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Donnerstag, 1. Mai 2014

W405I: Drei Tore, Rote Karten und Roter Nebel in der Verlängerung beim Stadtpokal

Spiel- und Sportverein Markranstädt II .................... 5
Roter Stern Leipzig 1999 ............................................. 2
- Datum: Mittwoch, 30. April 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Stadtpokal Leipzig, sogenannter „Wernesgrüner Stadtpokal”; Halbfinale (beide Teams Kreisoberliga Leipzig, d.h. 8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-2 nach 124 Min. (45/49; 16/14) – Halbzeit: 1-2, Reguläre Spielzeit: 2-2, 1. Halbzeit Verlängerung: 4-2, Endstand nach Verlängerung: 5-2
- Tore: 1-0 14. Vincent Müller, 1-1 18. Johannes Rohrbach, 1-2 22. Rudolf Seufert, 2-2 72. Robert Klauss; 3-2 93. Robert Klauss, 4-2 96. Andreas Fricke, 5-2 110. Pavel Pfeiffer
- Verwarnungen: Steven Klitzing, Andreas Fricke (Markranstädt); 2x Sebastian Heyn, 2x Rudolf Seufer, Stefan Meißner, Paul Kroneck, Johannes Rohrbach (Roter Stern)
- Platzverweise: Sebastian Heyn (Roter Stern; 104. Min. wdh. Foul), Rudolf Seufer (Roter Stern; 108. Min. wdh. Foul)
- Spielort: Stadion am Bad (Kap. 5.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 250 (davon 201 Zahlende und ca. 230(!) Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Das Spiel hatte einige Längen, aber dafür auch viele Tore und Karten zu bieten)  
Photos with English Commentary:
Leipzig City Amateur Football Cup: SSV Markranstädt Reserves v Roter Stern Leipzig 

Am 30. April gibt es abends oft Kreispokalspiele oder andere unterklassige Kicks. Es war zwar kein neuer Ground drin, aber ein ganz interessantes Spiel. Im Leipziger Stadtpokal trafen der Tabellenführer der Stadtoberliga, SSV Markranstädt II a.k.a. Red Bull Leipzig IV und der weit zurückliegende Tabellensechste, Roter Stern Leipzig a.k.a. Connewitzer Anti-Fa Chaoten, aufeinander.

Gespielt wurde im Stadion am Bad und nachdem in den ersten Minuten rein gar nichts lief, riss der Gastgeber das Spiel an sich und netzte zum 1:0 ein. Irgendwie drehte Roter Stern innerhalb von fünf Minuten das Spiel mit einer tollen Bogenlampe aus einem ruhenden Ball und einem starken Direktschuss ins lange Eck. Nach der Pause tat sich Markranstädt weiter schwer. Die Farmbullen hatten weitaus mehr Torchancen und Ballbesitz, Roter Stern wurde dadurch auch zu deutlich mehr Fouls gezwungen, doch Treffer gab es bis kurz vor Schluss keine. Nach dem hochverdienten Ausgleich scheiterte SSV II noch an einem Sterne-Abwehrspieler der auf der Linie stand.

Die Verlängerung begann schon gleich erfolgreich für die Gastgeber: innerhalb weniger Minuten war das Spiel mit zwei Treffern entschieden. Innerhalb weniger weiterer Minuten war dann auch das Kontingent von Roter Stern auf 9 Spieler verringert: zwei gelb-rote Karten wegen wiederholter Foulspiele. Mit zwei Mann mehr spielte Markranstädt die Zeit locker runter und setzte sogar noch einen drauf: der Doppeltorschütze Klauss setzte einen Elfmeter an den Pfosten, sein Mitspieler haute den Nachschuss ins lange Eck.

Den Großteil der Verlängerung verbrachte ich Übrigens vor der Fressbude, da die schwachsinnigen Dorfdeppen, die da Bier ausschenkten und Bockwurst verkauften, zu blöd waren, 20 Leute in weniger als 20 Minuten zu bedienen…
Die besagte Verlängerung wurde dann von den Roter Stern-Fans – das heißt dem harten Kern; denn etwa 230 der mindestens 250 Zuschauer waren für den Gast! – von einer netten Pyroeinlage mit roten Bengalos und goldgelben Wunderkerzen gekrönt. Der Nebel der Aktion war auch nach Spielschluss aufgrund der Windstille nicht verzogen…  
Statistik:
- Grounds: 1.101 (kein neuer; diese Saison: 130 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.033 (heute 1; diese Saison: 177)
- Tageskilometer: 50 (50km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 55.140 (53.530 Auto/ 1.510 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 29 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 405

Freitag, 9. August 2013

W367III: Ein weiteres Testspiel in Leipzig – zwei Tore in den letzten zwei Minuten

SV Schleußig 1990 --------------------------------------------- 3
Roter Stern Leipzig 1999 II ---------------------------------- 3
- Datum: Donnerstag, 8. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (beide 1. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2; 10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 10. (10), 1-1 17. (4), 1-2 70. (2), 2-2 77. (7), 3-2 89. (10), 3-3 90. (Foulelfmeter, 13)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Nonnenwiese (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches aber torreiches Testspiel)
 DSC02446 Sportanlage Nonnenwiese 
Photos with English Commentary:
Pre-Season in Leipzig: SV Schleußig v Roter Stern Reserve

Donnerstag war mal wieder Zeit für ein Testspiel in Leipzig. Auf der Nonnenwiese in Schleußig, wo es zwei ausbautenlose Großfeldplätze gibt und ich beim ersten Besuch nur ein Jugendspiel auf dem Nebenplatz gesehen habe, fand ein Testkick zweier Stadtklasseteams statt. Was auch immer diese Ansetzung sollte – beide Teams spielen noch zwei Mal gegeneinander, da sie sogar in derselben Staffel kicken – das Spiel war nicht schlecht und auch sehr ausgeglichen. Schleußigs Erste Mannschaft war ja auch 8. und Roter Sterns Zweite Mannschaft 9. in der Vorsaison.

Die paar Zuschauer, die das Spiel sehen wollten, sahen schon nach 10 Minuten den ersten Treffer. Gute Ballbehandlung des Schleußiger Torschützen! Einige Minuten später gelang allerdings der Ausgleich. Nach der Pause ging nach etwas Leerlauf der Gast mit einem tollen Freistoß der nach 25 Metern Flugbahn aufsetzte und in den langen Winkel sprang, in Führung. Schleußig ging dann etwas überraschend erneut in Führung: ein Doppelschlag innerhalb von 12 Minuten, der dritte Treffer dabei in der 89. Eine Minute später entschied der souveräne und unauffällige – nur deutlich zu spät erschienene – Unparteiische zum ersten Mal falsch: hätte er Vorteil laufen lassen, hätte der RSL-Stürmer gleich einnetzen können. Er hätte auch einfach den Treffer zählen können, aber so gab er wegen des Fouls am Torschützen vorher einen Elfmeter. Dieser wurde souverän zum verdienten 3:3 verandelt.

In Regen und Gegenwind fuhren wir nach Merseburg zurück. Die Tour war recht locker, aber morgen und übermorgen geht es in Sachen Fahrrad-Groundhopping richtig los. Ein neuer Entfernungsrekord wird aufgestellt. Alles für den TSV, sag ich nur...!
 DSC02477 SV Schleußig 1990 v Roter Stern Leipzig II 
Statistik:
- Grounds: 981 (heute 1 neuer; diese Saison: 10 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.865 (heute 1, diese Saison: 9)
- Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 2.120 (1.980 Auto/ 140 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 138 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]

- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Sonntag, 18. November 2012

W329III: Auf Leipziger Nebenplätzen und in Nebenhallen

SV Brehmer Leipzig D ------------------------------------ 3
Roter Stern Leipzig D ------------------------------------- 2
Datum: Sonntag, 18. November 2012 – Anstoß: 11.00
Wettbewerb: 1. Stadtklasse Leipzig, D-Junioren/ Staffel 2 (4. Spielklasse der 10-12jährigen)
Ergebnis: 3-2 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: ?-?
Tore: k.A., 3-1 50., 3-2 57.
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Brehmer, Kleinfeld (Kap. 700 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Das, was wir noch mitbekamen, machte einen guten Eindruck!)

SV Brehmer Leipzig II ------------------------------------ 4
Vuslat Leipzig 2003 ---------------------------------------- 1
Datum: Sonntag, 18. November 2012 – Anstoß: 12.30
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 4-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
Tore: 1-0 7. (Nr. 23), 1-1 30. (Nr. 6), 2-1 32. (Nr. 23?), 3-1 63. (Nr. 2), 4-1 69. (Foulelfmeter, Nr. 2)
Gelbe und Rote Karten: Die hatte Sportfreund Thalheim heeme liegen gelassen…
Spielort: Sportplatz Brehmer, Großfeld 2 (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 10 (davon Gästefans: ca. 2)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Engagiert und offensiv geführtes, aber natürlich nicht gerade hochklassiges Spiel)

SG DHfK Leipzig / NHV Concordia Delitzch II --- 30
Chemnitzer Handball Club ----------------------------- 24
Datum: Sonntag, 18. November 2012 – Anwurf: 15.00
Wettbewerb: Verbandsliga Sachsen/ West (6. Handballliga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 30-24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12-12
Tore: k.A. (DHfK/ NHV); k.A. (CHC)
Gelbe Karten: 3x (DHfK/ NHV); 3x (CHC)
Zwei-Minuten-Strafen: 12 Minuten (DHfK/ NHV); 6 Minuten (CHC)
Platzverweise: keine
Spielort: Spielhalle Arena Leipzig (Kap. 250 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ansehnliches Handballspiel) IMG_4300 Photos with English Commentary:

Am Sonntag ging es mal wieder nach Leipzig. Heute suchten wir uns – da wir ja alle Hauptplätze schon kennen – mal wieder Nebenplätze aus. Unverhofft waren es dann drei statt zwei solcher sekundärer Sportanlagen. Dass wir beim SV Brehmer, dessen ansehnliches kleines Stadion wir schon seit letzter Saison kennen, nicht nur ein Spiel auf dem Großfeldplatz 2, sondern auch noch ein weiteres auf dem Kleinfeldplatz (Platz 3) zu sehen bekamen, lag dann an der sprichwörtlichen türkischen Pünktlichkeit der Gastmannschaft aus Paunsdorf. 30 Minuten sind noch keine Verspätung…

Bis Vuslat endlich vollzählig aufgekreuzt war, sahen wir uns die zweite Hälfte des Spitzenspiels in der D-Jugend Stadtklasse an. Brehmer erkämpfte sich die Tabellenführung, wobei wir nur noch die zwei Tore der Gastmannschaft aus Connewitz bzw. Delitz-Dösen zu sehen bekamen. Der 3:2 Anschlusstreffer per Tunnel kam allerdings zu spät für die Nachwuchs-Antifaschisten. So holte sich Brehmer die Tabellenspitze.

Unter der genialen Leitung des Schiedsrichters Matthias Thalheim, fing das Spiel zwischen der Reserve von Brehmer und dem Verein Vuslat 2003 mit über 30 Minuten Verspätung an. Brehmer ist ja schon ein ungewöhnlicher Vereinsname – der Verein heißt nach den Gründern des ortsansässigen Druckereiunternehmens, was man an dem aufgeschlagenen Buch (nein, das ist kein Koran, wie der in arabischen Ländern weilende Groundhopper sofort assoziieren würde) im Vereinswappen erkennen kann – doch Vuslat ist noch ungewöhnlicher. Wer denkt, dass alle türkischen Clubs auf „spor“ enden, wird hier eines Besseren belehrt. Vuslat 2003 (= iki bin üç) heißt „Vereinigung“ und ist einer der ganz wenigen türkischen Sportvereine im Osten Deutschlands. Warum es anscheinend nur türkische Spieler dort gibt und die allermeisten sehr dürftiges Deutsch sprachen, war mir allerdings nicht erklärlich. Sonst sind die in Leipzig nicht so abgeschottet – so gut wie jeder Club der Stadt hat ja auch ausländische Spieler und Zuwanderer aller möglicher Nationen in seinen Reihen.

Vor dem Spiel war Vuslat jedenfalls nur Letzter mit zwei Punkten, während Brehmer schon 11 erringen konnte und auf Platz 5 stand. Das merkte man dann auch gleich, als Brehmer II ein schneller Treffer ins lange Eck gelang. Nach und nach kam jedoch Vuslat besser ins Spiel. Nach einigen vergebenen Chancen erzielten sie den verdienten Ausgleich mit einem Schuss ins kurze Eck. Doch das 2:1 durch einen groben Torwartfehler folgte auf den Fuß. Ohnehin war die Leistung beider Torhüter selbst für diese Klasse schwach – die sind beide ganz bestimmt nicht schon seit der F-Jugend ununterbrochen Torhüter…

Auch nach dem Seitenwechsel war der Club, der seine Heimspiele in Paunsdorf auf dem Nebenplatz des Fortuna Sportparks austrägt, die aktivere Mannschaft. Allerdings nicht die bessere, denn man merkte schnell, woran es bei Vuslat hapert: Die kriegen kaum mal den Ball im Tor unter und lassen sich dann auskontern. Brehmer war einfach geschickter und zog auf 4:1 davon.

Trotz des recht klaren Ergebnisses war dieses Spiel bis zum Schluss sehr engagiert geführt. Unfair war es in keiner Phase, allerdings meckerten beide Mannschaften ziemlich viel. Entgegen aller klischeebeladenen Befürchtungen meckerte Brehmer übrigens noch mehr und noch unsinniger an Schiedsrichterentscheidungen oder Fehlverhalten von Gegenspielern herum als Vuslat. Als ein Ball 30cm vor der Torlinie weggeschlagen wurde, reklamierten zum Beispiel etliche „Brehmer“ Tor. Das ein oder andere gelbwürdige Foul von dem ein oder anderen Kicker der einen oder der anderen Mannschaft ließ Sportfreund Thalheim übrigens entweder großzügig laufen oder pfiff es ab und beließ es dann bei mündlichen Verwarnungen. Kaum eine Entscheidung war zweifelhaft, die Linie der Spielleitung absolut klar. Man muss sich zwar fragen, ob es immer so sinnvoll ist, die Karten zu Hause liegen zu lassen – aber es klappte ja auch bei diesen aus jeweils 11 Meckerern bestehenden Teams heute…
IMG_4327 Schließlich fuhren wir noch zur Arena Leipzig – allerdings nicht um uns zu überhöhten Preisen das Frauenbundesligaspiel des HCL anzugucken. Auch die Arena Leipzig hat einen Nebenplatz – oder vielmehr eine Nebenhalle. Oder sollte man es Nebenzimmer nennen? Ich habe noch nie eine Sporthalle gesehen, die höher erscheint als breit und lang! Aber die Ballspielhalle der Arena, die sich innerhalb der Arena befindet, ist genau so gebaut. Die Tribüne fasst 250 Zuschauer und das reicht auch beim Spiel des 3. gegen den 2. der Verbandsliga Westsachsen. Die Spielgemeinschaft aus SG Deutsche Hochschule für Körperkultur Leipzig und Neuer Handballverein Concordia Delitzsch 2010 II (eigentlich nur die II. von Delitzsch und somit die III. von der DHfK) traf auf den Chemnitzer HC. Für nur 2€ (ermäßigt sogar nur 1€) war man in dieser seltsamen Halle, die die inkompetenten Gestalten an der Hauptkasse der Arena übrigens gar nicht kannten, dabei.

Chemnitz verschlief den Beginn und geriet mit 3:0 in Rückstand, doch kämpfte sich selbst nach der zweiten Schwächephase, in der sie 10:5 hinten lagen, noch mal zurück. 12:12 bei Pause. In einem hochklassigen Spiel, das im zweiten Spielabschnitt etwas nachließ, erlaubte sich der CHC eine dritte Schwächephase, die auch mit einer nach 31.20 auf der Uhr genommenen Auszeit (!) nicht zu kompensieren war. Nun sah es phasenweise nicht mehr nach einem Spitzenspiel aus. Auch vereinzelte Fehlentscheidungen der mittelmäßigen Schiris zugunsten der Chemnitzer halfen da nichts mehr. 30:24 war das am Ende doch relativ deutliche Resultat.
IMG_4340 Statistik:
Grounds: 823 (heute 3 neue; diese Saison: 55 neue)
Sportveranstaltungen: 1.657 (heute 3, diese Saison: 80)
Tageskilometer: 90 (90 Fahrrad)
Saisonkilometer: 19.840 (18.450 Auto/ 1.310 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 329

Montag, 23. März 2009

WE138II: Fußball in Leipzig: Eiche Wachau, Sternburg-Brauerei, Linksextreme aus Connewitz und MoGoNo

Eiche Wachau 3:0 Sternburg Lützschena-Stahmeln
Sonntag, 22.März 2009 - Anstoßzeit 12.00
3. Stadtliga Alte Herren (3. Liga von 4 Leipziger Altherrenligen)
Ergebnis: 3:0 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 10. (?), 2:0 66. (?), 3:0 88. (?)
Verwarnungen: Nr. 3 von Sternburg wegen Meckern nach Foul
Platzverweise: keine
Sportplatz: Sportplatz an der Hohle (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: 15 (keine Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (1.HZ kaum durchschnittlich, 2.HZ sehr gut)

Roter Stern Leipzig 1:1 Motor Gohlis Nord
Sonntag, 22.März 2009 - Anstoßzeit 14.00
Stadtliga Leipzig (9. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 24. (Elfmeter), 1:1 70.
Verwarnungen: 2 Gelbe für RSL
Platzverweise: keine
Sportplatz: Sportpark Dölitz (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: 100 (10 Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (ganz gut)

Am Sonntag stand - zum ersten Mal seit einigen Monaten wieder - Groundhopping in Leipzig an. Um 9 Uhr ging es von Merseburg aus per Rad los, zum Teil mit kräftigem Wind im Rücken. Kurz vor 11 waren wir 40km weiter östlich in Markkleeberg angekommen. Dort bietet sich das klotzige aber doch auch schöne Rathaus als Fotomotiv an. 5km weiter findet man dann in Wachau eine spektakuläre Kirchenruine, ausgebombt kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges und leider nur sehr unregelmäßig immer Innern zugänglich. 1km weiter gen Liebertwolkwitz finden sich dann zwei Gedenksteine, ua. der für Napoleons Gefechtsstellung während der Völkerschlacht bei Wachau 1813.

Wieder zurück nach Wachau ging es für uns zum Sportplatz „An der Hohle.“ Auf dem ausbautenlosen Platz, der an einer Seite aber immerhin 24 Sitzschalen und zwei Holzbänke aufweisen kann, spielte noch die C-Jugend. Das Spiel war nicht attraktiver als der stinklangweilige Platz.

Gekommen waren wir aber auch für ein Spiel der Alten Herren. Der Tabellenführer der 3. Liga Leipzig spielte gegen den Tabellenletzten. SV Eiche Wachau gegen Sternburg Lützschena-Stahmeln. Das Spiel ging zwar etwas langsam los, aber schon innerhalb der ersten zehn Minuten hatte Sternburg eine und Eiche zwei Chancen. Ihre dritte verwandelten sie dann zum ersten Tor der Partie, dass allerdings bis Mitte der zweiten Hälfte auch das einzige bleiben sollte.

In der Pause gingen wir die Bratwürste auskosten. 1,30€ für die recht ordentlichen Roster ist halbwegs akzeptabel. Der Mann am Grill war übrigens recht cool drauf. Er wies auch ab und zu einmal die beiden etwas übertrieben agierenden Rentner zurecht, wenn diese mir Sprüchen wie: „Ey Schiri! Das musste doch sehn, du! Klarer geht’s doch gar nicht! Elfmeter hier!“ kamen. „Ey fahr mal nen Gang zurück! Denk dran: du bist heute Ordner...“
Die beiden Alten machten aber wenigstens Lärm für die 13 anderen bei freiem Eintritt anwesenden Nicht-Aktiven.

Die zweite Halbzeit war dann ausgesprochen gut. Auch wenn Lützschena-Stahmeln nicht einen Torschuss mehr zu standen bekam, war die zweite Hälfte doch viel besser als die erste. Die Heimmannschaft machte richtig Druck. Wäre der Gästetorwart nicht recht gut aufgetreten, dann wäre das Spiel 8:0 an Eiche Wachau gegangen. Vor allem der 14er mit seinen tollen von links direkt herein getretenen Eckstößen sorgte für richtig Action im Strafraum. Lattentreffer und Pfostenknaller gab es auch. Zwei weitere Tore fielen dann durch gute Spielzüge und zu langsame Abwehrspieler. Eiche Wachau gewann verdient 3:0.

Wir brachen dann sofort gen Norden - stramm gegen den widerlichen Wind - auf und kamen wenige Minuten später am Sportpark Dölitz an. Mann muss in Connewitz in der Bornaischen Straße 187 wirklich auf die Hausnummer achten. Eine kaum vier Meter breite Durchfahrt zwischen zwei unscheinbaren Häusern eröffnet einen den Weg in den Sportpark Dölitz, den sich - umringt von Bäumen, Kleingartenlauben, Einfamilienhäusern und Pferdekoppeln - Einheit Leipzig Ost (3. Stadtklasse, Tabellenzweiter; verliert auch mal 5:1, gewinnt dann aber auch immer wieder 17:0 oder 18:2) und Roter Stern Leipzig teilen. Was insofern recht krass ist, da die ELO Leute politisch eher in die andere Richtung tendieren...

