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Freitag, 28. Dezember 2018

W647I-648I: Weihnachten mit Hansa gegen Energie, Altherrenturnier in Grevesmühlen sowie Eishockey und Handball in Westfalen

Herforder Eishockey Verein ................................. 8
Ratinger Ice Aliens 97 ........................................... 3
- Datum: Freitag, 21. Dezember 2018 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Eishockeyliga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 8-3 nach 60 (3x20) Minuten – Drittel: 1-2, 3-1, 4-0
- Tore: 0-1 8.00 Fischbuch, 1-1 10.22 Bohle, 1-2 16.15 Brazda, 1-3 31.00 Scharfenort, 2-3 36.42 Skinner, 3-3 39.28 Skinner, 4-3 39.50 Berezovsky, 5-3 42.45 Staudt, 6-3 44.13 Hutt, 7-3 44.57 Bohle, 8-3 52.36 Brinkmann
- Strafen: 2x Skinner, 2x Rempel, Nasebandt (Herford = 10 Minuten); Plichta, Brazda, Schumacher, Maas, Giesen (Ratingen = 10 Minuten)
- Austragungsort: Eisstadion Im Kleinen Felde (Eishalle Herford; Kapazität: 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

F.C. Hansa Rostock ............................................... 0
FC Energie Cottbus ............................................... 2
- Datum: Samstag, 22. Dezember 2018 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 96 (48/48) Minuten – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 36. Bender, 0-2 63. Rangelow
- Gelbe Karten: Riedel, Evseev, Bülow (FCH); Rangelow, Weidlich (Energie)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Ostseestadion (Kapazität: 29.500, davon 22.500 Sitzplätze; davon 26.000/ 19.500 freigegeben)
- Zuschauer: ca. 23.000 (davon 20.000 zahlende und ca. 2.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

Alte Herren Ü40 Hallen-Kreisturnier Schwerin/ Nordwest-Mecklenburg
- Datum: Sonntag, 23. Dezember 2018 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: Hallenfußballkreismeisterschaft für Ü40-Altherren-Mannschaften
- Endstand: 1. FC Schönberg 95 (22:4, 12), 2. Mecklenburger SV[Dorf Mecklenburg] (11:10, 9), 3. SV Klütz (15:10, 6), 4. FSV Testorf-Upahl (7:16, 3), 5. PSV Wismar (3:18, 0)
- Ergebnisse: Upahl 1:4 Schönberg, Klütz 3:4 Dorf Mecklenburg, PSV 0:4 Upahl, Dorf Mecklenburg 0:6 Schönberg, Klütz 3:2 PSV, Upahl 1:5 Dorf Mecklenburg, PSV 1:9 Schönberg, Klütz 7:1 Upahl, Dorf Mecklenburg 2:0 PSV, Schönberg 3:2 Klütz
- Torstatistik: 58 Tore in 10 Spielen á 15 Minuten, d.h. 5,8 Tore/ Spiel
- Strafen: keine
- Austragungsort: Sporthalle Gymnasium Am Tannenberg Grevesmühlen (Kapazität: 500, davon 360 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon überwiegend pausierende Aktive)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

TuS Nettelstedt-Lübbecke .................................. 33
TSV Bayer Dormagen ......................................... 29
- Datum: Mittwoch, 26. Dezember 2018 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: 2. Handballbundesliga (2. Profihandballliga)
- Ergebnis: 33-29 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 17-13
- Tore: Gierak 6, Genz 5, Spohn 5, Speckmann 5, Schade 3, Strosack 3, Jaanimaa 2, Rakovic 2, Bechtloff 1, Hövels 1 (TuS N.); Wieling 6, Richter 6, Rebelo 4, Stutzke 4, Huter 3, Braun 3, Jagienak 2, Köster 1 (Bayer)
- Gelbe Karten: Walczak, Gierak, Schade (TuS N.); Jagieniak, Stutztke (Bayer)
- Zeitstrafen: Bechtloff, Gierak, RK Walczak (TuS N. = 6 Minuten); Rebelo, Stutzke, Wieling (Bayer = 6 Minuten)
- Rote Karten: Walczak von Tus N. (38. Min. wg. angeblich grobem Foul)
- Austragungsort: Kreissporthalle Lübbecke, sogenannte Merkur-Arena (Kapazität: 3.250, davon 2.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.000 (davon 1.510 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 Herforder EV 8:3 Ratinger Ice Aliens Photos with English Commentary :
a) Ice Hockey: Herford vs. Ratingen
b) Football: Rostock vs. Cottbus
c) Indoor Football: Veterans Cup in Grevesmühlen
d) Handball: Nettelstedt-Lübbecke vs. Dormagen
e) Rostock Region: Christmas, Kühlungsborn GDR Coast Guards Tower

f) West-Mecklenburg: Panzow Road, Alt Bukow Church, Grevesmühlen

g) Ostwestfalen: Herford (2014), Lübbecke

Zu Weihnachten kann man sich doch mal bei den Eltern blicken lassen. Diesmal leider ohne Khatereh im Gegensatz zum letzten Weihnachten in Rostock, da sie in Kur ist und im Gegensatz zum Weihnachten davor ist schade, dass man nicht bei zweistelligen Temperaturen und kühl-wechselhaften nordafrikanischen Wetter Fußball in Marokko gucken kann... F.C. Hansa Rostock 0:2 FC Energie Cottbus Aber egal: ich machte mich nach der Arbeit diesmal schon um 17.30 auf die Piste – ich hatte eine einzige Überstunde aus einer vorherigen Woche, sonst wäre das erste Spiel nicht machbar gewesen – und steuerte das direkt auf der Route liegende Herford an. Praktischerweise wurde dort in der Eishalle Regionalliga um 20.30 Uhr gespielt. 10€ Eintritt sind asozial für das Niveau – in Rostock kostet eine Liga höher das gleiche – und die Halle hat nur Stehplätze auf Betonstufen. Architektonisch ist der Bau aber gut gelungen, v.a. das Sprecherhaus mit dem Schriftzug Aufsicht und die Wintersportmalereien auf den Hintertorwänden sind sehr gut.

Der 3. aus Herford, die Ice Dragons, taten sich anfangs gegen den 6. aus Ratingen, die Ice Aliens, schwer. Bis Mitte des zweiten Drittels war der Gast besser und v.a. effektiver. Mit deutlicher weniger Torschüssen gingen sie 1:3 in Führung. Noch vor dem letzten Seitenwechsel gelang Herford in einem nun richtigen guten Spiel die Führung zum 4:3. Das letzte Drittel bestimmten die Gastgeber, da bei den Ice Aliens die Luft draußen war: 8-3 am Ende eines sehr guten Spiels. Grevesmühlen Ich kam kurz vor 3 Uhr in Rostock an. Am Vormittag ging es dann zum Ostseestadion. Neben dem Stadion von Motor Neptun in der Hans-Sachs-Allee geparkt und dort erstmal eine Runde Tischtennis an der Steinplatte gespielt. Im Hintergrund wurden Böller geworfen und Rauchkerzen gezündet. Echte Tischtennisatmosphäre...

