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Montag, 11. August 2014

W419V-VI: Groundhopping in Mansfeld-Südharz – Platzbahnkegeln in Benndorf, die Grünen Tannen in Wippra und der neue Sportplatz von Hedersleben

Hedersleber Sportverein 1994 .......................................... 5
SG Traktor Sandersleben II ............................................. 1
- Datum: Sonntag, 10. August 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel I (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 37. Christian Gehlhar, 2-0 48. Christoph Jolie, 2-1 70. Thomas Beiriger, 3-1 83. Christian Gehlhar, 4-1 87. Michael Lüdicke, 5-1 89. Michael Lüdicke
- Verwarnungen: Jürgen Schmidt, Rene Alsleben, Sebastian Noack (alle Sandersleben II)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Hedersleben (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (darunter keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Hedersleben spielte recht ansehnlich, aber Sandersleben II war derartig schlecht, dass man das Spiel nur niedrig bewerten kann)

TSV Benndorf 1884 III ................................................ 383
1. PKV 1969 Siebigerode III ........................................ 321
- Datum: Sonntag, 10. August 2014 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Kreisliga (2. Spielklasse im Platzbahnkegeln)
- Ergebnis: 383-321 nach ca. 140 Minuten, d.h. Benndorf III siegte mit 62 Holz
- Wurf Benndorf: Mewes 82 gesamt (1. Durchgang: 45, 2. Durchgang: 37), Ch. Wagner 78 (37/41), H. Wagner 75 (38/ 37), Töpfer 75 (40, 35), F. Schmidt 73 (37, 36), Ch. Schmidt [66 (31/ 35) = Streichergebnis]
- Wurf Siebigerode: Schwarzbach 66 gesamt (1. Durchgang: 30, 2. Durchgang: 36), Müller 66 (36, 30), Dressel 66 (30, 36), Reißner 62 (30, 32), Gerlach 61 (28, 33), Sachweh [56 (28, 28) = Streichergebnis]
- Spielort: Platzbahn Benndorf (Kap. 80 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Leider sehr einseitige Partie)

SG Grüne Tanne Wippra II ............................................ 10
SG Breitunger Grund ........................................................ 2
- Datum: Samstag, 9. August 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel II (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 10-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 5-2
- Tore: 0-1 5. Andy Mund, 1-1 16. Thomas Hahn, 2-1 24. Thomas Hahn, 2-2 32. Andy Mund, 3-2 38. Thomas Hahn, 4-2 40. Patrick Danielzyk, 5-2 42. Patrick Danielzyk, 6-2 56. Dirk Amtmann, 7-2 61. Thomas Hahn, 8-2 65. Patrick Danielzyk, 9-2 69. Thomas Hahn, 10-2 90. Stephan Elster
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Wippra (Kap. 852, davon 52 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (darunter keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Trotz 12 Tore ein total lahmes Spiel, da eine Mannschaft wie Wippra II gegen eine vollständige Breitunger Mannschaft nie so gewonnen hätte)

SG Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) II / SV Wacker Helbra II ........................................................ 3
SG Merkur Volkstedt II / Rot-Weiß Polleben II ...... 6
- Datum: Samstag, 9. August 2014 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Mansfeld-Südharz, Staffel I (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-6 nach 94 Min. (48/46) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 8. Marco Naundorf, 0-2 14. Christian Zinke, 0-3 45. Christian Zinke, 1-3 46. Kevin Stamm, 2-3 48. Kevin Stamm, 2-4 56. Marco Naundorf (Foulelfmeter), 2-5 59. Markus Schulze, 2-6 67. Marco Naundorf (Foulelfmeter), 3-6 70. Kevin Stamm (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Steve Freund (Mansfelder Grund); NN (Volkstedt/ Polleben)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz An der Halde (Kreisfeld; Kap. 1.400 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Zwar sehr fehlerbehaftetes, aber dafür umso torreicheres, rasanteres und packenderes Spiel)  
Photos and English Commentary:
a) 11th Division Mansfeld Region: Mansfelder Grund/ Helbra Reserves v Volkstedt/ Polleben Reserves 
b) 11th Division Südharz Region: Grüne Tanne Wippra Reserves v SG Breitungen 

c) Mansfeldian Nine-Pin-Bowling: TSV Benndorf III defeat 1.PKV Siebigerode III by 61 points 
d) 11th Division in Mansfeld Region: Hedersleber SV 94 defeat Traktor Sandersleben Reserves 

e) Villages in Mansfeld Region: Hedersleben, Dederstedt, Oberrißdorf 

Dieses Wochenende verbrachten wir nur mit Spielen in Mansfeld-Südharz. Eigentlich nicht gerade meine Lieblingsgegend, aber es sollte sich schon lohnen.

Das erste Spiel war auch das erste von drei Kreisklassespielen. In der Mansfeldstaffel trafen vor der eindrucksvollen Halde von Kreisfeld die Reserven von Mansfelder Grund (Kreisfeld/ Hergisdorf) und Helbra auf jene von Merkur Volkstedt und Rot-Weiß Polleben. Für überzogene 1,50€ (bei Spielen der 1. Mannschaft kommen noch mal 2€ dazu!) konnte man es sich auf dem Damm zur – natürlich mit Mansfelder Schlacke gepflasterten – Straße hin bequem machen. Es war mein zweiter Besuch in zwei Jahren auf diesem tollen Sportplatz!

Da Spiel war diesmal erheblich besser als jenes der Ersten Mannschaft der SG Mansfelder Grund, das ich vorletzte Saison sah. Zwar passierten v.a. den Hausherren haarsträubende Fehler, aber dafür fielen viele Tore. Und bei der Liga und der schwülen Hitze muss man die Laufbereitschaft und den Einsatz nicht erwarten. Zu den Toren: ein Abwehrspieler lieferte per Kopf versehentlich die Vorlage zur Direktabnahme die der mit vier Treffern erfolgreichste Gästetorschütze volley unter die Latte zimmerte. Auch durch nicht überragendes Abwehrverhalten konnte der Gast die scheinbar alles entscheidende Halbzeitführung auf 0:3 ausbauen, während Mansfelder Grund kläglichst ihre Torchancen vergaben.

Nach der Pause machte der Gastgeber aber mal richtig Druck: der 11er spielte sich zwei Mal durch die Abwehr und traf auch innerhalb von zwei Minuten zwei Mal. Die Druckphase wurde aber mit einem ungeschickten Einsatz im Strafraum beendet – der Elfmeter gekonnt unter die Latte geknallt. Kurz darauf das 2:5 und mit einem weiteren Elfmeter sogar das 2:6. Danach bekam zur Abwechslung aber mal Mansfelder Grund einen Elfer, den der 11er auch geschickt zu seinem Hattrick und dem Endstand von 3:6 verwandelte. Ein 6:6 wie in Hayn wurde es dann leider nicht mehr – dazu war Mansfelder Grund einfach zu schwach. In jedem Fall war das aber ein sehr ansehnliches Spiel!  
Mangels guten Kartenmaterials und Beschilderung wurde die angedachte Abkürzung über Feldwege von Kreisfeld über Annarode und Gorenzen nach Wippra zu einem Umweg über Blankenhain (also wer von Kreisfeld nach Wippra landschaftlich schön abkürzen will, der fährt bitte nach GPS: war schon blöd, plötzlich mitten auf einem Feld oberhalb von Blankenhain zu stehen...), aber rechtzeitig kamen wir trotzdem noch in die kleine Ortschaft im Südharz, wo wir letzthin einmal Skispringen gesehen hatten...

Immer auf den kleinen grün-gelb-weißen Pfeil „Sportplatz“ achten, dann findet man über einen Schotterweg zum Schwimmbad auch hin. Von bewaldeten Höhenzügen umgeben und der Wipper, einen idyllischen Bach umflossen liegt der Sportplatz auf einer Wiese in Sichtweite des eigentlichen Ortes. Dass der Verein „Grüne Tanne“ heißt, ist schon sehr originell: allerdings waren mehr andere Bäume im Umfeld der Sportanlage als grüne Tannen. Blaue Tannen zum Beispiel... Was auch originell in Wippra ist, ist die Tribüne mit ganzen 12 Sitzplätzen, die sich auf drei Holzbänke verteilen, die mit Wellblech und mit Fußballbildern bemaltem Holz überdacht sind.

Die Reserve von Grüne Tanne wurde gerade so voll – die Spieler 10 und 11 kamen als der Schiri schon anfangen wollte noch ohne Aufwärmen auf den Platz – die SG Breitunger Grund trat nur mit 10 Leuten an und verlor, nachdem sie schnell in Führung gegangen waren, nach nur 15 Spielminuten bei einem Zweikampf direkt vor dem Ausgleich, einen ihrer Spieler der sich das Bein verdreht hatte. Aber selbst zu neunt kamen sie nach dem zweiten Gegentor, einem schönen Volleyschuss noch zum Ausgleich. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte konnte Wippra II das Spiel für sich entscheiden: 5-2 bei Pause.

Nach der Pause setzte sich das sehr einseitige, niveauarme und temposchwache Spiel zugunsten der Wippraer fort. Also ob die gegen 11 Breitunger so erfolgreich gewesen wären, wie gegen 9, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls hielt Breitungen bis zur 89. das Ergebnis einstellig, kassierte dann aber in der 90. Minute das zehnte Tor. Im Gegensatz zum insgesamt wirklich guten Spiel in Kreisfeld war dieser Kick in Wippra nur aufgrund der idyllischen Spielstätte und v.a. der vielen Tore lohnend.  
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Am Sonntag ging es früh nach Mansfeld: schon um 9.30 wurde in Benndorf gekegelt – und zwar nach Mansfelder Art. Die Sportanlage des TSV 1884 Benndorf ist eine der schöneren Anlagen fürs Platzbahnkegeln: zwischen einer Wiese, die wohl mal ein Fußballplatz war, einem Vereinsheim und Kleingärten wurde die Platzbahn angelegt: Anzeigetafel, Sprecherkabine, mit Kunststoffwellplatten überdachte Holzbänke, überdachte Mannschaftsbänke aus Holz, originelle Kegelbilder – alles da!

Erstmals guckten wir Platzbahnkegeln unterhalb der 1. Liga – heute auf der zweiten von drei Ebenen, um genauer zu sein. Beide Kontrahenten haben eine allenfalls durchschnittliche Mittelfeldbilanz vorzuweisen, wobei der Gastgeber – Benndorf III – im Vorfeld als stärker eingeschätzt wurde, als Siebigerode III. Es zeichnete sich auch bereits nach den ersten drei Spielern ab, dass diese Einschätzung richtig sein sollte. Im ersten Durchgang hatte nur der schwächste Benndorfer einen niedrigeren Wert erzielt, als der beste Siebigeröder. Im zweiten Durchgang erzielten die meisten Benndorfer zwar weniger Holz als mit ihrem ersten Versuch, was bei Siebigerode genau umgekehrt war, wo sich vier Spieler verbessern konnten. Aber selbst mit diesen Verbesserungen erzielte noch jeder Benndorfer mindestens ein Holz weniger als der beste Siebigeröder. Der Abstand war ohnehin bereits zu groß, sodass nach 43 Holz Rückstand bei Pause ein Unterschied von 61 Holz zu Buche stand.  
Wir fuhren weiter nach Eisleben und aßen dort mangels Alternativen in dem versifften und von den tollsten Asikindern besuchten Alanya-Grill, fuhren über Oberrißdorf – das schön auf dem Berg oberhalb von Eisleben liegt und eine schöne Dorfkirche und einen verrotteten Fußballplatz hat – nach Hedersleben. Die Dorfkirche dort ist in sehr schlechtem Zustand, noch schlimmer sieht die Schule aus. Jahrelang hatte Hedersleben nur einen Kleinfeldfußballplatz und eine Sporthalle – die beiden Anlagen sind hinter der Schule gelegen und völlig verrottet.

Da wir davon ausgingen, dass Hedersleben immer noch über keinen Sportplatz verfügt, der für den Ligenbetrieb geeignet wäre, fuhren wir nach Dederstedt weiter, wo bis zur letzten Saison auch – da Dederstedt wohl nie einen eigenen Verein hatte – der Hedersleber SV 1994 kickte. Dieser HSV 94 ist nicht zu verwechseln mit dem HSV 31, dem Hederslebener SV 1931 aus dem Landkreis Harz.

Wie auch immer: der mittlerweile asphaltierte Sandweg, der südlich zum Laweke-Bach verläuft, brachte uns schnell zum landschaftlich schön gelegenen Sportplatz Dederstedt, der immer für seine gute Sicht aufs Spielgeschehen – also wenn man von dem gewaltigen Hügel vor der verfallenen LPG hinter dem einen Tor aus zuschaut – bekannt war. Dort wuchs allerdings schon eine kleine Pappel aus der einen Wechselbank und das halbwegs gepflegte Gras war nicht richtig abmarkiert. Niemand da, aber immerhin ein Aushang, der auf dem Sportplatz Hedersleben verwies.

Wir stellten dann fest, dass in der einzigen Ecke des Dorfes, die wir vorhin nicht besucht hatten, dieses Jahr auf einer Wiese eine Sportanlage mit einem Großfeld und einem Kleinfeld-Trainingsplatz angelegt wurde. Alles sehr spartanisch – die beiden Plätze durch eine Bande getrennt, ein paar Holzbänke stehen herum, vor einem Auto wird etwas zu Essen verkauft... Aber ein Vereinsheim haben sie immerhin schon: es befindet sich auf dem Gelände, auf dem sich auch die Fußballwiese befindet, dem Schweineprojekt Hedersleben. So ein Dorfplatz zwischen Biogasanlage, Schweinemast, Landmaschinen und Kuhställen hat schon was. Auch wenn der Platz nur eine ausbautenlose Wiese ist, in deren Hintergrund sich Hügel und eine Abraumhalde auftürmen...

Allerdings haben die schon irgendwo ein Ei am Wandern, da in MSH für so einen Kreisklassekick 1,50€ haben zu wollen. Wie so oft in diesem spielschwachen Landkreis war das Spiel selbst auch wenig lohnend: Hedersleben spielte engagiert und offensiv, während die II. Mannschaft von Traktor Sandersleben eigentlich nur Scheiße kickte. Mit zunehmender Spielzeit und nachdem sie durch einen Torwartfehler mit 1:0 ins Hintertreffen geraten waren, ging auch die ständige dumme Meckerei am Schiedsrichter los. Der Alte hatte aber die Ruhe weg und verteilte nur zum Ende hin an die drei Trottel in der Traktorenabwehr gelbe Karten: die haben hinten fünf Gegentreffer – von denen aber v.a. das 2:0 und 3:1 sehr gut gemacht waren – nicht verhindern können und ärgern sich über die völlig unfähigen Mitspieler in der Offensive, aber lassen das dann am Schiedsrichter aus...