An der Kasse sitzt schon ein typischer RSL-Fan: knallbunte, zu Spitzen gegelte Haare und alternativer Kleidungsstil. Das Bier auf dem Tisch vor sich stehend. 1€ für Jeden.
Allerdings passten doch auch einige der Fans nicht so ganz in das Bild des Linksextremen, das einen aber auch von der Roter Stern-Vereinsseite vermittelt wird. Doch die Rentner können auch gut 68er sein. Ein paar Ausländer tummelten sich auch unter den 90 Heimanhängern. Einige musterten jeden Vereinsfremden und Nichtpunker - solche Leute könnten ja schließlich Nazis sein... Die Stimmung ist allerdings leider gleich Null, wenn auch ich nicht erwartet habe, dass dort 2.000 Zuschauer Action abziehen wie in Connewitz zu Sylvester. Allerdings hatte Roter Stern auch schon 500 und mehr Zuschauer. Angeblich dann auch bessere Stimmung machend.

Das Spiel geht aber trotzdem gleich ordentlich los. Es wird flott aufgespielt, technisch nicht unbedingt Weltklasse, dafür aber kämpferisch, und an Torraumszenen gibt es auch einiges zu sehen. Als einer von Roter Stern im Strafraum gefoult wird, gibt es Elfmeter. Dieser wird sicher verwandelt.

In der Halbzeit werden wieder die Grillspezialitäten - reichlich überteuert bei nur durchschnittlicher Qualität! - ausprobiert. Der CD-Player neben dem Grill spielt britischen Punkrock.

Die zweite Halbzeit ist jetzt erwartungsgemäß von MoGoNo bestimmt, denn die spielen ja schließlich mit dem dauernd stark blasenden Wind. Eine direkt verwandelte Ecke wird aus unerfindlichen Gründen nicht gezählt, erst ein Schuss in der 70. Minute segelt regulär und spektakulär ins Netz der Connewitzer. Danach wieder die Gastgeber etwas mehr am Drücker und der stark übergewichtige Schiri - von einem RSL-Fan nicht unbedingt zu unrecht mir „Murmel“ betitelt - nervte wieder. Attacken von Motor Gohlis Nord ließ er schön laufen, waren auch vertretbare Entscheidungen in dem Punkt, aber nicht, wenn man im Gegenzug jeden Scheiß (angebliche Fouls, Abseitspositionen) von Roter Stern abpfeift. Aber das Unentschieden war ja alles in allem nicht unverdient.

Nach dem Spiel ging es fast 40km gegen den Wind. Wirklich zum Kotzen!
Zum Kotzen war auch das, was meine Mutter uns dann, zuhause angekommen, erzählte: alle sechs Mietpartien unseres Hauses mussten, während mein Vater und ich beim Fußball waren, evakuiert werden, da irgendein Vollspast mit einer brennenden Zigarette einen Laubbrand vor einem der Kellerfenster ausgelöst hat. Ausgerechnet vor dem Kellerfenster, hinter dem sich der Heizungskeller befindet. Und wenn da brennendes Laub hereingeweht wird, ist klar, dass sich so manche technische Anlage da überhitzt. Die Feuerwehr rückte mit vier Wagen an und auch die Grünen Männchen waren mal wieder vor Ort - sonst kommen die eher mal eine unserer Nachbarsfamilien besuchen, aber egal.
Respekt übrigens an den Mitarbeiter der Firma Haase, der innerhalb von 15 Minuten anrückte und mit wenigen Handgriffen die ausgefallene Heizung wieder in Gang brachte. Dass wir den Mann erst über den TLG-Notdienst rufen mussten, zeugte nur wieder von der Lahmarschigkeit unserer ansonsten größtenteils angenehmen und freundlichen Mitmieter. Hätten doch schon längst telefonieren können, bevor wir vom Fußball zurückkommen!
Da es in einem klaren Zusammenhang mit der Unfähigkeit unserer Wohnungsbaugesellschaft TLG hängt, einige Prolls mithilfe der Polizei von dem angrenzenden Parkplatz fernzuhalten, und zudem noch mehrere Schäden im Haus trotz Bescheidgebens immer noch nicht behoben sind, war schon klar, was die „Service-“Mitarbeiter der TLG in einer Mail von uns zu hören bekamen...

Statistik:
Grounds Nr. 287 und 288 (zwei neue Grounds; diese Saison: 58 neue)
Sportveranstaltung Nr. 772 und 773 (diese Saison: 140)
Tageskilometer: 90 per Fahrrad
Saisonkilometer: 18.640; genauer. 9.270 Auto/ 3.380 Rad/ 3.030 Zug/ 2,960 Flugzeug
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 138

Fotos unter:
Rathaus Markkleeberg, Kirchenruine Wachau und Altherrenspiel Wachau:
Roter Stern gegen Motor Gohlis Nord: