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Dienstag, 17. November 2015

W485III: Fußball und Handball in Brandenburg

Grünheider Sportverein .............................. 21
1. Sportverein Eberswalde .......................... 18
- Datum: Sonntag, 15. November 2015 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Finalspiel des Final-Four-Turniers der Viertelfinalgruppe 3 im Brandenburgpokal (Ostsee-Spree-Liga; 4. Liga, 1. Amateurliga gegen Brandenburgliga; 5. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 21-18 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 11-10
- Tore: NN
- Gelbe Karten: Nr. 7, 13, 90 (Grünheide); Nr. 2, 20 (Eberswalde)
- Zeitstrafen: 2x Nr. 7 (Grünheide); Nr. 7, Nr. 90 (Eberswalde)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Fläminghalle Wiesenburg (Kap. 150, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 10 aus Grünheide und ca. 5 aus Eberswalde)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

SG Blau-Weiß Beelitz 1912/90 Fr ................. 2
1. FFV Erfurt FR ........................................... 1
- Datum: Sonntag, 15. November 2015 – Beginn: 13.35
- Wettbewerb: Frauen-Regionalliga Nordost (3. Spielklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 2-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 67. Anna-Maria Nesges, 1-1 74. Mandy Uhl, 2-1 76. Lisa Fröhlich
- Verwarnungen: Nadin Müller (Erfurt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 2.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,0/10 (Absolut grauenhaftes Gekurke mit einzelnen Höhepunkten ab der 67. Minute)

SG Blau-Weiß Beelitz 1912/90 ...................... 3
Mögeliner SC 1913 ......................................... 1
- Datum: Sonntag, 15. November 2015 – Beginn: 11.15
- Wettbewerb: Kreispokal Havelland (Kreisliga Havelland B; 10. Liga, 5. Amateurliga gegen Kreisliga Havelland A; 10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 125 Min. (45/49+15/16) – Halbzeit: 0-1, Reguläre Spielzeit: 1-1, 1. Hälfte Verlängerung: 1-1, 2. Hälfte Verlängerung: 3-1
- Tore: 0-1 40. Thomas Haase (Elfmeter), 1-1 90.+3 Marcel Kolb, 2-1 115. Thomas Schied, 3-1 119. Thomas Schied
- Verwarnungen: 1x Beelitz, 3x Mögelin
- Platzverweise: 1x Mögelin (90.+2 wg. groben Fouls)
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 2.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Packende Schlussphase, starke Szenen auch in Hälfte 2 der Verlängerung) Stadion des Friedens, home of Blau-Weiß Beelitz Photos with English Commentary:
a) Football: Men; Blau-Weiß Beelitz v Mögeliner SC, Women: Blau-Weiß Beelitz v 1.FFV Erfurt
b) Handball: Grünheider SV v 1.SV Eberswalde (played in Wiesenburg)

Noch mal ein Abstecher von Sachsen-Anhalt aus nach Brandenburg, denn da war ich schon lange nicht mehr. In Beelitz-Heilstätten war ich schon mal, doch auch der eigentliche Ort ist nicht uninteressant: irgendwo in der Pampa von Bäumen und Pferdekoppeln umgeben befindet sich das Stadion des Friedens: verfallene Stehstufen auf denen ganz markant zwei Bäume wachsen, sandige schwarze Laufbahn, Birken und primitive Holzbänke, aber ein modernes Sportlerheim und eine neue Anzeigetafel.

Wir kamen in der zweiten Halbzeit des Männer-Kreispokalspiels; das Gegröle der Gästefans aus Mögelin schlug uns gleich entgegen – eine lustige Truppe! Leider hatten sie einen fragwürdigen Platzverweis in der 90. hinnehmen müssen, doch der Ausgleich für Beelitz in der Nachspielzeit sorgte für Verlängerung. Dort schienen sich beide auf ein Elfmeterschießen vorzubereiten, doch das 2:1 für Beelitz fiel plötzlich fünf Minuten vor Ende der teils hitzigen Verlängerung. Das 3:1 war dann kurz darauf ein 55m-Schuss über den nach vorne geeilten Torwart – was ein Ende einer sehenswerten Partie!

Das Frauenspiel der Regionalliga für völlig überhöhte 3,50€ war leider unter aller Sau. Im Vergleich zu Staffeln im Westen und Süden Deutschlands ist die Regionalliga Nordost (alle neuen Bundesländer + Berlin) richtig schlecht: bei den Teams, gerade bei den schwächeren wie Beelitz und Erfurt kann eigentlich keine Spielerin etwas, das mit gutem Fußball zu tun hätte. Erst weit in der zweiten Halbzeit gelang es der noch schlechteren Mannschaft, den Gastgeberinnen, zwei Tore zu schießen (davon das 2:1 auch wirklich gut gemacht mit Heber) während Erfurt, die noch wenigstens ein bisschen was zeigten (v.a. in Hälfte eins) nur einen Treffer schaffte. Men's amateur cup: Blau-Weiß Beelitz 3:1a.e.t Mögeliner SC Es ging weiter nach Wiesenburg, wo in der sehr engen und eigentlich zu kleinen – aber architektonisch recht ansprechenden – Fläminghalle ein Final-Four-Turnier stattfand. Das war das Viertelfinale des Brandenburgpokals: die vier Sieger der vier regionalen Final-Four-Turniere dieses Wochenendes treffen später im landesweiten Final-Four-Turnier um den Pokal aufeinander. Es wurden nur 2x20 Minuten gespielt, da man ja zwei Spiele an diesem Tag absolvieren musste.