Das letzte Mal war ich wie gesagt mit Khatereh vor zwei Jahren gegen den Chemnitzer FC im Ostseestadion. Vor zwei Wochen war ich das letzte Mal bei einem Hansaspiel – gegen Uerdingen in Duisburg. Seit Ende 2016 habe ich viele Auswärtsspiele gesehen – aber im Gegensatz zu meinem Vater keine Heimspiele. Heute kam der Gast aus dem Sorbenland, FK Energetyk Chóśebuz – ach, ich meine natürlich FC Energie Cottbus – und brachte gut 2.000 Fans mit. Da Hansa aber 20.000 am Start hatte, war die Stimmung auf unserer Seite. Es gab auch eine schöne Choreo von der Süd. Auf dem Feld lief es die erste halbe Stunde auch gut, doch ein Foulelfmeter wurde lächerlich vergeben und nach 36 Minuten erzielte Cottbus ein tolles Tor (große Distanz, Innenpfosten, mittig ins Netz). Nach der Pause lief gar nichts mehr zusammen. Nach dem 0:2 waren noch über 30 Minuten Zeit um auf den Ausgleich zu drängen oder wenigstens ein paar Kotzbusser zur besseren Unterhaltung mit gestrecktem Bein umzunieten – aber: nichts! Kein Aufbäumen, kein Charakter. Diese gesamte Mannschaft repräsentiert in ihrer Unfähigkeit und Charakterlosigkeit den Verein überhaupt nicht. Seit dem letzten 2.-Bundesliga-Jahr hat Hansa nicht eine einzige brauchbare Mannschaft, in der auch nur die Hälfte der Spieler ein über dem Ligendurchschnitt liegendes Niveau oder Charakter hat. Alte Herren Ü40 Hallen-Kreisturnier Schwerin/ Nordwest-Mecklenburg in Grevesmühlen Samstagabend war mein Onkel Thomas gekommen und blieb bis Heiligabend. Ich seilte mich am Sonntag aber für ein Hallenturnier in Grevesmühlen ab. Auf dem Weg dahin fuhr ich ein paar matschige Pisten in der Umgebung von Neubukow ab. Dabei kam ich auch durch Alt Bukow, wo die Straßen sehr gut sind und die Kirche gerade für einen Gottesdienst geschmückt wurde. Ein ansehnlicher Bau, nichts herausragendes, aber mehrere Gemälde sind in der Gegend ungewöhnlich in Kirchen. In Grevesmühlen selbst gibt es auch ein paar ansehnliche historische Gebäude, aber vieles ist sehr heruntergekommen.

Gut sind in Grevesmühlen die Sportanlagen, so auch die Sporthalle des Gymnasiums in der das Ü40-Hallenfußball-Kreisturnier stattfand. Drei feste Bankreihen und eine Reihe Turnbänke auf einer Untertribüne, toller Sprecherturm, ganz ansprechende Farben, großzügige Abmessungen. Völlig daneben war natürlich 3€ Eintritt zu nehmen. Ob ihr nun Hallenmiete bezahlen musst oder nicht – Eintritt für regionale Altherrenmannschaft geht gar nicht!

Das Turnier fand durch den Schönberger FC und teilweise auch den SV Klütz und den Mecklenburger SV und mit starken Abstrichen auch Testorf-Upahl auf einem sehr guten Niveau statt. PSV Wismar war ganz schwach. Der Poeler SV kam von der hässlichen Insel nicht runter und trat nicht an. Schönberg dominierte mit 4 Siegen und 22:4 Toren, die teils durch herrliche Kombinationen und sicherstes Passspiel zustande kamen, das Turnier. Kühlungsborn Am Montag gab es keine besonderen Highlights. Den Weihnachtsgottesdienst besuchten wir in der Marienkirche, der größten und bedeutendsten Kirche Rostocks.

Am Dienstag gingen wir sehr gut im zypriotischen Restaurant „Famagusta“ in Kühlungsborn essen und besichtigten dort noch den DDR-Grenzer-Wachturm und das angeschlossene Museum. Der Wachturm ist ein echtes Highlight. Das Museum ist auch gut gemacht. Bei dem Film muss man sich nur immer wieder fragen: das sollen Fluchtgründe gewesen sein, die da von Mecklenburgern, die rübergemacht haben, genannt werden? Es kam nur eine schikanierte Kirchenfrau vor und keinerlei politische Flüchtlinge. Vielleicht waren in einem weiteren Teil des NDR-Films noch welche zu Wort gekommen, aber in dem von mir gesehen Film sprachen nur Wirtschaftsflüchtlinge. Der Fluchtgründe ich damals wie heute nur bedingt nachvollziehbar finde.

Passenderweise hörte ich am Mittwoch auf dem Rückweg noch eine Reportage in Deutschlandfunk über den geschlossenen Jugendwerkhof von Torgau. Völlig vage Aussagen zu Gräueltaten der Aufseher. Wirklich gut war nur, dass klar dargelegt wurde, dass die SED-Verbrecher keinerlei Reue zeigten und die Schuld bei den Opfern suchten. Die einzige Täterin, die sich selbstkritisch äußerte, erinnerte sich an einen Heulanfall, nachdem einer Insassin von ihrem Mittäter bei Ankunft ihre schönen langen Haare abrasiert wurden. Also verglichen mit dem, was einige Jahre vorher so alles in Torgau und woanders in Deutschland durch die Nazis verbrochen wurde – oder was z. B. bei ähnlichen Einrichtungen, in denen v.a. junge Leute „auf Linie“ gebracht werden sollten, noch bis heute in Ländern wie Nord-Korea, Ägypten oder Syrien (die alle diese Systeme durch die Sowjetunion und mindestens in den beiden letztgenannten auch die DDR installiert bekommen haben!) veranstaltet wird – kann man nur ungläubig zuhören, wie schwerfällig Opfer wie Täter mit den Geschehnissen herausrücken und erstere diese auch scheinbar dramatisieren. Sie scheinen sich in keiner Form von den auch in West-Europa noch bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts üblichen brutalen Erziehungsmethoden in solchen Einrichtungen zu unterscheiden. Auch die Beschreibungen auf der Gedenkstättenseite lassen keine Schlüsse auf staatlich organisierte Folter wie in Bautzen oder Hohenschönhausen zu. Wenn ich schon lese/ höre, dass Schlagstöcke nur in Notwehr eingesetzt wurden und die Opfer das nicht einmal anders darstellen wollen. In der ansonsten sehr guten Rubrik Geschichte der „Welt“ wird bei diesem Thema mit einer reißerischen Überschrift gearbeitet, um dann im Text einen unbelegten Halbsatz dazu zu bringen. Hier ist für mich – im Gegensatz zu den KZs, nordkoreanischen Lagern oder dem Gefängnis Saydnaya für politische Häftlinge in Syrien – nicht nachvollziehbar, wo das Besondere liegt, das so viele Berichte darüber so oft wiederholt werden müssen? Dass dort Unrecht verübt wurde (im Fall von Torgau gegen ca. 4.000 Jugendliche, was eine verhältnismäßig niedrige Zahl zu sein scheint, wohl auch dadurch, dass die wenigstens DDR-Bürger bis 89 mutig genug für Wiederstand waren) ist zweifelsfrei klar und deswegen ist diese Gedenkstätte auch so wichtig wie jene Gedenkstätte in Kühlungsborn – zumal beim Versuch der „Republikflucht“ auch einige Flüchtlinge von Grenzern ermordet wurden – aber irgendwie ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso Insassen der Jugendwerkhöfe sich so bedeckt halten und „Republikflüchtige“ so lapidar als Fluchtgründe „keine Freiheiten“ angeben. Es ist wohl auch deshalb nicht für mich nachvollziehbar, da ich viele Kontakte zu Menschen aus sehr viel brutaleren Diktaturen wie Syrien und Iran habe. Lübbecke Irgendwann war ich dann wieder in NRW angekommen. Gleich hinter der Landesgrenze mit Niedersachsen kommt Lübbecke. Ein selten hässliches Nest. Mäßig ansehnliche Kirchen, ganz vereinzelt sehenswerte Fachwerkhäuser – dazwischen Betonwüste, architektonischer Schrott und Leerstand wie bei uns im Osten.

Die Kreissporthalle ist nicht schlecht. Halbrunde Vorbauten, innen dreigeteilte Tribünen: Schalensitze, Bänke und Stehplätze. Für 12,50€ bekam ich einen Stehplatz. Sitzplätze sind teils erheblich teurer. Ist aber auch 2. Bundesliga immerhin. Der 5. TuS Nettelstedt-Lübbecke gegen den 15. Bayer Dormagen. Anfangs legte Lübbecke massiv vor, dann kam Dormagen immer wieder zum Ausgleich. Erst kurz vorm Seitenwechsel deutete sich eine Überlegenheit der Gastgeber an: 17-13. Mehr als die 4 Tore Vorsprung wurden es am Ende aber nicht: 33-29 war das Endergebnis in einem wirklich guten Spiel. Die Stimmung würde ich nicht als gut bezeichnen: weitestgehend nur Geklatsche und keine richtigen Anfeuerungen. Emotionen kamen am meisten beim unberechtigten Platzverweis gegen einen der Lübbecker Spieler auf.

