Montag, 19. August 2013

W368V: Ein Fußballtag in Osnabrück – 3. Profiliga und 3. Kreisklasse

Verein für Leibesübungen 1899 Osnabrück -------------- 1
F.C. Hansa Rostock -------------------------------------------- 2
- Datum: Samstag, 17. August 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 23. Michael Hohnstedt, 1-1 50. Johan Cornelis Jozef Plat, 1-2 87. Halil Safran
- Verwarnungen: Michael Hohnstedt, Nicolas Feldhahn (Osnabrück); Steven Ruprecht, Johan Cornelis Jozef Plat (Rostock)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion an der Bremer Brücke, sogenannte „osnatel-Arena“ (Kap. 16.667, davon 6.192 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 13.000 (davon 10.056 zahlende und ca. 2.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Allenfalls durchschnittliche erste, packende zweite Hälfte und durchgängig gute Atmosphäre)

Sportclub Schölerberg Osnabrück 1935 II --------------- 5
Türkiyemspor Osnabrück II -------------------------------- 4
- Datum: Samstag, 17. August 2013 – Anstoß: 16.30
- Wettbewerb: 3. Kreisklasse Osnabrück Stadt (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 x. (Foulelfmeter, ?), 1-1 29. („Foul“elfmeter, 12), 2-1 31. (3), 3-1 39. (10), 3-2 47. (9), 3-3 65. (10), 4-3 66. (3), 4-4 70. (9), 5-4 81. (2)
- Verwarnungen: 2x Nr. 9, Nr. 6, 11, X (alle Türkiyem)
- Platzverweise: Nr. 1 (Torwart Schölerberg, x. wg. Notbremse?); Nr. 9 (Türkiyem, gelb-rot in 87. wg. Reklamierens)
- Spielort: Sportanlage Schölerberg, Hauptplatz (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Kuriose Szenen, spannender Spielverlauf, seniler Schiri – da war für beste Unterhaltung gesorgt!)

Fußballclub Bissendorf 1949 III ---------------------------- 1
TSV Riemsloh 1925 III --------------------------------------- 4
- Datum: Samstag, 17. August 2013 – Anstoß: 18.25
- Wettbewerb: 3. Kreisklasse Osnabrück Land, Süd B (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: x-x
- Tore: 1-0 11. (9), 1-1 24. (9), 1-2 37. (11), 1-3 85. (12), 1-4 87. (12)
- Verwarnungen: Nr. 10 (Bissendorf); Nr. 12, Wechselbank (Riemsloh)
- Platzverweise: keine
- Spielort: A-Platz Im Freeden (Kap. 330, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: 5 (2 Heimfans, 2 Neutrale, 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Gutes Niveau für diese Liga, aber dem Spiel fehlte irgendwas...) DSC03315 Stadion an der Bremer Brücke (so-called Osnatel-Arena), home of VfL Osnabrück Photos with English Commentary:
a) Professional League 3: VfL Osnabrück v Hansa Rostock at Bremer Brücke
b) Osnabrück Amateur League 3: Schölerberg Reserves v Türkiyemspor Reserves
c) Osnabrück Region Amateur League 3: Bissendorf 3rd XI v Riemsloh 3rd XI
d) Osnabrück Old Town: Churches, Town Hall, Palace, Framework Architecture

Durch arbeitsbedingte kurzzeitige Wohnhaftigkeit meiner Eltern in der niedersächsischen Provinzstadt Osnabrück, muss ich z.B. bei einem Visumsantrag diesen Ort stets als Geburtsstadt angeben. Warum ich in 23 Jahren nie beim Fußball dort war? Weil ich in den 20 Jahren, die ich in Merseburg wohne, nur noch zwei Mal nach Osnabrück gekommen bin! Jetzt aber, kurz vor einem mittellangen Auslandsaufenthalt, wollte ich das Thema Fußball in Osnabrück dann aber doch mal abhaken. Und zwar mit einem Besuch bei der besten und bei einigen der schwächsten Mannschaften der 150.000-Einwohner-Stadt.

Wir fuhren extra früh los um uns noch die Stadt anzuschauen. Für Niedersachsen ist Osnabrück richtig sehenswert - außer Ostniedersachsen bzw. Südniedersachsen zwischen Harz und Lüneburg überzeugt mich in diesem Bundesland nichts sightseeingmäßig - deutschlandweit gesehen eher Durchschnitt. Den Dom und die beiden sehr ähnlich gestalteten Kirchen mit den grauen Mauern und grünen Turmhauben kann man sich aber schon mal anschauen. Schöner sind allerdings die einzelnen Fachwerkbauten, die man in der durchsetzten Altstadt finden kann. Bedeutendster Bau ist das Rathaus. Fast alle Gebäude wurden übrigens aufgrund von Kriegszerstörung rekonstruiert. Das ist allerdings erfreulich gut gelungen! DSC03239 Osnabrück Zwei Wochen vorher hatten wir uns die pervers überteuerten Karten des fußballerischen Aushängeschilds der Stadt Osnabrück gesichert. Krank, dass trotzdem im Schnitt über 10.000 Zuschauer zu den in dunkellila-weiß spielenden VfLern kommen. 26-32€ für Sitzplätze, selbst Stehplätze kosten 14€ (bei Studentenermäßigung wenigstens 11€). Das Preisniveau in der ganzen Stadt ist allerdings so englisch wie das Stadion. Niemanden dürfte es wundern, dass dann mehr Ausländer auf dem Rasen als auf den Rängen stehen. So wenige Ausländer und Arbeiter-Proletenfans habe ich bei einem Spiel im Westen noch nie bemerkt. Dafür war die Stimmung aber gar nicht schlecht. Die Mittelschicht-Normalofans gingen gut mit und der Gästesektor war natürlich wie üblich sehr stimmungsvoll. Erwähnen muss man auch, dass mit VfL und Hansa hier die beiden Vereine mit den wohl besten Vereinshymnen der Liga bzw. des deutschen Profifußballs spielen. Ohne die Vereinsbrille würde ich das „FC Hansa wir lieben dich total“ (Puhdys) sogar knapp hinter „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“ (Kalla Wefel u.a.)  einordnen.

Bei Hansa haben wir letztes Jahr für 14€-Sitzplätze ein beschissenes Spiel der Osnabrücker gesehen, heute kamen die Rostocker ins Hinterland gefahren. Der VfL war ja spektakulär und völlig verdient am Vorhaben Aufstieg gescheitert – Dynamo Dresden siegte in den Relegationsspielen. Heute ging es erwartungsgemäß nicht ganz so spannend zu, aber Hansa - mit zwei Siegen und einem Unentschieden sowie 5:2 Treffern gestartet, Osnabrück mit drei Siegen und 6:0 Toren - spielte so gut wie schon lange nicht mehr. Die Anfangsphase gehörte aber dem VfL: besonders sehenswert war das Spiel lange nicht, doch in der Mitte der ersten Hälfte traf Osnabrück nach einem missglückten Fallrückzieher mit einem hervorragenden Fallrückzieher zum 1:0. Bis zur Pause waren die Lila-Weißen das bessere Team.

In der zweiten Hälfte machte sich Hansa aber daran, das Spiel zu drehen. Plat traf fünf Minuten nach der Pause aus spitzem Winkel zum Ausgleich. Es folgte unsachgemäßer Gebrauch von Tabakwaren im Rostocker Fanblock... Und ein ausgeglichenes und gutes Spiel bis in die Schlussphase. In dieser agierte Hansa erfreulich professionell, konterte zum 2:1 durch Safran und erzielte danach noch einen Abseitstreffer. Bei der schwachen Leistung des Schiedsrichterkollektivs, die zuungunsten beider Teams regelmäßig falsch entschieden, wäre ich mir da nicht so sicher, ob das stimmte mit der Abseitsstellung. Hansa verteidigte dann gegen die anrennenden Hausherren den 2:1-Sieg ganz hervorragend. Als bester Spieler der Rostock und überhaupt der gesamten Partie muss übrigens der senegalesische Franzose Alexandre Mendy hervorgehoben werden: dass die VfLer nicht dauernd durch die Abwehr brachen, war v.a. sein Verdienst; tolles Stellungsspiel, genau die richtige Laufarbeit und absolut ballsicher!

Das Stadion muss auch noch erwähnt werden: die zahlreichen Hansa-Fans feierten den Sieg zumeist im sehr von Fangnetzen und Zäunen verbauten Gästeblock auf der einen Hälfte hinter dem einen Tor. Wem das zu blöd war, zahlte entweder für die schöne Haupttribüne mit lila Sitzen und weißem VfL-Schriftzug oder der ansehnlichen Gegentribüne mit lila, roten und blauen Sitzen und den Sprecher- und Medienkabinen mehr oder machte es richtig wie wir: sich auf die Westseite ein Stück weg vom Gästeblock in die Ecke der lila gestrichenen Hintertorstehränge stellen um von dort weitestgehend unbeeinträchtigte Sicht auf alles zu haben. Als Gästefan hat man auf der Osttribüne, einer reinen Stehtribüne, nichts zu suchen: dort machen die Heimfans Stimmung. Die Anzahl der Stehplätze in diesem ganz ansehnlichen Stadion ist höher als die Sitzplatzkapazität. Interessant ist auch die komplette aber eher primitive Überdachung aller Tribünen. DSC03398 VfL Osnabrück v Hansa Rostock Nach dem Spiel ging es durch den Stau weiter nach Osnabrück-Schölerberg. Eigentlich ganz schicke Häuser dort, aber anscheinend hoher Idiotenanteil. Jedenfalls wurde es lustig auf der Sportstätte am Schölerberg. Eine andere 3. Liga stand auf dem Programm: die 3. Stadtklasse Osnabrück. Nach dem Spiel der stärksten Mannschaft nun also zwei der schwächsten Mannschaften der Stadt.

Gespielt wurde auf einem großen, von einer Aschenbahn umgebenen Sportplatz mit enormen Graswall auf einer Längsseite. Viel Grün drumherum und Blick über die Häuser der Siedlung. Die heutigen Kontrahenten waren mit je einem Sieg in Saison gestartet: der SC Schölerberg II mit einem 3:2 und Türkiyemspor II gar mit einem 8:6. Wie zu befürchten war, hatten wir auch schon etwas verpasst in den ersten 15 Minuten, die wir noch im Stau standen. Die doofen deutschen Jugendlichen und der nicht viel intelligenter wirkende Portugiese (auf dem Schölerberg spielt auch noch SC Portugues) wussten zwar nicht wie der Gast heißt und meinten nur „irgendwelche Türken“, konnten uns aber immerhin sagen, dass es schon 0:1 für die stand. Später fanden wir noch heraus, dass es durch einen Elfmeter aufgrund einer Notbremse des Schölerberger Torwarts so stand. Dieser flog vom Platz – alles ziemlich umstritten.

Jedenfalls zeigten beide Teams dann auch in unserer Anwesenheit ein engagiertes Spiel mit hoher Fehlerquote aber auch sehr vielen schönen Szenen. Und kuriosen Szenen sowieso. Was sich der Schiedsrichter, wahrscheinlich ein Südosteuropäer oder Italiener, da allerdings leistete, war schon weniger kurios als viel mehr beknackt. Nach einer Weile rutschte ein Schölerberger bei einem Zweikampf im Türkiyem-Strafraum aus: aus 60m Entfernung (der Schiri war noch hinter der Mittellinie!) entschied er auf Elfmeter. Dieser wurde von den überraschten Hausherren verwandelt und Schölerberg zog dann noch auf 3:1 davon. Fehlentscheidungen sollte es noch massenweise geben: der Schiedsrichter war offensichtlich nicht nur senil sondern, da fast alle Fehler zuungunsten der Türken ausfielen, mit dem Ausfechten internationaler Rivalitäten auf neutralem Staatsgebiet befasst.

In der zweiten Hälfte ging es munter hin und her. Irgendwann war die sichere Führung der Schölerberger aufgebraucht, doch in der Schlussphase erkämpften sie sich noch ein 5:4. Warum der Gästetorwart mit Galatasaray-Trikot ohne Rückennummer da im Kasten stand, fragte ich mich nach seinem Solo vom eigenen in den gegnerischen Strafraum aber schon. Ein Mitspieler traf daraufhin die Latte, wobei der Blinde mit der Pfeife den gefährlichen Schölerberger Konter unterband und nach genau 90 Minuten Schluss machte. Nachspielzeit war ihm wohl zu heikel, obwohl sich Türkiyem erstaunlich gut im Griff hatte und auch bei Schölerberg nicht so viele Bekloppte – die Dümmsten waren einige kleinere Jugendspieler auf dem Graswall die nur Scheiße laberten und dauernd rülpsten – waren. Angemessen wären aber drei Minuten gewesen: die Unterbrechung nach dem ersten Platzverweis, dann bekam noch ein Türkiyemspieler eine lächerliche gelb-rote Karte und kurz zuvor war das Spiel dann noch wegen eines kleinen Verkehrsunfalls im Eingangsbereich kurz unterbrochen. Ja, wegen eines Unfalls: ein Jugendlicher vom SC Schölerberg war mit seinem Motoroller zum anstehenden A-Jugendspiel angekommen, an einem großen aber ausschließlich mit einem winzigen Buchsbaum bepflanzten Blumenkasten hängen geblieben und hatte sich auf die Fresse gepackt. Ein paar Leute halfen gleich – war zum Glück nicht weiter wild. Aber so eine Aktion habe ich auch noch nicht gesehen... DSC03414 Sportanlage am Schölerberg Praktischerweise ließ sich auch noch in Osnabrück Land ein ganz unterklassiges Spiel auftreiben. Zum Spiel in Bissendorf, 8km außerhalb der Stadt, kamen wir pünktlich. In der 3. Kreisklasse treten viele Teams meist nur zu neunt an, doch heute wurde 11 gegen 11 gespielt. Extrem entspannt war die Atmosphäre: auf den wenigen, massiven Bänken hatten sich nur zwei Spielerfreundinnen, vor dem primitiv gebauten Sportlerheim ein Rentner und natürlich wir beide eingefunden. Keine doofen Kinder wie in der Stadt, dafür ein richtiger Schiedsrichter. Der Türke war übrigens anscheinend der einzige Akteur ausländischer Abstammung auf dem Feld. Vielleicht ein, zwei zweifelhafte Entscheidungen oder einmal zu lange laufen gelassen – aber insgesamt souverän und korrekt. Die Spieler maulten auch weniger ihn voll, als vielmehr Gegenspieler die nicht ganz sauber in die Zweikämpfe gingen.

Ein besonders hartes Spiel war es allerdings nicht. Hinterher hatten wieder alle runter gefahren und auch die III. von Bissendorf ärgerte sich nicht zu sehr, dass sie das Spiel gegen Riemsloh III nach starkem Beginn noch völlig aus der Hand gaben. Nach der schnellen Führung glich Riemsloh nämlich Mitte der ersten Hälfte aus. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang sogar das 1:2. Ein Doppelschlag in der Schlussphase sorgte für den viel zu hohen 1:4 Endstand. Das Spiel war an sich recht ausgeglichen und in Sachen Tempo und Ballbehandlung von beiden Teams unerwartet gut geführt.

Wir liefen hinterher noch durch den kleinen Ort mit seinen wenigen historischen Gebäuden. Es gibt übrigens da in Bissendorf auch noch eine zweite Sportanlage, ein kleines Stadion mit zweireihiger Tribüne und Flutlicht. Dort sind auch die Sporthallen, deren Graffitibemalung mir sagt, dass nicht nur in Schölerberg die Osnabrücker Jugend nicht unbedingt helle ist...
Als wir losfuhren, wurde es langsam richtig dunkel. Merseburg erreichten wir um Mitternacht. DSC03510 A-Platz im Freeden, football ground of FC Bissendorf 1949. Statistik:
- Grounds: 989 (heute 3 neue; diese Saison: 18 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.876 (heute 3, diese Saison: 20)
- Tageskilometer: 770 (770km Auto)
- Saisonkilometer: 4.290 (3.720 Auto/ 570 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 148 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 368

Freitag, 16. August 2013

W368IV: Knappe Niederlage für die Alten Herren

TSV Leuna 1919 AH ----------------------------------------- 2
SV Braunsbedra AH ----------------------------------------- 3
- Datum: Freitag, 16. August 2013 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 2-3 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 2. (11), 1-1 14. Rene Schmidt, 2-1 35. Mario Melchior, 2-2 52. (9), 2-3 62. (9)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz gutes Spiel) DSC03182 TSV Leuna 1919 v SV Braunsbedra (Veterans) Photos with English Commentary:
Veterans Football: TSV Leuna v SV Braunsbedra

Vor diesmal nur etwa 15 Zuschauern traten die Leunaer Alten Herren gegen einen nicht in Bestbesetzung erschienen SV Braunsbedra unter der sicheren Leitung eines in hautfarbenem Trikot pfeifenden Schiedsrichters an. Den besseren Start erwischten jedoch die Gäste aus dem Geiseltal: nach nur zwei Minuten setzten sie einen Ball ins Eck.

Die Führung hielt jedoch nicht zu lange: Rene Schmidt schoss aus kurzer Distanz ins lange Eck. Vor der Pause war es dann Mario Melchior, der den 2:1 Halbzeitstand besorgte.

In der zweiten Hälfte waren die Braunsbedraer dann leider deutlich stärker: mehrere Lattentreffer, etliche vergebene Großchancen und am Ende auch zwei Treffer aus geringer Entfernung zum 2:3-Sieg. DSC03199 TSV Leuna 1919 v SV Braunsbedra (Veterans) Statistik:
- Grounds: 986 (heute 0 neue; diese Saison: 15 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.873 (heute 1, diese Saison: 17)
- Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 3.520 (2.950 Auto/ 570 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 145 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese, davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 368

W368II-III: Pokalabende im Leipziger Mariannenpark

SV Wacker Leipzig ------------------------------------------- 1
SV Lindenau 1848 II ----------------------------------------- 4
- Datum: Mittwoch, 14. August 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: 1. Runde Stadtpokal Leipzig, sogenannter „Wernesgrüner Stadtpokal“ (3. Stadtklasse; 12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga gegen 1. Stadtklasse Staffel 1; 10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 4. (10), 0-2 21. (10), 0-3 52. (15, Foulelfmeter), 0-4 78. (8), 1-4 91. (?)
- Verwarnungen: Nr. 3, 12 (Wacker)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportpark Schönefeld, Mariannenpark; Post-Großfeld 1 (Kap. 1.000, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nicht spannend, aber durchweg gut und sehenswert)

BC Eintracht Leipzig 2000 --------------------------------- 2
VfK Blau-Weiß Leipzig 1892 II --------------------------- 5
- Datum: Mittwoch, 14. August 2013 – Anstoß: 18.40
- Wettbewerb: 1. Runde Stadtpokal Leipzig, sogenannter „Wernesgrüner Stadtpokal“ (2. Stadtklasse; 11. Spielklasse, 6. Amateurliga gegen Stadtliga; 9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-5 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 34. Robert Starke, 1-1 38. Sebastian Möller, 2-1 55. Sebastian Möller, 2-2 66. Ronny Stengler, 2-3 86. Robert Starke, 2-4 88. Robert Starke, 2-5 90. Robert Starke
- Verwarnungen: Patrick Fritzsch, Rene Gebhard, Ronny Stengler (alle Blau-Weiß)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportpark Schönefeld, Mariannenpark; Post-Großfeld 2 (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nach schwacher erster Hälfte wurde das Spiel richtig packend und erst in den letzten Minuten entschieden)

SV Wacker Leipzig II ---------------------------------------- 1
Knautkleeberger SC 1864 Leipzig II ---------------------- 2
- Datum: Donnerstag, 15. August 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: 1. Runde Stadtpokal Leipzig, sogenannter „Wernesgrüner Stadtpokal“ (3. Stadtklasse; 12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga gegen 2. Stadtklasse Staffel 1; 11. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 47. Dominique Köppig, 1-1 76. Tobias May, 1-2 85. Eric Heyn
- Verwarnungen: Norman Mortler (Wacker); Kevin Schölzel (KSC)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportpark Schönefeld, Mariannenpark; Post-Großfeld 1 (Kap. 1.000, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz ordentliches und v.a. spannendes Pokalspiel mit Durchhänger in der ersten Hälfte) DSC03067 Mariannenpark, sports area in the city centre of Leipzig Photos with English Commentary:
Leipzig Cup at Mariannenpark: Wacker Leipzig v Lindenau Reserve, Eintracht Leipzig v Blau-Weiß Reserve, and Wacker Reserve v Knautkleeberg Reserve

Mittwoch und Donnerstag gab es noch einige Spiele des Leipziger Stadtpokals, der nur zum Teil am vorangegangenen Wochenende ausgetragen wurde. Die Anlage kannten wir zwar schon, aber nicht alle Plätze und die Bilder vom Platz auf dem damals gespielt wurde, sind auch nicht so toll, da ich die scheiß Fujifilm-Kamera dabei hatte und das Wetter beschissen war. Also wie auch immer, man hat ja abends sonst nichts zu tun als mit dem Fahrrad die 40km zum Leipziger Mariannenpark, in Bahnhofsnähe östlich des Zentrums gelegen, zu fahren. Dort gibt es fünf Plätze, davon vier Großfeldplätze und ein gutes Sportlerheim. Die Plätze eins und zwei sind sogar mit Tribünen versehen, genauer: sie sind mit einer fünf Meter breiten doppelseitigen Tribüne voneinander getrennt. Platz 2 hat ganz unten eine Reihe Kunststoffbänke auf Betonsockeln und Platz 1 praktischerweise auf der Wallkrone und auch noch schräg versetzt davor solche Bänke. Von der Wallkrone aus kann man prima beide Spiele beobachten – die Bankreihe oben ist auch nicht so von Diesteln und anderem Zeug zugewuchert wie weiter unten... DSC03094 Wacker Leipzig v SV Lindeau II, Leipzig Cup at Mariannenpark Auf dem ersten Platz fing das Spiel zwischen der neugegründeten Männermannschaft des SV Wacker und der Reserve vom SV Lindenau pünktlich an. Es wurde von einem souveränen Schiedsrichter, der kaum eine zweifelhafte Entscheidung traf, geleitet. Platz 2 wurde vom BC Eintracht und der Reserve vom VfK Blau-Weiß genutzt, wobei deren Spiel aufgrund der Wichtigtuerei des ohnehin nicht überzeugenden Schiris deutlich später begann: von wegen das Netz sei nicht richtig aufgehängt... wie der schon das Gestrüpp hinterm Tor begutachtete...

Als Eintracht – Blau-Weiß II noch nicht einmal angefangen hatte, hatte der Favorit auf Platz 1 bereits das erste Tor erzielt. Lindenau legte noch einen weiteren Treffer bis zur Pause vor, wobei in einem gleichbleibend guten und nicht unbedingt einseitigen Spiel immer wieder auch der Underdog Wacker zum Zuge kam. Allerdings fanden sie sich einen Elfmeter und ein weiteres schönes Tor später vollends auf der Verliererstraße wieder und konnten erst in der Nachspielzeit den Ehrentreffer erzielen.

Das Spiel von Eintracht mit ihren komischen deutschnationalen Trikots war zwar anfangs weitaus schlechter, kam aber in der zweiten Halbzeit spektakulär in Fahrt und war spannend bis wenige Minuten vor dem Abpfiff. Blau-Weiß ging nach etlichen kläglich vergebenen Chancen in Führung. Überraschend glich Eintracht mit einem Gewaltschuss aus. Ihr Torschütze konnte sogar erneut spektakulär treffen und brachte die schwarz-weiß-roten in Front. Mit zunehmender Spielzeit fiel Eintracht dann aber doch etwas auseinander und VfK II schoss die Abwehr weich: nicht nur tolle Szenen wie Lattenknaller, Kopfball + Faustabwehr, daraufhin noch ein Schuss an die Latte und der Nachschuss schließlich übers Tor gelenkt. Auch drei Tore in den letzten fünf Minuten zum 2:5 Endstand. DSC03135 Eintracht Leipzig v VfK Blau-Weiß II, Leipzig Cup at Mariannenpark Am Tag darauf fuhren wir gleich noch mal dieselbe Strecke. Auf Platz 1 spielte wieder 18.30 Wacker Leipzig. Diesmal die II. Mannschaft gegen die Reserve vom Knautkleeberger SC Leipzig. Das Spiel begann recht flott, doch nach vergebenen Chancen auf beiden Seiten passierte von der 15. bis zur 45. ziemlich wenig. So ging es torlos in die Halbzeit.

Nach der Pause erzielte SV Wacker schnell das erste Tor der Partie. Doch der Underdog sollte die Führung nicht halten können. Knautkleeberg war auch aktiver und häufiger vorm Kasten der Wackeren. Nur für den Höherklassigen war die Chancenverwertung und Schusstechnik wirklich schlimm. Erst eine Viertelstunde vor Abpfiff glichen sie im Nachschuss aus. Fünf Minuten vor dem Ende drehte ein KSCler einen Freistoß um die Mauer ins Eck zum entscheidenden 2:1.

Wahr schon ganz gut, dass es keine Verlängerung gab. KSC II war halt etwas besser und da mein Vorderlicht am Rad ausgefallen war, wäre jede Minute später loszufahren ungünstig gewesen... DSC03170 SV Wacker Leipzig II v Knautkleeberger SC 1864 Leipzig II Statistik:
- Grounds: 986 (Mittwoch 1 neuer, Donnerstag 0; diese Saison: 15 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.872 (Mittwoch 2, Donnerstag 1, diese Saison: 16)
- Tageskilometer: 160km Fahrrad (Mittwoch 80km Fahrrad, Donnerstag 80km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 3.500 (2.950 Auto/ 550 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 144 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese, davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 368

Mittwoch, 14. August 2013

W368I: Ein Derby an der Mulde – 2 Ligen zwischen den Teams aber nur 50m zwischen den Sportanlagen

SV Friedersdorf 1920 ----------------------------------------- 3
T.S.V. Mühlbeck 1896 ---------------------------------------- 2
- Datum: Dienstag, 13. August 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel (Landesklasse Staffel 5; 8. Liga, 3. Amateurliga, Absteiger aus Landesliga Süd gegen Kreisliga Anhalt-Bitterfeld; 10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 11. (14), 2-0 14. (18), 2-1 31. (4), 2-2 46. (4), 3-2 70. (14)
- Verwarnungen: Nr. 2, 6 (Mühlbeck)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sport- und Freizeitzentrum Friedersdorf (Kap. 2.575, davon 75 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und unerwartet spannendes Spiel) DSC03012 Stadion Friedersdorf (Sport- und Freizeitzentrum) Photos with English Commentary:
a) Friendly: SV Friedersdorf v TSV Mühlbeck
b) Berlin City Centre and Botanical Garden

Auch diese Woche begann Dienstag mit Groundhopping. Da eine gute Freundin mittlerweile in Berlin arbeitet, fuhr ich zu einem Termin vom alten Groundhopper in der Hauptstadt mit. Nach unseren beiden Treffen hieß es dann, sich aus dieser völlig überfüllten Ansammlung brandenburgischer Dörfer zu schieben: 8km bis zur Autobahn - 55 Minuten. Danach wurde es besser, sodass wir das Groundhoppingziel des Tages genauso wie unsere beiden Treffen zuvor genau 10 Minuten vor Beginn erreichten.

In Friedersdorf an der Mulde bei Bitterfeld fand ein lustiges Testspiel statt. Friedersdorf und Mühlbeck trennen zwei Ligen, aber die Sportanlagen sind direkt aneinander gebaut. Vom Graswall des Friedersdorfer Stadions zum Nebenplatz der Mühlbecker Sportanlage sind es 50m. Die zwei Sportplätze von Mühlbeck sind so ausbautenlos wie der Nebenplatz des Sport- und Freizeitzentrums Friedersdorf. Doch außer in Wiederherstellung befindlichen Tennisplätzen und einer mittleren Sporthalle hat dieses Sportzentrum vor allem ein richtig gutes Stadion zu bieten. Die Fußballstätte ist ziemlich weitläufig und hat einen enormen Graswall. Außer Bäumen steht da auch eine Tribüne drauf. 75 orange Schalensitze unter einem großen, nach unten gezogenen Wellblechdach. Praktisch und halbwegs schön gemacht!

Beim ausgesprochen gesprächigen und freundlichen Kassenwart entrichtete man den ermäßigten Preis von 2€ für dieses Nachbarschaftsduell. Der SV Friedersdorf war vom vereinsbesten Höhenflug abgestürzt: letzte Saison waren es fünf Punkte Rückstand aufs rettende Ufer in der Landesliga. Die Kreisliga, wo TSV Mühlbeck auf Platz 6 landete, wurde abgebrochen, da man durch die Flut von sinnlosen Nachholspielen, die man im Winter problemlos hätte austragen können, keinen Puffer mehr hatte, als die schweren Überflutungen im Juni kamen. In anderen Ländern, wo man auch in Extremsituationen noch organisieren kann, wartet man zwar, bis keine Helfer mehr gebraucht werden, macht gleichzeitig die Stadien ausfindig, in denen man spielen kann und trägt dann dort ganze Spieltage auf neutralem Platz von 8 Uhr morgens an Samstagen und Sonntagen aus – aber auf so etwas kommt man in Deutschland nicht, schon gar nicht im Land der Frühaufsteher, die auch entsprechend früh wieder müde werden...

Die Spieler waren aber auch am heutigen Abend noch ziemlich aufgeweckt. Vor allem die Favoriten kamen in einem guten Spiel rechtzeitig aus dem Knick. Zwei schöne Tore bis zur 15. Spielminute und die Partie schien entschieden. Doch dann machte der Kreisligist Druck. Ein Elfmeter wurde ihnen zwar verwährt, doch nach über einer halben Stunde wurde ein Solo zum Anschlusstreffer verwertet. Nach der Pause glich Mühlbeck sofort aus. Erst mit einem abgefälschten Freistoß konnte der hoch favorisierte Gastgeber den Siegtreffer nach 70 Minuten zum 3:2 markieren. In erster Linie sollte aber nicht die Leistung von Friedersdorf kritisiert, sondern die starke Darbietung der Mühlbecker gelobt werden! DSC03045SV Friedersdorf v TSV Mühlbeck (friendly match) Statistik:
- Grounds: 985 (heute 1 neuer; diese Saison: 14 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.869 (heute 1, diese Saison: 13)
- Tageskilometer: 410 (410km Auto)
- Saisonkilometer: 3.340 (2.950 Auto/ 390 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 141 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 368

W367VI: Das erste Oberligaspiel für den Club aus der Stadt der großen Laufvögel

Fußballclub Strausberg --------------------------------------- 1
Brandenburger SC Süd 1905 --------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 11. August 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: NOFV-Oberliga Nordost-Nord (5. Liga, 2. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 3. Ringo Kretzschmar, 1-1 56. Jakub Petrik
- Verwarnungen: Tim Bolte (Strausberg); Rene Goerisch (BSC Süd)
- Platzverweise: keine
- Spielort: sogenannte „Energie Arena“ an der Wriezener Straße (Kap. 5.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 279 zahlende und ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Bestenfalls durchschnittliches Niveau, aber enges und spannendes Spiel) DSC02810 Energie Arena Strausberg Photos with English Commentary:
a) Oberliga Football Match: FC Strausberg v Brandenburger SC Süd at so-called Energie Arena
b) Sightseeing Märkische Schweiz: Buckow, Neuhardenberg, Münchehofe, Garzin etc.

Nach der harten Radtour am Samstag kamen wir nicht so früh los, sodass wir gleich zum Stadion in Strausberg durchfuhren. Die sogenannte Energie Arena an der Wriezener Straße hat einen völlig unpassenden Namen, denn mit moderner 0815-Arena hat das zum Glück nichts zu tun, da in Strausberg. Nur eine Längsseite ist ausgebaut und zwar mit einer in den sehr hohen Hang gebauten Steintribüne, deren ersten fünf Doppelstufen mit Holzbänken bestückt sind. Einen schönen Sprecherturm in den Vereinsfarben Blau und Weiß gibt es auch. Hinter den Toren stehen hohe Bäume, der Graswall der anderen Längsseite ist ebenfalls mit Bäumen bewachsen.

6€ (weitreichende Ermäßigungen 4€) sind normal für die Oberliga. Das teilweise recht offensiv geführte und von einem sicheren Schiedsrichtergespann geführte Spiel war zwar nicht überragend aber besser als der Oberligadurchschnitt. Beide Teams erschienen sehr ausgeglichen, wobei die Laufvögel den besseren Start erwischten: ein Kopfballtreffer nach nur drei Minuten sollte lange halten. Erst in der zweiten Hälfte gelang den Gästen aus Brandenburg/ Havel ein Treffer aus ähnlicher Position, ebenfalls nach Flanke von links zum 1:1.

Stimmungsmäßig war es auch ein Unentschieden. Mit 300 Leuten war der Besuch natürlich schwach, aber ist halt Oberliga. Und 15 Gästefans sowie 30 Heimfans gaben sich alle Mühe mit Sprechchören, Gesängen und Beleidigungen Stimmung zu machen. Brandenburg Süd war ausdauernder, Strausberg irgendwie origineller und natürlich lauter da zahlreicher. DSC02831 FC Strausberg v Brandenburger SC Süd Nach dem Spiel fuhren wir mehrere Stunden lang durch die angrenzende Region namens Märkische Schweiz. Schöne Hügel und Wälder gibt es dort! Etliche nette Dorfkirchen, Seen, Schlösser und unbefestigte Straßen natürlich auch. Zuerst steuerten wir Pritzhagen wegen der Landschaft (Silberschlucht) an, dann ging es über Altfriedland nach Neuhardenberg. Das ehemalige Marxwalde hat ein tolles, von Friedrich Schinkel entworfenes Ensemble aus Schloss, Funktionsgebäuden und Kirche zu bieten.

Im benachbarten Wulkow gibt es ein kleines Schloss gegenüber der auf einem Hügel thronenden Feldsteinkirche. Ab dort werden die Wege durch die Schweiz grob gepflastert. Hinter Hemsendorf wird es schön eng und unbefestigt. Münchehofe hat eine tolle kleine Kirche. Buckow ist das Zentrum der Märkischen Schweiz und eine schöne Kleinstadt mit einigen historischen Gebäuden. In Hasenheide gibt es ebenso eine Feldtsteinkirche wie in Garzin. Garzau hat ein Schloss mit Feldstein-Pyramide im Schlosspark zu bieten. DSC02952 Dune near Münchehofe Statistik:
- Grounds: 984 (heute 1 neuer; diese Saison: 13 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.868 (heute 1, diese Saison: 12)
- Tageskilometer: 560 (560km Auto)
- Saisonkilometer: 2.930 (2.540 Auto/ 390 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 140 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

W367IV-V: 250km und zwei Tage mit dem Fahrrad unterwegs für ein Freundschaftsspiel vom TSV Leuna...

