Posts mit dem Label Dessau-Rosslau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dessau-Rosslau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. September 2019

W686III: Fußball und Handball vom Harz bis nach Anhalt

Dessau-Rosslauer Handballverein von 2006 ... 36
1. VfL Potsdam ................................................... 24
- Datum: Sonntag, 22. September 2019 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: 3. Liga Nord (3. Handballliga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 36-24 nach 60 (30/30) Minuten – Halbzeit: 16-14
- Statistiken: https://www.dhb.de/de/s/liveticker/?FMPID=15774
- Austragungsort: sogenannte Anhalt-„Arena“ (Kapazität: 3.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: 1.196 zahlende (davon ca. 20 Gäste)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

SV 1920 Roitzsch ................................................. 3
Holzweißiger SV .................................................. 2
- Datum: Sonntag, 22. September 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Anhalt-Bitterfeld (9. Fußballliga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 96 (46/50) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 24. Gebhardt, 2-0 48. Meißner, 3-0 58. Gebhardt, 3-1 65. Werner, 3-2 70. Jefkay
- Gelbe Karten: Adrian (Roitzsch); Schletter, Ritter (Holzweißig)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Glück Auf Stadion, Nebenplatz (Kapazität: 200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 40 Gäste)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

VfB Germania Halberstadt C .......................... 11
VfL Halle 1896 C ................................................. 2
- Datum: Sonntag, 22. September 2019 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: C-Junioren Verbandsliga Sachsen-Anhalt (2. U15-Fußballliga)
- Ergebnis: 11-2 nach 70 (35/35) Minuten – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 33. Pfeffer, 1-1 34. Conrad, 2-1 35. Zahr, 3-1 36. Conrad, 4-1 39. Conrad, 5-1 47. Conrad, 5-2 49. NN, 6-2 54. Zahn, 7-2 56. Eckert, 8-2 61. Zahn, 9-2 65. Selimi, 10-2 68. Conrad, 11-2 69. Zahn
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Friedensstadion, Platz 3 (Kapazität: 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 20 Gäste)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 Germania Halberstadt C 11:2 VfL Halle 96 CPhotos with English commentary:
a) Under-15 Football: Germania Halberstadt vs. Halle 96
b) Men’s Amateur Football: Roitzsch vs. Holzweißig
c) 3rd Division Handball: Dessau-Rosslau vs. Potsdam
d) Anhalt: Roitzsch

Am Sonntag fuhren wir von Staßfurt aus nach Halberstadt. Seit meinem letzten Spielbesuch dort im Jahr 2004 hat sich baulich einiges geändert im Friedensstadion. Gespielt wurde aber auf einem der beiden Rasennebenplätze, da hier die C-Jugend kickte. Das Spiel war aber das Kommen wert. Kurioserweise versemmelte Germania Halberstadt Chance um Chance kläglich, ließ dann aber Halle 96 zwei Mal vors Tor kommen, wobei die Gäste die zweite Chance zum 0:1 nach über einer halben Stunde nutzten. Und dann brannte hier plötzlich der Baum: zwei Minuten, zwei Tore zum zwei zu eins für Halberstadt! Pausenpfiff, Pausentee – und sofort nach Wiederanpfiff legte Halberstadt zum 3:1 nach. Dann 4:1, 5:1 und Halle mit der dritten Chance zum 5:2. Dann ging die U15 des „liebevoll“ auch „Affen vom Zoo“ genannten VfL 96 aber völlig unter: 11-2 überrollte Germania Halberstadt die Gäste auch in der Höhe verdient mit richtig gutem Fußball nach dem sehr zähen Beginn. Roitzsch/ AnhaltDann ging es aufgrund einer Gedächtnislücke von mir nach Roitzsch/ Anhalt weiter. Irgendwie hatte ich ganz vergessen, dass ich da 2014 mal von Merseburg aus mit dem Rad war und in dem weiten Rund ein Kreispokalspiel gesehen hatte: https://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157646121482578/ Ich merkte auch die ganzen zwei Stunden auf der Anlage nicht, dass ich hier schon mal war, da die Kreisoberligapartie trotz kackdreisten 3€ Eintritt wegen Rasenschäden im Stadion auf dem ausbautenlosen Nebenplatz stattfand. Der Tiefpunkt bei diesem Platz war, dass der gehirnamputierte Selbstdarsteller mit der Pfeife in der Halbzeit die wenigen Zuschauer (u.a. uns beide) auf der schattigen Gegenseite in die Sonne schickte – denn nur auf einer Seite, der sonnigen Seite vorm Stadion, gibt es eine Absperrung zum Spielfeld hin. Hätte der Depp ordentlich gepfiffen, hätte ihn auch niemand von der Roitzscher Bank bepöbelt und er hätte seine schwachsinnige Show auf unsere Kosten nicht abziehen müssen. So einen Vollidioten wie den Typen aus Paschleben habe ich aber echt noch nie erlebt – allerdings habe ich noch sehr viel mehr Fehlentscheidungen in einem Spiel erlebt, nur eben nicht so eine Selbstdarstellerei und Arroganz!

Dass ich dann keine Show im Gegenzug abzog, lag nur an der Freundlichkeit der Roitzscher Ordner, die direkt sagten, was sie vom Schiri halten, aber sie eben auf Einhaltung seine Anweisungen verpflichtet sind. Sowieso waren die Ordner und der Kassierer von Roitzsch sehr freundlich. Auf dem Feld gingen die Spieler nicht immer so freundlich miteinander um und es wurde auch mal gut geholzt, aber das Spiel gegen Holzweißig zeigte auch viele schöne Spielzüge und Torszenen. Bis nach der Pause war es auch noch völlig offen: doch nachdem es lange 1-0 stand zog Roitzsch auf 3-0 davon. Erst in der Schlussphase gelang es Holzweißig gefährlich zu werde und auf 3:2 heran zukommen. Ein Stoß in den Rücken im Strafraum in der Nachspielzeit blieb ungeahndet, sodass Holzweißig keine Chance mehr auf den Ausgleich bekam, was zu Rudelbildung um den Unparteiischen herum nach Spielschluss führte. Gut, dass dem mal die Meinung gegeigt wurde – gut aber auch, wie vernünftig und pflichtbewusst sich die Ordner hier wieder verhielten und alle dann wieder runterfuhren! SV Roitzsch 1920 3:2 Holzweißiger SVDann noch nach Dessau, diesmal zum Handball. In der Anhalt-Arena hatte ich keine gescheiten Bilder gemacht (auch hier letzter Spielbesuch ewig her: 2005 oder so). Die Halle ist schon sehr sehenswert. In einem hässlichen Industriegebiet gelegen fällt sie durch die schiffsartige Form auf. Nicht ganz so genial gebaut wie die viel kleinere Elbe-Rossel-Halle im benachbarten Roßlau, aber ebenfalls sehr einfallsreicht: eine normale Gegentribüne, wo wir für völlig überzogene 15€ (Einheitspreis – für 3. Liga?! Krank! Hab ich im Westen nirgendwo gezahlt!!!) Platz nahmen, dann gegenüber eine nach oben immer schmaler werdende und dadurch oben ovale und sehr hohe Tribüne unter einem nach unten auf ein Tonnengewölbe lehnendes Dach. Hinter den Toren gibt es noch sehr verbaute Plätze zwischen Verstrebungen und Fangnetzen. Völlig beknackt dort zu hocken...

Das Spiel vom Dessau-Rosslauer HV gegen den 1. VfL Potsdam war wieder sehr stimmungsvoll. Ich mag den Verein überhaupt nicht, aber deren Pöbelfans rockten wieder die Halle – das muss man wirklich positiv hervorheben. Einfallsreichere Gesänge als bei vielen anderen Handballclubs, Fahnen und in allen Ecken der Halle wird bei vermeintlichen und tatsächlichen Fehlentscheidungen pöbelnd aufgesprungen oder nach entscheidenden Toren abgefeiert.

Auch heute wurde Dessau-Rosslau bis auf ein paar Mängel in Hälfte eins der spielerischen Favoritenrolle gerecht. Am Ende ein ungefährdeter 12-Tore-Sieg, der aufgrund der in Halbzeit zwei schwachen Gästeleistung auch völlig verdient war. Hier bekam man guten Handball geboten – mal sehen ob Dessau dann wie anvisiert wieder in die 2. Liga aufsteigt, aus der sie erst letzte Saison abgestiegen sind...

Ich fuhr nach dem Abendessen beim Döner in Staßfurt-Nord binnen 5 Stunden nach Bonn zurück – überwiegend Landstraßen, inklusive mehrerer inoffizieller Umgehungen von teils idiotischen Baustellensperrungen... Dessau-Rosslauer HV 36:24 1.VfL PotsdamStatistik:
- Grounds: 2.505 (2; diese Saison: 62 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.738 (3; diese Saison: 89)
- Tourkilometer: 670 (670km Auto)
- Saisonkilometer: 53.360 (44.140 Flugzeug/ 8.330 Auto, davon 1.680 Mietwagen/ 850 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 17 [letzte Serie: 72, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 686

Mittwoch, 30. Januar 2019

W652II-III: Hansa auswärts in Braunschweig und ein Handballtag im Raum Magdeburg

Braunschweiger TSV Eintracht von 1895 ........ 2
F. C. Hansa Rostock ........................................... 0
- Datum: Sonntag, 27. Januar 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 (45/49) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 51. Kessel, 2-0 88. Feigenspan
- Gelbe Karten: Bär (Braunschweig); Hüsing, Pepić, Riedel (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Eintracht-Stadion (Kap. 23.325, davon 12.650 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 22.000 (davon 21.367 zahlende und ca. 3.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

Handballsportverein Magdeburg ................... 32
TuS 1947 Radis ................................................. 35
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga Männer (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 32-35 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 18-15
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6267738&etag=0920c0f2-9ff6-43fb-b789-d4ab21feee1f
- Austragungsort: Sporthalle Eike-von-Repgow (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10

SG ABUS Dessau .............................................. 32
TuS 1947 Radis II ............................................. 25
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Anhaltliga (9. Handballliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 32-25 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 17-12
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6277980&etag=e3cecbd6-5c75-4ad8-b90c-5459ad4d9003
- Austragungsort: Elbe-Rossel-Sporthalle (Kap. 250, davon 185 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10

Sportclub Magdeburg E .................................. 40
Männerturnverein Weferlingen 1881 E ......... 10
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: 1. Nordliga Jugend E (1. U11-Handballliga)
- Ergebnis: 40-10 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 18-4
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6330502&etag=ae71cfba-ce23-45d3-9a91-32f7b2d1f176
- Austragungsort: Hermann-Gieseler-Halle Magdeburg (Kap. 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10

Sportverein Irxleben 1919 C ........................... 21
Sportclub Magdeburg C .................................. 39
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C (1. U15-Handballliga)
- Ergebnis: 21-39 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 10-20
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6303586&etag=1fd91c69-6b2a-440d-aa47-4db853bf8d04
- Austragungsort: Wildpark Sporthalle Irxleben (Kap. 275, davon 198 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Photos with English Commentary :
a) 3rd Division Football: Eintracht Braunschweig vs. Hansa Rostock
b) 5th Division Handball: HSV Magdeburg vs. TuS Radis
c) 9th Division Handball: ABUS Dessau vs. TuS Radis Res.
d) Under-15 Handball: SC Magdeburg vs. MTV Weferlingen
e) Under-11 Handball: Irxleben 1919 vs. SC Magdeburg
f) Anhalt: Sightseeing in Rosslau (+ older pictures of better places in the region)

Dieses Wochenende ging es mal wieder nach Sachsen-Anhalt. Freitagabend nach der Arbeit über teils verschneite Autobahnen nach Staßfurt, Samstag dann schon 9 Uhr zum Handball los.

Erstes Spiel in Irxleben am Wildpark. Neben den Fußballplätzen befindet sich eine ganz ansprechend gestaltete Sporthalle. Großzügiges Spielfeld, Spitzdach, interessante Fenstergestaltung, dreireihige Tribüne mit Schalensitzen, dahinter eine Stehreihe und Balken. Zu Gast bei der U15 vom SV Irxleben 1919 war die U15 vom SC Magdeburg. Das Hinspiel ging mit 40 Toren Unterschied an den SCM, gewinnen tut der Profinachwuchs eh jedes Spiel: gefordert werden die erst in der bundesweiten Finalrunde mit dem anderen Profinachwuchs. Diesmal überzeugte der SCM aber nicht sonderlich: Irxleben brach immer wieder gut durch die SCM-Abwehr, der SCM ließ auch viele Chancen liegen. 10-20 bei Pause und 21-39 am Ende. OK, es ist schon pervers, wenn man sagen muss, dass ein Team bei einem 18-Tore-Sieg nicht überzeugt hat – aber genauso pervers ist es ja auch, wenn das der niedrigste Sieg in der ganzen Saison war...
Noch perverser ist da höchstens der Punkt, dass hier schon um 10 Uhr beim ersten Jugendspiel 2,50€ Eintritt genommen wird: 1. C-Jugend-Liga, auf Landesebene – habe ich beim Fußball nie erlebt! SV Irxleben 1919 C 21:39 SC Magdeburg C Richtig krank wurde es aber in puncto Eintrittsgeld erst beim SC Magdeburg heeme in der Hermann-Gieseler-Halle. 3€ für die 1. von 2 E-Jugend-Ligen, die natürlich auch nur innerhalb Sachsen-Anhalts ausgetragen wird. Das ließ ich mir, da im Gegensatz zu den freundlichen Irxlebenern zuvor auch SC-Bördebauern an der Kasse saßen, natürlich nicht kommentarlos gefallen. 2x20 Minuten U11-Gegurke – eine Altersklasse, in der selbst beim SCM die Hälfte der Mannschaft kaum unfallfrei einen Ball geradeaus werfen kann – und dann wollen die 3€!!! Schalke U17 gegen 1. FC Köln U17 (2x40 Minuten, Sitzplätze überdacht) in der B-Jugend-Bundesliga macht 3€, beim 1. FC Köln oder Hansa Rostock habe ich A- und alle anderen Jugendmannschaften eigentlich immer kostenlos oder für maximal 2€ gesehen. Bei Kleinfeldjugend wie D und E kassiert hier kein einziger Fußballverein – aber die verblödeten scheiß Handballer wollen 5€ für A-Jugend-Bundesliga und ständig 2-3€ für andere oberste Jugendklassen. Wahrscheinlich hebt das Erheben von völlig unangemessenem Eintritt (nichts anderes als freier Eintritt ist bei landesweiten Jugendklassen angemessen!) das chronisch niedrige Selbstwertgefühl der angeblich immer im Schatten des bösen Fußballs stehenden Handballer. Wenn ich sowas wie die Eintrittspreise für diese Jugendspiele sehe, frage ich mich, warum eigentlich Handball nach Fußball die Sportart ist, die ich am häufigsten schaue – das haben die Vereine eigentlich gar nicht verdient.

Das Spiel war ja nicht mal sehenswert: bei SCM wurde immer wieder eine gute Spielergarnitur eingewechselt, die dann mühelos durch die Abwehr der Gäste brach und mehrere Tore pro Minute warf. Dort funktionierte auch – natürlich in niedrigem Tempo und mit noch wenig Wucht hinterm Ball: es geht hier ja um 8- bis 10jährige – das Zusammenspiel in der Offensive. Wenn die Anfängergarnitur auf der Platte stand, war das genauso ein unkoordiniertes Bällerumwerfen wie beim Gast. Der MTV Weferlingen als Tabellenletzter war in den ersten 5 Minuten auch gut ins Spiel gekommen, verlor am Ende aber 40:10. Für die Spielklasse hat der SCM auch schon überzeugt. Eine lustige Sache am Rande: der Männerturnverein Weferlingen hatte – im Gegensatz zum nur mit Jungen spielenden SCM – mit vier oder fünf Mädchen fast genauso viele weibliche wie männliche Spieler auf dem Feld. Einziger Mann beim Männerturnverein war eh der Trainer...