Auf der Rückfahrt nach Bonn kam auch mal gescheite Musik im Radio, sodass ich keine Reportagen oder BFBS-Christmas-Specials – wobei das Special mit der Tante mit ihrem nordenglischen Dialekt natürlich gut war – hören musste...
22.30 Uhr war ich da, die nächsten beiden Tage ging es nur zur Arbeit. Dann gab es wieder Touren zum Abschluss des Jahres 2018. TuS Nettelstedt-Lübbecke 33:29 TSV Bayer Dormagen Statistik:
- Grounds: 2.318 (Fr 1, So 1, Mi 1; diese Saison: 106 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.503 (Fr 1, Sa 1, So 1, Mi 1; diese Saison: 119)
- Tourkilometer: 1.550 (Fr 640km, Sa 30km, So 170km, Mo 30km, Di 60km, Mi 620km Auto)
- Saisonkilometer: 41.170 (20.390 Auto, davon 8.450 Mietwagen/ 19.200 Flugzeug/ 1.580 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 648 Wochen.

Samstag, 26. November 2016

W539IV: Ein ausgefüllter Samstag in Rostock

Ü35-Futsal-Kreismeisterschaft Warnow
- Datum: Samstag, 26. November 2016 – Beginn: 9.00
- Wettbewerb: Altherren-Futsal-Turnier
- Ergebnisse: Rostocker FC 2:0 Post SV Rostock, Rostocker FC 2:2 Sievershäger SV, Post SV Rostock 0:6 Sievershäger SV, Rostocker FC 3:2 Post SV Rostock, Rostocker FC 0:4 Sievershäger SV, Post SV Rostock 1:4 Sievershäger SV
- Tabelle: 1. Sievershagen (16:3, 10), 2. RFC (7:8, 7), 3. Post (3:15, 0)
- Strafen: RFC (keine), Post SV (keine), Sievershagen 2 Minuten (TW)
- Austragungsort: Sporthalle Maxim-Gorki-Straße/ Nachwuchsleistungszentrum (Kap. 200, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon überwiegend Post-SV-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Durchweg gute Spiele, bestes Spiel: RFC 3-2 Post SV)

F.C. Hansa Rostock U15 ................................ 0
FC Energie Cottbus U15 ................................ 3
- Datum: Samstag, 26. November 2016 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: C-Junioren Regionalliga Nord-Ost (1. U15-Liga)
- Ergebnis: 0-3 nach 72 Min. (36/36) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 10. Vetter, 0-2 26. Rottnick, 0-3 36. Rottnick
- Gelbe Karten: Kozelnik (Hansa); Postelt, Rink (Energie)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Trainingsplatz Ostseestadion (Kap. 300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 110 (davon ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz gutes, teils ziemlich fehlerhaftes Spiel)

Universitäts FC Arminia Rostock ................. 1
TSV Bützow 1952 II ........................................ 0
- Datum: Samstag, 26. November 2016 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Warnow, Staffel I (9. Fußballliga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 1-0 5. Herber
- Gelbe Karten: Herber (UFC); Borsdorf (Bützow)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Am Waldessaum (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 7 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 1,5/10 (Was ein Scheißkick!)

SV Eintracht Rostock FR ............................ 17
VfL Blau-Weiß Neukloster FR ................... 24
- Datum: Samstag, 26. November 2016 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Frauen Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern West (6. Frauenhandballliga)
- Ergebnis: 17-24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 11-16
- Tore: NN
- Gelbe Karten: Nr. 5, 11, 17, Trainer (Eintracht); Nr. 2, 8, 13 (Neukloster)
- Zeitstrafen: Nr. 5, 15, 17, 6/ Bank (Eintracht = 8 Minuten); 2x Nr. 11, 13, Nr. 4, 8, 19, 21 (Neukloster = 16 Minuten)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sporthalle Schmarl/ Stephan-Jantzen-Weg (Kap. 100, davon 65 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Für die Liga ein gutes Spiel) Over-35 Futsal Tournament Warnow Region Photos with English Commentary:
a) Veterans’ Football: Indoor Tournament in Rostock, Sievershagen won
b) Under-15 German League 1: Hansa Rostock v Energie Cottbus
c) Amateur Football: Universitäts FC Arminia v Bützow Reserves
d) Women’s Handball: Eintracht Rostock v Blau-Weiß Neukloster

Mit dem Fahrrad ging es durch den Westen von Rostock. Erster Stopp: das Nachwuchsleistungszentrum des FC Hansa. Dort gibt es neben dem Großfeldkunstrasen, wo die Kleinfeldteams des FCH spielen, eine toll erneuerte DDR-Sporthalle: kastenförmig, rundherum Stehplätze und Turnbänke, neues Oberlicht. Das Futsal-Turnier war etwas sinnlos im Modus: die Vorrunde Ü35-Meisterschaft Warnow wurde gerade mal zwischen drei Teams ausgespielt. Der schwache Post SV, die überwiegend gut spielenden Herren vom Rostocker FC und den überlegenen späteren Sieger vom Sievershäger SV. Ich schaute die ersten drei Spiele, mein Vater das erste und die Spiele vier bis sechs. Das erste Spiel wurde vom RFC gegen Post klar bestimmt, ging aber nur 2:0 aus. Dann hatte der RFC Dusel und den Schiris auf ihrer Seite, sodass sie ein völlig unverdientes 2:2 gegen Sievershagen erzielten. Die Sievershäger machten sich danach Luft mit eine 6:0 über Post. Over-35 Futsal Tournament Warnow Region Während mein Vater die U8 (3:0 gegen Hafen) und die U10 (28:0 gegen Krakow/ See) schaute, fuhr ich zur U15. Die verlor dann aber auf dem Trainingsplatz zwischen Ostseestadion und Eishalle mit 0:3 gegen eine klar bessere Mannschaft von Energie Cottbus. Immer wieder technische Fehler, Ball durchrutschen lassen usw. – so kann man auch nur gegen einen Tabellennachbarn verlieren. Hansa Rostock U15 0:3 Energie Cottbus U15 Weiter zur benachbarten Arminia, die auf dem idyllischen aber sehr weitläufigen Platz am Waldessaum spielt. Der UFC Arminia ist der Unisportverein Rostocks. Gegner in der Kreisoberligapartie war der TSV Bützow. UFC ging schnell mit einem schönen Kopfball in Führung, dann wurde nur noch Scheiße gekickt. Ein unterirdisch schlechtes Spiel. Das gestrige Freitagsspiel in derselben Liga war um Welten besser. Universitäts FC Arminia Rostock 1:0 TSV Bützow II (KOL Warnow) Zum Abschluss ging es noch zum Frauenhandball in die Sporthalle Schmarl, die v.a. außen sehr schön gestaltet wurde. Das Spiel war nicht so schlecht wie zu befürchten war: Eintracht Rostock und Blau-Weiß Neukloster lieferten ein recht unterhaltsames Spiel, das anfangs zugunsten der Gastgeber verlief, aber nach gut 15 Minuten für die Gäste kippte. Am Ende 7 Tore (17:24) im teilweise etwas ruppigen Spiel, das aber von den jungen Schiedsrichtern auch sehr kleinlich geleitete wurde: ein paar der Strafen gegen Neukloster waren völlig überzogen. Zu allen Spielen war freier Eintritt. SV Eintracht Rostock 17:24 VfL Blau-Weiß Neukloster Statistik:
- Grounds: 1.788 (4; diese Saison: 109 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.887 (4; diese Saison: 147)
- Tourkilometer: 40 (40 Rad)
- Saisonkilometer: 30.530 (28.620 Auto, davon 650 Mietwagen/ 950 Fahrrad/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 47 [letzte Serie: 2, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 539 Wochen.

Donnerstag, 11. September 2014

W424II: „Heimspiel” für Cottbus im anderen Stadion der Freundschaft

Sportverein Großräschen ................................................... 0
FC Energie Cottbus ............................................................ 6
- Datum: Mittwoch, 10. September 2014 – Anstoß: 17.30
- Wettbewerb: 2. Runde Landespokal Brandenburg (Landesklasse Brandenburg Süd; 8. Spielklasse, 3. Amateurliga gegen 3. Liga; 3. Profispielklasse)
- Ergebnis: 0-6 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 12. Fabian Pawela, 0-2 28. Manuel Zeitz, 0-3 29. Sven Michel, 0-4 52. Anton Makarenko, 0-5 53. Anton Makarenko, 0-6 66. Tim Kleindienst
- Verwarnungen: Marcel Liese (SV Großräschen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Freundschaft (Kap. 4.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 3.500 (davon 3.100 zahlende und überwiegend Cottbus-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Standesgemäß einseitiges Spiel, SVG hielt sich aber sehr gut und Stimmung war phasenweise auch vorhanden)  
Photos with English Commentary:
a) Brandenburg Football Cup: SV Großräschen lost to FC Energie Cottbus
b) Southern Brandenburg: Wahrenbrück Church, Maasdorf Palace, Luise Industrial Museum, Tröbitz Church, Schönborn Church, Lieskau Church, Göllnitz Church, Lipten Church, Neudöbern Palace, Altdöbern Palace

Es ist doch immer wieder praktisch Semesterferien zu haben: da kann man auch mal den ganzen Mittwoch über wegfahren. Allerdings war das vorerst die letzte Groundhoppingtour unter der Woche und mit Brandenburgpokal wird es diese Saison sicher auch nichts mehr, da ich ja zum Abschluss meines Studiums noch in den Westen rübermache...

Ein Sightseeingprogramm hatte ich wie immer auch parat: nach kurzem Abstecher über Friedensdorf, wo ich irgendwie noch nie war obwohl dieses idyllische Kaff zu Leuna gehört, bretterte ich über Torgau nach Wahrenbrück in Brandenburg durch. Ein paar Fotos der rosa gestrichenen Kirche und dann weiter nach Maasdorf. Dort gibt es ein als Restaurant benutztes historistisches Schloss in pissgelb mit zwei schönen Türmen zu sehen. Die Brikettfabrik Luise, die mittlerweile ein technisches Denkmal mit Museum ist, schaute ich mir nur von außen an.

Auf dem Weg zum Spiel fanden sich auch noch ein paar schöne Dorfkirchen. In Tröbitz – niedriger, langgezogener, abgerundeter Feldsteinbau mit niedrigem Turm – und in Schönborn – hoher, kantiger Backsteinbau mit hohem Turm – zum Beispiel. Dorfkirchen gab es auch in Lieskau mit einem weiß verputzten Bau, in Göllnitz mit einem Gebäude mit hohem grauen Turm mit verrotteter Uhr und in Lipten mit einem sehr alt wirkenden romanischen Steinbau, zu sehen.

Zwei Schlösser waren auch noch aufzutreiben, von Lipten aus auf direktem Weg über sandige Waldwege am kürzesten zu erreichen, und zwar in Neudöbern und Altdöbern. Während der Bau in Neudöbern aufgrund der tagebaubedingten Grundwassersenkung und der unklaren Besitzverhältnisse ver- bzw. regelrecht aus-einanderfällt, wird die prunkvolle Anlage in Altdöbern saniert. Diese ist eine Mischung aus Rokoko und Historismus, hat zwei völlig verschieden gebaute Gebäudeteile und zudem einen Park mit Orangerie. Direkt angrenzend ist der Stadtkern mit markanter Kirche und Rathaus, alles aber etwas kahl und weitläufig.  
In Großräschen angekommen, war essen nur im Supermarkt aufzutreiben, da die ganzen versifften Imbisse und sogenannten Restaurants Mittagspause machten. Und gegen 16.30 Uhr bin ich lieber schon ins Stadion gegangen.

Die Verantwortlichen des SV Großräschen hatten auch nicht zu viel versprochen. Hier wurde professionell an mehreren Kassen abgefertigt. Dabei waren die Eintrittspreise eher niedrig (6€ regulär und nur 4€ bei den Ermäßigungen für Studenten, Rentner u.a.). Das Stadion füllte sich erfreulich schnell, seine Architektur konnte ich trotzdem noch begutachten: ringsherum laufen fünf bis acht Stufen, deren Bautechnik zwar sehr schön, aber auch sehr erosionsanfällig ist, da man beim Bau der Stufen keinen Betonkörper gießt, sondern halt einen Graswall nur mit Platten auf einer Seite abtreppt. Auf dem Graswall wachsen auch einige Bäume, die allerdings kaum Regenschutz liefern. Auch der winzige Sprecherturm mit dem Fußballgraffiti bietet keinen Schutz. Der Nebenplatz ist ebenfalls nicht luxuriös, aber trotzdem schön. Er sieht genauso aus wie der Hauptplatz, doch hat er eine Tribüne nur auf einer Längsseite zu bieten.

Zum Einmarsch der Mannschaften waren schon mehr als 3.000 Zuschauer in das auf 4.000 zugelassene Stadion geströmt. Eine Gruppe Großräschener zündete ein paar Rauchbomben, die beim Publikum besser ankamen als beim Stadionsprecher... Eine Gruppe Cottbuser warf Papierrollen und feuerte dann recht ausdauernd an (was teilweise auch von den Großräschener Pyrotechnikfreunden gut beantwortet wurde) oder bepöbelten Dynamo Dresden oder den Schiri.

Das Spiel war erwartungsgemäß unspektakulär und einseitig, aber besser als ein Testspiel. Besser als Landespokal vom HFC war es so wie so und um Klassen besser als das Erstrundenspiel bei Miersdorf-Zeuthen. Ohnehin war in Miersdorf auch die Atmosphäre (weniger Zuschauer, Null Stimmung, dafür teurerer Eintritt) viel schwächer. Jedenfalls ging Cottbus schnell in Führung und erzielte mit einem Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte die Entscheidung. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der Gastgeber auch noch zwei Chancen, wobei der eine Weitschuss bei dem mehrere Meter vorm Tor stehenden Cottbuser Schlussmann besonders gefährlich war. Nach der Pause folgte schnell ein weiterer Doppelschlag für Energie. Mehr als 20 Minuten vor dem Ende gelang noch das 0:6. Erst danach hatte Großräschen wieder den ein oder anderen Angriff aufs Gästetor zu verbuchen, doch leider alle erfolglos.

Stimmung kam bei den Großräschenern trotzdem auf: ihre Mannschaft hatten sich ja schließlich als Achtligist gegen eine Profimannschaft sehr achtbar geschlagen und bei diesem 0:6 weder Tore ohne Ende kassiert, noch 90 Minuten mit 11 Mann im Strafraum gestanden – und von der Profimannschaft wollte man natürlich noch Autogramme und Fotos. Beste Konstellation also für einen friedlichen Platzsturm! Nachdem in der ersten Minute nach Abpfiff schon über 100 Leute aufs Feld gelaufen sind, bin ich auch auf den Platz – hat ja keinen der übertrieben präsenten aber lasch kontrollierenden Sicherheitsleute gestört...