Blankenburger FV 1921 -------------------------------------- 6
TSV Leuna 1919 ------------------------------------------------ 0
- Datum: Samstag, 10. August 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel (Landesklasse Staffel 3 gegen Landesklasse Staffel 6; jeweils 8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-0 nach 88 Min. (45/43) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. (10), 2-0 55. (15), 3-0 62. (11), 4-0 63. (15), 5-0 76. (8), 6-0 87. (12)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportforum der Stadt Blankenburg (Kap. 4.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Bei einem Wochenendausflug mit 9 spielfähigen Spielern und dem Trainer kann man keine wettbewerbsfähige Leistung erwarten)

Arbeiter Sport Verein Eisleben 1992 AH ---------- o.W.
FSV Grün-Weiß Wimmelburg 1920 AH ----------- o.W.
- Datum: Freitag, 9. August 2013 – Anstoß: 18.35
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: ohne Ergebniswertung da Resultat unklar, weil nach regulärem Tor der sogenannte Schiedsrichter das Spiel regelwidrig mit Ecke weiterführte
- Tore: 0-1 62. (12); fällt aus der Wertung
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Karl-Fischer-Sportplatz, ASV Eisleben (Kap. 1.560, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 0,0/10 (Eigentlich braucht man zu dieser Scheiße, die inklusive Schiri-Leistung in keiner Phase etwas mit Fußball zu tun hatte, nur sagen: kein Wunder, dass MSH als dümmster Landkreis Deutschlands gilt) DSC02656 Sportforum Blankenburg Photos with English Commentary:
1) Pre-Season: TSV Leuna visiting Blankenburger FV at Sportforum Blankenburg 
2) Veterans: ASV Eisleben v Grün-Weiß Wimmelburg at Karl-Fischer-Sportplatz

a) Eisleben Old Town 
b) Sylda/ Arnstein Castle 
c) Ballenstedt Old Town 
d) Meisdorf Palace
e) Thale Rock Formations 
f) Castle Ruins Lauenburg  and Stecklenburg
g) Ermsleben Konradsburg Castle 
h) Falkenstein Castle
i) Rock Fortress Regenstein 
j) QUEDLINBURG: Album I ; Album II
k) Winter in Blankenburg 

l) BLANKENBURG, GERNRODE, HARZBURG, HOYM  DSC02706 Blankenburger FV v TSV Leuna 1919 Beim Testspiel in Burgwerben - von Merseburg aus hin und zurück 40km - meinte Gisbert, dass er ein besonders interessantes Testspiel für uns hätte. Die Lenzens fragten nach unserer Zusage, ob wir da auch mit dem Rad hinfahren würden: Blankenburg/ Harz ist von Merseburg aus hin und zurück 230km. Nach ein bisschen Routenplanung wirkte das Ganze gar nicht mehr so abwegig – dass wir das in einem Tag machen sollen, hat ja keiner erwähnt...

Also brachen wir am Freitag um 15 Uhr mit den Rädern in Richtung Harz auf. Wir fuhren über Eisleben, da wir kein anderes Altherrenspiel auf dem Weg finden konnten. Die Fußballer im Harzkreis müssen alle Analphabeten sein, da kein Verein eine aktuelle Website hat oder gar eine Seite, auf der sie ihre Alten Herren (die aber fast jeder Club hat) vorstellen. Also blieben wir Freitag noch in Mansfeld-Südharz, da Wimmelburg samt ihrer Alten Herren eine hervorragend aktuelle Website hat, auf der ein Spiel beim ASV Eisleben angesetzt war.

Die Wimmelburger haben übrigens auch einen tollen Sportplatz und einen interessanten Nebenplatz.  Der Sportplatz des ASV Eisleben ist aber auch nicht schlecht: eine enge und etwas zugewuchert Einfahrt, primitive Containerbauten als Unkleiden und ein großer, von Graswällen auf drei Seiten umgebener Dorfacker. Einige Holzbänke auf der Wallkrone, Bäume und Gestrüpp drumherum, etwas Industriebrache... Benannt ist der Sportplatz – wie auch die angrenzende Straße, von der aus man den Platz betritt – nach einem Eisleber Arbeiter, der sich auch als Autor betätigte: Karl (auch: Carl) Fischer. Ich dachte daher, dass ASV – eine Abkürzung, die nirgendwo erklärt wird – für Arbeiter Sport Verein steht. Zu meiner Überraschung gab es aber Vereinsangehörige, die wirklich wussten, wofür das „A“ steht. Im Spaß meinte eine, die es wahrscheinlich auch war, „Arbeitslosen Sport Verein“ – aber im Ernst erklärte einer meinem Vater, dass es der „Allgemeine Sport Verein 1992“ ist.

Ich hatte in Wimmelburg einmal ein wirklich gutes Spiel der Grün-Weißen Altherren gesehen, doch was der Gast dort heute bot, hatte mit Fußball nichts zu tun. Keinerlei Laufarbeit, im Stand Fehlpässe ohne Ende und Schüsse die das Tor um 10 Meter verfehlten oder als Kullerbälle auf den unsicheren Schlussmann gingen. Auf der Gegenseite genau so eine Scheiße: der ASV bemühte sich wenigstens, konnte aber keinen Ball annehmen geschweige denn aufs Tor bringen. Eine einzige gute Chance hatten sie: nach einem Stürmerfoul gab es ein Foul im Strafraum am ASV-Angreifer, das der „Schiedsrichter“ auf Drängen der Gäste mit Freistoß vorm Strafraum ahndete – dieser wurde ganz gut hereingebracht und per Kopf an die Latte gesetzt.

Und da wären wir auch schon beim eigentlichen Hauptakteur dieses Spiels, dem sogenannten Schiedsrichter: der 15jährige kannte die Regeln höchstens ansatzweise, pfiff immer so, wie es ihm gesagt wurde und selbst dann nicht richtig. Nach einer normalen Zurechtweisung durch einen völlig zu Recht genervten Wimmelburger rastete seine auf der Trainerbank sitzende Mutter, die genauso unterbelichtet war wie er, fast aus und pöbelte lächerlich herum. Den Vogel schoss der Junge, der wahrscheinlich noch nie im Verein Fußball gespielt hat, dann allerdings erst ab, als er nach dem regulären Wimmelburger Tor auf die Abseitsforderungen der Eisleber mit einem Eckstoß reagierte. Der Ball war im Tor und er gibt Ecke, da Abseits gerufen wird! Dadurch wusste niemand so recht, wie das Spiel eigentlich ausging und ich entschied mich einfach dazu, es nicht zu werten. Es zählt nicht in die Spiele-ohne-0:0-Statistik, nicht in die Trefferstatistik und auch nicht in die Ergebnisliste. Ein Sportgericht hätte ein Pflichtspiel mit einer solchen Szene schließlich neu angesetzt, da der Schiedsrichter das Spiel nach einer entscheidenden Szene nicht regelkonform fortführte.

Natürlich, klar. Der Spacko war ja erst 15, wahrscheinlich zum ersten Mal an der Pfeife und bei so einer Mutter kann man auch keinen vernünftigen Bildungsstand beim Jungen erwarten – aber so etwas ist eigentlich nicht mehr lustig. Nicht nur, dass das Spiel eines der schlechtesten war, das ich je gesehen habe. Wenn ich sehe, wie der Nachwuchs drauf ist – dieser lächerliche Schiri und diese nervig neugierigen und unglaublich doofen Dorfkinder die um uns herum tobten – weiß ich nur zu gut, warum Mansfeld-Südharz als der dümmste Landkreis Deutschlands gilt. Eine der stärksten, reichsten und wichtigsten Regionen Deutschlands – das Mansfelder Land – ist seit Jahrzehnten völlig auf dem Müll. Dass hier nur wenig mehr als 80% der Schüler einen Abschluss erreichen,  konnte man sich lebhaft denken, bei so dummen Wänstern wie dort auf dem Fußballplatz. Ich fang jetzt nicht an, noch die Statistiken zu verlinken, die auf die extremen Arbeitslosenquoten, die wahnsinnigen Bildungsdefizite und die extremen Krankheitstage der arbeitenden Bevölkerung eingehen... Das Mansfelder Land ist in vielen Punkten einfach heruntergekommen, was man nicht nur beim Sport als Spiegelbild der Gesellschaft dauernd gezeigt bekommt, sondern auch wirklich traurig ist!

Wir hatten noch bei Hotel Rammelburgblick angerufen, dass wir nach der Eincheckzeit erscheinen und fuhren dann in etwas mehr als einer Stunde bis Saurasen hoch. Auf Höhe der auf dem gegenüberliegenden Berggipfel liegenden Rammelburger Schlossruine liegt zwischen Mansfeld und Harzgerode ein bekanntes Gasthaus mit Hotel an der Harzhochstraße. Der Blick ist herrlich, die Zimmer ganz gut, das Frühstück für 5€ auch in Ordnung (könnte aber auch früher als um 8 beginnen) – doch für 55€ pro Doppelzimmer (33€ das Einzelzimmer) kann man noch etwas mehr erwarten bzw. bei dem Niveau dann einen niedrigeren Preis. Das Restaurant scheint auch überteuert zu sein. Immerhin ist der aus dem Ort stammende Besitzer ausgesprochen freundlich und sein Personal (derzeit türkische Praktikanten: der Chef aus Gernrode ärgert sich nämlich über die unfähigen Leute aus MSH, die in seinem Betrieb nur Mist bauen) macht ebenfalls einen positiven Eindruck. DSC02504 Karl-Fischer-Sportplatz, home of ASV Eisleben Nach dem Frühstück gelangten wir am nächsten Morgen über Bundesstraßen und Nebenstraßen und über Harzgerode mit seinem mickrigen Schloss, Alexisbad mit Architektur aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert sowie Mägdesprung mit dem Obelisken nach Gernrode. Hauptsehenswürdigkeit ist die romanische Basilika: sehr authentisch, sehr schön ausgestaltet, aber mit 1€ und 5€ Fotogebühr sehr touristisch ausgelegt. Es gibt auch einige schöne Fachwerkbauten und enge Gassen im Ort. An den architektonisch ansehnlichen Neinstedter Anstalten und dem extrem hässlichen Thale vorbei, kamen wir in Blankenburg an. Die Schlossanlagen mit Gärten und der Kern der Altstadt mit Rathaus, Kirche und Fachwerkgebäuden ist sehr sehenswert. Schlecht steht es aber um die Gastronomie: in der Innenstadt hat die Hälfte der Lokale dicht gemacht und das scheiß Sportlerheim im Sportforum hat unmögliche Öffnungszeiten.

Wie auch immer, im Sportforum sorgten wir bei den Leunaern für gute Laune: waren die Groundhopper also wirklich so bekloppt, hier mit dem Rad hinzufahren...

Das Stadion ist sehr schön gelegen: Schlossblick und in die offene Harzlandschaft schaut man hinein. Architektonisch ist es nicht uninteressant. Alles etwas neu und steril, Ausbau auf den Längsseiten, ziemliche Höhenunterschiede – aber alles im Sportforum drin: ein Nebenplatz mit Ausbauten, eine Sporthalle und ein Sporthotel. Dort machten halt die neun spielfähigen Leunaer zusammen mit dem Trainer und mehreren verletzten Spielern einen Wochenendurlaub...

Nun ja, anders kann man halt nicht beschreiben, was da auf dem Platz los war. Der Blankenburger FV nahm nicht mal Eintritt. Dabei waren sie starker Dritter in Staffel 3 und Leuna holte wenigstens einen 9. Platz in Staffel 6 der Landesklasse. Auch Blankenburg schien nicht mit voller Kapelle angetreten zu sein, doch gegen 7 Landesklasse-, 2 Nachwuchsspieler, den Trainer und einen Gastspieler der Blankenburger reichte es zu einem billigen 6:0 Sieg. Zwei der Treffer wurden aus Abseitsposition erzielt. Alle Treffer waren Konter. Bis kurz nach der Halbzeit hatte Leuna auch noch sehr gut mithalten können und sich mehrere Chancen erspielen können. Dass dieses Ergebnis nichts über die Erwartungen, die man nächsten Samstag in Hohenmölsen-Großgrimma an Leuna stellen kann, zu tun hat, dürfte klar sein! DSC02666 Sportforum Blankenburg Auf der Rückfahrt passierten wir etliche interessante und äußerst sehenswerte Orte, die wir fast alle schon kannten. In Sichtweite fuhren wir an Falkenstein und Konradsburg vorbei. In Quedlinburg fuhren wir am Rand der riesigen historischen Altstadt vorbei. Hoym lohnt einen kurzen Zwischenstopp, da es dort eine Kirche und ein Schloss gibt. Als wir Merseburg gegen 23.15 erreicht hatten, hatten wir über 245km in den beiden Tagen zurück gelegt. DSC02616 Gernrode basilica Statistik:
- Grounds: 983 (Freitag und Samstag je 1 neuer; diese Saison: 12 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.867 (Freitag und Samstag je 1, diese Saison: 11)
- Tageskilometer: 250 Fahrrad (Freitag: 80km, Samstag: 170km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 2.370 (1.980 Auto/ 390 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 139 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Freitag, 9. August 2013

W367III: Ein weiteres Testspiel in Leipzig – zwei Tore in den letzten zwei Minuten

SV Schleußig 1990 --------------------------------------------- 3
Roter Stern Leipzig 1999 II ---------------------------------- 3
- Datum: Donnerstag, 8. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (beide 1. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2; 10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 10. (10), 1-1 17. (4), 1-2 70. (2), 2-2 77. (7), 3-2 89. (10), 3-3 90. (Foulelfmeter, 13)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Nonnenwiese (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches aber torreiches Testspiel)
 DSC02446 Sportanlage Nonnenwiese 
Photos with English Commentary:
Pre-Season in Leipzig: SV Schleußig v Roter Stern Reserve

Donnerstag war mal wieder Zeit für ein Testspiel in Leipzig. Auf der Nonnenwiese in Schleußig, wo es zwei ausbautenlose Großfeldplätze gibt und ich beim ersten Besuch nur ein Jugendspiel auf dem Nebenplatz gesehen habe, fand ein Testkick zweier Stadtklasseteams statt. Was auch immer diese Ansetzung sollte – beide Teams spielen noch zwei Mal gegeneinander, da sie sogar in derselben Staffel kicken – das Spiel war nicht schlecht und auch sehr ausgeglichen. Schleußigs Erste Mannschaft war ja auch 8. und Roter Sterns Zweite Mannschaft 9. in der Vorsaison.