Ich empfehle dennoch jedem auch auf Fußball spezialisierten Groundhopper einen Besuch in der Hermann-Gieseler-Halle. Am besten bei der II. vom SCM (bester Handball, da lohnen wenigstens die 10€ Eintritt im Gegensatz zu 3€ bei Jugend). Diese Markthalle von 1922 wurde 1955 leicht umgebaut und diente von da an bis 1996/97 als Spielstätte des SC Magdeburg. Sogar Europapokal wurde in diesem Stall gespielt! Die Halle ist baulich leicht angeschlagen, aber äußerst ästhetisch mit viel Holz, PVC, symmetrischen Trägern und schönen Farben. Die architektonische Beschreibung auf Wikipedia findet man in dieser Form auch selten bei einer Sportstätte: „Das Bauwerk besteht aus einer Stahlbeton-Skelettkonstruktion, zu der acht flach gewölbte Bogenbinder gehören. Die Bogenbinder haben eine Stützweite von 35 Metern, und ihr Scheitelpunkt liegt bei zwölf Metern. Durch Horizontalverstrebungen hat die Decke eine kassettenförmige Gestalt. Ursprünglich erfolgte der Lichteinlass über ein durchgehendes Oberlicht im Scheitel der Bogenbinder und durch große Glasfenster an den Stirnseiten. Die Halle hat eine Länge von 75 Metern, ist 35 Meter breit und verfügt heute über zirka 2.000 Sitzplätze. Als 1955 das Gebäude in eine Sporthalle umgebaut wurde, beseitigte man das Oberlicht und fügte Fenster an den Längsseiten an. Auch die Giebelverglasung und der Eingangsbereich wurden umgestaltet. Durch diese Eingriffe wurde die Halle sowohl innen wie außen in ihrem Aussehen zu ihrem Nachteil verändert. Da durch die neue Nutzung der alte Name [Halle Land und Stadt] nicht mehr passte, benannte der SED-dominierte Rat der Stadt die Halle nach dem relativ unbekannten Gewerkschafts-Funktionär Hermann Gieseler, der 1948 bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen war. Die Hermann-Gieseler-Halle steht heute unter Denkmalschutz.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Gieseler-Halle SC Magdeburg E 40:10 MTV Weferlingen E Eine ebenso geniale Halle steuerten wir (nach dem Mittagessen beim Magdeburger Bingöl Grill) in Roßlau an. Im Umfeld der Elbe-Rossel-Halle sind wir noch etwas rumgelaufen – wie schon vor einigen Jahren festgestellt ist Roßlau ein ödes, trübes Nazi-Nest. Vereinzelt gibt es ansehnliche historische Bauwerke, etwas häufiger auch noch normale Menschen, die keine asoziale Parolen und Aufkleber an die Wände anbringen...
Aber die Elbe-Rossel-Halle ist ein ganz anderer Baustil als die Hermann-Gieseler-Halle. 1996 nahm sich das zuständige Architekturbüro wohl vor, statt öden geraden Formen wie beim Dessauer Bauhaus etwas Ungewöhnlicheres und bunteres, aber nicht so hundertwassermäßig abgedrehtes wie die Lili-Hennoch-Halle in Berlin oder das Haus in Magdeburg, zu bauen. Die Halle hat ein tolles verglastes und symmetrisches Foyer und oben eine symmetrische Obertribüne. Die befindet sich 6 bis 9 Meter direkt (!) über dem Spielfeldrand. Wer Höhenangst hat, scheißt sich wahrscheinlich trotz der hohen Reling ein! Die Halle ist wirklich enorm hoch! Originell sind auch die gefächerten Fenster. Genial die Aufteilung der Sitzreihen. Man sieht aber nicht überall gut. Am besten steht man in der Mitte der Obertribüne auf der Brüstung an der Reling oder man setzt sich ganz rechts oder links in die erste Reihe der Obertribüne – denn die äußersten Sitze befinden sich direkt oberhalb der Spielfeldecke.

Natürlich wurde auch hier wieder für die Kreisliga kassiert. Nur 2€, aber wenn ich bedenke, dass ich für zwei Klassen besseren Handball in der Kreisliga Bonn-Rhein-Sieg nie (aber wirklich NIE!) auch nur 1 Cent bezahlt habe und beim TSV Leuna für ein oder zwei Klassen höher nur 1,50€...

Egal. Es mühten sich dann die SG ABUS Dessau (benannt nach dem Getriebewerk https://www.getriebetechnik-dessau.de/historie/ - ein aktueller Artikel zum Betrieb hier: https://www.mz-web.de/dessau-rosslau/getriebetechnik-dessau-gelungener-neustart-3357400) und die II. von TuS Radis ab, hier als Sieger vom Feld zu gehen. ABUS gewann mit 32:25 in einem zähen und wenig attraktiven Spiel mit etlichen Verletzungsunterbrechungen. Roßlau Dann sahen wir noch Radis I, die beim HSV Magdeburg zu Gast waren. 5€ Eintritt für Sachsen-Anhalt-Liga ist OK, die Halle in der Berufsschule mit der recht hohen Obertribüne und drei Reihen breiten Sitzbänken auch. Farblich ist die ganz gut gelungen, architektonisch jetzt nicht ansatzweise herausragend. Leider kaum Zuschauer – eine lächerliche Kulisse mit 0,0 Stimmung. Dafür war das Spiel das erste richtig gute heute: der Abstiegskandidat HSV Magdeburg hielt das Spiel bis zur 57. Minute offen, führte über weite Strecken der Partie sogar – aber am Ende zeigte sich, warum der HSV Vorletzter und Radis unter den ersten 5 ist. 32:35 in einem teilweise offenen Schlagabtausch. SG ABUS Dessau 32:25 TuS Radis II HSV Magdeburg 32:35 TuS Radis Am Sonntag ging es dann zum eigentlichen Anlass der Tour. Wieder zurück nach Niedersachsen, nach Braunschweig, das ich am Freitag passiert hatte. Die Stadt kenne ich schon (Für Bilderserie anklicken, dann Pfeil rechts vom Bild nutzen für weiter!), ich steuerte gleich das Stadion an. Parken war kostenlos in der Siedlung daneben möglich, aber sehr überfüllt alles. Der Gästeparkplatz war erst recht überfüllt – ebenso der Block. Völlig idiotisch, dass das nicht auf der Website stand. Weder Hansa noch Braunschweig wiesen darauf hin, dass der Gästebereich bereits ausverkauft war. Also das Kapuzenshirt und den Schal ins Auto, neutrale Jacke wieder an und für 22€ Sitzplatz in der Nordkurve, wie eine dreistellige Anzahl Hansafans, die dasselbe Problem wie ich hatten, auch...

