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Donnerstag, 21. Juli 2016

W521I: Testspiel in idyllischer Lage

BSC 1931 Unkelbach ............................... 6
TG Jahn Namedy 1910 ............................ 1
- Datum: Dienstag, 19. Juli 2016 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga C, Ahr; 10. Liga, 6. Amateurliga gegen Kreisliga C Mayen; 10. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 9. (18), 2-0 20. (18), 3-0 43. (18), 4-0 48. (5), 5-0 50. (5), 5-1 71. (11), 6-1 73. (14)
- Verwarnungen: 2x Nr. 13 (Unkelbach)
- Platzverweise: Nr. 13 von Unkelbach (82. Min. Gelb-Rot wg. Foul + Meckern)
- Austragungsort: Sportplatz auf der Pösch (Kap. 850, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Natürlich alles andere als ein Spitzen-Amateurspiel, aber viel Bewegung und viele Torszenen) BSC Unkelbach 6:1 Jahn Namedy Photos with English Commentary:
Pre-Season: BSC Unkelbach v TG Jahn Namedy

Fährt man zwischen Oberwinter und Remagen gegenüber von Unkel vom Rhein weg ein Bachtal hoch, kommt man nach Unkelbach. Das uninteressante aber schön gelegene Dorf hat seit 1931 einen Sportverein und seit 1932 einen wirklich schönen Sportplatz. OK, der staubige, leicht sandige und sehr holprige Aschenbelag ist nicht so schön – aber die Lage am Hang, ganz eng zwischen Bach, Bäume, Häuser und Graswall ist klasse. Aber das kommt dabei raus, wenn ein Betriebsleiter eines Steinbruchs einen Fußballplatz anlegen soll: topp!

Ich schaute mir von der obersten Reihe, die sich aber noch deutlich unterhalb der Bäume auf dem Gipfel befindet, das Testspiel zweier C-Ligisten (unterschiedliche Staffeln desselben Landkreises) an. Bei freiem Eintritt lieferten der Ballspielclub Unkelbach und die Turngemeinde Jahn Namedy ein sehenswertes Spiel ab. Klar: viele Fehlpässe, Probleme mit dem holprigen Platz, Probleme bei der Ballannahme (die so auch bei besten Platzverhältnissen aufgetreten wären) – aber v.a. viele Torszenen und gut Bewegung! Der Gast aus Namedy – soll ein keltischer Name sein, also nicht französisch „Nohmädieh“ oder so aussprechen – wirkte überhaupt nicht eingespielt und ist auch eine zusammengeworfene Truppe aus der ehemaligen II. Mannschaft, einer fast kompletten weiteren Mannschaft aus einem anderen Dorf und ein paar Flüchtlingen, die wohl nie in einem Verein oder eben nur auf Kreisebene in Syrien oder so gespielt haben. Da hatte Unkelbach, die wohl schon länger so zusammenspielen, leichtes Spiel. Allein der 18er mit seinem Hattrick bis zur Pause entschied das Spiel für seine Jungs. Nach der Pause gleich das 4:0 und 5:0 durch einen anderen Spieler. Der Ehrentreffer von Namedy wurde gleich mit dem 6:1 Endstand beantwortet. Kurios war dann kurz vor Schluss ein kaum gelbwürdiges Foul eines Unkelbachers, der dann aber blöd rummeckerte und deshalb vom Feld gestellt wurde. Eigentlich hat Sportfreund Heydecke eine souveräne Partie geliefert: der hat alle Regelverstöße gesehen und geahndet – aber manchmal hat er zu viele Regelverstöße sehen wollen; wenn man dauernd im Zweifel abpfeift (Abseits bei gleicher Höhe, minimale Berührungen als Fouls) tut das dem Spiel nicht unbedingt gut… BSC Unkelbach 6:1 Jahn Namedy Statistik:
- Grounds: 1.673 (heute 1; diese Saison: 258 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.732 (1; diese Saison: 296)
- Tageskilometer: 50 (50km Rad)
- Saisonkilometer: 63.560 (40.800 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 9.930 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 3.310 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 67 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 521 Wochen.

Samstag, 31. August 2013

W370V: Samstags in Laucha an der Unstrut

Ballspielclub 1999 Laucha ---------------------------------- 2
TSV Leuna 1919 ---------------------------------------------- 0
- Datum: Samstag, 31. August 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 42. Lucas Hoffmann, 2-0 77. Thomas Elste
- Verwarnungen: Matthias Meissner, Ronny Battke, Patrick Hoffmann (Laucha); 2x Kevin Degner, Christian Bernhardt, Nino Hammerschmidt, David Weise (Leuna)
- Platzverweise: Kevin Degner vom TSV Leuna (68. Gelb-Rot wg. wiederholtem Foulspiel)
- Spielort: Sportanlage Laucha (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 20 Gäste)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Unattraktives Spiel – sah nach Abstiegskampf aus)

Ballspielclub 1999 Laucha II ------------------------------- 0
Naumburger Ballspielclub 1920 II ------------------------ 4
- Datum: Samstag, 31. August 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenland, Staffel 1 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 5. Tobias Tenscher, 0-2 50. Martin Schoder, 0-3 70. Martin Schoder, 0-4 79. David Vincenz
- Verwarnungen: Torsten Wolf (Laucha); Paul Staps (Naumburg)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Laucha (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 6 Gäste)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Spiel mit ein paar Durchhängern) BSC 99 Laucha v TSV Leuna 1919 Photos with English Commentary:
a) TSV Leuna at BSC Laucha & Laucha Reserves v Naumburg Reserves
b) Laucha/ Unstrut Old Town and Airfield

Leunas Erste Männer sind nicht gerade überragend in die Saison gestartet und der Aufsteiger aus der Burgenlandliga gleichermaßen durchwachsen. Da der Weg nach Laucha eine gute Radstrecke durch schöne, bergige Landschaft ist, fuhren wir mit den Rädern. Weil sich sonst nichts fand, kamen wir schon zum Vorspiel. Wäre ich nur für’s Vorspiel gekommen, hätte ich übrigens von der Straße aus zugeguckt – 2,50€ werden nämlich schon gleich fällig. Aber eigentlich war mir ja das Vorspiel egal und freundlich war der Kassenwart auch noch. Also rauf auf den Graswall!

Von oben hat man einen herrlichen Überblick, auch der Ort und die gegenüberliegenden Berghänge mit der Flugschule sind schön zu sehen. Man sieht auch prima, wie die beiden ungeschlagenen Reserven, Laucha mit 8:3 und 6 Pkt. und NBC sogar mit 18:1 Toren gestartet, ein gutes Spiel ablieferten. OK, Laucha war schon deutlich unterlegen – aber Naumburg zeigte über weite Strecken wirklich guten Fußball. Schnell stand es 0:1 durch einen wuchtigen Schuss und in der zweiten Hälfte legte der NBC nach. 0:4 war am Ende auch in der Höhe verdient.

Nach und nach kamen gegen Ende der Partie auch die anderen Leunaer Fans ins Stadion. Die sollten heute keine gute Leistung ihrer Mannschaft sehen. Holger und seine Frau neben mir konnten sich dauernd das Gemecker des alten Groundhoppers anhören. Aber es war auch wirklich schlimm, wie die Leunaer auftraten. Nichts funktionierte gegen die spielerisch in allen Punkten mäßigen Lauchaer. Entsprechend ging Laucha nachdem es auf beiden Seiten Chancen gab noch vor der Pause in Führung. In der zweiten Hälfte hatte Leuna kaum noch Chancen und Spielanteile und leistete sich auch noch einen Platzverweis wegen wiederholtem Foul, während Laucha dauernd die unsichere Abwehr und Torwart Schellbach bearbeitete. Eine Viertelstunde vor Spielschluss schlug der Ball noch einmal im Leunaer Netz ein – diesmal allerdings aus abseitsverdächtiger Position. Bei einem Linienrichter wie Schalk habe ich allerdings das Vertrauen, dass die Entscheidung doch korrekt war. Im Gegensatz zum kleinlichen Karten-um-sich-Schmeißer Sachse, der den Hauptschiedsrichter machte, ist der nämlich ein richtig guter Unparteiischer.

Nach dem Spiel hielten wir noch ein paar Minuten auf der Brücke am Rande des Ortes an, da man die Reitanlage von Laucha einsehen kann. Auf der lief gerade ein Springreitturnier. Nach zwei besseren Darbietung ritt ein Trottel los, der mich wieder daran erinnerte, warum ich diesen Sport bescheuert finde und nicht unbedingt in meine Liste der gesehenen Sportarten einordnen muss: bleibt im Hindernis hängen, fällt vom Pferd und das läuft ein bisschen umher. In der Natur von Pferden liegt halt das Laufen und Rennen und nicht das Springen. Wenn beim Pferderennen oder Polo ein Reiter runterfällt, rennt sein Vieh weiter und beim Polo kreuzt es übrigens nie die 30cm niedrige Holzbande. Schon mal beim Springreiten ein Pferd weiterspringen sehen? BSC 99 Laucha v TSV Leuna 1919 Statistik:
- Grounds: 998 (heute 0 neue; diese Saison: 27 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.891 (heute 2, diese Saison: 35)
- Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 7.180 (6.460 Auto/ 720 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 161 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 370

Dienstag, 4. Dezember 2012

W332I: Brandenburg-Berlin-Duell am Montagabend

FC Energie Cottbus ---------------------------------------- 1
Hertha, Berliner Sport-Club ----------------------------- 2
Datum: Montag, 3. Dezember 2012 – Anstoß: 20.15
Wettbewerb: 2. Bundesliga (2. deutsche Profifußballliga)
Ergebnis: 1-2 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 0-1
Tore: 0-1 15. Peer Kluge, 1-1 54. Dennis Sörensen, 1-2 85. Ronny Heberson Furtado de Araújo
Verwarnungen: Ivica Banovic, Konstantin Engel (Energie); Sami Allagui, Ronny Heberson Furtado de Araújo (Hertha)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion der Freundschaft (Kap. 22.528, davon 10.949 Sitzplätze)
Zuschauer: 13.070 zahlende (tatsächlich mind. 15.000, darunter mind. 2.500 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Eher mittelmäßiges aber spannendes Spiel und ganz ordentliche Stimmung, hauptsächlich von den Gästefans)
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Zum zweiten Mal in meiner Groundhoppinglaufbahn fand ich die Zeit bzw. hatte das Interesse, ein Montagsspiel der 2. Bundesliga zu besuchen. Über die Landstraßen dauert es mindestens drei Stunden bis Cottbus – doch der Weg über die Autobahn an Dresden vorbei wäre nicht nur viel länger in Kilometern, sondern auch kaum schneller. Außerdem sind die Landstraßen interessanter, da man z.B. das Dorf München – zwischen den Ortsschilder, die denen der bayrischen Landeshauptstadt ähneln, liegen nur wenige Hundert Meter und ein paar olle Häuser – oder die Kleinstadt Doberlug-Kirchhain – dort gibt es ein richtig schönes Schloss und eine Klosterkirche – passiert. Nach einem preisgünstigen Essen an der Oberkirche in Cottbus ging es ins Stadion. 3€ kostet das Parken, Eintrittskarten sind normalerweise nicht unter 10€ zu kriegen.

