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Donnerstag, 17. Juli 2014

W415IV-V: C-Junioren und Männer-Testspiele, von Kalbe bis Schackstedt

Schackstedter Sportverein ............................................. 7
Sportverein Bräunrode .................................................. 1
- Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 3 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Kreisoberliga Mansfeld-Südharz (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-1 nach 89 Min. (46/43) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 7. (Nr. 17), 1-1 29. (9 durch „Foul”elfmeter), 2-1 44. (12), 3-1 45.+1 (16), 4-1 51. (14), 5-1 71. (9), 6-1 74. (15), 7-1 88. (4)
- Verwarnungen: Nr. 16 (Schackstedt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz am Fuchsloch Schackstedt (Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Testspiel, das in der 2. Halbzeit leider etwas zu einseitig wurde)

Börde Cup beim Magdeburger SV Börde
- Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: C-Junioren-Turnier beim Magdeburger SV Börde mit Mannschaften der Regionalliga Nord (1. Liga: Hannover 96), Sachsen-Anhalt Liga (2. Liga; Hallescher FC, 1. FC Magdeburg) und Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel 1 (3. Liga, MSV Börde)
- Platzierung: unklar
- Ergebnisse: MSV Börde 0:2 Hannover 96, 1. FC Magdeburg 1:0 Hallescher FC, Rest unklar
- Strafen: keine?
- Spielort: Guts-Muths-Stadion (Kap. 1.700, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon je ca. 15-30 Fans der drei Gastmannschaften)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Die ersten beiden Spiele machten einen guten Eindruck, wobei das Spiel zwischen MSV Börde und Hannover 96 besser war als das „Derby“)

VfL Kalbe/ Milde 1926 .................................................... 1
Altmärkischer SV Blau-Weiß 2001 Stendal .................. 2
- Datum: Samstag, 12. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Altmark-West (9. Spielklasse, 4. Amateurliga – Absteiger aus der Landesklasse) gegen Kreisliga Altmark-Ost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. (11), 0-2 71. (11), 1-2 83. (Nr. 13)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz II Kalbe, Sportanlage an der Badeanstalt (Kap. 750, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel mit überraschendem Sieger)

VfB Germania Halberstadt C ....................................... 2
Braunschweiger Sport-Club Acosta C ......................... 3
- Datum: Samstag, 12. Juli 2014 – Anstoß: 10.30
- Wettbewerb: Testspiel C-Junioren Verbandsliga Sachsen-Anhalt (2. Spielklasse der U15) gegen C-Junioren Landesliga Niedersachsen, Bezirk Braunschweig (2. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 2-3 nach 63 Min. (21/ 21/ 21) – 1. Drittel: 0-2, 2. Drittel: 2-0, 3. Drittel: 0-1
- Tore: 0-1 5. (?), 0-2 20. (9), 1-2 30. (Nr. ?), 2-2 40. (Nr. ?), 2-3 52. (9)
- Verwarnungen: Nr. 15 (Halberstadt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportforum Hamersleben (Hamersleben; Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Testspiel – aber warum die immer nur in das eine der beiden Tore getroffen haben…)  
Photos with English Commentary:
a) Under-15: Germania Halberstadt lost to Acosta Braunschweig at Hamersleben
b) Pre-Season: VfL Kalbe lost to ASV Blau-Weiß Stendal (Sportanlage an der Badeanstalt)

c) Under-15 Tournament: Magdeburger SV Börde, 1. FC Magdeburg, Hallescher FC, Hannover 96
d) Pre-Season: SV Schackstedt defeat SV Bräunrode

e) Börde Region: Hamersleben Monastery, Peseckendorf Palace, Ampfurth Palace
f) Altmark: Kalbe/ Milde Castle, Gardelegen Old Town, Letzlingen Palace
g) A Village in Staßfurt Municipality: Warmsdorf and its Memorial, Hotel-Church and Estate

h) Mansfeld Region: Piesdorf Palace, and the villages of Ihlewitz and Freist

Für ein paar mehr oder weniger interessante Testspiele und mehr oder weniger interessante Grounds verbrachte ich das zweite Juliwochenende in Staßfurt. Die ständigen Absagen waren wirklich unter aller Sau – aber immerhin kamen die Spielabsagen und -verlegungen rechtzeitig. Jedenfalls war die Planung nicht Hamersleben + Kalbe und Magdeburg + Schackstedt, sondern Klinze und Plötzkau und dieses und jenes – aber egal: es gab einige Tore, einen aufgrund seiner vor den Sozialtrakt gebauten Tribüne sehr ungewöhnlichen Ground, ein gut besetztes Junioren-Turnier und ein flottes Spiel auf einem interessanten Dorfplatz…  
Nachdem ich mich Samstagfrüh mit Anja traf, fuhren wir über Peseckendorf – dort gibt es ein komisches neobarockes (oder was sollte das darstellen?) Schloss – und Ampfurth – da kann man ein Burgschloss mit Renaissancekern und verfallenem Gehöft besichtigen – nach Hamersleben. Dieses Dorf ist für ein Kloster bekannt, das zwar eine spektakuläre Stiftskirche aufweisen kann, aber ansonsten sehr verfallen ist.

Aufgrund der beschissenen Ausschilderung in der Börde, erreichten wir den Ground – das sogenannte Sportforum, das eigentlich nur ein Acker mit einigen Bäumen, Sportlerheim und ein paar Bänken drumherum ist – erst zur 5. Spielminute, als der Gast gerade in Führung ging. Wir schlichen uns hinten herein, da ich auch 1€ nicht zu zahlen einsehe, wenn da die C-Jugend von Germania Halberstadt und die C-Jugend von Acosta Braunschweig auf einem neutralen Platz ein Testspiel (ja: es ist ein Testspiel und trotzdem sollte 1€ entrichtet werden!) austragen…

Das Spiel wurde ungewöhnlicherweise in drei Drittel geteilt und war ganz gut, aber verlief etwas seltsam. Die Mannschaft aus der Niedersachsenliga war erst klar überlegen, hatte mehrere Latten- bzw. Pfostentreffer und ging mit 0:2 in Führung. Nach dem ersten Seitenwechsel riss Halberstadt das Match an sich und glich mit zwei geschickten Toren – u.a. ein Heber aus über 20m – aus. Als BSC Acosta wieder das Tor vor dem Festzelt angriff, netzten sie noch ein weiteres Mal ein und schlugen den Sachsen-Anhalt-Ligisten somit 2:3. Warum kaum eine Aktion vor dem Tor vorm Sportlerheim stattfand und sich immer alles – unabhängig von der Mannschaft – vor dem Kasten vorm Festzelt abspielte, war mir schleierhaft. Also hätten die noch mal 20 Minuten drangehängt und auch Halberstadt noch ein zweites Mal auf dieses tolle Tor spielenlassen, wäre das Spiel bestimmt 3:3 ausgegangen…  
Wir hatten zwei Spielpaarungen im Kopf, da ich die Ansetzung „VfL Kalbe geg. BW Stendal, 14h auf Platz II“ für falsch hielt. Nach Gardelegen zurückzufahren und dort 15 Uhr das Testspiel des SSV zu gucken, blieb uns aber erspart. Nicht, dass sich das Stadion an den Rieselwiesen nicht lohnen würde oder das Spiel in Gardelegen weniger gut gewesen wäre (wahrscheinlich war es qualitativ sogar klar besser) aber nachdem ich bei meinem ersten Besuch in Kalbe nur den Platz I mit dem Tribünenneubau besuchen konnte, wollte ich doch lieber ein Spiel auf Platz II, dessen Kabinentrakt jetzt wieder repariert ist, sehen. Das Schöne an Platz II ist die Tribüne vor dem Sozialtrakt: zwei Reihen Holzbänke auf Steinsockeln und niedrigen Steinstufen, überdacht mit leicht löchrigem, pissgelbem Wellblech. Auch ein Sprecherturm ist vorhanden, doch bei einem Spiel vor so wenigen Zuschauern wird der genauso wenig wie ein Kassenwart gebraucht.

Dafür, dass viele der Kalbenser Zuschauer wieder die üblichen, unangenehmen, unfreundlichen bis aggressiven Altmark-Arschgeigen waren – was da im Altmarkkreis Salzwedel rumläuft ist echt schlimm: ich dachte, meine dumme Mitschülerin aus dieser Ecke sei eine negative Ausnahme, aber die ist ja richtig sympathisch im Vergleich zu den Leuten, die ich bei meinem ersten Spielbesuch in SAW (also in Klötze) getroffen habe… – ging es sehr gesittet zu. Das lag nicht nur am sympathischeren Gästeanhang, sondern auch daran, dass beide Teams weitestgehend auf Fouls verzichteten, sodass es außer einer Schubserei in Hälfte zwei keine Unsportlichkeiten gab.

Die Gäste aus Stendal, die erfreulicherweise mit einer für Sachen-Anhalt sehr hohen Zahl an Ausländern (Vietnamesen und Araber) spielten, waren anfangs klar besser und gingen durch ihren kleinsten Akteur auf dem Platz in Führung. Der beherrschte die Ballführung wirklich toll und schob nach einer reichlichen Viertelstunde an Abwehr und Torwart vorbei zum 0:1 ein. In der Halbzeit wechselte Kalbe fast die ganze Mannschaft aus, kam dann auch zu etlichen Torchancen, aber konnte trotzdem nicht den Ausgleich erreichen. Schließlich war es sogar wieder der kleine 11er, der zum 0:2 nachlegte. Erst in der Schlussphase gelang es Kalbe einen Ball mit Heber über den Stendaler Schlussmann zum Ehrentreffer im Gehäuse unterzubringen. Der Sieg für den Gast war v.a. in Anbetracht der ersten Hälfte verdient.

Wir fuhren über Gardelegen, Magdeburg, Egeln und Schneidlingen nach Staßfurt zurück.  
Am Sonntag ging es wieder nach Norden: von Staßfurt aus nach Magdeburg. Diesmal machten wir den Ground in der Harsdorfer Straße, das Guts-Muths-Stadion: und zwar bei freiem Eintritt. Die Eintrittspreise haben die Arschlöcher vom MSV Börde auf ihrer Kackwebsite immer noch nicht korrigiert – letztes Jahr waren wir nämlich mal umgedreht, da völlig maßlos überzogene 3,50€ für einen Kick auf dem Nebenplatz verlangt wurden und sind gleich zu einem anderen Verein weitergefahren. Diesmal wurde auf dem Hauptplatz gespielt und das sogar mit recht hoch einzuschätzenden Jugendmannschaften!

Das Guts-Muths-Stadion hat neben einem Gedenkstein für den Namensgeber und diesem gesichtslosen Kunstrasenplatz II auch einen weitläufigen Rasenplatz mit leichten Graswällen und drei Blöcken doppelreihiger Bänke zu bieten. Dort standen sich zuerst die C-Junioren des Gastgebers und jene von Hannover 96 gegenüber. Von Alter und Spielanlage her sicherlich eine D I oder C II Jugend und nicht die Regionalligisten, aber gut haben sie trotzdem gespielt und den aufopferungsvoll verteidigenden Gastgebern zwei Tore eingeschenkt.

Das zweite Spiel des Turniers war auch ganz gut, doch bei allem Tempo und Einsatz: FC Magdeburg (C II?) und Hallescher FC (C II?) blockierten sich wie die Männermannschaften das immer tun. Die Magdeburger waren auch die klar bessere Mannschaft: während der HFC nur zu einer Torchance in den ganzen 30 Minuten kam, war der FCM viel aktiver vorm Kasten und netzte auch einmal ein. Allerdings war die Regelauslegung durch das Magdeburger Schiedsrichtergespann sehr einseitig zugunsten der Magdeburger. Also der übliche Landesverbands-Klüngel mal wieder…

Wir verließen den Platz schon nach diesem zweiten Spiel – so hatten wir aber immerhin alle vier beteiligten Mannschaften gesehen – und fuhren über Staßfurt nach Schackstedt, einem ganz ansehnlichen, 440 Einwohner zählenden Ortsteil der Stadt Aschersleben. Der Sportplatz war zwar gut besucht, aber so ausgestorben wie sonst das Dorf war, würde ich ja gerne mal wissen, wie viele der Landesklasse-Spieler da wirklich aus Schackstedt kommen und wie viele da mit Prämien aus Aschersleben und Umgebung weggelockt werden…  
Bei so einem asozialen Eintrittspreis von 3€ für einen Testkick gegen einen Kreisoberligisten aus dem Südharz scheinen Prämiengelder ja reichlich fließen zu müssen… Aber dass die in Schackstedt eine Schacke haben, wundert mich nicht. Wobei man sagen muss, dass „Schacke“ in den Ortsnamen wie Schackstedt, Schackenthal und Schackendorf mit Ackerfurchen zu tun hat – und nicht damit, dass die Bewohner eine Schacke (Synonym: Macke, Meise, Ei am wandern, Arsch offen) haben...