Sicherlich haben beide Teams nicht mit ihrem allerstärksten Aufgebot gespielt, aber was der Grünheider SV aus der Ostsee-Spree-Liga und der Brandenburgligist 1. SV Eberswalde – die spielten noch nicht mit ihrem neuen Syrer Mahmoud Falh, der freilich nicht als Profi sondern als Flüchtling nach Eberswalde gekommen ist – da zeigten, war schon nicht schlecht. In einem guten und spannenden Spiel gingen die Eberswalder 0-2 in Führung, dann drehte Grünheide das Spiel auf 4-2, 7-4. Es folgte mehrfach der Ausgleich (7-7, 10-10) – bei Pause 11-10. Nach dem Seitenwechsel noch mal eine Führung für Eberswalde (12-13), doch Grünheide drehte erneut mit einem starken Lauf die Partie: 17-13. Eberswalde konnte nur noch verkürzen (19-17) und Grünheide siegte am Ende 21-18.

Nach Bonn ging es dann erst am Montagmorgen zurück, denn ich hatte erst nachmittags Uni und Montags lässt sich viel angenehmer zurückfahren als Sonntagabend! Grünheider SV 21:18 1.SV Eberswalde (Brandenburg handball cup, qualifying tournament in Fläminghalle Wiesenburg) Statistik:
- Grounds: 1.499 (2 neue; diese Saison: 84 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.539 (3; diese Saison: 105)
- Tageskilometer: 260 (260km Auto)
- Saisonkilometer: 25.580 (15.550 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.280 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.130 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 77 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 485.

Montag, 27. April 2015

W456IV: Internationaler Wasserball in Diekirch, 3. Liga im Prinz-Henri-Stadion und Abstiegskampf in Hueschtert

Union Sportive 1946 Hostert ................................... 2
US Mondorf-Les-Bains 1915 ................................... 1
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 18.15
- Wettbewerb: Nationaldivisioun, sogenannte BGL Ligue (1. Spielklasse im luxemburger Fußball, Halbprofliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Minuten (45/49); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 13. Nomel, 1-1 44. NN, 2-1 47. Mura
- Verwarnungen: 2x Adler, Nr. 7, 22, 25, 27 (Hueschtert); Nr. 4, 9 (Munneref)
- Platzverweise: Adler von Hueschert (Gelb-Rot in 68. Min. wg. wdh. Foulspiels)
- Spielort: Stade Jos Becker (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Was für ein Kampfspiel v.a. in Hälfte zwei!)

FC Résidence Walfer ............................................... 3
AS Wincrange 1975 .................................................. 1
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Division 1, Série 1 (3. Spielklasse im luxemburger Fußball, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 42. (11), 2-0 45. (8), 3-0 59. (8), 3-1 77. Nr. 10 (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Nr. 12 (Walfer); Nr. 1, 16, 17 (Wincrange)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Prince Henri (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz schlechte erste, ganz gute zweite Hälfte)

Cercle de Natation Diekirch ................................... 9
Schwimmsportverein Trier .................................... 7
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Interregionale Luxemburgische Wasserballmeisterschaft (Amateurliga für luxemburgische, deutsche und französische Teams)
- Ergebnis: 9-7 nach 32 Minuten (4x8); Viertel: 2-0, 3-4, 2-2, 2-1
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielort: Hall Sportif Diekirch; Piscine (Kap. 180 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes, ansonsten eher mittelmäßiges Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) International Waterpolo Luxembourg: CN Diekirch def. SSV Trier
b) Amateur Football Luxembourg: Residence Walfer def. AS Wincrange
c) Football Top Tier Luxembourg: US Hostert def. US Mondorf-Les-Bains
d) LUXEMBOURG: Brandenbourg Castle Ruin, Diekirch Churches, Baastenduerf Church, Bettenduerf Palace, ECHTERNACH WOLVES CANYON
e) Rhineland-Palatinate: Prümzurlay (Prümer Burg) Castle Ruin, Weilerbach Palace 
  
Sonntag ging es mal wieder nach Luxemburg. Zuerst ein bisschen Sightseeing in Rheinland-Pfalz – in der Südeifel im Dorf Prümzurlay steht die Ruine der Prümer Burg auf bewaldeten Felsen und in Weilerbach steht eine recht großzügige barocke Schlossanlage mit Garten und den Ruinen einer Industrieanlage – und dann Sightseeing in Luxemburg: bei Echternach kann man schön vom Aussichtspunkt Troskneppchen in die Wolfschlucht wandern, wo es sehenswerte Felsformationen gibt. In Bettendorf fiel mir das sehr dunkle aber gut verzierte Schloss auf, in Bastendorf gibt es eine ansehnliche Kirche. Danach ging es nach Brandenbourg (Branebuerg) wo eine tolle Burgruine, die mittlerweile kostenlos zugänglich ist und komplett erschlossen wurde, steht. In Diekirch schaute ich mir die Altstadt an, die eine große, jüngere Kirche und eine kleine, romanische Kirche mit Wandmalereien zu bieten hat und ging bei einem Portugiesen essen (Menü mit Getränk 10€ ist für Luxemburg wirklich preisgünstig).  
In Diekirch stand dann auch das erste Match auf dem Programm. In der interregionalen Luxemburger Wasserballmeisterschaft treten Teams aus Luxemburg-Stadt, Diekirch, Longwy (Frankreich) sowie Saarbrücken und Trier an. Trier war heute zugast in Diekirch. Erwartungsgemäß sah es schon beim Einspielen im modern gestalteten 180 Zuschauer fassenden Hallenbad (befindet sich in der Sporthalle hinter dem Stadion) wenig nach internationalem Niveau aus, aber der Cercle de Natation Diekirch schreibt auch recht passend auf seiner Seite: „Eis Träininger sin Dënschdes a Freides vun 21:00 bis 22:30 Auer. Et geet op der Säit vun der Piscine eran, d'Haapt Entrée ass zou. Jiddereen ass Wëllkomm, just schwammen solls de kënnen... Den Niveau ass net mam Ausland vergläichbar, mee trotzdem net ze ënnerschätzen.“...