Die Rückfahrt verlief, nachdem ich durch den Stau in Großräschen durch war und das Gedränge der A13 in Ruhland hinter mir gelassen hatte, zügig. Allerdings habe ich noch nie erlebt (auch nicht Sonntagnachmittag – und heute war ja Mittwochabend), dass ich auf der knapp 170km langen Landstraßenstrecke von Ruhland nach Merseburg etwa 40 bis 50 Autos überholen musste, da diese 10-20km/h unter der zulässigen Geschwindigkeit blieben. Waren die alle nachtblind, oder was?  
Statistik:
- Grounds: 1.181 (heute 1 neuer; diese Saison: 27 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.152 (heute 1; diese Saison: 40)
- Tageskilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 12.010 (7.830 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 480 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 132 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

Donnerstag, 14. August 2014

W420II: Landespokal Brandenburg; der Pokalfavorit zugast in Miersdorf-Zeuthen

SC Eintracht Miersdorf/ Zeuthen 1912 ........................... 0
FC Energie Cottbus ........................................................... 4
- Datum: Mittwoch, 13. August 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Landespokal Brandenburg, sogenannter „Krombacher Pokal Brandenburg” (Verbandsliga Brandenburg, 6. Spielklasse, 1. Amateurliga gegen 3. Liga, 3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. Fabian Pawela, 0-2 50. Zbynek Pospech, 0-3 70. Zbynek Pospech, 0-4 86. Zbynek Pospech
- Verwarnungen: Matthias Klatt (SCE MZ); Christopher Lemke (FC Energie)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Wüstemarker Weg (Miersdorf, Kap. 1.250, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000 (darunter gut die Hälfte erkennbare Cottbuser)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Landespokalspiel das aufgrund der eher schwach besetzten Profitruppe aus Cottbus von den Gastgebern im Rahmen gehalten werden konnte)  
Photos and English Commentary:
a) Football Cup of Brandenburg: Eintracht Miersdorf-Zeuthen lost to FC Energie Cottbus
b) Sightseeing in Central Brandenburg: Heinsdorf-Niebendorf Church, Ließen Church and Wood, Stülpe Palace, Baruth/ Mark Palace, Neuhof bei Zossen Palace, Zossen Palace, Schulzendorf Palace, Groß Kienitz Church, Blankenfelde Church 
c) SOVIET ERA MONUMENTS IN BRANDENBURG: Kummersdorf-Gut Barracks & Research Institute, Baruth Tank Monument, Wünsdorf Barracks, Waldstadt Bunkers

Ein vorgezogenes Erstrundenspiel des Brandenburger Landespokals an einem Ferientag in einem sehr originellen Stadion in einer Gegend des Bundeslandes, die ich noch nicht so gut kenne? Nichts wie hin!

Meistens stelle ich ja hier Burgen, Schlösser und historische Altstädte vor, aber in der Mark und im Fläming gibt es auch eine ganze Menge historischer Militäreinrichtungen. Bevor ich mich dieser Kasernenstädte widmete, fuhr ich erst einmal (über Landstraßen via Torgau und Herzberg) an Dorfkirchen wie der im Wiederaufbau befindlichen in Heinsdorf-Niebendorf und der barocken, sehr gut erhaltenen in Ließen, sowie an der teils als Wüste zu bezeichnenden Heide am Golmberg vorbei nach Stülpe, da es dort ein Schloss gibt. Das ist in hervorragendem Zustand und wenn das Tor offen ist, ist der Besitzer da und man darf auch mal reingucken.

Dann stand aber schon das erste Militärmonument auf dem Programm: die frühere Heeresversuchsanstalt und spätere sowjetische Logistikausbildungsstätte Kummersdorf-Gut. Recht halbherzig abgesperrt, die ganze Anlage – verfallene Wohnblocks, Fabrikgebäude, ein Bahnhof mit Gleisen. Also hier haben wohl mal bis zu 10.000 Menschen gelebt – wie das aussieht, wenn hier – wie jetzt – nur noch knapp über 300 Leute leben, kann man sich schon vorher lebhaft vorstellen.

In Baruth/ Mark gibt es einen interessanten Schlosskomplex mit etwas undefinierbaren Bauten (ein saniertes Renaissancegebäude mit seltsamen Fachwerkbrückenanbau und daneben eine Villa aus dem 19. Jahrhundert mit drei neueren Anbauten), einen etwas kahlen zentralen Platz mit Backsteinkirche und Postsäule und außerdem ein sowjetischer Friedhof mit Monument und zwei Panzern.

In Neuhof bei Zossen ist das in Privatbesitz befindliche Schloss kaum der Rede wert. Die besten sowjetischen Sachen gibt es wenige Kilometer weiter nördlich in Wünsdorf: auch hier wurde nur halbherzig abgesperrt und die Gebäude sind richtig groß. Leerstehende Wohnblocks, Kasernen, Verwaltungsgebäude. Vorm wuchtigsten Verwaltungsgebäude kann man noch mit Mühe das Stadion erkennen, genau dazwischen steht eine Leninstatue. Im Ortsteil Waldstadt gibt es massenhaft Bunker und ein weiteres Stadion: dieses sogar mit Eingangsportal, zwei Stehtribünen und einer Ehrenloge, die auf einem gewaltigen Sockel steht. Also ein bisschen Mähen, dann zwei Tore aufstellen oder auch ein Cricketfeld oder einen Rugbyplatz draus machen – und schon kann man das Stadion wieder nutzen! Schade, dass Wünsdorf mit seinem Verein auf einem Platz in der zivilen Siedlung spielt!

Noch ein Stopp in Zossen, wo ich allerdings schon mal war und noch kurz am Schloss in Schulzendorf vorbei – einen schicken Turm mit Holzumgang hat das Ding! – und dann ging es zum Fußball nach Zeuthen, einem ziemlich gesichtslosen Kaff. Im Ortsteil Miersdorf gibt es aber ein sehr schönes Stadion!  
Für angemessene 6€ (Tribüne 8€) konnte man das Teil betreten: was es von einem normalen Brandenburger Dorffußballplatz (wichtig: rundherum Kiefern) unterscheidet, ist vor allem die Tribüne. Also so eine bequeme Tribüne – die Sitze müssen aus einem Zug oder Bus stammen – habe ich noch nie gesehen! Auch nicht schlecht sind die Anzeigetafel und die ganzen gusseisernen Schriftzüge, besonders der Willkommensgruß zwischen den beiden Wechselbänken.

Eigentlich bin ich gegen die Teilnahme von Profivereinen an Landespokalwettbewerben. Streng genommen dürften dem Namen nach ja nur Vereine, die auf Landesebene (also in Brandenburg Verbandsliga abwärts teilnehmen). Es würde da mehr Sinn machen, den DFB-Pokal zu vergrößern mit Regionalpokalen (Regional- und Oberligisten sowie Amateurpokalsieger) als Vorrunden. Aber wenn man einfach im Landespokal auf einen regional populären Proficlub treffen kann, ist man als Verein natürlich froh – auch wenn man weiß, dass man als Verbandsligist nicht die Spur einer Chance hat, mal das ganz große Los: 1. Runde DFB-Pokal mit Bundesligateam, zu ziehen.

Entsprechend voll wurde es heute auch: die Tribüne war bis auf den letzten Platz besetzt und außer hinter dem einen Tor und vor der Tribüne, standen die Fans dicht an dicht hinter der Bande. Also 1.000 Zuschauer waren das auf jeden Fall – das dürfte Vereinsrekord für die Miersdorfer gewesen sein.

Für einen drei Klassen tiefer spielenden Verein hielten sich die Gastgeber richtig gut. Natürlich lag das auch an Cottbus, die hier eine B-Elf geschickt hatten. Außer Möhrle, der aber wenig zeigte nur viel laberte, und dem Tschechen Pospech waren nicht so viele Vollprofis – mehr die U23 Halbprofis – zugegen. Die disziplinierte Leistung in der Abwehr muss aber trotzdem gelobt werden und vier, fünf ordentliche Angriffe hatte Miersdorf/ Zeuthen auch. Per Kopf ging Cottbus in Führung, in der zweiten Hälfte sorgte ein Hattrick von Pospech für den 0:4 Endstand. Nach Abseitstoren hieß es übrigens 1:2 und einen zurückgenommenen Elfmeter für Cottbus (der Schiri gibt fälschlicherweise Handspiel gegen Miersdorf und der Linienrichter korrigiert ihn, als der Ball schon auf dem Punkt liegt) gab es auch noch zu sehen.

Auch den Rückweg legte ich weitestgehend über Landstraßen, wobei ich weiterhin das neu gekaufte Navigationsgerät von Garmin – weitestgehend zur Zufriedenheit – austestete.  
Statistik:
- Grounds: 1.163 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.127 (heute 1; diese Saison: 15)
- Tageskilometer: 470 (470km Auto)
- Saisonkilometer: 2.710 (2.520 Auto/ 190 Fahrrad/ 0 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 420

Dienstag, 3. September 2013

W370VI-371I: Erbsenberg und Betzenberg – die Grounds Nr. 999 und 1000

1. Fußball-Club Kaiserslautern --------------------------- 2
FC Energie Cottbus ------------------------------------------ 2
- Datum: Montag, 2. September 2013 – Anstoß: 20.15
- Wettbewerb: 2. Fußball-Bundesliga (2. Profifußballliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 1-2
- Tore: 0-1 8. Ivica Banovic (Foulelfmeter), 1-1 22. Markus Karl, 1-2 45. Marco Stiepermann, 2-2 57. Simon Zoller
- Verwarnungen: Uwe Möhrle, Andre Fomitschow, Julian Börner (alle Cottbus)
- Platzverweise: Florian Dick von K’lautern (8. wg. Notbremse)
- Spielort: Fritz-Walter-Stadion (Kap. 49.780, davon 40.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 26.000 (davon 25.416 zahlende und ca. 250 Gäste)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Spannendes und kämpferisch gutes Spiel)

Verein für Rasenspiele 1906 Kaiserslautern II --------- 1
Sport Club Siegelbach --------------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 1. September 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: B-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg Süd (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 94 Min. (47/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 10. Benedikt Botasow, 1-1 60. Kaan Akten
- Verwarnungen: 2x Marco Lenz, Sebastian Tokarczyk (VfR); Pascal Busche, Benedikt Botasow, Steffen Mannweiler (SCS)
- Platzverweise: Marco Lenz vom VfR (85. wg. wiederholtem Foulspiel)
- Spielort: Waldstadion am Erbsenberg (Kap. 5.350, davon 350 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon 40 zahlende und ca. 20 Gäste)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich unterhaltsames Spiel) VfR Kaiserslautern II v SC Siegelbach at Waldstadion Erbsenberg Photos with English Commentary:
a) Regional Amateur Football at one of the Most Beautiful Stadiums all over Germany: VfR Kaiserslautern II v SC Siegelbach at Waldstadion am Erbsenberg
b) Bundesliga 2nd Level, Monday Night Match: 1. FC Kaiserslautern v FC Energie Cottbus
c) Sightseeing: Esthal Monastery, Wolfsburg Castle Ruin, Nanstein Castle, Old Town of Neustadt/ W. & Kaiserslautern  

Die schon länger stehende Einladung von Kollege Becker aus Kaiserslautern zu einem Heimspiel des 1.FCK konnten wir an den ersten beiden Septembertagen wahrnehmen. Wir kamen erst problemlos durch, mussten dann aber erst einmal den Schlüssel für das Gästezimmer im Kloster Esthal (die billigste kommerzielle Übernachtung im Raum Kaiserslautern: 39€ für DZ und Frühstück) abholen und etwas essen, verzichteten also auf eine Partie vom ESC Kaiserslautern, die eh beschissen angesetzt war. So kamen wir rechtzeitig am Erbsenberg an. Der Erbsenberg ist eine bewaldete Anhöhe neben dem berühmten Betzenberg, wo sich dutzende Sportanlagen die sich in die Sportstätten Erbsenberg und Kniebrech aufteilen, befinden.

Die meisten der Sportanlagen sind ausbautenlose aber landschaftlich schön gelegene Hartplätze, ansonsten Rasenplätze für die das gleiche gilt. Es gibt auch eine Schießanlage, eine Judohalle, eine Anlage für Boule (die Nachbarn aus Frankreich und Luxemburg lassen grüßen), Tennisplätze und diverse Hundesportanlagen. Landschaftlich am spektakulärsten liegt die verfallene und aufgegebene (aber freizugängliche und bespielbare) Anlage des bankrotten ASV am Ende des Kniebrech. Das einzige richtige Stadion hat es dann aber richtig in sich: das Waldstadion am Erbsenberg ist eines der schönsten in ganz Deutschland! Die überdachte Tribüne ist weitestgehend aus Holz, mit dem schicken dunklen Vereinswappen verziert und mit Kunststoff beschlagenen Bänken versehen. Rechts und links befinden sich Stehränge die in ausbautenlose Hintertorwälle übergehen. Letztere sind enorm zugewuchert. Die Gegenseite ist sehr dicht von Bäumen beschattet und hat 14 Reihen auf bewachsenen und unebenen Steinstufen zu bieten. Auf dem Gelände befinden sich auch ein Kriegsgefallenendenkmal, ein Baseballplatz und ein Rasen-Nebenplatz. Ob die Gaststätte noch in Betrieb ist, erschien fraglich. Dass man 2,50€ (ermäßigt 1,00€) für ein Spiel der 10. und somit zweituntersten Liga will, ist schon mehr als fragwürdig. Aber bei dem Umstand, dass Kollege Becker Vereinsmitglied ist und bei dem genialen Stadion legt man sich mal nicht mit dem Kassenwart an…

Wir legten uns auch nicht mit den etwas nervigen Vereinsangehörigen vom VfL am Kniebrech oder dem VfR am Erbsenberg an, die eigentlich die Typen wie uns, die die Sportanlage fotografieren, längst kennen müssten. Sind halt typische Pfälzer Spießer – sehen die ein fremdes Auto auf dem Stadionparkplatz stehen, wird erstmal die Nummer angegafft: „Boah, `SK´ steht da drauf! Wo ist denn das? Schlesisch-Kattowitz vielleicht?!“ Dann die Ausstattung im Heck: „TSV-Leuna-Wimpel? Nie gehört den Verein – ist wohl in Ostpreußen oder so!“ Und schließlich muss man nach ausführlichem Anglotzen fragen, was man hier macht, obwohl es eigentlich klar ist, da hier jedes Wochenende Groundhopper sind. Aber ab da ist dann der Punkt erreicht, wo man in der Pfalz schneller als anderswo mit den Vereinsspießern ins Gespräch kommt. Und wenn man deren Stadion auch noch lobt, bekommt man was vom Vereinsleben erzählt und Sehenswürdigkeiten wie Burgen und Kirchen empfohlen.

Das Spiel wurden von einem weitestgehend souveränen Schiedsrichter geleitet, der mit völlig deplazierten vereinseigenen Linienrichtern und zunehmend genervten Gästen auskommen musste. Beim favorisierten Gast aus Siegelbach lief nämlich nach der stark herausgespielten Führung nicht mehr so viel zusammen, wie man sich dort erhofft hatte. Im zweiten Teil der ersten Spielhälfte kam der VfR besser ins Spiel und vergab guten Chancen (u.a. ein Lattentreffer). Nach der Pause hatte Siegelbach trotz mehrerer guter Attacken weniger Spielanteile und Torgelegenheiten zu verzeichnen und bekam sogar einen herrlichen Weitschuss zum 1:1 in den Winkel eingeschenkt. In der etwas hektischen Schlussphase setzte es für beide Seiten einige Verwarnungen, durch Gelb-Rot musste ein VfRler auch früher zum Duschen, doch am Ergebnis änderte sich nichts mehr. 1:1 war auch nicht ungerecht und wenn auch etwas torarm, war die Partie doch gut und v.a. spannend.

