Finalrunde der C-Junioren Hallenkreismeisterschaft Börde |
- Datum: Sonntag, 11. Januar 2026 – Beginn: 13.30 - Austragungsort: Halle der Freundschaft (Wolmirstedt, Kap. 450, davon 400 Sitzplätze) - Spielbewertung: 5,5/10 |
Samtgemeinde-Turnier Brome |
- Datum: Samstag, 10. Januar 2026 – Beginn: 11.00 - Austragungsort: Großturnhalle Rühen (Kap. 250, davon 180 Sitzplätze) |
Photos with English commentary: |
Das war ein deja vu an diesem Wochenende: Vor genau 16 Jahren gab es schon mal einen starken Wintereinbruch mit für deutsche Verhältnisse viel Schnee am zweiten Januarwochenende, was zu massenhaften Hallensperrungen (von gesperrten Fußballplätzen rede ich erst gar nicht) und einer weitestgehenden Lahmlegung des Sportbetriebs führte. Damals wie heute oft nicht nachvollziehbar, auch wenn man bedenkt, wie z. B. bei noch heftigerer Witterung in Nordamerika der professionelle und auch nicht-professionelle Sportbetrieb läuft. Aber in den Niederungen des deutschen Amateursports hat man auch zunehmend das Problem, dass Personal für Schneeräumung und Ähnliches fehlt. Nicht nachvollziehbar ist da auch, dass professionelle Dienstleister wie z. B. städtische Baubetriebe ihrer bezahlten Tätigkeit, Schnee zu räumen, teils nicht oder nur mangelhaft nachkommen. Es fehlt erschreckend an Personal, Material und die Bürokratie lähmt zusätzlich einen effektiveren Winterdienst, wie an diesem WE nötig und möglich gewesen wäre. Auch immer wieder ein Ärgernis, wie städtische Sporthallen hysterisch das ganze Wochenende gesperrt werden (siehe Braunschweig). In Weferlingen war das zum Glück nicht der Fall, sodass ich Tischtennistraining hatte - und auch in Rühen und Wolmirstedt fand Hallenfußball statt. Das ist insofern kurios, als dass es beim Handball massenhaft Ausfälle wegen angeblich nicht zu bewältigender Anfahrtswege gab, aber fast kein Hallenfußballturnier in der Region abgesagt werden musste und die Mannschaften auch alle kamen… |
Das samstägliche Turnier fand in Rühen, einer Gemeinde in der Samtgemeinde Brome statt. Dort hatte ich vor der Marokkoreise erst kürzlich Fußball geguckt, nun direkt neben dem Platz in der komisch verbauten Halle mit drei Reihen Holzbänken und Türen zum Spielfeld hin… Bei freiem Eintritt wurde recht teures Catering geboten. Wichtig für den Verein war eine Typisierungsaktion für einen schwerkranken Jungen aus dem Ort. Sitznachbarn meinten, dass aufgrund des Wetters weniger Zuschauer als bei den letzten Turnieren dabei waren. In der Tat schreckten die verschneiten Wege wohl viele ab. Ich hatte aber mit knapp 30km Anfahrtsweg auch noch so ziemlich den weitesten. Außer Gastgeber Rühen (Kreisklasse), waren deren Gemeindeteile Brechtorf (Kreisliga) und Eischott (Kreisklasse), sowie Vertreter der anderen Gemeinden der Samtgemeinde - Brome (Bezirksliga), Parsau (Kreisliga), Tülau-Voitze/ Bergfeld (Kreisklasse), Tiddische (2. Kreisklasse) und Ehra-Lessien (3. Kreisklasse) erschienen. Das Turnier begann furios mit einem 3:3 von Parsau und Tiddische und einem 5:3 von Brome gegen Eischott. Tiddische zum Beispiel spielte danach aber nur noch Mist und unterlag dem Gastgeber mit 1:9 und der ebenfalls ausgeschiedenen SG Tülau mit 0:5. In Gruppe 2 fielen teils weniger Tore, insbesondere Brome gegen Brechtorf fiel mit einem 0:0 negativ auf. Insgesamt fielen in allen Turnierspielen im Schnitt jedoch mehr als 5 Tore, was wirklich viel ist in 12 Minuten! Das dürfte v.a. auf den Fakt zurückzuführen sein, dass mit Bande gespielt wurde statt sogenannte Futsalregeln anzuwenden. Die Halbfinals gewannen Rühen sehr deutlich und Brome knapp, sodass sich am Ende diese beiden Favoriten im Finale gegenüberstanden. Der Oberfavorit gewann das dann doch recht klar mit 5:2. Insgesamt ein sehenswertes, torreiches und qualitativ hochwertiges Turnier! |
