Sonntag, 9. Januar 2011

W232IV: Souveräner Gruppensieg der Leunaer Altherren – und: chancen- und charakterlos in der Hockeyscheune

Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Alte Herren (Vorrunde Gr. 2)
Samstag 8. Januar 2011 – Beginn 10.00
Teilnehmer: Altherrenmannschaften aus dem Saalekreis (jeweils nur Freundschafts- und Turnierspielbetrieb)
Qualifiziert für Finalrunde: TSV Leuna AH und Eintr. Bad Dürrenberg AH
Spielort: Rischmühlenhalle Merseburg (Kap. 1.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (Leunaer Fans: ca. 15)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Mittelwert der Spiele: 6,1 + 1,0 für überraschend hohes Gesamtniveau und starken Leunaer Auftritt)

Turnier-Statistik:
Torschnitt: 3,10 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 19)
Torreichstes Spiel: SV Beuna 0:6 TSV Leuna
Torärmstes Spiel: SV Beuna 0:0 Merseburg 99
Anzahl Strafen: keine Strafminuten, keine Platzverweise
Bestes Spiel: TSV Leuna 3:0 Eintracht Bad Dürrenberg (7,5/10)
Schlechtestes Spiel: Merseburg 99 0:0 SV Beuna (2,5/10)

Tabelle:
1. TSV Leuna 1919 AH ... 11-0 / 9
2. Eintracht Bad Dürrenberg AH ... 7-4 / 6
3. SV Merseburg 99 AH... 1-6 / 1
4. SV Beuna 1916 AH ... 0-9 / 1

* * * * *

Osternienburger HC Schwarz-Weiß 9:4 TSV Leuna 1919
Samstag, 8. Januar 2010 - Beginn 17.00
Liga: 1. Hallenhockeybundesliga – Staffel Ost
Ergebnis: 9:4 nach 60 Min. – Halbzeit: 5:0
Tore (OHC-Namen nach Sprecher): 1-0 6. Doberitsch, 2-0 16. Mechler, 3-0 24. Hänsch, 4-0 26. Schmelzer, 5-0 28. Mechler, 6-0 31. Mechler, 6-1 41. Zeiger, 7-1 42. Schweitzer, 8-1 46. Mechler, 8-2 49. Sö. Ahlberg, 8-3 53. Schaltonat (Strafstoß), 8-4 56. Zeiger (Unterzahltor), 9-4 60. Dolge
Grüne Karten: 2x OHC; 1x Leuna
Gelbe Karten: Sö. Ahlberg (TSV, 2 Minuten)
Rote Karten: keine
Spielort: Ernst-Messinger-Halle (Kap. 180, davon 80 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 7 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (OHC bis Mitte zweite Hälfte ganz gut, danach schwach; TSV spielte bis zur 49. absolut scheiße, danach wenigstens Niveau 2. Liga)
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Photos and English version:
a)
Qualifying Round Indoor Football Championship for Senior Teams (Saalekreis District)
b)
Indoor Hockey 1st Bundesliga: Osternienburg vs. TSV Leuna
c)
Sightseeing in Aken/ Elbe + d) Summer Pictures from nearby Reppichau & Pißdorf

* * * * *

Am 8.1. bemühten sich 16 Altherrenmannschaften in vier Vierergrupppen (Spielzeit pro Spiel: 1x10 Minuten) um den Einzug ins Finale der Hallenkreismeisterschaft der Ü-35 Fußballer. Die acht Erst- und Zweitplatzierten ziehen ins Finale am 15.1. ein, wo in zwei Vierergruppen – danach Halbfinals und Finale – der Sieger ausgespielt wird.

Die Gruppe 2 in Merseburg war für uns am interessantesten, da der TSV Leuna dort gegen Eintracht Bad Dürrenberg (ich tippte im Vorfeld ein 3:0), SV Merseburg 99 (mein Tipp: 6-0) und SV Beuna (Tipp: 2-0) antrat. Wie genau meine Tipps waren, kann man im übernächsten Abschnitt nachlesen. Die Spielernamen unterliegen wie immer den Ungenauigkeiten, die beim nach Gehör die Hallensprecher-Durchsagen mitschreiben entstehen.

Zur Zuschauerzahl muss ich noch sagen, dass sie noch geringer ausfiel als erwartet, wobei von den 30 Leuten die Hälfte für den TSV Leuna kam. Die waren aber auch von vorneherein die favorisierte Mannschaft, da sie Beuna und Bad Dürrenberg auf dem Feld stets besiegen und der SV 99 gar nicht regelmäßig spielt.
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TSV Leuna AH 3:0 Eintracht Bad Dürrenberg AH
Spiel 1, Vorrunde Alte Herren Gr. 2, Bewertung: 7,5/10
Nach nur 10 Sekunden gleich das erste Tor im Turnier: aus spitzen Winkel erzielte Lars Harnisch ein tolles Tor zum 1:0 für den TSV. Nach einigen vergebenen Chancen, davon nur ein Viertel von Seiten der Eintracht, konnte der Leunaer Anhang wieder jubeln. Fulde mit Weitschuss zum 2:0. Das Spiel bewegte sich auf wirklich hohem Niveau, wobei die Leunaer den Dürrenbergern doch klar die Grenzen aufzeigten.
Tore: 1-0 1. Harnisch, 2-0 7. Fulde, 3-0 9. Illner

Merseburg 99 AH 0:0 SV Beuna AH
Spiel 2, Vorrunde Alte Herren Gr. 2, Bewertung: 2,5/10
Das einzige schwache Spiel des Turniers sah einige vergebene Torchancen aber keine Treffer. Tore: keine

TSV Leuna AH 2:0 Merseburg 99 AH
Spiel 3, Vorrunde Alte Herren Gr. 2, Bewertung: 6,5/10
Diesmal dauerte es wieder nur wenige Sekunden (genauer: 15) bis der TSV die Führung schoss. Leuna vergab in der Folgezeit etwas zu viele Chancen, SV 99 – die Mannschaft mit der dünnsten Spielerdecke – hatte vor allem einen Pfostentreffer und einen von Hähnel parierten Schuss aufs Tor als Chancen zu verzeichnen und legte ansonsten kein gutes Spiel ab. Für einen Sieg für den TSV reichte es somit ohne größere Probleme.
Tore: 1-0 1. Witzel, 2-0 6. Illner

Eintracht Bad Dürrenberg AH 3:0 SV Beuna AH
Spiel 4, Vorrunde Alte Herren Gr. 2, Bewertung: 6,0/10
In einem ordentlichen Spiel zeigten die Dürrenberger, dass sie die bessere Technik und die stärkeren Torschüsse vorweisen können. Das 3:0 war absolut verdient.
Tore: 1-0 3. Pilz, 2-0 4. Gebhardt, 3-0 9. Gebhardt

SV Beuna AH 0:6 TSV Leuna AH
Spiel 5, Vorrunde Alte Herren Gr. 2, Bewertung: 7,5/10
Diesmal dauerte es 20 Sekunden, bis Leuna das erste Mal traf. Der TSV krönte seine starke Gesamtleistung mit diesem klaren 6:0 gegen die überforderten Beunaer. Gerade die Fernschüsse und Heber aus dem Lauf über den Torwart waren äußerst sehenswert. Wirklich erfreulich, wie Leuna die Gruppe dominierte!
Tore: 0-1 1. Harnisch, 0-2 5. Witzel, 0-3 6. Fulde, 0-4 8. Degner, 0-5 10. Witzel, 0-6 10. Hermann

Eintracht Bad Dürrenberg AH 4:1 Merseburg 99 AH
Spiel 6, Vorrunde Alte Herren Gr. 2, Bewertung: 7,0/10
Im letzten Spiel dieses absolut gelungenen Turniers traf mal jede der beiden Mannschaften. Nach einer starken Dürrenberg Vorstellung war dem SV 99 aber nur ein Treffer vergönnt – und dieser auch noch erst fünf Sekunden vor dem Ende der Partie.
Tore: 1-0 3. Gebhardt, 2-0 3. Retting, 3-0 7. Beck, 4-0 8. Beck, 4-1 10. [Name nicht genannt]

Allen beteiligten Mannschaften muss für das hohe Niveau ein Lob ausgesprochen werden. Gerade der TSV Leuna zeigte sich gut in Form. Den 11 Toren durch Witzel (3), Harnisch (2), Illner (2), Fulde (2), Degner und Hermann stand kein einziger Gegentreffer – Hähnel entschärfte dabei einige Bälle! – entgegen! Während die Hockeymannschaft eine schwache Leistung abliefern sollte, war der Auftritt der Alten Herren wirklich sehens- und lobenswert!
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Nun zum Hallenhockey: eine Niederlage haben wir befürchtet, ohnehin sind sie seit zwei Spieltagen abgestiegen gewesen, doch die Halle lockte uns nach Osternienburg, einem Dorf bei Köthen, dass keine wirklichen Sehenswürdigkeiten vorweisen kann. Die Dorfkirche macht nicht viel daher – da lohnt es sich eher die im benachbarten Ort mit dem schönen Namen Pißdorf (der Name kommt aber von einem alt-slawischen Wort für „Fisch“ und nicht vom Verb „pissen“) anzusehen – und da wir viel Zeit vorm Spiel hatten (wir waren mit der Bahn nach Köthen gefahren und hatten die Räder mitgenommen) fuhren wir ins 10km entfernte Aken. Die Kleinstadt an der Elbe hat immerhin zwei erhaltene Wehrtürme der Stadtbefestigung, zwei ziemlich alte Kirchen und einen ganz schönen Marktplatz mit Rathaus und bizarrem Springbrunnen mit Liebes-, Gewalt- und Tierszenen.

Ich hatte eingangs die Halle erwähnt: bei ihr handelt es sich, wie in der angrenzenden Bebauung auch erkennbar ist, um eine umgebaute Scheune. Damit ist sie natürlich ein besonderes Groundhopping-Highlight, wobei nicht nur die Geschichte sondern auch die Architektur interessant ist. Zuschauer dürfen nur auf einer Lang- und einer Hintertorseite sitzen, die Spielerbänke auf der anderen Langseite, auf der die Wand mit dem vergitterten Fenstern größtenteils mit grünen Prallbezügen verbaut ist, sind so weit auseinander wie nur möglich. Auf der Mitte der ersten Langseite befindet sein ein Podest für den Sprecher und zwei weitere Leute, die auf den klassischen DDR-Polsterstühlen Platz nehmen. Für Zuschauer ist entlang der Bande (direkt am Spielfeld!) eine Reihe Holzbänke und eine doppelte Stehreihe dahinter vorgesehen. Auch ein Kamerapodest, das fast bis unter die Wellblech-Holzbalken-Hallendecke gebaut ist, fällt hinter der Sitzreihe auf. Hinter dem einen Tor stehen, halb von einem uralten Fangnetz verdeckt, einige Holzstühle, hinter denen es weitere Stehplätze gibt. Wenn es voller ist, nutzen einige auch die beiden Treppen – die zweite zur Sprecherkabine scheint eh nicht gebraucht zu werden, da der Sprecher außerhalb der Kabine mit den Gitterfenstern moderiert. Wenn es richtig voll ist, kann man zur Not kann man auch noch die Gänge zustellen und auf die Spinde hinterm Tor klettern... Die Halle ist also auf jeden Fall einen Besuch wert! Zu dem kommt auch noch, dass sich der Verein bei Spielen wohl nur mit Essens- und Getränkeverkauf etwas verdient: Eintritt wurde nicht genommen.

Die Atmosphäre in der Halle war dann nicht so der Bringer, aber ganz gut waren die jungen Osternienburger Anhänger, die immer wieder mit Sprechchören und trommeln den OHC anfeuerten. Leunaer waren außer uns nur wenige da – und die waren genauso bedient von der Mannschaftsleistung. Bis auf Zeiger, der angeschlagen leider kaum spielen konnte, und die beiden Torhüter Hochmuth und Ruß, die eine noch höhere Niederlage mit tollen Paraden verhinderten, sollten sich alle mal richtig schämen, so eine charakterlose Drecksleistung abgeliefert zu haben! So etwas peinliches, sich von einem mittelmäßigen OHC derart einschnüren zu lassen, dass er fünf Tore bis zur Pause vorlegen kann - 5:0 nach 30 Minuten! Da war auch keine richtige Gegenwehr. Und nach der Pause die gleiche Scheiße, bis mal Zeiger mit einer starken Einzelaktion wenigsten einen Treffer für Leuna erzielte. Nachdem Osternienburg bis zur 46. zwei weitere Treffer nachlegte, ließen sie etwas locker. Und siehe da: Leuna kann sogar noch Hockey spielen und hat nicht verlernt Angriffe mit Torerfolg abzuschließen! Jetzt trafen auch Ahlberg und Schaltonat, die beide bis zur 50. enttäuschend spielten. Letzterer fiel auch noch - wie einige andere der sonst viel besseren Spieler - dadurch auf, regelmäßig an den Schiedsrichtern rumzumeckern, um das erbärmliches Gestochere und die damit verbundene Unfähigkeit Gegentreffer zu verhindern, zu übertönen.
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Trotz dieser Leunaer Phase, in der sie sogar ein Tor in Unterzahl erzielten, und noch auf 8:4 herankamen – durch einen Treffer in der Schlussminute ging das Spiel dann 9:4 aus – kann ich nur noch mal wiederholen, wie enttäuscht man als Leunaer Hockey-Fan über eine solche Leistung sein muss. Vor allem die erste Halbzeit war derartig niveaulos, da der Großteil der Mannschaft ohne den Willen diese Saison mit einem Achtungserfolg abzuschließen antrat und weder eine große Torchance erspielte, noch vermeidbare Gegentore unterband, sondern nach Abwehrfehlern stattdessen die Schuld beim Schiri suchte.

So wie zwischen der 49. und 59. Minute ist die Leistung gut! So wollen das die Fans auch sehen: in Unterzahl zum Torerfolg stürmen, durch Druck auf den Gegner Strafecken und Siebenmeter herausholen und verwandeln! Wenn man trotzdem verliert, hat man wenigstens spielerische Klasse gezeigt und ist mit Anstand erfolglos geblieben – verlieren ist nicht gleich verlieren: zum Beispiel die Spiele gegen und in Zehlendorf waren Niederlagen, aber knappe und niveauvolle; und eben keine erbärmlichen so wie heute. Wenn die Fußballer des TSV verloren, dann konnte man ihnen eines nie vorwerfen: lust- und charakterlos verloren zu haben – und daran könnt ihr Hockey-Spieler euch mal ein Beispiel nehmen!

* * * * *

Abschließend muss ich noch drei Sachen sagen:
a) Wer meint, ich bereue, nicht am Sonntag zum Spiel gegen BW Berlin gekommen zu sein, der irrt. Mir ist der 18:12-Sieg reichlich egal, denn schon alleine die beiden beschissenen Spiele gegen Osternienburg macht ein solcher Sieg auch nicht mehr wett. Zudem: so gut Leuna auch gespielt haben mag, will ich erstens nicht wissen, was da für eine Truppe von Blau-Weiß auf dem Feld stand und zweitens, mal darauf hinweisen, dass man so eine Leistung auch ruhig mal mehr als zwei, drei Mal pro Saison abrufen kann...
b) Eine Modusänderung in der nächsten Saison wäre extrem wünschenswert: entweder die Staffelstärke beibehalten und den 6. jeder Staffel Play-off mit Hin- und Rückspiel gegen den 1. jeder 2.Liga-Staffel spielen lassen – oder mindestens die 1. Liga auf 8 Mannschaften pro Staffel aufstocken, was den Abstiegskampf spannender machen und auch die attraktive Hallensaison verlängern würde. Wenn man sich mal die Tabellen der Staffeln Nord, Ost und West (Süd ist nicht so schlimm) anguckt, merkt man doch auf den ersten Blick, wie unfähig der Hockeyverband ist, einen ordentlichen Modus zu finden: da ist jeder Tabellenletzte abgeschlagen mit 0 oder 1 Punkt, oft schon Wochen vorher abgestiegen und drei der Tabellenletzten sind direkte Aufsteiger aus der 2. Liga – wieso wird nur die Meisterschaft durch Play-offs spannend gehalten, nicht aber der Abstieg?! Ein absolutes Scheißsystem für diese sonst sehenswerte Hallenhockeybundesliga!
c) Apropos nächste Saison: da werden ich und Andere den TSV Leuna Hockey natürlich weiterhin unterstützen; so enttäuschend es mitunter auch war, aber in der 2. Liga heißt es dann: neue Saison, neues Glück – und viel Erfolg und schöne Hockeyspiele!
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Statistik:
Ground Nr. 512 (ein neuer Ground; diese Saison: 62 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.204 und 1.205 (diese Saison: 92)
Tageskilometer: 140 (100 Bahn, 40 Fahrrad)
Saisonkilometer: 17.410 (12.070 Auto/ 2.390 Bahn, Bus, Tram/ 2.150 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 232

Donnerstag, 6. Januar 2011

W232III: Spannung bis zur letzten Sekunde des Turniers

Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Zwischenrunde Männer (Gruppe 1)
Donnerstag 6. Januar 2011 – Beginn 10.00
Teilnehmer aus Landesliga Staffel Süd (7. Liga, 2. Amateurliga), Landesklasse Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga), Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga), Kreisliga Saalekreis Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga) und 3. Kreisklasse Staffel 2 (13. Liga, 8. Amateurliga)
Qualifiziert für Zwischenrunde: VfB IMO Merseburg (Landesliga) und TSV Leuna 1919 (Landesklasse)
Spielort: Rischmühlenhalle Merseburg (Kap. 1.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (Leunaer Fans: ca. 30)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Mittelwert der Spiele: 5,4 + 1,0 Zusatz für spannenden Verlauf und das Nichtvorhandensein richtig schwacher Spiele)

Turnier-Statistik:
Toreschnitt: 3,20 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 32)
Torreichste Spiele: Buna Schkopau 1:4 IMO Merseburg, Buna Schkopau 5:0 TSV Leuna, IMO Merseburg 4:1 TuRa Beesenstedt
Torärmste Spiele: TSV Leuna 1:0 IMO Merseburg, SR Mücheln 1:0 TuRa Beesenstedt II
Anzahl Strafen: 8 Strafminuten, keine Platzverweise (6 Minuten TSV Leuna, 2 Minuten IMO Merseburg)
Bestes Spiel: SR Mücheln 2:2 Buna Schkopau (8,0/10 = Gutes Niveau und enorm spannend, was nicht nur mit der Bedeutung fürs Weiterkommen - Leuna oder Buna war die Frage - zu tun hat)
Schlechtestes Spiel: SR Mücheln 3:0 TuRa Beesenstedt (3,0/10 = Beesenstedt leider auch mit schwachen Müchelnern überfordert; wenig los aber kein ganz schlechtes Spiel)

Tabelle:
1. VfB IMO Merseburg ... 10-3 / 9 [Q]
2. TSV Leuna 1919 ... 5-6 / 9 [Q]
3. MSV Buna Schkopau ... 11-7 / 7
4. Sportring Mücheln ... 4-6 / 4
5. TuRa Beesenstedt II ... 2-10 / 0
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Photos and English version:
2nd Round of Indoor Football Championship Saalekreis District

Von den 59 Mannschaften der Vorrunde sind noch 14 für die Zwischenrunde geblieben, wo sie auf die 6 Mannschaften mit Freilos treffen. Geteilt in vier Fünfergruppen wird 1x12 Minuten in zwei Blöcken in Merseburg und in Querfurt gespielt. Wir vier – diesmal sozusagen die ganze Familie zum Leuna-Unterstützen gemeinsam hin – guckten uns nur den ersten Teil des Merseburger Turnierblocks an, da die erste Mannschaft des TSV Leuna gegen einige interessante Gegner spielte. Neben dem guten Landesligisten und Mitternachtspokalsieger VfB IMO Merseburg waren das TuRa Beesenstedt II, deren Weg in die Zwischenrunde wir live in Wettin verfolgt haben (siehe Bericht vom 18.12. 2010), Sportring Mücheln, die aufm Feld im Mittelfeld der Kreisoberliga zugange sind, und der Merseburger SV Buna Schkopau, der eigentlich viel mehr ein Hallescher SV Buna Schkopau ist, aber eben der Aufstiegskandidat Nummer 1 in der Kreisliga ist. Warum sie nächste Saison bestimmt Kreisoberliga spielen werden, kann in zwei älteren Beiträgen in diesem Blog nachgelesen werden.

Im Folgenden kann man den Turnierablauf mit Torschützen nachlesen, wobei ich sagen muss, dass wir Spielernamen nur nach Gehör vom Hallensprecher übernommen haben und somit Fehler in der Rechtschreibung eigentlich garantiert sind, obwohl der Sprecher verhältnismäßig gut zu verstehenden war.
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IMO Merseburg 2:0 SR Mücheln
Spiel 1, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 5,0/10
IMO brauchte eine Weile gegen schwache Müchelner, um in Fahrt zu kommen. Die beiden Tore waren aber gut gemacht.
Tore: 1-0 7. Grimm, 2-0 10. Freudenberg

TSV Leuna 2:0 TuRa Beesenstedt II
Spiel 2, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 6,0/10
Bis auf einige Wackler in der Abwehr, bei denen man die Luft anhalten musste, war diese Leunaer Leistung ein gutes Beispiel dafür, wie man eine unterlegene Mannschaft in die Schranken weist. Joao zeigte sich dabei sehr stark im Torabschluss.
Tore: 1-0 4. Pires, 2-0 9. Pires

IMO Merseburg 4:1 Buna Schkopau
Spiel 3, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 6,5/10
IMO zeigte mit guten Kombinationen und Torschüssen, dass sie den Schkopauern überlegen sind.
Tore: 1-0 2. Wilke, 1-1 3. Werner, 2-1 4. Freudenberg, 3-1 9. Kubisch, 4-1 10. Grimm

SR Mücheln 1:2 TSV Leuna
Spiel 4, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 4,0/10
Erneut zeigte Mücheln einen wirklich schwachen Auftritt: ihre einzige gute Aktion führte aber prompt zu einem Treffer. Doch Leuna bezwang Sportring, trotz dem sie sich teilweise zu sehr an das Niveau der Müchelner anpassten, mit zwei Treffern. Der erste war dabei ein gut heraus gespielter und von Joao Pires vollendeter Angriff, der zweite ein Abpraller ins eigene Tor der Müchelner.
Tore: 0-1 8. Pires, 1-1 9. Schorf, 1-2 10. Eigentor
Strafen: Hammerschmidt (2 Minuten)

TuRa Beesenstedt II 1:3 Buna Schkopau
Spiel 5, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 4,5/10
Trotz einer schön heraus gespielten Torchance die mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0 vollendet wurde, unterlag TuRa gegen Buna. Das spielerische Niveau von Buna war doch erheblich höher, die Kombinationen sicherer und Torschüsse besser.
Tore: 1-0 2. Goltz, 1-1 3. Werner, 1-2 4. Schreiter, 1-3 9. Musalov

TSV Leuna 1:0 IMO Merseburg
Spiel 6, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 7,0/10
Das Spiel war für den neutralen Zuschauer eher langweilig, doch es war schon so kurios, dass man es als gut bezeichnen muss: nach weniger als einer Minute schon ein genialer Weitschuss von Nino Hammerschmidt aus über 20m (also fast von der Mittellinie) ins lange Eck – und dann 11 Minuten Ergebnishalten des TSV. Auf den Druck des VfB wurde immer wieder mit Kontern reagiert, die allerdings zu keinem Erfolg führten, doch gerade die kleinen Details brachten Zeit; kleine Fouls, vor dem Einwurf noch mal die Schuhe zubinden oder die Ecke lange nicht ausführen und dann den nächsten Gegenspieler so anschießen, dass man eine erneute Ecke bekommt – und das alles während die Uhr herunter läuft...
Tor: 1-0 1. Hammerschmidt
Strafen: Hammerschmidt (2 Minuten), Freudenberg (IMO; 2 Minuten)

SR Mücheln 1:0 TuRa Beesenstedt II
Spiel 7, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 3,0/10
Das war zwar ein unterdurchschnittlicher Kick, aber nicht wirklich schwach. Jedoch zeigte Mücheln auch in seinem dritten Spiel kein vernünftiges Niveau, auch wenn sie die Beesenstedter schlugen. TuRa vergab die wenigen Chancen leider alle – das hätte der Trainer hinterher mal kritisieren sollen und nicht den Schiri; erstaunlich wenn die Mannschaft den eigentlich in der Vorbildfunktion befindlichen Trainer zur Ruhe rufen muss und nicht umgekehrt.
Tor: 1-0 9. Lange

Buna Schkopau 5:0 TSV Leuna
Spiel 8, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 5,0/10
Buna Schkopau spielte ihren gewohnt technisch guten Fußball und vollendete gleich fünf starke Angriffe mit Treffern. Der Auftritt der Leunaer war allerdings ein völliger Bruch zu den vorangegangenen drei Spielen, wo sie sich immer dem Gegner angepasst hatten – hätten sie sich Buna Schkopaus angepasst, hätte es hier irgendetwas um ein 3:3 herum gegeben; denn technisch und torreich kann Leuna auch spielen; nur schienen sie es hier, richtiggehend im Stil der Stadtoberliga Halle, gar nicht zu wollen!
Tore: 1-0 3. Schreiter, 2-0 5. Schreiter, 3-0 6. Haufe, 4-0 7. Haufe, 5-0 10. Werner
Strafen: Degner (TSV; 2 Minuten)

TuRa Beesenstedt II 1:4 IMO Merseburg
Spiel 9, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 5,0/10
Für Leuna hieß es jetzt das Ergebnis der Beesenstedter abwarten: ein Unentschieden hätte Leuna zum weiterkommen gereicht, doch die Hoffnung nach dem Ausgleich währte nicht lange; in der zweiten Spielhälfte zeigte die IMO ihr spielerisch gutes Niveau und zog noch auf 4:1 davon.
Tore: 0-1 1. Freudenberg, 1-1 2. Stark, 1-2 8. Freudenberg, 1-3 9. Kubisch, 1-4 12. Kubisch

Buna Schkopau 2:2 SR Mücheln
Spiel 10, Zwischenrunde Gr. 1, Bewertung: 8,0/10
Nun mussten die Leunaer Fans und Spieler auf einen Punktgewinn der Müchelner hoffen, um die Finalrunde zu erreichen. Und siehe da: Sportring spielte das einzige Mal im Turnier gut. Durch die weiterhin gute Leistung der Schkopauer war es ein in allen Belangen gutes Duell – und spannend war es auch noch für den neutralen Zuschauer, dem egal war ob nun Leuna oder Schkopau weiterkommen sollte. Die jeweils überraschenden Führungstreffer der Müchelner wurden zwar rasch wieder ausgeglichen, doch den entscheidenden Siegtreffer schafften die Schkopauer vor allem aufgrund des starken Müchelner Torwarts nicht. Er muss – gerade aus Leunaer Sicht – besonders gelobt werden. Die Disziplin Müchelns, nach einem verkorksten Turnier noch wenigstens einen halbwegs guten Abschluss erzielen zu wollen, ist auch erwähnenswert. Dass der Schlusspunkt der Partie eine Pöbelei nach Abpfiff war, ist eigentlich kaum erwähnenswert, da das bei Buna Schkopau normal zu sein scheint. Ich habe mittlerweile vier Auftritte des MSV auf dem Feld und einen in der Halle erlebt – und jedes, aber auch wirklich jedes Mal (ja selbst bei einem siegreichen Spiel!) fiel mindestens einer der beiden schrägen Webervögel durch dumme Sprüche oder unangebrachtes Gepöbel auf.
Tore: 0-1 3. Lange, 1-1 6. Haufe, 1-2 9. Beck, 2-2 9. Haufe
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Die Zuschauerzahl war etwas schwierig zu überblicken, dürfte aber bei mindestens 150 gelegen haben. Davon waren etwa 30 aus Leuna, was nach dem VfB IMO noch die größte Gruppe war. Doch auch Mücheln und Buna hatten gar nicht so wenige Anhänger, zudem ließen sich auch ein paar Beesenstedter blicken. Zu hören war allerdings nicht so viel – bis auf Zwischenrufe, Applaus und Jubel war nichts los auf den Rängen.

Auf dem Feld war hingegen erstaunlich viel los: verglichen mit dem Niveau der Zwischenrunde in der letzten Hallensaison war der Leistungsanstieg ernorm. Die Spiele waren aber auffällig fair: es gab kaum Zeitstrafen und keine heftigen Fouls; dass Leuna die meisten Zeitstrafen bekam, unterstreicht nur ihre gesunde Spielbegeisterung.
Was das spielerische Auftreten der Mannschaften im Einzelnen anbelangt, muss ich erstmal Beesenstedt II loben, dass sie sich als faire Verlierer gezeigt haben, aber auch nach Feststehen des Ausscheidens keineswegs das Spielen einstellten. Ich hätte nach der Vorrunde zwar mehr erwartet, aber die Teams auf Niveau der Landesebene waren doch eine Nummer zu groß und gegen SR Mücheln war es auch Pech.
Besagtes Sportring Mücheln hingegen war die enttäuschendste Truppe, da sie nur im letzten Spiel eine gute Leistung zeigten und vorher drei schwache Auftritte hinlegten. Aber ein extra Lob gibt es natürlich für das spielerisch gute und sehr spannende vierte Turnierspiel, in dem sie ein so tolles Ergebnis erzielten!
Buna Schkopau trat wie erwartet stark auf und eigentlich hätten sie ein Weiterkommen verdient gehabt, doch wenn drei gleichermaßen gute Mannschaften wie IMO, TSV und Buna um zwei Finalrundenplätze kämpfen muss halt einer fliegen – und die Schadenfreude darüber, wer dieser eine dann am Ende war, kann ich mir nicht verkneifen...
Zum VfB IMO kann ich eigentlich nur das schreiben, was ich schon zum Turnier in Spergau geschrieben habe: ich bin überrascht, dass sie nun anscheinend häufiger zeigen wie gut sie Fußball spielen können und nicht mehr so langweilig kicken, wie ich das die Jahre zuvor erlebt habe.
TSV Leuna schließlich überraschte mich heute ebenso: hier wurde sich richtig auf den Gegner eingestellt; bei einem überlegenen Gegner wie der IMO wurde defensiv und konsequent gespielt, bei Schwächeren wie TuRa und SR das Nötige für einen Sieg getan, ohne dass es langweilig gewesen wäre – nur gegen Buna war der Auftritt eine echte Katastrophe. Das Verhalten hat sehr lustlos gewirkt, denn es war nicht mal die Härte drin, die man einer besseren Mannschaft ruhig entgegenbringen kann. Aber alles in allem müssen vor allem die Spiele gegen TuRa und IMO als Beispiel für die Feldsaison herhalten: das eine Spiel als Beispiel wie man einen schwächeren Gegner (bis auf die Abwehrwackler) souverän bezwingt, das andere als Beispiel für einen geschickt heraus gespielten Sieg gegen eine überlegene Truppe.
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Statistik:
Ground Nr. 511 (kein neuer Ground; diese Saison: 61 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.203 (diese Saison: 90)
Tageskilometer: ein paar km zu Fuß gelaufen, zählt daher nicht in die Statistik
Saisonkilometer: 17.270 (12.070 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 232

Mittwoch, 5. Januar 2011

W232II: Die Kometen von Brno und ihre runde Halle

HC Kometa Brno 2:3 HC Plzeň 1929
Dienstag 4. Januar 2011 – Anbully 18.00
Übersetzung: HC Komet Brünn – HC Pilsen 1929
Liga: „Tipsport“ Extraliga (1. tschechische Profi-Eishockey-Liga)
Ergebnis: 2:3 nach 60 Min. – Drittel: 1:1, 1:0, 0:2
Tore: 1-0 0.23 Radim Hruška, 1-1 19.26 Radek Duda, 2-1 24.42 Marek Kvapil, 2-2 44.02 Radek Duda, 2-3 47.35 Martin Straka
Zeitstrafen in Minuten: Jaroslav Svoboda 2+2, Radek Procházka 2, Marek Kvapil 2, Roman Erat 2 (Brno: 10 Minuten); Nicolas St. Pierre 4, Jan Kovář 2, Radek Duda 2, Jaroslav Modrý 2, Bankstrafe 2 (Plzeň: 12 Minuten)
Halle: Hala Rondo (Kap. 7.200, davon 4.200 Sitzplätze)
Zuschauer: 6.823 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schnelles und technisch sowie in Torszenen starkes Spiel)
Sightseeing: 6,5/10 (Burg Kámen lohnt auch eine Außenbesichtigung sehr, Pelhřímovs Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert, aber Brno ist – trotz ein paar sehenswerter Plätze – so ziemlich die hässlichste Stadt in ganz Tschechien!)
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Photos and English version:
Kámen Castle & Pelhřimov Old Town
Brno - Second Largest City in Czechia
Ice Hockey: Kometa Brno 3-2 HC Plzeň

In Bechyně bekamen wir vom sehr gut deutsch sprechenden Hotelchef des „Panská“ ein mittelmäßiges Frühstück serviert – nicht, dass es schlecht war, aber wieso man in Tschechien nur mittelmäßiges Frühstück, aber hervorragende warme Küche bekommt, ist mir ein Rätsel – und fuhren mit dem Ziel irgendwann in den nächsten Jahren für bessere Fotos der Stadt bei besserem Wetter noch mal zurück zukommen, über Kámen nach Pelhřimov. In Kámen gibt es eine schöne Burg, die einen mittelalterlichen Teil mit massiver Schildmauer und einen neueren, größeren, frühbarocken oder so, Teil hat. Die ganze Anlage ist in einem hervorragenden Zustand und in einem durch ein massives Tor zu betretenden, felsigen Park gelegen. Das Museum war geschlossen, was uns allerdings egal war. Wir wollten so wie so recht zügig weiter nach Pelhřimov, was in Deutsch als „Pilgrams“ bekannt ist. Dort gibt es ein besonders schönes, wenn auch nicht sehr großes Exemplar einer böhmischen Altstadt mit vielen Barock- und Renaissancebauten. Die Kirche des Heiligen Bartholomäus ist ein sehr schöner Barockbau, in dem man auch Fotos machen darf: als Motiv lohnt sich vor allem der reich verzierte Altar.

In Brno gibt es auch etliche Fotomotive – so z.B. die Kathedrale von außen, wenige der zwischen der Kathedrale und der Festung gelegenen Bürgerhäuser, ebendiese kahle Festung Špilberk, und drei Plätze (der eine unterhalb der Kathedrale, der andere bei der ehemaligen Klosterkirche und der dritte bei den Verwaltungsgebäuden in der Nähe der Kathedrale) – allerdings sollte man auch mal den Orten Beachtung schenken, die man besser nicht fotografiert: die von Roma geführten, vergammelten Ramschläden, die teils in abbruchreifen Häusern, teils in Bretterbuden untergebracht sind und meist in Bahnhofsnähe liegen, dazwischen die Obdachlosen, die in schmutzigen Decken auf den noch schmutzigeren Steinstufen pennen – ab und an wird man auch mal von Tschechen oder Roma, die entweder gar nicht aussehen als hätten sie es nötig oder auch völlig zerzaust und zerfressen von Alkohol erscheinen, angebettelt. Ohnehin reiht sich in Brno ein Problemviertel an das das nächste: abgewohnte Häuser, Verfall, bewohnte Ruinen – dazwischen ebendiese heruntergekommenen Gestalten. Insgesamt kann ich vom Niveau der Sehenswürdigkeiten und der Hotels diese Stadt niemandem empfehlen – das Niveau der Sportmannschaften und -anlagen im Fußball und Eishockey ist aber so gut, dass ich unter diesen Gesichtspunkten einen Besuch empfehlen kann.
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Beim Eishockey in der zweitgrößten Stadt Tschechiens fällt auch wieder auf, was unter dem Publikum für Gestalten aufkreuzen: da mag zwar auch unser freundlicher Sitznachbar sein, der sich mit uns in ein paar Brocken Deutsch verständigt – aber da sind auch die nach Alkohol stinkenden Asozialen mit verfilzten Haaren und abgetragenen Klamotten, bei denen man sich wundert, dass sie überhaupt die teueren Karten bezahlen können oder die in Thor-Steinar-Klamotten gekleideten Neonazis. Brno hat aber insgesamt gesehen die stimmungsmäßig beste Szene der ganzen Tschechischen Republik. Zwei Überziehfahnen wie heute sind bei denen das Standardintro – Papptafelchoreos und anderes gibt es bei wichtigeren Spielen zu sehen; die Anfeuerungen sind sehr ausdauernd und werden teilweise auch von den Sitzplätzen und nicht nur den beiden Stehplatzblöcken getragen. Hier im Osten Europas (während Böhmen zu Mitteleuropa gezählt werden Muss, ist jede andere Einteilung Mährens außer zu Osteuropa absoluter Schwachsinn) sind die Zuschauer auch aggressiver als im Zentrum, zu dem auch zwei Drittel Tschechiens gehören, so ja auch eine der wichtigen böhmischen Großstädte wie Plzeň; von da kamen heute gut 25 Leute, die auch ab und an mit Anfeuerungen zu hören waren.

Nicht nur die Atmosphäre auf den Rängen, sondern auch die Sportstätte als architektonisches Denkmal und das Spiel als hochwertiges Duell lohnten das Kommen. Die Halle ist ein regelmäßig runder Bau – daher Rondo – der aber im Gegensatz zu den für Hand-, Volley-, Basketball usw. genutzten, ähnlichen Sporthallen in Tripolis (Libyen) und Tunis keine runden Tribünen hat. Die beiden anderen Hallen haben nämlich auch ganz runde Tribünen, sodass man in der Mitte relativ weit entfernt vom Feld sitzt, doch der Brünner Rondo wurde innen modernisiert und zwei mit sehr einfachen Plasteschalensitzen ausgestattete Längstribünen lassen nehmen nicht mehr die Rundform der Hallenwände und Deckenelemente auf. Hinter den Toren – dort sind die Stehplätze – ist die Rundung auch nicht mehr so stark erkennbar. Ein Blick zur Decke mit den seltsamen Dämmungselementen und den kreisförmig angeordneten Wartungstreppen ist aber interessant; die Hallendecke ist auch das erste, was Gästefans als Erinnerungsbild abfotografieren.

Das Spiel war von Beginn an schnell – die Brünner Mannschaft spielt auch oft relativ aggressiv, sodass viel Fahrt ins Spiel kommt – und schon mit dem ersten Angriff hob die Heimmannschaft die Stimmung in der Halle ernorm an, da sie den Puck gleich im Tor unterbrachten. Etliche Chancen vor allem für Brno später, lag der Puck dann aber auch mal im Tor der Kometen, die trotz Überlegenheit den Ausgleich hinnehmen mussten. Die Gäste wurden nach der Pause stärker, doch weiterhin war Brno die etwas bessere zweier wirklich guter Mannschaften. So kam Brno auch zur erneuten Führung. Im dritten Drittel legte Pilsen aber derartig zu, dass Brno fast nur noch am Verteidigen war und zwei Tore hinnehmen musste. Am Ende siegten also die Gäste mit 2:3 Toren.

Da wir schon am frühen Nachmittag sehr gut in Brno essen gehen konnten (das Švejk in der Nähe der Uni hat gute, moderne tschechische Küche zu angemessenen Preisen; in Deutschland würde man locker 50 bis 100% mehr bezahlen für so gute Sachen) fuhren wir ohne nennenswerte Verzögerungen gleich nach dem Spiel zurück nach Merseburg, wo wir nach etwas mehr als 6 Stunden Fahrt (30 Minuten Pause inklusive) kurz vor 2 Uhr ankamen.
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Zusammengefasst gesagt lohnt sich zwar keine Stadtbesichtigung Brnos, aber ein unter sportliche Aspekte gestellter Besuch der Stadt (für ordentliche Sehenswürdigkeiten kann man ja im Umland bis Olomouc herumfahren). Man sollte allerdings bei einer mehrtätigen Tour Brno nicht als Ausgangspunkt, sondern als ein Tagesausflugsziel z.B. von Olomouc oder Zlín nehmen, da die Hotellerie in Brno sauteuer und unseriös ist. Der Besuch beim Erstliga-Fußball ist schon lohnend, aber beim Erstligisten im Eishockey, ebendiesem HC Kometa, ist aufgrund der Spielqualität, der Halle und der Stimmung, lohnt ein Besuch noch mehr. Dass der Club nur durch Lizenzkauferei in der höchsten Spielklasse spielt ist war scheiße, aber tut der Fanatmosphäre und dem spielerischen Niveau keinen Abbruch.

Statistik:
Ground Nr. 511 (ein neuer Ground; diese Saison: 61 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.202 (diese Saison: 89)
Tageskilometer: 710 (Auto)
Saisonkilometer: 17.270 (12.070 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 232

W232I: Besichtigung von Schloss Konopiště, Tábor und Bechyně

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Photos and English version:
Konopiště Palace & Bechyně Castle and Bridge
Tábor Old City (+ Klokoty Monastery & Kozí Castle)

Nach dem hervorragenden Frühstück in der Pension „Body Sun“ in Niesky, fuhren wir über Görlitz ein paar Kilometer durch Polen und dann bis Liberec die Landstraße. Ab Liberec gibt es dann bis hinter Prag eine Autobahn, danach ist sie immer mal unterbrochen, aber führt als Schnellstraße auch kaum langsamer durch die Landschaft. In Benešov, einige Kilometer südlich von Prag, legten wir einen Stopp ein, da am westlichen Ortsrand das Schloss Konopiště im Wald steht. Das ist perfekt erhalten aber im Winter geschlossen, sodass wir nur durch den verschneiten Park liefen und die Anlage mit den massiven Türmen aber vielen Details auf uns wirken ließen.
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Weiter ging es nach Tábor, wo es eine schöne Altstadt, die nicht überall saniert, aber weitestgehend in einem guten Zustand ist, gibt. Der Wehrturm neben der Burg und der Hauptplatz mit Rathaus und Kirche sind besonders sehenswert. Ebenso sollte man auf die reich verzierten Renaissancefassaden auf dem Weg zum Marktplatz achten. In Tábor wurden wir das erste Mal seit langem wieder von jemandem in Tschechien angebettelt – nicht mal ein Roma, sondern ein Tscheche – aber das ist auch in Tábor ein Einzelfall.
Nicht so sehenswert wie die Altstadt Tábors ist die am Rande der Stadt gelegene Burgruine Kozí hradek. Die Ziegenburg, die man über verschlungene Wege Richtung Sezimovo Usti erreicht, ist zwar schön in einem bergigen Waldstück gelegen, aber nur in höheren Grundmauern erhalten und hat z.B. keine Türme – und eine Burg die nicht wenigstens einen erhaltenen Turm hat, kann bei mir kaum auch nur 5,0/10 Punkte in der Wertungsliste erhalten.
Weitaus besuchenswerter hingegen ist das Kloster am westlichen Ortsrand, also das Kloster Klokoty, dass mit seinen vielen Kupfer gedeckten Kuppeln sowie den Fresken und Nischen mit Heiligenfiguren und hohen Decken im Arkadengang aufwarten kann.
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Sehr schön ist auch die Kleinstadt Bechyně, 20km südwestlich von Tábor. Die Einfahrt in den Ort ist von Tabor aus besonders spektakulär: man fährt über ein Viadukt das sich Auto- und Schienenverkehr teilen müssen und extrem hoch über den tief eingeschnittenen, felsigen Flusstal liegt – am linken Ende des Flusstals liegt auf den Felsen und dem tieferen Teil des Ufers der Ort mit seiner enormen Schlossanlage, dem Kloster und der Kirche. Leider ist im Winter alles nur sehr eingeschränkt zu besichtigen und der massive Schlosskomplex nur von außen zu begutachten: selbst für den Innenhof (für die Museumsräume so wie so) muss man hohes Eintrittsgeld zahlen, das man auch nur zwischen Anfang März und Mitte Dezember oder so loswerden kann. Aber diese Stadt ist wirklich einen Besuch wert! Und mit dem Hotel Panská, das man als „Hotel Bechyne“ bei HRS vorbuchen kann, hat man direkt am Markt eine gute Übernachtungsmöglichkeit für 37€ DZ + Frühstück (frisch sanierte, recht kleine aber gut ausgestattete Zimmer - nur muckt auch mal die Heizung). Man kann auch in der dem hervorragenden Restaurant u Pichlů (Hauptgerichte für 5-10€: jetzt haben wir auch endlich mal wieder richtig warm gegessen in Tschechien!) angeschlossenen Pension für 30€ übernachten, aber ob da Frühstück dabei ist, weiß ich nicht, sodass man bei beiden Übernachtungsmöglichkeiten vom gleichen Preisniveau (niedrig, aber nicht sehr niedrig) sprechen kann.
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Statistik:
Tageskilometer: 360 (Auto)
Saisonkilometer: 16.660 (11.360 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)

W231V: Entscheidung in der Verlängerung im Ostsächsischen Eishockeyderby

ELV Tornado Niesky 3:2 EHC Jonsdorfer Falken
Sonntag 2. Januar 2011 – Anbully 18.00
Liga: Oberliga Ost (3. Eishockeyliga, Halbprofi-/ teils Amateurliga)
Ergebnis: 3:2 nach 60:31 Min. – Drittel: 2:0, 0:2, 0:0; Verl. 1:0
Tore: 1-0 6.04 Marcel Leyva, 2-0 11.39 Sven Becher (PP1), 2-1 21.31 Michal Pesek (PP1), 2-2 30.59 Christian Rösler, 3-2 60.31 Sebastian Greulich (PP1)
Zeitstrafen: Richard Jandik (Niesky: 2 Minuten); Paul Förster 2, Benjamin Reichardt 2, David Wolters 2 (Falken: 6 Minuten)
Sportanlage: Waldstadion Niesky (Kap. 1.400 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 1.300 (davon zahlende: 800, Gästefans: ca. 30)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ungewöhnlich diszipliniert für die Oberliga, aber auch schnell und sehr spannend - Atmosphäre mittelmäßig.)
Sightseeing: 7,0/10 (Überraschend hoher Unterhaltungswert)
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Photos and English version:
Kamenz: Hometown of the Famous German Poet Lessing & Marienstern Monastery in Panschwitz-Kuckau
Niesky & Horka: Churches & Wooden Houses in the Far East of Germany
Ice hockey: Eastern Saxonian Derby, Tornado Niesky vs. Jonsdorfer Füchse

Am ersten Sonntag im neuen Jahr sollte es mal wieder nach Osten gehen. Erster Stopp war die sächsische Kleinstadt Kamenz, die den Namenszusatz Lessingstadt trägt, da der bekannte Dichter daher stammt und auch ein Museum und Gedenktafeln an ihn erinnern. Weitere sehenswerte Plätze dieser Stadt sind die beiden Kirchen, ein Wehrturm und das spektakuläre Rathaus mit seiner knallig gestrichenen Fassade. Auch landschaftlich liegt dieser Ort ganz nett.

Wenige Kilometer weiter stoppten wir in Panschwitz-Kuckau; um südlichen Ortsende befindet sich ein herausragender Klosterbau: das Kloster Marienstern. Hinter hohen Mauern befindet steht ein barocker Prachtbau mit rot-weißen Gebäuden. Der Kern bildet der Klosterhof mit mehreren Heiligenfiguren und die Klosterkirche. Diese hat ein sehr hohes Gewölbe und eine starke Galerie von Heiligenfiguren, die die katholische Ausrichtung des Klosters verraten. Ob das Aufstellen sinnloser Hinweis- und Verbotsschilder auch etwas zur katholischen Ausrichtung verraten weiß ich nicht, aber ich habe wirklich selten eine dämlichere Beschilderung als im Kloster Marienstern erlebt: da sollte man mal mehr touristische Information (Geschichte des Klosters etc.) anbringen, statt irgendwelche pseudo-lustigen und klugscheißerischen Hinweise.
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Wieder auf die Autobahn und an der sehr sehenswerten Stadt Bautzen – die hatten wir bereits vor wenigen Jahren besucht – vorbei, ging es bei Codersdorf wieder ab. In nordöstlicher Richtung erreicht man dann solche gesichtslosen Häuseransammlungen wie Mückenhain und Horka, die in der Lausitzer Steppe – ein langweiliges Heide- und Waldgebiet durchsetzt mit Seen: also genauso öde wie Finnland – liegen. Horka muss man immerhin lassen, dass sie eine ungewöhnliche Kirche haben: sie ist größtenteils von einer zinnenbewährten Mauer umgeben, wodurch sie unter die Kategorie der Wehrkirchen fällt. Die Kirche und ihre Wehrmauer sind allerdings baufällig, weswegen Geld für eine Restaurierung gesammelt wird. Vor dem Torhauseingang der Kirche liegt übrigens ein Kriegerdenkmal dem wiederum ein extrem baufälliges Mehrfamilienhaus gegenüber liegt. Ich habe in Deutschland noch nie gesehen, dass ein derartig verrottetes Gebäude noch offensichtlich bewohnt wird. So etwas findet man selbst gegenüber auf der polnischen Seite nur noch schwer.

Niesky selbst ist nicht so trostlos und heruntergekommen wie die Dörfer in seiner Umgebung. Die Stadt wird gerne schlecht geredet, doch dadurch dass wir etliche Stunden vor Anpfiff des Eishockeyspiels da waren, konnten wir den knapp 10.000 Einwohner zählenden Ort ausgiebig besichtigen. Sehenswert ist die Siedlung mit den Holzhäusern und der Holzkirche, die neben dem vergammelten Fußballplatz am Rande einer Plattenbausiedlung beginnt. Andere, aber weniger sehenswerte Holzhäuser sind auch in der nähe des anderen Fußballplatzes – dieser wird regelmäßig von Eintracht Niesky (etliche Mannschaften, die I. Männer im Mittelfeld der Bezirksklasse Dresden) genutzt – und zwei weitere Kirchen befinden sich entlang der Hauptstraße (Süd-Nord-Achse). Eine davon ist am zentralen Platz zu finden, wo man einen Fachwerkbau, das Gymnasium und die Bibliothek findet. Weiter nördlich sind das Krankenhaus und Altenpflegeheim, das unbedingt einen Blick von außen wert ist, da es eine starke, erst kürzlich restaurierte barocke Fassade hat, und ein ganz nettes Waldstück mit zwei markanten Turmbauten – ein Wasserturm und ein Aussichtsturm – und dem Eisstadion zu finden. Essen fanden wir dann bei der nachmittags ausgestorbenen Gastronomie mal wieder nur bei einem Dönerimbiss; dieser befindet sich an der Straße zum Eisstadion gegenüber der einen Kirche und wird von jüngeren Leuten und Säufern frequentiert. Der Besitzer hatte zwar Reiseposter der Türkei und einen Kalender mit Motiven aus Mekka aufgehängt, aber sah so mitteleuropäisch aus und sprach auch so wie die anderen Lausitzer, dass ich fast glaube, den einzigen Dönerladen Deutschlands, der von einem Deutschen ohne den viel zitierten Migrationshintergrund betrieben wird, gefunden zu haben...
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Da Niesky für den Eishockeyfan oft doch nicht der nächste Weg ist, liegt eine Übernachtung nahe. Am billigsten ist dabei eine in sehr guten Zustand befindliche und freundlich geführte Pension in der Muskauer Straße, die für ein Doppelzimmer mit Frühstück nur 49€ pro Nacht verlangt (in Deutschland außer in Böhlen - DZ mit Etagenbad im „Apart“ ab 28€ - und Merseburg - Wohnanlage Sky Hotel, DZ mit Bad ab 32€ oder „Am Krummen Tor“ ab 36€ - kaum billiger zu kriegen!) und auf den bescheuerten Namen „Body Sun“ – rührt vom angeschlossenen Solarium her – hört. Dort checkten natürlich auch wir ein. Gegenüber befindet sich das einige Euro teurere Bürgerhaus mit einem Restaurant und mit einem Griechen gleich ein weiteres Restaurant in 20m Entfernung. Und zum Eisstadion sind es nur einige hundert Meter Fußweg.

In der Oberliga gibt es wieder eine enorm dominierende Mannschaft – und diesmal sind es nicht die Leipziger, sondern ihre Erzrivalen aus Halle, die 16 Spiele in Folge gewannen und von ihren 16 Siegen nur einen erst nach Verlängerung erzielten. Die Leipziger hingegen sind nach dem real dritten und gefühlt dreizehnten Bankrott lange abgeschlagen Letzter gewesen, haben aber vor kurzem erst zwei Siege hintereinander eingefahren und konnten so wenigsten an Schönheide vorbeiziehen. Zu den schwachen Teams zählen auch die Preußen Berlin. Die bisher nicht genannten anderen fünf sind das Mittelmaß und belegen die Plätze 2 bis 6: Chemnitz, FASS Berlin, Jonsdorf, Erfurt und Niesky.

Niesky und Jonsdorf standen sich heute in einem der wenigen offenen Eissportstadien Deutschlands gegenüber. Dabei war das letzte Aufeinandertreffen durch Verlegungen erst am 30.12. gewesen. Also das letzte Ligaspiel 2010 und das erste 2011 waren gleich die Derbys dieser beiden ostsächsischen Traditionsvereine. Dass bei der geographischen Nähe nicht unbedingt eine Freundschaft entsteht ist auch im Eishockey Gang und Gebe. So kann man auch z.B. die bitteren Klagen Jonsdorfer Anhänger gegenüber Niesky lesen, sie seien letzte Saison oder so in Niesky bepöbelt und handgreiflich attackiert worden. Heute sollte es so gesittet zugehen, dass man diese Aussagen in Zweifel ziehen möchte.

Aber jetzt erst mal zu diesem tollen Eisstadion: es ist von hohen Nadelbäumen umgeben am Rande eines Waldstückes zu finden, flankiert wird es von den beiden oben erwähnten Türmen. Der Eingangsbereich ist recht neu und auch die beiden Gebäude (Umkleiden, Imbiss, Garage für Eismaschine etc.) sind in einem guten Zustand. Die Spielfläche ist rundherum von einem recht hohen Netz umgeben, wodurch man nicht nur hinter dem einen Tor wo sich eine einfache zweireihige Stehtribüne aus Stahlrohren für 100 Zuschauer (Ultra-Block Niesky) befindet, immer eine Sichtbehinderung hinnehmen muss, sondern auch auf der Steinstufentribüne, die ebenfalls nur Stehplätze zur Verfügung hat, schon in die oberen der zehn Reihen gehen muss, um ohne Netz vorm Nischel zugucken zu können. Diese beiden ausgebauten Seiten zusammen haben insgesamt 1.100 Plätze zu bieten. Zudem sind 300 weitere Stehplätze ebenirdisch zugelassen. Am oben erwähnten Imbiss gibt es übrigens ordentliche Sachen von verhältnismäßig hoher Qualität, die meist 1,50€ kosten (dicke Knacker, Buletten, Wiener etc.) – der Eintrittskartenpreis von 7€ ist O.K. aber das Programm mit 2€ viel zu teuer: dann halt keine professionelle Druckerei nehmen sondern am Computer schwarz-weiß doppelseitig drucken und an der oberen linken Ecke zusammentackern...
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Die Fans waren wie schon am 30.12. (1.000 Zuschauer in Jonsdorf) recht zahlreich erschienen: der Stadionsprecher nannte 800 zahlende Zuschauer, was bedeuten würde, dass 500 nicht gezahlt hätten – oder eben viele Dauer- oder Freikarten, die nicht mitgezählt wurden am Start waren. Jedenfalls war diese Zuschauerzahl mal wieder Müll, denn überall standen die Leute dicht zusammen – außer am Rande des Hintertorblocks und in einer der vorderen Längstribünenreihen. Also kann man davon ausgehen, dass 1.300 Zuschauer anwesend waren. Stimmung war allerdings eher für 130 denn für 1.300: ein Derby zwischen Halle und Leipzig ist erheblich stimmungsvoller, aber auch aggressiver, als zwischen diesen beiden. Was auch immer der Vergangenheit vorgekommen ist oder auch nicht vorgekommen ist: Aggressionen gab es heute kaum bis gar nicht – Sprüche wie „hört ihr das Gestöhne, hört ihr das Gestöhne - Jonsdorfer Hurensöhne...“ sind doch ganz normal – und nach einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung flog gerade einmal eine 30cm große Puppe aufs Eis. Das Intro fiel mit einigen Wunderkerzen des schwachen und nicht zu hörenden Gästesektors, sowie mehreren Handflaggen und Wunderkerzen auf der mittleren Längsseite als auch Flaggen und Doppelhalter im Ultrasektor, eher mittelmäßig aus.

Was das Spiel anging, so kann man da aber nicht mehr von mittelmäßig reden: verglichen mit anderen Spielen der eher niveauarmen Oberliga war das schnell, technisch O.K., sah viele Aktionen vor den Toren aber fast keine gröberen Fehler, und zudem extrem diszipliniert. Die Schiris übersahen zwar eine klare Zwei-Minuten-Strafe für die Gäste, aber selbst dann wären nur 10 Strafminuten ausgesprochen worden. So waren es heute nur 8 – verglichen mit den 84 Minuten am 30.12. lächerlich – was direkt tschechische Verhältnisse sind: man konzentriert sich auf Schlittschuh, Schläger und Scheibe statt auf Schlägereien wie das Ami-Pack.

Die Scheibe landete auch schon bald im Tor der Gäste – sah mir nach halbhoch an den Pfosten links vom Goalie aus. Im ersten Drittel tat sie das auch gleich zwei Mal, wobei das 2:0 von Niesky dem Torwart durch die Schoner gegangen war und noch insgesamt zu niedrig erschien, wenn man die Überlegenheit der Nieskyer bedachte. Im zweiten Drittel war das Spiel eher ausgeglichen und die erstarkten Jonsdorfer brachten den Ausgleich zustande. Im dritten Drittel war das Spiel zwar weiterhin gut, aber es kam zu keinem weiteren Treffer – weder in den ersten, noch in den zweiten zehn Minuten. Vor allem der ältere Fan weiß sofort bescheid, worauf ich anspiele: auf Eisflächen im Freien wird traditionell im letzten Drittel noch einmal nach 10 Minuten die Seite getauscht – in Hallen macht man das nicht mehr.

Dann gab es beim Stand von 2:2 Verlängerung. Diese dauerte nur eine halbe Minute, da Jonsdorf in der 59. Minute in Unterzahl gekommen war und Niesky beim 4 gegen 3 (ein Spieler pro Mannschaft weniger in der Verlängerung) eine starken Schuss halbhoch ins Netz donnerte. Das 3:2 wurde laut bejubelt und der Ultrasektor fackelte auch lässig drei Bengalfackeln und ein paar Knallkörper ab. So was wäre auch als Intro neben einem Fahnenmeer wünschenswert gewesen, aber bei zwei Derbys hintereinander ist das etwas übertrieben zu verlangen. Nur akustisch hätte da von den Zuschauern viel mehr kommen müssen: da machten nur 10% mit, obwohl 100% der Spieler alles gaben. Insgesamt muss man dem Tag und speziell dem Spiel aber eine hohe Qualität und einen starken Unterhaltungswert einräumen.
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Statistik:
Ground Nr. 510 (ein neuer Ground; diese Saison: 60 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.201 (diese Saison: 88)
Tageskilometer: 290 (Auto)
Saisonkilometer: 16.300 (11.000 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231

Samstag, 1. Januar 2011

W231V: 15. Merseburger Neujahrslauf - und Besichtigungen Kohren-Sahlis, Gnandstein, Wechselburg

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Photos:
Foot Race in Merseburg on January 1st 2011 (Neujahrslauf)
Wechselburg Monastery and Kohren-Salis & Gnandstein castles

Der Neujahrslauf hat in Merseburg bereits Tradition, sodass ich diesmal auch mitmachen musste. Für 1,7km 9.30 Minuten war eine ordenliche Zeit - zumindest im Vergleich zu den Leuten, die die Mehrheit der Läufer ausmachte... Die Leistungssportler waren klar in der Minderheit. Die Leute, die mit der Räumung der Strecke zufrieden waren, auch. Eisbuckel und Schneematsch sind zwar kein Absagegrund für einen solchen Lauf, aber ein vermeidbares Risiko - vermeidbar durch einen guten Winterdienst, der nicht nachdem er wochenlang untätig war, dann nur mal zum Neujahrslauf über die Strecke rüberpfuscht: dadurch kriegt man die Eisbuckel nämlich nicht vor März weg. Zurück zur Sportveranstaltung: ich bin zwar kein großer Freund von Laufwettbewerben - Laufen als Disziplin allein ist nicht so interessant, wie einem Ball hinterher zu laufen - aber so etwas kann man sich doch mal als Sportler vornehmen. Als Zuschauer ist es dort langweilig. Die Teilnehmerzahl lag übrigens bei 536.
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Nach der Siegerehrung und der Verlosung einiger vernünftiger Preise - sehr gut, dass die Veranstaltungsleitung nun nur 15 hochwertigere Preise verlost und nicht wie früher 50 oder mehr Preise von denen mindestens 45 Schrott sind - fuhren wir noch eine Besichtungstour mit dem Auto: Kohren-Sahlis und Gnandstein gaben gute Anregungen, wo man im Laufe diesen Jahres (vielleicht nicht dieser Saison, aber im Jahr 2011 auf jeden Fall) mal Fußball gucken sollte. Beide Orte haben zwar wenig attraktive Privathäuser, aber schöne Landschaft und Burgen zu bieten. Die Ruine Kohren ist zwar nicht so herausragend, da es außer ihren beiden Türmen nicht viel zu sehen gibt, aber die Burg Gnandstein ist ein hervorragend und sehr authentisch erhaltener Bau. Die Burg Gnandstein liegt praktischerweise direkt oberhalb des Fußballplatzes, der diesem ansich durchschnittlichen Platz eine tolle Kulisse bietet. In Wechselburg gibt es einen schönen Klosterkomplex mit einer sehenswerten romanischen Basilika, die zwischen einer neueren Kirche und Plattenbauten steht. Auch hier ist die landschaftliche Lage auf steilen Berghängen oberhalb von Flussauen sehr schön. Die Innenausstattung der Basilika ist auch beachtenswert: u.a. gibt es dort eine Jesusdarstellung mit Echthaarperücke und eine Kreuzigungsdarstellung, bei der Engel symmetrisch am Querbalken des Kreuzes angebracht sind.
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Statistik:
Tageskilometer: 220 (Auto)
Saisonkilometer: 16.010 (10.810 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)

Freitag, 31. Dezember 2010

Torgau und Schildau

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Photos:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157625589812041/

Kurz gefasst: Torgau ist eine weitestgehend heruntergekommene Stadt, doch die Altstadt ist sehr sehenswert und schon größtenteils saniert. Besonders das Schloss ist ein herrlicher Renaissancebau, der nur eines der vielen Beispiele für schöne Renaissancebauten in Torgau. Schildau hingegen ist ein Provinznest erster Güte: verschlafen, leer, wenige schöne Häuser, einfachste Bebauung und eine ganz nette Kirche. Aber die Geschichte der Einwohner der Stadt ist ganz lustig: die gelten als die Nachfahren der berühmten Schildbürger, die z.B. ihr Rathaus ohne Fenster bauten und zur Behebung des Fehlers Licht in Säcke einpacken wollten um damit das Gebäude auszuleuchten - allerdings hat das Rathaus mittlerweile recht viele Fenster...

W231III: Bei Fußball und Handball in Sachsen sticht eine Stadt hervor – Aue!

Erzgebirgischer HV Aue 27:24 HSC 2000 Coburg
Donnerstag 30. Dezember 2010 – Anwurf 19.00
Liga: 2. Handball Bundesliga Süd (2. Profi-Handballliga)
Ergebnis: 27:24 nach 60 Min. – Halbzeit: 13:10
Tore: Matschos 6, Vesely 4, Sillanpää 4, Meinhardt 4, Schäfer 3, Agnarsson 3, Uematsu 2, Roch 1 (EHV); Rose 6, Auerbach 5, Göhl 5, Wessig 2, Rivera Vieco 2, Karapetjan 2, Kelm 1, Andersson 1 (HSC)
Verwarnungen: Schäfer, Sillanpää, Uematsu (EHV); Kirchner, Auerbach, Rivera Vieco (HSC) Zeitstrafen: Meinhardt 2, Agnarsson 2, Sillanpää 2, Matschos 2 (EHV: 8 Minuten); Munzert 4, Rose 2, Rivera Vieco 2 (HSC: 8 Minuten)
Platzverweise: keine
Sportanlage: Erzgebirgshalle Lößnitz (Kap. 2.200, davon 2.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 2.200 (zahlende: 1.500, davon ca. 100 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes, rasantes und bis kurz vor Schluss auch spannendes Spiel!)
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Photos and English version:
2nd Handball Bundesliga: EHV Aue defeats HSC Coburg

Auch als Freund des FSV Zwickau wodurch eine natürliche Abneigung gegen Aue zustande kommt, muss man anerkennen, dass nicht Zwickau, auch nicht Dresden und schon gar nicht Leipzig – geschweige denn Riesa – sondern Aue die Sportstadt in Sachsen ist. Das kaum 20.000 Einwohner zählende Bergarbeiternest mag zwar nicht so eine Bandbreite an Sportarten wie Leipzig oder Dresden haben, aber erfolgreicher als Dynamo oder die Bankrottklubs in Leipzig ist der FC Erzgebirge Aue auf alle Fälle: in der 2. Liga stehen sie vorn. Auch Handball gibt es in der 2. Profiliga zu sehen; da stehen sie zwar weiter hinten (14.) – als 10. muss man in die Relegation, der 9. Platz sichert die Teilnahme an der nach der erneuten Reform dann eingleisigen 2. Liga 2011/12 – aber abgestiegen sind sie noch lange nicht. Der Gegner aus Coburg, der größeren und auch weitaus sehenswerteren Stadt, ist unmittelbarer Tabellennachbar.

Die Heimspielstätte befindet sich wenige Meter außerhalb Aues an der Stadtgrenze vom Nachbarort Lößnitz. Der 9.000-Einwohner-Ort ist durch die Bebauung um den Marktplatz herum sehenswerter als Aue. Die Sporthalle mit dem passenden Namen „Erzgebirgshalle“ ist in einer Plattenbausiedlung zu finden. Parkplätze gibt es fast keine, doch wir kamen schon zwei Stunden vor Anwurf da an, sodass wir noch einen der ca. 30 Plätze bekamen. Wo man parken muss, wenn man später kommt, kann ich leider nicht sagen, denn das würde ich bei dem wenigen Platz in der ganzen Siedlung auch gerne mal wissen... Auch aus einem anderen Grund war es wichtig, früh gekommen zu sein: vor allem nach der starken Schneeräumaktion – mit professioneller Unterstützung räumten die Spieler mehrerer Auer Handballmannschaften wie ebendieser 2.-Liga-Truppe und Fans das Dach der Erzgebirgshalle, was unter der Schneelast stöhnte: ohne eine Räumung hätte aus Sicherheitsgründen kein Spiel stattfinden dürfen – wurde verstärkt Werbung für den Besuch beim EHV Aue gemacht, sodass die Halle ausverkauft hätte vermelden können. Der Sprecher tat das allerdings nicht, sondern meldete die völlig hanebüchene Zahl von 1.500 Zuschauern – dass hat jeder Blinde gesehen, dass bis auf ganz vereinzelte Plätze alles belegt war; zudem standen einige dicht gedrängt auf den Stehplätzen und hockten noch welche auf den Überdachungen der Zugangstüren – was hoffentlich nur mit der Zahl der Dauerkarten oder etwaiger Freikarten, die hier nicht eingerechnet wurden, zu tun hat.
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Eine solche Karte für bessere Plätze wie die Vortribüne (Längsseite unten) ist mit 10€ halbwegs günstig. Was die Längsseite oben kostet, weiß ich nicht. Insgesamt hat die Längseite etwa 15 nicht besonders steil ansteigende Reihen auf den Standardbänken moderner Sporthallen. Hinter den Toren ist ein extrem engmaschiges und störendes Netz angebracht, wobei es hinter den Bankreihen auch Stehplätze gibt. Die zweite Längsseite der Halle ist ausbautenlos. Die Zwischenstücke zwischen Längs- und Hintertorseite sind ganz interessant verschachtelt, die Belüftung auffällig gestaltet. Auffällig ist auch das Fehlen von einem Hallenplan: an der Kasse hat man keinerlei Orientierung, sondern muss die Kassierer ausfragen - in der Halle findet man als Gast per Schild den Weg zur Vortribüne, muss aber dann fragen, wo man sich eigentlich hinsetzen soll, da die Karten unnötigerweise Platz gebunden sind, in welchem der drei Blöcke – mit Treppenunterteilung eigentlich sechs Blöcke – mit identischen Nummerierungen man sitzen soll. Im mittig rechten Bereich unten sitzen übrigens die Heimfans, links hinterm Tor ist der Gästebereich: und wir saßen genau dazwischen auf Wurfkreishöhe, sodass man den Stimmungsverlauf gut nachvollziehen konnte. Außerdem saß eine ältere Frau, die wohl zu den größten Fans des Vereins zählt, vor uns. Mit der kam man sofort ins Gespräch: sie ist eine der richtig sympathischen Leute in Aue, was man von vielen FCE-Anhängern und einigen anderen der EHV-Fans, besonders jenen, die ich in Altenburg erlebt habe: pöbeln da sinnlos bei einem Testspiel Amateurspieler an – nicht behaupten kann. Die Coburger waren mit gut 100 Leuten angereist – eine tolle Zahl für ein Handballpublikum – und machten bis weit in die zweite Hälfte hinein tolle Stimmung, die auch relativ sprechchorlastig war. Aues Trommler gaben den Rhythmus vor, das übliche monotone Geklatsche kam von allen Fans dazu und außer „Aue, Aue“-Sprechchören und einigen Zwischenrufen lief vokal nichts. Doch diese Anfeuerungen wurden zunehmend lauter, während Mitte der zweiten Hälfte die Gästefans ruhiger wurden.

Das hatte natürlich mit dem Spielverlauf zu tun. Bis zur 8. Minute war das Ergebnis ausgeglichen, doch einen ersten Spurt legte Aue von der 10. bis zur 13. hin. An der 7:3-Führung war auch der Torwart Meinl maßgebend beteiligt: der Auer hielt etliche Bälle die auf sein Tor kamen. Nach einer starken Coburger Phase pendelte sich nach dem nächsten Zwischenspurt der Auer ein Drei-Tore-Vorsprung ein.
Es sollte auch nach der Pause ein gutes Spiel mit hohem Tempo und weitestgehend sauberer Spielweise bleiben. Nach 35 Minuten war Aue zum ersten Mal mit fünf Toren in Führung, doch Coburg kam auch neun Minuten vor dem Ende noch einmal auf 3 Tore heran. Nach einer Auszeit des EHV kamen die Erzgebirgler allerdings innerhalb von zweieinhalb Minuten auf drei Tore und kassierten dabei nur eines, was die Entscheidung sein sollte. Vier Minuten vor Schluss – auch wieder nach tollen Paraden des Torwarts – lag Aue mit 5 Toren vorn. Am Ende waren es drei. 27:24 das gerechte Ergebnis.
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Statistik:
Ground Nr. 509 (ein neuer Ground; diese Saison: 59 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.199 (diese Saison: 86)
Tageskilometer: 330 (Auto)
Saisonkilometer: 15.550 (10.350 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231

Donnerstag, 30. Dezember 2010

W231II: Magdeburg schlägt Flensburg mit fünf Toren

SC Magdeburg 34:29 SG Flensburg-Handewitt
Mittwoch 29. Dezember 2010 – Anwurf 18.00
Liga: „Toyota“ Handball Bundesliga (1. Profi-Handballliga)
Ergebnis: 34:29 nach 60 Min. – Halbzeit: 13:12
Tore: Weber 11, Tönnesen 4, Grafenhorst 4, Natek 4, Wiegert 4, Jurecki 3, Rojewski 3, van Olphen 1 (SCM); Mogensen 10, Eggert 8, Knudsen 3, Szilagyi 2, Heinl 2, Mocsai 1, Svan Hansen 1, Carlén 1 (SGFH)
Gelbe Karten: Wiegert, Natek, Tönnesen (SCM); Carlén, Heinl, Knudsen (SGFH)
Zeitstrafen: Landsberg 2, van Olphen 2, Natek 2 (SCM: 6 Minuten); Mogensen 2, Heinl 2 (SGFH)
Platzverweise: keine
Sportanlage: Bördelandhalle (Kap. 7.559, davon 7.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 7.700 (davon zahlende: 7.072, Gästefans: ca. 50)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit überraschend gutem Ergebnis für den SCM!)

Photos and English version:
Burg, Loburg, Möckern: Three Small Towns in Magdeburg Vicinity
SC Magdeburg defeats SG Flensburg-Handewitt in Handball-Bundesliga

Wir fuhren nicht direkt nach Magdeburg nur zum Spiel, sondern schauten uns zuerst drei Landstädte östlich des sachsen-anhaltischen Hauptortes an. Zuerst Loburg, ein zu Möckern gehörender Ort mit 2.000 Einwohnern, der in seinem Kern seit über 1.000 Jahren besteht und eine Kirchenruine in der fürs nördliche Sachsen-Anhalt typischen Feldsteinbauweise, eine intakte Kirche aus dem 18. Jahrhundert (der Vorgängerbau stammt aus dem 9. Jh.) mit einer spektakulären Turmhaube, eine Burg von der nur der Bergfried noch erkennbar aus dem Mittelalter stammt, einen Torturm und ein Rathaus aus dem frühen 17. Jahrhundert vorweisen kann.
In besagtem Möckern ging die Besichtigung weiter: auch da gibt es noch geringe Reste der Stadtbefestigung zu sehen, zudem ein recht ansehnliches Rathaus und dahinter ein als Grundschule genutztes Schloss aus dem frühen 18. Jahrhundert. Möckern ist die drittgrößte Stadt Deutschlands – mit 14.000 Einwohnern aber nur nach der Fläche von 530qkm, die durch die Eingemeindung von über 60 Orten zustande gekommen ist. Der eigentliche Ort Möckern hat keine 3.000 Einwohner. Also ich bin ja auch dafür solchen Möchtegern-Barockfürsten von Bürgermeistern, die ihre 200-Einwohner-Kuhdörfer am liebsten unabhängig sehen würden (schönen Gruß nach einem Kaff südlich von Leuna), mit Eingemeindungen vorzugehen – aber so was wie Möckern geht nun auch zu weit: dieses Konglomerat von Dörfern, die alle paar Kilometer in der Felder- und Waldlandschaft auftauchen, nimmt ein Drittel der Kreisfläche Jerichower Land ein. Und der Kreis ist groß genug...
Burg ist mit seinen 24.000 Einwohnern noch die größte und städtischste Stadt der drei. Sie ist sogar die Hauptstadt des Landkreises Jerichower Land – gegen andere Kreishauptstädte wie Merseburg (Saalekreis) oder Naumburg (Burgenland) ist sie allerdings ein Kuhdorf. Nur eine hohe romanische Kirche, davor das historistische Rathaus, in der Nähe ein bisschen Stadtbefestigung und dazwischen ein paar Fachwerkhäuser, die zwischen Betonhütten und abrissreifer älterer Bebauung stehen, sind zu sehen.

Verglichen damit ist Magdeburg natürlich eine Metropole, doch von Winterdienst haben die in dieser Dorfmetropole wohl noch nichts gehört. Aber solange die dort gutes Handball spielen, ist das ja erträglich. Für den SCM stellt man sich auch nach dem Kampf mit nicht geräumten Straßen 20 Minuten in die Kälte, bis den Arschlöchern an der Kasse mal einfällt: ach ja, noch 70 Minuten bis zum Anwurf, geben wir mal die reservierten Karten heraus... Natürlich war nur eine einzige der vier vorgesehenen Kassen besetzt. Also so eine unprofessionelle Kartenausgabe und Einlassabfertigung wie in Magdeburg beim Handball habe ich in der Fußballbundesliga noch nirgendwo gesehen. Die Preise für die meisten Plätze haben aber das Niveau der Fußballbundesliga – nur die Stehplätze sind preislich recht günstig: 10€, ermäßigt (Studenten, Schüler und so) 6,50€. Diesmal konnten wir auch – trotz eine Woche vorher per Internet bestellt – nur Stehplätze bekommen. Irgendwo schräg über dem „Ostmob“ mussten wir uns in die Ecke stellen, sahen zwar alles ganz gut, aber hatten das Fangnetz im Blickfeld. Wir konnten allerdings auch feststellen, wie der „Ostmob“ – eine Gruppierung pubertierender Jugendlicher die sich als Ultras verstehen und auch einige Elemente der Bewegung ganz gut übernehmen, doch in der Halle völlig untergehen – heranwächst: mittlerweile sind das wohl so um die 20, die auch ein paar Ältere zum Mitziehen bewegen konnten. So sangen bis zu 30 Leute die teils recht einfallsreich umgetexteten Standardgesänge. Vor dem Anwurf gab es auch eine kleine Choreo mit grünen und roten Folienbändern – auch die Schnarchnasen hinter dem Mob machten da weitestgehend mit. Nur pöbelten einige Zuschauer die Jungs wegen ihrer Fahnenschwenkerei während des Spiels an. Da war dann sinnloses Theater im Block, weil der Ostmob nicht kapiert, dass man nicht 60 Minuten lang zur Selbstdarstellung mit Fahnen wedeln muss: der Handballsupport ist derartig arm an Gesängen, dass man sich viel mehr darauf konzentrieren muss und nicht anderen Zuschauern außerhalb der Spielpausen die Sicht nehmen sollte. Dass erwachsenen Zuschauer nicht vernünftig mit den jungen Leuten reden können, sondern gleich pöbeln und drohen – die größten Schreihälse dabei natürlich Rentner: überall dasselbe Gesindel – ist natürlich ein noch größeres Armutszeugnis; aber schon beim Kartenholen und Eintreten in die Halle haben sich einige derartig bescheuert verhalten, dass einem als Halb-Hallenser nur wieder mal eins dazu einfällt: „typisch Magdedorf“...
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Vor dem Spiel wurde noch der verdienstvolle SCM-Handballer und nun Geschäftsstellenleiter Steffen Stiebler in die Hall of Fame aufgenommen – dass heißt, dass sein Trikot in einer kurzen Zeremonie unter die Verstrebung des Hallendachs gezogen wurde.
Dann legte der SCM gleich mal einen Fehlwurf hin, der von Flensburg ausgenutzt wurde. Ein gutes Spiel entwickelte sich, dass natürlich nicht frei von Fehlern war. Allerdings waren die Fehler der SCM-Abwehr, die oft zu wenig zupackte, nicht gerade berauschend. Sie ließen die Flensburger aber nie davonziehen. Maximal zwei Tore Vorsprung für die Gäste. Vor der Pause schaffte der SCM sogar die Führung. Ein 13:12 war vor allem durch den wie immer hervorragend spielenden Robert Weber zustande gekommen, doch von einer One-Man-Show ist man zum Glück weit entfernt, da er kaum ein Drittel der Treffer erzielt, was von der Verteilung her völlig OK ist. Bedenklich wäre, wenn er die Hälfte oder mehr aller Tore erzielen würde.

Mit Leuten wie Natek, Grafenhorst oder Tönnesen kam auch in der zweiten Hälfte ein ordentliches Spiel mit einigen tollen Toren zustanden. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es noch nach einem ganz engen Spiel aus, doch nach 40 Minuten führte der SCM dann zum ersten Mal mit drei Toren. 10 Minuten vor Schluss kam richtig Stimmung in der Halle auf: der Vorsprung wurde sicherer. 4 Minuten vor dem Ende war der SCM zum ersten Mal mit 5 Toren weg, was zu Stimmungshöhepunkten wie leichten Sprechchören und ausdauerndem aber monotonem Geklatsche – dazu bei jeder guten SCM-Aktion Jubelstürme und bei jeder Entscheidung der mittelmäßigen Schiedsrichter zuungunsten des SCM laute Pfiffe und Buhrufe – führte. Am Ende stand ein 34:29 Sieg zu Buche, der von den Fans mit ein paar Minuten Applaus und „Oh wie ist das schön...“ quittiert wurde. Der SCM ist dadurch weiterhin auf Platz 7 und Flensburg auf Platz 6 der 18 Bundesligisten. Mehr kann man derzeit nicht verlangen, doch die heutige gute Darbietung lässt konstant gute Leistungen in nächster Zeit erhoffen.
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Statistik:
Ground Nr. 508 (kein neuer Ground; diese Saison: 57 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.198 (diese Saison: 85)
Tageskilometer: 200 (Auto)
Saisonkilometer: 15.220 (10.020 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231

Dienstag, 28. Dezember 2010

W231I: Von Zlin nach Spergau - Überlegener VfB IMO beim Mitternachtspokal 2010

11. Spergauer Mitternachtspokal
Montag 27. Dezember 2010 – Beginn 19.00
Teilnehmer aus Landesliga (7. Liga, 2. Amateurliga), Landesklasse (8. Liga, 3. Amateurliga), Kreisliga (10. Liga, 5. Amateurliga) und Kreisklasse (11. Liga, 6. Amateurliga)
Sieger: VfB IMO Merseburg (5 Spiele; 5 Siege, 0 Unentschieden, 0 Niederlagen/ 19:5 Tore)
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.250 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 900 (davon ca. 150 Leunaer)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Durchschnittswert der Spiele: 5,0 + 1,0 Verbesserung in Spielqualität bei Mannschaften im Vergleich zum Vorjahr + 1,0 Promispiel und Show – 0,5 mäßige Fanstimmung)

Turnier-Statistik:
Toreschnitt: 4,94 Tore pro Spiel (ohne Neunmeterschießen und Sponsorenspiel, Tore insgesamt also: 79)
Torreichstes Spiel: Union Hohenweiden 7:4 Bad Dürrenberg
Torärmstes Spiel: Merseburg 99 2:0 Eintracht Bad Dürrenberg
Anzahl Strafen: 10 Strafminuten, keine Platzverweise (4 Minuten SV Braunsbedra, 2 Minuten Merseburg 99, 2 Minuten IMO Merseburg, 2 Minuten Union Hohenweiden)
Bestes Spiel: Union Hohenweiden 7:4 Bad Dürrenberg (7,5/10 = rasant, interessant, torreich)
Schlechtestes Spiel: Merseburg 99 2:0 Eintracht Bad Dürrenberg (2,5/10 = müder Kick)

Tabelle Vorrundengruppe A:
1. SV Merseburg 99 - 8:2 - 9
2. HuSG Union Hohenweiden - 13:10 - 6
3. SV Wacker Wengelsdorf - 6:9 - 3
4. SV Eintracht Bad Dürrenberg - 5:11 - 0

Tabelle Vorrundengruppe B:
1. VfB IMO Merseburg - 11:3 - 9
2. SV Braunsbedra - 6:4 - 6
3. TSV Leuna 1919 - 8:9 - 3
4. SG Spergau - 4:13 - 0

Platzierungsspiele:
Halbfinale 1: SV Braunsbedra 2:1 Merseburg 99
Halbfinale 2: IMO Merseburg 4:0 Union Hohenweiden
Platz 7/8: SG Spergau 3:1N Bad Dürrenberg
Platz 5/6: Wacker Wengelsdorf 3:2N TSV Leuna
Platz 3/4: Merseburg 99 6:5 n.N. Union Hohenweiden
Finale: IMO Merseburg 4:2 SV Braunsbedra
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Photos and English version:
Castle Český Šternberk (Czech Republic)
INDOOR FOOTBALL MIDNIGHT TOURNAMENT: MITTERNACHTSPOKAL SPERGAU

Für ein tschechisches Hotel hatte das Ondráš richtig gutes Frühstück zu bieten. Doch was insgesamt gesehen fehlte, war das böhmische Mittagessen: zu Weihnachten bekommt man kein warmes Essen in CZ, da fast alle Restaurants zu haben. Trotzdem schafften wir es problemlos quer durch Tschechien zurück nach Deutschland. Damit wir an diesem Rückreisetag von der doch recht gelungenen Wochenendtour nach Mähren überhaupt Sightseeing hatten, fuhren wir 50km östlich vor Prag von der Autobahn ab: 3km von der Autobahn entfernt liegt die Burg Český Šternberk in spektakulärer Spornlage oberhalb der Sázava. Eine Außenbesichtigung von allen Seiten nimmt schon 30 Minuten in Anspruch. Dahinter liegt auch noch ein älterer Wehrbau (Otryby). Die Burg Český Šternberk ist eine dieser Anlagen, die nur mit Führung und zu nicht gerade geringen Preisen (tschechische Führung 4€, Führung in Deutsch und anderen Fremdsprachen 7€) zur Besichtigung offen steht. Im ganzen Ort kosten die Parkplätze 2€ - aber heute war niemand kassieren, der Ort auch ziemlich ausgestorben und gerade deshalb so schön idyllisch.

Wir kamen zu einer vernünftigen Zeit zu Hause an und fuhren nach zwei Stunden Pause weiter nach Spergau. Dort fand – wie an jedem 27. Dezember – das berühmte Mitternachtsturnier im Hallenfußball statt. Die renommierten Teams des Landkreises Saalekreis waren bis auf Blau-Weiß Farnstädt und SSV Landsberg, die aber wohl noch nie dabei waren, alle vertreten. TSV Leuna (15. und damit Vorletzter in der Landesklasse), Merseburg 99 (Letzter in der Landesliga), IMO Merseburg (7. in der Landesliga, aber noch mit echten Aufstiegschancen) und SV Braunsbedra (Tabellenführer der Landesliga, doch mit fünf direkten Verfolgern und drei im weiteren Sinne Verfolgern auf den Fersen). Dazu kommen wie immer Wacker Wengelsdorf aus dem Burgenland (Tabellenzweiter der Kreisliga Burgenland 2), Eintracht Bad Dürrenberg (6. von 13 der 1. Kreisklasse Saalekreis 1) und der Gastgeber SG Spergau (Tabellenführer in der Kreisliga Saalekreis 1, aber mit einem mächtigen Verfolger im Rücken). Diesmal war auch die HuSG Union Hohenweiden (in der Kreisliga 2 nur Vorletzter) mit von der Partie.