Im Gegensatz zum eher uninteressanten Duell zwischen Jena und Aachen (2007 oder so), war das heutige Montagsspiel ein in allen Belangen interessantes Spiel. Erstens: Es war ein Spiel zweier Aufstiegskandidaten, die sich vor der Partie auf den Rängen 4 bzw. 2 befanden. Zweitens: Es war ein ungewöhnlich gut besuchtes Montagsspiel, wenn auch enttäuschenderweise nicht annähernd ausverkauft, was in erster Linie ein Armutszeugnis der Cottbuser Fanszene ist. Drittens: Es wurde in einem der interessantesten Bundesligastadien überhaupt ausgetragen; die vier Tribünen des Stadions der Freundschaft sind zum einen Hintertorstehränge, zum anderen bis zu zweistöckige Sitztribünen mit roten und weißen Schalensitzen und verschachtelten Logen unter dem Dach. Und viertens: Nicht zuletzt war es so interessant, da doch Cottbus gegen Hertha als brisantes Duell bzw. „Sicherheitsspiel“ oder gar „Hochrisikospiel“ gilt, da es in der Vergangenheit bei Spielen der beiden gegeneinander die ein oder anderen Zwischenfälle wie das ein oder andere Feuerchen im Fanblock, was das damalige Unsympathenduo Trainer Ede „Stasi“ Geyer und Präsident Dieter „Geld in der Waschmachine“ Krein ziemlich auf die Palme brachte...

Die Offiziellen bei Energie sind aber ein bisschen seriöser geworden und die Fans erheblich ruhiger. Zwar finden sich zum einen Punkte in der Stadionordnung, die mit geltendem Recht zu Massenveranstaltungen nicht zu vereinbaren sind – Stichpunkt Fotogenehmigung; die ich auch noch nie in einer deutschen Stadionordnung gelesen habe – oder die zumindest nur selten angewandt werden – Stichpunkt Thor-Steinar-Verbot, da zivilrechtlich höchst zweifelhaft – aber diese werden auch nur teilweise, wenn überhaupt, kontrolliert. Da man die üblichen Kontrollen auf verbotene Gegenstände gewissenhaft durchführte, was bei der nicht zu leugnenden Beruhigung der Cottbuser Fanszene allerdings schon streckenweise übertrieben wirkte, gab es – meinen Erwartungen entsprechend – keine Vorkommnisse im Stadion, die man als „Ausschreitungen“ oder „Krawalle“ beschreiben könnte. Lediglich ein bisschen Feuerwerk gab es.
IMG_5093 Zu Beginn des Spiels gab es aber erstmal einen Stimmungsboykott von 12 Minuten und 12 Sekunden, der auf den 12. Mann hinweist. In der Tat war es erschreckend ruhig im weiten Rund – oder eher engen Rechteck, so wie das Stadion gebaut ist. Dann legten beide Fanblocks kräftig los, wobei die Cottbuser nur Doppelhalter und ein paar Fahnen zu bieten hatten und von den Berlinern nicht nur klar übertönt wurden, sondern auch mit mehreren Bengalos die Show gestohlen bekamen. Der Stadionsprecher hatte so wie so einen guten Eindruck gemacht und ging mit Hinweisen auf verbotenes Verhalten der Hertha-Anhänger auch erfreulich sparsam um. Eine völlig unmotivierte Durchsage später, brannte es natürlich immer noch schön rot im Gästesektor. Dieser konnte übrigens die ganze Zeit von der 13. bis zur 95. Minute stimmungsmäßig überzeugen. Das Cottbuser Publikum um das stimmgewaltige Mitteldrittel der Nordtribüne eher weniger, da sie weder die Lautstärke noch die einfallsreichen Melodien (wie Hertha wenigstens teilweise) bringen konnten.

Auf dem Feld war der Unterschied zwischen Cottbus, einer Mannschaft die eigentlich so weit oben nicht so viel zu suchen hat, und Hertha, einem echten Aufstiegsanwärter, noch viel krasser als auf den Rängen. Die ersten 25 Minuten spielte nur Hertha und die nächsten 20 bis zur Pause kam Cottbus auch kaum vors gegnerische Tor. Nach der Feuerwerkseinlage ging Hertha auch in Führung. Das nenne ich mal „angefeuert“!
Nach der Pause ging es leider sehr lahm los, was Cottbus aber hervorragend nutzte um zurück zu kommen. Ein schöner Kopfball zum 1:1 und danach ein über längere Zeit ausgeglichenes Spiel. Hertha zeigte sich dann aber geschickter und durchsetzungsfähiger, als sie in der Schlussphase noch einen tollen Schuss von der Strafraumgrenze ins Eck zum 1:2 abzogen.
Während die Hertha-Fans noch mit der Mannschaft feierten, brannte noch ein einsames Bengalo in der sich zügig leerenden Heimkurve. Die meisten Leute in unserem Block, der gemischt Cottbus-Berlin war, waren schon sofort mit dem Schlusspfiff gegangen. Wir gingen 10 Minuten später und kamen nach einer ganz interessanten Tour über die einsamen Brandenburger Landstraßen um 2.15 in Merseburg an.

Abschließend muss ich noch anmerken, dass es gar nicht so schwer war, an Karten zu kommen. Cottbus fing zwar erst am 12. November mit seinem freien Vorverkauf an, doch als ich mir die Karten am 13.11. mit Print-at-Home-Technik verschaffte, gab es noch massenhaft Sitzplätze, die im Vergleich zu anderen Bundesligisten und auch vielen Drittligisten (v.a. Hansa) relativ preisgünstig sind – ein guter Sitzplatz unterm Dach kostete mich trotz der üblichen Abzockgebühr, von etix „Onlinegebühr“ genannt und bei 10% des Kartenpreises angesetzt – 18,70€. Es gibt übrigens wohl sogenannte „Fans“, die tatsächlich so dumm sind, statt über die Vereinswebseiten die Karten zu kaufen, auf kriminelle Anbieter wie v.a. „Expresstickets“ hereinfallen. Die wollen einem Karten für 70-90€ für diese zweitklassigen Teams andrehen – bei Weltklassemannschaften wie Bayern und Co. werden es statt den ohnehin schon zu hohen 40-120€ schnell mal 400€. Aber eigentlich bin ich ja dafür, dieses Ticketportal nicht gerichtlich zu verbieten, wie das angestrebt wird: Wer für Fußballkarten auf das Intelligenz,,niveau“ von Fans der Pop- und Rockmusik, die mehrere Hundert Euro regulär (und nicht kriminell über Schwarzmarkt usw.) für Konzertkarten hinlegen, absinkt, der hat es nicht anders verdient, als von solchen Abzockschweinen so verarscht zu werden. IMG_5191 Statistik:
Grounds: 830 (heute 1 neuer; diese Saison: 62 neue)
Sportveranstaltungen: 1.669 (heute 1, diese Saison: 92)
Tageskilometer: 440 (440 Auto)
Saisonkilometer: 21.120 (19.480 Auto/ 1.410 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 332

Donnerstag, 24. Februar 2011

W239I: Ich hätte ja auch geguckt, wenn der Anstoß Donnerstagmorgen um 9.35 gewesen wäre...

Hallescher FC 1:1 Hertha BSC II
Datum: Mittwoch, 23. Februar 2011 - Anstoß 15.00
Liga: Regionalliga Nord (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 1:1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 33. Terrence Boyd, 1-1 58. Pavel David
Verwarnungen: Pavel David (HFC); Junior Torunarigha, Alfredo Morales, Atakan Yiğitoğlu (BSC II)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion im Bildungszentrum (Kap. 5.010, davon 3.084 Sitzplätze)
Zuschauer: 810 (davon ca. 4 Herthaner)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Die „Alte Dame“ spielte wie eine senile Schrulle - Chemie Halle auf mäßigem Niveau, hätte aber einen 3:1-Sieg verdient gehabt - Atmosphäre im Stadion so kühl wie die Außentemperatur)
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Photos and English Version:
Wednesday Afternoon Match: Hallescher FC vs. Hertha Berlin Reserve

Eine bescheuertere Anstoßzeit als mittwochs 15 Uhr kann man ja wohl kaum finden. Ich würde sonst noch Donnerstag um 9.35 vorschlagen... Aber das Nachholspiel musste ja irgendwann mal gespielt werden – und wenn man kein Flutlicht hat, geht es halt nicht anders. Das Stadion im Bildungszentrum wurde sowieso völlig verpfuscht, nur um da eine einzige Saison den HFC ausweichshalber spielen zu lassen. Aus einem der schönsten Stadien der Stadt und ganz Sachsen-Anhalts wurde ein architektonischer Scheißhaufen mit einer 0815-Haupttribüne mit Betonstufen und Kunststoffsitzen, flankiert und halb zugestellt von zwei aus Holz, Stahl und Kunststoffsitzen zusammengepfrimelten Seitentribünen, davor nur Drängelgitter statt Zäune (da war das alte BIZ sicherheitstechnisch besser), dann rechts und links Käfige von Stehplatzsektoren und auf der Gegenseite nur Werbebanden auf einem halbbetonierten Graswall.

Für einen viertklassigen Halbprofikick in diesem Kräpl-Stadion zahlt man 10€ für einen Steh- und 11€ bzw. 13€ für einen Sitzplatz! Wie asozial und geisteskrank muss man sein, solche Preise zu erheben?! Wenigstens hat ein HFC-Mitglied durchgesetzt, dass alle Schüler (und nicht mehr nur die maximal 14jähirgen) sowie auch Studenten, Azubis und Halle-Pass-Inhaber eine halbwegs akzeptable Ermäßigung erhalten. Aber 7€ bzw. 8-10€ sind immer noch viel zu viel. Danke aber für den Vorstoß an Herrn Carsten Böhme! Als ich der Frau an der Kasse gegenüber die Ermäßigung erwähnte, meinte sie auch: „Wenigstens wurde jetzt endlich wieder Ermäßigung für Studenten und Azubis eingeführt“ – den Kassenwarten scheint es selber peinlich zu sein, solche Abzockpreise einzufordern.

