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Dienstag, 4. März 2025

W3.0218I: Drei Punkte für den TSV Leuna durch das dritte 5:1 in dieser Saison & noch mehr Tore beim Vorspiel in Gräfenhainichen-Schköna

SV Germania 08 Roßlau

1 : 5 (0:3)

TSV Leuna 1919

- Datum: Samstag, 1. März 2025 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Landesliga Sachsen-Anhalt Süd (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-5 nach 93 (48/45) Minuten – Halbzeit: 0-3

- Tore: 0-1 20., 0-2 30., 0-3 32. jew. Kevin Moreira Cardoso, 0-4 69. Maximilian Piehler, 1-4 85. Enrico Franzel, 1-5 87. Kevin Strutz 

- Verwarnungen: 4x Roßlau, 1x Leuna

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Elbesportpark Roßlau, Kunstrasen (Kap. 648, davon 48 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 15 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,5/10

Nachwuchsspielgemeinschaft VfB Gräfenhainichen / SV Glück Auf Möhlau / SV Turbine Zschornewitz (B-Jugend)

7 : 2 (2:0)

SV 09 Staßfurt (B-Jugend)

- Datum: Samstag, 1. März 2025 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: B-Junioren Landesliga Sachsen-Anhalt Staffel III (4. Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 7-2 nach 86 (42/44) Minuten – Halbzeit: 2-0

- Tore: 1-0 8. Brückner, 2-0 16. Schindler, 3-0 44. Schindler, 3-1 48. Ziebell (Elfmeter), 4-1 50. Schindler, 4-2 52. Schulze, 5-2 65. Brückner, 6-2 72. Hiller, 7-2 78. Schindler 

- Verwarnungen: Ziebell (SV 09)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportplatz Schköna (Kap. 600 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

VfB Gräfenhainichen B 7:2 SV Staßfurt 09 B

Photos with English commentary:

a) Football in Rosslau: Germania vs. TSV Leuna

b) Football in Schköna: GHC Under-17 vs. Stassfurt

c) Sightseeing: Schköna, Hohenlubast, Jösigk, Breitewitz

Heute ging es in den Osten meines Bundeslandes, also nach Anhalt. Hauptziel war das Leuna-Auswärtsspiel in Roßlau. Ich fuhr allerdings erstmal am Platz vorbei und weiter nach Gräfenhainichen. Im eingemeindeten Heidedorf Schköna, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte, spielte die U17 von Staßfurt 09. Die SG Schköna hat nur Alte Herren und E-Jugend, ansonsten weicht halt ab und an mal ein Gräfenhainichener Jugendteam auf diesen idyllischen Platz in der Heide, umgeben von Nadelbäumen, mit bemoosten und von Baumpilzen bewachsenen hölzernen Banden und einer Freiluftkegelbahn am kleinen Sportlerheim flankiert, aus.

Gräfenhainichen spielte richtig gut, der Ball lief sicher in den eigenen Reihen, im Minutentakt erfolgten Offensivaktionen – Staßfurt kam nur wenig an den Ball und spielte ziemlichen Mist zusammen. Aufgrund des guten Torwarts stand es nur 2:0 für den Gastgeber bei Pause. Weniger gut war der junge, unerfahrene Schiri – aber er brachte das Spiel noch sicher über die Bühne. Staßfurt hatte etwas Oberwasser, nachdem sie auf 3:1 bzw. 4:2 verkürzen konnten – ein zweifelhafter Handelfmeter und ein Tor, das direkt aus einem falschen Einwurf resultierte – doch ging am Ende 7:2 unter.

Nach der Partie lief ich durch das Dorf. Das privat genutzte Schloss im Tudorstil ist hervorragend saniert. Gut erkennbar hat ein Wessi sich hier niedergelassen (laut MZ von 2013 ein schwäbischer Unternehmer, der sich immerhin im Ort gut eingebracht hat): unpassende Nebengebäude und Sichtschutze stören das Gesamtbild. Zu DDR-Zeiten war es ein Kinderheim und wurde natürlich herabgewirtschaftet. Drumherum befindet sich der Nachfolgebetrieb einer LPG. Die Kirche ist leider nur sonntags offen, aber ein wirklich schöner Bau mit ein paar größeren Gräbern drumherum. Auch im Nachbardorf Hohenlubast steht eine ansehnliche Kirche. Hier aber auch komische Anwesen nebenan. Ich fuhr dann noch über Sand- und Schotterwege durch den Wald zu den Wohnplätzen Jösigk, wo im Sommer am Wochenende ab und an eine Kaschemme betrieben wird, und Breitewitz, das nur noch aus einem verfallenen Grundstück (offenbar nicht dauerhaft bewohnt) besteht.

Schköna

Dann kam ich rechtzeitig zur Hauptveranstaltung heute: Auf dem Kunstrasenplatz schien sich der abgeschlagene Tabellenletzte von Germania Roßlau etwas auszurechnen, denn der Hauptplatz war einwandfrei bespielbar – doch Leuna hat auch einen Kunstrasen und kann sehr gut auf selbigem spielen. Bis zur 20. war die Partie ausgeglichen, dann spielte Kevin Cardoso groß auf und erzielte die Führung. Nach einer halben Stunde gab es einen Doppelschlag und Roßlau war gebrochen. Da das 0:3 – erneut von Kevin Cardoso – aus abseitsverdächtiger Position fiel, ging es fortan immer wieder hoch her zwischen der Wechselbank und einigen Fans auf der einen und dem altmärkischen Schiedsrichtergespann um Michael Damke (Gardelegen), Karsten Fettback (Stendal) und Torsten Felkel (Salzwedel) auf der anderen Seite. Leuna bestimmte fortan das Spiel, ließ bis zur 69. Minute nur noch eine große Chance der Gastgeber zu und machte dann mit dem 4:0 den Sack zu. Kurz vor Abpfiff passte mal die Abwehr nicht auf, sodass Roßlau zum Ehrentreffer kam und sich unser Schlussmann unsinnig laut darüber aufregte. Zwei Minuten später netzte Leuna aber noch mal ein zum 5:1 Endstand. Eine klasse Leistung der Mannschaft! Und das war mittlerweile der dritte 5:1-Sieg für den TSV in dieser Saison!

SV Germania 08 Roßlau 1:5 TSV Leuna 1919

Statistik:

- Grounds: 3.779 (1; diese Saison: 120 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.300 (2; diese Saison: 175)

- Tourkilometer: 300km Auto

 - Saisonkilometer: 53.460 (25.060 Flugzeug/ 26.240 Auto, davon 8.500 Mietwagen/ 2.020 Fahrrad/ 140 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 18 [letzte Serie: 82, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 218 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Montag, 7. Februar 2022

W3.0057IV: Erst Kunstrasenplatz mit Blick zum Wasserturm, dann Rasenplatz mit Blick zur Wasserburg

Klödener SV 1964 .............................................. 1
FC Elbaue Torgau 2012 .................................... 6

- Datum: Sonntag, 6. Februar 2022 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisoberliga Wittenberg gegen Kreisliga Nordsachsen; jeweils 9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-6 nach 92 Minuten (46/46) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 45.+1 Weber, 0-2 48. Szesny, 1-2 53. Klassen, 1-3 58. Ullmann, 1-4 73. Kaufmann, 1-5 82. Farkhodzoda, 1-6 90. Szesny
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportplatz Klöden (Kap.: 265, davon 15 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon 25 gemeldet und ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

SV Germania 08 Roßlau C ............................... 3
SV Eintracht Gommern 53/ Karither SV 53 C 2

- Datum: Sonntag, 6. Februar 2022 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: Testspiel (C-Junioren Landesliga Sachsen-Anhalt Staffel 1 gegen 3; jeweils 3. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 3-2 nach 73 Minuten (35/38) – Halbzeit: 1-2
- Tore: 0-1 14. Krietsch, 1-1 19. NN, 1-2 32. Knobloch, 2-2 41. NN, 3-2 43. NN
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Elbesportpark Rosslau, Kunstrasen (Kap.: 648, davon 48 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 21 (davon ca. 7 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10 Germania Roßlau C 3:2 SpG Gommern/ Karith CPictures with English commentary:
a) U15 Friendly: Germania Roßlau vs. Gommern/ Karith
b) Men’s Friendly Match: Klödener SV vs. Elbauen Torgau
c) Anhalt/Wittenberg: Gorsdorf (church), Schützberg (church), Klöden (castle, church, historic buildings)

Auch diesen Sonntag besuchte ich wieder einen völlig unbekannten Ort in meinem Heimatbundesland. Bevor es nach Klöden bei Jessen ging, fuhr ich aber ins altbekannte Roßlau. Hässlich wie eh und je. Schönster Ort der Stadt ist das Stadion. Der wirklich schöne Hauptplatz wird aber im Winter nicht genutzt, seit es einen Kunstrasen daneben gibt. Der war aber auch mein Ziel. Immerhin wurden 48 blaue Sitzschalen auf dem ansonsten langweiligen und nur mit Blick zu Häusern und einem Wasserturm aufwartenden Plastegrün installiert. Um 11 Uhr traten hier die C-Junioren von Germania Roßlau und Gommern/ Karith zu einem Test an. Eine erfreulich flotte Partie die nach Vorteilen und entsprechender 1:2 Führung für den Gast in Hälfte zwei zugunsten der Gastgeber entschieden wurde. Gommern vergeigte sogar noch einen Elfer, der sonst zum 3:3 geführt hätte. Klödener SV 1:6 FC Elbaue TorgauDann ging es zügig weiter nach Osten. Hinter Wittenberg und vor Jessen bog ich dann nach Süden ab. In Gorsdorf war die innen sehenswerte und außen graue Kirche geöffnet. Im benachbarten Schützberg war sie geschlossen, aber durch die Fenster sah man, dass die außen sanierte Kirche innen nicht in einem sonderlich guten Zustand ist. Auch in Klöden und den umliegenden Orten sind viele Privathäuser sehr grau und leicht oder massiv heruntergekommen. In Klöden gibt es noch eine Wasserburg, deren alte Bausubstanz interessant aber nicht sonderlich filigran ist, eine alte Fachwerk-Hofanlage und eine sehr sehenswerte, innen mit viel Holz ausgestaltete Kirche. Auch diese war erfreulicherweise noch offen, als ich nach dem Spiel den Ort besichtigte. Die Lage an der Elbe inklusive Altarmen und anderen Gewässern bietet auch schöne Bilder. Klödener SV 1:6 FC Elbaue TorgauBesagtes Spiel war eine Testpartie auf dem ausbautenlosen Rasen, der nicht nur ein interessantes Panorama zu Burg, Kirche, Pfarrhaus und anderen markanten Gebäuden des Dorfes über einen Damm und ein Gewässer hinweg bietet, sondern auch mit originellen Gebäuden aufwarten kann: Eine Holzhütte ist kombiniert Essens- und Getränkeausgabe sowie Klo, eine ehemalige Scheune wurde saniert und u.a. mit Umkleideräumen versehen. Auch die Partie lohnte das Kommen. Bei freiem Eintritt und brutalem Wind vergaben der mit bis letzte Woche vom Namen und Ort her wie gesagt unbekannte Wittenberger Kreisoberligist Klödener SV (zweitunterste Liga) und der Nordsächsische A-Kreisligist Elbaue Torgau (viertunterste Liga) fleißig Torchancen, ehe in der 45. Minute endlich ein Ball für die Gäste im Tor landete. Kurz nach der Pause das 0:2, daraufhin der Anschlusstreffer, aber mit dem Wind erzielte nun Torgau teils die irrten Treffer: auch ein 80 Meter Abschlag mit Aufsetzer am Torwart vorbei zum 1:3. Am Ende zu hoch 1:6.
Kurios: Als ich von der Dorfbesichtigung zurückkam zum Platz, da ich das Auto dort auch nach dem Spiel hatte stehen lassen, fiel mir die Werbetafel für Torgauer Renaissancekultur am Sportplatz auf. Die haben die Gäste aber wohl nicht erst mitgebracht und da montiert, die hängt da wohl schon länger... Ich fuhr dann wie die Gäste und ging in Torgau im Ibos Döner was essen. Echt guter Laden und sehr netter Türke mit einwandfreier sächsischer Aussprache „Sallad und viel Fleesch, nu mein Gutster?“ am Tresen...
Die Rückfahrt nach Bonn zog sich ziemlich. Im März werde ich sicher mal wieder nach Sachsen-Anhalt fahren, bis dahin bleibe ich in meiner momentanen Wohnregion, demnächst also erstmal nur Berichte aus dem Rheinland... Klöden (Jessen)Statistik:
- Grounds: 3.011 (2; diese Saison: 197 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.336 (2; diese Saison: 236)
- Tourkilometer: 670 (670km Auto)
- Saisonkilometer: 38.640 (28.860 Auto, davon 4.480 Mietwagen/ 7.070 Flugzeug/ 2.720 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 99 [letzte Serie: 46, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 57 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Donnerstag, 8. August 2013

W367II: Dessau-Roßlauer Nachbarschaftsduell

SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------- 1
SV Dessau 1905 ------------------------------------------------ 2
- Datum: Mittwoch, 7. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Landesliga Sachsen-Anhalt, Süd; 7. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. Christian Heß, 1-1 63. Lukas Schuhmacher, 1-2 69. Volker Nickels
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Elbesportpark (Kap. 2.500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon mind. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Teilweise etwas zerfahrene, aber weitestgehend unterhaltsame Partie) DSC02366 Elbesportpark Roßlau 
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Germania Roßlau v Dessau 05 – Album Includes Pictures of Roßlau Old Town
b) Some Older Pictures: Dessau I, Dessau II and Wörlitz

Mittwoch ging es in eine von mir nicht sonderlich geschätzte Gegend des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dessau ist eigentlich eine hässliche Stadt und reichlich überschätzt aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung. Das berühmte Wörlitzer Gartenreich liegt kilometerweit außerhalb des verbauten Zentrums. Aber auch einige Kilometer außerhalb dieses Stadtzentrums liegt ein nicht uninteressanter Vorort namens Roßlau, der lange eine eigene Stadt war. Einmal über die Elbe, schon steht man in der Ansammlung weitestgehend primitiver und oft heruntergekommener Ackerbürgerhäuser. Interessant ist hier aber eine sanierte Wasserburg und auch die nördlich des gesichtslosen Marktplatzes gelegene Marienkirche, die innen hervorragend gestaltet ist, lohnt sich. Wenn man in Roßlau etwas anschaut, wird man übrigens von den einen blöd angeglotzt („Was, Fremde gucken sich hier was an? Guck mal auf die Autonummer!“) oder freundlich angesprochen. Die Kirchenführerin ist da in zweierlei Hinsicht eifrig: religiös eifrig und auch touristisch.

Der Grund unseres Besuchs war ein Testspiel von Germania Roßlau in ihrem schönen Elbesportpark. Der ist zum Glück ein ganzes Stück vom Fluss weg, an Bahnanlagen und engen Vorstadtstraßen von Bäumen umgeben gelegen. Die Anlage ist sehr weitläufig mit mehreren, ziemlich verrotteten und ausbautenlosen Nebenplätzen, Tennisanlagen, einem großen und einen guten Eindruck hinterlassenden Vereinsheim an das auch der Sprecherturm gebaut ist. Der Eingangsbereich ist auch ganz nett gestaltet, auf altmodisch gemacht ist z.B. ein Stein für die fürs Vaterland gefallenen von 1870/71, 1914-18 und 1939-1945 sowie ein weiterer Stein mit Vereinsschriftzug „Germania Roßlau“. Allerdings verlangte der Alte am Einlass – zum ersten Mal bei den Testspielen die ich diese Saison besuchte – den vollen Ligaspielpreis von 3€ (ermäßigt 2€). Für die Dreistigkeit bekam man aber noch gute Sitzplätze auf alten Holzbänken, die auf der Mitte der dreireihigen Gegentribüne und auf dem Oberhang der dreireihigen Hintertorkurve stehen. Rechts vom Sprecherturm ist eine vierreihige Haupttribüne – von Kiefern beschattete, massive Steinstufen – und die andere Kurve ist auffällig zugewuchert.

Das Spiel wurde von einem auffällig dürftigen Schiedsrichtergespann geleitet: klare Fouls wurden laufen gelassen, dafür bei gleicher Höhe und passivem Abseits dauernd gewunken. Diese perverse neue Abseitsregelung sollte man als Amateurschiedsrichter prinzipiell ignorieren – dass die scheiß Amateurverbände zu dumm sind, sich gegen solche kranken DFB-Richtlinien durchzusetzen und mit diesen Drecksregeln nur die Unparteiischen verunsichert, zeigt nur ihre Unfähigkeit und Entfremdung von den Spielern und Fans der unteren Klassen. Einige der Abseitsentscheidungen, hauptsächlich des zwanghaften Abseitswinkers der vor der Gegentribüne dauernd rumwedelte – waren ohnehin bei jeder Regelauslegung falsch. Wenn der dauernd winken will, soll er eine Vereinsfahne nehmen und sich damit auf die Tribüne stellen! Der Schiri hatte auch noch die Karten vergessen, sonst hätte er für jede Mannschaft zwei gelbe zeigen müssen!

Das Spiel war durchschnittlich, aber schon recht unterhaltsam. Anfangs tat sich Dessau sehr schwer mit dem unterklassigen Gegner. Hätte Roßlau nicht so schlechte Stürmer, wären die Dessauer nie mit dem Pillepalle vorm eigenen Strafraum ohne Gegentor weggekommen. Nach 25 Minuten traf Roßlau nach Standardsituation zwar per Kopf, aber das hätte längst das 3:0 oder 4:0 sein müssen. So gelang Dessau noch ohne allzu großen Aufwand das Spiel nach der Pause zu drehen. Zwei Mal trocken eingenetzt und das war’s. Die zweite Halbzeit wurde ohnehin deutlich von den Gästen bestimmt, die zwar 10 Feldspieler wechseln konnten, aber wie die junge Frau neben mir meinte, nicht einmal den Ersatztorhüter dabei hatten sondern 90 Minuten lang einen dritten Ersatzmann zwischen den Pfosten. Der hielt sich allerdings bei allen Unsicherheiten und dem Fakt, dass der Kopfball zum Gegentor haltbar war, noch ziemlich gut. Die Niederlage Roßlaus lag allerdings weniger an der Torhüter- und Abwehrleistung Dessaus, sondern am schwachen Germania-Sturm.
Während einige Roßlauer noch leere Bierbecher auf der Steintribüne verbrannten, machten wir uns zügig nach Merseburg zurück.
 DSC02350 Marienkirche Roßlau  
Statistik:
- Grounds: 980 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.864 (heute 1, diese Saison: 8)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 2.050 (1.980 Auto/ 70 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 137 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Mittwoch, 31. Juli 2013

W366I: Ein Abend in Coswig/ Anhalt

SV Blau-Rot Coswig/ Anhalt ------------------------------ 0
SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------ 4
- Datum: Dienstag, 31. Juli 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Anhalt (9. Liga, 4. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5 (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 23. (18), 0-2 67. (Eigentor), 0-3 68. (12), 0-4 74. (16)
- Verwarnungen: Nr. 8 (Coswig); Nr. 4, 17 (Roßlau)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Lerchenfeld (Kap. 3.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (keine Gästefans darunter?)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Eher mäßiges Testspielgekicke) DSC01535 Sportanlage Lerchenfeld Coswig/ Anhalt Photos with English Commentary:
COSWIG/ ANHALT: PRE-SEASON AMATEUR FOOTBALL (BLAU-ROT COSWIG – GERMANIA ROSSLAU) & HISTORIC OLD TOWN OF COSWIG

Sucht man bei Google Maps nach Coswig, wird man unweigerlich nach Sachsen geschickt. Selbst wenn man den Zusatz Coswig/ Anhalt eingibt, landet man in der wenig sehenswerten Kleinstadt im Landkreis Meißen. Dabei ist im richtigen Coswig/ Anhalt – zwischen Dessau und Wittenberg gelegen – alles interessanter als in Coswig/ Sachsen. Die Gastronomie ist zwar scheiße und dass die viel befahrene Bundesstraße mitten durchs historische Zentrum (und übrigens auch direkt an den Sportanlagen vorbei) führt ist nicht unbedingt vorteilhaft, doch dieser historische Stadtkern und die jahrzehntealte Sportanlage sind wirklich sehenswert.

Bald nachdem das Einbahnstraßensystem in Richtung Wittenberg beginnt, sieht man rechts von der Straße einen eindrucksvollen, sehr regelmäßigen Schlossbau. Das wuchtige, barockgelbe Gebäude ist zwar etwas verfallen, aber wird derzeit saniert. OK, das dauert nun schon sieben Jahre und hätte eigentlich vor drei Jahren fertig sein sollen, aber vielleicht kriegen die das bis 2020 oder so hin... Gegenüber sind einige historische Bürgerhäuser und 100m weiter der Marktplatz mit Rathaus. Dahinter sieht man sofort den schlanken Turm der Kirche an die sich ein ehemaliges Kloster anschließt. Links davon, neben der „Döner Oase“ gibt es noch eine Straße mit etwas besseren Häusern. Ansonsten begibt man sich nach der Besichtigung ins Stadion... DSC01485 Coswig/ Anhalt Die Sportanlage Lerchenfeld – benannt nach dem Vogel aus der Ordnung der Sperlingsvögel und nicht nach dem Leipziger Gebäck – liegt an der Lärchenstraße – benannt nach einem Baum, der dort nicht einmal wächst – und ist eine der schönsten der Landkreise Anhalt und Wittenberg. Die Stadt gehört ja zum Landkreis Wittenberg, der Verein spielt aber in der Kreisoberliga Anhalt. Betritt man die Sportanlage durch das Haupttor mit dem verblichenen Schriftzug, sieht man zur linken ein kleines Stadion mit zwei quadratisch rundherum laufenden Stehstufen (Platz 3) und rechts hinter dem modernen Vereinsheim ein weiteres altmodisches Stadion (Platz 2), allerdings nur mit zwei Stehstufen auf einer Längsseite und erbärmlichen – äh, weiß gar nicht: Boden, Wiese, Hartplatz, Asche? Irgendwas Schwarzes mit Unkraut drauf, jedenfalls...

Die Nebenplätze sind ja schon klasse – doch das Hauptstadion ist noch besser! Drei rundherum laufende, quadratisch angeordnete Stehstufen, ein paar Holzbänke stehen frei herum, die Stufen sind absolut regelmäßig angeordnet und mit Sand aufgefüllt und rundherum stehen Kiefern und Robinien. Einige der Robinien haben mittlerweile Ableger auf die Gegentribüne mit der kleinen Anzeigetafel und den einen Hintertorsektor geworfen. Der Rasen ist in einem prima Zustand. DSC01533 Sportanlage Lerchenfeld Coswig/ Anhalt Der Zustand des Vereins ist nicht unbedingt prima: Coswig war mal mit 0 Punkten aus der Landesliga abgestiegen und stabilisiert sich nun in der höchsten Spielklasse des Landkreises Anhalt mehr oder weniger überzeugend als 7. Zumindest die Zweite Mannschaft ist auch schon mal für Skandale gut – dass man ein schlechter Verlierer ist, kann man kaum eindrucksvoller untermauern als mit einer provizierten Schlägerei die zum Spielabbruch führt.  Äußern will man sich von der Coswiger Seite nicht, was in Kombination mit den Aussagen der Chemiker aus Rodleben auch keiner weiteren Kommentare bedarf.

Der heutige Gegner aus Roßlau ist allerdings auch nicht so der Bringer: letzte Saison in der Landesklasse nur 9. und als ich die mal in einer Landesligapartie in Staßfurt erlebt habe, lieferte sich deren Neonazianhang eine Schlägerei an der Kasse...

Heute war allerdings mal wieder gar nichts los. Auch auf dem Spielfeld nicht besonders viel. Roßlau war spielerisch überlegen, bestimmte das Spiel und spielte vier Tore sauber heraus. Und wenn Coswig mal in Tornähe kam war es zumindest für den verkalkten Schiri immer abseits. Drei Tore wurden den Coswigern aberkannt! Drei!!! Davon mindestens eins völlig zu unrecht! DSC01561 Blau-Rot Coswig v Germania Roßlau Statistik:
- Grounds: 972 (heute 1 neuer; diese Saison: 1 neuer)
- Sportveranstaltungen: 1.857 (heute 1, diese Saison: 1)
- Tageskilometer: 220 (220km Auto)
- Saisonkilometer: 220 (220 Auto/ 0 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 131 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 366