Bevor die eigentlichen Turnierspiele begannen, trat die Sponsoren-Mannschaft wieder einmal an. Gegner war in diesem Jahr die erst seit 8 Monaten bestehende Frauenfußballmannschaft des TSV Leuna. Die Spielerinnen als Anfängerinnen zu bezeichnen, ist in jedem Falle gerechtfertigt. Noch spielen sie auch nicht im Spielbetrieb, doch gegen die fast durchweg 30 Jahre älteren Sponsoren, die aber aktive oder ehemals aktive Sportler sind, zeigte die von Nino trainierte Mannschaft einige gute Szenen. Am besten dabei der Anschlusstreffer zum 3:1, der durch das Ausnutzen des Torwartwechsels – der Sponsoren-Torhüter zog sich gerade erst auf der Linie stehend das Trikot an – und zwei weitere Tore, denen sieben Treffer der Sponsoren gegenüberstanden. Im Übrigen war auch das Zweikampfverhalten oft gar nicht schlecht und die Leistung der Torhüterin beachtlich. Das wahre Highlight dieses Gaudi-Kicks war jedoch Melli, der erst für die Sponsoren im Tor stand und dann mit einer typische Kittelschürze der Reinigungskräfte im Osten (von der DDR bis Russland) und Kopftuch bekleidet, eine Handtasche in der Hand, für die Frauenmannschaft spielte. Dass man ein solches Spiel nicht ernst nehmen muss, zeigte er mit dieser einfallsreichen Einlage sehr treffend.
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Wie gewohnt nun jedes Spiel (1x15 Minuten) einzeln kommentiert:

Union Hohenweiden 5:3 Wacker Wengelsdorf
Spiel 1, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 7,5/10
Zur Eröffnung des Turniers gleich ein unerwartet gutes Spiel: Hohenweiden siegte verdient nach einem starken, druckvollen Auftritt.
Torfolge: 1-0 (2), 2-0 (5), 2-1 (7), 3-1 (9), 3-2 (11), 4-2 (13), 4-3 (13), 5-3 (14)

TSV Leuna 1:3 SV Braunsbedra
Spiel 2, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 3,0/10
15 Sekunden rum und schon liegt der Ball – unglücklich abgefälscht – auch schon im Leunaer Tor. In der Folgezeit spielte eigentlich nur der TSV, doch die Chancen, die sie vergaben, waren schon nicht mehr feierlich. Die spanische Spielweise des SVB mag zwar zum Kotzen sein, doch man muss sich bei der Chancenausbeute nicht wundern, wenn man ausgekontert wird. Wundern musste man sich schon eher über die nicht vorhandene Stimmung von den Rängen.
Torfolge: 0-1 M. Schulze, Eigentor (1), 0-2 (6), 0-3 (14), 1-3 M. Schulze (15)

Merseburg 99 2:0 Bad Dürrenberg
Spiel 3, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 2,5/10
Eintracht Bad Dürrenberg zeigte leider nicht eine gute Aktion im Spiel – Merseburg 99 spielte langweilig, aber mit Druck aufs Tor und gewann völlig verdient.
Torfolge: 1-0 (2), 2-0 (9)

IMO Merseburg 5:1 SG Spergau
Spiel 4, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 5,0/10
Die erste Hälfte des Spiels war eine Demontage der Spergauer. Die Gastgeber kamen dann nach 9 Minuten besser ins Spiel, doch IMO zeigte mit starken, schnellen Spielzügen und tollen Toren ihr Können.
Torfolge: 1-0 (1), 2-0 (3), 3-0 (3), 4-0 (5), 4-1 (11), 5-1 (13)

Union Hohenweiden 1:3 Merseburg 99
Spiel 5, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 5,0/10
Hohenweiden hielt gut gegen, doch am Ende war der SV 99 geschickter.
Torfolge: 0-1 (8), 1-1 (10), 1-2 (12), 1-3 (14)

TSV Leuna 2:3 IMO Merseburg
Spiel 6, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 7,5/10
Ein schnelles, gutes und packendes Spiel zweier ausgeglichen starker Mannschaften. Leuna kam besser ins Spiel, hatte auch bis in die Schlussphase mehr Angriffe aufs Tor zu verzeichnen, doch trotz des mittlerweile ganz guten Supports – es war das stimmungsvollste Spiel im gesamten Turnier – brachte es der TSV fertig, eine 2:1-Führung innerhalb von 45 Sekunden zu verspielen. Ein Doppelschlag für die IMO in der Schlussminute, der die bis dahin gute Leistung der Leunaer zunichte machte. Somit war die Gruppe B leider auch schon entschieden.
Torfolge: 1-0 Degner (6), 1-1 (8), 2-1 Lorber (11), 2-2 (15), 2-3 (15)

Wacker Wengelsdorf 2:1 Bad Dürrenberg
Spiel 7, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 4,5/10
In einem ausgeglichenen und ordentlich geführten Spiel gewann Wengelsdorf durch einen toll mit dem Kopf aus Nahdistanz ins Tor gelenkten Weitschuss in der Schlussminute.
Torfolge: 1-0 (1), 1-1 (9), 2-1 (15)

SV Braunsbedra 3:0 SG Spergau
Spiel 8, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 4,0/10
Auch hier war der Gastgeber überfordert und bekam lässig in regelmäßigen Abständen Tore eingeschoben
Torfolge: 1-0 (1), 2-0 (8), 3-0 (15)

Union Hohenweiden 7:4 Bad Dürrenberg
Spiel 9, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 7,5/10
Ein klasse Spiel der Hohenweidener, die nur etwas viele Gegentore zuließen. Auch zwischen den Toren gab es schöne Spielszenen zu sehen; es war nicht so, dass nur die Tore interessant gewesen wären, weswegen man dieses Spiel auch als das beste im Turnier auszeichnen muss!
Torfolge: 1-0 (1), 2-0 (2), 2-1 (2), 3-1 (3), 3-2 (4), 4-2 (5), 4-3 (6), 5-3 (12), 6-3 (12), 7-3 (14), 7-4 (15)

TSV Leuna 5:3 SG Spergau
Spiel 10, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 6,5/10
Mit diesem Sieg gab es wenigstens einen etwas versöhnlichen Gruppenabschluss: Spiel um Platz 5 und nicht nur um Rang 7. Leuna war Spergau auch klar überlegen, nur nach dem in der Höhe als Minimum angemessenen 5:1 ließ Leunas Konzentration wieder nach und der Sieg fiel dann doch nicht so hoch aus.
Torfolge: 1-0 Hammerschmidt (3), 2-0 Claus ? (6), 2-1 (8), 3-1 Pires (9), 4-1 Schimpf ? (11), 5-1 Pires (12), 5-2 (13), 5-3 (15)

Wacker Wengelsdorf 1:3 Merseburg 99
Spiel 11, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 5,5/10
Auch hier siegte der SV 99 nicht überragend oder richtig überzeugend, aber immerhin nicht unverdient. Die spielerisch bessere Mannschaft kam dann doch aus Merseburg.
Torfolge: 0-1 (3), 1-1 (4), 1-2 (6), 1-3 (11)

SV Braunsbedra 0:3 IMO Merseburg
Spiel 12, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 3,0/10
Überraschend, wie klar die Merseburger Industriemonteure die SVB-Spieler abfertigten. In der Höhe auch völlig O.K.
Torfolge: 0-1 (2), 0-2 (12), 0-3 (15)
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Merseburg 99 1:2 SV Braunsbedra
Spiel 13, Halbfinale 1, Bewertung: 2,5/10
Die übliche Langeweile in SVB-Spielen.
Torfolge: 0-1 (2), 1-1 (5), 1-2 (7)

SG Spergau 3:1 n.N. Bad Dürrenberg
9-m-Schießen um Platz 7, Bewertung: keine
Nach drei Schützen der SG war Schluss, weil der erste Schütze der Eintracht verschoss.
Torfolge: 1-0 SG, verschossen, 2-0, 2-1, 3-1, x

IMO Merseburg 4:0 Union Hohenweiden
Spiel 14, Halbfinale 2, Bewertung: 3,5/10
Bei Hohenweiden war in diesem Spiel etwas die Luft draußen, sodass es eine leichte Angelegenheit für die IMO wurde.
Torfolge: 1-0 (2), 2-0 (3), 3-0 (7), 4-0 (14)

Wacker Wengelsdorf 3:2 n.N. TSV Leuna
9-m-Schießen um Platz 5, Bewertung: keine
Ein Festival mittig auf den Torwart geschossener und knapp neben den Kasten gesetzter Schüsse. Was Pires, M. Schulze und Hammerschmidt da ablieferten, war nicht besonders. Auch die drei Wengelsdorfer schossen ähnlich schwach.
Torfolge: TSV verschossen, verschossen, verschossen, 1:0, 1:1, verschossen, 1:2, 2:2, verschossen, verschossen, verschossen, 3:2

Nach diesem Neunmeterschießen gab es die berühmte Stripshow. Berühmt ist auch die Prüderie der Amis, sodass Fotos auf dem Fotoanbieter „flickr“ entsprechenden Richtlinien (siehe Community-Richtlinien zu als „sicher“ eingestuften Inhalten etc.) unterliegen. So habe ich nur Bilder vom Beginn der Show – der Stripperin wurde dabei beinahe die Show durch den Hohenweidener 11er gestohlen, den sie zur Darbietung gebeten hatte und der dann richtig abging – hochgeladen.

Merseburg 99 2:2/ 4:3 n.N. Union Hohenweiden
Spiel 15, Spiel um Platz 3, Bewertung: 5,0/10
Hohenweiden wurde durch eine Fehlentscheidung des Schiris um den Sieg gebracht: erst eine unrechtmäßige Ecke brachte dem SV 99 den 2:2 Ausgleich. Im Neunmeterschießen waren sie halt die Glücklicheren.
Torfolge: 1-0 (1), 1-1 (9), 1-2 (10), 2-2 (12) / 0:1 Union, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, verschossen, verschossen, verschossen, 4:3

SV Braunsbedra 2:4 IMO Merseburg
Spiel 16, Finale, Bewertung: 5,5/10
In einem ganz ordentlichen Finale plättete die IMO die spielerisch deutlich schwächeren Braunsbedraer. Nach 12 Minuten hieß es 0:4. Am Ende hakte es nur bei der Konzentration, sodass SVB noch zwei Buden machen konnte. Aber alles in allem der verdiente Sieger IMO. Das erste Mal, dass ich sie bei so einem Turnier gut spielen sehen!
Torfolge: 0-1 (2), 0-2 (4), 0-3 (9), 0-4 (12), 1-4 (14), 2-4 (15)
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Fazit: Die Spielqualität war besser als im letzten Jahr – der VfB IMO zeigte hier endlich mal, dass sie gut Fußball spielen können, was sie in den Hallenturnieren, bei denen ich sie bisher gesehen habe, noch nie getan haben – doch die Stimmung auf den Rängen schwächer; auffällig auch hier wieder, dass außer einigen Sprechhören der eingefleischten Leunaer Fans, Vereinsmitglieder usw. und dem etwas weniger zahlreichen Anhang von Wengelsdorf und Hohenweiden niemand mit Anfeuerungen zu hören war. Alle acht Mannschaften hatten aber eine zwei- bis dreistellige Zahl Fans in der Halle. Von denen fielen wieder nur bestimmte Jugendliche, die sich sonst nie beim TSV blicken lassen, auf, die stets beim Mitternachtscup – aber auch nur da! – dämlich rumpöbeln. Pöbeln gehört zwar unbedingt zu einem emotional aufgeladenen Sport dazu – aber nicht im Suff andauernd hämische Kommentare zu Houndjo von der IMO machen oder während der Siegerehrung von SVB, 99 und IMO „SV 99 - Schwanzlutscher“ und so was dazwischen rufen. Wie auch immer: die Platzierung des TSV Leuna war wieder so unglücklich wie im letzten Jahr: wie auch auf dem Feld in der regulären Saison 1. gute läuferische und kämpferische Leistungen, 2. schlechte Chancenverwertung, 3. unterhaltsame Spiele und doch 4. unglückliche Niederlagen - und zwar wegen 2.) Trotzdem war auch dieses Turnier wieder Werbung für den Hallenfußball, der zwar keinen Ersatz für richtigen Fußball auf dem Feld darstellen, aber schon mal eine Abwechslung sein kann.
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Statistik:
Ground Nr. 508 (kein neuer Ground; diese Saison: 57 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.197 (diese Saison: 84)
Tageskilometer: 640 (Auto)
Saisonkilometer: 15.020 (9.820 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231