schalensitzen und netter Landschaft drumherum, gibt es einen Kleinfeld-Rasenplatz der von der schönen Berglandschaft lebt und sehr stark zur Seite hin abfällt, einen Kunstrasen-Bolzkäfig mit Basketballkörben und Kleinfeldtoren und eine ziemlich große Sporthalle. Die ganze Anlage wirkt völlig überdimensioniert für dieses Kuhdorf.

Typisch für dieses großkotzige Erscheinungsbild wurde der frisch handgeschnittene Rasenteppich des Hauptplatzes geschont und das D-Jugend Mittelfeldduell auf dem Rasen-Nebenplatz ausgetragen. Wir hockten uns in den Schatten unter einen Baum hinter dem einen Tor und wurden immerhin spielerisch gut unterhalten: beide Teams waren auf erfreulich hohem Niveau! Viel Laufarbeit, Schnelligkeit, recht gute Ballbehandlung und v.a. starke Schüsse. Die Torhüter waren gar nicht schlecht, aber mussten trotzdem dauernd Bälle aus dem eigenen Netz holen. Mitte der ersten Hälfte sah es für die Gäste aus Helmsdorf und Gerbstedt besser aus, doch aus 0:1 und 2:4 wurde schnell ein 4:4. Nach dem Seitenwechsel riss Rottleberode das Spiel an sich und ging mit 6:4 in Führung, was bei dem 4er und v.a. dem 3er der Gäste zu disziplinarischen Spirenzchen führte. Also wo die das Nachtreten, unsauber Grätschen, Klammern und sich dann auch noch vom Schiedsrichter benachteiligt fühlen, obwohl man auch nach mehreren gelbwürdigen Fouls immer noch auf dem Platz steht, her hatten... Wahrscheinlich vom Vati, der – unterstützt von der Mutti, die von Fußball Null Ahnung hat aber ihrem Sohn oder Mann immer sagt, er und nicht der Schiri oder Trainer habe recht und sei der Beste – in der Kreisklasse oder bei den Alten Herren dauernd reinholzt und rumprollt!
Wie auch immer: etwas sehr glücklich kam der Gast noch zum 6:6 Ausgleich, sodass beide ihren jeweiligen Tabellenplatz festigten. DSC06645: Stadion im Salinepark Artern Wir besichtigten noch die Grasburg - also die Reste einer Burg aus dem 10. Jahrhundert, von der u.a. noch die Ruine eine Kapelle aus dem 12. Jh. steht - im Wald bei Rottleberode und fuhren ins Nachbardorf Stempeda, wo eine kurios zusammengepfriemelte Kirche und ein interessanter Fußballplatz (Freizeit) zu sehen sind weiter.
Der scheiß Kyffhäuser lohnt überhaupt nicht: für das Denkmal werden schweinische Eintrittspreise verlangt trotz Baustelle und die Rothenburg ist komplett gesperrt wegen Umbauarbeiten.
Bad Frankenhausen ist da schon besser, wobei die Burgruine dort auch gerade gesichert wird. Der schiefe Kirchturm ist übrigens noch nicht umgefallen.

Mit Artern schließlich, hatten wir dann das letzte Provinzkaff aufgetrieben. Völlig ausgestorben, heruntergekommen und kaum ein sehenswertes Gebäude. Zwischen Plattenbauten, einer ruinösen Saline und einem Freibad steht das 50 Jahre alte Stadion von VfB Artern, das vielsagend „Stadion im Salinepark“ heißt. 11 Stehstufen auf einer Längsseite, an deren einem Ende ein schickes Kassenhäuschen und an deren anderem Ende ein noch schickerer Sprecherturm steht. Dazwischen eine Schale für das olympische Feuer und eine von einem massiven Baum beschattete Galerie. Vegetation gab es hier eh genug: eine Blautanne beschattet weiße Sitzbänke, grüne Laubbäume werfen Schatten auf die schwarzen Steinstufen und Wacholdergestrüpp rankt direkt hinter der Weitsprunggrube... Auf dem Graswall gegenüber steht noch ein Wellblechverschlag mit vielen Stützstreben und Holzbänken für nur etwa 60 Leute.