Das Spiel war nämlich gar nicht so schlecht und die Spieler konnten in der Tat alle noch außer Schwimmen auch Bälle gezielt werfen und stark in die Zweikämpfe gehen, was man ja bei dem Text auf der Diekircher Website fast nicht erwarten konnte... Auffällig war bei dem Gast aus Rheinland-Pfalz auch hier wieder, dass wie z.B. bei Koblenz in der Mittelrheinliga auch Frauen in der Mannschaft waren, da es offensichtlich keine eigene Frauenliga in Rheinland-Pfalz gibt. Von den Damen spielte zumindest die Nummer 7 auf gutem Niveau – die schien mir allerdings auch aus dem Mittelmeerraum zu kommen, wo es mehr gute Wasserballvereine gibt als hier in Deutschland. Ansonsten waren auch die Luxemburger auf allen Positionen etwas besser vertreten als Trier. Nach mehreren Führungen drehte Trier das Spiel im Verlauf des dritten Viertels auf ein Unentschieden. Erst in der Schlussphase gelang es Diekirch sich entscheidend abzusetzen, was mit einem 9:7 auch recht knapp geschah.  
Nach dem Wasserball ging es gleich weiter zum Fußball: genau zum Anstoß stand ich vor dem Eingangstor des Stade Prince Henri in Walferdange mit seinem gusseisernen Schriftzug. Das Areal ist recht weitläufig und hat auch eine große Sporthalle zu bieten. Die Stadiontribüne ist recht dürftig mit zwei Reihen Granitstufen – das dahinter aufgebaute Zeltdach ist aber ein kurioser Blickfang und auf der anderen Seite sieht man die neobarocke Kirche und das Schloss in dem eine Einrichtung der Uni Luxemburg untergebracht ist, direkt am Stadion.

Das Spiel zwischen Résidence Walfer und AS Wincrange (Wëntger oder Wintger) war die erste halbe Stunde ein langweiliger Dreckskick, doch nach und nach kam Walfer in Fahrt und schaffte mit einem Doppelschlag vor der Pause die Vorentscheidung. Wincrange kam nie ins Spiel und kassierte nach der Pause das schön herausgespielte 3:0. Erst mit einem Foulelfmeter gelang den Gästen aus dem Norden Luxemburgs der Ehrentreffer.  
Ich fuhr sofort nach dem Abpfiff ins 8km entfernte Hueschtert (Hostert, ein Ortsteil von Niederanven/ Nidderaanwen) weiter, wo es ein Spiel der 1. Liga (Nationaldivisioun oder BGL Ligue) zu sehen gab. Sowohl US Hostert als auch der Gast vom US Mondorf-Les-Bains zählen zu den kleineren Teams, spielen gegen den Abstieg, aber lockten doch immerhin gut 400 Zuschauer ins kleine Stade Jos Becker, dass wie so viele luxemburgische Stadien außer einer kleinen, überdachten Tribüne (hier mit vier Reihen Holzbänke die nur 200 Leuten Platz bieten) und einer Stehtribüne gegenüber (hier fünf Reihen für etwa 1.000 Leute), nur ebenirdische Stehplätze direkt am engen, vom vielen Regen matschigen Spielfeld zu bieten haben. Hier ist die landschaftliche Lage auch nicht schlecht: außerhalb des Ortes an einen bewaldeten Hang geklatscht...

Heute war der Regen aber erstmal selbst für luxemburger Verhältnisse zu derb: kaum kamen die Teams zum Anstoß raus, schon ging ein Gewitter los, sodass sich der Beginn um 15 Minuten verzögerte. Einen Platz auf der Tribüne bekam ich durch beim knappes Erscheinen erst in der zweiten Halbzeit. Bis dahin sah ich von der Gegentribüne aus den Führungstreffer für den Gastgeber und den sehr glücklichen Ausgleich für den mit knapp 100 Fans nach Hueschtert gereisten Gast. Munneref bekam irgendwie kaum etwas auf die Reihe, kassierte auch sofort nach dem Seitenwechsel das 2:1 per Kopf und ließ sich dann auf ein immer härteres Spiel ein. Das war Abstiegskampf vom Feinsten ab der 46. Minute: hier wurde von beiden Seiten wild reingegrätscht und mit Unsauberkeiten gearbeitet. Auf der Tribüne wurde es auch mit jedem Foul immer unruhiger. Irgendwann war dann mal ein Hosterter fällig und musste Gelb-Rot vom Platz – zwei Minuten nachdem er von einem Munnerefer ungestraft geschlagen wurde. Der Spieler von Hostert ließ es sich dann auch nicht nehmen, Gästefans anzupöbeln und auf die Tribüne hochzukommen. Einige Minuten später löste dann scheinbar ein Betreuer oder Wechselspieler des US Hostert einen weiteren Tumult vor der Tribüne aus... Munneref traf noch aus Abseitsposition, was dementsprechend nicht zählte, und verlor verdient mit 2:1.  
Statistik:
- Grounds: 1.354 (3 neue; diese Saison: 199 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.361 (3; diese Saison: 249)
- Tageskilometer: 420 (420km Auto)
- Saisonkilometer: 50.510 (35.710 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.850 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 56 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 456