Am Sonntag waren es zwar zwischen minus 6 und minus 15 Grad, aber die Straßen besser passierbar als Samstag. Im verschneiten Wolmirstedt noch ein paar Fotos der historischen Bebauung, die sich hinter den teils noch sehr unansehnlichen Plattenbauten versteckt, gemacht und dann in die Halle der Freundschaft. Auf der Obertribüne gibt es fünf Sitzreihen und einen Stehrang, die Halle ist sehr lang mit anderthalb Handballfeldlängen und recht breit, aber nur bei Basketball und Volleyball kann eine zusätzliche Untertribüne ausgefahren werden. Die Basketballer, die mittlerweile 2. Bundesliga sind, haben sich daher auch nun nach Magdeburg orientieren müssen. Wer die Halle nicht mit Hallenfußball besuchen will, dürfte am ehesten mit unterklassigem Handball bei Kali Wolmirstedt fündig werden… Heute aber die Kreismeisterschaft der C-Jugendmannschaften: Der Sieger qualifiziert sich zum Sachsen-Anhalt weiten Finalturnier. Die sechs Teilnehmer rekrutieren sich wiederum bereits aus Vorrundenturnieren, von denen die U15 des MTV Weferlingen als Teil der SG Bregenstedt/Erxleben/Weferlingen eines ohne Verlustpunkt gewann. Sie waren niedrigklassigster Qualifikant und hatten den kleinsten Kader. Auch schon vor einem Verletzungsausfall (dann nur noch ein Wechsler) wie erwartet chancenlos auf den Titel, doch gut mitgehalten. Leider gaben sie Spiele auf Augenhöhe gegen Haldensleben (1:2), Großes Bruch (2:2) und Wanzleben (2:2) noch aus der Hand, sonst wäre Platz 3 dringewesen. So wurde es nur der 5. von 6 mit 2 Unentschieden und 3 Niederlagen. Das Turnier war gut organisiert, natürlich bei freiem Eintritt, und wurde von sicheren Schiedsrichtern geleitet. Einzig die Zeitnahme war teils daneben, immer wieder wurde verpennt, die Uhr wieder zu starten. Gut war auch, wie die Schiris den völlig verblödeten Trainer von der SG Großes Bruch ohne rote Karte ruhig bekamen. Gleich im ersten Spiel motzte der völlig unberechtigt rum, riss sich nach dem Anschiss aber zusammen. Und ja, es ist übrigens “die” SG oder auch NSG oder JSG (die Spielgemeinschaft, die Jugendspielgemeinschaft oder die Nachwuchsspielgemeinschaft). Bei dem Hallensprecher habe ich mich nämlich mehrfach gefragt, wie ich meiner Freundin, die keine Deutsch-Muttersprachlerin ist, erklären soll, dass es Deutsche gibt, die die Artikel so falsch verwenden, wie der einheimische Ansager. Weferlingen wurde als “die MTV” angekündigt, obwohl es “der Männerturnverein” ist. NSG war dann “der” und SV (Sportverein) “die”... |
Statistik Wochenende: - Grounds: 3.933 (Sa 1, So 1; diese Saison: 91 neue) - Sportveranstaltungen: 5.560 (Sa 1, So 1; diese Saison: 135) - Tourkilometer: 160 (Sa 60km Auto, So 100km Auto) - Saisonkilometer: 46.100 (27.100 Flugzeug / 17.230 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 1.770 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 66 [letzte Serie: 57, Rekordserie ohne 0-0: 178] - Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 263 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020] |
Montag, 12. Januar 2026
Dienstag, 11. Februar 2025
W3.0215III: Sieg nach Verlängerung für den Außenseiter
OhreKicker Wolmirstedt |
2 : 1 n. V. |
SV Groß Santersleben 1924 |
-
Datum: Sonntag, 9. Februar 2025 – Beginn: 13.00 -
Tore: 1-0 40. Masuth, 1-1 55. Banas, 2-1 101. Smetanka - Verwarnungen:
Stein, Sidibeh (Wolmirstedt); 2x Tusuni, Ilijoski, TW Dressel, Hahn, Banas,
Kutz, Fernandes (Santos) -
Platzverweise: Tusuni von Santos (71. Min. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels) - Austragungsort: Kunstrasenplatz Barleben (Kap. 1.200 Stehplätze) |
Photos with English commentary: a)
District Cup Börde in Barleben: Wolmirstedt vs. Groß Santersleben |
Aus Zeitgründen nahm ich am Sonntag das Auto nach Barleben. Da
Wolmirstedt nicht in der Lage war auf Rasen zu spielen, wurde das
Kreispokal-Viertelfinale auf den Kunstrasen in Barleben gelegt. Mir nur
recht, weil da war ich noch nicht. Auch gut, dass auf einem neutralen
Ausweichplatz gespielt wird – in etlichen Ländern ist sowas auch im
Ligabetrieb flächendeckend Pflicht, wenn ein Verein nicht fähig ist, seinen
eigenen Platz spielfähig zu machen. Ich muss in dem Zusammenhang übrigens
auch mal manche meiner Groundhopping-Kollegen angreifen, die sich nicht entblöden,
gegen Plasteplätze zu hetzen. Kunstrasen ist in fast allen Ländern einfach
ein Segen hinsichtlich der Bespielbarkeit (sowohl Länder mit langen Wintern
als auch trockenen Dauersommern oder tropischen Sturzregenfällen). In einem
derart verweichlichten Land wie Deutschland kommt hinzu, dass bei jeder
Schneeflocke und mehr als einem halben Liter Regen auf den Quadratmeter oder
mal einem Tag normalem Dauerregen ja durch Gemeinden und teils sogar
Vereinsverantwortliche und Schiris jedes Spiel auf Rasen abgesagt wird. Ein
Spielbetrieb ist also in Regionen, in denen es keinen/ wenige Kunstrasenplätze
gibt, von spätestens November bis mindestens März (mithin das halbe
Kalenderjahr!) nur sporadisch möglich. Ich spiele wegen der Abschürfungen
auch lieber auf einem (auch weggetretenen) Naturrasen oder meinetwegen Sand, statt
auf Plaste, aber allemal besser als Asche. Also verbaut Kunstrasen auf die
Hauptplätze und macht das richtig, so wie z. B. in Irxleben! Ich bin nur
dagegen, mehr von diesen zuschauerunfreundlichen Affenkäfigen zu bauen.
Weniger Fangzäune, mehr Tribünen! |
Der Kunstrasenplatz in Barleben ist der Nebenplatz. Für einen
solchen auch nicht schlecht, denn über 1.000 Zuschauer finden hier
theoretisch Platz, da er einen ordentlichen Graswall auf einer Längsseite
bietet. Hinter den Toren sind Fangnetze, vom Wall aus hat man einen Blick
über den Hauptplatz zum See, von gegenüber sieht man recht ordentliche Häuser
in der Straße hinter dem Platz. Nicht ganz so ordentlich sieht es auf dem
Nachbargrundstück und hinter den Wechselbänken aus. Hier scheint es ein paar
jugendliche Asis zu geben, die ihren Müll nicht mitnehmen, die Wechselbänke
beschädigen und da Beleidigungen gegen u.a. „WMS Fotzen“ hinterlassen. Keine
Ahnung, ob deswegen erhöhtes Ordneraufkommen war und ein Sicherheitsmann auch
jeden jüngeren männlichen Besucher auf Waffen und Pyro abtastete – denn die
Graffiti richteten sich ja offensichtlich gegen den heutigen Gastgeber, die
OhreKicker Wolmirstedt. |
Das Spiel zwischen den OhreKicker Wolmirstedt (Tabellenführer der
Bördeliga, in der auch Weferlingen um den Aufstieg kämpft) und dem vierten
der zwei Ligen höheren Landesklasse 4, Groß Santersleben, genannt FC Santos, war
der von mir erwartete spannende Pokalfight. Ein Klassenunterschied war zu
keiner Phase der Partie vorhanden, was nicht nur die Schwäche der
Landesklasse 4 zeigt, sondern auch wie stark die Bördeliga mit ihren
Spitzenteams Wolmirstedt, Süplingen, Wanzleben, Weferlingen und Irxleben II ist.
Kurz vor der Pause – es hatte bereits etliche Chancen auf beiden Seiten
gegeben – traf Wolmirstedt aus abseitsverdächtiger Position zum 1:0. Nach dem
Seitenwechsel kam Santos schnell zum Ausgleich. Deren Oberwasser wurde aber
spätestens mit dem Platzverweise gestoppt. Das Schiedsrichtergespann traf
immer wieder zweifelhafte Entscheidungen, mehrheitlich zuungunsten der
Santersleber und schmiss ziemlich mit Karten um sich. So kam man für die 3€
Eintritt – übrigens auf schönen Karten aufgedruckt – aber immerhin in den
Genuss einer Verlängerung, denn der klare Favorit war ja auch mit 11 gegen 11
in keiner Phase die wirklich bessere Mannschaft. Noch vor dem Seitenwechsel
in der Verlängerung überlisteten die OhreKicker den Santos-Schlussmann mit
einer Bogenlampe zum 2:1 Siegtor. Kurz vor Abpfiff vergaben sie sogar noch
drei Hundertprozentige zum 3:1. Eine klasse Partie! Die Halbfinals steigen 22./23.3. (werde da aber im Ausland
verreist sein) und das Finale planmäßig erst Ende Juni (22.6. oder so) – das ist
natürlich ein Spiel, was man sich mal wieder reinziehen könnte... |
Statistik: - Grounds: 3.771 (1; diese Saison: 111 neue) - Sportveranstaltungen: 5.290 (1; diese Saison: 165) - Tourkilometer: 100 km Auto - Saisonkilometer: 51.060
(25.060 Flugzeug/ 23.890 Auto, davon 8.350 Mietwagen/ 1.970 Fahrrad/ 140 Bus,
Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte
Serie: 82, Rekordserie ohne 0-0: 178] -
Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des
Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 215 Wochen in Folge [letzte Serie: 30
Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW
11/2020]. |
Dienstag, 1. Februar 2022
W3.0056IV: Testspiele in Magdeburg und dem hintersten Winkel vom Jerichower Land
Brandenburger Sport- und Ruder Klub 1883 ... 5
- Datum: Sonntag, 30. Januar 2022 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga Jerichower Land; 10. und unterste Spielklasse, 5. Amateurliga gegen Kreisliga A Havelland; 10. von 12 Spielklassen 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-5 nach 89 Minuten (45/44) – Halbzeit: 0-0
- Tore: NN
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportplatz Paplitz (Kap.: 750 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 4,0/10
Magdeburger SV Börde 1949 A ......................... 2
OhreKicker Wolmirstedt A ................................ 4
- Datum: Sonntag, 30. Januar 2022 – Beginn: 11.30
- Wettbewerb: Testspiel (Verbandsliga A-Junioren gegen A-Junioren Landesliga; 3. gegen 4. Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 2-4 nach 92 Minuten (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 45. Nahrstedt, 1-1 47. Masuth, 1-2 50. Katzenellenbogen, 1-3 54. Masuth, 2-3 73. Zogaj, 2-4 89. Mohamad Ismail
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: GutsMuths-Stadion Magdeburg, Nebenplatz (Kap.: 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 15 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10
Pictures with English commentary:a) Friendly Match in Paplitz: SC 07 vs. Brandenburger SRK
b) Under-19 Friendly in Magdeburg: MSV Börde vs. OhreKicker
c) Jerichower Land: Paplitz and Klein Lübars
Am Sonntag standen zwei Partien auf dem Programm. Zuerst die A-Jugend vom Magdeburger SV Börde auf ihrem Kunstrasen – Hauptplatz ist viel sehenswerter, war ich aber schon und vor Ende März wird da kein Spiel drauf ausgetragen auf dem Rasen... – gegen die OhreKicker Wohlmirstedt. Irgendwie war ich bei den Gästefans gelandet und kam nach einer Weile mit dem Vater von einem der beiden syrischen Spieler der Wolmirstedter ins Gespräch. Lustiger Vogel und wie er sagte Flüchtling und Machdeburjer (Magdeburger in der korrekten Dialektaussprache)... Bei dem gesamten Anhang der Gäste fiel das sehr gute Miteinander auf: sehr positive und faire Einstellung, kein Gemecker oder Gepöbel. Trotz 1:0 Pausenrückstand kamen die Gäste dann auch ganz stark aus der Pause und drehten die Partie binnen 8 Minuten auf 1:3. Am Ende hieß es verdient 2:4. Mit über 40 Zuschauern war es an diesem Wochenende die bestbesuchte Partie für mich.