2,50€ waren für dieses herrliche Stadion OK, für die dritte Spielklasse des thüringischen Landesverbandes aber grenzwertig. Diese Kreisoberligen sind mittlerweile so kleinteilig und spielschwach, dass man wirklich nur wegen der Stadien kommen brauch. Aber für das Spiel, was VfB Artern – obwohl sie noch im Kampf um den Aufstieg waren – und Spielgemeinschaft Oldisleben/ Heldrungen – die stehen im hintersten Mittelfeld, waren aber schon gesichert – boten, sollte man eigentlich noch 2,50€ geschenkt bekommen am Kassenhäuschen! Aber mit so einem abartig schlechten Scheißkick hätte auch der Kassierer sicher nie gerechnet...

Oldisleben machte mehr fürs Spiel, doch ihre Schüsse, die sie so alle 10 Minuten mal abgaben, landeten meterweit daneben. Artern spielte lustlos und scheiße, traf einmal den Pfosten und netzte einmal aus Abseitsposition ein. Beim Stand von 0:0 ging es in die Pause.
Die zweite Hälfte war noch schlechter. Oldisleben total unfähig, kein Passspiel, kein Ball über zwei Stationen, nur Gebolze, keine Schusstechnik, keine technischen Fertigkeiten, mäßige Laufarbeit – bei so einem Niveau können die Frauenkreisklasse kicken, aber nicht Kreisoberliga Männer! Arterns Spielweise war direkt asozial gegenüber den Zuschauern – überhaupt kein Interesse, diesen unfähigen Gegner auseinander zu nehmen: nur Bolzen und übers Feld traben. So etwas Beschissenes habe ich noch nie gesehen! Als wir uns in Richtung Ausgang bewegten, das 0:0 im 100. Spiel seit dem letzten 0:0 schon eingetragen, die Wertung von 0,0 Punkten schon im Kopf, stolperten die Arterner Arschlöcher noch mal nach einer Ecke im Strafraum der Gäste herum und der Fünfer netzte tatsächlich aus 20cm Entfernung per Hacke ein. Was ein kurioses Ende!
Ein absolut beschissenes Gekicke, das aber mit dem einen Treffer für einen neuen statistischen Höhenflug sorgte: zum vierten Mal habe ich die Hundert geknackt; hundert Spiele ohne ein 0:0 – und den Rekord von 141 zu übertreffen ist nicht völlig utopisch!

Wir besichtigten noch die Orte aus denen die Spieler der Gastmannschaft kamen, da es dort drei Burgen gibt: die massive Wasserburg Heldrungen und die ruinösen aber mit rekonstruierten Türmen aufwartenden Sachsenburgen in Oldisleben. Dann ging es über die Landstraßen in zügigem Tempo zurück nach Merseburg. DSC06788 Sportplatz I Kalbe, An der Turnhalle Sonntag wollten wir den letzten Landkreis in Sachsen-Anhalt, in dem wir noch nie eine Sportveranstaltung gesehen hatten, mit zwei Fußballspielen abhaken: Altmarkkreis Salzwedel bzw. Altmark West. In Kalbe/ Milde war ein Spiel auf dem Sportplatz II „An der Badeanstalt“ in Sichtweite der Burgruine angesetzt, doch die Wellblechüberdachte, kleine Tribüne mit Holzbänken vor dem völlig verrotteten Vereinsheim ließ erahnen, dass die Umkleiden und Duschen nicht mehr in einem zumutbaren Zustand sind. Warum man beim VfL Kalbe zu blöd ist, mal den richtigen Platz bei fussball.de anzugeben – der Sportplatz II wird seit Monaten nicht mehr genutzt – weiß ich aber auch nicht.

Wir fuhren dann zum Sportplatz I mit seiner noch nicht ganz fertigen Tribüne: vier Reihen einfachster Beton und die üblichen Aluminiumgeländer sind noch nicht durchgängig angebracht. Drumherum stehen viele Bäume in der idyllischen Siedlung. Direkt am Sportplatz befindet sich auch eine Sporthalle u.a. für Basketball.
Die C-Jugend von Kalbe trat gegen die U15-Reserve von Eintracht Salzwedel an. Hinteres Mittelfeld und erstes Jahr Großfeld für viele – aber so schlecht wie befürchtet war das Spiel dann wirklich nicht!