Wegen dieser Preisperversion bleiben auch einige Fangruppen seit dieser Saison geschlossen den Heimspielen fern. Trotzdem erreichte der HFC bisher in seinen Heimspielen stets 1.300 bis über 3.000 Fans. Als sie gegen den FCM nach Leipzig ins Zentralstadion, nun in Roten-Hornochsen-Arena umbenannt, ausweichen mussten, über 5.000. Heute hatte ich auf 300 Fans spekuliert, aber es waren um die 800. Nur war die Stimmung eher wie bei 80 Fans und hätte auch so in der Landesklasse beim FC Halle-Neustadt sein können: Applaus bei guten Szenen der Heimmannschaft, Torjubel nach dem Treffer für Halle und wütende Zurufe wie „Wechselt den Linienrichter aus, die dumme Sau hat was gegen uns“ oder (zu einem Verletzung vortäuschenden Berliner) „Lass ihn liegen, Scheiße tritt sich fest“ gegen die Unparteiischen und Gästespieler, wenn diese Fehlentscheidungen bzw. Schauspieleinlagen zeigten.
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Für meine 8€ bekam ich dann ein Spiel zwischen dem 5. und dem 10. zu sehen, dass zwar nicht richtig langweilig war und die ein oder andere schöne Aktion zu bieten hatte, aber auf einem spielerischen Niveau ablief, dass man nicht näher beschreiben sollte. Aber wie Halbprofis auf dem prima Rasen die Bälle wie auf unebenen Kreisligaplätzen verspringen, ist schon erschreckend. Die Leistung des HFC ging noch halbwegs – ich habe schon viel schlechtere Spiele von ihnen gesehen. Die Hallenser waren die einzigen, die etwas fürs Spiel taten. Ein 3:1 oder auch 4:0 wäre in gerechtes Ergebnis gewesen – doch leider traf nur Pavel David, nach einem sehr schönen Spielzug, indem er in eine Flanke hechtete und mit dem Kopf den Ball versenkte.
Was die Alte Dame Hertha – oder eher senile Schrulle, so wie die spielten – da zeigte, war derartig peinlich, dass es schon kaum noch zu beschreiben ist. Ein Glückstreffer steht mangelhafter Technik, schwachen Torschüssen, übelsten Flanken ins Nirgendwo und vor allem Schwalben, Schauspieleinlagen und Fouls ohne Ende gegenüber.

Auf genauso schwachem Niveau wie die Herthaner U-23 war auch das Schiedsrichtergespann. Manche meinten, die hätte man aus irgendeiner thüringischen Kreisliga ausgegraben, aber wenn die Mühlhäuser Plinsen mit dem langsamen Tempo der Regionalliga überfordert sind, sind sie es auch mit jeder thüringischen Kreisliga. Da wurde sinnlos Abseits gewunken und dem HFC damit ein reguläres Tor geklaut, auf jede Schauspieleinlage der Berliner Nichtskönner mit Freistoß für Berlin reagiert, aber dafür ein klarer Elfmeter für den HFC verweigert. Ein Klassiker in Sachen Fehlentscheidung auch gleich nach 15 Minuten: ein HFC-Stürmer bedrängt einen Berliner Verteidiger 10m vor dessen Strafraum, der läuft in die Enge getrieben aufs eigene Tor zu, lässt sich vorm Strafraum fallen und hält den Ball fest – ein gelbwürdiges Foul und klarer Freistoß für den HFC; doch die Pfeife an der Pfeife gibt Freistoß für Hertha.

Hinterher kommentierte die HFC-Website, es sei ein durchschnittliches Regionalligaspiel gewesen. Dem kann ich mich anschließen, nur muss hinzugefügt werden, dass ein durchschnittliches Spiel der Regionalliga unattraktiver ist, als ein durchschnittliches Kreisligaspiel. Der HFC- oder sonstewas-Fan, der Regionalliga gewohnt ist und mir das nicht glaubt, soll doch mal nächstes und übernächstes Wochenende zu einigen Kreisligapartien gehen: da gibt es im Durchschnitt mehr Angriffe aufs Tor, weniger Schauspielerei, bessere Zweikämpfe, weniger Taktiererei und mehr Tore – und das für weit weniger Eintritt, wenn überhaupt welcher verlangt wird. Ich werde jedenfalls nur noch einen einzigen Versuch in dieser Saison unternehmen, mal ein gutes Spiel des HFC zu sehen. So ein gutes HFC- (oder Regionalliga-)Spiel habe ich ja seit 2 Jahren schon nicht mehr erlebt.
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Statistik:
Grounds: 529 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltungen: 1.230 (heute 1, diese Saison: 117)
Tageskilometer: 50 (50 Fahrrad)
Saisonkilometer: 19.490 (12.070 Auto/ 3.920 Bahn, Bus, Tram/ 2.700 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 89
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 239

Donnerstag, 29. Oktober 2009

WE167I: Pokal im Burgenland, Pokal im Saalekreis

BSC 99 Laucha B 3:2 TSV Eintracht Lützen B
Samstag, 10. Oktober 2009 - Anstoßzeit 10.30
B-Jugend Kreispokal Burgenlandkreis, Ausscheidungsrunde (Kreisliga gegen Kreisliga (5. Liga der 14-16jährigen))
Ergebnis: 3:2 nach 80 Min. (40/40) - Halbzeit 1:0
Tore: 1-0 33. Nr. 9, 2-0 48. Nr. 5, 3-0 52. Nr. 6 (Foulelfmeter), 3-1 60. Nr. 16, 3-2 69. Nr. 8 Verwarnungen: keine/ Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Laucha (Kap. 1.100 Plätze, davon 100 unüberdachte Sitzplätze)
Zuschauer: 15 (davon 3 Gäste), Eintritt frei
Unterhaltungswert: 5,0/10 (O.K., wobei die 2. Halbzeit weit besser als die 1. war)

SV Beuna 1916 2:4 TSV Leuna 1919
Samstag, 10. Oktober 2009 - Anstoßzeit 15.00
Kreispokal Saalekreis, 2. Runde (Kreisliga (10. Liga) gegen Landesklasse (8. Liga))
Ergebnis: 2:4 nach 93 Min. (45/48) - Halbzeit 0:2
Tore: 0-1 36. Degener, 0-2 40. Degener, 0-3 67. Pires, 0-4 70. Hammerschmidt (Foulelfmeter), 1-4 71. Nr. 8 SVB, 2-4 85. Nr. 6 SVB
Verwarnungen: Nr. 1 (Torwart SVB)/ Platzverweise: keine
Spielort: Glück Auf Kampfbahn (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: 90 (davon 45 Gästefans), 2€ Eintritt
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Spiel)
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Photos and English version:
Laucha (town and under-aged football) and Beuna vs Leuna (football cup).

In diesem Bericht werde ich eine neue Form der Einteilung ausprobieren: es soll mehr zu den Umständen, wie Tabellensituation und Spielstätte geschrieben, dabei jedoch die Berichte übersichtlicher gehalten werden. Erst geht es um die Besichtigungen und die Stadt, in der das Spiel ausgetragen wurde, dann um die Tabellen etc., die Sportanlage, das Spiel, die Fans und schließlich gibt es ein Fazit – oder es geht um das, was nach dem Spiel war.

An diesem wolkenverhangenen und teils regnerischen Samstag sollte mal wieder ein Spiel des TSV Leuna besucht werden. Doch bevor es in den fast namensgleichen Vorort von Merseburg, Beuna, ging, besuchten wir eine Landstadt in der Nähe von Freyburg an der Unstrut, der Stadt des Rotkäppchensekts und Turnvater Jahns.

Laucha ist auch für zwei Dinge bekannt, nämlich für Glocken und Fruchtsäfte (Glockengold), wenn auch diese Glockengießerei, die heute ein Museum ist, nicht die Bedeutung hat, die eine ähnliche Einrichtung in Apolda hat. Wenn man von Merseburg, die Tagebauseen entlang, via Mücheln nach Dornstedt kommt, sieht man einen Flugplatz, dessen ehemalige Fliegerschule wir zuerst anguckten. Eindrucksvolle, aber trist graue und bröcklige 1920er Jahre Architektur.
Dann die Serpentinen zwischen Weinbergen hinab ins Tal und den Rathaus- und Kirchplatz – die Kirche ist Innen ganz ansehnlich mit einer schönen Orgelempore, kleinem Altar und auffälligen, zeitgenössischen Gemälden neben der Kanzel und das Rathaus hat einen außergewöhnlichen Treppenaufgang, der wahrscheinlich italienisch inspiriert ist – besichtigt. Zum Abschluss schauten wir noch die in Teilen erhaltene Stadtmauer entlang. Auf seinem Weg durch den Ort sollte man auch auf einige der gotischen und romanischen Hausportale achten.
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Im Lauchaer Sportzentrum standen sich dann zwei B-Jugendtrupps gegenüber, die beide in der Kreisliga Burgenland spielen, wobei diese nur sechs Mannschaften umfasst und Laucha sich nach sechs Spieltagen auf Platz 2 und Lützen auf Platz 4 wieder fand. Die Anlage, die mit einem teils abgestuften und mit Bänken bestückten Graswall auf zwei Seiten und einer exponierten Lage im Allgemeinen glänzen kann, hatte ich vor etlichen Jahren selbst einmal bespielt, wobei ich ein Tor vom TSV Leuna vorbereitete, obwohl ich einen fast drei Köpfe kleineren Gegenspieler von Laucha aus Versehen – bzw. aus Übersehen – überrannte. Damals guckten definitiv mehr Zuschauer zu. Die 15 Leute heute waren wirklich wenig. Und alle standen sie um die Spielerbänke herum. Dabei sieht man vom Wall doch viel besser!

Wir kamen erst 20 Minuten nach Anstoß, hatten aber nicht viel verpasst, denn Laucha erzielte erst nach über einer halben Stunde in einem schwachen Spiel das 1:0. Dieses Spiel wurde nach der Pause aber nach und nach besser, die Jungs kamen richtig in Fahrt, wobei, die dünne Spielerdecke bei den Jugendmannschaften dieses Kreises bedenkend, ohnehin nicht kritisiert werden sollte, wenn kopflos gebolzt wird. Laucha erzielte durch einen schönen Fernschuss des Kapitäns – der Ball rutschte dem Lützener Torwart durch die Arme – das 2:0 und bekam einen zweifelhaften Elfmeter zugesprochen. 3:0. Die Lützener fingen zu spät an Fußball zu spielen, denn ihre zwei stark heraus gespielten Tore zeugten von vorhandenem Potential.

Weiter ging es nach Beuna, wobei es dann sogar gleich bis Kötzschen ging, wo wir in der Gaststätte „Zu Kötzschen“ gegenüber der Hoppenhauptkirche Kötzschen, hinter ihr muss man einbiegen, will man beim 1. FC Lindner gucken, einkehrten, und dort zu durchschnittlichen Preisen wirklich gutes, deutsches Essen aufgetischt bekamen. Vorbei an den Emus und Nandus auf dem Nachbargrundstück, ging es zum Sportplatz des SV Beuna 1916.
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Die Glück Auf Kampfbahn hat nicht nur einen schönen, altmodischen Namen zu bieten, sondern auch eine beachtliche Ausdehnung. Leider keine Tribünenausbauten, aber wenigstens eine Anzeigtafel, einige Bäume drum herum, zur einen Seite direkt dahinter Bahngleise und auch ein Sportlerheim.

Die Favoritenrolle war eigentlich klar verteilt, doch Beuna konnte man noch lange nicht als sicher ausgeschieden betrachten. Sie belegten einen der Spitzenplätze der Kreisliga, während Leuna sich in der Landesklasse diesmal ungewohnt weit hinten, jedoch nicht mehr auf einem Abstiegsplatz, denn man hatte Reußen 3:2 bezwungen, während ich mich auf Burg Karlštejn verdingte bzw. nach Most zum Eishockey aufmachte, befand. Der Tabellenführer der Kreisliga, SC Obhausen, hatte in der ersten Runde das Nachsehen gegen Beuna (1:0) und der TSV Leuna tat sich schwer, sehr schwer, bei der LSG Klobikau-Milzau (1. Kreisklasse) und gewann erst nach Verlängerung 4:3.

Hier dauerte es nicht so lange, so viel vorweg. Leuna baute von Anfang an Druck auf, Beuna hielt ihm jedoch lange stand, hatte selbst sogar die erste Torchance des Spiels, die jedoch keine der 100%igen war, und nach einer Weile ließ Leuna dann den Druck etwas abflauen. Große Aktionen setzte dann Kevin Degener, der innerhalb von fünf Minuten noch vor der Pause für Leunas verdiente 0:2 Führung sorgte.
In der zweiten Halbzeit war dann plötzlich der gesamte Druck für eine Weile raus, ehe Leuna ab der 60. wieder zulegte. In der 67. erzielte dann auch Joao Pires, der endlich sein Potential abruft, das 0:3. Wirklich stark, wie Pires in den letzten Wochen immer wieder traf, aber auch viele Vorlagen lieferte. Da ich bis vor sechs Wochen über einen wirklich langen Zeitraum hinweg stets schlechte Spiele von ihm gesehen hatte, fiel mir seine beachtenswerte Leistung heute besonders auf. So langsam kommt Nino Hammerschmidt in seinem zweiten Pflichtspiel nach der neun Spiele dauernden Sperre, die ihn sicherlich bei den Kollegen mit der Pfeife in jedem Spiel eine gesonderte Beobachtung zuteil werden lässt, in Fahrt. Zumindest verwandelte er einen Elfmeter, nachdem Leuna mit verschiedenen Schützen seine letzten drei oder vier Strafstöße alle verschoss. 0:4 war dann wirklich die Entscheidung, jedoch wollte Leunas Abwehr dann irgendwie doch noch Spannung provozieren – man will den 90 Zuschauern, wovon ohnehin die Hälfte aus bzw. für Leuna war, ja schon was bieten! – sodass Beuna zu zwei Toren und zwei Reisen-Chancen kam.

2:4 war also der verdiente Endstand, der eigentlich noch zu niedrig war, denn Leuna hatte vor allem in der zweiten Hälfte der zweiten Hälfte viele Chancen liegen gelassen. Leider gab es nur wenig Applaus von den Zuschauern und die Spieler schienen auch keinen zu wollen, angesichts einiger Dinge – Chancenverwertung und noch mehr: Abwehrverhalten – die nicht so klappten.
Klar ist die Leistung steigerungsfähig und steigerungsbedürftig gewesen, doch da man einen verdienter Sieg nach einem ordentlichen, ansehnlichen Spiel landete, muss man da nicht nur die vergebenen Chancen und groben Abwehrfehler sehen.

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Statistik:
Ground Nr. 362 (ein neuer Ground; diese Saison: 31 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 899 (diese Saison: 41)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 11.880 (10.920 Auto/ 970 Fahrrad/ 90 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 167

Montag, 21. September 2009

WE164III: Flottes Spiel in der Gartensparte und 80 Minuten Verspätung wegen Schiedsrichtermangel

BSC Apolda II 6:1 FC Auerstedt
Sonntag, 20. September 2009 - Anstoßzeit 13.00
2. Kreisklasse Weimarer Land (11. Liga, 7. und unterste Amateurliga)
Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 4:0
Tore: 1-0 14. Nr. 7, 2-0 29. Nr. 7, 3-0 40. Nr. 6. 4-0 43. Nr. 10, 5-0 64. Nr. 7 FCA (Eigentor), 6-0 70. Nr. 10, 6-1 83. Nr. 11
Verwarnungen: keine; Schiedsrichter hatte Karten vergessen
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz BSC Apolda (Kap. 1.000, davon 60 Sitzplätze)
Zuschauer: 60 (8 Gästefans)
Spielqualität: 7,0/10 (Gut, besonders 1. Hälfte)

VfB Apolda II 2:1 SG Moorental
Sonntag, 20. September 2009 - Anstoßzeit 16.20 (15.00)
1. Kreisklasse Weimarer Land (10. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 96 Min. (46/50) - Halbzeit 0:1
Tore: 0-1 28. Nr. 11, 1-1 60. Nr. 6, 2-1 77. Nr. 7 (Foul-Elfmeter)
Verwarnungen: Nr. 6, Nr. 14, Nr. 11, Nr. 4 (VfB), Nr. 5 (SG)
Platzverweise: Nr. 1 (VfB, Notbremse/ Nachtreten)
Spielort: Sportanlage Große Aue (Kap. 2.000)
Zuschauer: 100 (50 Gästefans)
Spielqualität: 4,0/10 (Halbwegs Gut)

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Photos and English version: [LINK].

Am Sonntag war endlich wieder Hoppertickethopping ins Weimarer Land angesagt. Diesmal sollten zwei der vier Grounds der Stadt Apolda besucht werden.

Nachdem wir in Bad Sulza aus dem Zug gestiegen waren, ging es mit den Fahrrädern weiter. In Bad Sulza verschoben wir die Stadtbesichtigung wieder einmal auf einen - spätestens Mitte nächsten Jahres stattfindenden - Spielbesuch bei Medizin Bad Sulza und fotografierten nur eine verfallene Villa am Stadtrand.
In Apolda gab es ein paar Sehenswürdigkeiten, doch eine lebendige, sehenswerte und schöne Stadt sieht anders aus. Die Luther-Kirche aus dem 19. Jahrhundert und das Schloss sind noch das sehenswerteste in dem 21.000-Einwohner-Ort, wobei das Schloss architektonisch uninteressant und eigentlich nur ein besserer Bauernhof ist.

Um einen besseren Fußballplatz handelt es sich bei der Anlage des Ball-Spiel-Clubs Apolda. Da er einen winzigen Ausbau – 10 überdachte Sitzplätze – hat, kann man die Anlage noch gerade so zu den Stadien zählen. Was wir geboten bekamen, war dann überraschend gut. Von der ersten Minute an machte der Gastgeber, BSC Apolda II, in diesem Spiel der untersten Spielebene, Druck. Der FC Auerstedt, dessen Heimatort durch die Schlacht von Auerstedt (napoleonische Kriege) bekannt wurde, sah keinen Stich und kam erst gegen Mitte der ersten Halbzeit zu ersten Torgelegenheiten. Da stand es aber schon 2:0. Kurz vor der Pause wurde dann sogar noch auf 4:0 ausgebaut.
Nach einer tollen ersten Halbzeit wurde es in der zweiten Halbzeit etwas langsamer. Doch nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit, flankte einer der Apoldaer so scharf in den Strafraum, dass ein Auerstedter den Ball ins eigene Tor grätschte. Auf beiden Seiten fiel dann noch je ein Tor, ehe dieses wirklich gute Spiel mit einem deutlichen aber verdienten Resultat abgeschlossen wurde.

Wir fuhren zügig den Berg hinab zum Stadion Große Aue, wo der VfB Apolda II – die I. spielt im Hans-Greupel-Stadion – eine Spielklasse höher auf die SG Moorental, ein Stadtteil von Apolda, traf. Entsprechend der Stadtlage, war der Anteil der Gästefans bei rund 50%.
Während im ersten Spiel der Schiedsrichter pünktlich an- und abpfiff und nur dadurch negativ auffiel, dass er zum einen zu viele Kleinigkeiten zurückpfiff, zum anderen aber auch bei groben Fouls nicht einmal Gelb zeigte (der hatte wohl wirklich keine Karten mit), fiel der angesetzte Schiri bei diesem zweiten Spiel dadurch auf, dass er gar nicht erst auffallen konnte. Er war schlicht nicht da.
Es wurden in der folgenden Stunde diverse Gerüchte rumerzählt – unter anderem, dass irgendein Idiot den Schiri angerufen habe, dass Moorental nicht antreten würde, woraufhin der Unparteiische nicht angereist sei – die alle nicht nachprüfbar waren. Nach 80 Minuten (!!!) Warten, kam der Ersatzschiri. Danke fürs Einspringen! Jetzt konnte es endlich losgehen.

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Es ging leider nicht so schnell los, wie in dem Vorspiel – warum sind die höheren Amateurklassen oft unattraktiver als die niedrigeren?! – aber nachdem sich VfB Apolda II ein paar Chancen erarbeitet hatte, begann Moorental zu drängen und erzielte einen guten Treffer nach 28 Minuten.
Bis zur 60. Minute sollte dies auch der einzige Treffer der Partie bleiben, doch dann wurde – VfB mittlerweile die bessere Mannschaft – der Ausgleich heraus gespielt. Der Siegtreffer für die 2. Mannschaft des Bezirksligisten kam dann sehr unglücklich zustande. Was dieser Blindgänger im Kasten der Moorentaler sich nur dabei gedacht hat?! Der fängt den Ball im Strafraum knapp vor dem Apoldaer Stürmer, geht einen halben Schritt zur Seite und semmelt dem Stürmer dann die Beine weg. Also selten so ein unnötiges Foul gesehen! Der Elfmeter wurde sicher gegen den Ersatztorwart verwandelt. Zum Unglück für Moorental, wurden in der Zeit zwischen der 86. und der letzten Minute der Nachspielzeit fünf Chancen, davon zwei 100%ige, ihrerseits vergeben.

Da das Spiel soviel später anfing, kamen wir erst kurz vor 19.00 in Bad Sulza an und aßen dort noch in der Bahnhofskneipe prima Schnitzel. Und nicht einmal 4€ für die Portion mit großen Pommes. Wirklich preisgünstig und gut dort! Mit dem 19.41-Zug ging es dann nach Merseburg zurück.

Statistik:
Ground Nr. 357 (zwei neue Grounds; diese Saison: 26 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 889 und 890 (diese Saison: 32)
Tageskilometer: 130 (90 Eisenbahn, 40 Fahrrad)
Saisonkilometer: 10.410 (9.550 Auto/ 770 Fahrrad/ 90 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 17
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 164

Fotos:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157622299610897/