Das Stadion der Braunschweiger Eintracht ist ein sehenswerter Bau: sehr regelmäßig oval, komplett überdacht, dabei ein älterer und seltener Bautyp. Altmodisch kommt das Stadion aber aufgrund der modernen, ehe langweiligen Schalensitze nicht daher. Die Südkurve ist der Heimstehbereich und der Gästeblock im Nordwesten ist zur Hälfte ein Stehblock. Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Das Stadion war enorm gut gefüllt: Etwa 19.000 Heimfans und knapp 3.000 Rostocker waren gekommen, der Gästeblock war mit zwei Choreos (jeweils zu Beginn der Halbzeiten) farbenfroh und kreativ in Aktion, zudem mit dem ganzen Schwarz plus die blau-weißen Schals als Akzente sehr eindrucksvoll. Stimmgewaltig und melodisch ist der Hansa-Support eh immer. Da wusste Braunschweig nicht so zu überzeugen: außer dem Fünftel der Heimkurve, das den Ultras vorbehalten ist, feuerte niemand dauerhaft an. Aber packende Spielszenen und die Tore sorgten dafür, dass das ganze Stadion kurzzeitig mitging, was eine gewaltige Lautstärke hervorrief.

Vor dem Spiel war klar, dass Hansa hier unbedingt gewinnen muss – allerdings steht Braunschweig als Letzter mit dem Rücken zur Wand. Es sollte sich zeigen, dass Eintracht Braunschweig richtig reagiert hatte auf die katastrophale Hinrunde: die halbe Mannschaft umgebaut. Hansa hat idiotischerweise den Trainer entlassen, was aber an dem verblödeten Sportdirektor lag, und spielt mit demselben unfähigen Haufen Versager weiter, der diese Hinrunde im Mittelfeld abgeliefert hat. Insbesondere nach diesem Spiel wurde wieder deutlich, dass diese Saison eigentlich kein Einziger Hansa-Spieler es verdient hat, das Trikot dieses großartigen Vereins zu tragen. Braunschweig dominierte das Spiel. Offensiver Druck von Beginn an. Große Chancen, die Abwehr schwamm ohne Ende, Gelios hielt immer wieder gut. 0:0 bei Pause schmeichelhaft. Nach der Pause ein Kopfball zum hoch verdienten 1:0 für Eintracht Braunschweig. Erst nach 70 Minuten kam Hansa wieder zu guten Chancen – doch kurz vor Schluss fiel durch einen Konter das 2:0.

Nach dieser schwachen Vorstellung wurde die Mannschaft wieder von der Gästekurve weggeschickt. Die grillte derweil lieber erbeutete Braunschweig-Fanartikel...

Ich fuhr dann in 5 Stunden über die Landstraßen zurück nach Bonn. Im ausgestorbenen Niedersachsen hatte ich nichts Gescheites zu fressen auftreiben können – nicht mal in Hilesheim oder Hameln – aber in NRW, im Sauerland, in einem Kaff vor Meschede gab es einen gescheiten syrischen Dönerimbiss... Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Statistik:
- Grounds: 2.340 (Sa 3, So 1; diese Saison: 128 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.525 (Sa 3, So 1; diese Saison: 141)
- Tourkilometer: 1.150km (Fr 480km Auto, Sa 210km Auto, So 460km Auto)
- Saisonkilometer: 44.440 (23.490 Auto, davon 8.450 Mietwagen/ 19.200 Flugzeug/ 1.740 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 652 Wochen.

Donnerstag, 8. August 2013

W367II: Dessau-Roßlauer Nachbarschaftsduell

SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------- 1
SV Dessau 1905 ------------------------------------------------ 2
- Datum: Mittwoch, 7. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Landesliga Sachsen-Anhalt, Süd; 7. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. Christian Heß, 1-1 63. Lukas Schuhmacher, 1-2 69. Volker Nickels
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Elbesportpark (Kap. 2.500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon mind. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Teilweise etwas zerfahrene, aber weitestgehend unterhaltsame Partie) DSC02366 Elbesportpark Roßlau 
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Germania Roßlau v Dessau 05 – Album Includes Pictures of Roßlau Old Town
b) Some Older Pictures: Dessau I, Dessau II and Wörlitz

Mittwoch ging es in eine von mir nicht sonderlich geschätzte Gegend des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dessau ist eigentlich eine hässliche Stadt und reichlich überschätzt aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung. Das berühmte Wörlitzer Gartenreich liegt kilometerweit außerhalb des verbauten Zentrums. Aber auch einige Kilometer außerhalb dieses Stadtzentrums liegt ein nicht uninteressanter Vorort namens Roßlau, der lange eine eigene Stadt war. Einmal über die Elbe, schon steht man in der Ansammlung weitestgehend primitiver und oft heruntergekommener Ackerbürgerhäuser. Interessant ist hier aber eine sanierte Wasserburg und auch die nördlich des gesichtslosen Marktplatzes gelegene Marienkirche, die innen hervorragend gestaltet ist, lohnt sich. Wenn man in Roßlau etwas anschaut, wird man übrigens von den einen blöd angeglotzt („Was, Fremde gucken sich hier was an? Guck mal auf die Autonummer!“) oder freundlich angesprochen. Die Kirchenführerin ist da in zweierlei Hinsicht eifrig: religiös eifrig und auch touristisch.

Der Grund unseres Besuchs war ein Testspiel von Germania Roßlau in ihrem schönen Elbesportpark. Der ist zum Glück ein ganzes Stück vom Fluss weg, an Bahnanlagen und engen Vorstadtstraßen von Bäumen umgeben gelegen. Die Anlage ist sehr weitläufig mit mehreren, ziemlich verrotteten und ausbautenlosen Nebenplätzen, Tennisanlagen, einem großen und einen guten Eindruck hinterlassenden Vereinsheim an das auch der Sprecherturm gebaut ist. Der Eingangsbereich ist auch ganz nett gestaltet, auf altmodisch gemacht ist z.B. ein Stein für die fürs Vaterland gefallenen von 1870/71, 1914-18 und 1939-1945 sowie ein weiterer Stein mit Vereinsschriftzug „Germania Roßlau“. Allerdings verlangte der Alte am Einlass – zum ersten Mal bei den Testspielen die ich diese Saison besuchte – den vollen Ligaspielpreis von 3€ (ermäßigt 2€). Für die Dreistigkeit bekam man aber noch gute Sitzplätze auf alten Holzbänken, die auf der Mitte der dreireihigen Gegentribüne und auf dem Oberhang der dreireihigen Hintertorkurve stehen. Rechts vom Sprecherturm ist eine vierreihige Haupttribüne – von Kiefern beschattete, massive Steinstufen – und die andere Kurve ist auffällig zugewuchert.

Das Spiel wurde von einem auffällig dürftigen Schiedsrichtergespann geleitet: klare Fouls wurden laufen gelassen, dafür bei gleicher Höhe und passivem Abseits dauernd gewunken. Diese perverse neue Abseitsregelung sollte man als Amateurschiedsrichter prinzipiell ignorieren – dass die scheiß Amateurverbände zu dumm sind, sich gegen solche kranken DFB-Richtlinien durchzusetzen und mit diesen Drecksregeln nur die Unparteiischen verunsichert, zeigt nur ihre Unfähigkeit und Entfremdung von den Spielern und Fans der unteren Klassen. Einige der Abseitsentscheidungen, hauptsächlich des zwanghaften Abseitswinkers der vor der Gegentribüne dauernd rumwedelte – waren ohnehin bei jeder Regelauslegung falsch. Wenn der dauernd winken will, soll er eine Vereinsfahne nehmen und sich damit auf die Tribüne stellen! Der Schiri hatte auch noch die Karten vergessen, sonst hätte er für jede Mannschaft zwei gelbe zeigen müssen!

Das Spiel war durchschnittlich, aber schon recht unterhaltsam. Anfangs tat sich Dessau sehr schwer mit dem unterklassigen Gegner. Hätte Roßlau nicht so schlechte Stürmer, wären die Dessauer nie mit dem Pillepalle vorm eigenen Strafraum ohne Gegentor weggekommen. Nach 25 Minuten traf Roßlau nach Standardsituation zwar per Kopf, aber das hätte längst das 3:0 oder 4:0 sein müssen. So gelang Dessau noch ohne allzu großen Aufwand das Spiel nach der Pause zu drehen. Zwei Mal trocken eingenetzt und das war’s. Die zweite Halbzeit wurde ohnehin deutlich von den Gästen bestimmt, die zwar 10 Feldspieler wechseln konnten, aber wie die junge Frau neben mir meinte, nicht einmal den Ersatztorhüter dabei hatten sondern 90 Minuten lang einen dritten Ersatzmann zwischen den Pfosten. Der hielt sich allerdings bei allen Unsicherheiten und dem Fakt, dass der Kopfball zum Gegentor haltbar war, noch ziemlich gut. Die Niederlage Roßlaus lag allerdings weniger an der Torhüter- und Abwehrleistung Dessaus, sondern am schwachen Germania-Sturm.
Während einige Roßlauer noch leere Bierbecher auf der Steintribüne verbrannten, machten wir uns zügig nach Merseburg zurück.
 DSC02350 Marienkirche Roßlau  
Statistik:
- Grounds: 980 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.864 (heute 1, diese Saison: 8)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 2.050 (1.980 Auto/ 70 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 137 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Sonntag, 14. April 2013

W350II: Erst ein müder Kick am Kyffhäuser, dann ein hitziges Sachsen-Anhalt-Derby in Bernburg

Sportverein 1920 Kelbra am Kyffhäuser B -------------- 3
SG Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B ---------- 0
- Datum: Samstag, 13. April 2013 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Landesliga Sachsen-Anhalt B-Junioren, Staffel 4 (4. U17-Liga)
- Ergebnis: 3-0 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 18. Leon Sawillisch, 2-0 65. Lucas Müller, 3-0 77. Leon Sawillisch
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Kelbra, Platz 2; Kunstrasen (Kap. 750 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 22 (darunter Gästefans: ca. 8)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Noch nie so eine schlechte Leistung der Spielgemeinschaft gesehen – Kelbra konnte mit Kontern zu einem einfachen Sieg kommen)

SV Anhalt Bernburg ---------------------------------------- 23
Dessau-Rosslauer HV 2006 -------------------------------- 23
- Datum: Samstag, 13. April 2013 – Anwurf: 16.30
- Wettbewerb: 3. Liga Ost (Profi-/ Halbprofi-Handballliga)
- Ergebnis: 23-23 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 7-9
- Tore: Steffen Cieszynski 8, Kilian Kraft 6, Frank Grohmann 3, Martin Hoffmann 3, Toni Pajung 2, Enrico Lampe 1 (Bernburg); Tomas Pavlicek 6, Robert Lux 5, Martin Danowski 3, Marco Hüls 2, Chris-Richard Alisch 2, Armands Uscins 2, Christian Schöne 1, Sebastian Donath 1, Martin Pratersch 1 (Dessau)
- Gelbe Karten: Enrico Lampe, Frank Grohmann, Andreas Steinbrink (Bernburg); Tomas Pavlicek, Armands Uscins, Lukas Krug (Dessau)
- Zwei-Minuten-Strafen: Kilian Kraft (Bernburg = 2 Minuten); Martin Pratersch 2x, Robert Lux, Armands Uscins, Christian Schöne (Dessau = 10 Minuten)
- Platzverweise: Christian Hoffmann, Torwart von Dessau (59.58 wegen groben Fouls als letzter Mann)
- Spielort: Sporthalle Bruno Hinz (Kap. 1.000, davon 900 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 850 (davon 622 zahlende, darunter ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Packendes und hartes Spiel, gute Stimmung, gerechtes Endergebnis)
 DSC01745 
Photos with English Commentary:

Und weiter geht es mit dem Kunstrasenwahn! Auch in Kelbra am Fuße des Kyffhäusers wurde nicht auf dem Hauptplatz mit dem leicht erhöhten Stehrang, sondern eine Etage höher auf dem ausbautenlosen Plastegrün gekickt. Dieser Platz wäre ein beschissener Drecksplatz wie jeder andere ausbautenlose Kunstrasen auch – zumal die Qualität des Oberflächenbelages ziemlich niedrig ist – wenn nicht die schöne Mittelgebirgslandschaft mit der Ruine Rotenburg in Sichtweite wäre.