Dieses Wochenende in Mansfeld-Südharz war jedenfalls recht lohnend trotz des durchwachsenen Spielniveaus, da man interessante Provinzfußballplätze und das einmalige Platzbahnkegeln besuchen konnte!  
Statistik:
- Grounds: 1.162 (Sa. 1 u. So. 2 neue; diese Saison: 8 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.125 (Sa. 2 u. So. 2; diese Saison: 13)
- Tageskilometer: 330 (Sa. 180km u. So. 150km Auto)
- Saisonkilometer: 2.170 (2.050 Auto/ 120 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 419

Montag, 24. Juni 2013

W360IV: Zwei Tore in der Nachspielzeit

SV Rot-Weiß Polleben 1923 --------------------------------- 3
SV Merkur 1913 Volkstedt ---------------------------------- 3
- Datum: Freitag, 21. Juni 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, Nordost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 97 Min. (45/52) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 47. 14, 1-1 60. 4, 1-2 63. 9, 2-2 78. 8, 2-3 94. 9, 3-3 96. ?
- Verwarnungen: 7 (Polleben); 2x5, 9 (Volkstedt)
- Platzverweise: 5 (Volkstedt, 55. Min. wg. wiederholtem Foulspiel)
- Spielort: Sportplatz Polleben (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spiel wurde mit zunehmender Dauer besser, der absolute Höhepunkt war aber die Nachspielzeit) DSC07897 Rot-Weiß Polleben v Merkur Volkstedt Photos with English Commentary:
Amateur Football: Rot-Weiß Polleben v Merkur Volkstedt (Including Pictures of Churches in Polleben, Volkmaritz, Burgisdorf, Schwittersdorf, Naundorf, and Bösenburg)

Bis nachmittags bei bestem Wetter am Schreibtisch sitzen und Übersetzungen anfertigen, das Altherrenspiel von Leuna verlegt, unsicheres Sommerwetter mit aufziehenden Gewittern...
Klingt nicht gerade nach einem gelungenen Freitag!

Doch schon zur Mittagszeit wurde es besser, da einigen Nachbarn die Mittagshitze zu Kopf stieg: Herr X geht mir eh auf den Sack, da er nicht einparken kann und sich gerne wegen Lächerlichkeiten beim Vermieter von der immer schlechter werdenden Wohnungsbaugesellschaft beschwert. Doch nun schoss X den Vogel ab, als er sich lautstark über die völlig normal vor dem Haus bolzenden Nachbarskinder beschwerte. Und so was schimpft sich Familienvater – aber bei der Figur des Kindes kann man sich denken, dass der u.a. von Sport keine Ahnung hat. Nachdem er die Kinder (um die 12 Jahre) vom Fenster aus anbrüllte, dass sie sich „verpissen“ sollen, weil sie sein Auto mit dem Ball getroffen hatten (natürlich keinerlei Schaden entstanden!), wurde das Treppenhaus schön zusammen geschrien. Es standen sich Herr und Frau X mit zwei betroffenen Kindern, Frau Y und deren 15jährige Tochter gegenüber. Nachdem auch Frau X ausfällig wurde (von wegen „am Arsch lecken“), brachte die Tochter von Frau Y den Satz des Tages gegenüber Frau X: „Halt die Fresse, du Votze!“

Nach diesem feinen nachbarschaftlichen Slapstick ging es wieder an die Arbeit, zu einem Termin und dann kurz entschlossen nach Polleben, da es dort noch irgendeine Nachholpartie zu sehen gab. In Deutschland (zumindest im Osten, wo Mansfeld ja dazuzählt, während Südharz schon wirklich Mitteldeutschland ist) kann man ja mittlerweile nur noch sehr kurzfristig Spielansetzungen heraussuchen, da 50% der Spiele nicht stattfinden bzw. an einem anderen Tag. Wird Zeit, dass die Sommerpause kommt, auch wenn es in dem ach so gut organisierten Deutschland ab nächste Saison wohl kaum besser werden wird...
Nach einer kurzen Besichtigung der Orte Volkmaritz, Bösenburg (die Kirche dort thront auf dem Burgberg und ist nur schwer per Auto erreichbar) und Burgisdorf, schauten wir noch die zwei Kirchen von Polleben und das dazwischen stehende Thälmann-Denkmal an und stellten uns an den Sportplatz, wo tatsächlich um 19 Uhr angepfiffen wurde.

Der Sportplatz ist eine unebene, wellige Rasenfläche mit einem ordentlichen Graswall auf einer Längsseite, Pappeln hinter dem zur L159 hin liegenden Tor und einem niedrigen Sportlerheim mit Kegelbahn an der Längsseite hinter der der Bach fließt. Also eine ganz passable Kulisse um ein Kreisligaspiel zweier Mannschaften aus dem mittleren Bereich der Tabelle (vorderes gegen hinteres Mittelfeld) auszutragen.

Dass sich Leute von außerhalb (die Gästefans aus dem Nachbardorf kennt man ja) für so ein Spiel interessieren, stößt natürlich auf Verwunderung, wobei es auffällig war, dass junge Leute freundlich grüßten und die alten blöd glotzten und auch noch dumme Fragen stellten. Also von wegen, die Jugend von heute benehme sich immer so unfreundlich! Unfreundlich war nur der bescheuerte Bauer, der immer noch überall Stasi-Spitzel sieht und der Vereinspräsident, der vor dem Kreisverband Angst hat und einem Juristen wie meinem Vater was vom Hausrecht erzählen wollte. Schon lustig, wenn einer von was reden will, von dem er keine Ahnung hat. Mit Müh und Not buchstabieren können, wird der Bauer ja „Hausrecht“, aber was das ist und wie man es wann und wie anwendet – da kenn ich mich ja besser in der Landwirtschaft aus, als der in Jura... Aber wie freundlich plötzlich auch die unterbelichtetsten Rot-Weißen waren, als mein Vater klar machen konnte, dass wir keine Spitzel vom scheiß Kreisverband sind...

Da mich so widerlich misstrauische Leute, bei deren Verhalten man direkt vermuten muss, dass sie was zu verbergen haben, wie dieser Alte und der Präsi ankotzen, hätte mich ja eine Niederlage von Polleben erstmal pauschal gefreut. Aber nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der die beiden besten Chancen auch noch auf Seiten der Gäste waren – 1. ein Polleber rettete noch auf der Linie wobei er auf den Ball fiel und ihn dabei mit der Hand berührte, was der unsichere Schiedsrichter aber nicht sah und 2. der Polleben-Torwart geht nachdem er zwei Spieler beim Luftduell umstieß zu Boden und der ungeschickte Merkur-Stürmer semmelt den Ball neben das leere Tor – tat Polleben viel mehr fürs Spiel.

Die Rot-Weißen drängten massiv aufs Tor und gingen auch nach der Pause gleich in Führung. In der Druckphase musste ein Gästespieler mit gelb-rot vom Platz, wobei daraufhin Polleben Schwächen zeigte. Fünf Minuten nach dem Feldverweis bekamen sie den Ball nicht aus dem Strafraum und Merkur traf in Unterzahl. Damit nicht genug: bald darauf ein Freistoß aus 25m von der linken Seite, ein hoher Ball ins lange Eck und der Torwart greift daneben. 1:2 in Unterzahl! Erst 15 Minuten später können die Rot-Weißen ausgleichen. Dann der absolute Knaller: der Schiri lässt viel zu lange nachspielen und Volkstedt kommt nach einem Abwehrfehler zu einem billigen und unverdienten Führungstreffer. Doch noch in der Nachspielzeit gleicht Polleben nach einem nicht geahndeten falschen Einwurf im dritten Nachschuss aus. Ein spektakuläres Ende inklusive Pöbeleien von Seiten der Gäste gegen den Schiri!
Das war doch mal wieder ein echt lohnendes Spiel mit gerechtem Resultat!

Wir besichtigten noch die Polleber Windmühle und die Kirchen in Schwittersdorf und Naundorf, die als typische, wuchtige Backsteinkirchen von um 1900 für diese winzigen Käffer sehr überdimensioniert sind. DSC07851 Sportplatz Polleben Statistik:
- Grounds: 950 (heute 1 neuer; diese Saison: 182 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.828 (heute 1, diese Saison: 251)
- Tageskilometer: 110 (110km Auto)
- Saisonkilometer: 55.350 (45.000 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.650 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 360