Die paar Zuschauer, die das Spiel sehen wollten, sahen schon nach 10 Minuten den ersten Treffer. Gute Ballbehandlung des Schleußiger Torschützen! Einige Minuten später gelang allerdings der Ausgleich. Nach der Pause ging nach etwas Leerlauf der Gast mit einem tollen Freistoß der nach 25 Metern Flugbahn aufsetzte und in den langen Winkel sprang, in Führung. Schleußig ging dann etwas überraschend erneut in Führung: ein Doppelschlag innerhalb von 12 Minuten, der dritte Treffer dabei in der 89. Eine Minute später entschied der souveräne und unauffällige – nur deutlich zu spät erschienene – Unparteiische zum ersten Mal falsch: hätte er Vorteil laufen lassen, hätte der RSL-Stürmer gleich einnetzen können. Er hätte auch einfach den Treffer zählen können, aber so gab er wegen des Fouls am Torschützen vorher einen Elfmeter. Dieser wurde souverän zum verdienten 3:3 verandelt.

In Regen und Gegenwind fuhren wir nach Merseburg zurück. Die Tour war recht locker, aber morgen und übermorgen geht es in Sachen Fahrrad-Groundhopping richtig los. Ein neuer Entfernungsrekord wird aufgestellt. Alles für den TSV, sag ich nur...!
 DSC02477 SV Schleußig 1990 v Roter Stern Leipzig II 
Statistik:
- Grounds: 981 (heute 1 neuer; diese Saison: 10 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.865 (heute 1, diese Saison: 9)
- Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 2.120 (1.980 Auto/ 140 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 138 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]

- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Donnerstag, 8. August 2013

W367II: Dessau-Roßlauer Nachbarschaftsduell

SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------- 1
SV Dessau 1905 ------------------------------------------------ 2
- Datum: Mittwoch, 7. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Landesliga Sachsen-Anhalt, Süd; 7. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. Christian Heß, 1-1 63. Lukas Schuhmacher, 1-2 69. Volker Nickels
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Elbesportpark (Kap. 2.500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon mind. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Teilweise etwas zerfahrene, aber weitestgehend unterhaltsame Partie) DSC02366 Elbesportpark Roßlau 
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Germania Roßlau v Dessau 05 – Album Includes Pictures of Roßlau Old Town
b) Some Older Pictures: Dessau I, Dessau II and Wörlitz

Mittwoch ging es in eine von mir nicht sonderlich geschätzte Gegend des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dessau ist eigentlich eine hässliche Stadt und reichlich überschätzt aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung. Das berühmte Wörlitzer Gartenreich liegt kilometerweit außerhalb des verbauten Zentrums. Aber auch einige Kilometer außerhalb dieses Stadtzentrums liegt ein nicht uninteressanter Vorort namens Roßlau, der lange eine eigene Stadt war. Einmal über die Elbe, schon steht man in der Ansammlung weitestgehend primitiver und oft heruntergekommener Ackerbürgerhäuser. Interessant ist hier aber eine sanierte Wasserburg und auch die nördlich des gesichtslosen Marktplatzes gelegene Marienkirche, die innen hervorragend gestaltet ist, lohnt sich. Wenn man in Roßlau etwas anschaut, wird man übrigens von den einen blöd angeglotzt („Was, Fremde gucken sich hier was an? Guck mal auf die Autonummer!“) oder freundlich angesprochen. Die Kirchenführerin ist da in zweierlei Hinsicht eifrig: religiös eifrig und auch touristisch.

Der Grund unseres Besuchs war ein Testspiel von Germania Roßlau in ihrem schönen Elbesportpark. Der ist zum Glück ein ganzes Stück vom Fluss weg, an Bahnanlagen und engen Vorstadtstraßen von Bäumen umgeben gelegen. Die Anlage ist sehr weitläufig mit mehreren, ziemlich verrotteten und ausbautenlosen Nebenplätzen, Tennisanlagen, einem großen und einen guten Eindruck hinterlassenden Vereinsheim an das auch der Sprecherturm gebaut ist. Der Eingangsbereich ist auch ganz nett gestaltet, auf altmodisch gemacht ist z.B. ein Stein für die fürs Vaterland gefallenen von 1870/71, 1914-18 und 1939-1945 sowie ein weiterer Stein mit Vereinsschriftzug „Germania Roßlau“. Allerdings verlangte der Alte am Einlass – zum ersten Mal bei den Testspielen die ich diese Saison besuchte – den vollen Ligaspielpreis von 3€ (ermäßigt 2€). Für die Dreistigkeit bekam man aber noch gute Sitzplätze auf alten Holzbänken, die auf der Mitte der dreireihigen Gegentribüne und auf dem Oberhang der dreireihigen Hintertorkurve stehen. Rechts vom Sprecherturm ist eine vierreihige Haupttribüne – von Kiefern beschattete, massive Steinstufen – und die andere Kurve ist auffällig zugewuchert.

Das Spiel wurde von einem auffällig dürftigen Schiedsrichtergespann geleitet: klare Fouls wurden laufen gelassen, dafür bei gleicher Höhe und passivem Abseits dauernd gewunken. Diese perverse neue Abseitsregelung sollte man als Amateurschiedsrichter prinzipiell ignorieren – dass die scheiß Amateurverbände zu dumm sind, sich gegen solche kranken DFB-Richtlinien durchzusetzen und mit diesen Drecksregeln nur die Unparteiischen verunsichert, zeigt nur ihre Unfähigkeit und Entfremdung von den Spielern und Fans der unteren Klassen. Einige der Abseitsentscheidungen, hauptsächlich des zwanghaften Abseitswinkers der vor der Gegentribüne dauernd rumwedelte – waren ohnehin bei jeder Regelauslegung falsch. Wenn der dauernd winken will, soll er eine Vereinsfahne nehmen und sich damit auf die Tribüne stellen! Der Schiri hatte auch noch die Karten vergessen, sonst hätte er für jede Mannschaft zwei gelbe zeigen müssen!

Das Spiel war durchschnittlich, aber schon recht unterhaltsam. Anfangs tat sich Dessau sehr schwer mit dem unterklassigen Gegner. Hätte Roßlau nicht so schlechte Stürmer, wären die Dessauer nie mit dem Pillepalle vorm eigenen Strafraum ohne Gegentor weggekommen. Nach 25 Minuten traf Roßlau nach Standardsituation zwar per Kopf, aber das hätte längst das 3:0 oder 4:0 sein müssen. So gelang Dessau noch ohne allzu großen Aufwand das Spiel nach der Pause zu drehen. Zwei Mal trocken eingenetzt und das war’s. Die zweite Halbzeit wurde ohnehin deutlich von den Gästen bestimmt, die zwar 10 Feldspieler wechseln konnten, aber wie die junge Frau neben mir meinte, nicht einmal den Ersatztorhüter dabei hatten sondern 90 Minuten lang einen dritten Ersatzmann zwischen den Pfosten. Der hielt sich allerdings bei allen Unsicherheiten und dem Fakt, dass der Kopfball zum Gegentor haltbar war, noch ziemlich gut. Die Niederlage Roßlaus lag allerdings weniger an der Torhüter- und Abwehrleistung Dessaus, sondern am schwachen Germania-Sturm.
Während einige Roßlauer noch leere Bierbecher auf der Steintribüne verbrannten, machten wir uns zügig nach Merseburg zurück.
 DSC02350 Marienkirche Roßlau  
Statistik:
- Grounds: 980 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.864 (heute 1, diese Saison: 8)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 2.050 (1.980 Auto/ 70 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 137 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367