Die Spielgemeinschaft von Bad Dürrenberg und Leuna hat unter anderem auch nach internen Streitereien, bei denen sich Erwachsene dümmer verhielten als die Jugendlichen, drei wichtige Spieler an genau den Merseburger Konkurrenten verloren, der immer gerne Spieler weglockt um sie mit falschen Versprechungen zu verheizen wenn mal wieder alle Ziele verfehlt wurden. Doch immer noch findet man sie auf Platz 2, deutlich vorm SV Kelbra.

Hatte sich der Aderlass am letzten Spieltag, als Merseburg 99 klar geschlagen wurde, noch nicht ausgewirkt, zeigte sich heute ein deutlicher Verlust an spielerischer Substanz. Das war nicht einfach nur ein schlechter Tag: die hohe Fehlpassquote, die Chancenverwertung von 0% und überhaupt die geringe Anzahl an Tormöglichkeiten, die aus dem vielen Laufaufwand herauskam, war erschreckend. Nach einem lächerlichen Freistoß wegen angeblichen Handspiels, bauten die Kelbraer ihren ersten Angriff überhaupt auf und eierten eine Bogenlampe über Haris Hajdarpasic in den Kasten. Die Treffer in der zweiten Halbzeit waren alle sauber heraus gespielte Konter. Außer Kontern zeigte Kelbra gar nichts, doch aus ihren geringen Mitteln machten sie das Bestmögliche. Dieser Sieg muss also als verdient bezeichnet werden.
 DSC01789 
Ein weiteres verdientes Resultat fand das Spiel in Bernburg, dass wir auch aufgrund der Einladung eines Kollegen meines Vaters besuchten. Nachdem wir noch einen echten Geheimtipp von Sportplatz im Salzlandkreis entdeckt hatten (mehr dazu mal im Juli/ August, wenn da wieder Wettkampfbetrieb ist), nahmen wir die VIP-Karten entgegen, die uns 19€ ersparten. Die Halle sah noch so gut aus wie letztes Mal, als wir vor zwei Jahren zum ersten Mal dort ein Spiel schauten. Auch die Dessauer Handball-Ultras änderten daran nichts. Da war zwar auch die Sektion Hallenverbot – wer jetzt „Hä?“ denkt, mal hier lesen: MZ Nr. 1 oder MZ Nr. 2 – anwesend, doch außer fleißigem Grölen sowie Fahnen- und Mittelfinger-Hochhalten passierte da nichts weiter. Das wunderte mich auch nicht so, da die Jungs nicht mehr als Sekundarschule sind – naja, besser als ihre Freunde vom „Ostmob“ SC Magdeburg: die sind Kindergarten...
Auch auf der Gegenseite bei den Bernburger Fans gab es keine Ausraster, auch wenn dort etwa 100 Leute richtig emotional mitgingen und gerne auf die Beschimpfungen der Gästeanhänger mit Fickfingern reagierten.

Auch das Spiel war ziemlich emotional geführt: versteckte Foul ohne Ende und offene Fouls, die teilweise ungestraft blieben, wie ein offensichtlich absichtlicher Schlag ins Gesicht des 14ers von Dessau gegen seinen Bernburger Kontrahenten. Ansonsten muss die Schiedsrichterleistung aber als gut bezeichnet werden, was beim Gespann Schwarz/ Weiß wie ein schlechter Witz klingt, sind sie doch für Skandale bekannt. Allerdings sollte gerade diese gute Leistung heute Anlass für den Schiedsrichterausschuss sein, die zwei Pfeifen genauesten zu beobachten, da die beiden bereits so viele Spiele völlig verpfiffen (auch auf den Spielverlauf eingegriffen) haben, dass man schon sehr gutgläubig sein muss, um keine unschönen Schlüssen daraus zu ziehen.

Zurück zum eigentlichen Geschehen: in diesem sehr ausgeglichenen Spiel hatten beide Teams ihre starken und schwachen Spielphasen, beide führten mal mit ein, zwei Toren und beide lagen mal zurück. Beide schafften es auch in Unterzahl mehr zu treffen als zu kassieren. In der Schlussphase schien das Spiel zugunsten der Gäste entschieden, doch ein letzter Spurt von 18:20 auf 20:20 und dreimaliges Ausgleichen eines Ein-Tor-Rückstandes sicherten Bernburg den Punkt. Ein weiterer wäre sogar drin gewesen, wenn der Siebenmeter nach Ablauf der Uhr – den gab es für ein grobes Foul des Torwarts am durchgebrochenen Bernburg-Spieler, das richtigerweise mit Rot geahndet wurde – nicht an den Pfosten, sondern schön ins Netz gegangen wäre...

Aber bei zwei so ausgeglichenen Mannschaften war das Ergebnis von 23:23 absolut gerecht und so kam es nach dem Spiel auch nicht zu den üblichen Streitereien bei einem wichtigen von Schwarz/ Weiß geleiteten Match, sondern zu den ersten Szenen von Fair Play des Nachmittags: gegenseitiges Beklatschen der Leistung vonseiten der Fans und Händereichen unter den Spielern, nachdem es in den 60 Minuten kein Spieler eines der beiden Teams für nötig befand, sich nach einem Foul mal zu entschuldigen.
 DSC01791 
Statistik:
- Grounds: 899 (heute 1 neuer; diese Saison: 131 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.761 (heute 2, diese Saison: 184)
- Tageskilometer: 310 (310 Auto)
- Saisonkilometer: 46.550 (37.390 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.400 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 48 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 350

Donnerstag, 29. Oktober 2009

WE168II: Dann halt zwei Handballspiele, statt zwei Fußballspiele...

Merseburger SV Buna Schkopau 23:30 Dessau-Roßlauer HV 06 II
Sonntag, 18. Oktober 2009 - Anwurf 14.00
Verbandsliga Sachsen-Anhalt, Staffel Süd (5. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 23:30 nach 60 Min. - Halbzeit 9:13
Tore: (?)
Strafminuten: 8–12, Platzverweise: keine
Spielort: Rischmühlen-Halle (Kap. 1.000 Sitzplätze, heute nur 400 freigegeben)
Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Spiel war nicht einmal Durchschnitt)

Merseburger SV Buna Schkopau Fr 32:29 SG Seehausen Fr
Sonntag, 18. Oktober 2009 - Anwurf 16.00
Frauen-Oberliga Sachsen-Anhalt (3. Liga Frauen, Amateurliga)
Ergebnis: 32:29 nach 60 Min. - Halbzeit 12:13
Tore: (?)
Strafminuten: 12–8, Platzverweise: keine
Spielort: Rischmühlen-Halle (Kap. 1.000 Sitzplätze, heute nur 400 freigegeben)
Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 4 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt)
DSCF0477

Photos and English version: Click here. Eigentlich waren zwei Fußballspiele der 1. Saalekreisklasse geplant, da in den Nachbarort Dieskau und Döllnitz gespielt werden sollte. Doch da die Gegner des FSV Dieskau, Blau-Weiß Brachstedt II, wegen zu weniger Spieler nicht antraten, was bei einem Verein wie Brachstedt schon bedenklich ist, wird dieses Spiel 3:0 für Dieskau gewertet werden. Und wir fuhren die 15km wieder zurück nach Merseburg und schauten in der Rischmühlenhalle zwei Handballspiele an.

Besagte Rischmühle heißt nach der Halbinsel, auf der einst eine große Mühle stand, die aber vor wenigen Jahrzehnten abgerissen wurde. Da steht nun die Sporthalle und sonst fast nichts weiter auf der Landzunge. Die Halle ist sehr modern, standardmäßig zwar mit einer ausgebauten Tribünenseite, die in drei Elementen zu je 300 Sitzplätzen auf Kunststoffbänken unterteilt ist, aber nicht ganz so langweilig, wie manche andere Sportanlagen aus der gleichen Bauzeit. Der Eintritt zu den heutigen Spielen war frei (sonst muss man die standardmäßigen 2€ zahlen), die Würstchen und Getränke sehr billig (je 1€) und die Stimmung – wie immer beim MSV Buna Schkopau – nicht vorhanden. Da kommen a) kaum Zuschauer und b) die, die kommen, klatschen nur nach guten Aktionen und rufen ab und an dazwischen. Am lautesten waren noch Spielerinnen der Frauenmannschaft und Freundinnen der Spieler, die allerdings auch nur mit dummen Zwischenrufen glänzten.

Zuerst spielten die Männer, wobei Buna Schkopau auf dem vierten und Dessau-Roßlaus 2. Mannschaft auf dem zehnten von 14 Plätzen stand. Davon war allerdings nichts zu merken und in einem Spiel, das von den technischen Fertigkeiten, den Torszenen und dem Zweikampfverhalten auch in der Kreisliga so oder gar besser hätte ablaufen können, setzte sich der Gast verdient mit sieben Toren Vorsprung durch. Bei dieser peinlichen Leistung der Schkopauer kann ich deren Trainer, der phasenweise eine Mimik darbot, die man sonst eher bei Flusspferden als Imponiergehabe vorfindet, schon verstehen. Wobei der Trainer sich nicht gegenüber den Schiedsrichtern hätte aufspielen müssen, denn die Unparteiischen verdienten wirklich einmal ihren Namen, was beim Handball alles andere als selbstverständlich ist.
DSCF0519
Dann waren die Frauen dran: hier stand Buna auf Rang drei und Seehausen auf Rang 13 von 14. Auch hier waren die Bunesen nicht das bessere Team, da nach einer kurzen Druckphase der Gastgeberinnen, die zu einem 3:0 führte, immer mehr die Altmärkerinnen – die SG kommt aus der Stadt bei Stendal, nicht aus Seehausen/ Börde oder Seehausen/ Kyffhäuser oder so – zum Zuge kamen. Die Tabellenvorletztinnen führten sogar immer wieder und einzig einem halbwegs guten Schlussspurt kann Buna Schkopau für den Sieg danken. Am Ende war der Sieg natürlich verdient, aber unter dem Niveau was man von den Schkopauerinnen erwarten kann und muss. Alles in allem war das Spiel schlicht durchschnittlich, da die üblichen Fehler passierten. Immer wieder gab es zwar sehenswerte Aktionen: herrlich in den Wurfkreis gesprungen und ins Eck gezimmert den Ball – aber erwartungsgemäß war die Dynamik in der Frauenoberliga so wie in der Männerkreisliga. Wie beim Fußball sind nur die allerhöchsten Frauenklassen (sprich: Bundesligen) sehr sehenswert. Unter diesen höchsten Ligen setzt ein enormer Leistungsabfall ein.

Insgesamt gesehen – Döllnitz II verlor gegen Raßnitz II 0:1 und dieses Spiel hätten wir geguckt, wäre Brachstedt angetreten – hat sich der Besuch beim Handball aber schon gelohnt. Obschon Buna Schkopau echt nicht mein Verein ist: Amateurhandball ist auf den Dörfern viel stimmungsvoller und oft – wohl auch gerade durch die bessere Stimmung – spielerisch besser. Wüsste nicht, je ein gutes Spiel von Buna Schkopau gesehen zu haben.

Statistik:
Ground Nr. 365 (kein neuer Ground; diese Saison: 34 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 904 (diese Saison: 46)
Tageskilometer: 40 (Rad)
Saisonkilometer: 12.220 (10.920 Auto/ 1.120 Fahrrad/ 280 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 168