Immerhin hat man 10 bequeme Holzbänke direkt am Spielfeldrand und ist bei der Enge des Sportplatzes immer direkt an der Reling dran. Der Sportplatz am Fuchsloch liegt auch idyllisch zwischen einem Teich, Bäumen und an einen Berganhang gebauten Häusern.

Einen Klassenunterschied zwischen Schackstedt und Bräunrode sah man bis zur 40. Minute nicht. Im Gegenteil: Schackstedt spielte zwar ansprechend in diesem intensiven und schnellen Spiel, aber Bräunrode ging mit einem genialen Freistoßtor – aus über 20m in den Winkel – in Führung und hielte diese auch bis zu einem völlig unberechtigten Foulelfmeter nach 29 Minuten durch offensivere und bessere Spielweise. Nach dem extrem glücklichen Ausgleich kam Bräunrode aber kaum noch zurecht und Schackstedt riss langsam das Spiel an sich. Vor der Pause gelang die Vorentscheidung mit einem Doppelschlag. Nach dem Seitenwechsel hieß es schnell 4:1 und in einem dann nicht mehr so guten, da sehr einseitigem Spiel, siegte Schackstedt noch mit 7:1.  
Ich brachte Anja noch nach Staßfurt zurück und fuhr dann statt der gewohnten Route über Güsten, Alsleben, Friedeburg, Salzmünde, eine weiter östlich angesetzte Route nach Merseburg zurück. Die beiden Schackstedter Sportplätze – der Großfeldplatz am Fuchsloch und der Kleinfeldplatz am Hoppberg (heißt nach dem Hopfenanbau und nicht nach dem Macher von Hoffenheim) – liegen jeweils an Feldwegen in Nachbarorte, die bei Niederschlag nur mit einem Allradfahrzeug sicher passierbar sind: vom Fuchsloch geht es nach Roda, vom Hoppberg nach Belleben. Ich bin auch ohne Allrad durchgekommen nach Belleben, war aber kritisch bei den Graspassagen und den bis zu 20cm tiefen Pfützen…

Belleben ist ein sehr verfallenes Dorf mit ungeordnet wirkender Bebauung und sehr schlechten Straßen. Im benachbarten Piesdorf, einem Ortsteil von Könnern, sieht es, bis auf die Straßen, besser aus: das große Schloß aus dem 19. Jh. mit der neogotischen Kirche ist saniert. Leider in Privatbesitz und deshalb nicht zugänglich, aber immerhin in sehr gutem Zustand!

Im benachbarten Mansfeld fuhr ich durch das recht heruntergekommene Ihlewitz, wo ich noch einen alten Sportplatz (ehemals BSG bzw. SV Traktor Ihlewitz) entdeckte und dann durch Freist, wo es außer einem alten Sportplatz auch eine alte Kirche mit vielen historischen Grabsteinen gibt.

Zum Finale der Fußball-WM war ich rechtzeitig in Merseburg. Die Böller von Silvester sind jetzt jedenfalls aufgebraucht – man macht sich sehr beliebt, wenn man sie direkt unter dem Schlafzimmerfenster von fußballuninteressierten Schnarchnasen zündet… – und vor allem muss ich nach diesem tollen und völlig verdienten Titelgewinn unserer deutschen Nationalmannschaft nicht nur noch einmal darauf hinweisen, dass ich lieber meine andere Mannschaft, also Algerien (was halt aufgrund der Losung nicht ging), als diese Pferdearschgesichter aus Argentinien als Finalgegner gesehen hätte, und dass man mit Löw eben doch Titel holen kann!
  
Statistik:
- Grounds: 1.145 (Samstag 2 neue, Sonntag 2 neue; diese Saison: 174 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.099 (Samstag 2, Sonntag 2; diese Saison: 243)
- Tageskilometer: 600 (Samstag 380km Auto, Sonntag 220km Auto)
- Saisonkilometer: 65.800 (63.300 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 415

Montag, 10. Juni 2013

W358I-IV: Zum ersten Mal Fußball in Altmark-West, eines der schlechtesten Spiele seit Jahren, 1:1 für Leunas Alte Herren und Donnerstag bei Ostrau – wie man aus einer Chaoswoche noch das Beste herausholt!

Verein für Bewegungsspiele 1907 Klötze ------------------ 4
FC Jübar/ Bornsen von 1950 --------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisliga Altmark West/ Salzwedel (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 22. Philip Peters, 1-1 31. Jan Spycher, 2-1 37. Steven Elksne, 3-1 41. Max Fuhrmann, 4-1 55. Benjamin Riecke
- Vergebener Elfmeter: 35. Min., Michael Ritzke (Jübar) wehrt Foulelfmeter von Michael Wisswedel (Klötze) ab - Verwarnungen: 2x Dirk Grobauer, 1x Morris Rymarczyk (Jübar)
- Platzverweise: 73. Min., Dirk Grobauer (Jübar, wiederholtes Foulspiel)
- Spielort: Geschwister-Scholl-Stadion (Kap. 2.000, davon 1.200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon angeblich nur 47 zahlende; Gästefans: ca. 20)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Match: Klötze spielte konstant engagiert und gut, Jübar ließ mit der Zeit nach)

VfL Kalbe (Milde) 1926 C ------------------------------------ 7
SV Eintracht Salzwedel 1909 C II --------------------------- 3
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 11.15
- Wettbewerb: C-Junioren Kreisliga Altmark West/ Salzwedel (4. und unterste Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 7-3 nach 72 Min. (35/37) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 14. (7), 2-0 18. (7), 3-0 25. Eigentor, 4-0 28. (7), 5-0 38. (7), 5-1 43. (5), 6-1 51. (7), 6-2 55. (13), 7-2 55. (7), 7-3 68. (4)
- Verwarnungen: Nr. 10 (Kalbe)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz I Kalbe, An der Turnhalle - Schulstraße (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nicht nur torreiches, sondern durch Kalbe auch wirklich gutes Jugendspiel)

Verein für Bewegungsspiele Artern 1919 ----------------- 1
SpG VfB Oldisleben/ SV Viktoria Heldrungen ---------- 0
- Datum: Samstag, 8. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Nordthüringen (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 90. Matthias Nelde
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion im Salinepark Artern (Kap. 3.060, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon 110 zahlende; Gästefans: ca. 25)
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Das war das schlechteste Männer-Fußballspiel das ich in 14 Jahren je gesehen habe – bis der am wenigstens schlechte Spieler auf dem Feld in der Schlussminute per Hacke einnetzte...)

SV Wacker Rottleberode D ---------------------------------- 6
Jugendspielgemeinschaft FSV Grün-Weiß Gerbstedt/ Volkssport-Gemeinschaft Helmsdorf D II ----------------- 6
- Datum: Samstag, 8. Juni 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: Kreisliga D-Junioren, Mansfeld-Südharz/ Staffel 1 (2. und unterste Spielklasse der U13)
- Ergebnis: 6-6 nach 62 Min. (30/32) – Halbzeit: 4-4
- Tore: 0-1 2. (9), 1-1 4. (9), 2-1 8. (6), 2-2 9. (3), 2-3 13. (2), 2-4 15. (2), 3-4 18. (11), 4-4 20. (9); 5-4 36. (4), 6-4 45. (9, Foulstrafstoß), 6-5 52. (11), 6-6 54. (9)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportzentrum Rottleberode, Platz 2/ Kleinfeld (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes Juniorenspiel mit einer selbst für diese Klasse ungewöhnlich hohen Torquote)

SV Merseburg 99 AH ---------------------------------------- 1
TSV Leuna 1919 AH ----------------------------------------- 1
- Datum: Freitag, 7. Juni 2013 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 1-1 nach 69 Min. (35/34) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 54. Mario Melchior, 1-1 61. Nr. 44
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadtstadion Merseburg (Kap. 10.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 25 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Mittelmäßiges Spiel, das Leuna von den Spielanteilen und Chancen her hätte gewinnen müssen)

Landsportgemeinschaft 1967 Ostrau --------------------- 4
Sportgemeinschaft Reußen --------------------------------- 0
- Datum: Donnerstag, 6. Juni 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 4 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 3. Steve Backhaus, 2-0 33. Michael Schaaf, 3-0 44. Jens Obenauf, 4-0 90. Steve Backhaus
- Verwarnungen: Florian Markgraf, Steve Backhaus (Ostrau); Rene Quilitzsch, Enrico Brandt, Thomas Dietzsch, Tobias Burwig (Reußen)
- Platzverweise: Reußens Stephan Pillekeit (60. Min., Nachtreten)
- Spielort: Sportplatz Ostrau (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon angeblich nur 35 zahlende, Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Typisches Ostrau-Spiel: LSG gewinnt mit allenfalls mittelmäßiger Leistung gegen sehr schwachen Gegner) 
DSC06678: VfB Artern 1919 v SpG Oldisleben/ Heldrungen 
Photos with English Commentary:
Thursday:
- Amateur Football; Ostrau v Reußen, Sightseeing: Petersberg Panorama, Church of Drobitz, Estate of Drehlitz
- Ostrau Palace (and Pictures of LSG Ostrau Reserve v SV Sennewitz Reserve) 

Friday:
- Veterans Football: SV Merseburg 99 v TSV Leuna 1919, at 10,000-capacity Stadtstadion Merseburg

Saturday:
- Thuringia Amateur League: VfB Artern v SpG Oldisleben/ Heldrungen, at Salinestadion 
- Saxony-Anhalt U13 League: Wacker Rottleberode v GW Gerbstedt/ VSG Helmsdorf 
- Sightseeing in Southern Harz Mountains and Golden Water Meadows Region: Bernecke Ruins, Rottleberode, Heldrungen and Oldisleben Castles, Bad Frankenhausen Leaning Tower 

Sunday:
- Under-Aged Football in Altmark West Region: VfL Kalbe U15 v Eintracht Salzwedel U15 Reserve
- Amateur Football League of Altmark West Region: VfB Klötze 1907 v FC Jübar/ Bornsen 1950
- Castles, Churches, and Framework Buildings in Altmark Region: Salzwedel, Gardelegen, Kalbe/ Milde, Klötze, Kakerbeck etc.
DSC06402 Rust Meine Fresse, was für eine Chaoswoche! Nach dem wochenlangen Dauerregen und den ausnahmsweise richtigen Prognosen der Meteorologie-Scharlatane vor diesen Regenfällen, musste doch jedem seit zwei Wochen klar sein, was ab dem ersten Junitag passierte: Überschwemmungen. Wenn ich mir so ansehe, wie es ab Montag (3.6.) so in Halle und Umgebung zuging, frage ich mich aber, wo dieses Vorurteil „Deutsche sind immer topp organisiert“ herkommt. Topp organisiert war jedenfalls, dass die ganze Stadt Merseburg durch dutzende Baustellen gleichzeitig und Schienenersatzverkehr der Bahn lahmgelegt wurde. Als in Halle das Hochwasser los ging und der öffentliche Nahverkehr aus dem südlichen Umland lahmgelegt war, stieg natürlich der Individualverkehr. Mit Umwegen (die man als Umleitungen hätte ausschildern können) und dreister Fahrweise (bei 70 innerorts zwei Spurwechsel hintereinander und so was) schaffte ich es Montag aber noch um 8.30 in die Uni.

Dienstag schaffte ich das nicht mehr: nach 90 Minuten war ich am Bahnhof (normalerweise keine 20 Minuten Fahrt) und drehte ab, die ich nicht mal mehr 50 Minuten des Unterrichtes mitbekommen hätte. Einige der Straßensperren waren nicht nachvollziehbar, die Polizei am einen Ende der Straße wusste nicht, was der Einsatzleiter am anderen Ende angeordnet hatte. Nur Feuerwehr und THW wussten wirklich genau, was sie wann wie zu machen haben. Im Laufe des Tages dramatisierten die Medien immer mehr die Situation. Ein Spiel von der LSG Ostrau wurde inoffiziell abgesagt und dann sinnvollerweise doch gespielt. Das Spiel hätte am 1.6. aber auch niemals abgesagt werden dürfen.

Mittwoch wollte ich mit dem Fahrrad fahren, da das in Halle mittlerweile die einzige schnelle Fortbewegungsart war, doch ein Kommilitone und Kumpel konnte mir gerade noch über die überlasteten Leitungen klar machen, dass der Lehrbetrieb wirklich überall an der Uni bis Freitag abgesetzt ist. Wirklich nötig erscheint das nicht – fast so dumm wie die unnötige Absage der Händefestspiele – aber wenn die meinen, dadurch das ganze Semester eine Woche nach hinten verschieben zu müssen... mir doch egal! Ich ging jedenfalls Sporttreiben in Merseburg.
Ja was? Was soll ich denn sonst machen? Alle Übersetzungen angefertigt, alle Referate fertig und keinerlei freiwillige Helfer in Merseburg gebraucht! Zumindest wurden keine Aufrufe gestartet. Ich habe vielmehr von Seiten der Berufsfeuerwehr gehört, dass bei aller lobenswerter und funktionierender Hilfsbereitschaft wie am Gimritzer Damm in Halle, auch störende Hilfsbereitschaft vorkam: nämlich jene von den Leuten, die nur weil es durch die Medien geht und sie sich dann für cool halten Sandsäcke befüllen, dabei mehr blöd herumstehen als alles andere und alle halbe Stunde bei Facebook reinstellen, wie spannend die Hilfsarbeit ist... DSC06417 LSG 67 Ostrau v SG Reußen Das erste Spiel in dieser Chaoswoche gab es Donnerstag. Auch wieder keine Uni, natürlich auch keine Fluthilfe in Merseburg gebraucht (und in Halle waren übrigens auch hauptsächlich die Profis von Feuerwehr und THW am Werk, was auch viel besser so ist), zudem wieder dramatisierte Medienmeldungen (von wegen ganz Neustadt müsse evakuiert werden und es gebe Plünderungen) und schon wieder ein Spiel in Ostrau. Mein Vater kam knapp mit dem Auto an, ich hatte genug Zeit um mit dem Fahrrad über den Petersberg zu fahren.

Ostrau steht, warum auch immer, auf Platz 5 und die SG Reußen auf dem 6. Platz in der Landesklasse 4. Natürlich war das heute wieder ein Spiel, das auf eine sinnlose Verlegung zurückgeht, aber mir soll’s recht sein. Dass am Wochenende der komplette Spielbetrieb trotz Beruhigung der Hochwasserlage abgesagt wurde, zeigte natürlich vom Allerfeinsten die Dummheit der Verbände – aber Hauptsache es wurde heute gespielt...

Ostrau legte auch gleich zackig los und ging mit einem Weitschuss nach nur drei Spielminuten 1:0 in Führung. Reußen hatte nur wenige und weitestgehend ungefährliche Angriffe aufs Tor und verlor dadurch das Spiel schon bei Halbzeit: Ostrau machte das Nötigste und zog mit 3-0 davon.
Die zweite Halbzeit war nicht mehr so gut, denn Ostrau kam erst nach Auswechslung des Torhüters zum 4-0, als der Ostrauer Stürmer ihn umkurvte und einnetzte. Bis zur 90. hatte Ostrau wenig gezeigt, Reußen hatte so gut wie keine Torchance. Nach einer der ganz wenigen Chancen bekam Reußen zu allem Überfluss auch noch einen Platzverweis, da ein Ostrauer Spieler einen Reußener übel anschoss um einen Abstoß zu erwirken, ein anderer Ostrauer dann den Reußener dumm anquatschte und dieser ihm auf die Hacken latschte. Hätte sich der Ostrauer nicht so theatralisch und albern schreiend fallen gelassen, hätte es aber auch keine rote Karte gegeben für das lächerliche Nachtreten...

Da der Ostrauer mit der Sammelkiste anscheinend stark kurzsichtig war, blieb uns sogar das entrichten des Eintritts für dieses nicht besonders gute aber ansehnliche Spiel erspart. So im Schatten auf der Gegenseite stehend hatte er uns wohl einfach nicht gesehen...
Äußerst kostengünstig also, die Groundhoppingtour mit dem Rad heute... DSC06506 SV Merseburg 99 v TSV Leuna (veterans football). Auch Freitag ging es mit dem Rad zu einem kostenlosen Spiel, wobei es nur in einen anderen Stadtteil innerhalb Merseburgs ging. Leunas Alte Herren traten bei den „Schkopauern“ an. Da Freizeitfußball und -volleyball auf Platz 2 lief und niemand den Alten Herren den Hartplatz Platz 3 anbieten wollte, wurde schön auf dem Hauptplatz gespielt. Auf den Stehrängen und den Sitztribünen, die zusammen 10.000 Leute fassen, verloren sich kaum 25 Zuschauer, von denen die Mehrheit aus Leuna kamen.

Auch die Mehrheit der Chancen kam von Leuna. Gerade in Halbzeit eins hatte zwar auch Leunas Torwart Hähnel etliche Gelegenheiten sich auszuzeichnen - da Leuna zudem auch nur mit 10 Mann begann, ehe ein neuer Spieler als 11. Mann angetrabt kam - da von einem einseitigen Spiel nicht die Rede sein konnte – aber die besseren und zahlreicheren Chancen hatte schon Leuna.

Das galt besonders in Hälfte zwei. Immer noch beim Spielstand von 0:0 brach Mario Melchior durch die Abwehr und passte unnötigerweise auf Müller, der im Abseits mittrabte und einnetzte. Richtigerweise erkannte der Schiri auf Abseits – bei Merseburg 99 hat er nicht jeden Regelverstoß erkennen wollen.

Erst nach 54 Minuten fiel ein Treffer: Melchior beschäftigte hier wieder eine ganze Reihe von Abwehrspielern und narrte auch den Torwart, sodass er zum längst fälligen 0:1 einschieben konnte. Nicht lange danach trug allerdings Merseburg 99 einen ihrer wenigen Angriffe in der zweiten Hälfte vor: der führte zu einem Freistoß und dieser ging durch die Mauer ins Eck. Leuna vergab noch vier, fünf Chancen und Merseburg hatte auch noch zwei – am Ende blieb es beim für Merseburg sehr glücklichen 1:1. DSC06550: Sportzentrum Rottleberode Am Samstag war bis Mitte der Woche das letzte Saisonspiel der Männer vom TSV Leuna angesetzt, das dann von den schwachsinnigen Idioten vom Verband auf den 15.6. verlegt wurde (zusammen mit allen anderen Partien auf Landesebene, die am Wochenende ausgetragen werden sollen). Ich plante also eine nette Tour für den 8.6. und wollte am 15.6. dann zu Naumburg - Leuna. Am Donnerstag oder Freitag verlegten die Geisteskranken dann die Partie zurück auf den 8.6., woraufhin ich keine Lust mehr auf den Kick hatte: in Staffel 4 wurden alle Partien ebenfalls auf den 8.6. zurückverlegt und dann abgesagt – und hier in Staffel 6, wo es um nichts mehr geht und die Mannschaften nur noch mit dem letzten Notaufgebot antreten, musste man mit Nichtantreten von Absteigern wie Naumburger BC rechnen. Also sahen wir zum ersten Mal seit Jahren nicht das letzte Saisonspiel der I. Männermannschaft. Bei diesem zum Saisonende aufgetretenen Tiefpunkt des organisatorischen Versagens des Verbandes ist das auch kein Wunder. Aber wie Freitag bei den Alten Herren von Gisbert und anderen Leuten die Ahnung haben gesagt wurde: „Hätten die mal im Winter nicht bei jeder Schneeflocke ohne Not abgesagt, wäre das ganze Theater nicht gewesen!“ – Dass diese völlig verblödeten Funktionäre daraus lernen, ist aber keineswegs zu erwarten.

Halbwegs gut hingegen funktioniert der Spielbetrieb in Mansfeld-Südharz mittlerweile auch bei der Jugend. Also begannen wir den Tag in Rottleberode im Südharz. Dazu fuhren wir in Berga von der A38 ab, bogen gegenüber des einen Gehöftes vor Uftrungen rechts in einen Feldweg ein und schauten uns dort erstmal die Wüstung eines um 1437 abgefackelten Dorfes Bernecke an, von dem noch die Kirchenruine steht. In Rottleberode selbst gibt es eine intakte Kirche, viel neuere Bebauung und ein paar Fachwerkhäuser.
Dann ging es zum Fußball. Hinter dem NP befindet sich am Rande des Dorfes ein kleines Stadion, das als Sportzentrum Rottleberode oder „Wacker-Arena“ bekannt ist. Neben dem Hauptplatz mit einer Sitztribüne mit etwa 800 flachen Schalensitzen und netter Landschaft drumherum, gibt es einen Kleinfeld-Rasenplatz der von der schönen Berglandschaft lebt und sehr stark zur Seite hin abfällt, einen Kunstrasen-Bolzkäfig mit Basketballkörben und Kleinfeldtoren und eine ziemlich große Sporthalle. Die ganze Anlage wirkt völlig überdimensioniert für dieses Kuhdorf.

Typisch für dieses großkotzige Erscheinungsbild wurde der frisch handgeschnittene Rasenteppich des Hauptplatzes geschont und das D-Jugend Mittelfeldduell auf dem Rasen-Nebenplatz ausgetragen. Wir hockten uns in den Schatten unter einen Baum hinter dem einen Tor und wurden immerhin spielerisch gut unterhalten: beide Teams waren auf erfreulich hohem Niveau! Viel Laufarbeit, Schnelligkeit, recht gute Ballbehandlung und v.a. starke Schüsse. Die Torhüter waren gar nicht schlecht, aber mussten trotzdem dauernd Bälle aus dem eigenen Netz holen. Mitte der ersten Hälfte sah es für die Gäste aus Helmsdorf und Gerbstedt besser aus, doch aus 0:1 und 2:4 wurde schnell ein 4:4. Nach dem Seitenwechsel riss Rottleberode das Spiel an sich und ging mit 6:4 in Führung, was bei dem 4er und v.a. dem 3er der Gäste zu disziplinarischen Spirenzchen führte. Also wo die das Nachtreten, unsauber Grätschen, Klammern und sich dann auch noch vom Schiedsrichter benachteiligt fühlen, obwohl man auch nach mehreren gelbwürdigen Fouls immer noch auf dem Platz steht, her hatten... Wahrscheinlich vom Vati, der – unterstützt von der Mutti, die von Fußball Null Ahnung hat aber ihrem Sohn oder Mann immer sagt, er und nicht der Schiri oder Trainer habe recht und sei der Beste – in der Kreisklasse oder bei den Alten Herren dauernd reinholzt und rumprollt!
Wie auch immer: etwas sehr glücklich kam der Gast noch zum 6:6 Ausgleich, sodass beide ihren jeweiligen Tabellenplatz festigten. DSC06645: Stadion im Salinepark Artern Wir besichtigten noch die Grasburg - also die Reste einer Burg aus dem 10. Jahrhundert, von der u.a. noch die Ruine eine Kapelle aus dem 12. Jh. steht - im Wald bei Rottleberode und fuhren ins Nachbardorf Stempeda, wo eine kurios zusammengepfriemelte Kirche und ein interessanter Fußballplatz (Freizeit) zu sehen sind weiter.
Der scheiß Kyffhäuser lohnt überhaupt nicht: für das Denkmal werden schweinische Eintrittspreise verlangt trotz Baustelle und die Rothenburg ist komplett gesperrt wegen Umbauarbeiten.
Bad Frankenhausen ist da schon besser, wobei die Burgruine dort auch gerade gesichert wird. Der schiefe Kirchturm ist übrigens noch nicht umgefallen.

Mit Artern schließlich, hatten wir dann das letzte Provinzkaff aufgetrieben. Völlig ausgestorben, heruntergekommen und kaum ein sehenswertes Gebäude. Zwischen Plattenbauten, einer ruinösen Saline und einem Freibad steht das 50 Jahre alte Stadion von VfB Artern, das vielsagend „Stadion im Salinepark“ heißt. 11 Stehstufen auf einer Längsseite, an deren einem Ende ein schickes Kassenhäuschen und an deren anderem Ende ein noch schickerer Sprecherturm steht. Dazwischen eine Schale für das olympische Feuer und eine von einem massiven Baum beschattete Galerie. Vegetation gab es hier eh genug: eine Blautanne beschattet weiße Sitzbänke, grüne Laubbäume werfen Schatten auf die schwarzen Steinstufen und Wacholdergestrüpp rankt direkt hinter der Weitsprunggrube... Auf dem Graswall gegenüber steht noch ein Wellblechverschlag mit vielen Stützstreben und Holzbänken für nur etwa 60 Leute.

2,50€ waren für dieses herrliche Stadion OK, für die dritte Spielklasse des thüringischen Landesverbandes aber grenzwertig. Diese Kreisoberligen sind mittlerweile so kleinteilig und spielschwach, dass man wirklich nur wegen der Stadien kommen brauch. Aber für das Spiel, was VfB Artern – obwohl sie noch im Kampf um den Aufstieg waren – und Spielgemeinschaft Oldisleben/ Heldrungen – die stehen im hintersten Mittelfeld, waren aber schon gesichert – boten, sollte man eigentlich noch 2,50€ geschenkt bekommen am Kassenhäuschen! Aber mit so einem abartig schlechten Scheißkick hätte auch der Kassierer sicher nie gerechnet...

Oldisleben machte mehr fürs Spiel, doch ihre Schüsse, die sie so alle 10 Minuten mal abgaben, landeten meterweit daneben. Artern spielte lustlos und scheiße, traf einmal den Pfosten und netzte einmal aus Abseitsposition ein. Beim Stand von 0:0 ging es in die Pause.
Die zweite Hälfte war noch schlechter. Oldisleben total unfähig, kein Passspiel, kein Ball über zwei Stationen, nur Gebolze, keine Schusstechnik, keine technischen Fertigkeiten, mäßige Laufarbeit – bei so einem Niveau können die Frauenkreisklasse kicken, aber nicht Kreisoberliga Männer! Arterns Spielweise war direkt asozial gegenüber den Zuschauern – überhaupt kein Interesse, diesen unfähigen Gegner auseinander zu nehmen: nur Bolzen und übers Feld traben. So etwas Beschissenes habe ich noch nie gesehen! Als wir uns in Richtung Ausgang bewegten, das 0:0 im 100. Spiel seit dem letzten 0:0 schon eingetragen, die Wertung von 0,0 Punkten schon im Kopf, stolperten die Arterner Arschlöcher noch mal nach einer Ecke im Strafraum der Gäste herum und der Fünfer netzte tatsächlich aus 20cm Entfernung per Hacke ein. Was ein kurioses Ende!
Ein absolut beschissenes Gekicke, das aber mit dem einen Treffer für einen neuen statistischen Höhenflug sorgte: zum vierten Mal habe ich die Hundert geknackt; hundert Spiele ohne ein 0:0 – und den Rekord von 141 zu übertreffen ist nicht völlig utopisch!

Wir besichtigten noch die Orte aus denen die Spieler der Gastmannschaft kamen, da es dort drei Burgen gibt: die massive Wasserburg Heldrungen und die ruinösen aber mit rekonstruierten Türmen aufwartenden Sachsenburgen in Oldisleben. Dann ging es über die Landstraßen in zügigem Tempo zurück nach Merseburg. DSC06788 Sportplatz I Kalbe, An der Turnhalle Sonntag wollten wir den letzten Landkreis in Sachsen-Anhalt, in dem wir noch nie eine Sportveranstaltung gesehen hatten, mit zwei Fußballspielen abhaken: Altmarkkreis Salzwedel bzw. Altmark West. In Kalbe/ Milde war ein Spiel auf dem Sportplatz II „An der Badeanstalt“ in Sichtweite der Burgruine angesetzt, doch die Wellblechüberdachte, kleine Tribüne mit Holzbänken vor dem völlig verrotteten Vereinsheim ließ erahnen, dass die Umkleiden und Duschen nicht mehr in einem zumutbaren Zustand sind. Warum man beim VfL Kalbe zu blöd ist, mal den richtigen Platz bei fussball.de anzugeben – der Sportplatz II wird seit Monaten nicht mehr genutzt – weiß ich aber auch nicht.

Wir fuhren dann zum Sportplatz I mit seiner noch nicht ganz fertigen Tribüne: vier Reihen einfachster Beton und die üblichen Aluminiumgeländer sind noch nicht durchgängig angebracht. Drumherum stehen viele Bäume in der idyllischen Siedlung. Direkt am Sportplatz befindet sich auch eine Sporthalle u.a. für Basketball.
Die C-Jugend von Kalbe trat gegen die U15-Reserve von Eintracht Salzwedel an. Hinteres Mittelfeld und erstes Jahr Großfeld für viele – aber so schlecht wie befürchtet war das Spiel dann wirklich nicht!

