III: Außenseitersieg trotz Gegentor vom Anstoßpunkt, wilde Landschaft und Wucherpreise |
SV Eintracht rautenherz Heimburg |
3 : 2 n. V. |
S.V. Fortuna Dingelstedt 1922 |
- Datum: Samstag, 3. Oktober 2026 – Beginn: 14.00 - Ergebnis: 3-2 nach 128 Minuten (45/48/17/18) - Halbzeit: 0-0, reguläre Spielzeit: 1-1, Verlängerung: 2-1 (1-0) - Tore: 0-1 47. Poppe (Elfmeter), 1-1 75. Plowas, 2-1 98. Pfeifer, 2-2 106. Löhrke, 3-2 108. Plowas - Verwarnungen: 2x Heimburg, 1x Dingelstedt - Platzverweise: keine - Austragungsort: Sportplatz Heimburg (Kap. 1.000 Stehplätze) |
Photos with English commentary: |
Wieder von Quedlinburg aus ging es für meine Freundin und mich zu einem tollen Ground im Harz. Hier ist nicht nur die Lage unterhalb eines schroffen, bewaldeten Berges mit den Resten einer Burg sowie unterhalb einer Domäne und außerdem in Sichtweite der Kirche und anderer alter Gebäude etwas Besonderes. Auch der Heimverein ist erwähnenswert, denn nach Jahren der Pause bzw. des Kickens in Freizeitturnieren, meldete Heimburg wieder eine Wettkampfmannschaft. Besonders ist auch, dass sie ihre ersten beiden Pflichtspiele als Eintracht rautenherz gewannen. Der Verein engagiert sich in der Kinderdemenzhilfe (Infos zur Krankheit, siehe https://www.rautenherz.org/). Durch Verlegungen fanden zwei weitere Spiele nicht statt, daher Heimburg bisher ungeschlagen - völlig ungewöhnlich, wenn man an andere Neustarter wie Quedlinburg United, Klädener SV oder SV Großkayna denkt... Heute allerdings gegen einen klassenhöheren und dort sehr gut platzierten und etablierten Gegner vom Huy, Fortuna Dingelstedt. Was der allerdings ablieferte, war unter aller Sau. Wahrscheinlich war der unebene Platz schuld oder wer auch immer… Eine unterirdisch schlechte Partie ging folgerichtig torlos in die Pause. Nach dem Wiederbeginn gleich ein Elfmeter, den der Gast sicher verwandelte. Doch Heimburg war nun die aktivere und gefährlichere Mannschaft und kam völlig verdient zum Ausgleich. Leider schafften sie kein weiteres Tor, sodass man sich dieses elendige Gegurke noch mal 30 Minuten antun musste. Ein paar Kilometer weiter nach Westen, wäre es hier gleich zum Elfmeterpunkt gegangen, was ich sehr befürworte. Aber diesmal hätte man sogar was verpasst. Die Verlängerung war noch das Beste an dem Spiel! Heimburg ging verdient in Führung. Den Anstoß zur zweiten Hälfte schoss ein Dingelstedter spektakulär direkt ins gegnerische Tor, doch kurz darauf ein erneuter Treffer von Heimburg zum 3:2 Endstand. Ein wildes Ende in wilder Landschaft. Warum ich mich oben kritisch zu Wucherpreisen geäußert habe, führe ich im letzten Abschnitt aus - die beiden Pokalspiele und deren gastgebenden Vereine am Samstag und Sonntag, muss ich einfach mal (als Positiv- und Negativbeispiel) gegenüberstellen. |
Da wir aufgrund schlechter Bereifung des Rades meiner Freundin auf eine Radtour verzichteten, gab es vor und nach dem Spiel stattdessen eine Wanderung. Und die lohnte auch: An der verfallenen Domäne geparkt, vorbei an den Scheunen hoch zur Burgruine, wo ein paar Mauerreste aber vor allem der tolle Blick locken. Gegenüber sieht man auf dem Ziegenberg ebenfalls toll in die Landschaft, auch die Festung Regenstein. Dazwischen hat Heimburg eine größere Kirche, ein paar ältere Häuser und ein ungewöhnlich gestaltetes Gefallenendenkmal zu bieten. Am Rande befindet sich ein felsiger Waldlehrpfad, von dort kann man auch - wie wir es zuvor machten - bis zum Kloster Michaelstein, welches mittlerweile toll saniert ist, gelangen. Eine richtig schöne Ecke dort! |
IV: Faire Preise, faires Spiel - aber wieder kein Underdogsieg im Mansfelder Pokal |
Spielvereinigung 1931 Osterhausen |
0 : 3 (0:3) |
Fußballclub Hettstedt |
- Datum: Sonntag, 4. Oktober 2026 – Beginn: 14.00 - Ergebnis: 0-3 nach 93 Minuten (47/46) - Halbzeit: 0-3 - Tore: 0-1 19. J. Lettau, 0-2 28. Doberenz, 0-3 45. T. Lettau - Verwarnungen: 2x Osterhausen, 3x Hettstedt - Platzverweise: keine - Austragungsort: Sportplatz Osterhausen (Kap. 760, davon 60 Sitzplätze) |
Photos with English commentary: |
Sonntag gab es einen anderen Kreispokal und aus Zeitgründen musste ich alleine aufbrechen. Die erste Hälfte mit dem Auto zurückgelegt und dann in Braunschwende am Neuen Schloss (ja, auch in der Renaissance gab es schon Bauruinen) den ersten Parkplatz im Mansfeldischen genutzt und das Rad rausgeholt. Die anspruchsvolle Strecke auf Kreis- und Landesstraßen (beinahe keine Radwege, und wenn, dann schlechte) führte mich nach Wippra runter und auf dem Rückweg wieder rauf. Der Rückweg war kürzer, da ich dann Forstwege zwischen Blankenhain und oberhalb Wippra nutzte. In Bornstedt sah ich die mir bereits bekannte Burg schon von Weitem, den Sportplatz habe ich auch mal besucht. Zuvor war Beyernaumburg noch ein Reminder, dass ich da auch mal ein Spiel sehen und das Schloss fotografieren muss… Am Sportplatz Osterhausen fuhr ich erstmal vorbei, da ich mir zuerst das Dorf (Groß) Osterhausen anschaute. Interessante Kirche mit sehr markantem Turm, interessantes Denkmal, das die Enteignung der Landbesitzer (hier natürlich als Junker verunglimpft) im Zuge der Diktatur der Kulturlosen feiert und in eine Reihe mit den Bauernaufständen von 1525 setzt. Eine historisch-kritische Einordnung per Erklärungstafel wie z.B. am Lenindenkmal in Schwerin, habe ich nicht gesehen. In Klein Osterhausen ist die Kirche auch recht markant, kurios anzusehen sind die ganzen Gemüsebeete im Kirchhof. Die meisten Straßen sind hier Sackgassen. Auch Sittichenbach ist interessant, da es ein ehemaliges Kloster und eine recht neue Kirche hat. |
Nun aber zum Fußball: In Osterhausen liegt der Platz mit Blick zum Hängehügel, einem frühgeschichtlichen Grabhügel, der im Mittelalter als Hinrichtungsstätte genutzt wurde, und dem Bergfried der Burg Bornstedt. Auf der anderen Längsseite, die ebenfalls ein paar Holzbänke zum Sitzen für Zuschauer und auch die Wechselbänke aufweist, sieht man in Richtung Dorf, Kirchturm und das Gut. Man kann nur hinter einem der beiden Tore stehen. Die besagten Tore sind noch schöne alte Stahltore in rot und weiß. Gleichsam ist die Vereinshütte farblich gestaltet. Der KFV Mansfeld-Südharz ist einer der wenigen Verbände, der diesen Quatsch mit den zwei (teils drei!) Kreispokalen nach Ligazugehörigkeit nicht mitmacht und hier auch Kreisklasse gegen Landesklasse auslost. Einer der Favoriten, Landesklasseteam FC Hettstedt, war hier beim Kreisoberligisten SpVgg Osterhausen zu Gast. Das Spiel begann furios und bis auf Entlastungsangriffe war vom Gastgeber nichts zu sehen, da sie sich so aufs Verteidigen konzentrieren mussten. Hettstedt ging dennoch nach nicht einmal 20 Minuten in Führung. Die Partie wurde etwas ruhiger. Nach dem 0:2 schlief sie leider komplett ein, wobei vor der Pause noch ein dritter Treffer fiel. Auch nach dem Seitenwechsel Offensivaktionen fast nur vom Gast, der Osterhausener Torwart hielt aber topp und die Verteidigung gab alles, sodass es hier kein Debakel wurde. |
Ich hatte es in dem Abschnitt zu Heimburg schon angedeutet: Dieses Wochenende gab es zwei Pokalspiele, jeweils Achtelfinals eines Kreispokals, und hinsichtlich der Preispolitik ein Positiv- und ein Negativbeispiel. Die Kreisklassen-Rumpeltruppe gegen die nicht einmal bessere Kreisliga-Gurkentruppe im Pokal für die niederklassigen Mannschaften - Schiedsrichterkollektiv hin oder her - kostete uns 5€ pro Person. Fünf Euro für unterstes Niveau in einer strukturschwachen Region!!! Ich lasse da einfach den Kreisoberligisten leicht gekürzt zu Wort kommen, was er bereits im September geschrieben hat - denn 3€ Eintritt galten auch bei diesem Spiel gegen einen Höherklassigen! “Alles wird teurer. Das merken wir privat genauso wie im Vereinsleben. Auch die Kosten rund um einen ganz normalen Spieltag steigen. Trotzdem sind wir der Meinung: Amateurfußball muss bezahlbar bleiben. Deshalb möchten wir heute einmal transparent zeigen, was hinter unseren Eintrittspreisen steckt – und warum wir bewusst nicht versuchen, aus jedem Spieltag den letzten Euro herauszuholen. Ein großer Kostenpunkt: unsere Schiedsrichter Die Spesenordnung wurde für diese Saison angepasst. Auf Kreisebene erhält ein Schiedsrichter 35 Euro, jeder Assistent 30 Euro. Hinzu kommen 0,30 Euro Fahrtkosten pro Kilometer. Bei unseren Spielen ist so gut wie immer ein komplettes Schiedsrichtergespann angesetzt. In der Praxis landen wir damit im Durchschnitt bei ungefähr 115 Euro pro Heimspiel – mal ein paar Euro mehr, mal etwas weniger. Und an dieser Stelle möchten wir ausdrücklich sagen: Diese Vergütung finden wir absolut fair. Schiedsrichter zu sein, ist kein leichter Job. [...] Und jetzt kommt unser Eintritt ins Spiel. Bei uns kostet ein Kreisoberliga-Spiel 3 Euro Eintritt. Und zwar erst ab 18 Jahren. Kinder und Jugendliche können unsere Mannschaft weiterhin kostenfrei sehen. Damit gehören wir augenscheinlich zu den günstigsten Vereinen unserer Liga. Warum erhöhen wir nicht einfach auf vier oder fünf Euro, wenn doch überall die Kosten steigen? Weil wir finden, dass man auch einmal die Kirche im Dorf lassen sollte. Bei 3 Euro Eintritt benötigen wir rund 38 zahlende Zuschauer, um etwa 115 Euro Schiedsrichterkosten zu decken. Diese Zuschauerzahl erreichen wir bei unseren Heimspielen in aller Regel. Also warum sollten wir mehr verlangen? Natürlich kassieren wir konsequent bei allen Erwachsenen. Das gehört dazu und ist auch gegenüber denjenigen fair, die selbstverständlich ihren Eintritt bezahlen. Aber gleichzeitig wollen wir dabei nicht über die Stränge schlagen. Für uns sind 4 oder sogar 5 Euro Eintritt auf Kreisebene einfach eine Größenordnung, die wir momentan nicht für notwendig halten. Wir wollen Zuschauer auf unserem Sportplatz haben. Wir wollen Familien, Freunde, ehemalige Spieler, Vereinsmitglieder und Fußballinteressierte am Spielfeldrand sehen. Und wir möchten, dass man spontan sagen kann: „Komm, wir fahren heute nach Osterhausen zum Fußball.“ Ohne vorher darüber nachdenken zu müssen, was der Nachmittag für die ganze Familie kostet. Auch bei den Schiedsrichterkosten gibt es übrigens einen fairen Ausgleich. Am Ende der Saison werden die Kosten über einen Schiedsrichter-Pool ausgeglichen. Vereinfacht gesagt wird ein Durchschnitt ermittelt. Vereine, die aufgrund ihrer Ansetzungen und Fahrtwege überdurchschnittlich viel gezahlt haben, erhalten einen entsprechenden Ausgleich. Wer weniger Kosten hatte, zahlt nach. Das finden wir richtig. Denn dadurch soll kein Verein allein deshalb benachteiligt werden, weil sein Standort höhere Fahrtkosten verursacht. Und genau dieser Gedanke passt auch zu unserer eigenen Haltung: Fair bleiben. Kosten decken. Aber Amateurfußball nicht unnötig teuer machen. Wir wissen natürlich, dass auch bei uns Strom, Wasser, Platzpflege, Material, Versicherungen und viele andere Dinge Geld kosten. Und auch wir müssen rechnen. Trotzdem wollen wir versuchen, ein Stück Normalität zu bewahren. 3 Euro für 90 Minuten Kreisoberliga-Fußball. Unter 18 Jahren kostenlos. Dazu Fußball direkt am Spielfeldrand, Gespräche mit Freunden und Vereinsleben, wie es sein soll. Vielleicht könnten wir mehr nehmen. Wir wollen es aber nicht. Denn am Ende möchten wir nicht nur eine Mannschaft auf dem Platz haben. Wir wollen Menschen drumherum haben. Und solange wir das vernünftig hinbekommen, soll Fußball in Osterhausen auch weiterhin für möglichst jeden bezahlbar bleiben. [...] Fair auf dem Platz. Fair beim Preis.” (siehe: Facebookpage SpVgg 1931). Ein Wort aber noch zu den Essenspreisen: Die waren selbst in Heimburg nicht überm Durchschnitt: 4€ Steak, 3€ Roster, aber wir nahmen dazu unser mitgebrachtes Getränk, da ich bei Vereinen, die keine Vereinsbecher zu bieten haben, mittlerweile kaum noch Getränke kaufe. Osterhausen hatte für nur 1€ Pfand einen schön bedruckten Becher, die Getränkepreise bei 1,50€ bis 3€ ebenso fair wie die 2,50€ für Bockwurst im Brötchen. Rundum hat die SpVgg Osterhausen einen guten Eindruck hinterlassen auf den neutralen Besucher! Zum Abschluss noch ein Denkanstoß an alle Vereine: In einigen Ländern (z. B. in Marokko oder Montenegro) werden die Schiedsrichterkosten von den Verbänden (Kreisverbänden) getragen, erwirtschaftet aus Beiträgen der Mitgliedsvereine an die Verbände, Sponsorengeldern und/oder staatlichen Geldern. Daher wird bei Spielen auf dem Niveau Kreisliga abwärts, meist schon Landesliga abwärts, oder im Juniorenbereich niemals Eintritt genommen. Wenn die Schiedsrichterkosten ein solches Problem darstellen, warum nicht als Vereine den Druck auf die Verbände erhöhen - es sind ja offenbar andere Modelle möglich, als die fußballmafiösen Strukturen von DFB und nachgeordneten Verbände?! |
Statistik: - Grounds: 4.073 (SA 1, SO 1; diese Saison: 56 neue) - Sportveranstaltungen: 5.746 (SA 1, SA 1; diese Saison: 86) - Tourkilometer: 170 (SA 40km Auto, SO 60km Auto und 70km Rad) - Saisonkilometer: 10.590 (9.410 Auto / 1.150 Fahrrad / 0 Flugzeug / 30 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63 [letzte Serie: 13, Rekordserie ohne 0-0: 178] - Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 301 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020] |
Mittwoch, 7. Oktober 2026
W3.0301III-IV: Pokalspiele in Harz und Mansfeld
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