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Donnerstag, 14. September 2023

W3.0142I: Handballpokal in Braunschweig

Männer-Turnverein Braunschweig von 1847

24 : 32 (14:16)

Dessau-Roßlauer Handballverein von 2006

- Datum: Mittwoch, 13. September 2023 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: 2. Runde DHB-Pokal (3. Liga Nord gegen 2. Bundesliga; 3. Spielklasse, 1. Halbprofiliga gegen 2. Profihandballliga)
- Ergebnis: 24-32 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 14-16

- Statistiken: DHB-Website 

- Austragungsort: Sporthalle Alte Waage (Kap. 1.500, davon 1.400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (davon angeblich nur 400 zahlende und mind. 110 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

MTV Braunschweig 24:32 Dessau-Roßlauer HV

Photos with English commentary (FLICKR):

German Handball Cup: MTV Braunschweig vs. Dessau-Rosslau

Seltsam beim Zuschauerverhalten im Handball ist, dass bei Pokalspielen und internationalen Spielen wie den ersten Runden der Champions League, im Vergleich deutlich weniger Zuschauer als zu einem Ligaspiel kommen. Heute Abend in der Alten Waage war es auch nur halb voll, die gemeldete Zahl war offensichtlich viel zu niedrig – das wären dann nicht mal 30 % Auslastung gewesen. Dabei war beim Drittligisten und Aufstiegsaspiranten vom MTV der letztjährige Zweitliga-Dritte aus Dessau zu Gast!

Die Dessauer sind aber letzte Saison besser gewesen als sonst; eigentlich eine absolut mittelmäßige Profitruppe – aber die in der ersten Hälfte ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für Gast, wurde für den Underdog in Hälfte zwei zu einem Debakel. Es folgte nämlich mit dem Seitenwechsel ein völliger Einbruch des MTV mit nur 2 Toren in den ersten 17 Minuten. Danach schafften sie noch einen Zwischenspurt, kamen noch mal auf 3 Treffer ran – doch Dessau war die letzten 8 Minuten wieder souverän und die letzten 5 hatte sich der MTV so wie so aufgegeben. Die letzten Minuten und die Spielminuten 31. bis 47. waren auch schwach vom MTV – so muss man auch gegen einen favorisierten Klassenhöheren als Fast-Aufsteiger aus Liga 3 nicht spielen! Auch die Fans vom MTV kamen gegen die über 100 Dessauer, von denen viele durchgängig anfeuerten, stimmungsmäßig nicht an.

MTV Braunschweig 24:32 Dessau-Roßlauer HV

Statistik:

- Grounds: 3.483 (0; diese Saison: 60 neue)

- Sportveranstaltungen: 4.902 (1; diese Saison: 81)

- Tourkilometer: 10km (10km Rad)

- Saisonkilometer: 7.640 (6.300 Auto, davon 0 Mietwagen/ 0 Flugzeug/ 1.160 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn / 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 114 [letzte Serie: 12, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 142 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Donnerstag, 8. August 2013

W367II: Dessau-Roßlauer Nachbarschaftsduell

SV Germania 1908 Roßlau (Elbe) ------------------------- 1
SV Dessau 1905 ------------------------------------------------ 2
- Datum: Mittwoch, 7. August 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 5; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Landesliga Sachsen-Anhalt, Süd; 7. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. Christian Heß, 1-1 63. Lukas Schuhmacher, 1-2 69. Volker Nickels
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Elbesportpark (Kap. 2.500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon mind. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Teilweise etwas zerfahrene, aber weitestgehend unterhaltsame Partie) DSC02366 Elbesportpark Roßlau 
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Germania Roßlau v Dessau 05 – Album Includes Pictures of Roßlau Old Town
b) Some Older Pictures: Dessau I, Dessau II and Wörlitz

Mittwoch ging es in eine von mir nicht sonderlich geschätzte Gegend des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dessau ist eigentlich eine hässliche Stadt und reichlich überschätzt aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung. Das berühmte Wörlitzer Gartenreich liegt kilometerweit außerhalb des verbauten Zentrums. Aber auch einige Kilometer außerhalb dieses Stadtzentrums liegt ein nicht uninteressanter Vorort namens Roßlau, der lange eine eigene Stadt war. Einmal über die Elbe, schon steht man in der Ansammlung weitestgehend primitiver und oft heruntergekommener Ackerbürgerhäuser. Interessant ist hier aber eine sanierte Wasserburg und auch die nördlich des gesichtslosen Marktplatzes gelegene Marienkirche, die innen hervorragend gestaltet ist, lohnt sich. Wenn man in Roßlau etwas anschaut, wird man übrigens von den einen blöd angeglotzt („Was, Fremde gucken sich hier was an? Guck mal auf die Autonummer!“) oder freundlich angesprochen. Die Kirchenführerin ist da in zweierlei Hinsicht eifrig: religiös eifrig und auch touristisch.

Der Grund unseres Besuchs war ein Testspiel von Germania Roßlau in ihrem schönen Elbesportpark. Der ist zum Glück ein ganzes Stück vom Fluss weg, an Bahnanlagen und engen Vorstadtstraßen von Bäumen umgeben gelegen. Die Anlage ist sehr weitläufig mit mehreren, ziemlich verrotteten und ausbautenlosen Nebenplätzen, Tennisanlagen, einem großen und einen guten Eindruck hinterlassenden Vereinsheim an das auch der Sprecherturm gebaut ist. Der Eingangsbereich ist auch ganz nett gestaltet, auf altmodisch gemacht ist z.B. ein Stein für die fürs Vaterland gefallenen von 1870/71, 1914-18 und 1939-1945 sowie ein weiterer Stein mit Vereinsschriftzug „Germania Roßlau“. Allerdings verlangte der Alte am Einlass – zum ersten Mal bei den Testspielen die ich diese Saison besuchte – den vollen Ligaspielpreis von 3€ (ermäßigt 2€). Für die Dreistigkeit bekam man aber noch gute Sitzplätze auf alten Holzbänken, die auf der Mitte der dreireihigen Gegentribüne und auf dem Oberhang der dreireihigen Hintertorkurve stehen. Rechts vom Sprecherturm ist eine vierreihige Haupttribüne – von Kiefern beschattete, massive Steinstufen – und die andere Kurve ist auffällig zugewuchert.

Das Spiel wurde von einem auffällig dürftigen Schiedsrichtergespann geleitet: klare Fouls wurden laufen gelassen, dafür bei gleicher Höhe und passivem Abseits dauernd gewunken. Diese perverse neue Abseitsregelung sollte man als Amateurschiedsrichter prinzipiell ignorieren – dass die scheiß Amateurverbände zu dumm sind, sich gegen solche kranken DFB-Richtlinien durchzusetzen und mit diesen Drecksregeln nur die Unparteiischen verunsichert, zeigt nur ihre Unfähigkeit und Entfremdung von den Spielern und Fans der unteren Klassen. Einige der Abseitsentscheidungen, hauptsächlich des zwanghaften Abseitswinkers der vor der Gegentribüne dauernd rumwedelte – waren ohnehin bei jeder Regelauslegung falsch. Wenn der dauernd winken will, soll er eine Vereinsfahne nehmen und sich damit auf die Tribüne stellen! Der Schiri hatte auch noch die Karten vergessen, sonst hätte er für jede Mannschaft zwei gelbe zeigen müssen!

Das Spiel war durchschnittlich, aber schon recht unterhaltsam. Anfangs tat sich Dessau sehr schwer mit dem unterklassigen Gegner. Hätte Roßlau nicht so schlechte Stürmer, wären die Dessauer nie mit dem Pillepalle vorm eigenen Strafraum ohne Gegentor weggekommen. Nach 25 Minuten traf Roßlau nach Standardsituation zwar per Kopf, aber das hätte längst das 3:0 oder 4:0 sein müssen. So gelang Dessau noch ohne allzu großen Aufwand das Spiel nach der Pause zu drehen. Zwei Mal trocken eingenetzt und das war’s. Die zweite Halbzeit wurde ohnehin deutlich von den Gästen bestimmt, die zwar 10 Feldspieler wechseln konnten, aber wie die junge Frau neben mir meinte, nicht einmal den Ersatztorhüter dabei hatten sondern 90 Minuten lang einen dritten Ersatzmann zwischen den Pfosten. Der hielt sich allerdings bei allen Unsicherheiten und dem Fakt, dass der Kopfball zum Gegentor haltbar war, noch ziemlich gut. Die Niederlage Roßlaus lag allerdings weniger an der Torhüter- und Abwehrleistung Dessaus, sondern am schwachen Germania-Sturm.
Während einige Roßlauer noch leere Bierbecher auf der Steintribüne verbrannten, machten wir uns zügig nach Merseburg zurück.
 DSC02350 Marienkirche Roßlau  
Statistik:
- Grounds: 980 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.864 (heute 1, diese Saison: 8)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 2.050 (1.980 Auto/ 70 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 137 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 367

Montag, 9. August 2010

W210IV: Ein Eigentor in der Schlussminute führt zum gerechten Remis

SV Rot-Weiß Kemberg 2:2 SV Dessau 05
Sonntag, 08. August 2010 – Anstoß 14.00
Landesliga Sachsen-Anhalt/ Süd (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 9. Phillip Horn, 0:2 28. Phillip Horn, 1:2 72. Nico Geißler (Foulelfmeter), 2:2 90. David Billing (Eigentor)
Verwarnungen: Tobias Heede, Marwin Richter, Pavel Sedlacek (Kemberg); Michael Kaluza, David Billing (Dessau)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte Kemberg (Kap. 1.500, davon 150 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (offiziell 300, ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Viel Kampf, aber trotzdem auch viele Torszenen und am Ende auch ein sehr gerechtes Ergebnis)
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Photos and English version:
Zschornewitz Powerplant Museum
Pictures from Kemberg (taken 2007)
Football Match Kemberg vs. Dessau (2 pages)

Eines der wenigen „Hoppertickets“ der DB, das man wirklich 100km (2x50km) nutzen kann, ist das von Merseburg nach Muldenstein. Das nutzten wir, um von diesem komischen Nest aus – einen Zwischenstopp in Zschornewitz inklusive; dort gibt es herausragende Industriearchitektur zu sehen: herausragend deshalb, da die Gebäude sehr modern anmuten, mit ihren verspielten Fassaden und Dächern, obwohl sie alle schon um 1915 errichtet wurden; außerdem gibt es die Reste eines stillgelegten Kraftwerks zu sehen, das als eine Art Museum dient – um nach Kemberg in der Dübener Heide zu kommen.

Die Dübener Heide ist zwar sehr flach und ländlich, aber nicht eintönig, da die engen Straßen sich durch schöne Nadelwälder winden. In Kemberg sparten wir uns die Stadtbesichtigung, da wir den ganz idyllischen aber etwas ärmlichen Ort schon kannten, und gingen gleich ins Stadion. Dort waren auch locker 400 Zuschauer heute zugegen, was eine wirklich gute Zahl für die Klasse ist. 300 zahlende wurden gemeldet, aber da Personen unter 15 Jahren und Vereinsmitglieder freien Eintritt genießen, habe ich mich wohl nicht beim Zählen und Überschlagen der Fans vertan. Von den Zuschauern war ein recht großer Teil aus Dessau – vor allem die Jugendlichen feuerten recht ausdauernd und mehr oder weniger geistreich ihre Mannschaft an oder bepöbelten die Kemberger Spieler – und für die Stimmung verantwortlich.

Das Stadion ist übrigens recht weitläufig, wobei mehrere Dinge, die sich neben dem gepflegten, mit rot-weißer Reling und Aschenbahn umgebenen Spielfeld befinden, erwähnenswert sind: vorm Eingangsbereich mit dem ollen, aber schön mit rot-weißen Vereinsschriftzügen versehenen Kassenhäuschen, findet sich ein steinernes Stadtwappen von 1,50m Höhe, neben dem direkt hinterm Eingang liegenden Hintertorbereich gibt es einen Gedenkstein, wo nicht von den „Gefallenen des 1. Weltkriegs“ die Rede ist, sondern noch „Ehrung unserer heldenhaften Mitglieder, die ihr Herzblut für ihr deutsches Vaterland in dem großen Völkerringen 1914-18 dahingaben (Männer Turnverein Kemberg)“ geschrieben steht, am anderen Hintertor-Ende des Platzes befinden sich die Kabinen (eingeschossiger Plattenbau) und das Vereinsheim (Baustil weiß ich nicht, aber bestimmt vor DDR, da mit schöner Holzverzierung versehen), und schließlich ist da noch die Tribüne von 2000 (sieht aber aus wie jüngstens 1990) mit ihren drei Sitzreihen auf Stahlrohr-Kunststoff-Bänken unter dem Blechdach und den 200 Stehplätzen auf den seitlichen Stehstufen der Tribüne.

Kemberg ist Aufsteiger aus der Landesklasse und hat sich mit mehreren tschechischen (Halbprofi-?)Spielern – den, der mit gelb verwarnt wurde, habe ich in der Statistik oben sicherlich falsch geschrieben; aber er steht so falsch im Programmheft drin – verstärkt. Dessau ist Aufstiegsanwärter, da man als Ex-Oberligist natürlich andere Ansprüche hat, als zweite Amateurliga zu spielen. Aber da wäre besseres Wirtschaften anzuraten, wenn man sich konstant in diesem Bereich halten will. Ein anderes schlechtes Beispiel aus der Landesliga Süd ist der MSV Eisleben, der gerade in der Verbandsliga voll versagt hat und nun auch in der Landesklasse einen derben Fehlstart hingelegt hat.
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Nach Fehlstart sah das bei Dessau 05 aber absolut nicht aus. Sie griffen gleich muntere das Kemberg Tor an und fingen die Angriffe der Hausherren locker ab. Schon nach neun Minuten nutzte der Dessauer Horn einen Abstimmungsfehler in der Abwehr, der so nie hätte passieren dürfen, aber noch mehrere Male durch überforderte Verteidiger hervorgerufen wurde, zum 0:1 aus. Derselbe Spieler erzielte 20 Minuten später – nachdem Kemberg bereits besser ins Spiel gekommen war – das 0:2. Danach attackierte Dessau zwar noch ab und an das Tor, doch ab der 30. spielte hauptsächlich der Gastgeber auf. Einige herrlich derbe Grätschen und Angriffe auf den Mann gab es auch – besonders von Kemberger Seite, aber auch Dessau war nicht so unschuldig, wie sie taten.

Nach dem Pausenstand von 0:2 brauchte ich erstmal Bratwurst und Brause – beides mit 1,20€ bzw. 1,00€/ 0,4l sehr gemäßigt im Preis und auch der Eintritt war ja mit 3€ wirklich angemessen – was mich fast 15 Minuten Zeit kostete: und zwar nur zum Anstellen. Wie man für 15 Leute 15 Minuten brauchen kann, weiß ich immer noch nicht.

Nach der Pause spielte fast nur noch Kemberg. Dessau hatte nur noch zwei gute Chancen und brachte noch ein paar Schüsse der Sorte C-Jugend-Kreisliga in Richtung Kemberg-Tor. Mittlerweile konnten die schwarz-weißen Gäste die rot-weißen Gastgeber oft nur noch mit Fouls stoppen. Das führte in der 72. sogar zu einem Elfmeter, den Geißler, den Torwart verladend, sicher verwandelte. Kemberg hielt gegen Dessau stark mit, was die Dessauer nicht gewohnt zu sein schienen: ich hab schon lange keine Mannschaft mehr gesehen, die sich über die normale Härte (die natürlich in einigen Fällen regelwidrig war) so aufregte. Allen voran der Trainer, der mir schon mal dahingehend negativ aufgefallen war, ging allen mit seinem Gebläke aufn Sack. Die verdiente Strafe dafür, dass die technisch klar und läuferisch merklich besseren Dessauer ihren 2:0-Vorsprung verwalten wollten, war dann das – letztendlich wohl von einem Dessauer selbst, so sah es jedenfalls der Stadionsprecher – hinein gestocherte Tor zum Ausgleich in der 90. Spielminute. Seit Wochen habe ich nicht mehr so einen verdienten Treffer einer Mannschaft, die erst langsam ins Spiel fand, aber dann sogar besser als der vermeidlich überlegene Gegner spielte, erlebt!

Auf den weiteren Verlauf der Saison darf man gerade bei diesen beiden Teams gespannt sein: aber Kemberg sollte es mit den hochfliegenden Zielsetzungen (bis 5. Platz, oder was war das da im Programmheft?) mal nicht zu sehr übertreiben, da vor allem der Spielanfang äußerst nervös und anfängerhaft ablief. Zu Dessau kann man nur sagen: da habt ihr dauernd gerufen „nie mehr Landesliga“ – in welche Richtung wollt ihr die eigentlich verlassen... Ne, ne: schon gut. Aber das war nur Niveau Mittelfeld – und nicht Spitzenreiter. Nehmt euch doch bitte nicht die spanische Nationalelf – die ohnehin mit eine der dümmsten Arschlochmannschaften in Europa und der Welt ist – zum Vorbild: nur so viel wie nötig zu machen geht im Amateurfußball oft schief und endet in solchen – dann auch wirklich gerechten – Punkteteilungen!
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Statistik:
Ground Nr. 455 (ein neuer Ground; diese Saison: 5 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.045 (diese Saison: 7)
Tageskilometer: 170 (100 Bahn, 70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.590 (2.150 Auto/ 270 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 210

Samstag, 22. Mai 2010

W199II: Nachdem Buna und PSV mein 88. Spiel ohne 0:0 spielten, schafften es 22 Bennstedter und Dessauer Hornochsen nicht, auch nur eine Bude zu machen

SG Buna Halle-Neustadt II 4:3 Polizei SV Halle
Samstag, 22. Mai 2010 – Anstoß 12.00
Stadtliga Halle (10. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 4:3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 1:2
Tore: 1:0 5. Nr. 11, 1:1 19. Nr. 14 (?), 1:2 34. Nr. 10, 1:3 62. Nr. 8, 2:3 66. Nr. 11, 3:3 77. Nr. 4 (?), 4:3 90. Nr. 4
Verwarnungen: Nr. 3 (Buna); Nr. 12, Nr. 3 (PSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Buna-Stadion Lilienstraße (Kap. 2.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Flottes, spannendes Spiel mit überraschender Wendung)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623989894541/detail/

In Halle-Neustadt gibt es mit den Sportanlagen im Bildungszentrum ein paar wirklich schöne Sportstätten, doch das Stadion in der Lilienstraße macht auch etwas daher mit seiner siebenreihigen Haupttribüne, der fünfreihigen und viel schmaleren Gegentribüne und vor allem dem vielen Grün: Bäume hinter beiden Tribünen und vor der Haupttribüne eine Hecke als Fanzaun. Macht doch viel mehr her, als ein Metallzaun! Bei rabiateren Fanszenen kann man ja statt Buchsbaum Säulenkakteen nehmen...

Buna II steht als Drittletzter knapp vor den Abstiegsplätzen, der Polizei SV im Mittelfeld, weswegen man von einem Sieg der Gäste ausgehen konnte. Die Polizisten legten auch gleich offensiv los, wobei nach drei vergebenen Chancen die Buna-Spieler mit ihrem ersten Angriff gleich ihr erstes Tor erzielten. Schön heraus gespielt! Nach und nach baute der Polizei SV allerdings größeren Druck auf, traf auch mal den Pfosten und die Latte und konnte dann nach 20 Minuten den Ausgleich verzeichnen. Das 1:2 fiel auch noch vor der Pause.

Der PSV schien nach einer Stunde im Soll, als sie nach einer ausgeglichenen Phase des Spiels die Führung auf 1:3 ausbauten. Auch nach dem Anschlusstreffer, den Buna nur fünf Minuten später erzielte, hätte man nicht mit diesem furiosen Ausgang gerechnet: eine Viertelstunde vor dem Ende lag der Ball plötzlich zum 3:3 im Tor. Dann warf Buna alles nach vorne, traf spektakulär die Latte, den Pfosten aus spitzem Winkel und wurde schließlich in der 90. Minute für ihren Mut belohnt: einige Meter vorm Strafraum zog ein Buna-Spieler ab und traf halbhoch ins Eck. 4:3 war der nicht unverdiente Endstand in einer Partie zweier insgesamt gleichstarker Mannschaften.

Wir brauchten dann fast eine Dreiviertelstunde, um von Halle-Neustadt nach Bennstedt zu kommen. Dass, was uns dort geboten wurde, ist eigentlich keinen Bericht wert. Aber auch solche Scheiße muss kommentiert werden. Der folgende Bericht ist entsprechend reich an Kraftausdrücken, die aber eigentlich noch zu lasch sind. Diese beiden Mannschaften haben von den Spielanlagen her nichts in der Landesliga zu suchen.
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FSV Bennstedt 0:0 SV Dessau 05
Samstag, 22. Mai 2010 – Anstoß 15.00
Landesliga Süd (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0:0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0
Tore: keine - bei der scheiß Leistung auch kein Wunder!
Verwarnungen: Seifert, Lindeke (FSV); Görmer (SV 05)
Platzverweise: da wären eigentlich 22 fällig gewesen!
Spielort: Sportanlage an der Eisdorfer Straße, Platz II (bzw. Sportstätte an der alten B80, Platz II: Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 0,0/10 (Was für ein Scheißspiel!)

Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624114361140/detail/

Die Sportanlage in Bennstedt macht weit weniger her, als die von Buna: auf dem Graswall von Platz I, den wir vor ein paar Jahren bereits besucht hatten, steht mittlerweile eine mickrige Tribüne mit 66 überdachten Schalensitzen. Auf deren Boden tun sich Fugen und Risse auf, was nicht sehr Vertrauen erweckend aussieht. Aber dass das Spiel auf Platz II, der auf der anderen Seite des Graswalls liegt und keine Besonderheiten aufweisen kann, ausgetragen wurde, hat nichts mit der verpfuschten Tribüne zu tun, sondern mit dem – offensichtlich seit Monaten – abgesoffenen Teil des Hauptplatzes.

Bennstedt ist Fünfter und Dessau, die nur deshalb in der Landesliga spielen, da sie bankrott gegangen sind, Zweiter. Für die 3€ Eintritt, die nur von knapp 100 Leuten bezahlt wurden (eine schwache Anzahl!), wurde einem also ein Spitzenspiel angekündigt. Mit Spitze hatte dieses lahme, unbedarfte, beschissene, an Technik mangelnde und an Harmlosigkeit und Dilettantismus vorm Tor kaum zu überbietende Gekicke aber nichts zu tun. Nach einem Spiel zwischen Motor Halle und Halle 96 III (1:0) und Hallescher FC – Meuselwitz (0:0) war das das drittschlechteste Spiel, was ich je gesehen habe. Wie es Dessau auf Platz 2 geschafft hat, will ich ja mal wissen, wenn ich diese Freistoßtechnik (Bogenlampe auf gut Glück in den Strafraum, die stets in den Armen des Torwarts von Bennstedt landete) sehe. Auch Bennstedt hatte absolut kein Niveau. Die erste Halbzeit über machten sie etwas Druck, scheiterten aber an ihrer tuntenmäßigen Schusstechnik. In der 90. dann der absolute Tiefpunkt, als der Dessauer Fliegenfänger eine schwache, als Torschuss gedachte Flanke abklatschet und ein Brachstedter fünf Meter übers halbleere Tor schoss.

Schlimm war aber auch, dass Dessau dauernd gemotzt hat – vor allem der arrogant am Schiedsrichter rummeckernde Trainer, der dann hoffentlich auch seine Mannschaft zur Sau gemacht hat – und versuchte Elfmeter zu schinden, indem sie nach einem Pressschlag oder Tritt gegen den Gegner schreiend Elfmeter fordernd zu Boden gingen. Nichts können außer rummaulen!

Nach Abpfiff feierten sich die Bennstedter übrigens mit Kreisgehüpfe und „oh wie ist das schön“ auch noch selber! Jungs, seid doch mal ehrlich: ihr habt doch echt den Arsch offen, zu feiern! 90 Minuten lang eine einzige Beleidigung für die Zuschauer zu zeigen und sich dann auch noch toll zu fühlen, weil man einen Punkt geholt hat! Wenn 22 wie besoffenen über den Platz trottende Hornochsen es nicht fertig bringen, wenigstens ein Tor zu erzielen, hat einfach niemand zu feiern! Sowas ist eine Beleidigung für die Zuschauer!
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Nächsten Montag gibt es dann sicherlich mehr Tore zu sehen. Da kann ich ja dann eine dritte Rekordserie was Nicht-0:0-Spiele angeht starten. 88 war die zweitbeste, 101 mein absoluter Rekord.

Statistik:
Ground Nr. 428 (ein neuer Ground; diese Saison: 97 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.005 und 1.006 (diese Saison: 148)
Tageskilometer: 60 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.210 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 3.240 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 199

Donnerstag, 29. Oktober 2009

WE168II: Dann halt zwei Handballspiele, statt zwei Fußballspiele...

Merseburger SV Buna Schkopau 23:30 Dessau-Roßlauer HV 06 II
Sonntag, 18. Oktober 2009 - Anwurf 14.00
Verbandsliga Sachsen-Anhalt, Staffel Süd (5. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 23:30 nach 60 Min. - Halbzeit 9:13
Tore: (?)
Strafminuten: 8–12, Platzverweise: keine
Spielort: Rischmühlen-Halle (Kap. 1.000 Sitzplätze, heute nur 400 freigegeben)
Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Spiel war nicht einmal Durchschnitt)

Merseburger SV Buna Schkopau Fr 32:29 SG Seehausen Fr
Sonntag, 18. Oktober 2009 - Anwurf 16.00
Frauen-Oberliga Sachsen-Anhalt (3. Liga Frauen, Amateurliga)
Ergebnis: 32:29 nach 60 Min. - Halbzeit 12:13
Tore: (?)
Strafminuten: 12–8, Platzverweise: keine
Spielort: Rischmühlen-Halle (Kap. 1.000 Sitzplätze, heute nur 400 freigegeben)
Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 4 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt)
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Photos and English version: Click here. Eigentlich waren zwei Fußballspiele der 1. Saalekreisklasse geplant, da in den Nachbarort Dieskau und Döllnitz gespielt werden sollte. Doch da die Gegner des FSV Dieskau, Blau-Weiß Brachstedt II, wegen zu weniger Spieler nicht antraten, was bei einem Verein wie Brachstedt schon bedenklich ist, wird dieses Spiel 3:0 für Dieskau gewertet werden. Und wir fuhren die 15km wieder zurück nach Merseburg und schauten in der Rischmühlenhalle zwei Handballspiele an.

Besagte Rischmühle heißt nach der Halbinsel, auf der einst eine große Mühle stand, die aber vor wenigen Jahrzehnten abgerissen wurde. Da steht nun die Sporthalle und sonst fast nichts weiter auf der Landzunge. Die Halle ist sehr modern, standardmäßig zwar mit einer ausgebauten Tribünenseite, die in drei Elementen zu je 300 Sitzplätzen auf Kunststoffbänken unterteilt ist, aber nicht ganz so langweilig, wie manche andere Sportanlagen aus der gleichen Bauzeit. Der Eintritt zu den heutigen Spielen war frei (sonst muss man die standardmäßigen 2€ zahlen), die Würstchen und Getränke sehr billig (je 1€) und die Stimmung – wie immer beim MSV Buna Schkopau – nicht vorhanden. Da kommen a) kaum Zuschauer und b) die, die kommen, klatschen nur nach guten Aktionen und rufen ab und an dazwischen. Am lautesten waren noch Spielerinnen der Frauenmannschaft und Freundinnen der Spieler, die allerdings auch nur mit dummen Zwischenrufen glänzten.

Zuerst spielten die Männer, wobei Buna Schkopau auf dem vierten und Dessau-Roßlaus 2. Mannschaft auf dem zehnten von 14 Plätzen stand. Davon war allerdings nichts zu merken und in einem Spiel, das von den technischen Fertigkeiten, den Torszenen und dem Zweikampfverhalten auch in der Kreisliga so oder gar besser hätte ablaufen können, setzte sich der Gast verdient mit sieben Toren Vorsprung durch. Bei dieser peinlichen Leistung der Schkopauer kann ich deren Trainer, der phasenweise eine Mimik darbot, die man sonst eher bei Flusspferden als Imponiergehabe vorfindet, schon verstehen. Wobei der Trainer sich nicht gegenüber den Schiedsrichtern hätte aufspielen müssen, denn die Unparteiischen verdienten wirklich einmal ihren Namen, was beim Handball alles andere als selbstverständlich ist.
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Dann waren die Frauen dran: hier stand Buna auf Rang drei und Seehausen auf Rang 13 von 14. Auch hier waren die Bunesen nicht das bessere Team, da nach einer kurzen Druckphase der Gastgeberinnen, die zu einem 3:0 führte, immer mehr die Altmärkerinnen – die SG kommt aus der Stadt bei Stendal, nicht aus Seehausen/ Börde oder Seehausen/ Kyffhäuser oder so – zum Zuge kamen. Die Tabellenvorletztinnen führten sogar immer wieder und einzig einem halbwegs guten Schlussspurt kann Buna Schkopau für den Sieg danken. Am Ende war der Sieg natürlich verdient, aber unter dem Niveau was man von den Schkopauerinnen erwarten kann und muss. Alles in allem war das Spiel schlicht durchschnittlich, da die üblichen Fehler passierten. Immer wieder gab es zwar sehenswerte Aktionen: herrlich in den Wurfkreis gesprungen und ins Eck gezimmert den Ball – aber erwartungsgemäß war die Dynamik in der Frauenoberliga so wie in der Männerkreisliga. Wie beim Fußball sind nur die allerhöchsten Frauenklassen (sprich: Bundesligen) sehr sehenswert. Unter diesen höchsten Ligen setzt ein enormer Leistungsabfall ein.

Insgesamt gesehen – Döllnitz II verlor gegen Raßnitz II 0:1 und dieses Spiel hätten wir geguckt, wäre Brachstedt angetreten – hat sich der Besuch beim Handball aber schon gelohnt. Obschon Buna Schkopau echt nicht mein Verein ist: Amateurhandball ist auf den Dörfern viel stimmungsvoller und oft – wohl auch gerade durch die bessere Stimmung – spielerisch besser. Wüsste nicht, je ein gutes Spiel von Buna Schkopau gesehen zu haben.

Statistik:
Ground Nr. 365 (kein neuer Ground; diese Saison: 34 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 904 (diese Saison: 46)
Tageskilometer: 40 (Rad)
Saisonkilometer: 12.220 (10.920 Auto/ 1.120 Fahrrad/ 280 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 168