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Mittwoch, 30. Januar 2019

W652II-III: Hansa auswärts in Braunschweig und ein Handballtag im Raum Magdeburg

Braunschweiger TSV Eintracht von 1895 ........ 2
F. C. Hansa Rostock ........................................... 0
- Datum: Sonntag, 27. Januar 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 (45/49) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 51. Kessel, 2-0 88. Feigenspan
- Gelbe Karten: Bär (Braunschweig); Hüsing, Pepić, Riedel (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Eintracht-Stadion (Kap. 23.325, davon 12.650 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 22.000 (davon 21.367 zahlende und ca. 3.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

Handballsportverein Magdeburg ................... 32
TuS 1947 Radis ................................................. 35
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga Männer (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 32-35 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 18-15
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6267738&etag=0920c0f2-9ff6-43fb-b789-d4ab21feee1f
- Austragungsort: Sporthalle Eike-von-Repgow (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10

SG ABUS Dessau .............................................. 32
TuS 1947 Radis II ............................................. 25
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Anhaltliga (9. Handballliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 32-25 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 17-12
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6277980&etag=e3cecbd6-5c75-4ad8-b90c-5459ad4d9003
- Austragungsort: Elbe-Rossel-Sporthalle (Kap. 250, davon 185 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10

Sportclub Magdeburg E .................................. 40
Männerturnverein Weferlingen 1881 E ......... 10
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: 1. Nordliga Jugend E (1. U11-Handballliga)
- Ergebnis: 40-10 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 18-4
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6330502&etag=ae71cfba-ce23-45d3-9a91-32f7b2d1f176
- Austragungsort: Hermann-Gieseler-Halle Magdeburg (Kap. 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10

Sportverein Irxleben 1919 C ........................... 21
Sportclub Magdeburg C .................................. 39
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C (1. U15-Handballliga)
- Ergebnis: 21-39 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 10-20
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6303586&etag=1fd91c69-6b2a-440d-aa47-4db853bf8d04
- Austragungsort: Wildpark Sporthalle Irxleben (Kap. 275, davon 198 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Photos with English Commentary :
a) 3rd Division Football: Eintracht Braunschweig vs. Hansa Rostock
b) 5th Division Handball: HSV Magdeburg vs. TuS Radis
c) 9th Division Handball: ABUS Dessau vs. TuS Radis Res.
d) Under-15 Handball: SC Magdeburg vs. MTV Weferlingen
e) Under-11 Handball: Irxleben 1919 vs. SC Magdeburg
f) Anhalt: Sightseeing in Rosslau (+ older pictures of better places in the region)

Dieses Wochenende ging es mal wieder nach Sachsen-Anhalt. Freitagabend nach der Arbeit über teils verschneite Autobahnen nach Staßfurt, Samstag dann schon 9 Uhr zum Handball los.

Erstes Spiel in Irxleben am Wildpark. Neben den Fußballplätzen befindet sich eine ganz ansprechend gestaltete Sporthalle. Großzügiges Spielfeld, Spitzdach, interessante Fenstergestaltung, dreireihige Tribüne mit Schalensitzen, dahinter eine Stehreihe und Balken. Zu Gast bei der U15 vom SV Irxleben 1919 war die U15 vom SC Magdeburg. Das Hinspiel ging mit 40 Toren Unterschied an den SCM, gewinnen tut der Profinachwuchs eh jedes Spiel: gefordert werden die erst in der bundesweiten Finalrunde mit dem anderen Profinachwuchs. Diesmal überzeugte der SCM aber nicht sonderlich: Irxleben brach immer wieder gut durch die SCM-Abwehr, der SCM ließ auch viele Chancen liegen. 10-20 bei Pause und 21-39 am Ende. OK, es ist schon pervers, wenn man sagen muss, dass ein Team bei einem 18-Tore-Sieg nicht überzeugt hat – aber genauso pervers ist es ja auch, wenn das der niedrigste Sieg in der ganzen Saison war...
Noch perverser ist da höchstens der Punkt, dass hier schon um 10 Uhr beim ersten Jugendspiel 2,50€ Eintritt genommen wird: 1. C-Jugend-Liga, auf Landesebene – habe ich beim Fußball nie erlebt! SV Irxleben 1919 C 21:39 SC Magdeburg C Richtig krank wurde es aber in puncto Eintrittsgeld erst beim SC Magdeburg heeme in der Hermann-Gieseler-Halle. 3€ für die 1. von 2 E-Jugend-Ligen, die natürlich auch nur innerhalb Sachsen-Anhalts ausgetragen wird. Das ließ ich mir, da im Gegensatz zu den freundlichen Irxlebenern zuvor auch SC-Bördebauern an der Kasse saßen, natürlich nicht kommentarlos gefallen. 2x20 Minuten U11-Gegurke – eine Altersklasse, in der selbst beim SCM die Hälfte der Mannschaft kaum unfallfrei einen Ball geradeaus werfen kann – und dann wollen die 3€!!! Schalke U17 gegen 1. FC Köln U17 (2x40 Minuten, Sitzplätze überdacht) in der B-Jugend-Bundesliga macht 3€, beim 1. FC Köln oder Hansa Rostock habe ich A- und alle anderen Jugendmannschaften eigentlich immer kostenlos oder für maximal 2€ gesehen. Bei Kleinfeldjugend wie D und E kassiert hier kein einziger Fußballverein – aber die verblödeten scheiß Handballer wollen 5€ für A-Jugend-Bundesliga und ständig 2-3€ für andere oberste Jugendklassen. Wahrscheinlich hebt das Erheben von völlig unangemessenem Eintritt (nichts anderes als freier Eintritt ist bei landesweiten Jugendklassen angemessen!) das chronisch niedrige Selbstwertgefühl der angeblich immer im Schatten des bösen Fußballs stehenden Handballer. Wenn ich sowas wie die Eintrittspreise für diese Jugendspiele sehe, frage ich mich, warum eigentlich Handball nach Fußball die Sportart ist, die ich am häufigsten schaue – das haben die Vereine eigentlich gar nicht verdient.