Nach 13 Minuten lahmen Gekicke, erzielte der 7er von Kalbe den ersten Treffer. Nun kam der Gastgeber in Fahrt, spielte immer wieder den 7er frei, der dann – teilweise mit gütiger Mithilfe der Gästeabwehr – zu Treffern kam. 4:0 zur Pause: 3x der 7er, 1x ein Eigentor des 20ers von Salzwedel.
Auch in der zweiten Halbzeit kam Salzwedel mit Kalbe lange nicht zurecht. Durch weitere Treffer des 7ers und einem anderen Kalbenser stand es bald 6:1. Erst in den letzten 15 Minuten zeigte Salzwedel schöne Konter und konnte noch etwas verkürzen: 7-3 war am Ende das deutliche Resultat in einem guten und unterhaltsamen Spiel, das für C-Jugend auch extrem fair war: nur der 10er von Kalbe meinte seine schlechte Leistung mit Pöbeln und Fouls überspielen zu müssen... DSC06854 Geschwister-Scholl-Stadion, Klötze Über Kakerbeck fuhren wir nach Klötze, einem miesen Provinznest mit vielen Plattenbauten und öden Straßenzügen. Der beste Ort in diesem Kaff ist das Stadion, das ungewöhnlicherweiße nach den Geschwistern Scholl heißt. An Ausbauten gibt es eine niedrige, zweireihige, mit Holzbänken versehene Gegentribüne mit Podest und eine vierreihige, mit Kunststoffbänken ausgestattete Haupttribüne, die in einen massiven Graswall mit Bäumen und einer steinernen Tafel mit dem Namen des Stadions und dem Ortswappen gebaut ist. Einige der Nadel- und Laubbäume werfen auch schöne Schatten auf die Tribüne.

Der Eintritt war mit 2,50€ zu hoch für das Mittelfeldduell dieser Kreisliga. Ob alle diese Summe bezahlt habe, bezweifle ich auch, da eine viel zu niedrige Zuschauerzahl gemeldet wurde und die Leute beim VfB durchweg einen unsympathischen Eindruck machten: den Dorfdeppen fielen ja bald die Augen ausm Schäddel von der vielen Anglotzerei der Ortsfremden...
So ein paar der Landstadtprolls machten dann auch Zuschauerinnen von der Gastmannschaft mit Gesten als ob sie gleich kotzen müssten dumm, obwohl weniger die Dorfmädchen von Jübar/ Bornsen, sondern eher deren Klötzer Landstadtweiber zum Kotzen aussahen... Also so ein blödes Publikum hab ich echt selten erlebt! Dafür ging es im Spiel ziemlich gesittet zu – die Pöbeleien waren alle nachvollziehbar und liefen nicht aus dem Ruder...

Und so doof die Typen dort auch waren, so gut spielten sie Fußball. Klötze ging 90 Minuten lang richtig engagiert zu Werke, geriet zwar in Rückstand, doch kämpfte sich zurück, ging nach jedem Ball, machte das Spiel schnell und ging aggressiv drauf ohne unfair zu spielen. Bis zum Seitenwechsel hatten sie das Spiel trotz eines verschossenen Elfers auf 3:1 gedreht. Der dritte Treffer war dabei ein Schuss aus 30m in den langen Winkel – eines der besten Tore, das ich diese Saison gesehen habe!

