Samstag, 10. November 2018

W640III: Bergbauorte in Zentral-Mexiko

Photos:
Mexico: GUANAJUATO, San Miguel de Allende
Mexico: DEATH CULT
Guanajuato Am Mittwoch besuchten wir einige weniger bekannte oder zumindest weniger von Touristen überlaufene Sehenswürdigkeiten im Zentrum Mexikos, die aber städtebaulich zum Besten des amerikanischen Kontinents gehören.

In San Miguel de Allende findet man einige schöne Kirchen und eine geschlossene Altstadtbebauung im spanischen Kolonialstil. Je näher man an Guanajuato kommt, desto gebirgiger wird es und desto mehr Bergbaueinrichtungen – oft nicht mehr in Betrieb – findet man.

Guanajuato selber ist besonders sehenswert aufgrund der landschaftlichen Lage, der vielen Bergbaueinrichtungen, dem unterirdischen Straßensystem und der kuriosen Museen, allen voran das Mumienmuseum, wo bizarre mumifizierte und teilweise skelettierte Leichen von den Friedhöfen der Stadt ausgestellt werden. Etliche Tote werden bzw. wurden nämlich in Steinkrypten bestattet, was deren Mumifizierung durch natürliche Gegebenheiten zur Folge hatte. Werden die Toten nicht von den Nachfahren nach Ende der kurzen Ruhezeiten beansprucht, gehen sie in den Besitz der Stadt und somit des Museums über. Dass eine Stadt seine Verstorbenen so ausstellt, findet man wahrscheinlich auch nur in Mexiko... Guanajuato Die Einstellung zum Tod ist in Mexiko seit alters her etwas gewöhnungsbedürftig. Die meisten Hochkulturen in dieser Region kannten vor und teilweise noch eine Weile nach Einfallen der Europäer Menschenopfer und hatten komplexe Vorstellungen von der Unterwelt. Heute mischen sich teilweise immer noch vorkolumbianische Traditionen mit konservativem Katholizismus/ allgemein Christentum. Geopfert werden dann zwar nur noch Tiere oder Lebensmittel, aber zu Allerheiligen und Allerseelen wird um den „Tag der Toten/ Dia de Muertos“ herum ein halloween-artiges Spektakel gemacht (das teilweise auch vom Halloween amerikanischer Prägung beeinflusst wird, obwohl es eine noch ältere Tradition hat) oder auch bei verstorbenen Verwandten auf dem Grab gepicknickt. In jedem Fall ist schon Tage vorher alles mit Altären, auf denen Lebensmittel geopfert und entsprechender Schmuck mit Todessymbolen angebracht wurde, und vielen comichaften Darstellungen von Skeletten oder Totenschädeln geschmückt.

Wir übernachteten am Rand von Guanajuato in einem Gutshof, der seinem Namen „Casa Grand/ Großes Haus“ alle Ehre machte. Nur 45€ für eine tolle Ferienwohnung! Aber auch hier fiel wieder auf: so wie es dunkel wird, wird aus Sicherheitsgründen erstmal alles verrammelt und man muss die Besitzer rausklingeln und sich zu erkennen geben, damit aufs Grundstück darf. Gegen 21 Uhr knallten auch mal einige Schüsse durch die Nacht, aber das klang nach Idioten, die mit Hilfe von Fahrzeugscheinwerfern und Gewehren in den Bergen Tiere jagten... San Miguel de Allende Statistik:
- Tourkilometer: 380 (380km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 25.270 (14.700 Auto, davon 4.700 Mietwagen/ 9.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

Keine Kommentare: