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Donnerstag, 15. November 2018

W641V Übersicht

Auflistung aller Alben und Berichte:
Tag 1: Auf nach Mexiko!
Tag 2: Fehlstart in die Tour
Tag 3: Länderpunkt Mexiko – Mayaruinen und 2. Liga bei den Spießhirschen 
Tag 4: Länderpunkt Belize – in Deutschland wäre der Platz mal wieder „unbespielbar“ gewesen 
Tag 5: Premier League auf Kreisliganiveau aber mit Livekommentar 
Tag 6: Noch mehr Mayaruinen und die Kolibri-Autobahn zur belizischen Küste
Tag 7: Mayaruinen diesseits und jenseits der Grenze – von Belize nach Guatemala
Tag 8: Guatemalas Norden: Maya, Seen, bunte Häuser 
Tag 9: Eine spanische Festung am Süßen Fluss und Stelen der Maya auf dem Weg in die Hauptstadt
Tag 10: Länderpunkt Guatemala – nichts verpasst trotz zwei Stunden im Stau
Tag 11: Die Unterschiede in der guatemaltekischen Nationalliga – Mittagsspiel bei 32 Grad an der Pazifikküste und Abendspiel bei 16 Grad im Hochland 
Tag 12: Goldenes Tor in der 5 Minuten und dann 5 Minuten Grenzübertrittszeit 
Tag 13: Durch Chiapas ins Zentrum Mexiko
Tag 14: Mexikanischer Freistilringkampf
Tag 15: Bergbauorte in Zentralmexiko 
Tag 16: Geburtsstätte des mexikanischen Fußballs, Bergwerksbesuch und Stierkampf 
Tag 17: Stadionbaukunst von Feinsten – Junghengste gegen Roadrunner 
Tag 18: Erstligafußball im Aztekenstadion und Fünfte Liga in der Provinz 
Tag 19: Clásico in México und aztekische Pharaonen in Texcoco 
Tag 20: Kakteenpark und Haistadion
Tag 21-22: Rückreise

Alben auf Flickr:
Mexico: Yucatán Peninsula (Sehenswüdigkeiten der mexikanischen Seite der Halbinsel Yukatan; v.a. Mayastätten) 
Venados FC Yucatán 1:1 Albrijes de Oaxaca (2. Liga Mexiko)
Belize (Sehenswürdigkeiten in Belize, v.a. Mayastätten)
Jam Rock 4:3 San Felipe & Progreso 4:1 Palmar [Louisiana Football Field, Orange Walk] (2. Liga Belize in kuriosem Stadion)
Verdes FC 2:1 Belize Defense Force (1. Liga Belize)
Guatemala (Sehenswürdigkeiten Guatemalas, v.a. Mayastätten und spanische Kolonialarchitektur) 
Deportivo Petapa 1:1 Imperial Coban (1. guatemaltekische Liga)
Deportivo Iztapa 1:0 CD Municipal (1. guatemaltekische Liga in überfülltem, verrückten Stadion) 
Xelaju Quetzaltenango 4:1 Deportivo Sanarate (1. guatemaltekische Liga mit Pyroshow)
Deportivo Chiantla 1:0 Deportivo Malacateco-Coatepeque (1. guatemaltekische Liga) 
Mexico: Chiapas State (Sehenswürdigkeiten im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, v.a. Palenque) 
Estado de México & Distrito Federal (Sehenswürdigkeiten des Bundesstaates Mexikos und der Hauptstadt, v.a. Teotihuacan, Toluca und Los Leones)
Consejo Mundial de Lucha Libre [Aréna México] (Lucha Libre/ mexikanische Wrestling-Show) 
Mexican Mining Towns (bedeutende Bergbaustädte Zentral-Mexikos, v.a. Guanajuato und Real del Monte) 
Mexican Death Cult (Album zu den omnipräsenten Todessymbolen und Altären zum Tag der Toten) 
Bullfighting in Tlaxcala (jetzt wird es noch tödlicher mit ritueller Rinderschlachtung spanischer Art... Stierkampf in Mexiko) 
Mexico: Morelos State (nun wieder Ruinen, aber diesmal im Bundesstaat Morelos und von den Azteken) 
Potros de UAEM 2:1 Correcaminos de UAT (2. mexikanische Liga in einem genialen Stadion) 
Grupo Sherwood Calimaya 2:3 CD Uruapan (wieder ein tolles Stadion, aber Not gegen Elend in der 5. Liga) 
Club America 1:1 Deportivo Toluca (1. Liga im berühmten Azteca – hat leider nicht das Zeug zum Jahrhundertspiel...) 
Pumas UNAM 1:2 Cruz Azul (fetziges Derby in tollem Stadion in der Hauptstadt, 1. Liga) 
Faraones Texcoco 3:0 Deportivo Independiente Mexiquense (noch ein tolles Stadion, 5. Liga) 
Cacti in Mexiko (Album zu allen Kakteenfotos, die ich in Mexiko gemacht habe; 100 Fotos – dabei war ich noch nicht mal im besonders kakteenreichen Norden...) 
Mexico: Puebla State (Kirchen, Kakteen und Kitsch im Bundesstaat Puebla) 
Mexico: Veracruz State (Fotos von der Küstenstadt, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates ist)
Tiburones Rojos Veracruz 2:4 Toluca (1. Frauenfußballliga Mexikos im Haiestadion) 

Websites fürs Groundhopping:
- 1. Mexikanische Liga (Ligaseite)
- 2. Mexikanische Liga (Ligaseite) 
- Frauenliga Mexikos (Ligaseite)
- Liga Premier (3. und 4. Liga MX) 
- Tercera Division (5. Liga MX) 
- 1. Liga Belize 
- Belmopan Kreisverband 
- Orange Walk Kreisverband 
- Nationalmannschaft Belize und allgemeiner Fußball 
- Ligenseite Guatemala  (für 2. Liga auch soccerway)
- Lucha Libre Allgemein (sehr viele Events, zumindest ein paar Tage im Voraus) 
- Lucha Libre (CMLL – größte und älteste Promotion) 
- Lucha Libre (AAA – wohl beste Promotion, aber starker US-/Wrestling-Einfluss) 
- Lucha Libre (DTU – brutalste Promotion mit blutigen Hardcore-Kämpfen/ Lucha Extrema) 
- Noch mehr Gewalt: Stierkampf 
- Tiersport ohne Tote: Rodeo bzw. in der mexikanischen Form: Charreada (siehe auch: Facebookseite für den Hauptstadtverband)

Interessante Wikipedia-Artikel zu Mexiko:
- Fußball in Mexiko
- Deutsche Minderheit in Mexiko
- Indigene Sprachen in Mexiko 

Hinweise zu Mexiko:
- Von den Sehenswürdigkeiten und Stadien her eines der lohnendsten Länder weltweit
- Hab auch noch nie so viele Mitbringsel mitgeschleppt wie aus Mexiko...
- Sehr unterschiedliche Landesregionen (der Süden mit Yukatan und Cancun ist landschaftlich und kulturell deutlich anders als das zentrale Hochland mit der Hauptstadt oder der Norden)
- man sollte auf jeden Fall etwas Spanisch können, da sonst Arschkarte, da kaum einer Englisch kann
- Wirklich guter Fußball in oft tollen Stadien, außerdem interessante lokale Sportarten (Lucha Libre, Charreria)
- Sehr höfliche Leute, der gute Service und die fast immer hohe Qualität in Restaurants und Hotels – die übrigens fast immer deutlich günstiger als in Deutschland sind – sollte immer mit Trinkgeldern (20 Peso und mehr) vergolten werden
- Die Infrastruktur ist je nach Region zwischen mittel- oder osteuropäischen Stand oder aber ländlichem arabischen Stand (d.h. nicht extrem schlecht, aber sehr verbesserungswürdig: löchrige Straßen, die es trotz allem Gejammer in der Form nirgendwo in DE gibt, manchmal mangelhafte Stromversorgung, medizinische Versorgung nur in großen Städten – letztgenannte aber auf europäischem Niveau!)
- die lange Geschichte der ausufernden Gewalt im Land ist bei eingehender Beschäftigung gut sichtbar, aber als Tourist wird man kaum mit den Problemen konfrontiert; es wird selten gebettelt, noch seltener aggressiv gebettelt und mit der Drogenkriminalität hat man noch seltener zu tun – es empfehlen sich aber unbedingt Maßnahmen gegen Diebstahl; jeder Mexikaner empfiehlt, sofort nach dem Einsteigen in den Mietwagen die Autotüren zu verriegeln und Wertsachen auf verschiedene Taschen zu verteilen, z.B. auch auf mit schnittfesten Seilen gesicherte Gürteltasche (Pacsafe)

Zu Belize:
- In der Landesmitte gibt es sehr interessante tropische Berglandschaft und etliche spektakuläre Mayaruinen
- Straßeninfrastruktur ist sehr schlecht, man sollte besser einen Wagen mit Allrad haben, wenn man die zuvor genannten Sehenswürdigkeiten alle abklappern will (selbst Lamanai ist ohne Allrad kaum zu erreichen)
- Essen ist sehr teuer, v.a. die Supermärkte und Läden verlangen Wucherpreise für primitivste Ware – Preis-Leistung in Restaurants ist aber OK
- Fußballniveau ist sehr niedrig, die District Leagues schienen dabei nicht mal schlechter als die Premier League – sehr nett sind die Sportanlagen in oft schlechtem Zustand (warum man dann 2,50€/ 5€ je nach Liga für jeden Dreckskick zahlt? Echt britisch sowas...)
- Unterkünfte der niedrigen Preislage offenbar durchweg mies: ein Plus sind stets die netten Betreiber, alle können Englisch (was in den Nachbarländern im Niedrigpreissegment die Ausnahme ist) aber die Räume sind stickig, extrem klein, laut...
-Apropos Englisch: die meisten können fließend und mit gut verständlichem Akzent Englisch, einige sind auch Muttersprachler – Spanisch können aber auch viele, aber die meisten mischen das einfach alles zu einer lustigen Kreolsprache oder Spanglish...
- Fazit: wenn man im Süden Mexikos ist, lohnt ein Abstecher – kulturell, landschaftlich und historisch ein halbwegs interessantes Land, Sport eher dürftig, vieles Gebotene leider unverhältnismäßig teuer. Also extra nur nach Belize reisen würde ich nicht empfehlen!

Zu Guatemala:
- tolle Mayaruinen, vereinzelt auch andere architektonische Sehenswürdigkeiten und oft spektakuläre Landschaft
- Fußball ist nicht schlecht, sehr preisgünstig und wird in oft interessanten Grounds gespielt
- es ist leider ein Entwicklungsland mit schlechter Infrastruktur (überlastete, schlechte Straßen/ regelmäßig Stromausfälle usw.)
- meistens gastfreundliche, höfliche Leute (noch freundlicher als in Belize, aber eher reservierter als in Mexiko und noch mehr Kaputte und Kriminelle; daher gelten die Sicherheitshinweise für Mexiko noch mehr in Guatemala)
- es gilt auch noch mehr als in Mexiko: Spanisch sprechen oder nix verstehen; fast niemand kann Englisch
- Für Guatemala kann ich auch eine generelle Reiseempfehlung aussprechen, auch wenn mir Mexiko noch deutlich besser gefallen hat: also Belize na ja (5,5/10), Guatemala sehr lohnend (7,5/10) und Mexiko absolut topp (10/10)!

Samstag, 10. November 2018

W639VII: Goldenes Tor in der 5. Minute und dann 5 Minuten Grenzübertrittszeit

Deportivo Chiantla .............................................. 0
Club Deportivo Malacateco-Coatepeque .......... 1
- Datum: Sonntag, 28. Oktober 2018 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: Liga Nacional de Guatemala, Apertura (1. guatemaltekische Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 92 (45/47) Minuten – Halbzeit: 0-1
- Tor: 0-1 5. Cunningham
- Gelbe Karten: H. Gonzáles, López, Blancas, Juarez, Barrios (Chiantla); Edwin Fuentes, Godoy, Longo (Malacateco)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Estadio los Cuchumatanes (Huehuetenango, Kapazität: 5.340 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.700 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 Deportivo Chiantla 0:1 Deportivo Malacateco-Coatepeque Photos with English Commentary :
a) Football: Chiantla vs. Malacateco in Huehuetenango
b) Guatemala: Quetzaltenango, Huehuetenango (Zacaleu Ruins)
c) Mexico: Chiapas State

Sonntag begann mit einem Frühstück bei McDonalds – gibt mehr Auswahl als in Deutschland – dann gab es Verkehrschaos. Das ist für Quetzaltenango ungewöhnlich, aber wenn man auf der Panamericana ein Radrennen veranstaltet und gleichzeitig Bauarbeiten auf der Periférico durchführt, muss das ja so kommen. Über löchrige und teils unbefestigte Wege fuhren wir quer durchs Gebirge zur Panamericana und erreichen Huehuetenango deutlich später als geplant. Der Ort spricht sich übrigens „We-we-te-nango”.

Wir fuhren gleich zum Stadion. Das ist eher uninteressant vom Baustil – zwei baugleiche mit Schalensitzen bestückte und überdachte Tribünen an den Längsseiten, ein nicht fertiges Gebilde hinter dem einen Tor, hinter dem anderen Tor nichts – doch über das Nichts hinweg sieht man sofort in die bis zu 3.300m hohen Berge. Eintritt diesmal mit 50 Quetzales (5,40€) etwas teurer als sonst. Aber auch hier konnte man wieder topp zu Mittag essen im Stadion: für zwei Teller mit Bohnenmus, Chorrizo-Wurst, Nudeln und Tortillas, einigen dünnen gebratenen Teigfladen mit Bohnenmus und Mayonnaise sowie zwei Schalen Obstsalat und zwei Getränke zahlten wir nur 31 Quetzales (3,40€) pro Person. Unglaublich wie viel besser Stadionessen in Guatemala und Mexiko im Vergleich zu den meisten anderen Ländern Europas oder auch Asiens und Afrikas ist! Deportivo Chiantla 0:1 Deportivo Malacateco-Coatepeque Kaum waren wir auf unseren Plätzen, da fiel auch schon das 0:1 aus abseitsverdächtiger Position. Die ersten Rudelbildungen folgten. Das wurde schlimmer, als dem Gastgeber ein Tor wegen Abseits aberkannt wurde und das Schiedsrichtergespann immer wieder zweifelhafte Entscheidungen traf. Die Halbzeit nutzten einige Fans auch dazu, das Schiedsrichterkollektiv zu belästigen: es gibt unter der Tribüne die Kabinen und diese haben auch einen Ausgang nach hinten. Der ist bei Spielen natürlich nicht von außen durch Fans zu öffnen, aber gegen die Metalltür der Schirikabine zu latschen und laut davor rumzupöbeln reicht ja schon...

Nach der Pause wurde das zerfahrene Spiel nicht unbedingt besser. Von den vier Partien in Guatemala war es die einzige eher schwache. Viele Schauspieleinlagen, einige Torszenen aber dazwischen nur Fehlpässe und Gebolze.

Während im Stadion noch kräftig rumgepöbelt wurde, fuhren wir noch zur Ruinenstätte Zacaleu am Ortsrand. Wieder 50Q/ 5,40€ und für das Gebotene zu hoch sowie beschissene Öffnungszeiten (schon 16 Uhr wird geschlossen), aber eine knappe halbe Stunde konnten wir durch die größtenteils wieder aufgebauten und mit Zement versiegelten Ruinen von Tempeln und Wohnpalästen laufen. Dann hat man eh alles gesehen. Der Ballspielplatz ist sehr schön und darf beklettert werden. Die Landschaft drumherum ist auch wirklich toll.

Schöne Berglandschaft mit Wäldern und Schluchten setzt sich dann auch nach Chiapas (Mexiko) fort. Man passiert in La Mesilla die Grenze nach Ciudad Cuauhtemoc. Auf der guatemaltekischen Seite wollte uns keiner kontrollieren und in Mexiko wurde der Wagen nur wieder desinfiziert. Machte 50 Quetzales oder 95 Peso/ ca. 5,40€. Danach durften wir ohne Passkontrolle weiter. Auch die viele Kilometer weiter in Mexiko drin aufgebaute moderne Zollkontrolleinrichtung wollte nichts weiter von uns. Nur 5 Minuten Grenzübertritt und 5,40€ gezahlt – die anderen beiden Grenzen hatten ja ohne Ende Gebühren gekostet und über eine Stunde beansprucht!

In Comitán de Dominguez gingen wir noch sehr gut in einem Imbiss essen – riesige Fleischplatte für nur 12€ mit zwei Getränken – und checkten in ein „Autohotel“ ein. Hierbei fährt man auf einen Hof und parkt sein Auto in einem Carport neben der Zimmertür oder unter dem Zimmer, wenn dieses sich im Oberstock befindet. Diese Autohotels sind eine Art Motel, billig – aber nicht alle sind seriös. Oder eher: nicht alle sind unseriös. Vor allem in Guatemala schienen bei allen noch Puffs angebaut zu sein, in Mexiko zum Großteil auch. Bei unserem namens „Renacimiento Tenam“ aber nicht. Viele dieser Autohotels werben auch recht eindeutig mit Herz- oder Sexsymbolen. Interessant, wenn man bedenkt, wie tief katholisch und sonst auch religiös diese beiden Länder sind. Wie auch in Belize hören wir hier im Radio sehr viel christliche Musik. Es gibt auch etliches anderes, aber so viele religiöse Sender wie hier auf dieser Tour habe ich nicht mal in den vielen islamischen Ländern, in denen ich schon war, gefunden. In Marokko gibt es z.B. nur SNRT Coran (den ganzen Tag religiöse Programme, habe ich fast nie eingeschaltet) und ein paar Sender spielen freitags bestimmte Predigten und Musik (Andalusia) für wenige Stunden ein, viele Sender bringen 5x täglich den Gebetsruf – aber mehrere Sender mit 24 Stunden christlicher Musik und Predigten: das haben wir wirklich nur auf dieser Fahrt hier in Mexiko, Belize und Guatemala erlebt! Aber im Vergleich zur oft sehr getragenen, lahmen mexikanischen und guatemaltekischen Volksmusik – es wird ja nicht dauernd prolliger Reggaeton gespielt – ist Christian Pop/ Rock einfach besser; egal ob die „frohe Botschaft“ nun auf Englisch oder Spanisch plärrt...
Zwei bekannte Sender sind: http://horizonradio.bz/ und: https://onlineradiobox.com/mx/cristiana/?lang=de Huehuetenango Statistik:
- Grounds: 2.281 (1; diese Saison: 69 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.464 (1; diese Saison: 79)
- Tourkilometer: 320 (320km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 23.660 (13.090 Auto, davon 3.090 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 639 Wochen.

W639VI: Die Unterschiede in der guatemaltekischen Nationalliga – Mittagsspiel bei 32 Grad an der Pazifikküste und Abendspiel bei 16 Grad im Hochland

Deportivo Iztapa ................................................... 1
Club Social y Deportivo Municipal .................... 0
- Datum: Samstag, 27. Oktober 2018 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Liga Nacional de Guatemala, Apertura (1. guatemaltekische Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 70. Rodríguez
- Gelbe Karten: Alvarez, Jonathan López, Leal (Iztapa); L. de Leon, Moreira (Municipal)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Estadio Municipal Morón (Kapazität: 1.500, davon 1.200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.500 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 7,5/10

Club Social y Deportivo Xelajú Mario
Camposeco Quetzaltenango .............. 4
Deportivo Sanarate F.C. .................... 1
- Datum: Samstag, 27. Oktober 2018 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Liga Nacional de Guatemala, Apertura (1. guatemaltekische Profifußballliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 92 (46/46) Minuten – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 8. Pappa, 2-0 15. Albizures, 3-0 22. Pappa, 4-0 81. Ortíz, 4-1 86. Guzmán (Eigentor)
- Gelbe Karten: de León, Guzmán (Xelajú); Lazaneo, Hernández (Sanarate)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Estadio Mario Camposeco (Kapazität: 11.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5.000 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 Deportivo Iztapa 1:0 CD Municipal Ciudád de Guatemala Photos with English Commentary :
a) Football on the Pacific Coast: DEPORTIVO IZTAPA VS. CD MUNICIPAL
b) Football in the Western Highlands: Xelajú Quetzaltenango vs. CD Sanarate
c) Guatemala: Iztapa, Atitlán Lake

Am Samstag gab es ausnahmsweise mal kein Sightseeing, sondern nur Sport. Zuerst fuhren wir die teilweise mautpflichtige Autobahn nach Süden an den Pazifik (ganz gut fahrbar, aber lächerlich dass hier eine private Firma für ihren Pfusch 1,70€ nimmt) und fuhren dann noch ein paar Kilometer parallel zum Meer nach Iztapa. Wir schauten uns etwas im Ort um: ein hässliches Fischerkaff mit verschlickten Schwarzsandstränden und drückend schwül-heißem Klima. Mitten im Ort findet man das Stadion. Wir gingen gut 90 Minuten vor Anpfiff rein, besser ist aber 2 Stunden früher reinzugehen. Das Stadion ist viel zu eng und immer voll! Um einen gut 90x45m kleinen Rasen sind Mauern und Zäune gezogen (nur jeweils 1-2m Auslauf an den Linien). Auf der einen Hintertorseite ist nichts außer einer Anzeigetafel und einem Palmengarten, auf der anderen Seite findet man jedoch geniale Stahlrohrtribünen und dahinter zwei zu Tribünen ausgebaute Hausdächer mit Reetdächern als Regenschutz. Zwei weitere solche Konstruktionen findet man oberhalb der einen längs verlaufenden Mauer. Auf der Hauptseite gibt es noch zwei überdachte Stahlrohrtribünen, eine Ehrenloge oberhalb der Kabinen und eine Kirche, von deren Gängen aus man auch zuschauen kann. Ein weiteres Kirchengebäude befindet sich auch noch auf dem Stadiongelände, ebenso wie zwei Läden. Das Catering war wieder topp – bei Hansa sollte man auch mal Meeresfrüchte mit Weißbrot anbieten...

Deportivo Iztapa nennt sich auch „La Furia Camaronera“ (die wilden Garnelen) und riss das Spiel vor gut 2.500 Zuschauern (1.500 dürfen eigentlich nur rein, aber wen interessierst, dass es nur einen Ein- und Ausgang gibt und man sich kaum von seinem Platz bewegen kann?) das Spiel ganz gut an sich. Dabei war CSD Municipal aus der Hauptstadt Ciudad de Guatemala, angeblich beliebtester Verein des Landes, in jedem Fall mit mehr als 30 Meistertiteln seit den 40er Jahren auf dem Konto, zu Gast! Nach torloser erster Halbzeit gelang nach einer guten Stunde ein Flachschuss aus kurzer Distanz zum 1:0. Das wurde auch offensiv verteidigt und wurde entsprechend von den Fans gefeiert. Amatitlán Lake Einmal kurz über die Brücke, die bettelnden Asikinder abgeschüttelt und dann auf das Grundstück, wo wir geparkt hatten. Für 10 Quetzales (1,10€) bieten dutzenden Familie in der direkten Umgebung des Stadions einen Parkplatz in ihren Vorgärten an. Dann jagte ich die Karre so schnell es ging die 220km nach Quetzaltenango. Teilweise ließ sich hervorragend fahren, teilweise ging es über Schlaglochpisten und zwischendurch gab es auch mal Straßenüberflutungen von bis zu 30cm Tiefe und Nebel mit Sichtweiten unter 10m.

Trotzdem kamen wir 10 Minuten vor Anpfiff der 20-Uhr-Partie in Quetzaltenango an. Die Superchivos, die Superziegenböcke, von Xelajú Mario Camposeco, benannt wie auch das Stadion nach dem wichtigsten Sohn der Stadt, einem Nationalspieler der 40er/ 50er Jahre, trafen auf Deportivo Sanarate. Dritter gegen hinteres Mittelfeld – und sofort ging es los: zwei Angriffe von links und toll ins lange Eck abgeschlossen 2-0 nach 15 Minuten. Schon nach einer halben Stunde hieß es 3:0. Nach der Pause in einem sehr fairen aber eher einseitigen Spiel – Sanarate kam erst kurz vor der Pause etwas in Schwung – schaffte Xela das 4:0 mit einem tollen Freistoß, kassierte aber mit einem abgefälschten Weitschuss noch das 4:1.

Wichtig war das Rechtzeitigkommen auch deswegen, weil die Fans von Quetzaltenango eine tolle Pyroshow zum Beginn der ersten Hälfte abfeuerten. Auch sonst gingen die gut 5.000 schön mit. Hinter den beiden Toren wurde mit den typischen Kapellen und viel rhythmischer Bewegung richtig Gas gegeben. Ganz hervorragend war wieder das Stadionessen: eine Scheibe gegrilltes Rindfleisch, dazu Bohnenmus, zwei Tortillas, ein Brötchen, Nudeln, Soßen, Kartoffeln – für nur 2,20€ pro Portion! Auch gebrannte Nüsse (0,55€ pro Tüte), Pizzaecken und Tortillas mit Bohnenmus oder Salat gab es. Viel besser als in Deutschland das Catering in den guatemaltekischen Stadien!

Nach Abpfiff fanden wir das eigentlich für 29€ gebuchte Hotel „Casa Elisabeth“ nicht – gut, dass die nicht unsere Kreditkartendaten haben – und checkten stattdessen ins nur 11€ kostende „Clarisse“ ein. Internet ging zwar extrem langsam, Strom fiel mal einige Minuten aus und man musste alles in den 3. Stock hoch tragen, aber für den Preis so gute Betten und Bad – topp! Xelajú Quetzaltenango 4:1 Deportivo Sanarate Statistik:
- Grounds: 2.280 (2; diese Saison: 68 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.463 (2; diese Saison: 78)
- Tourkilometer: 370 (370km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 23.340 (12.770 Auto, davon 2.770 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 639 Wochen.

Freitag, 9. November 2018

GUATEMALA

LP Nr. 66, Grounds: 4 

Huehuetenango (1): Estadio de los Cochumatanes (Deportivo Chiantla u.a.) – 6.000 (6.000/ 0); 6,5

Iztapa (1): Estadio Municipal Morón (Deportivo Iztapa) – 1.500 (1.200/ 300); 10!
Quetzaltenango (1): Estadio Mario Camposeco (CD Xelajú) – 11.200 (200/ 11.000); 8,0
San Miguel Petapa (1): Estadio Julio Armando Cobar (Deportivo Petapa) – 5.000 (5.000/ 0); 8,0

Deportivo Iztapa 1:0 CD Municipal Ciudád de Guatemala


W639V: Länderpunkt Guatemala – nichts verpasst trotz zwei Stunden im Stau...

Club Deportivo Petapa ......................................... 1
Club Social y Deportivo Cobán Imperial ........... 1
- Datum: Freitag, 26. Oktober 2018 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Liga Nacional de Guatemala, Apertura (1. guatemaltekische Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 96 (48/48) Minuten – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 17. Guerra, 1-1 35. Barrientos
- Gelbe Karten: Marroquín (Petapa); 2x Cabrera, Arias, Álvarez, Janderson (Cobán)
- Rote Karten: Tatuaca (Petapa; 42. Min., Rot/ Notbremse); Cabrera (Cobán; 69. Min., Gelb-Rot/ wdh. Foul)
- Austragungsort: Estadio Julio Armando Cobar (Estadio Municipal de San Miguel Petapa, Kapazität: 5.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 500 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 Deportivo Petapa 1:1 Imperial Cobán Photos with English Commentary :
a) Football: Deportivo Petapa vs. Imperial Cobán
b) Guatemala: ANTIGUA GUATEMALA, Iximche Ruins

Der Freitag begann mit einer Fahrt in die ehemalige Hauptstadt der spanischen Kolonien Mittelamerikas: Antigua Guatemala. Dort kann man tolle spanische Kolonialarchitektur – bis auf einige Kirchenruinen hervorragend saniert – sehen. Alle Straßen sind kopfsteingepflastert. Viele Kirchen sind zumindest Außen im spanischen Barockstil gehalten. Vom Stadtbild her ist das sicher die schönste Stadt in Guatemala.

Dann quälten wir uns u.a. über eine Stunde durch Chimaltenango und erreichten Iximche, wo es eine interessant gelegene Mayastadt zu sehen gib. Auf einer Anhöhe befinden sich die Ruinen einer befestigten Mayasiedlung und ein kleines Museum. Die Ruinen sind leider fast nur Grundmauern. Der Eintritt von 50 Quetzales (5,50€) ist somit viel zu hoch.

Ganz anders sah das Preis-Leistungs-Verhältnis in dem Rasthof im Blockhüttenstil an der Straße CA1 aus. Toller Blick vom Parkplatz, tolles Essen: Hühnerfleisch mit diversem Gemüse, Suppe, Nachos, Guacamole etc. für rund 6€ pro Person. Antigua Guatemala Da man nach Guatemala-Stadt leider wieder durch das versiffte, hässliche und asoziale Chimaltenango durch muss und wir für die 10km Ortsdurchfahrt 2 Stunden brauchten, kamen wir erst zur 17. Minuten in der mit der Hauptstadt zusammengewachsenen Kleinstadt San Miguel Petapa am Stadion Julio Armando Cobar an. Nur 30 Quetzales (3,30€ Eintritt) und nur 500 Zuschauer. Doch das Stadion ist eine sehr interessante, enge Schachtel. Eine überdachte Tribüne mit Schalensitzen und eine überdachte Tribüne mit Holzbänken, ansonsten offene Holz- oder Steinbänke. Die Anzahl der Reihen variiert von Block zu Block, wodurch die Tribünen sehr ungleich verteilt sind. Kurz nachdem wir gekommen waren und ich wenig zuvor einen freundlichen Alten nach dem Spielstand gefragt hatte, erzielte der im Mittelfeld platzierte Gast aus Cobán das 0:1. Vor der Pause glich Petapa mit einem Flachschuss aus 25m aus. Danach wurde das Spiel immer härter und wegen einer Notbremse flog ein Spieler von Petapa vom Platz. Nach der Pause war der Gastgeber dennoch besser. Erstrecht, als einer der Gästespieler Gelb-Rot sah. Doch ein weiteres Tor fiel nicht. Noch kurz als Abendessen ein paar Tacos mit Salat an einem der Fressstände geholt (die Auswahl bei Petapa war fast so gut wie in Mérida/ Mexiko) und dann ab ins Hotel. Deportivo Petapa 1:1 Imperial Cobán Statistik:
- Grounds: 2.278 (1; diese Saison: 66 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.461 (1; diese Saison: 76)
- Tourkilometer: 190 (190km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 22.970 (12.400 Auto, davon 2.400 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 639 Wochen.

Freitag, 26. Oktober 2018

W639IV: Eine spanische Festung am süßen Fluss und Stelen der Maya auf dem Weg in die Hauptstadt

Photos:
Guatemala: Castello de San Felipe/ Rio Dulce, Quiriguá Maya Steles
Castillo de San Felipe/ Rio Dulce Am Morgen liefen wir etwas über die Finca und frühstückten – Omelette und Pancakes, sehr gut! – dann ging es nach Süden weiter. Da die Straßen nur eine Spur pro Richtung hatten und recht kurvenreich waren und – wie üblich in Entwicklungsländern – mehr Lkw als Pkw auf der Strecke waren, dauerte es eine Weile, ehe wir Rio Dulce, den süßen Fluss nahe der Grenze zu Honduras erreichten. In einem der Ortsteile der gleichnamigen Gemeinde, in San Felipe la Lara, steht eine sehr schöne, sehr verwinkelte spanische Festung mit etlichen Türmen auf einer Landzunge im See, der vom Rio Dulce gespeist wird. Eintritt war mit 2,20€ p. P. noch gemäßigt. Wir bewerteten das auch entsprechend positiv in der Besucherumfrage, die eine Mitarbeiterin des Tourismusministeriums nach Verlassen des Burgtores unbedingt mit uns machen wollte...

Mit überzogenen 8,75€ schlug dann wieder die Mayastätte in Quiriguá zu Buche. Das Besondere an dieser Anlage: die mit tollen Steinmetzarbeiten (Hieroglyphen, Gesichter etc.) verzierten Stellen und Figuren. Die Gebäude selber sind eher unspektakulär und stark verfallen – doch diese Stelen stellen Unikate da, weswegen sie auch zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Danach zog sich der Weg bis in die Hauptstadt furchtbar hin. Oft einspurig, immer wieder zwei- oder dreispurig, aber ein tolles Verkehrschaos: besonders die Motorradfahrer, die fast alle ohne Helm mit bis zu 100km/h fahren, fahren wo sie wollen und je nach Art des Fahrzeugs (Pkw/ Lkw) wird zwischen 115 und 15 km/h gefahren. Ärgerlich wurde es aber mit Erreichen der Hauptstadt, da es dort massive Staus gab und man schon mal 10 Minuten für 300m brauchte. Insgesamt dauerte die 30km Durchquerung gut 2 Stunden. Die Stadt liegt in toller Berglandschaft und ist mit dem für die Landesverhältnisse sehr hohen Verkehrsaufkommen völlig überfordert. Wir aßen dann in einem „Pollo Brujo“-Schnellimbiss, da komischerweise um 20.30 viele Restaurants schon langsam schlossen, und checkten am Stadtrand in der Neustadt im Hotel „Manhatan“ ein. Ziemlich oller Schuppen, aber dafür sehr billig und am nächsten gelegen zu dem Stadion, in dem wir morgen den Länderpunkt machen wollen. Quiriguá Statistik:
- Tourkilometer: 420 (420km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 22.780 (12.210 Auto, davon 2.210 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Donnerstag, 25. Oktober 2018

W639III: Guatemalas Norden – Maya, Seen, bunte Häuser

Photos:
Guatemala: TIKAL, FLORES

Tikal 
In El Remate frühstückten wir nach dem Aufstehen und Auschecken in einem Imbiss. Überall hingen in den Restaurants und Imbissen auch Schilder mit „Desayuno/ Frühstück“, teilweise schon ab um 6 Uhr. Der Ort ist deshalb so touristisch, weil in der Nähe der bedeutendste Nationalpark mit den wichtigsten Mayaruinen Guatemalas liegt. Tikal! Man fährt 17km vor Tikal an eine Straßensperre ran und kauft dort Karten. Wenn man mehr Zeit aufwenden will und unbedingt Extras braucht: selbst das Museum kostet extra. Die Ruinenstätte alleine macht für Ausländer schlappe 17€ (150 Quetzales – zum Vergleich: ein einfaches Hoteldoppelzimmer ist selten teurer und ein gutes Abendessen zu zweit liegt in der selben Preislage). Einheimische zahlen natürlich nur rund 3€ - sonst könnte sich das fast kein Guatemalteke leisten so einen Wucher. Aber in jedem Fall lohnt der Besuch Tikals, denn die Anlage ist die flächenmäßig größte in Mittelamerika und die Mayatempel und -paläste sind hier besonders ästhetisch ausgearbeitet und besonders beeindruckend steil. Man bekommt übrigens einen Zettel mit Uhrzeit drauf an der Sperre. Man darf durch den Naturpark nur 45km/h fahren wegen der kreuzenden Tiere (haben aber keine gesehen) und am Parkplatz vor den Ruinen wird kontrolliert, ob man die 17km in 30 oder eher in 10 Minuten gefahren ist. Angeblich werden auch gleich Geldstrafen ausgestellt wenn man zu wenig Zeit gebraucht hat, aber das haben wir nicht ausprobiert, denn in Guatemala kann man sonst eh überall drauflos heizen was die Straße hergibt – interessiert keine Sau...

Tikal verließen wir erst nach 4 Stunden – eine wirklich fantastische Ruinenstätte! Dann ging es zügig nach Flores weiter. Das liegt an demselben See wie El Remate, ist aber deutlich größer und viel schöner, da der Altstadtkern auf einer Insel liegt. Ähnlich wie Lindau/ Bodensee, aber trotz vereinzeltem Verfall sehr viel sehenswerter und attraktiver. Die Häuser sind sehr bunt, teilweise kurios gebaute Mehrgeschosser und mittig auf der höchsten Stelle der leicht ansteigenden Insel steht eine schöne Kirche, davor ein Park und ein Basketballstadion. Leider gab es kein Spiel – den Länderpunkt haben wir am Freitag eingeplant und diesmal auch mit Erstligafußball. Wir gingen in einer ganz einfachen Bude für nur 5€ Burritos essen.

Wir fuhren über teils etwas volle Landstraßen mit chaotischem Verkehr inklusive unbeleuchteten Mopeds und überladenen LKWs nach Süden. Ich hatte ja mit syrischen Freunden vor der Abreise über meine geplante Tour gesprochen und beide wollten auch zumindest unbedingt mal nach Mexiko – aber ich glaube in Guatemala werden sie sich bei den Verkehrsverhältnissen, den Unzulänglichkeiten und der Bauweise besonders zuhause fühlen... Viele arabische Staaten wie Tunesien, Marokko, Algerien, Jordanien oder v.a. alle Golfstaaten außer Jemen sind sogar geordneter und besser entwickelt als Guatemala. Durch schöne, sehr hügelige, grüne Landschaft ging es bis hinter Poptún nach Ixobel. In diesem Dorf gibt es ein riesiges Landgut (Finca), das u.a. Camping, Ferienhäuser, Hotelzimmer und Restaurant (sehr gutes einheimisches Essen, kein Gericht mehr als 6€) bietet. In einem der schönen Ferienhäuser übernachteten wir für nur 18€. Ein tolles Schnäppchen und sehr nettes Personal. Diesmal auch nicht wie sonst immer nur Spanischsprecher, da dort auch ein Deutscher mit guatemaltekischem Vater arbeitet. Der junge Mann musste sich aber erst nach einer ganzen Weile einschalten, als mir zu den Aktivitäten die uns angeboten wurden, nicht einfiel, wie man auf Spanisch sagt, dass wir nur auf der Durchreise sind und dankend Reitausflüge und Co. ablehnen... Das Spanische in Lateinamerika ist deutlicher und langsamer gesprochen als das Genuschel und Gehetze in Spanien.
 Flores  
Statistik:
- Tourkilometer: 210 (210km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 22.360 (11.790 Auto, davon 1.790 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Mittwoch, 24. Oktober 2018

W639II: Mayas diesseits und jenseits der Grenze – von Belize nach Guatemala

Photos:
a) Belize: XUNANTUNICH Maya Ruins
b) Guatemala: Yaxha Lake, El Remate
Xunantunich Am Dienstag machten wir uns in das dritte Land unserer Tour auf. In Hopkins funktionierte ja nichts, aber nach dem Frühstück mit dem Lesen der einheimischen Zeitung (manche Artikel spanisch, die meisten englisch, viel über Sexualstraftaten und Gang-Gewalt) bekamen wir in Dangriga bei der Scotiabank an der Brücke Geld und vertankten einen Teil gleich mal. Die Gallone macht über 11 Belize-Dollar, somit 1 Liter ca. 1,35€ (zum Vergleich: Super kostet in Mexiko gut 40 Cent weniger und in Guatemala ca. 35 Cent weniger). Wir kamen ohne Probleme über den tollen Hummbingbird-Highway via Belmopan nach El Benque Vieje. Dort fuhren wir erstmal zur Fähre, die handbetrieben über den ca. 100m breiten Fluss zu den etwas abgelegen liegenden Mayaruinen von Xunantunich führt. Diese Stätte ist auch wieder sehr kompakt und hat tolle Pyramiden und Tempel sowie ein informatives Museum zu bieten. In der höchsten Pyramide nisten Fledermäuse, man kann natürlich trotzdem bis oben hin und sehr ungesichert rumklettern.

Auf dem Weg zur Grenze gibt es noch einige intelligente Schilder wie: „Tell Guatamala to leave we Belize alone“. In einem Artikel von 2001 aus der Haaretz, der aber immer noch aktuell ist, findet man interessante Parallelen zwischen dem Landkonflikt Guatemala vs. Belize und Israel vs. Palästina. Xunantunich Die Grenzabfertigung in Belize ging relativ schnell, aber die Ausreisegebührt lag bei fast 20€ pro Person. Wechselkurse waren auch sehr schlecht. Rüber nach Guatemala: ab nun wurde wieder Spanisch gesprochen, aber die Wegelagerei ging weiter... Mit gut 20€ Einreise-, Fahrzeugdesinfektions- und Versicherungsgebühren, sowie – nicht zu vergessen – über 2€ Brückennutzungsgebühr über den Grenzfluss (auf so einen Stuss muss man erst mal kommen!) war das aber alles nicht mal halb so teuer wie in Belize.

Leider sind manche Sehenswürdigkeiten sehr überteuert. In Yaxha wollten die fast 9€ pro Person für die Mayaruinen und dafür reichten die paar Quetzales von uns nicht. Euros konnte keiner tauschen, Pesos auch nicht – nicht mal zu Fantasiekursen mit hohem Verlust: weder die Mitarbeiter noch die aus dem angrenzenden Hotel waren irgendwie hilfreich, sehr unsympathisch sowas! – nur US-Dollar wären noch gegangen. Nächstes Mal auf diesem Kontinent besorge ich doch vorher US-Dollar für solche Situationen. Wir fuhren weiter durch leicht gebirgige Urwaldlandschaft, die mit vielen Seen durchzogen ist, nach El Remate. Blöd, wenn man in ein Land einreist und zuerst in der am wenigsten entwickelten Region landet. Im Sun Breeze Hotel hat der sehr freundliche Inhaber wirklich tolle Zimmer – sehr viel besser als in Belize für den gleichen niedrigen Preis von ca. 24€ – und einen schönen Hof am See. Zum Wechseln schickte er uns dann ins beste Hotel der Kleinstadt, da er selber nur US-Dollar hätte wechseln oder nehmen können. In der „La Muella“ bekamen wir zu einem Fantasiekurs von 1:7,7 statt 1:9,6 einige Quetzales. Der Geldautomat im gleichen Gebäude funktionierte mal wieder nicht wegen Stromschwankungen...
Aber das Hotel war sehr gut wie gesagt und gegenüber gab es auch ein echt gutes Restaurant: ca. 12€ pro Person für Vor-, Hauptspeise und Getränk waren OK. Bedienung auch so freundlich und sympathisch wie das in Guatemala und Mexiko und weitestgehend auch in Belize üblich ist. Die Küche ist ähnlich wie die mexikanische: Tortillas aus Mais, Bohnenmus, Fleischstücke, Reis, Gemüse... El Remate Statistik:
- Tourkilometer: 260 (260km Mietwagen, unter 10km Fähre) - Saisonkilometer: 22.150 (11.580 Auto, davon 1.580 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10km Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)