Nach dem Abpfiff wurde es noch lustig, da der 9er von Siegelbach zu uns hochkam und nach handschläglicher Begrüßung nicht etwa fragte, ob wir seinen Treffer zum 0:1 auch gut gesehen hätten, sondern wo wir Hopper eigentlich her seien und was wir noch für Pläne hätten. Also dass man andere Groundhopper auf der Tribüne trifft kommt ja schon mal vor, aber dass einer der Spieler zur Szene gehört hat man deutlich seltener… Nach längerer Unterhaltung kamen wir jedenfalls auf die Essenseinladung von Herrn Becker zurück und fuhren nach einem unterhaltsamen Abend nach Esthal zurück. 1. FC Kaiserslautern v Energie Cottbus, Bundesliga 2nd Div. at Fritz-Walter-Stadion Am nächsten Morgen wurden wir erstmal von einer der sehr freundlichen Schwestern durchs Kloster Esthal geführt. Dann besichtigten wir die Burgruine Wolfsburg bei Neustadt/ Weinstraße, die nicht so kitschig aufgemauert und rekonstruiert ist wie die meisten anderen Burgen in der Pfalz. Neustadt/ Weinstraße ist dann wieder typisch für RPL: ein paar schöne Fachwerkhäuser und romanische Kirchen sind von minderwertigen Betonbauten halb zugebaut. Städtebaulich die letzte Scheiße, aber wenigstens einzelne schöne Gebäude dabei. Wir fuhren noch am Schloss Hambach vorbei und auf den Kalmit, danach hielten wir kurz an der Kirchenruine von Appenthal.

Dann griffen wir auf Kollege Becker als Reiseleiter zurück, der uns die Altstadt und Simultankirche von Otterberg, die Burgruine Nanstein bei Landstuhl und die Innenstadt von Kaiserslautern zeigte. Lautern ist natürlich auch völlig durchsetzt und nur einzelne Gebäude stechen als architektonisch wertvoll hervor. Der Rest ist bestenfalls praktisch aber hässlich, vieles ist aber nicht mal praktisch sondern einfach städtebaulicher Mist. Erschreckend ist übrigens auch das Preiniveau in KL: wie wenig man von der immerhin qualitativ hochwertigen pfälzer Küche für viel Geld auf den Teller bekommt ist schlimm!

Beim 1. FC Kaiserslautern ist man auf der Längsseite dann erst ab 33€ dabei. Hätten wir die Karten nicht geschenkt bekommen, wären wir auf den Stehplätzen der Westtribüne ganz am Rand des Blocks zu finden gewesen… Aber erfreulicherweise konnten wir das Spiel dann ganz bequem in der dritten Reihe neben zwei echten Lautrer Fans – Becker Senior und Junior – erleben. Das Stadion ist ja definitiv eines der architektonisch besten und eines der landschaftlich interessanter gelegenen der Bundesliga. Von der Berglage sieht man von innen aber nichts, zudem kann man das Stadion nur aufgrund der erhöhten Lage von Weitem sehen da das nicht sonderlich starke Flutlicht nicht an Masten sondern in der Dachkonstruktion hängt, doch die steilen Ränge, die rot-bunte Verglasung und die Metallrohr-Dachkonstruktion sind hervorzuheben.

Stimmungsmäßig hält der Betzenberg durch die Westtribüne weitestgehend was er verspricht: dauerndes Anfeuern, alles aber bekannte und wenig einfallsreiche Melodien und Texte. Allerdings habe ich schon lange nicht mehr das klassische „AWH“ gehört, auf das so schön „deine Mutter hat´ ich schon“ gereimt wird. Beim Vereinslied wurde gut mitgegangen, doch mal abgesehen davon, dass es musikalisch regionaltypisch ist, ist das Lied grauenhaft und eines der schlechtesten des deutschen Fußballs. Aber halt regional passend… Den optischen Support kann man bei einem Montagsspiel nicht so erwarten, akustisch war der ja gut. Und was Auswärtsanhang angeht, muss man sagen, dass es topp war, da mit locker 250 Mann aufzukreuzen und dann sogar noch ab und an leicht zu hören sein – stark!

Spielerisch konnten beide die Erwartungen übertreffen, da es sich um ein von Anfang an offensiv und kämpferisch geführtes und packendes Montagsspiel handelte. Kaiserslautern geriet früh unter Druck und der nach der Kurzform einer Zwergantilope benannte Lautrer Kapitän zog die Notbremse im Strafraum. Das Di(c)kdi(c)k musste dann runter und der Elfer ging rein. Lautern fand aber wieder ins Spiel zurück und konnte per Kopf ausgleichen. Cottbus spielte zwar nicht überragend oder gar attraktiv, aber dafür effizient. Mit der dritten Torchance machten sie das zweite Tor vor dem Pausenpfiff ins lange Eck. Nach dem Seitenwechsel war Lautern stark am Drücker und konnte erneut ausgleichen. Den Punktgewinn hielten sie bis zum Schluss gegen einen Mann mehr durch, da Cottbus mit zunehmender Spielzeit an Effizienz verlor und keinen Treffer mehr erzielen konnte.

Wir verabschiedeten uns von unseren freundlichen und freigiebigen Gastgebern, machten ein paar U-Turns um an das am wenigstens teure Benzin zu kommen und dann durch die Nacht nach Merseburg zu brettern: kurz nach 3 Uhr hatten wir dann auch in Merseburg noch eine Tankstelle gefunden, die die anderen um 10 Cent unterbot (Agip hinterm Stadion der IMO am Ottoweg) aber nur mit verbotenen U-Turns ohne Umweg erreichbar war. Um 3.15 waren wir Heeme, aber gegen 9 mussten wir dann auch schon wieder aufstehen wegen beruflicher und ärztlicher Termine… 1. FC Kaiserslautern v Energie Cottbus, Bundesliga 2nd Div. at Fritz-Walter-Stadion Statistik:
- Grounds: 1.000 (2 neue; diese Saison: 29 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.893 (2, diese Saison: 37)
- Tageskilometer: 1.180 (490km + 690km Auto)
- Saisonkilometer: 8.360 (7.440 Auto/ 720 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 163 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 371

Montag, 20. Mai 2013

W355VI: Ein eher schwacher Sportsonntag in der Hauptstadt – Hertha holt mit 10 gegen 14 noch einen Punkt und auf dem Maifeld verlieren sich ein paar Dutzend Cricketfreunde

Hertha, Berliner Sport-Club -------------------------------- 1
FC Energie Cottbus ------------------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 19. Mai 2013 – Anstoß: 13.30
- Wettbewerb: 2. Fußballbundesliga (2. Profiliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 30. Nicolas Farina, 1-1 87. John Anthony Brooks
- Verwarnungen: Fabian Lustenberger (Hertha); Uwe Möhrle, Michael Schulze (Energie)
- Platzverweise: 45. Min. Maik Franz von Hertha wg. angeblicher Notbremse
- Spielort: Olympiastadion Berlin (Kap. 77.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 67.000 (davon 63.267 zahlende und ca. 2.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Dürftiges Spielniveau und gute, für den Anlass aber wiederum nicht überzeugende Stimmung)

Sport-Club Charlottenburg D ------------------------------ 5
Berliner SV Grün-Weiß Neukölln 1950 D ---------------- 6
- Datum: Sonntag, 19. Mai 2013 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Finale des sogenannten Volksbank-Cups (Jugendturnier, Modus: 1x20 Minuten Kleinfeld)
- Ergebnis: 5-6 nach 20 Min. (0:0) und Neunmeterschießen
- Tore: k.A.
- Neunmeterschießen: 5-6 nach jeweils 6 Schützen
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Olympiastadion Berlin (Kap. 77.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 3.000
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Wirklich guter Jugendfußball, aber sinnloser Modus und torlos bis ins Neunmeterschießen)

Berliner FC Viktoria 1889 ------------------------------ 154/??
Berlin Cricket Club -------------------------------------- 101/10
- Datum: Sonntag, 19. Mai 2013 – First Ball Bowled: 11.30
- Wettbewerb: Cricket Bundesliga Ost (1. deutsche Cricketliga, Oststaffel)
- Ergebnis: BFC gewinnt mit 53 Runs nach 50:39 Overs und ca. 470 Min.
- Batting Statistics BFC: k.A.
- Batting Statistics BCC: k.A.
- Bowling Statistics BFC: k.A.
- Bowling Statistics BFC: k.A.
- Spielort: Maifeld (Kap. 41.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Phasenweise ganz ordentliches Batting, aber selbst die letzten drei Stunden zogen sich noch ziemlich hin)

Der Sports & Social Club Berlin-Brandenburg - 135/??
Britannia Cricket Club (Berliner SV 1892) ------ 138/??
- Datum: Sonntag, 19. Mai 2013 – First Ball Bowled: 11.00
- Wettbewerb: Cricket Bundesliga Ost (1. deutsche Cricketliga, Oststaffel)
- Ergebnis: Britannia gewinnt mit 3 Runs nach 50:43 Overs und ca. 450 Min.
- Batting Statistics DSSC: k.A.
- Batting Statistics Brit.: k.A.
- Bowling Statistics DSSC: k.A.
- Bowling Statistics Brit.: k.A.
- Spielort: Maifeld (Kap. 41.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Über weite Strecken sehr niedriges Niveau, aber ganz ansehnliche Schlussphase) DSC05278 
Photos with English Commentary:
a) German Bundesliga, 2nd Level: Hertha BSC v Energie Cottbus
b) German Cricket League at Maifeld, Berlin: DSSC BB v Britannia & BFC Victoria v BCC

Da wir das Hinspiel an einem Montagabend in Cottbus gesehen hatten und das Olympiastadion eine noch interessante Sportstätte als das Stadion der Freundschaft ist, hatten wir vor Wochen bereits Karten für das letzte Saisonspiel des Tabellenführers der 2. Liga bestellt: Hertha gegen Energie im Stadion des eindrucksvollen Olympiageländes von Berlin, dessen 1930er-Baustil nach wie vor in wuchtigen Säulengängen und symmetrischen Formen mit Pylonen und pseudo-griechischen Athletenstatuten erhalten ist, obwohl das Fußball- und Leichathletikstadion innen ziemlich stillos modernisiert wurde.
Leider war die Sportstätte, die wir für einen überdurchschnittlich hohen Betrag von 22€ pro Karte schon zwei Stunden vor Anstoß betraten, das Beste an diesem Sportsonntag. Auch das ausgesprochen eindrucksvolle und wie immer sehr ruhige Maifeld, das wir nach dem Hertha-Spiel aufsuchten, gab einer eher schwachen Sportveranstaltung noch einen Pluspunkt.
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Nach einem ganz netten Jugendspiel, das als Vorspiel ausgetragen und aufgrund des Turniermodus’ im Neunmeterschießen entschieden wurde, begann das 17. Heimspiel der Berliner Hertha. Das Spiel war weit unterm Bundesligadurchschnitt: ab und an Aktionen der Berliner vorm Cottbuser Tor, dann ein starker Cottbuser Konter, der nach einer ebenso starken Parade des Ersatzkeepers fast geklärt scheint, daraufhin ein Handspiel des Cottbusers Farina und ein Treffer desselbigen. Damit eröffneten die „Un“parteiischen um Deniz Aytekin einen Reigen von Fehlentscheidungen, die allesamt zu Lasten der Berliner gingen. Einen solchen Skandal wie durch Stark und die DFB-Mafia bei Fortuna Düsseldorf (die absolut gerechterweise gestern abstieg!) gab es natürlich nicht, aber dass Hertha unbeliebt beim Verband mit dem Düsseldorfer Chef ist, war mal wieder eindeutig zu sehen. Ein Cottbuser ließ sich, statt durchzulaufen, auf dem Weg zum Tor mit dem Merseburger Maik Franz im Rücken fallen und lud Aytekin so zu einer lächerlichen roten Karte gegen den ohnehin bei vielen Schiedsrichtern unbeliebten Franz ein.

Doch auch mit 10 Mann gewann die Hertha gegen die 14 Gegner noch einen Punkt: in einer wirklich schwachen zweiten Hälfte zeigte Cottbus wenig, Hertha fast gar nichts, schlug aber im richtigen Moment zu und traf per Kopf zum 1:1. Den Aufstieg mit Rekordpunktzahl gönne ich dem Verein und der Mannschaft – ich hoffe für sie auch, dass sie sich mal wieder dort etablieren und nicht andauernd auf- und absteigen. Besser ein Hauptstadtvertreter mit Niveau, als solcher Dreck wie Düsseldorf, der nur durch offensichtlichen Betrug in der 1. Liga anlandete, oder das Spielzeug eines Geschäftsmannes, was als TSG 1899 Hoffenheim bezeichnet wird.

Wem ich diesen Erfolg nicht gönne, sind die Hertha-Fans. Also diese Ansammlung von Dörfern, die zu einer Großstadt gewuchert sind, ist zwar interessant und sehenswert, aber 1. hässlich und 2. nervtötend. Entsprechend war auch das Publikum bei der Hertha. Stimmung habe ich von Cottbus ja keine erwartet, da dort in den letzten Jahren einiges zurückgegangen ist: ein paar Mal rot-weißen Rauch gab es, doch akustisch nicht viel vom mäßig gefüllten Gästesektor. Das Hertha-Publikum lebte natürlich von der Masse: es ist „hip“ in dieser Stadt zu wohnen, also zieht jeder Idiot dort hin – daraus folgt, dass es „in“ ist, bei Hertha zu gucken, die sich auf ein Publikum von über 60.000 verlassen kann. Keine Choreo, nur ein paar Spruchbänder und Fahnen bei einem symbolträchtigen Spiel ist wirklich schwach. Da kann auch nicht drüber weg täuschen, dass das Hüpfen und Grölen der Ultras mal ab und an von anderen Fans, denen auf den teureren Plätzen, mitgetragen wurde. Interessant war auch zu beobachten, wie der klassische Yuppie-Abschaum sich daneben benahm: vier Liter Bier in 90 Minuten und dann beim Torjubel vom Sitz fallen und noch rumpöbeln, dass ein anderer dran Schuld gewesen sei. Dann soll der Spast seine Soja-Latte saufen, wenn der kein Bier in solchen Mengen verträgt! Aber das ist eben ein typischer Berliner... 
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Nach der langweiligen und unspektakulären Siegesfeier – war halt doch ein sinnloses Spiel – gingen wir zum Cricket rüber. Auf dem Maifeld, das man durch den Glockenturm-Eingang betritt, verloren sich 20 Zuschauer und 44 Spieler sowie 4 Schiedsrichter. Die herrliche, historische Anlage bot eine eindrucksvolle Kulisse für diese Randsportveranstaltung.

Beide Spiele liefen parallel auf relativ knapp bemessenen Cricketfeldern. Das Spielniveau war für eine erste Spielklasse sehr dürftig. In Anbetracht der Tatsache, dass sich Cricket in Deutschland in den letzten Jahren mal wieder ein bisschen entwickelt hat und die deutsche Nationalmannschaft zu den besten europäischen Amateurteams zählt, hätte ich ein Niveau wie auf Korfu erwartet. Alle vier Teams blieben aber hinter diesen Erwartungen zurück. Von den beiden relativ klar verlaufenen Spielen zog das Spiel von BFC Viktoria gegen Berlin CC das größere Interesse auf sich. Hier gab es auch mal einen Sechs-Punkte-Schlag zu sehen und die Wickets fielen hier doch recht spektakulär.

Als mit dem BFC Victoria und dem Britannia Cricket Club zwei Sieger feststanden, war es schon wieder nach 19 Uhr und wir machten uns langsam auf den Weg nach Hause. Die Fahrt war ja nun nicht unlohnend, aber auch wirklich kein Knaller – also den Spruch „Berlin ist eine Reise wert“ sollte man halt nicht überbewerten...
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Statistik:
- Grounds: 927 (heute 1 neue; diese Saison: 159 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.801 (heute 4, diese Saison: 224)
- Tageskilometer: 400 (400 Auto)
- Saisonkilometer: 52.250 (42.400 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.050 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 355