Nach der Pause brach der Gast ziemlich ein und es war nicht zu verstehen, warum die nach wie vor gut und engagiert spielenden Klötzer nur noch einen Treffer machten. Aber 4:1 reichte natürlich, auch gegen die ab der 75. in Unterzahl spielenden Gäste. Die hatten nach kleinen Tumulten mit Pressschlägen und Nachtreten einen Platzverweis gekriegt... DSC06943 Zu besichtigen gab es dort in der Altmark auch einiges, denn die Dichte architektonischer Sehenswürdigkeiten ist dort gar nicht so niedrig. Bekannt sind v.a. Feldsteinkirchen, Fachwerkhäuser und Jagdschlösser. Ein Beispiel für letzteres besuchten wir gleich in Letzlingen am Rande der Heide: ein spektakuläres, sehr symmetrisches und mit Park und Kirche ausgestattetes historistisches Schloss im Tudor-Stil.
Gardelegen hat viel Fachwerk und Backstein - ein wuchtiges Stadttor und mehrere Kirchen - zu bieten.
In Kalbe/ Milde gibt es außer der recht ansehnlichen Burgruine, die inmitten jüngerer Bebauung steht, nichts zu sehen.
Kakerbeck ist eine von vielen Feldsteinkirchen auf dem Weg von Letzlingen nach Salzwedel. Wir schauten uns dort außerdem mal die Sportanlage mit Fußballplatz, Reithalle und Reitplatz an.
Auch in Siedengrieben, Jemmeritz, Bandau, Winterfeld und Jeeben gibt es kleine Kirchen, zumeist aus Feldstein. In Jeeben aßen wir außerdem bei einem Italiener, der in seinem primitiven Eingeschosser ein gutes, sehr preiswertes (kein Gericht über 6€, große Pizza 5,20€ und Nudeln 3,20-4,70€) und ausgesprochen unordentliches Restaurant hat. Da standen echt ausrangierte Möbel und Aktenordner im Gastraum. Aber irgendwie fühlt man sich da zuhause...
Wir fuhren außerdem noch zu den Burgruinen in Beetzendorf und Apenburg, ehe wir die Kreishauptstadt anschauten.
Salzwedel ist nicht nur die größte, sondern auch die schönste Stadt des Landkreises. Mit ihrer enorm großen Altstadt in geschlossener Fachwerk- und Backsteinbauweise, die nur durch Jugendstil durchbrochen ist, ist sie eine der schönsten Städte Deutschlands. Leider ist die Altstadt an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen. Aber ein Besuch ist auf jeden Fall sehr lohnend!

Wir kamen in weniger als 3 Stunden von Salzwedel nach Merseburg zurück, wo es passend zur Chaoswoche Chaos-Parking a la Arbeitersiedlung gab:
  
Statistik (Donnerstag-Sonntag):
- Grounds: 940 (4 neue; diese Saison: 172 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.819 (6, diese Saison: 242)
- Tageskilometer: 810 (Donnerstag: 80km Fahrrad, Freitag: 10km Fahrrad, Samstag: 260 Auto, Sonntag: 460 Auto)
- Saisonkilometer: 54.380 (44.320 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.360 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 102 [Spiel Nr. 100 ohne 0-0: Artern - Oldisleben; vierte Serie mit 100+ Spielen ohne 0-0, letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 358

Dienstag, 22. November 2011

W277II: Mit kuriosem 1:0-Sieg an die Tabellenspitze – und hitzige Punkteteilung in Markwerben

SV Sietzsch/ SG Reußen B 0:1
Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna 1919 B
Datum: Samstag, 19. November 2011 – Anstoß: 10.10
Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Saalekreis/ Halle (5. und unterste Spielklasse der 14-16jährigen)
Ergebnis: 0:1 nach 81 Min. (35/36) – Halbzeit: 0:1
Tor: 0-1 30. Bledar Shoshi (Handelfmeter)
Verwarnungen: Nr. 15, Nr. 3, Nr. 9, Nr. 11, Nr. 5, Nr. 4 (Sietzsch), Bledar Shoshi, Nr. 11, Nr. 9 (BD/L)
Platzverweise: Nr. 4 Sietzsch (nach Spielschluss wg. Schiedsrichterbeleidigung)
Spielort: Sportplatz Lohnsdorf (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon 7 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes Spiel mit völlig verdientem Sieg der deutlich besseren Mannschaft – aber die Chancenverwertung von Dürrenberg/ Leuna war wirklich grauenhaft)

FC Markwerben 2:2 TSV Tröglitz
Datum: Samstag, 19. November 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Kreisoberliga Burgenland (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 2:1
Tore: 0-1 19. Frank Körner, 1-1 26. Christian Weber, 2-1 44. Thomas Hartmann, 2-2 68. Christian Fahr
Verwarnungen: Christian Weber, Frank Hartmann, Thomas Hartmann (FCM); Nico Röhler (TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Andreas Hajek Sportstätte (Kap. 1.100, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon 20 zahlende; Gästefans: ca. 3)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und emotionsreiches Spiel, starke Zweikämpfe aber ungewöhnlich starke technische Mängel, am Ende verdiente Punkteteilung)
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Photos and English version:

Heute teilten wir die Tour in eine Autofahrt und eine Radfahrt. Zuerst ging es per Auto nach Lohnsdorf zwischen Landsberg und Sietzsch, die Heimat des SV Sietzsch und seiner Jugendspielgemeinschaft Sietzsch/ Reußen. Diese haben in der B-Junioren-Kreisklasse einen Punkt mehr als Bad Dürrenberg/ Leuna geholt, wobei sie dafür auch ein Spiel mehr hatten. Als einzige Mannschaften sind Sietzsch/ Reußen und Bad Dürrenberg/ Leuna noch ungeschlagen – nach 10 bzw. 11 Spielen! – sodass ein Spitzenspiel zu erwarten war.

Es entwickelte sich auch ein wirklich gutes und sehenswertes Spiel, das in Sachen Spielanteilen bei maximal 45% zu 55% zugunsten der Gäste, aber in Sachen Chancen bei mindestens 10% zu 90% für die Gäste lag. Sietzsch konnte stets gut mithalten und wurde Dürrenberg/ Leuna immer wieder gefährlich – aber solche Chancen wie die Gäste hatten sie nicht. Schon allein in der Anfangsphase versiebten die Stürmer der Gäste zwei „100%ige“. Ein Tor wurde wegen Abseits (zweifelhaft) nicht anerkannt. Danach ein harter Handelfmeter (war eher Oberarm) und Bledar Shoshi verlädt den Torwart und verwandelt sicher zum 0:1 nach einer halben Stunde.

Immer wieder Angriffe aufs Tor der Gastgeber, auch in der zweiten Hälfte unvermindert. Es fallen auch weitere Tore – doch alle zählen sie nicht: eins war eine klare Abseitsstellung, eins eine klare Fehlentscheidung des Unparteiischen. Der wollte mit viel Gel im Haar und einer gewissen Arroganz wohl überspielen, dass er einen leichten Knick in der Optik hat. Einige der Entscheidungen (in beide Richtungen, aber ganz besonders gegen den Gast, dem mindestens ein Tor unberechtigtermaßen aberkannt wurde und der eine völlig ungerechtfertigte gelbe Karte erhielt) waren wirklich grob daneben. Grob daneben waren ab der 50. jegliche Schüsse der Gastgeber und die Art und Weise wie der Gast seine Chancen vergab. Die Dinger waren zwar immer wieder knapp und v.a. reagierte auch der gegnerische Torwart richtig – aber hier wäre 0:4 das Mindeste gewesen. Die Überlegenheit in puncto Angriffsspiel war schon erstaunlich und ließ einen nachdenken, wie Sietzsch sich so lange vor Dürrenberg/ Leuna festsetzen konnte, zumal diese Mannschaft relativ undiszipliniert spielte. Ich habe zwar schon viel schlimmere Truppen als die gesehen, aber die Anzahl der Karten, die bis auf eine auch alle berechtigt waren (auch die Rote!) spricht ja schon für sich.

Durch diesen völlig verdienten Sieg ist Bad Dürrenberg/ Leuna aber nun die einzige ungeschlagene Mannschaft und führt somit endlich die Tabelle an! Glückwunsch, Leute!
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Mit dem Rad fuhren wir von Merseburg aus weiter nach Markwerben bei Weißenfels. Oberhalb des ganz ansehnlichen Ortes befindet sich der etwas kahle, aber von ein paar Bäumen umgebene Sportplatz. Der heißt nach Andreas Hajek, einem hervorragenden Ruderer (u.a. Olympiasieger), der jetzt einen ganz schlechten Fahrradladen in der Steinstraße in Halle betreibt: schlecht geführt und völlig inkompetente Mitarbeiter – da wird nur ohne Sinn und Verstand rumgepfriemelt.

Das Spiel zwischen Markwerben und Tröglitz begann zwar etwas ruhig, nahm aber nach dem 0:1 für Tröglitz nach knapp 20 Minuten richtig an Fahrt auf. Mit zwei schönen Toren drehte der Gastgeber, der in akuter Abstiegsgefahr schwebt – allerdings ist Tröglitz nach einem furiosen Start in die Saison ziemlich abgesackt – das Spiel bis zur Pause. In der zweiten Hälfte wurde es zunehmend hitzig, was mehrheitlich an Markwerben lag: Geholze, unsaubere Zweikämpfe, Schauspieleinlagen, Gepöbel und als Highlight eine Schubserei. Der Schiri, der korrekt und sicher auftrat, aber teilweise die Undiszipliniertheiten beider Teams etwas zu locker hinnahm, ließ einfach weiterspielen. In der linken Hälfte spielte Markwerben eine halbe Minute lang völlig normal offensiv aufs Tröglitzer Tor, während sich mehrere Spieler in der rechten Spielfeldhälfte beschimpften und schubsten – eine geniale Szene! Der schlimmste Schreihals der Tröglitzer stolperte dann leider noch den Ausgleich rein, wobei er natürlich völlig verdient war und eine gerechte Punkteteilung ermöglichte. Nur dass eben gerade der 10er, der größtenteils Mist spielte und dann völlig hacke nach Spielschluss auf den Schiedsrichter zu rannte und in grundlos vollmaulte und von seinen Mitspielern nur mit Mühe zurückgehalten werden konnte, den Ausgleich schoss, war schade.