Nach 13 Minuten lahmen Gekicke, erzielte der 7er von Kalbe den ersten Treffer. Nun kam der Gastgeber in Fahrt, spielte immer wieder den 7er frei, der dann – teilweise mit gütiger Mithilfe der Gästeabwehr – zu Treffern kam. 4:0 zur Pause: 3x der 7er, 1x ein Eigentor des 20ers von Salzwedel.
Auch in der zweiten Halbzeit kam Salzwedel mit Kalbe lange nicht zurecht. Durch weitere Treffer des 7ers und einem anderen Kalbenser stand es bald 6:1. Erst in den letzten 15 Minuten zeigte Salzwedel schöne Konter und konnte noch etwas verkürzen: 7-3 war am Ende das deutliche Resultat in einem guten und unterhaltsamen Spiel, das für C-Jugend auch extrem fair war: nur der 10er von Kalbe meinte seine schlechte Leistung mit Pöbeln und Fouls überspielen zu müssen... DSC06854 Geschwister-Scholl-Stadion, Klötze Über Kakerbeck fuhren wir nach Klötze, einem miesen Provinznest mit vielen Plattenbauten und öden Straßenzügen. Der beste Ort in diesem Kaff ist das Stadion, das ungewöhnlicherweiße nach den Geschwistern Scholl heißt. An Ausbauten gibt es eine niedrige, zweireihige, mit Holzbänken versehene Gegentribüne mit Podest und eine vierreihige, mit Kunststoffbänken ausgestattete Haupttribüne, die in einen massiven Graswall mit Bäumen und einer steinernen Tafel mit dem Namen des Stadions und dem Ortswappen gebaut ist. Einige der Nadel- und Laubbäume werfen auch schöne Schatten auf die Tribüne.

Der Eintritt war mit 2,50€ zu hoch für das Mittelfeldduell dieser Kreisliga. Ob alle diese Summe bezahlt habe, bezweifle ich auch, da eine viel zu niedrige Zuschauerzahl gemeldet wurde und die Leute beim VfB durchweg einen unsympathischen Eindruck machten: den Dorfdeppen fielen ja bald die Augen ausm Schäddel von der vielen Anglotzerei der Ortsfremden...
So ein paar der Landstadtprolls machten dann auch Zuschauerinnen von der Gastmannschaft mit Gesten als ob sie gleich kotzen müssten dumm, obwohl weniger die Dorfmädchen von Jübar/ Bornsen, sondern eher deren Klötzer Landstadtweiber zum Kotzen aussahen... Also so ein blödes Publikum hab ich echt selten erlebt! Dafür ging es im Spiel ziemlich gesittet zu – die Pöbeleien waren alle nachvollziehbar und liefen nicht aus dem Ruder...

Und so doof die Typen dort auch waren, so gut spielten sie Fußball. Klötze ging 90 Minuten lang richtig engagiert zu Werke, geriet zwar in Rückstand, doch kämpfte sich zurück, ging nach jedem Ball, machte das Spiel schnell und ging aggressiv drauf ohne unfair zu spielen. Bis zum Seitenwechsel hatten sie das Spiel trotz eines verschossenen Elfers auf 3:1 gedreht. Der dritte Treffer war dabei ein Schuss aus 30m in den langen Winkel – eines der besten Tore, das ich diese Saison gesehen habe!

Nach der Pause brach der Gast ziemlich ein und es war nicht zu verstehen, warum die nach wie vor gut und engagiert spielenden Klötzer nur noch einen Treffer machten. Aber 4:1 reichte natürlich, auch gegen die ab der 75. in Unterzahl spielenden Gäste. Die hatten nach kleinen Tumulten mit Pressschlägen und Nachtreten einen Platzverweis gekriegt... DSC06943 Zu besichtigen gab es dort in der Altmark auch einiges, denn die Dichte architektonischer Sehenswürdigkeiten ist dort gar nicht so niedrig. Bekannt sind v.a. Feldsteinkirchen, Fachwerkhäuser und Jagdschlösser. Ein Beispiel für letzteres besuchten wir gleich in Letzlingen am Rande der Heide: ein spektakuläres, sehr symmetrisches und mit Park und Kirche ausgestattetes historistisches Schloss im Tudor-Stil.
Gardelegen hat viel Fachwerk und Backstein - ein wuchtiges Stadttor und mehrere Kirchen - zu bieten.
In Kalbe/ Milde gibt es außer der recht ansehnlichen Burgruine, die inmitten jüngerer Bebauung steht, nichts zu sehen.
Kakerbeck ist eine von vielen Feldsteinkirchen auf dem Weg von Letzlingen nach Salzwedel. Wir schauten uns dort außerdem mal die Sportanlage mit Fußballplatz, Reithalle und Reitplatz an.
Auch in Siedengrieben, Jemmeritz, Bandau, Winterfeld und Jeeben gibt es kleine Kirchen, zumeist aus Feldstein. In Jeeben aßen wir außerdem bei einem Italiener, der in seinem primitiven Eingeschosser ein gutes, sehr preiswertes (kein Gericht über 6€, große Pizza 5,20€ und Nudeln 3,20-4,70€) und ausgesprochen unordentliches Restaurant hat. Da standen echt ausrangierte Möbel und Aktenordner im Gastraum. Aber irgendwie fühlt man sich da zuhause...
Wir fuhren außerdem noch zu den Burgruinen in Beetzendorf und Apenburg, ehe wir die Kreishauptstadt anschauten.
Salzwedel ist nicht nur die größte, sondern auch die schönste Stadt des Landkreises. Mit ihrer enorm großen Altstadt in geschlossener Fachwerk- und Backsteinbauweise, die nur durch Jugendstil durchbrochen ist, ist sie eine der schönsten Städte Deutschlands. Leider ist die Altstadt an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen. Aber ein Besuch ist auf jeden Fall sehr lohnend!

Wir kamen in weniger als 3 Stunden von Salzwedel nach Merseburg zurück, wo es passend zur Chaoswoche Chaos-Parking a la Arbeitersiedlung gab:
  
Statistik (Donnerstag-Sonntag):
- Grounds: 940 (4 neue; diese Saison: 172 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.819 (6, diese Saison: 242)
- Tageskilometer: 810 (Donnerstag: 80km Fahrrad, Freitag: 10km Fahrrad, Samstag: 260 Auto, Sonntag: 460 Auto)
- Saisonkilometer: 54.380 (44.320 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.360 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 102 [Spiel Nr. 100 ohne 0-0: Artern - Oldisleben; vierte Serie mit 100+ Spielen ohne 0-0, letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 358