Dienstag, 9. September 2014

W423IV: Niederlage im Seegarten, Sieg im Chemiearbeiterstadion für Premnitz

TSV Chemie Premnitz ....................................................... 1
Regionaler SV Eintracht Stahnsdorf 1949 ....................... 0
- Datum: Samstag, 6. September 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: 2. Runde Landespokal Brandenburg (Landesliga Brandenburg Nord; 7. Spielklasse, 2. Amateurliga gegen Brandenburgliga; 6. Spielklasse, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach Verlängerung bzw. 125 Min. (46/47, 15/17) – Halbzeit: 0-0, Reguläre Spielzeit: 0-0, 1. Halbzeit Verlängerung: 0-0, Endstand Verlängerung: 1-0
- Tor: 1-0 117. Max Reinefeldt
- Verwarnungen: 2x Björn Stuhlmacher, TW Felix Baitz, Marco Lindemann, Sebastian Kremp, Sebastian Krumbholz (Premnitz); Fabian Lenz, Pascal Maschmann, Felix Schiller, Florian Bitzka, Thomas Poznanski (Stahnsdorf)
- Platzverweise: Premnitz’ Björn Stuhlmacher (116. Min. Gelb-Rot wg. Meckern, zuvor Foul); Stahnsdorfs Dennis Mayer (107. Rot wg. groben Fouls)
- Spielort: Stadion der Chemiearbeiter (Kap. 6.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Guter und spannender Pokalfight mit wenigen Längen und überraschendem Ergebnis)

SpG ESV Kirchmöser / SV Blau-Weiß Wusterwitz B ... 5
TSV Chemie Premnitz B .................................................. 1
- Datum: Samstag, 6. September 2014 – Anstoß: 11.30
- Wettbewerb: Havellandliga Nord, B-Junioren (5. und unterste U17-Spielklasse)
- Ergebnis: 5-1 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 11. Christian Burstyn, 1-1 39. Christopher Bollnow, 2-1 42. Thomas Kaps, 3-1 45. Thomas Kaps, 4-1 56. Thomas Hellmich, 5-1 79. Florian Janka
- Verwarnungen: Nicklas Durchholtz? (Kirchm./Wwitz.)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Seegarten, Fußballplatz ESV Kirchmöser (Kap. 2.000 davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Nicht schlecht, aber sehr einseitig)  
Photos with English Commentary:
a) Brandenburg Cup Competition: Chemie Premnitz eliminate RSV Eintracht Stahnsdorf
b) Regional Under-17 League: Kirchmöser/ Wusterwitz defeat Chemie Premnitz
c) Brandenburg Sightseeing: Ziesar Castle, Warchau Manor & Church, Wusterwitz Church, Kirchmöser Industrial Ruins, Plaue Palace, Premnitz Industrial Ruins

Ich war auf zwei interessante Stadien in Brandenburg aufmerksam geworden, in denen heute zwei Mannschaften der TSV Chemie Premnitz antraten. Zuerst spielten die B-Junioren im Stadion am Seegarten in Kirchmöser, dann hatte die I. Männermannschaft ein Heimspiel im Brandenburgpokal in ihrem Stadion der Chemiearbeiter.

In Staßfurt stieg Anja zu und zu dritt fuhren wir in Ziesar von der Autobahn ab um dort die Burg zu besichtigen. Vor allem der Bergfried, den man gegen 1€ besteigen darf, lohnt sich. Ansonsten wurde die Burg baulich erheblich verändert. Einen originalen Eindruck machen nur die beiden Türme. Der Ort Ziesar selbst ist sehr ländlich und außer einer Backsteinkirche gibt es dort nur primitive kleine Häuser. Auf dem Weg zum ersten Spiel fanden wir in Warchau (ohne s) ein interessantes, aber sehr verfallenes Gutshaus mit Fachwerkfassade und Türmchen – dass da echt noch Leute drin wohnen, erstaunte mich – und daneben eine Feldsteinkirche mit Fachwerktürmchen, die baulich jenen der Altmark sehr ähnelt. Im Havelland scheint es ohnehin baulich wie in der Altmark zu sein: auch in Wusterwitz wurde die Kirche mit Feldsteinen erbaut und auch der Fachwerkturm ist sehr markant. Der Nachbarort von Wusterwitz ist Kirchmöser – dort fanden wir nur Arbeiterwohnsiedlungen (im Stil der Gartenstädte, aber kein Vergleich zu Leuna, Piesteritz oder Marga) und Industrieruinen vor.  
Wusterwitz und Kirchmöser haben eine B-Jugend-Spielgemeinschaft, die erfreulicherweise im sehr idyllisch gelegenen Sportplatz am Seegarten spielt. Die Sportanlage ist in bester Platzausnutzung zwischen Industrie- und Hafenlagen, der Siedlung und dem See gelegen. Es gibt einen ausbautenlosen Nebenplatz mit Bolzplatz, mehrere Tennisplätze und einen Hauptplatz mit Sportlerheim, einer drei reihigen Stehtribüne mit einigen Holzbänken und einem großen Portal.

Es fanden sich doch erfreulich viele Eltern und Geschwister ein um dem Spiel der beiden mit neun Spielern kickenden Teams beizuwohnen. Die Vorteile lagen von Anfang an beim Gastgeber: die klar aktivere Mannschaft ging auch mit einem Schuss gegen die Laufrichtung des völlig unsicheren Premnitzer Schlussmanns in Führung. Der Ausgleich war ein Schuss unter die Latte und damit eine von mehreren guten Chancen der Gäste, in einer Phase, in der sie für einige Minuten gleichwertig waren. Nach der Pause leitete Kirchmöser/ Wusterwitz das Spiel jedoch schnell in ihre Bahn und zog am Ende mit 5:1 davon. Alle Tore waren gut herausgespielt worden. Premnitz hatte in der zweiten Hälfte so gut wie keine Torchance mehr.  
Wir schauten uns noch das völlig verbaute Schloss Plaue – bestes Beispiel für Pfuscherei an historischen Gebäuden zu DDR-Zeiten, dass ich seit langem gesehen habe – an und aßen dort sehr gut beim „Antalya Imbiss“ (interessante türkisch-italienische Variationen und nicht nur Döner und Pizza).

In Premnitz setzte sich dann baulich die frühe und mittlere DDR-Zeit fort: die Sporthalle und das Stadion sind architektonisch gut gelungen. Das Stadion ist allerdings etwas weitläufig geraten: drei Nebenplätze (davon einer mit ein paar Stufen hinter dem Tor), ein Bolzplatz und dann der mit einer Aschenbahn umgebene Hauptplatz. Die Kassenhäuschen werden saniert – die etwas zu hohen 4€ Eintritt kann man ja auch an einem Tisch daneben kassieren – hingegen die vier Stufen, die ringsherum laufen, sind in einem sehr guten Zustand. In einigen Ecken des Stadions sorgen Brandenburg-typische Bäume für Beschattung. Sehenswert ist der Sprecherturm mit Anzeigetafel. Der Sprecher machte seine Aufgabe auch sehr gut. Ungewöhnlich ist übrigens, dass die beiden Mannschaftsbänke unter einer Überdachung, die mal eine Verbindung in ein jetzt nicht mehr stehendes Gebäude (wohl früherer Kabinentrakt) hatte, direkt nebeneinander liegen. Wenn so eine Arschlochmannschaft wie RSV Stahnsdorf zu Gast ist, werden die Bänke aber auseinandergerückt von den Gästen.

RSV Stahnsdorf spielte auch die ganze Zeit über dreckig und unfair: ständig versteckte Fouls, Schauspielerei, Gemecker und Gelaber. Dass so etwas wie Stahnsdorf Brandenburgliga kickt, ist eine Katastrophe: die haben kaum einen Ball nach vorne bekommen, waren dem Klassentieferen aus Premnitz in allen Belangen unterlegen und spielten dann auch noch so asozial – schade, dass das schwache Schiedsrichtergespann nicht schon früher durchgegriffen hat. Je fünf Gelbe und je eine Rote verzerren die Verhältnisse in diesem nur von einer Seite unsauber geführten Spiel.

Premnitz ließ sich aber zum Glück nicht einschüchtern, spielte offensiv, hatte viele Chancen, verhinderte Chancen des Gegners und gab den Tretern und Schauspielern auch ordentlich eins mit, wenn es sich anbot. Zu Toren in der regulären Spielzeit langte es allerdings nicht und in der Verlängerung mussten auch erst die beiden Platzverweise (glatt Rot für einen Stahnsdorfer Treter und Gelb-Rot für einen Premnitzer der zu viel meckerte) her, ehe Premnitz den Ball fünf Minuten vor Abpfiff im Tor unterbrachte. Ein hochverdienter Sieg also und interessanterweise nun schon der zweite Brandenburgligist, der in Premnitz ausschied!

Während des Spiels waren wir übrigens noch mit einem sehr freundlichen Ordner ins Gespräch gekommen, der uns auch darauf aufmerksam machte, dass in Premnitz eine Randsportart sehr erfolgreich ausgeübt wird: Bowling! Wir gingen nach dem Spiel aber nicht bowlen sondern noch ein bisschen Bolzen, was im nahegelegenen Dorf Kotzen sehr schön geht...  
Statistik:
- Grounds: 1.178 (heute 2 neue; diese Saison: 24 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.148 (heute 2; diese Saison: 36)
- Tageskilometer: 490 (490km Auto)
- Saisonkilometer: 10.900 (6.750 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 450 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 128 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 423

