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Montag, 3. November 2014

W431V: Nachbarschaftsduell im Land der Abraumhalden

BSC Blau-Weiß Ahlsdorf 1912 II ...................................... 1
SG Mansfelder Grund (SV Eintracht Kreisfeld/ SV 
Germania Hergisdorf) II / SV Wacker Helbra II ............ 2
- Datum: Sonntag, 2. November 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel 1 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 7. David Glöckner, 0-2 41. Christopher Schlüter, 1-2 91. Heiko Frey
- Verwarnungen: Steffen Behrend, NN (Ahlsdorf); Marcel Gegorszyk (Mansfelder Grund)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Ahlsdorf (Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon 50 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Was für ein Scheißkick! Wenigstens haben die drei Tore und das Gepöbel auf dem Platz für ein bisschen Unterhaltung gesorgt)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football in Mansfeld Region: Ahlsdorf Reserves v Mansfelder Grund/ Helbra Reserves

Am Sonntag erfolgte dann die Rückreise nach NRW. Ich suchte mir noch zwei Veranstaltungen heraus, stellte dann fest, dass das interessantere Spiel in Tilleda schon Samstag war und fuhr entsprechend später los – schon wieder nach Mansfeld: diesmal nach einem Essensstopp in Helbra (bei dem Asiaten an der Kreuzung kann man echt für nur 3€ ordentliche Bratnudeln mit Fleisch essen!) nach Ahlsdorf.

Den bekanntesten Einwohner dieses Kaffes im Mansfelder Grund wollte ich natürlich nicht besuchen – der Politiker ist nämlich einer der Gründe, warum die Uni in Halle so auf den Müll gekommen ist und ich deshalb in NRW mein Studium abschließe – sondern den Sportplatz. Da ließen sich zwar immerhin 70 Zuschauer bei völlig überzogenen 1,50€ Eintritt blicken (in NRW würde in der Klasse fast kein Verein überhaupt auch nur 1€ oder 0,50€, was ja noch angemessen wäre, nehmen) – aber die politische Elite des Ortes offenbar nicht...

Der Platz ist sehr sehenswert: man geht am besten vom Vereinsheim am Fuße des aufgeschütteten und planierten Hügels aus, an der nicht mehr genutzten Platzbahnkegelanlage (der Verein spielt seine Heimspiele im benachbarten Hergisdorf) vorbei, die steile Metalltreppe hoch. Dann geht man an dem idiotischen Verbotsschild, bei dem auch noch ein Wort fehlt (oder eins zu viel ist: aber wenn man "das Betreten" schreibt, dann muss "ist verboten" folgen und nicht "verboten" oder man lässt das "das" weg – aber mit Grammatik und solchen Sachen hat man es in Mansfeld eh nicht: wenn man nicht gerade Minister werden will, bricht man die Schule eh vorher ab; aber zwischen Minister und Schulabbrecher ist eh teilweise kein großer Bildungsunterschied) vorbei, vor der Imbisshütte und hinter den vereinzelten Holzbänken entlang und steigt dann hinter dem Tor den Hang hoch. Von dort hat man den besten Blick aufs Spielfeld, auf die typische Haldenlandschaft mit ihren nun aus den bunten Waldstücken herausragenden schwarzen Hängen, und auch den besten Blick bis dorthin, wo der heutige Gegner herkam: die Spielgemeinschaft aus Hergisdorf und Kreisfeld, die SG Mansfelder Grund.

Deren Reservemannschaft wird noch von der Zweiten von Wacker Helbra verstärkt. Gegen Ahlsdorf II hätte heute auch weniger gereicht. Das Spielniveau war entsprechend der Platzierungen – Letzter als einziger noch sieglos gegen 13. von 17 in der untersten Liga – extrem niedrig. Wenigstens traf Mansfelder Grund II zweimal vor der Pause. Ahlsdorf gelang erst in der Nachspielzeit, in der dann auch noch mal richtig Bewegung war, ein Treffer. Ansonsten waren nur die Pöbeleien und Bemerkungen von außen – besonders der Gästetrainer sprach sehr schönes Mansfeldisch – unterhaltsam.