Das Spiel war ja nicht mal sehenswert: bei SCM wurde immer wieder eine gute Spielergarnitur eingewechselt, die dann mühelos durch die Abwehr der Gäste brach und mehrere Tore pro Minute warf. Dort funktionierte auch – natürlich in niedrigem Tempo und mit noch wenig Wucht hinterm Ball: es geht hier ja um 8- bis 10jährige – das Zusammenspiel in der Offensive. Wenn die Anfängergarnitur auf der Platte stand, war das genauso ein unkoordiniertes Bällerumwerfen wie beim Gast. Der MTV Weferlingen als Tabellenletzter war in den ersten 5 Minuten auch gut ins Spiel gekommen, verlor am Ende aber 40:10. Für die Spielklasse hat der SCM auch schon überzeugt. Eine lustige Sache am Rande: der Männerturnverein Weferlingen hatte – im Gegensatz zum nur mit Jungen spielenden SCM – mit vier oder fünf Mädchen fast genauso viele weibliche wie männliche Spieler auf dem Feld. Einziger Mann beim Männerturnverein war eh der Trainer...

Ich empfehle dennoch jedem auch auf Fußball spezialisierten Groundhopper einen Besuch in der Hermann-Gieseler-Halle. Am besten bei der II. vom SCM (bester Handball, da lohnen wenigstens die 10€ Eintritt im Gegensatz zu 3€ bei Jugend). Diese Markthalle von 1922 wurde 1955 leicht umgebaut und diente von da an bis 1996/97 als Spielstätte des SC Magdeburg. Sogar Europapokal wurde in diesem Stall gespielt! Die Halle ist baulich leicht angeschlagen, aber äußerst ästhetisch mit viel Holz, PVC, symmetrischen Trägern und schönen Farben. Die architektonische Beschreibung auf Wikipedia findet man in dieser Form auch selten bei einer Sportstätte: „Das Bauwerk besteht aus einer Stahlbeton-Skelettkonstruktion, zu der acht flach gewölbte Bogenbinder gehören. Die Bogenbinder haben eine Stützweite von 35 Metern, und ihr Scheitelpunkt liegt bei zwölf Metern. Durch Horizontalverstrebungen hat die Decke eine kassettenförmige Gestalt. Ursprünglich erfolgte der Lichteinlass über ein durchgehendes Oberlicht im Scheitel der Bogenbinder und durch große Glasfenster an den Stirnseiten. Die Halle hat eine Länge von 75 Metern, ist 35 Meter breit und verfügt heute über zirka 2.000 Sitzplätze. Als 1955 das Gebäude in eine Sporthalle umgebaut wurde, beseitigte man das Oberlicht und fügte Fenster an den Längsseiten an. Auch die Giebelverglasung und der Eingangsbereich wurden umgestaltet. Durch diese Eingriffe wurde die Halle sowohl innen wie außen in ihrem Aussehen zu ihrem Nachteil verändert. Da durch die neue Nutzung der alte Name [Halle Land und Stadt] nicht mehr passte, benannte der SED-dominierte Rat der Stadt die Halle nach dem relativ unbekannten Gewerkschafts-Funktionär Hermann Gieseler, der 1948 bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen war. Die Hermann-Gieseler-Halle steht heute unter Denkmalschutz.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Gieseler-Halle SC Magdeburg E 40:10 MTV Weferlingen E Eine ebenso geniale Halle steuerten wir (nach dem Mittagessen beim Magdeburger Bingöl Grill) in Roßlau an. Im Umfeld der Elbe-Rossel-Halle sind wir noch etwas rumgelaufen – wie schon vor einigen Jahren festgestellt ist Roßlau ein ödes, trübes Nazi-Nest. Vereinzelt gibt es ansehnliche historische Bauwerke, etwas häufiger auch noch normale Menschen, die keine asoziale Parolen und Aufkleber an die Wände anbringen...
Aber die Elbe-Rossel-Halle ist ein ganz anderer Baustil als die Hermann-Gieseler-Halle. 1996 nahm sich das zuständige Architekturbüro wohl vor, statt öden geraden Formen wie beim Dessauer Bauhaus etwas Ungewöhnlicheres und bunteres, aber nicht so hundertwassermäßig abgedrehtes wie die Lili-Hennoch-Halle in Berlin oder das Haus in Magdeburg, zu bauen. Die Halle hat ein tolles verglastes und symmetrisches Foyer und oben eine symmetrische Obertribüne. Die befindet sich 6 bis 9 Meter direkt (!) über dem Spielfeldrand. Wer Höhenangst hat, scheißt sich wahrscheinlich trotz der hohen Reling ein! Die Halle ist wirklich enorm hoch! Originell sind auch die gefächerten Fenster. Genial die Aufteilung der Sitzreihen. Man sieht aber nicht überall gut. Am besten steht man in der Mitte der Obertribüne auf der Brüstung an der Reling oder man setzt sich ganz rechts oder links in die erste Reihe der Obertribüne – denn die äußersten Sitze befinden sich direkt oberhalb der Spielfeldecke.

Natürlich wurde auch hier wieder für die Kreisliga kassiert. Nur 2€, aber wenn ich bedenke, dass ich für zwei Klassen besseren Handball in der Kreisliga Bonn-Rhein-Sieg nie (aber wirklich NIE!) auch nur 1 Cent bezahlt habe und beim TSV Leuna für ein oder zwei Klassen höher nur 1,50€...

Egal. Es mühten sich dann die SG ABUS Dessau (benannt nach dem Getriebewerk https://www.getriebetechnik-dessau.de/historie/ - ein aktueller Artikel zum Betrieb hier: https://www.mz-web.de/dessau-rosslau/getriebetechnik-dessau-gelungener-neustart-3357400) und die II. von TuS Radis ab, hier als Sieger vom Feld zu gehen. ABUS gewann mit 32:25 in einem zähen und wenig attraktiven Spiel mit etlichen Verletzungsunterbrechungen. Roßlau Dann sahen wir noch Radis I, die beim HSV Magdeburg zu Gast waren. 5€ Eintritt für Sachsen-Anhalt-Liga ist OK, die Halle in der Berufsschule mit der recht hohen Obertribüne und drei Reihen breiten Sitzbänken auch. Farblich ist die ganz gut gelungen, architektonisch jetzt nicht ansatzweise herausragend. Leider kaum Zuschauer – eine lächerliche Kulisse mit 0,0 Stimmung. Dafür war das Spiel das erste richtig gute heute: der Abstiegskandidat HSV Magdeburg hielt das Spiel bis zur 57. Minute offen, führte über weite Strecken der Partie sogar – aber am Ende zeigte sich, warum der HSV Vorletzter und Radis unter den ersten 5 ist. 32:35 in einem teilweise offenen Schlagabtausch. SG ABUS Dessau 32:25 TuS Radis II HSV Magdeburg 32:35 TuS Radis Am Sonntag ging es dann zum eigentlichen Anlass der Tour. Wieder zurück nach Niedersachsen, nach Braunschweig, das ich am Freitag passiert hatte. Die Stadt kenne ich schon (Für Bilderserie anklicken, dann Pfeil rechts vom Bild nutzen für weiter!), ich steuerte gleich das Stadion an. Parken war kostenlos in der Siedlung daneben möglich, aber sehr überfüllt alles. Der Gästeparkplatz war erst recht überfüllt – ebenso der Block. Völlig idiotisch, dass das nicht auf der Website stand. Weder Hansa noch Braunschweig wiesen darauf hin, dass der Gästebereich bereits ausverkauft war. Also das Kapuzenshirt und den Schal ins Auto, neutrale Jacke wieder an und für 22€ Sitzplatz in der Nordkurve, wie eine dreistellige Anzahl Hansafans, die dasselbe Problem wie ich hatten, auch...

Das Stadion der Braunschweiger Eintracht ist ein sehenswerter Bau: sehr regelmäßig oval, komplett überdacht, dabei ein älterer und seltener Bautyp. Altmodisch kommt das Stadion aber aufgrund der modernen, ehe langweiligen Schalensitze nicht daher. Die Südkurve ist der Heimstehbereich und der Gästeblock im Nordwesten ist zur Hälfte ein Stehblock. Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Das Stadion war enorm gut gefüllt: Etwa 19.000 Heimfans und knapp 3.000 Rostocker waren gekommen, der Gästeblock war mit zwei Choreos (jeweils zu Beginn der Halbzeiten) farbenfroh und kreativ in Aktion, zudem mit dem ganzen Schwarz plus die blau-weißen Schals als Akzente sehr eindrucksvoll. Stimmgewaltig und melodisch ist der Hansa-Support eh immer. Da wusste Braunschweig nicht so zu überzeugen: außer dem Fünftel der Heimkurve, das den Ultras vorbehalten ist, feuerte niemand dauerhaft an. Aber packende Spielszenen und die Tore sorgten dafür, dass das ganze Stadion kurzzeitig mitging, was eine gewaltige Lautstärke hervorrief.

Vor dem Spiel war klar, dass Hansa hier unbedingt gewinnen muss – allerdings steht Braunschweig als Letzter mit dem Rücken zur Wand. Es sollte sich zeigen, dass Eintracht Braunschweig richtig reagiert hatte auf die katastrophale Hinrunde: die halbe Mannschaft umgebaut. Hansa hat idiotischerweise den Trainer entlassen, was aber an dem verblödeten Sportdirektor lag, und spielt mit demselben unfähigen Haufen Versager weiter, der diese Hinrunde im Mittelfeld abgeliefert hat. Insbesondere nach diesem Spiel wurde wieder deutlich, dass diese Saison eigentlich kein Einziger Hansa-Spieler es verdient hat, das Trikot dieses großartigen Vereins zu tragen. Braunschweig dominierte das Spiel. Offensiver Druck von Beginn an. Große Chancen, die Abwehr schwamm ohne Ende, Gelios hielt immer wieder gut. 0:0 bei Pause schmeichelhaft. Nach der Pause ein Kopfball zum hoch verdienten 1:0 für Eintracht Braunschweig. Erst nach 70 Minuten kam Hansa wieder zu guten Chancen – doch kurz vor Schluss fiel durch einen Konter das 2:0.

Nach dieser schwachen Vorstellung wurde die Mannschaft wieder von der Gästekurve weggeschickt. Die grillte derweil lieber erbeutete Braunschweig-Fanartikel...

Ich fuhr dann in 5 Stunden über die Landstraßen zurück nach Bonn. Im ausgestorbenen Niedersachsen hatte ich nichts Gescheites zu fressen auftreiben können – nicht mal in Hilesheim oder Hameln – aber in NRW, im Sauerland, in einem Kaff vor Meschede gab es einen gescheiten syrischen Dönerimbiss... Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Statistik:
- Grounds: 2.340 (Sa 3, So 1; diese Saison: 128 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.525 (Sa 3, So 1; diese Saison: 141)
- Tourkilometer: 1.150km (Fr 480km Auto, Sa 210km Auto, So 460km Auto)
- Saisonkilometer: 44.440 (23.490 Auto, davon 8.450 Mietwagen/ 19.200 Flugzeug/ 1.740 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 652 Wochen.

Donnerstag, 8. August 2013

W367II: Dessau-Roßlauer Nachbarschaftsduell

SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------- 1
SV Dessau 1905 ------------------------------------------------ 2
- Datum: Mittwoch, 7. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Landesliga Sachsen-Anhalt, Süd; 7. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. Christian Heß, 1-1 63. Lukas Schuhmacher, 1-2 69. Volker Nickels
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Elbesportpark (Kap. 2.500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon mind. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Teilweise etwas zerfahrene, aber weitestgehend unterhaltsame Partie) DSC02366 Elbesportpark Roßlau 
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Germania Roßlau v Dessau 05 – Album Includes Pictures of Roßlau Old Town
b) Some Older Pictures: Dessau I, Dessau II and Wörlitz

Mittwoch ging es in eine von mir nicht sonderlich geschätzte Gegend des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dessau ist eigentlich eine hässliche Stadt und reichlich überschätzt aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung. Das berühmte Wörlitzer Gartenreich liegt kilometerweit außerhalb des verbauten Zentrums. Aber auch einige Kilometer außerhalb dieses Stadtzentrums liegt ein nicht uninteressanter Vorort namens Roßlau, der lange eine eigene Stadt war. Einmal über die Elbe, schon steht man in der Ansammlung weitestgehend primitiver und oft heruntergekommener Ackerbürgerhäuser. Interessant ist hier aber eine sanierte Wasserburg und auch die nördlich des gesichtslosen Marktplatzes gelegene Marienkirche, die innen hervorragend gestaltet ist, lohnt sich. Wenn man in Roßlau etwas anschaut, wird man übrigens von den einen blöd angeglotzt („Was, Fremde gucken sich hier was an? Guck mal auf die Autonummer!“) oder freundlich angesprochen. Die Kirchenführerin ist da in zweierlei Hinsicht eifrig: religiös eifrig und auch touristisch.

Der Grund unseres Besuchs war ein Testspiel von Germania Roßlau in ihrem schönen Elbesportpark. Der ist zum Glück ein ganzes Stück vom Fluss weg, an Bahnanlagen und engen Vorstadtstraßen von Bäumen umgeben gelegen. Die Anlage ist sehr weitläufig mit mehreren, ziemlich verrotteten und ausbautenlosen Nebenplätzen, Tennisanlagen, einem großen und einen guten Eindruck hinterlassenden Vereinsheim an das auch der Sprecherturm gebaut ist. Der Eingangsbereich ist auch ganz nett gestaltet, auf altmodisch gemacht ist z.B. ein Stein für die fürs Vaterland gefallenen von 1870/71, 1914-18 und 1939-1945 sowie ein weiterer Stein mit Vereinsschriftzug „Germania Roßlau“. Allerdings verlangte der Alte am Einlass – zum ersten Mal bei den Testspielen die ich diese Saison besuchte – den vollen Ligaspielpreis von 3€ (ermäßigt 2€). Für die Dreistigkeit bekam man aber noch gute Sitzplätze auf alten Holzbänken, die auf der Mitte der dreireihigen Gegentribüne und auf dem Oberhang der dreireihigen Hintertorkurve stehen. Rechts vom Sprecherturm ist eine vierreihige Haupttribüne – von Kiefern beschattete, massive Steinstufen – und die andere Kurve ist auffällig zugewuchert.

Das Spiel wurde von einem auffällig dürftigen Schiedsrichtergespann geleitet: klare Fouls wurden laufen gelassen, dafür bei gleicher Höhe und passivem Abseits dauernd gewunken. Diese perverse neue Abseitsregelung sollte man als Amateurschiedsrichter prinzipiell ignorieren – dass die scheiß Amateurverbände zu dumm sind, sich gegen solche kranken DFB-Richtlinien durchzusetzen und mit diesen Drecksregeln nur die Unparteiischen verunsichert, zeigt nur ihre Unfähigkeit und Entfremdung von den Spielern und Fans der unteren Klassen. Einige der Abseitsentscheidungen, hauptsächlich des zwanghaften Abseitswinkers der vor der Gegentribüne dauernd rumwedelte – waren ohnehin bei jeder Regelauslegung falsch. Wenn der dauernd winken will, soll er eine Vereinsfahne nehmen und sich damit auf die Tribüne stellen! Der Schiri hatte auch noch die Karten vergessen, sonst hätte er für jede Mannschaft zwei gelbe zeigen müssen!

Das Spiel war durchschnittlich, aber schon recht unterhaltsam. Anfangs tat sich Dessau sehr schwer mit dem unterklassigen Gegner. Hätte Roßlau nicht so schlechte Stürmer, wären die Dessauer nie mit dem Pillepalle vorm eigenen Strafraum ohne Gegentor weggekommen. Nach 25 Minuten traf Roßlau nach Standardsituation zwar per Kopf, aber das hätte längst das 3:0 oder 4:0 sein müssen. So gelang Dessau noch ohne allzu großen Aufwand das Spiel nach der Pause zu drehen. Zwei Mal trocken eingenetzt und das war’s. Die zweite Halbzeit wurde ohnehin deutlich von den Gästen bestimmt, die zwar 10 Feldspieler wechseln konnten, aber wie die junge Frau neben mir meinte, nicht einmal den Ersatztorhüter dabei hatten sondern 90 Minuten lang einen dritten Ersatzmann zwischen den Pfosten. Der hielt sich allerdings bei allen Unsicherheiten und dem Fakt, dass der Kopfball zum Gegentor haltbar war, noch ziemlich gut. Die Niederlage Roßlaus lag allerdings weniger an der Torhüter- und Abwehrleistung Dessaus, sondern am schwachen Germania-Sturm.
Während einige Roßlauer noch leere Bierbecher auf der Steintribüne verbrannten, machten wir uns zügig nach Merseburg zurück.
 DSC02350 Marienkirche Roßlau  
Statistik:
- Grounds: 980 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.864 (heute 1, diese Saison: 8)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 2.050 (1.980 Auto/ 70 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 137 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Mittwoch, 31. Juli 2013

W366I: Ein Abend in Coswig/ Anhalt

SV Blau-Rot Coswig/ Anhalt ------------------------------ 0
SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------ 4
- Datum: Dienstag, 31. Juli 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Anhalt (9. Liga, 4. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5 (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 23. (18), 0-2 67. (Eigentor), 0-3 68. (12), 0-4 74. (16)
- Verwarnungen: Nr. 8 (Coswig); Nr. 4, 17 (Roßlau)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Lerchenfeld (Kap. 3.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (keine Gästefans darunter?)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Eher mäßiges Testspielgekicke) DSC01535 Sportanlage Lerchenfeld Coswig/ Anhalt Photos with English Commentary:
COSWIG/ ANHALT: PRE-SEASON AMATEUR FOOTBALL (BLAU-ROT COSWIG – GERMANIA ROSSLAU) & HISTORIC OLD TOWN OF COSWIG

Sucht man bei Google Maps nach Coswig, wird man unweigerlich nach Sachsen geschickt. Selbst wenn man den Zusatz Coswig/ Anhalt eingibt, landet man in der wenig sehenswerten Kleinstadt im Landkreis Meißen. Dabei ist im richtigen Coswig/ Anhalt – zwischen Dessau und Wittenberg gelegen – alles interessanter als in Coswig/ Sachsen. Die Gastronomie ist zwar scheiße und dass die viel befahrene Bundesstraße mitten durchs historische Zentrum (und übrigens auch direkt an den Sportanlagen vorbei) führt ist nicht unbedingt vorteilhaft, doch dieser historische Stadtkern und die jahrzehntealte Sportanlage sind wirklich sehenswert.

Bald nachdem das Einbahnstraßensystem in Richtung Wittenberg beginnt, sieht man rechts von der Straße einen eindrucksvollen, sehr regelmäßigen Schlossbau. Das wuchtige, barockgelbe Gebäude ist zwar etwas verfallen, aber wird derzeit saniert. OK, das dauert nun schon sieben Jahre und hätte eigentlich vor drei Jahren fertig sein sollen, aber vielleicht kriegen die das bis 2020 oder so hin... Gegenüber sind einige historische Bürgerhäuser und 100m weiter der Marktplatz mit Rathaus. Dahinter sieht man sofort den schlanken Turm der Kirche an die sich ein ehemaliges Kloster anschließt. Links davon, neben der „Döner Oase“ gibt es noch eine Straße mit etwas besseren Häusern. Ansonsten begibt man sich nach der Besichtigung ins Stadion... DSC01485 Coswig/ Anhalt Die Sportanlage Lerchenfeld – benannt nach dem Vogel aus der Ordnung der Sperlingsvögel und nicht nach dem Leipziger Gebäck – liegt an der Lärchenstraße – benannt nach einem Baum, der dort nicht einmal wächst – und ist eine der schönsten der Landkreise Anhalt und Wittenberg. Die Stadt gehört ja zum Landkreis Wittenberg, der Verein spielt aber in der Kreisoberliga Anhalt. Betritt man die Sportanlage durch das Haupttor mit dem verblichenen Schriftzug, sieht man zur linken ein kleines Stadion mit zwei quadratisch rundherum laufenden Stehstufen (Platz 3) und rechts hinter dem modernen Vereinsheim ein weiteres altmodisches Stadion (Platz 2), allerdings nur mit zwei Stehstufen auf einer Längsseite und erbärmlichen – äh, weiß gar nicht: Boden, Wiese, Hartplatz, Asche? Irgendwas Schwarzes mit Unkraut drauf, jedenfalls...

Die Nebenplätze sind ja schon klasse – doch das Hauptstadion ist noch besser! Drei rundherum laufende, quadratisch angeordnete Stehstufen, ein paar Holzbänke stehen frei herum, die Stufen sind absolut regelmäßig angeordnet und mit Sand aufgefüllt und rundherum stehen Kiefern und Robinien. Einige der Robinien haben mittlerweile Ableger auf die Gegentribüne mit der kleinen Anzeigetafel und den einen Hintertorsektor geworfen. Der Rasen ist in einem prima Zustand. DSC01533 Sportanlage Lerchenfeld Coswig/ Anhalt Der Zustand des Vereins ist nicht unbedingt prima: Coswig war mal mit 0 Punkten aus der Landesliga abgestiegen und stabilisiert sich nun in der höchsten Spielklasse des Landkreises Anhalt mehr oder weniger überzeugend als 7. Zumindest die Zweite Mannschaft ist auch schon mal für Skandale gut – dass man ein schlechter Verlierer ist, kann man kaum eindrucksvoller untermauern als mit einer provizierten Schlägerei die zum Spielabbruch führt.  Äußern will man sich von der Coswiger Seite nicht, was in Kombination mit den Aussagen der Chemiker aus Rodleben auch keiner weiteren Kommentare bedarf.

Der heutige Gegner aus Roßlau ist allerdings auch nicht so der Bringer: letzte Saison in der Landesklasse nur 9. und als ich die mal in einer Landesligapartie in Staßfurt erlebt habe, lieferte sich deren Neonazianhang eine Schlägerei an der Kasse...

Heute war allerdings mal wieder gar nichts los. Auch auf dem Spielfeld nicht besonders viel. Roßlau war spielerisch überlegen, bestimmte das Spiel und spielte vier Tore sauber heraus. Und wenn Coswig mal in Tornähe kam war es zumindest für den verkalkten Schiri immer abseits. Drei Tore wurden den Coswigern aberkannt! Drei!!! Davon mindestens eins völlig zu unrecht! DSC01561 Blau-Rot Coswig v Germania Roßlau Statistik:
- Grounds: 972 (heute 1 neuer; diese Saison: 1 neuer)
- Sportveranstaltungen: 1.857 (heute 1, diese Saison: 1)
- Tageskilometer: 220 (220km Auto)
- Saisonkilometer: 220 (220 Auto/ 0 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 131 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 366

Samstag, 2. Oktober 2010

W218II: Enge Schlussphase in Schortewitz, derbe Klatsche für Großkugel in Löbejün und; das 75-Minuten-Schnitzel...

SG Schortewitz/ Zörbig 4:3 SG Roßlau/ Klieken
Samstag 2. Oktober 2010 – Anstoß 10.30
Landesliga B-Junioren Staffel 3 (4. Liga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 4:3 nach 81 Min. (40/41) – Halbzeit 3:0
Tore: 1-0 10. Nr. 3, 2-0 19. Nr. 3, 3-0 33. Nr. 10 (Elfmeter), 3-1 53. Nr. 6, 4-1 68. Nr. 5, 4-2 76. Nr. 7, 4-3 78. Nr. 7
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schortewitz (Kap. 1.000, davon 11 Sitzplätze)
Zuschauer: 16 (davon 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Sehr diszipliniert für B-Jugend, etliche gute Szenen beider Teams zu sehen, zudem am Ende noch spannend geworden)

TSG Grün-Weiß Löbejün 10:0 SG Großkugel
Samstag 2. Oktober 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 10:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 5:0
Tore: 1-0 7. Nr. 9, 2-0 9. Nr. 8, 3-0 21. Nr. 9, 4-0 32. Nr. 11, 5-0 35. Nr. 9, 6-0 48. Nr. 7, 7-0 60. Nr. 14, 8-0 77. Nr. 10, 9-0 82. Nr. 10, 10-0 90. Nr. 10
Verwarnungen: 2x Nr. 6 Großkugel
Platzverweise: s.o. (12. Handspiel, 25. Foul + Meckern)
Spielort: Sportplatz Löbejün (Kap. 1.650, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon max. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig guter Fußball der Gastgeber; Löbejün enorm überlegen, spielte Großkugel regelrecht an die Wand!)
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*** Photos and English Version: ***

a)
Under-16; Schortewitz/ Zörbig – Roßlau/ Klieken

b)
AMATEURS; LÖBEJÜN DEFEATS GROßKUGEL BY 10 GOALS

c)
A Nice Old Town; Löbejün near Halle

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Mit dem Hopperticket ging es von Merseburg über Halle nach Köthen, von wo aus es keine 20km in südlicher Richtung nach Schortewitz sind. Schortewitz ist ein 700 Einwohner zählendes Dorf, das sich 2007 freiwillig der Stadt Zörbig (9.000 Einwohner, 8km entfernt) angeschlossen hat – dem Beispiel sollte mal die kleine Gruppe der sich stur auf ihre, auf mittelalterlichen Ansichten zur Unabhängigkeit fußenden, Eigenständigkeit berufenden Käffer folgen. Beide Orte liegen übrigens zwischen Köthen und Halle, nahe an der Grenze zum Saalekreis (z.B. Ostrau/ SK). Die Schortewitzer Kirche ist ganz interessant, jedoch nicht herausragend mit dem barocken Kirchenschiff und dem eher historistisch wirkenden Turm. In der Nähe des Fußballplatzes befindet sich auch ein 5.200 Jahre altes Großsteingrab. Der am Nordrand gelegene Sportplatz hatte vor ein paar Jahren noch Pappeln ringsherum, nun stehen da vor allem Wacholderhecken. Die ganzen Felder drum herum geben dem Platz ein reichlich kahles Angesicht, aber ich habe schon Hässlicheres gesehen. Komischere Sitzschalen aber noch nie: die sind so schräg anmontiert, dass man sich aus Sorge, man könnte die Verankerung abreißen oder völlig verbiegen, gar nicht draufsetzen will.

In der B-Junioren Landesliga trafen die Spielgemeinschaften von SV Blau-Weiß 1955 Schortewitz + Zörbiger FC 1907 und SV Germania 08 Roßlau + SG Blau-Weiß Klieken aufeinander. Beide SGs hatten einen weniger guten Start mit nur einem Sieg und vier bzw. fünf Niederlagen hingelegt, was für Schortewitz/ Zörbig Platz 11 und für Roßlau/ Klieken Platz 13 bedeutet. Und es gibt nur 13 Plätze, von denen die letzten 4 Abstiegsplätze sind. Doch vom 9. bis zum 13. haben alle Mannschaften nur 3 Punkte. Man durfte also ein spannendes Spiel erwarten.

Beide Mannschaften zeigten auch gute Spielzüge, die man von Abstiegskandidaten so nicht erwarten konnte, wobei ausschließlich die Hausherren – oder Hausjungs? – diese nutzen konnten. Innerhalb weniger Minuten ein Doppelschlag des starken 3ers (besonders der Heber, aus der Luft angenommen und lässig über den Torwart gehoben, war Klasse) und kurz vor der Pause ein glasklarer Elfmeter der prima und sicher verwandelt wurde.
Nach der Pause schaffte Roßlau/ Klieken zwar den Anschlusstreffer, aber die Heimmannschaft konnte nach einem Freistoß den Ball fast ins Tor tragen. Das 4:1 schien die absolute Entscheidung, doch kurz vor dem Ende schöpfte der Gast noch Hoffnung durch einen Doppelschlag: da waren die Stürmer halt mal schneller als die Verteidiger.

4:3 war absolut verdient und neben dem ordentlichen Spielniveau muss man auch die Disziplin der Spieler beider Teams hervorheben: ein paar freche Wortwechsel und einmal Aneinanderrempeln sind für die B-Junioren – nach Aussage eines mir bekannten Amateurschiris die schlimmste aller Altersklassen, da sich die Spieler in der Hauptphase der Pubertät befinden – wirklich kein Ding. Und die Wortwechsel waren auch alle auf einem so vernünftigen Niveau, dass sie gar nicht des Zitierens wert sind. Auch nach zwei Szenen, in denen der gute und mit sehr viel Augenmaß und Ruhe pfeifende Schiedsrichter, eigentlich Elfmeter hätte geben können (hartes Einsteigen) bzw. müssen (Handspiel), gab es kein Geschrei der Spieler. Da tat sich nur der Trainer der Gastgeber negativ hervor. Wie der auch das Spiel über mit der eigenen Mannschaft umging, war eines Jugendtrainers, der neben der spielerischen und sportlichen auch eine charakterliche Erziehungspflicht inne hat, nicht würdig. So dümmliche Zurufe wie von dem Zörbiger müssen aber auch im Männerbereich nicht sein.
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Noch schnell eine Bockwurst im stilvoll eingerichteten Sportlerheim (hat sonst auch mehr Auswahl, wurde aber gerade ein Büffet vorbereitet, also abgespeckte Auswahl angeboten) gegessen und dann über Cösitz, wo sich ein leerstehendes aber noch nicht rettungslos versifftes und v.a. bauliches schönes Barockschloss unweit einer ganz sehenswerten Kirche befindet, nach Löbejün in den Saalekreis gefahren. In Löbejün waren wir nun schon mehrfach – und nun machte ich auch mal Fotos bei einem Spiel im Stadion. Das Stadion ist eines der schönsten im Saalekreis; denn das enge Spielfeld ist auf drei Seiten umbaut, wobei die eine Hintertorseite für Umkleiden, Geschäftsräume und Sportlerheim (mit Terrasse) ist, die eine Längsseiten zur einen Hälfte eine kleine Stehtribüne hinter den enorm massiven Wechselbänken und vor der kleinen Turnhalle ist und die zweite Längsseite mit einer zwei- bis dreistufigen Sitz- bzw. bis zu sechsstufigen Stehtribüne aufwarten kann. Gesessen wird auf Holzbänken und die Tribüne liegt dazu noch im Schatten hoher Bäume, während die Gegenseite in den kleinen Hang dahinter gebaut ist.

Eine wirklich schöne Anlage also für einen immer erfolgloser spielenden Verein, der von der Landesklasse innerhalb zweier Spielzeiten bis in die Kreisliga abgestürzt ist und dort einen katastrophalen Start (5:14 Tore nach drei Niederlagen + Ausscheiden im Kreispokal gegen anderen Kreisligisten) hinlegte. Zum Glück haben sie sich gefangen und die drei anderen Spiele mit zwei 5:1 Siegen und einem 4:4 erfolgreich gestaltet. In einem Spiel trat der Gegner nicht an (Wertung wird 3:0 für Löbejün sein). Heute war ein verlässlicher Gegner auf dem Platz erschienen: die SG Großkugel, deren Platz passend zum Ort der hässlichste im ganzen Saalekreis ist, aber die immer wieder für gute Spiele gut sind. Als Sechstplatzierter haben sie drei Punkte mehr als Grün-Weiß, doch weder die bessere Platzierung noch die niedrigere Torquote (in den 8 Spielen von Großkugel fielen 23 Tore, d.h. 2,9 pro Spiel, bei Löbejün hingegen 6,3/ Spiel) brachten mich von meinem Tipp – 6:4 für Löbejün – ab.

2€ sind zwar – vergleicht man das z.B. mit Leipziger Stadtliga – zu hoch für ein solches Spiel, doch wenn die Frau an der Kasse so freundlich ist, wie die in Löbejün meckert man nicht über die Preise und das Spiel war das Geld auch wert. Löbejün legte los wie die Feuerwehr und erzielte in der 7. und der 9. Spielminute die ersten beiden Tore. Die wenigen Angriffe der Gäste wurden vergeigt, oft verlor Großkugel innerhalb von Sekunden den Ball nach einem Freistoß in der eigenen Hälfte und kassierte so bis zur Pause drei weitere Tore, wobei der Sololauf des 9ers zum 5:0, der damit einen Hattrick erzielte, am sehenswertesten war: setzt sich fast an der Eckfahne gegen einen Abwehrspieler durch, spielt um den Strafraum herum, an einem zweiten Gegner vorbei, kann diesen nicht abhängen, doch zieht aus 18 Metern einfach ab und knallt den Ball in den kurzen Winkel. Dass Großkugel seit der 25. zu Recht in Unterzahl spielte, war nicht der Grund für die Klatsche. Die SG war einfach schwach an diesem Tag und Grün-Weiß spielte richtig stark auf.

Auch nach der Pause lief es so weiter: gleich das 6-0, dann das 7-0 nach einer Stunde, ein aberkannter Treffer – der Schiri war sehr sicher, sah über die wenigen bösen Bemerkungen der Gästebetreuer und -spieler hinweg oder reagierte mit gelassenen Gegenbemerkungen darauf; also wird die Entscheidung richtig gewesen sein, wie so ziemlich alle anderen auch – und dann ein tolles 8:0 aus 20 Metern in den Winkel. Das 9:0 mit gestrecktem Bein aus einem halben Meter Entfernung nach einer Flanke übers Strafraumgewühl erzielt war immer noch nicht der Schlusspunkt, denn Löbejün setzte in der 90. noch einen drauf: ein starker Heber zum 10:0!

Also mit zweistellig hätte ich hier nicht gerechnet, aber bei dem Kreisligaspieltag war eh manches Resultat komisch: Leunas zweite Mannschaft spielte 0:0 – hat die Erste seit sieben Jahren nicht mehr in der Liga geschafft und auch die Zweite macht kaum so einen Mist – und kaum hatte ich in meinem Bericht Großgräfendorf gegen Leuna II letzte Woche die Bemerkung gemacht, dass der Aufstieg entschieden sei, schon gewann Spergau gegen den vermeintlichen Aufsteiger Buna Schkopau, was mich eigentlich nicht an meiner Vorhersage zweifeln ließ, doch heute verlor Buna Tasman... äh Schkopau mit 0:4 gegen Eisdorf, was ein ähnlich knalliges Resultat ist, wie das von Löbejün. Apropos Aufstieg: den kann man in Löbejün schon fast anpeilen, so wie die spielen. Da mögen sie noch so schlecht gestartet sein: das war eine tolle Leistung!

Zum Abschluss muss ich noch ein paar Worte zum Sportlerheim verlieren: das Essen ist gut und preislich angemessen (Schnitzel mit Pommes und Salat 4,80€, großes Bauernfrühstück 4,50€ usw.) doch wenn mal irgendeine mengenmäßig große Bestellung ansteht sehen die Leute da nicht mehr klar. Ich musste in der ersten Halbzeit auf der Terrasse essen, obwohl ich schon um kurz nach 14 Uhr, als ich da ankam, bestellt hatte. Dem Gästebetreuer ging es nicht anders: 55 Minuten Warten auf ein Bauernfrühstück, 75 Minuten für Schnitzel mit Pommes. Fünfundsiebzig! Kaum kritisiert man das – und den Fakt, dass zuerst das falsche Essen geliefert wurde und die völlig unfähige Küchenfrau falsch abrechnete – gegenüber dem überforderten Kellner, schon heißt es, die Gäste seien Schuld an dem Chaos mit vertauschten Bestellungen und stundenlangem Warten. Was sich der Koch auch noch da dümmlich einmischt?! Der soll sich in die Küche machen, die Trinkgläser ordentlich reinigen, das gute Essen zügiger zubereiten oder am Besten erstmal Organisieren lernen. Das muss man nämlich auch in einfachen Gastronomieeinrichtungen wie einem Sportlerheim können. So viel Unfähigkeit auf einem Haufen habe ich noch nie erlebt und käme auch in guten Sportlerheimen wie dem in Leuna oder dem Insidertipp schlechthin: Kütten, nie in Frage.

Aber außer dem Sportlerheim zu bestimmten Veranstaltungszeiten kann Löbejün generell nur empfehlen: die Stadt, den Verein, das Stadion und die Mannschaft, die in dieser Saison richtig furios spielt. So macht Amateurfußball besonders Spaß!
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Statistik:
Ground Nr. 479 (ein neuer Ground; diese Saison: 29 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.150 (diese Saison: 38)
Tageskilometer: 130 (70 Bahn, 60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.740 (7.170 Auto/ 1.320 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 450 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 65
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 218