Alles in allem fehlte es aber heute in keinem einzigen Spiel an Spannung, Torszenen und Emotionen! Das war ein wirklich gelungener Samstag!
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Statistik:
Grounds: 667 (heute 1 neuer; diese Saison: 73 neue)
Sportveranstaltungen: 1.410 (heute 2, diese Saison: 96)
Tageskilometer: 110 (60 Auto, 50 Fahrrad)
Saisonkilometer: 13.560 (11.670 Auto/ 1.880 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 277

Sonntag, 26. September 2010

W217V: Hattrick in vier Minuten, goldenes Tor zur Tabellenführung und andere Szenen des Jugend- und Kreisklassefußballs

* * * * * Photos and English version: TSV Niemberg defeat SG Reußen Reserve SSV Landsberg U-19 vs. Arminia Magdeburg U-19 Pictures from Landsberg (taken in 2009) * * * * * IMG_7164 SSV 1990 Landsberg C 1:4 TSV 1910 Niemberg C Sonntag 26. September 2010 – Anstoß 10.00 1. Kreisklasse C-Junioren, Saalekreis (4. Liga der 12-14jährigen) Ergebnis: 1:4 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit ?:? Tore: ?, ?, ?, ?, 1:4 60. Verwarnungen: mindestens eine für SSV und TSV Platzverweise: keine Spielort: Sportforum Landsberg (Kap. 1.350, davon 350 überdachte Sitzplätze) Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 20 Gästefans) Unterhaltungswert: 2,0/10 (Nur zweite Halbzeit gesehen, aber das war das schlechteste C-Jugendspiel, was ich je gesehen habe) Keine Fotos von diesem Spiel online Das war wieder so ein Tag, an dem Groundhopping mit dem Fahrrad verwunderte Reaktionen hervorruft: Dauerregen, Wind, Temperaturen im niedrigen zweistelligen Bereich oder knapp drunter. Zum Glück gibt es in Landsberg eine überdachte Tribüne. Die ist zwar architektonisch wenig gelungen – da täuschen auch die originellen Malereien an der Tribünenwand nicht darüber hinweg, dass zum einen die vielen Stahlbalken stören und zum anderen die Tribüne mit ihren vier Reihen Holzbänke auf Betonstufen viel zu niedrig ansteigt: man kann eigentlich nur die vierte Reihe zum Sitzen nutzen, wenn die erste reihe belegt ist – aber besser als wenn sie kein Dach hätte. Als wir im Sportforum ankamen, begann die zweite Hälfte des C-Jugend Kreisklassespiels zwischen SSV Landsberg und TSV Niemberg. Wenn ich das mit dem Spiel zwischen Lieskau (Mittelfeld) und Bad Dürrenberg II (Vorletzer) in der gleichen Liga vor wenigen Wochen vergleiche, kann ich nur mit dem Kopf schütteln über die Leistung beider Mannschaften. Also bei C-Jugend habe ich besonders große Nachsicht, was Fehler angeht, und die Spieler haben sich viel bewegt und angestrengt, aber wie Landsberg Chancen vergab und was für Fehler alle 22 Spieler fabrizierten, war auch für die U-15 nicht mehr feierlich. Die Schiedsrichterleistung ebenso wenig: so war z.B. das 1:4 war ein völlig unberechtigter Freistoß, der allerdings durch die schlechte Torwartleistung – da muss man halt springen, wenn der Ball 40cm über dem Kopf heransegelt und nicht nur die Arme hochheben, durch die die Kugel dann rutscht – im Netz landete. Ansonsten waren auch Abseits- und Foulpfiffe meist unsinnig. IMG_7224 SSV 1990 Landsberg A 5:1 SV Arminia Magdeburg A Sonntag 26. September 2010 – Anstoß 11.25 Verbandsliga A-Junioren, Sachsen-Anhalt (3. Liga der 16-18jährigen) Ergebnis: 5:1 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit 1:1 Tore: 1:0 3. Georg Arndt, 1:1 35. Christopher Fechtner, 2:1 47. Phillip Wernicke, 3:1 49. Phillip Wernicke, 4:1 51. Phillip Wernicke, 5:1 80. Phillip Wernicke Verwarnungen: Johannes Voigt (?), Philipp Wernicke (SSV) Platzverweise: Tim Bansemer (Handspiel im eigenen Strafraum) Besondere Vorkommnisse: Kevin Kullack (Landsberg) schießt Elfmeter daneben (22. Minute) Spielort: Sportforum Landsberg (Kap. 1.350, davon 350 überdachte Sitzplätze) Zuschauer: ca. 50 (davon 5 Gästefans) Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gute Leistungen beider Teams, Landsberg aber klar souveräner) SSV Landsberg - Arminia Magdeburg (A-Junioren) Nachdem das C-Jugendspiel, was unsinnigerweise auch auf dem Hauptplatz stattfand, den Beginn des A-Jugendspiels deutlich verzögerte, durfte das Aushängeschild der Landsberger Jugendarbeit ran. Die U-19 spielt in der höchsten Liga des Landes Sachsen-Anhalt und überzeugte uns letzte Saison mit einem 4:5 Sieg nach 3:0 Pausenrückstand bei FSV 67 Halle. In die jetzige Verbandsligasaison sind sie mit 7 Punkten aus vier Spielen gestartet, der Gegner aus Magdeburg mit 6 Zählern. Wir standen zufällig neben Magdeburger Spielereltern und Betreuern, mit denen man sich auch gut austauschen konnte. Beim Spiel zuvor hatten wir schon den Vater eines Landsberger Groundhoppers kennengelernt. Immer wieder angenehm und interessant, wen man in Landsberg so trifft. Auch interessant ist, dass ich selbst im Jugendbereich Ärger über den VfL Halle 96 vernehme: so die Arminen-Eltern, die uns von einem unangenehmen Auswärtsspiel bei den Aff... äh: dem VfL, erzählten; parteiischer Schiri, unfaire VfL-Spieler und ihre pöbelnden Eltern – ja, selbst die jüngeren Kinder am Spielfeld benahmen sich daneben und traten die Arminia-Kinder beim Spielen neben dem Platz vom Laufrad. Aber das Zuschauen bei mehreren Spielen verschiedener Mannschaften des VfL haben ähnliche Erlebnisse für mich parat gehalten. Zurück ins viel gastfreundlichere Landsberg: kaum lief das Spiel, schon hämmerte ein Landsberger den Ball gekonnt zum 1:0 untere die Latte. Beide Mannschaften lieferten sich daraufhin mehrere Minuten ein schönes Hin und Her, ehe das Spiel einschlief. Nach 22 Minuten aber ein Missgeschick eines Gästespielers, der den Ball mit der Hand abwehrte. Der war wohl mal Torwart... Gab natürlich auch leider die im Englischen so schön bezeichnete „marching order“ hinterher. Den Elfmeter verschoss Landsbergs Kapitän Kevin Kullack jedoch: der Torwart war eh schon in der Ecke, doch brauchte den 30cm flach neben den Kasten gesetzten Ball nicht mehr zu fangen. In einem besser werdenden Spiel zeigte der Magdeburger Fechtner einen tollen Schuss, der unhaltbar für Landsberg-Torwart Christopher Kurth im Winkel landete. Nach dem 1:1 Pausenstand hatte der Gast berechtigte Hoffnungen, in Unterzahl einen Punkt aus der für ihre Doppelkapelle auf dem Burgfelsen oberhalb der Stadt bekannten Kleinstadt mitzunehmen, doch die A-Junioren des SSV 1990 zeigten ihre Stärke: innerhalb von vier Minuten drehte Wernicke auf, nutzte auch kleine Fehler der Magdeburger aus und traf drei Mal. Ein Wahnsinnslauf! Das Spiel war entschieden, wurde jetzt langsamer und unansehnlicher, doch hatte mit dem vierten Treffer von Wernicke, gefolgt von einigen guten Aktionen diverser Spieler beider Truppen, einige Höhepunkte zu bieten. 5:1 war also der Endstand – und wir gingen aus dem Schutz der Tribüne heraus, aufs Fahrrad und fuhren ein paar Kilometer weiter nördlich, wo wir in Schwerz noch die Kirche anguckten und dann in Niemberg ankamen. IMG_7246 TSV 1910 Niemberg 1:0 SG Reußen II Sonntag 26. September 2010 – Anstoß 15.00 1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga) Ergebnis: 1:0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0 Tor: 1:0 70. Nr. 13 Verwarnungen: 1x Niemberg Platzverweise: keine Besondere Vorkommnisse: Torwart von Niemberg hält „Hand“-Elfmeter von Reußen Spielort: Sportplatz an der Schule (Kap. 1.260, davon 10 überdachte Sitzplätze) Zuschauer: ca. 45 (davon mind. 5 Gästefans) Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes Spiel mit viel Bewegung und Tordrang) TSV Niemberg gegen SG Reußen II Das Dorf Niemberg erhielt in diesem Jahr den Preis „Dorf mit Zukunft“. Das liegt wohl eher an der dort angesiedelten Industrie, denn an der rege genutzten Veranstaltungsstätte „Alte Brennerei“. Sehenswert ist die Dorfkirche; ein hoher, neoromanischer Bau. Der Sportplatz, zwischen zwei Silokomplexen, einem Feld und der Schule gelegen, ist auch eine ansehnliche Ecke des 1.400-Einwohner-Dorfes, das mittlerweile ein Ortsteil Landsbergs ist. Der von Bäumen geschützte Graswall und die beiden kleinen Überdachungen aus Stahl und Blech fallen auf. Zwischen beiden überdachten Bänken befindet sich ein Kiosk, wo man wirklich gute Fischbrötchen kriegt. TSV Niemberg wollte mit einem Sieg die Tabellenspitze erklimmen, doch Reußen erwischte den besseren Start und hatte mehr Chancen. Niemberg konterte allerdings immer wieder, wenn auch nicht erfolgreich. Die Abwehr der Niemberger stand – besonders dank des 8ers – gut, wobei sie wirklich nicht mauerten. Wer mal wieder einige Knaller brachte, war der Schiedsrichter. Wie man dem Niemberger, der auf der Linie gegen den Oberkörper geschossen wurde, Handspiel unterstellen kann, ihn dann aber nicht einmal mit gelb verwarnt (eigentlich ist rot vorgesehen), ist mir unbegreiflich. Da lässt man einfach weiter laufen – die Gäste hatten nicht mal ernsthaft reklamiert. Zum Glück ist der Niemberger Torwart sehr sicher und gut: er hielt das gar nicht mal schlecht geschossene Strafstoßgeschenk. Zur Pause stand es noch torlos, was sich bis zur 70. nicht ändern sollte. Niemberg griff nun sehr regelmäßig in einem nach wie vor auffällig schnellem Spiel das Reußener Tor an. Die Gäste kamen kaum noch zu Chancen, wobei sie diese auch kläglich vergaben. In der 70. traf dann der Spieler mit der Nummer 13 endlich zum entscheidenden Tor, indem er den Torwart umkurvte und an einem Abwehrspieler vorbei einschob. Ein paar Reußener, teilweise wohl Ex-Niemberger, reagierten in der Folgezeit etwas gefrustet auf die drohende Niederlage, was die Stimmung bei den Niemberger Fans, von denen wir teilweise handschläglich begrüßt worden – habe ich in den letzten Jahren in Deutschland nur ganz, ganz selten erlebt, dass gegenüber unbekannten Besuchern so viel Freundlichkeit an den Tag gelegt wird:Als der mittlerweile besser pfeifende Schiri abpfiff, stand es immer noch 1:0. Der Sieg war am Ende auch verdient, da in der zweiten Halbzeit fast nur noch Niemberg in Aktion war. Dem TSV 1910 kann man jedenfalls nur gratulieren zur Tabellenführung! IMG_7269 Statistik: Ground Nr. 478 (zwei neue Grounds; diese Saison: 28 neue) Sportveranstaltungen Nr. 1.145, 1.146 und 1.147 (diese Saison: 35) Tageskilometer: 80 (Fahrrad) Saisonkilometer: 9.590 (7.170 Auto/ 1.240 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 380 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 217