Donnerstag, 14. August 2014

W420II: Landespokal Brandenburg; der Pokalfavorit zugast in Miersdorf-Zeuthen

SC Eintracht Miersdorf/ Zeuthen 1912 ........................... 0
FC Energie Cottbus ........................................................... 4
- Datum: Mittwoch, 13. August 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Landespokal Brandenburg, sogenannter „Krombacher Pokal Brandenburg” (Verbandsliga Brandenburg, 6. Spielklasse, 1. Amateurliga gegen 3. Liga, 3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. Fabian Pawela, 0-2 50. Zbynek Pospech, 0-3 70. Zbynek Pospech, 0-4 86. Zbynek Pospech
- Verwarnungen: Matthias Klatt (SCE MZ); Christopher Lemke (FC Energie)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Wüstemarker Weg (Miersdorf, Kap. 1.250, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000 (darunter gut die Hälfte erkennbare Cottbuser)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Landespokalspiel das aufgrund der eher schwach besetzten Profitruppe aus Cottbus von den Gastgebern im Rahmen gehalten werden konnte)  
Photos and English Commentary:
a) Football Cup of Brandenburg: Eintracht Miersdorf-Zeuthen lost to FC Energie Cottbus
b) Sightseeing in Central Brandenburg: Heinsdorf-Niebendorf Church, Ließen Church and Wood, Stülpe Palace, Baruth/ Mark Palace, Neuhof bei Zossen Palace, Zossen Palace, Schulzendorf Palace, Groß Kienitz Church, Blankenfelde Church 
c) SOVIET ERA MONUMENTS IN BRANDENBURG: Kummersdorf-Gut Barracks & Research Institute, Baruth Tank Monument, Wünsdorf Barracks, Waldstadt Bunkers

Ein vorgezogenes Erstrundenspiel des Brandenburger Landespokals an einem Ferientag in einem sehr originellen Stadion in einer Gegend des Bundeslandes, die ich noch nicht so gut kenne? Nichts wie hin!

Meistens stelle ich ja hier Burgen, Schlösser und historische Altstädte vor, aber in der Mark und im Fläming gibt es auch eine ganze Menge historischer Militäreinrichtungen. Bevor ich mich dieser Kasernenstädte widmete, fuhr ich erst einmal (über Landstraßen via Torgau und Herzberg) an Dorfkirchen wie der im Wiederaufbau befindlichen in Heinsdorf-Niebendorf und der barocken, sehr gut erhaltenen in Ließen, sowie an der teils als Wüste zu bezeichnenden Heide am Golmberg vorbei nach Stülpe, da es dort ein Schloss gibt. Das ist in hervorragendem Zustand und wenn das Tor offen ist, ist der Besitzer da und man darf auch mal reingucken.

Dann stand aber schon das erste Militärmonument auf dem Programm: die frühere Heeresversuchsanstalt und spätere sowjetische Logistikausbildungsstätte Kummersdorf-Gut. Recht halbherzig abgesperrt, die ganze Anlage – verfallene Wohnblocks, Fabrikgebäude, ein Bahnhof mit Gleisen. Also hier haben wohl mal bis zu 10.000 Menschen gelebt – wie das aussieht, wenn hier – wie jetzt – nur noch knapp über 300 Leute leben, kann man sich schon vorher lebhaft vorstellen.

In Baruth/ Mark gibt es einen interessanten Schlosskomplex mit etwas undefinierbaren Bauten (ein saniertes Renaissancegebäude mit seltsamen Fachwerkbrückenanbau und daneben eine Villa aus dem 19. Jahrhundert mit drei neueren Anbauten), einen etwas kahlen zentralen Platz mit Backsteinkirche und Postsäule und außerdem ein sowjetischer Friedhof mit Monument und zwei Panzern.

In Neuhof bei Zossen ist das in Privatbesitz befindliche Schloss kaum der Rede wert. Die besten sowjetischen Sachen gibt es wenige Kilometer weiter nördlich in Wünsdorf: auch hier wurde nur halbherzig abgesperrt und die Gebäude sind richtig groß. Leerstehende Wohnblocks, Kasernen, Verwaltungsgebäude. Vorm wuchtigsten Verwaltungsgebäude kann man noch mit Mühe das Stadion erkennen, genau dazwischen steht eine Leninstatue. Im Ortsteil Waldstadt gibt es massenhaft Bunker und ein weiteres Stadion: dieses sogar mit Eingangsportal, zwei Stehtribünen und einer Ehrenloge, die auf einem gewaltigen Sockel steht. Also ein bisschen Mähen, dann zwei Tore aufstellen oder auch ein Cricketfeld oder einen Rugbyplatz draus machen – und schon kann man das Stadion wieder nutzen! Schade, dass Wünsdorf mit seinem Verein auf einem Platz in der zivilen Siedlung spielt!

Noch ein Stopp in Zossen, wo ich allerdings schon mal war und noch kurz am Schloss in Schulzendorf vorbei – einen schicken Turm mit Holzumgang hat das Ding! – und dann ging es zum Fußball nach Zeuthen, einem ziemlich gesichtslosen Kaff. Im Ortsteil Miersdorf gibt es aber ein sehr schönes Stadion!  
Für angemessene 6€ (Tribüne 8€) konnte man das Teil betreten: was es von einem normalen Brandenburger Dorffußballplatz (wichtig: rundherum Kiefern) unterscheidet, ist vor allem die Tribüne. Also so eine bequeme Tribüne – die Sitze müssen aus einem Zug oder Bus stammen – habe ich noch nie gesehen! Auch nicht schlecht sind die Anzeigetafel und die ganzen gusseisernen Schriftzüge, besonders der Willkommensgruß zwischen den beiden Wechselbänken.

Eigentlich bin ich gegen die Teilnahme von Profivereinen an Landespokalwettbewerben. Streng genommen dürften dem Namen nach ja nur Vereine, die auf Landesebene (also in Brandenburg Verbandsliga abwärts teilnehmen). Es würde da mehr Sinn machen, den DFB-Pokal zu vergrößern mit Regionalpokalen (Regional- und Oberligisten sowie Amateurpokalsieger) als Vorrunden. Aber wenn man einfach im Landespokal auf einen regional populären Proficlub treffen kann, ist man als Verein natürlich froh – auch wenn man weiß, dass man als Verbandsligist nicht die Spur einer Chance hat, mal das ganz große Los: 1. Runde DFB-Pokal mit Bundesligateam, zu ziehen.

Entsprechend voll wurde es heute auch: die Tribüne war bis auf den letzten Platz besetzt und außer hinter dem einen Tor und vor der Tribüne, standen die Fans dicht an dicht hinter der Bande. Also 1.000 Zuschauer waren das auf jeden Fall – das dürfte Vereinsrekord für die Miersdorfer gewesen sein.

Für einen drei Klassen tiefer spielenden Verein hielten sich die Gastgeber richtig gut. Natürlich lag das auch an Cottbus, die hier eine B-Elf geschickt hatten. Außer Möhrle, der aber wenig zeigte nur viel laberte, und dem Tschechen Pospech waren nicht so viele Vollprofis – mehr die U23 Halbprofis – zugegen. Die disziplinierte Leistung in der Abwehr muss aber trotzdem gelobt werden und vier, fünf ordentliche Angriffe hatte Miersdorf/ Zeuthen auch. Per Kopf ging Cottbus in Führung, in der zweiten Hälfte sorgte ein Hattrick von Pospech für den 0:4 Endstand. Nach Abseitstoren hieß es übrigens 1:2 und einen zurückgenommenen Elfmeter für Cottbus (der Schiri gibt fälschlicherweise Handspiel gegen Miersdorf und der Linienrichter korrigiert ihn, als der Ball schon auf dem Punkt liegt) gab es auch noch zu sehen.

Auch den Rückweg legte ich weitestgehend über Landstraßen, wobei ich weiterhin das neu gekaufte Navigationsgerät von Garmin – weitestgehend zur Zufriedenheit – austestete.  
Statistik:
- Grounds: 1.163 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.127 (heute 1; diese Saison: 15)
- Tageskilometer: 470 (470km Auto)
- Saisonkilometer: 2.710 (2.520 Auto/ 190 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 420

Freitag, 2. Mai 2014

W405II: Klares Ding im Pokalhalbfinale in Lübben

SV Grün-Weiß Lübben ................................................ 7
SSV Alemannia Altdöbern ........................................... 0
- Datum: Donnerstag, 1. Mai 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Halbfinale des Kreispokals des Fußballkreises Spreewald (Landesklasse Brandenburg Mitte; 8. Spielklasse, 3. Amateurliga gegen Kreisliga Spreewald; 9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 5-0
- Tore: 1-0 18. Romano Lindner, 2-0 21. Tony Ziegler, 3-0 28. Gordon Pohle, 4-0 34. Gordon Pohle, 5-0 36. Tony Ziegler, 6-0 50. Michael Leschnik, 7-0 58. Martin Scholz
- Verwarnungen: Andreas Lobstein, Dirk Haska? (Altdöbern)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportstätte der Völkerfreundschaft (Kap. 1.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon 300 Zahlende und ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ein Halbfinale, einseitig wie viele Erstrundenpartien nicht…)  
Photos with English Commentary:
a) Regional Cup Competition, Spreewald: Grün-Weiß Lübben v Alemannia Altdöbern
b) South-Eastern Brandenburg: Borsdorf, Beesdau, Frankendorf, Stöbritz, Lübben, Zieckau, Pitschen-Pickel, Altsorgefeld, Schwarzenburg 
c) Southern-Central Brandenburg: Uebigau, Langennaundorf, Priessen, Stechau, Trebbus, Friedersdorf, Brenitz, Sonnewalde, Herzberg 

Auch an diesem Feiertag ging es wieder nach Brandenburg. Es gab einige Auswahl in Sachen Kreispokalspiele und die Wahl fiel aufgrund des Stadions und der Lage auf Lübben. Im Süden des Bundeslandes sind besonders viele Sehenswürdigkeiten – die fallen natürlich zumeist unter das Label „Ländlicher Tourismus“.

Wir besuchten jedenfalls die Altstadt von Uebigau mit Fachwerkgebäuden, einer barocken Kirche und einem Neorenaissance-Schloss mit Park. In Langennaundorf gibt es eine Fachwerkkirche zu sehen und in Priessen eine Feldsteinkirche die etwa 600 Jahre alt ist. Von dort fuhren wir zum ersten Mal heute unbefestigte Wege, um nach Stechau mit seinem Schloss mit dem großem Park und offiziellem Crocket-Feld (Wettkämpfe gibt es in Deutschland aber nur in Hamburg, Rheinland-Pfalz und Bonn) zu kommen. Weiter ging es in das kuriose Dorf Trebbus mit seiner wuchtigen Backsteinkirche und der schmucklosen Mevlevihane, einer Art Kloster für islamische Mystiker und zudem Islaminstitut. Über diese Einrichtung kann man im Internet bei der Lausitzer Rundschau u.a. Medien mehr erfahren. Sie besteht jedenfalls seit 20 Jahren, ist im Dorf trotz der sehr gemäßigten Ausrichtung nicht unumstritten, aber weitestgehend akzeptiert – ob das relativ gute Zusammenleben daran liegt, dass die Bewohner der Einrichtung fast nur deutsche Konvertiten sind (für jeden mit Ahnung von islamischer Kultur ist das ja eher ein Verdachtsmoment…) oder vielleicht doch eher daran, dass Trebbus und Umgebung religiöser als der Durchschnitt im Osten (50% der Dorfbewohner sind Mitglied der evangelischen Kirche, die oft keineswegs toleranten oder weltoffenen Atheisten damit ungewöhnlicherweise in der Minderheit) sind, sei mal dahingestellt...

