Posts mit dem Label FSV Grün-Weiß Wimmelburg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label FSV Grün-Weiß Wimmelburg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 7. April 2014

W401III: Das 60 Jahre alte Sierslebener Stadion und der Sportplatz mit Burgblick in Harkerode

SV Arnstein 1948 Harkerode ...................................... 2
SV Teutonia 1920 Siersleben ....................................... 2
- Datum: Sonntag, 6. April 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, Nordost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 20. Nico Hartung (Foulelfmeter), 1-1 50. Tobias Wolf, 1-2 57. Tobias Wolf, 2-2 65. Christoph Dreher
- Verschossener Strafstoß: Harkerodes Torwart Norman Meier wehrt Foulelfmeter von Sierslebens Rene Paulsen ab (30. Min.)
- Verwarnungen: Patrick-Bernd Hartmann (Harkerode)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Harkerode (Kap. 520, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon 49 Zahlende und ca. 12 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

SV Teutonia 1920 Siersleben C ................................... 2
JSG FSV Grün-Weiß Wimmelburg 1920/ BSC Blankenheim 1920/ SV Eintracht Emseloh C ............ 4
- Datum: Sonntag, 6. April 2014 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: C-Junioren Kreisliga Mansfeld-Südharz (4. und unterste Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 2-4 nach 71 Min. (35/36) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 10. Niklas Dockhorn, 2-0 17. Steven Rathmann, 2-1 33. Jonas Ziegler, 2-2 39. Jonas Ziegler, 2-3 55. Jonas Hildebrandt, 2-4 70. Daniel Günther
- Verwarnungen: Leon Brüder (Siersleben); Jonas Täckelburg (Wimmelburg etc.)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Glück Auf Kampfbahn Siersleben (Kap. 1.600, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Erträglich, da einige Tore zu sehen waren)  
Photos with English Commentary:
a) Under-Aged Football at Siersleben: Teutonia v Wimmelburg/ Blankenheim/ Emseloh
b) Amateur Football at Harkerode: Arnstein Harkerode v Teutonia Siersleben
c) Mansfeld Region: Arnstein Castle, Siersleben, Hübitz, Abberode, Pansfelde, Wieserode, Alterode, Endorf

Teutonia Siersleben hat eine prima Website, die auch eine komplette Geschichte der in den 1950ern errichteten Glück-Auf-Kampfbahn von Siersleben beschreibt. http://www.sv-teutonia-siersleben.de/?page=chronik&subpage=2 Da guckten wir uns doch gleich mal zwei Spiele des Vereins aus dem Gerbstedter Stadtteil an: zuerst die mit 0 Punkten auf dem letzten Platz stehende C Jugend in besagtem Stadion zuhause, dann die Männer (im Mittelfeld auf Rang 8) beim Tabellenletzten in Harkerode (nur 2 Punkte aus 21 Spielen und eigentlich schon abgestiegen)!

Ich fuhr zuerst in neuer Rekordzeit über die Landstraßen nach Staßfurt (65 Minuten, d.h. 75km/h-Schnitt) wo wir Anja abholten, dann ging es ins wenig attraktive Dorf Siersleben. Hinter dem ansehnlichsten Gebäude des Ortes, der Kirche, geht es rechts rein zum ganz ordentlichen Stadion. Dass die Stehränge mal größer waren, konnte man erahnen: die Schlackestufen waren aber größtenteils überwuchert oder verschüttet. Nur die linke Hälfte der Haupttribüne wurde etwas erneuert. Besonders eindrucksvoll ist die Anlage dadurch natürlich nicht, aber wenigstens durch die vielen Bäume auch nicht kahl.

Das U15-Spiel war nicht besonders attraktiv, aber beide Teams gaben ihr Bestes und v.a. dem körperlich unterlegenen Gastgeber muss man Respekt zollen, wie sie dem Gast in den ersten 20 Minuten das Heft aus der Hand nahmen und entgegen aller Erwartungen mit Offensivfußball in Führung gingen. Die 2:0 Führung wackelte aber schon vor der Pause. Nach dem Anschlusstreffer war es nur noch eine Frage der Zeit, ehe die Spielgemeinschaft Wimmelburg/ Blankenheim/ Emseloh (da nicht alphabetisch geordnet, wurden die Namen wohl nach der Attraktivität der Sportstätten in absteigender Reihenfolge angeordnet: Wimmelburg ist ein absolut genialer Ground, Blankenheim ganz gut und Emseloh öde…) das Spiel an sich riss. Die Abwehr geriet in der zweiten Hälfte deutlich öfter unter Druck und die vereinzelten Konter der Sierslebener hatten keinen Erfolg. Von 2:0 also auf 2:4!  
Wir fuhren dann ein bisschen durch die Dörfer der Umgebung, in Mansfeld-Südharz und auch dem Harz-Kreis. Im benachbarten Hübitz hatten die Sierslebener ja mal eine Weile übergangsweise gespielt, doch der Platz dort wurde verkleinert und ist ein Bolz- und Spielplatz. Auffällig im Ort sind die neogotische Kirche, die in der Kirschstraße (Rechtschreibfehler oder Gag?) steht, und die halbverfallene LPG mit VEG Hübitz (Gesellschaft für Sport und Technik) Emblem.

Wir fuhren auf die Harzhochstraße und verließen diese in Ritzgerode. Dort führt eine sehr enge, topp asphaltierte Straße durchs Tal und nach Abberode wieder den Berg hinauf. Der Ort ist ganz ansehnlich: der Freizeitsportverein hat einen tollen Kleinfeldplatz mit Flutlicht, die Kirche ist eine interessante Ruine.

In Pansfelde gibt es eine ähnlich gebaute Kirche die in sehr gutem Zustand ist. Die beiden Sportplätze sind ebenfalls in bestem Zustand und landschaftlich auch schön gelegen. Die ganzen Verbots- und Hinweisschilder sowie Straßensperrungen der Gemeinde Falkenstein kann man übrigens getrost ignorieren – bei wem soll man sich eigentlich eine Genehmigung holen, wenn man auf dem Platz mal eine Runde bolzen will? So ein hirnloses Schild wie das am Kleinfeldplatz habe ich wirklich sehr selten gesehen…

Eine besonders schöne Dorfkirche, ein Fachwerkbau aus dem 17. Jahrundert, steht in Wieserode. Einige historische Häuser stehen dort auch am Anger, ein schöner Sportplatz ist hinter der Feuerwehr zu finden. Besser ist allerdings noch jener Platz in Alterode, den man über den Feldweg von Ulzigerode aus erreicht.  
Die Ortschaft Harkerode ist dann eine ganz ansehnliche Häuseransammlung, die aber v.a. von ihrer Burgruine Arnstein auf einem Felskegel oberhalb des Ortes lebt. Diese schöne Anlage aus dem 12. Jahrhundert besuchten wir nach dem Spiel.

Der Verein heißt natürlich auch nach der Burg Arnstein und stellt diese sehr schön in seinem Vereinswappen dar. Der Sportplatz vom SV Arnstein 1948 Harkerode liegt etwas außerhalb des Ortes in einer von Bäumen umstandenen Wiese im Tal der Eine. Landschaftlich ist der Platz echt klasse! Es gibt auch ein paar Bänke und ein Vereinshaus. 2€ Eintritt sind trotzdem das Doppelte von dem was für diese Liga angemessen wäre. Dafür bekam man heute wenigstens ein gutes Spiel geboten.

Beide Seiten zeigten viel Einsatz, was dem älteren Sportfreund an der Pfeife manchmal Schwierigkeiten bereitete, und spielten viel nach vorne. Allerdings war es lange mehr der Außenseiter, der aktiver und auch erfolgreicher war. Mit einem berechtigten und souverän verwandelten Foulelfmeter gingen sie 1:0 in Führung, 10 Minuten später gab es einen noch eindeutigeren Foulelfmeter für Siersleben, der aber sehr schlecht geschossen war und für den Torwart von Harkerode keine Probleme darstellte.

Nach dem Seitenwechsel sah man, warum Harkerode so abgeschlagen auf dem Abstiegsplatz steht: für mehr als 45 Minuten Fußball reicht es wohl meist nicht! Der Gast ging jedenfalls schnell mit zwei Treffern aus spitzem Winkel aufs kurze Eck innerhalb von nur sieben Minuten in Führung. Immer wieder verloren die Gastgeber Bälle im Mittelfeld, die zu gefährlichen Kontern wurden. Kurz nach seiner Einwechslung war es jedoch ein Arnsteiner Wechselspieler, der mit einem Knaller aus 25 Metern in den langen Winkel für den verdienten Ausgleich und den Punktgewinn von Arnstein Harkerode sorgte, den sie bis zum Abpfiff verteidigen konnten.

Nach dem Spiel schauten wir uns wie gesagt die Burg Arnstein an und fuhren noch den direkten Weg über Endorf (3,5km Schotterpiste durch hügelige Felder mit teilweise Baumbestand am Rande) mit dem alten Fußballplatz und von dort nach Groß Schierstedt (Wer hat denn eigentlich den scheiß Schlüssel für das Haupttor zum Sportplatz? Man kommt doch eh problemlos über die Treppe von unten rein!) und zum Essen nach Aschersleben. Über Staßfurt ging es dann in 70 Minuten nach Merseburg zurück.  
Statistik:
- Grounds: 1.094 (heute 2 neue; diese Saison: 123 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.018 (heute 2; diese Saison: 162)
- Tageskilometer: 320 (320km Auto)
- Saisonkilometer: 51.770 (50.440 Auto/ 1.240 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 401

Mittwoch, 14. August 2013

W367IV-V: 250km und zwei Tage mit dem Fahrrad unterwegs für ein Freundschaftsspiel vom TSV Leuna...

Blankenburger FV 1921 -------------------------------------- 6
TSV Leuna 1919 ------------------------------------------------ 0
- Datum: Samstag, 10. August 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel (Landesklasse Staffel 3 gegen Landesklasse Staffel 6; jeweils 8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-0 nach 88 Min. (45/43) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. (10), 2-0 55. (15), 3-0 62. (11), 4-0 63. (15), 5-0 76. (8), 6-0 87. (12)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportforum der Stadt Blankenburg (Kap. 4.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Bei einem Wochenendausflug mit 9 spielfähigen Spielern und dem Trainer kann man keine wettbewerbsfähige Leistung erwarten)

Arbeiter Sport Verein Eisleben 1992 AH ---------- o.W.
FSV Grün-Weiß Wimmelburg 1920 AH ----------- o.W.
- Datum: Freitag, 9. August 2013 – Anstoß: 18.35
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: ohne Ergebniswertung da Resultat unklar, weil nach regulärem Tor der sogenannte Schiedsrichter das Spiel regelwidrig mit Ecke weiterführte
- Tore: 0-1 62. (12); fällt aus der Wertung
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Karl-Fischer-Sportplatz, ASV Eisleben (Kap. 1.560, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 0,0/10 (Eigentlich braucht man zu dieser Scheiße, die inklusive Schiri-Leistung in keiner Phase etwas mit Fußball zu tun hatte, nur sagen: kein Wunder, dass MSH als dümmster Landkreis Deutschlands gilt) DSC02656 Sportforum Blankenburg Photos with English Commentary:
1) Pre-Season: TSV Leuna visiting Blankenburger FV at Sportforum Blankenburg 
2) Veterans: ASV Eisleben v Grün-Weiß Wimmelburg at Karl-Fischer-Sportplatz

a) Eisleben Old Town 
b) Sylda/ Arnstein Castle 
c) Ballenstedt Old Town 
d) Meisdorf Palace
e) Thale Rock Formations 
f) Castle Ruins Lauenburg  and Stecklenburg
g) Ermsleben Konradsburg Castle 
h) Falkenstein Castle
i) Rock Fortress Regenstein 
j) QUEDLINBURG: Album I ; Album II
k) Winter in Blankenburg 

l) BLANKENBURG, GERNRODE, HARZBURG, HOYM  DSC02706 Blankenburger FV v TSV Leuna 1919 Beim Testspiel in Burgwerben - von Merseburg aus hin und zurück 40km - meinte Gisbert, dass er ein besonders interessantes Testspiel für uns hätte. Die Lenzens fragten nach unserer Zusage, ob wir da auch mit dem Rad hinfahren würden: Blankenburg/ Harz ist von Merseburg aus hin und zurück 230km. Nach ein bisschen Routenplanung wirkte das Ganze gar nicht mehr so abwegig – dass wir das in einem Tag machen sollen, hat ja keiner erwähnt...

Also brachen wir am Freitag um 15 Uhr mit den Rädern in Richtung Harz auf. Wir fuhren über Eisleben, da wir kein anderes Altherrenspiel auf dem Weg finden konnten. Die Fußballer im Harzkreis müssen alle Analphabeten sein, da kein Verein eine aktuelle Website hat oder gar eine Seite, auf der sie ihre Alten Herren (die aber fast jeder Club hat) vorstellen. Also blieben wir Freitag noch in Mansfeld-Südharz, da Wimmelburg samt ihrer Alten Herren eine hervorragend aktuelle Website hat, auf der ein Spiel beim ASV Eisleben angesetzt war.

Die Wimmelburger haben übrigens auch einen tollen Sportplatz und einen interessanten Nebenplatz.  Der Sportplatz des ASV Eisleben ist aber auch nicht schlecht: eine enge und etwas zugewuchert Einfahrt, primitive Containerbauten als Unkleiden und ein großer, von Graswällen auf drei Seiten umgebener Dorfacker. Einige Holzbänke auf der Wallkrone, Bäume und Gestrüpp drumherum, etwas Industriebrache... Benannt ist der Sportplatz – wie auch die angrenzende Straße, von der aus man den Platz betritt – nach einem Eisleber Arbeiter, der sich auch als Autor betätigte: Karl (auch: Carl) Fischer. Ich dachte daher, dass ASV – eine Abkürzung, die nirgendwo erklärt wird – für Arbeiter Sport Verein steht. Zu meiner Überraschung gab es aber Vereinsangehörige, die wirklich wussten, wofür das „A“ steht. Im Spaß meinte eine, die es wahrscheinlich auch war, „Arbeitslosen Sport Verein“ – aber im Ernst erklärte einer meinem Vater, dass es der „Allgemeine Sport Verein 1992“ ist.

Ich hatte in Wimmelburg einmal ein wirklich gutes Spiel der Grün-Weißen Altherren gesehen, doch was der Gast dort heute bot, hatte mit Fußball nichts zu tun. Keinerlei Laufarbeit, im Stand Fehlpässe ohne Ende und Schüsse die das Tor um 10 Meter verfehlten oder als Kullerbälle auf den unsicheren Schlussmann gingen. Auf der Gegenseite genau so eine Scheiße: der ASV bemühte sich wenigstens, konnte aber keinen Ball annehmen geschweige denn aufs Tor bringen. Eine einzige gute Chance hatten sie: nach einem Stürmerfoul gab es ein Foul im Strafraum am ASV-Angreifer, das der „Schiedsrichter“ auf Drängen der Gäste mit Freistoß vorm Strafraum ahndete – dieser wurde ganz gut hereingebracht und per Kopf an die Latte gesetzt.

Und da wären wir auch schon beim eigentlichen Hauptakteur dieses Spiels, dem sogenannten Schiedsrichter: der 15jährige kannte die Regeln höchstens ansatzweise, pfiff immer so, wie es ihm gesagt wurde und selbst dann nicht richtig. Nach einer normalen Zurechtweisung durch einen völlig zu Recht genervten Wimmelburger rastete seine auf der Trainerbank sitzende Mutter, die genauso unterbelichtet war wie er, fast aus und pöbelte lächerlich herum. Den Vogel schoss der Junge, der wahrscheinlich noch nie im Verein Fußball gespielt hat, dann allerdings erst ab, als er nach dem regulären Wimmelburger Tor auf die Abseitsforderungen der Eisleber mit einem Eckstoß reagierte. Der Ball war im Tor und er gibt Ecke, da Abseits gerufen wird! Dadurch wusste niemand so recht, wie das Spiel eigentlich ausging und ich entschied mich einfach dazu, es nicht zu werten. Es zählt nicht in die Spiele-ohne-0:0-Statistik, nicht in die Trefferstatistik und auch nicht in die Ergebnisliste. Ein Sportgericht hätte ein Pflichtspiel mit einer solchen Szene schließlich neu angesetzt, da der Schiedsrichter das Spiel nach einer entscheidenden Szene nicht regelkonform fortführte.

Natürlich, klar. Der Spacko war ja erst 15, wahrscheinlich zum ersten Mal an der Pfeife und bei so einer Mutter kann man auch keinen vernünftigen Bildungsstand beim Jungen erwarten – aber so etwas ist eigentlich nicht mehr lustig. Nicht nur, dass das Spiel eines der schlechtesten war, das ich je gesehen habe. Wenn ich sehe, wie der Nachwuchs drauf ist – dieser lächerliche Schiri und diese nervig neugierigen und unglaublich doofen Dorfkinder die um uns herum tobten – weiß ich nur zu gut, warum Mansfeld-Südharz als der dümmste Landkreis Deutschlands gilt. Eine der stärksten, reichsten und wichtigsten Regionen Deutschlands – das Mansfelder Land – ist seit Jahrzehnten völlig auf dem Müll. Dass hier nur wenig mehr als 80% der Schüler einen Abschluss erreichen,  konnte man sich lebhaft denken, bei so dummen Wänstern wie dort auf dem Fußballplatz. Ich fang jetzt nicht an, noch die Statistiken zu verlinken, die auf die extremen Arbeitslosenquoten, die wahnsinnigen Bildungsdefizite und die extremen Krankheitstage der arbeitenden Bevölkerung eingehen... Das Mansfelder Land ist in vielen Punkten einfach heruntergekommen, was man nicht nur beim Sport als Spiegelbild der Gesellschaft dauernd gezeigt bekommt, sondern auch wirklich traurig ist!

Wir hatten noch bei Hotel Rammelburgblick angerufen, dass wir nach der Eincheckzeit erscheinen und fuhren dann in etwas mehr als einer Stunde bis Saurasen hoch. Auf Höhe der auf dem gegenüberliegenden Berggipfel liegenden Rammelburger Schlossruine liegt zwischen Mansfeld und Harzgerode ein bekanntes Gasthaus mit Hotel an der Harzhochstraße. Der Blick ist herrlich, die Zimmer ganz gut, das Frühstück für 5€ auch in Ordnung (könnte aber auch früher als um 8 beginnen) – doch für 55€ pro Doppelzimmer (33€ das Einzelzimmer) kann man noch etwas mehr erwarten bzw. bei dem Niveau dann einen niedrigeren Preis. Das Restaurant scheint auch überteuert zu sein. Immerhin ist der aus dem Ort stammende Besitzer ausgesprochen freundlich und sein Personal (derzeit türkische Praktikanten: der Chef aus Gernrode ärgert sich nämlich über die unfähigen Leute aus MSH, die in seinem Betrieb nur Mist bauen) macht ebenfalls einen positiven Eindruck. DSC02504 Karl-Fischer-Sportplatz, home of ASV Eisleben Nach dem Frühstück gelangten wir am nächsten Morgen über Bundesstraßen und Nebenstraßen und über Harzgerode mit seinem mickrigen Schloss, Alexisbad mit Architektur aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert sowie Mägdesprung mit dem Obelisken nach Gernrode. Hauptsehenswürdigkeit ist die romanische Basilika: sehr authentisch, sehr schön ausgestaltet, aber mit 1€ und 5€ Fotogebühr sehr touristisch ausgelegt. Es gibt auch einige schöne Fachwerkbauten und enge Gassen im Ort. An den architektonisch ansehnlichen Neinstedter Anstalten und dem extrem hässlichen Thale vorbei, kamen wir in Blankenburg an. Die Schlossanlagen mit Gärten und der Kern der Altstadt mit Rathaus, Kirche und Fachwerkgebäuden ist sehr sehenswert. Schlecht steht es aber um die Gastronomie: in der Innenstadt hat die Hälfte der Lokale dicht gemacht und das scheiß Sportlerheim im Sportforum hat unmögliche Öffnungszeiten.

Wie auch immer, im Sportforum sorgten wir bei den Leunaern für gute Laune: waren die Groundhopper also wirklich so bekloppt, hier mit dem Rad hinzufahren...

Das Stadion ist sehr schön gelegen: Schlossblick und in die offene Harzlandschaft schaut man hinein. Architektonisch ist es nicht uninteressant. Alles etwas neu und steril, Ausbau auf den Längsseiten, ziemliche Höhenunterschiede – aber alles im Sportforum drin: ein Nebenplatz mit Ausbauten, eine Sporthalle und ein Sporthotel. Dort machten halt die neun spielfähigen Leunaer zusammen mit dem Trainer und mehreren verletzten Spielern einen Wochenendurlaub...

Nun ja, anders kann man halt nicht beschreiben, was da auf dem Platz los war. Der Blankenburger FV nahm nicht mal Eintritt. Dabei waren sie starker Dritter in Staffel 3 und Leuna holte wenigstens einen 9. Platz in Staffel 6 der Landesklasse. Auch Blankenburg schien nicht mit voller Kapelle angetreten zu sein, doch gegen 7 Landesklasse-, 2 Nachwuchsspieler, den Trainer und einen Gastspieler der Blankenburger reichte es zu einem billigen 6:0 Sieg. Zwei der Treffer wurden aus Abseitsposition erzielt. Alle Treffer waren Konter. Bis kurz nach der Halbzeit hatte Leuna auch noch sehr gut mithalten können und sich mehrere Chancen erspielen können. Dass dieses Ergebnis nichts über die Erwartungen, die man nächsten Samstag in Hohenmölsen-Großgrimma an Leuna stellen kann, zu tun hat, dürfte klar sein! DSC02666 Sportforum Blankenburg Auf der Rückfahrt passierten wir etliche interessante und äußerst sehenswerte Orte, die wir fast alle schon kannten. In Sichtweite fuhren wir an Falkenstein und Konradsburg vorbei. In Quedlinburg fuhren wir am Rand der riesigen historischen Altstadt vorbei. Hoym lohnt einen kurzen Zwischenstopp, da es dort eine Kirche und ein Schloss gibt. Als wir Merseburg gegen 23.15 erreicht hatten, hatten wir über 245km in den beiden Tagen zurück gelegt. DSC02616 Gernrode basilica Statistik:
- Grounds: 983 (Freitag und Samstag je 1 neuer; diese Saison: 12 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.867 (Freitag und Samstag je 1, diese Saison: 11)
- Tageskilometer: 250 Fahrrad (Freitag: 80km, Samstag: 170km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 2.370 (1.980 Auto/ 390 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 139 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Samstag, 4. Juni 2011

W253II: Altherrenfußball zwischen Bergehalden; Wimmelburg schlägt Bennungen deutlich

FSV Grün-Weiß Wimmelburg AH 6:2
SV Eintracht Bennungen AH
Datum: Freitag, 3. Juni 2011 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren zum Wimmelburger Sportfest
Ergebnis: 6:1 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 4:0
Tore: 1-0 10. (11), 2-0 12. (9), 3-0 20. (9), 4-0 24. (11), 5-0 41. (9), 5-1 43. (Ersatzspieler, 16), 6-1 58. (4)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wimmelburg (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Viele Tore, aber auch für Alte Herren sehr langsam)
IMG_3767
Photos and English version:

Einer der reizvollsten Plätze des ansonsten sportlich sehr unattraktiven Landkreises Mansfeld-Südharz (das Niveau der Fußball- wie Handballmannschaften war bei meinen Spielbesuchen fast immer weit unterm Durchschnitt) war uns 100km mit dem Fahrrad wert. FSV Grün-Weiß Wimmelburg spielt von Bergehalden umgeben inmitten des 1.300 Einwohner zählenden Dorfes, das direkt an Eisleben grenzt. Die Grün-Weißen waren mit ihrer I. Männermannschaft schon einmal fast in die Verbandsliga aufgestiegen, aber nun leider bis in die Kreisoberliga, in der nicht mehr als Mittelfeld drin ist, abgesackt.

Am Freitagabend stand natürlich nur ein Altherrenspiel auf dem Programm – und bei solchen Vereinen habe ich schlimmes befürchtet – aber egal: Hauptsache einmal ein Spiel auf dieser tollen Sportanlage besucht: weniger die überdachte und als Tribüne und Sozialgebäude fungierende Terrasse und erstrecht nicht die von Birken abgeschirmte Seite zu den Kleingärten sind es, was diesen Platz ausmacht, sondern die beiden spektakulären Halden auf der einen Längs- bzw. der einen Hintertorseite. Die hinter der Längsseite ist direkt außerhalb des Stadiongeländes und befindet sich hinter der Seite, auf der sich auch die Spielerbänke und ein paar Zuschauerbänke im Schatten junger Bäume befinden. Die Halde hinter dem Tor ist als Tribüne nutzbar: einfache Stufen führen zu mehreren Holzbänken herauf. Die oberste ist gut sechs, sieben Meter über dem Platz, direkt hinter dem Tor! Geht man noch drei, vier Meter höher, kommt man auf einen Hundesportplatz. Eine tolle Aussicht auf das Dorf – und noch mehr schwarze Halden! – hat man da!!
IMG_3779
Das Spiel beobachteten wir von der obersten Bank auf der rutschigen Schieferhalde aus. Die beiden Truppen spielten auch für Alte Herren sehr langsam, doch Wimmelburg stellte sich schnell als die bessere Mannschaft heraus. Die ersten Minuten belagerte Bennungen mit lächerlichen Schüssen und Querschlägern das Tor der Heimelf, doch dann zogen die Wimmelburger mit ein paar lässigen Torschüssen uneinholbar davon. 4:0 stand es zur Pause.

In der Halbzeit kamen die Spinner vom Countryfest am Kloster vorbei – wie man sich so mit der primitiven US-amerikanischen Kultur anbiedern kann, verstehe ich nicht: verkleiden die sich im Wild-West-Film-Stil, eiern mit Trikes und Ackergäulen durch die Gegend und schwenken diese hässlichen Ami-Flaggen; mit so was wie dem star-spangled banner wird nicht gewedelt, da hält man ein Feuerzeug dran... Wie auch immer: nach der Pause dann legte Wimmelburg bald zum 5:0 nach. Schon in der ersten Hälfte musste ein angeschlagener Bennungener raus und wurde durch einen Wimmelburger ersetzt – und genau dieser Spieler erzielte das 5:1. Nach dem Bennungener Ehrentreffer kamen die Hausherren noch zu einem sechsten Tor. Das 6:1 war auch in der Höhe so O.K. und das Spiel war insgesamt eher besser als erwartet.
IMG_3804
Statistik:
Grounds: 574 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 124 neue)
Sportveranstaltungen: 1.288 (heute eine, diese Saison: 175)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad)
Saisonkilometer: 41.490 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.570 Bahn, Bus, Tram/ 4.480 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 28
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 253