Ich empfehle noch, mal etwas zur Geschichte des Vereins BSC Blau-Weiß Ahlsdorf zu lesen und ansonsten kann ich nur sagen, dass ich nach dem Spiel gleich nach Teuchern fuhr, wo ich auch wie geplant an der Sporthalle ankam, an der allerdings nichts los war. Also was die SG Chemie Zeitz für ein Scheißverein ist, weiß ich nicht – aber in Teuchern, wie bei SIS offiziell angesetzt (nachgetragen war dann später noch eine falsche Anschrift, die wohl zur Sporthalle in Zeitz nahe Motor-Stadion hinweisen sollte), spielen die jedenfalls nicht.

Ich fuhr dann z.T. über Landstraßen, z.T. über Autobahnen mit einem Essensstopp in Giesen zurück nach Wesseling.  
Statistik:
- Grounds: 1.216 (heute 1 neuer; diese Saison: 62 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.206 (heute 1; diese Saison: 94)
- Tageskilometer: 580 (580km Auto)
- Saisonkilometer: 19.080 (14.280 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.100 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 172 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 431

Montag, 11. August 2014

W419V-VI: Groundhopping in Mansfeld-Südharz – Platzbahnkegeln in Benndorf, die Grünen Tannen in Wippra und der neue Sportplatz von Hedersleben

Hedersleber Sportverein 1994 .......................................... 5
SG Traktor Sandersleben II ............................................. 1
- Datum: Sonntag, 10. August 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel I (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 37. Christian Gehlhar, 2-0 48. Christoph Jolie, 2-1 70. Thomas Beiriger, 3-1 83. Christian Gehlhar, 4-1 87. Michael Lüdicke, 5-1 89. Michael Lüdicke
- Verwarnungen: Jürgen Schmidt, Rene Alsleben, Sebastian Noack (alle Sandersleben II)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Hedersleben (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (darunter keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Hedersleben spielte recht ansehnlich, aber Sandersleben II war derartig schlecht, dass man das Spiel nur niedrig bewerten kann)

TSV Benndorf 1884 III ................................................ 383
1. PKV 1969 Siebigerode III ........................................ 321
- Datum: Sonntag, 10. August 2014 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Kreisliga (2. Spielklasse im Platzbahnkegeln)
- Ergebnis: 383-321 nach ca. 140 Minuten, d.h. Benndorf III siegte mit 62 Holz
- Wurf Benndorf: Mewes 82 gesamt (1. Durchgang: 45, 2. Durchgang: 37), Ch. Wagner 78 (37/41), H. Wagner 75 (38/ 37), Töpfer 75 (40, 35), F. Schmidt 73 (37, 36), Ch. Schmidt [66 (31/ 35) = Streichergebnis]
- Wurf Siebigerode: Schwarzbach 66 gesamt (1. Durchgang: 30, 2. Durchgang: 36), Müller 66 (36, 30), Dressel 66 (30, 36), Reißner 62 (30, 32), Gerlach 61 (28, 33), Sachweh [56 (28, 28) = Streichergebnis]
- Spielort: Platzbahn Benndorf (Kap. 80 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Leider sehr einseitige Partie)

SG Grüne Tanne Wippra II ............................................ 10
SG Breitunger Grund ........................................................ 2
- Datum: Samstag, 9. August 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel II (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 10-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 5-2
- Tore: 0-1 5. Andy Mund, 1-1 16. Thomas Hahn, 2-1 24. Thomas Hahn, 2-2 32. Andy Mund, 3-2 38. Thomas Hahn, 4-2 40. Patrick Danielzyk, 5-2 42. Patrick Danielzyk, 6-2 56. Dirk Amtmann, 7-2 61. Thomas Hahn, 8-2 65. Patrick Danielzyk, 9-2 69. Thomas Hahn, 10-2 90. Stephan Elster
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Wippra (Kap. 852, davon 52 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (darunter keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Trotz 12 Tore ein total lahmes Spiel, da eine Mannschaft wie Wippra II gegen eine vollständige Breitunger Mannschaft nie so gewonnen hätte)

SG Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) II / SV Wacker Helbra II ........................................................ 3
SG Merkur Volkstedt II / Rot-Weiß Polleben II ...... 6
- Datum: Samstag, 9. August 2014 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel I (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-6 nach 94 Min. (48/46) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 8. Marco Naundorf, 0-2 14. Christian Zinke, 0-3 45. Christian Zinke, 1-3 46. Kevin Stamm, 2-3 48. Kevin Stamm, 2-4 56. Marco Naundorf (Foulelfmeter), 2-5 59. Markus Schulze, 2-6 67. Marco Naundorf (Foulelfmeter), 3-6 70. Kevin Stamm (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Steve Freund (Mansfelder Grund); NN (Volkstedt/ Polleben)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz An der Halde (Kreisfeld; Kap. 1.400 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Zwar sehr fehlerbehaftetes, aber dafür umso torreicheres, rasanteres und packenderes Spiel)  
Photos and English Commentary:
a) 11th Division Mansfeld Region: Mansfelder Grund/ Helbra Reserves v Volkstedt/ Polleben Reserves 
b) 11th Division Südharz Region: Grüne Tanne Wippra Reserves v SG Breitungen 

c) Mansfeldian Nine-Pin-Bowling: TSV Benndorf III defeat 1.PKV Siebigerode III by 61 points 
d) 11th Division in Mansfeld Region: Hedersleber SV 94 defeat Traktor Sandersleben Reserves 

e) Villages in Mansfeld Region: Hedersleben, Dederstedt, Oberrißdorf 

Dieses Wochenende verbrachten wir nur mit Spielen in Mansfeld-Südharz. Eigentlich nicht gerade meine Lieblingsgegend, aber es sollte sich schon lohnen.

Das erste Spiel war auch das erste von drei Kreisklassespielen. In der Mansfeldstaffel trafen vor der eindrucksvollen Halde von Kreisfeld die Reserven von Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) und Helbra auf jene von Merkur Volkstedt und Rot-Weiß Polleben. Für überzogene 1,50€ (bei Spielen der 1. Mannschaft kommen noch mal 2€ dazu!) konnte man es sich auf dem Damm zur – natürlich mit Mansfelder Schlacke gepflasterten – Straße hin bequem machen. Es war mein zweiter Besuch in zwei Jahren auf diesem tollen Sportplatz!

Da Spiel war diesmal erheblich besser als jenes der Ersten Mannschaft der SG Mansfelder Grund, das ich vorletzte Saison sah. Zwar passierten v.a. den Hausherren haarsträubende Fehler, aber dafür fielen viele Tore. Und bei der Liga und der schwülen Hitze muss man die Laufbereitschaft und den Einsatz nicht erwarten. Zu den Toren: ein Abwehrspieler lieferte per Kopf versehentlich die Vorlage zur Direktabnahme die der mit vier Treffern erfolgreichste Gästetorschütze volley unter die Latte zimmerte. Auch durch nicht überragendes Abwehrverhalten konnte der Gast die scheinbar alles entscheidende Halbzeitführung auf 0:3 ausbauen, während Mansfelder Grund kläglichst ihre Torchancen vergaben.

Nach der Pause machte der Gastgeber aber mal richtig Druck: der 11er spielte sich zwei Mal durch die Abwehr und traf auch innerhalb von zwei Minuten zwei Mal. Die Druckphase wurde aber mit einem ungeschickten Einsatz im Strafraum beendet – der Elfmeter gekonnt unter die Latte geknallt. Kurz darauf das 2:5 und mit einem weiteren Elfmeter sogar das 2:6. Danach bekam zur Abwechslung aber mal Mansfelder Grund einen Elfer, den der 11er auch geschickt zu seinem Hattrick und dem Endstand von 3:6 verwandelte. Ein 6:6 wie in Hayn wurde es dann leider nicht mehr – dazu war Mansfelder Grund einfach zu schwach. In jedem Fall war das aber ein sehr ansehnliches Spiel!  
Mangels guten Kartenmaterials und Beschilderung wurde die angedachte Abkürzung über Feldwege von Kreisfeld über Annarode und Gorenzen nach Wippra zu einem Umweg über Blankenhain (also wer von Kreisfeld nach Wippra landschaftlich schön abkürzen will, der fährt bitte nach GPS: war schon blöd, plötzlich mitten auf einem Feld oberhalb von Blankenhain zu stehen...), aber rechtzeitig kamen wir trotzdem noch in die kleine Ortschaft im Südharz, wo wir letzthin einmal Skispringen gesehen hatten...

Immer auf den kleinen grün-gelb-weißen Pfeil „Sportplatz“ achten, dann findet man über einen Schotterweg zum Schwimmbad auch hin. Von bewaldeten Höhenzügen umgeben und der Wipper, einen idyllischen Bach umflossen liegt der Sportplatz auf einer Wiese in Sichtweite des eigentlichen Ortes. Dass der Verein „Grüne Tanne“ heißt, ist schon sehr originell: allerdings waren mehr andere Bäume im Umfeld der Sportanlage als grüne Tannen. Blaue Tannen zum Beispiel... Was auch originell in Wippra ist, ist die Tribüne mit ganzen 12 Sitzplätzen, die sich auf drei Holzbänke verteilen, die mit Wellblech und mit Fußballbildern bemaltem Holz überdacht sind.

Die Reserve von Grüne Tanne wurde gerade so voll – die Spieler 10 und 11 kamen als der Schiri schon anfangen wollte noch ohne Aufwärmen auf den Platz – die SG Breitunger Grund trat nur mit 10 Leuten an und verlor, nachdem sie schnell in Führung gegangen waren, nach nur 15 Spielminuten bei einem Zweikampf direkt vor dem Ausgleich, einen ihrer Spieler der sich das Bein verdreht hatte. Aber selbst zu neunt kamen sie nach dem zweiten Gegentor, einem schönen Volleyschuss noch zum Ausgleich. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte konnte Wippra II das Spiel für sich entscheiden: 5-2 bei Pause.

Nach der Pause setzte sich das sehr einseitige, niveauarme und temposchwache Spiel zugunsten der Wippraer fort. Also ob die gegen 11 Breitunger so erfolgreich gewesen wären, wie gegen 9, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls hielt Breitungen bis zur 89. das Ergebnis einstellig, kassierte dann aber in der 90. Minute das zehnte Tor. Im Gegensatz zum insgesamt wirklich guten Spiel in Kreisfeld war dieser Kick in Wippra nur aufgrund der idyllischen Spielstätte und v.a. der vielen Tore lohnend.  
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Am Sonntag ging es früh nach Mansfeld: schon um 9.30 wurde in Benndorf gekegelt – und zwar nach Mansfelder Art. Die Sportanlage des TSV 1884 Benndorf ist eine der schöneren Anlagen fürs Platzbahnkegeln: zwischen einer Wiese, die wohl mal ein Fußballplatz war, einem Vereinsheim und Kleingärten wurde die Platzbahn angelegt: Anzeigetafel, Sprecherkabine, mit Kunststoffwellplatten überdachte Holzbänke, überdachte Mannschaftsbänke aus Holz, originelle Kegelbilder – alles da!

Erstmals guckten wir Platzbahnkegeln unterhalb der 1. Liga – heute auf der zweiten von drei Ebenen, um genauer zu sein. Beide Kontrahenten haben eine allenfalls durchschnittliche Mittelfeldbilanz vorzuweisen, wobei der Gastgeber – Benndorf III – im Vorfeld als stärker eingeschätzt wurde, als Siebigerode III. Es zeichnete sich auch bereits nach den ersten drei Spielern ab, dass diese Einschätzung richtig sein sollte. Im ersten Durchgang hatte nur der schwächste Benndorfer einen niedrigeren Wert erzielt, als der beste Siebigeröder. Im zweiten Durchgang erzielten die meisten Benndorfer zwar weniger Holz als mit ihrem ersten Versuch, was bei Siebigerode genau umgekehrt war, wo sich vier Spieler verbessern konnten. Aber selbst mit diesen Verbesserungen erzielte noch jeder Benndorfer mindestens ein Holz weniger als der beste Siebigeröder. Der Abstand war ohnehin bereits zu groß, sodass nach 43 Holz Rückstand bei Pause ein Unterschied von 61 Holz zu Buche stand.  
Wir fuhren weiter nach Eisleben und aßen dort mangels Alternativen in dem versifften und von den tollsten Asikindern besuchten Alanya-Grill, fuhren über Oberrißdorf – das schön auf dem Berg oberhalb von Eisleben liegt und eine schöne Dorfkirche und einen verrotteten Fußballplatz hat – nach Hedersleben. Die Dorfkirche dort ist in sehr schlechtem Zustand, noch schlimmer sieht die Schule aus. Jahrelang hatte Hedersleben nur einen Kleinfeldfußballplatz und eine Sporthalle – die beiden Anlagen sind hinter der Schule gelegen und völlig verrottet.

Da wir davon ausgingen, dass Hedersleben immer noch über keinen Sportplatz verfügt, der für den Ligenbetrieb geeignet wäre, fuhren wir nach Dederstedt weiter, wo bis zur letzten Saison auch – da Dederstedt wohl nie einen eigenen Verein hatte – der Hedersleber SV 1994 kickte. Dieser HSV 94 ist nicht zu verwechseln mit dem HSV 31, dem Hederslebener SV 1931 aus dem Landkreis Harz.

Wie auch immer: der mittlerweile asphaltierte Sandweg, der südlich zum Laweke-Bach verläuft, brachte uns schnell zum landschaftlich schön gelegenen Sportplatz Dederstedt, der immer für seine gute Sicht aufs Spielgeschehen – also wenn man von dem gewaltigen Hügel vor der verfallenen LPG hinter dem einen Tor aus zuschaut – bekannt war. Dort wuchs allerdings schon eine kleine Pappel aus der einen Wechselbank und das halbwegs gepflegte Gras war nicht richtig abmarkiert. Niemand da, aber immerhin ein Aushang, der auf dem Sportplatz Hedersleben verwies.

Wir stellten dann fest, dass in der einzigen Ecke des Dorfes, die wir vorhin nicht besucht hatten, dieses Jahr auf einer Wiese eine Sportanlage mit einem Großfeld und einem Kleinfeld-Trainingsplatz angelegt wurde. Alles sehr spartanisch – die beiden Plätze durch eine Bande getrennt, ein paar Holzbänke stehen herum, vor einem Auto wird etwas zu Essen verkauft... Aber ein Vereinsheim haben sie immerhin schon: es befindet sich auf dem Gelände, auf dem sich auch die Fußballwiese befindet, dem Schweineprojekt Hedersleben. So ein Dorfplatz zwischen Biogasanlage, Schweinemast, Landmaschinen und Kuhställen hat schon was. Auch wenn der Platz nur eine ausbautenlose Wiese ist, in deren Hintergrund sich Hügel und eine Abraumhalde auftürmen...

Allerdings haben die schon irgendwo ein Ei am Wandern, da in MSH für so einen Kreisklassekick 1,50€ haben zu wollen. Wie so oft in diesem spielschwachen Landkreis war das Spiel selbst auch wenig lohnend: Hedersleben spielte engagiert und offensiv, während die II. Mannschaft von Traktor Sandersleben eigentlich nur Scheiße kickte. Mit zunehmender Spielzeit und nachdem sie durch einen Torwartfehler mit 1:0 ins Hintertreffen geraten waren, ging auch die ständige dumme Meckerei am Schiedsrichter los. Der Alte hatte aber die Ruhe weg und verteilte nur zum Ende hin an die drei Trottel in der Traktorenabwehr gelbe Karten: die haben hinten fünf Gegentreffer – von denen aber v.a. das 2:0 und 3:1 sehr gut gemacht waren – nicht verhindern können und ärgern sich über die völlig unfähigen Mitspieler in der Offensive, aber lassen das dann am Schiedsrichter aus...

Dieses Wochenende in Mansfeld-Südharz war jedenfalls recht lohnend trotz des durchwachsenen Spielniveaus, da man interessante Provinzfußballplätze und das einmalige Platzbahnkegeln besuchen konnte!  
Statistik:
- Grounds: 1.162 (Sa. 1 u. So. 2 neue; diese Saison: 8 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.125 (Sa. 2 u. So. 2; diese Saison: 13)
- Tageskilometer: 330 (Sa. 180km u. So. 150km Auto)
- Saisonkilometer: 2.170 (2.050 Auto/ 120 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

Samstag, 24. November 2012

W330III: Zweistellig in Meuschau, Fußball vor Bergehalden in Mansfeld und Erwartungsgemäßes Ergebnis beim Volleyball

SV Merseburg-Meuschau E ------------------------------ 10
TSV Leuna 1919 E ------------------------------------------- 1
Datum: Samstag, 24. November 2012 – Anstoß: 10.00
Wettbewerb: Kreisklasse Saalekreis, E-Junioren/ Staffel 1 (Liga der 8-10jährigen)
Ergebnis: 10-1 nach 51 Min. (25/26) – Halbzeit: 4-1
Freundschafts-Neunmeterschießen: ausgefallen Tore: 1-0 12. (5), 2-0 16. (2), 3-0 17. (7), 4-0 21. (8?), 4-1 24. (10), 5-1 33. (8), 6-1 39. (8), 7-1 45. (3), 8-1 46. (7), 9-1 48. (3), 10-1 49. (10)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz am Kanal (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Wirklich gutes Jugendspiel mit enorm vielen Torszenen, die leider aber sehr ungleich verteilt waren)

SG Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) ----------- 1
SSV 1882 Klostermansfeld/ Mansfelder SV Eisleben II - 1
Datum: Samstag, 24. November 2012 – Anstoß: 14.10
Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, Nordost (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1-1 nach 88 Min. (43/45) – Halbzeit: 0-0
Tore: 1-0 65. Maik Hahn, 1-1 84. Andreas Heise
Verwarnungen: Ronny Weichselbaumer, Sven Gräbe (Mansfelder Grund); Felix Beck, Joerg Sommereisen, Thomas Retting (K’mansfeld/ El.)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz an der Halde, Kreisfeld (Kap. 1.400 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 75 (davon Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Mehr Fouls als Torszenen - zwar kein gutes Spiel, aber auch nicht langweilig)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna) ------------- 0
SC Charlottenburg/ Berliner „Recycling Volleys” ---- 3
Datum: Samstag, 24. November 2012 – Anstoß: 19.30
Wettbewerb: 1. Volleyballbundesliga (Halbprofiliga)
Ergebnis: 0-3 nach 76 Min.
Satzergebnisse: 21:25, 19:25, 21:25
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.700 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 600 (Offizielle Angabe: 780, darunter Müllmänner: ca. 40)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nach hervorragendem ersten Satz einfach nur noch langweilig)
IMG_4519 Photos with English Commentary:
1.) Under-11 Football: Merseburg-Meuschau defeat Leuna 

Da Turbine Halles B-Jugend sich wohl vor der geballten Sturmkraft der Spielgemeinschaft Bad Dürrenberg/ Leuna in die Hose schiss, wurde die Partie in Halle kurzfristig auf den März verlegt. Um trotzdem einer Leunaer Jugend einen Besuch abstatten zu können, ging es zur E-Jugend, die in Meuschau antrat. Der Gastgeber hat erst eine Niederlage auf dem Konto – unser TSV erst einen Punkt.

Entsprechend einseitig wurde die Partie vom Tabellenzweiten SV Meuschau bestimmt, wobei man schon vorab hervorheben muss, wie stark Leuna dagegen hielt. Eine Durchhängephase, in der Meuschau die ersten vier Tore erzielen konnte, wurde schnell mit einem eigenen Treffer beantwortet. Erst in den letzten fünf Minuten war die Luft draußen, als Leuna vier Tore kassierte und nur einen Angriff aufs gegnerische Tor brachte. Die geringe Anzahl der Angriffe des TSV war ohnehin das Problem: Wenn kaum Entlastung kommt, muss halt auch ein guter Torhüter regelmäßig hinter sich greifen. Besonders Mitte der ersten und zu Beginn und Ende der zweiten Halbzeit gab es selbst über die beiden jungen aber schon relativ erfahrenen Kevin und Yasin sowie den sehr engagiert spielenden 10er kaum Entlastung.

Insgesamt gesehen war dieses Spiel allerdings das Beste der drei Spiele der E-Jugend, das ich bisher gesehen habe. Die Niederlage fiel so hoch aus, da Meuschau einfach so gut, da erfahrener und damit technisch besser und oft auch körperlich stärker ist. Wirklich gut war auch der Schiri, der Kleinigkeiten angemessen laufen ließ und für gröbere Mängel gute Entscheidungen traf: So ließ er einen falschen Leunaer Einwurf einfach mal wiederholen und zum ersten Mal habe ich auch die Regelung, die besagt, dass wenn ein Ball aus dem Spielfeld gerollt wäre, aber durch ein Hindernis (hier ein Torpfosten des Großfeldtores) aufgehalten wird, abgepfiffen wird und auf Schiedsrichterball auf Höhe des Hindernisses (auszuführen ca. 3m im Spielfeld oder so) entschieden wird, angewendet gesehen. Was ich allerdings nicht verstanden habe, ist warum kein Neunmeterschießen gemacht wurde. Meuschau hat vier oder sechs Kleinfeldtore und zwei Großfeldfußballplätze: wenn ein Spiel wie hier direkt im Anschluss angepfiffen werden soll – wo ist da das Problem, einfach mal auf den Nebenplatz zu gehen oder auf dem anderen Teil des Hauptfeldes ein drittes Tor fürs Neunmeterschießen aufzustellen?! Das war das erste Mal in den 16 Jahren, in denen ich mit Jugendfußball im Saalekreis zu tun habe, dass diese schöne Tradition des Neunmeterschießens nicht gemacht wurde! IMG_4530 Wie auch immer. Zählen tun natürlich nur die 10:1 Tore und 3:0 Punkte. Und nun wechselten wir vom Fahrrad aufs Auto. Denn Kreisfeld, in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund (bei Eisleben gelegen) war uns dann doch zu weit mit dem Rad. Aber der Platz lohnt sich so, dass man ihn zur Not ruhig zu Fuß aufsuchen sollte. Die Spielgemeinschaft des SV Germania Hergisdorf und des SV Eintracht Kreisfeld kickt wie im benachbarten Wimmelburg – nur nicht ganz so schön wie dort mit den Sitzbänken auf der Abraumhalde – auf einem von Bergehalden umgebenen, engen Rasenplatz. Grau und schwarz erheben sich auf zwei Seiten des Spielfeldes hohe Halden und auch hinter den anderen beiden Seiten sind Halden in Sichtweite. Auf dem hohen Graswall auf der Hauptseite des ausbautenlosen Platzes führt die steile Straße vorbei. Der Ort um den Platz herum sieht wie viele Orte im Mansfelder Land ziemlich heruntergekommen aus.

Spielerisch bekam man für die 2€ Eintritt den üblichen Mansfelder Mist geboten: Langweilig war es ja nicht, aber Torszenen waren vor allem von der Gastmannschaft, einer Spielgemeinschaft aus SSV 1882 Klostermansfeld und Mansfelder SV Eisleben II, Mangelware. Die Heimelf war da bemühter und ging nach 65 Minuten auch endlich in Führung. Nach diesem Treffer nahm die Foulquote noch mehr zu. Aber wäre das Spiel fairer gewesen, wären die spielerischen Schwächen noch mehr zu Tage getreten. Ärgerlich war dann, dass Klostermansfeld/ Eisleben, nach dem sie einen (vom Namen her übrigens iranischen) Gegenspieler durch klassisches Reinholzen verletzten, noch zum Ausgleich kam. Das war sehr dürftig, wie sei bei einer in der Tabelle hinter ihnen stehenden Mannschaft diesen einen lächerlichen Punkt erreichten. Heute war aber v.a. mal wieder typisch, wie sich bei diesem Spielbesuch der herrlich gelegene Platz als viel lohnender als das Spiel selbst präsentierte. Leider ist das in MSH fast immer der Fall – aber zu Glück sind von den etwa 60 Sportplätzen und Stadien auch nur höchstens 20 sehenswert - was aber auch schon eine gute Quote ist! - sodass man sich nicht zu oft genötigt sieht, in diesen westlich an den Saalekreis angrenzenden Landkreis zu fahren… IMG_4579 Wieder zurück in Merseburg und noch mal aufs Rad: ich musste ja auch mal in der Saison zu einem Heimspiel der Chemie Volleys. Nach deren souveränem 3:0 Sieg in Dresden – der Begriff „Mitteldeutschland“ fand im Spielbericht schon als obszöne Persiflage Verwendung; also wenn Ostdeutschland Schlesien, Pommern und Sudetenland ist, dann ist ein „Mitteldeutsches Derby“ natürlich auch mal ein Handballspiel zwischen Chemnitz und Cottbus oder gar Aue und Görlitz… - doch nun spielte der 6. gegen den ungeschlagenen Tabellenführer, die Müllabfuhr Berlin. Und die Jungs fegten mal kräftig mit der Kehrmaschine übers Parkett.

In einem hervorragenden ersten Satz zeigten beide Seiten tolles Volleyball: bei einer sehr geringen Fehlerquote wurden hohe Dynamik und starke Ballwechsel geboten. Berlin bewies seine Klasse mit einem Vier-Punkte-Satzgewinn, während der Gastgeber aus dem Leunaer Ortsteil viel Kampfgeist und Konzentration im Spiel zeigte. Doch leider war der zweite Satz dann, bei allen guten Einlagen der Gäste und einzelnen Höhepunkte der Heimseite, reichlich zerfahren. Und so langsam war auch jedem Tagträumer klar, wer dieses Spiel wie hoch gewinnen würde. Es wurde einfach langweilig, wie der Gast aus Berlin dem Kampfgeist und dem Willen dagegen zu halten der CVM den Riegel vorschob. Den Drei-Satz-Sieg hatte jeder erwartet und er trat auch ein. Aber immerhin wurde von beiden Seiten über weite Strecken gutes bis sehr gutes Volleyball geboten, sodass es nicht unansehnlich war. IMG_4636 Statistik:
Grounds: 826 (heute 1 neuer; diese Saison: 58 neue)
Sportveranstaltungen: 1.663 (heute 3, diese Saison: 86)
Tageskilometer: 140 (110 Auto, 30 Fahrrad)
Saisonkilometer: 20.150 (18.720 Auto/ 1.350 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 330