Weiter ging es jedenfalls nach Friedersdorf mit seiner auffällig platzierten Fachwerkkirche, nach Brenitz – wo es außer einem wirklich spektakulärem Bolzplatz mit massivem Hügel nicht viel gibt – und auch nach Sonnewalde, wo man ein verfallenes Schloss und eine ungewöhnliche Kirche (Backstein und Fachwerkturmaufsatz) besuchen kann. In Borsdorf hat man dann eine Burgruine mit barockem Turm und älteren Mauerresten. In Beesdau befindet sich ein Schloss, das in Privatbesitz ist; die Leute tun dort gerade was gegen die Herabwirtschaftung des zweiflügligen Baus mit spektakulärem Turm. In Frankendorf sahen wir uns noch die Kirche mit dem auffälligen Holzturm und in Stöbritz die ältere steinerne Kirche an.  
Danach ging es schließlich nach Lübben, wo es ein schönes Schloss gibt, aber in der Gastronomie ein sehr schlechtes Preisleistungsverhältnis herrscht. Der „Goldene Löwe“ ist ein überteuertes Rentnertouristenlokal mit lahmer Bedienung und primitiven Speisen (Grützwurst, Sauerkraut und Quark geht als Spreewaldteller durch) in für die horrenden Preise zwischen 8€ und 13€ zu kleinen Portionen.

Auch Fußball ist in diesem Kaff überteuert: 3,50€ sind abartige Pokalabzocke, wenn der abgeschlagene Tabellenzweite der Landesklasse gegen den souveränen Tabellenführer der Kreisliga im Halbfinale steht. Es sah ohnehin aus, wie zwei Klassen Unterschied! Zu Beginn gab es noch vereinzelt Chancen für den Gast, dann riss Lübben das Spiel an sich und erzielte mit einem Doppelschlag die Vorentscheidung. Nach nicht einmal einer halben Stunde war mit dem 3:0 alles klar. Die Abwehr kam gegen die gut kombinierenden und auch bei jedem Abpraller und Pfostentreffer sofort nachsetzenden Gastgeber nicht klar: bis zur Pause fielen noch zwei weitere Treffer.

Zweistellig wurde es nicht mehr, da Lübben nach dem 7:0 den Druck rausnahm. Die zweite Hälfte wurde lässig heruntergespielt, Altdöbern meckerte nur ab und an, sodass das Ordneraufgebot völlig überzogen wirkte, da die Gästefans keine Anstalten zu Maikrawallen machten und die Spieler wie gesagt nur ab und an meckerten und auf Frustfouls oder sowas verzichteten. Und beim einzigen Platzsturm des Spiels war auch keiner auf dem Posten! OK, war ja auch nur eine Grundschülerin die da plötzlich nach gut 60 Minuten auf dem Feld rumlief…

Die Zuschauerzahl war ansonsten nicht schlecht, die Stimmung aber sehr ausbaufähig. Auch das Stadion scheint ausbaufähig. Der neue Sozialtrakt mit ein- bis dreireihiger Tribüne ist ganz gut gelungen, aber die ausbautenlosen Hintertorseiten und die Gegenseite mit dem Graswall und den Bänken ist etwas mickrig. Wenigstens gibt es dort einen Sprecherturm und dahinter dann bewaldete Hügel, sodass es nicht so kahl aussieht…  
Nach dem Spiel suchten wir uns eine andere Route, die erst bei Torgau auf die alte Strecke stieß. In Zieckau gibt es eine weitere dieser Kirchen mit Holzturm. In Pitschen-Pickel gibt es eine mittelmäßige Dorfkirche und von dort teils geschotterte Wege nach Altsorgefeld. Das ist eine mitten im Wald gelegene Streusiedlung mit vielleicht 10 Einwohner und geschotterten Straßen, die in drei Richtungen als unebene Sandwege wegführen, die sich unübersichtlich quer durch den Wald zerteilen. Also solche Käffer dieser Art wie in Brandenburg findet man so schnell nicht noch mal in Deutschland…

Wir fuhren 3km holprige Matschwege, kreuzten die Bundesstraße und fuhren gleich weiter matschige Waldwege: 5km bis Schwarzenburg, wo es einen gut aussehender Gasthof, eine komische Kirche ohne Turm und einen verfallenen Bolzplatz gibt, der sehr deutlich zeigt, woran es bei diesen Dörfern hapert: an jungen Einwohnern! Da wuchs ja schon ein Kiefernschössling mitten auf dem Platz!
Die letzte Station war dann Herzberg mit der wuchtigen Backsteinkirche und dem schönem Rathaus.  
Statistik:
- Grounds: 1.102 (1 neuer; diese Saison: 131 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.034 (heute 1; diese Saison: 178)
- Tageskilometer: 410 (410km Auto)
- Saisonkilometer: 55.550 (53.940 Auto/ 1.510 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 405