Am schlechtesten besucht war dann die letzte Partie. Nur 10 bis 15 Zuschauer gaben sich den Kick in Paplitz. Während der dauerhaft auf Stärke 5 blasende Wind in Magdeburg gut abgefangen wurde durch die Lage des Platzes, wehte es hier bis zum geht nicht mehr übers Feld... Eine klassische Dorffußballwiese mit Blick zur Kirche, Pferdeweiden, Brennholzstapeln, Gehöften, Häusern, Bäumen und einem alten Reitstadion hat man hier in Paplitz (Gemeinde Möckern, nach Gardelegen zweitgrößte deutsche Gemeinde, welche nicht zugleich Stadtstaat ist). In dieser Ecke vom Jerichower Land war ich noch nie und ich hatte die Partie ausgesucht, weil ich noch nicht einmal von dem Ort zuvor gehört hatte. Kurios war auch schon meine Anfahrt: knapp 60km sind es von Magdeburg-Stadtfeld, schnell ist man auf der Autobahn, da kann man auch den Wagen am Anschlag fahren trotz der Windverhältnisse. Abfahren tut man aufgrund der Streckenführung aber erst in Ziesar, also in Brandenburg und dann fährt man auf den Landstraßen, wo auch kräftig geheizt wird, wieder 5km nach Sachsen-Anhalt zurück, wo Paplitz der erste Ort hinter der Landesgrenze ist.Auch die Paplitzer traten hier heute sehr fair und angenehm auf. Ebenso war der Gast vom Sport- und Ruderklub 1883 aus Brandenburg an der Havel sympathisch. Wenn es mal lauter wurde, wurde hier auf beiden Seiten ein Brandenburger Dialekt genutzt. Weniger überzeugend war dann der Kick. Torlos bis zur 55. oder so, dann brach Paplitz ein und Brandenburg erzielte gegen den Wind nach und nach 5 Treffer, während Paplitz seine regelmäßig vorgetragenen Angriffe kläglich vergeigte. Man muss aber sagen, dass Paplitz in der Liga gut stehen mag, doch diese ebenso wie in Anhalt und Wittenberg die unterste Spielklasse ist. In Sachsen-Anhalt gibt es in den meisten Landkreisen 11 bzw. sogar 12 Ebenen, aber in diesen 3 Kreisen ist schon in Liga 10 die unterste Stufe erreicht, jedoch haben die Anhalter und Wittenberger Ligen mit 14 bzw. 15 Teams weitaus mehr Mannschaften als im Jerichower Land, wo nur 8 aktiv sind: Spg. Güsen/Parey II, SV 1960 Ihleburg-Parchau, TSG Grün-Weiß Möser II, SV Eiche Redekin, Wörmlitzer SV 90, SG Traktor Schermen, VfL Gehrden II und eben der SC Paplitz 2007.
Zum Abschluss lief ich noch durchs Dorf. Architektonisch ganz interessant, aber viel Leerstand und Verfall. Die Kirche ist kurios mit einem kleinen Fachwerkteil, der Turmuhr, der einen zugewachsenen Tür und der alten Grabstein-Spolie in der Mauer – was ein Stückwerk! Die Gehöftformen sind hier teils anders, als ich das in Sachen-Anhalt sonst sehe (hier gibt es ja auch ganz unterschiedliche Formen: in der Altmark sieht es anders aus als im Burgenland, im Harz anders als im Saalekreis oder der Börde usw.): die Backsteinscheunen, welche schräg zum Wohnhaus stehen, habe ich so noch nicht gesehen. In der Straße zur Kirche sind einige solche Beispiele. Auffällig ist auch der große Dorfanger, wo sich das Dorfgemeinschaftshaus, wo sich die Fußballer umziehen (am Platz ist nicht mal ein Klo), und die Feuerwehr befinden.Auf dem Rückweg nach Magdeburg fiel mir noch die Kirchenruine in Klein Lübars auf. Neben diesem spektakulären Bau gibt es noch ein spätbarockes und ein Jugendstil-Gutshaus. Echt interessanter Ort!
In Magdeburg noch beim Bingöl Grill eingekehrt, getankt und dann musste ich auch schon wieder in den Western rübermachen. Nächstes Wochenende wohl ein sehr ähnliches Programm!
Statistik:- Grounds: 3.008 (2; diese Saison: 194 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.329 (2; diese Saison: 229)
- Tourkilometer: 610 (610km Auto)
- Saisonkilometer: 37.190 (27.500 Auto, davon 4.480 Mietwagen/ 7.070 Flugzeug/ 2.630 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 92 [letzte Serie: 46, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 56 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].
Mittwoch, 13. April 2016
W506VI: Sonntäglicher Sport in der Börde
HV Wernigerode ......................................... 32
- Datum: Sonntag, 10. April 2016 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga (5. Handballliga, 2. Amateurebene)
- Ergebnis: 27-32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 18-20
- Tore: NN (Haldensleben); NN (Wernigerode)
- Gelbe Karten: Nr. 2, 24, 68 (Haldensleben); Nr. 5, 17, 22 (Wernigerode)
- Zeitstrafen: Nr. 6, 9, 10, 11, 61, 69 (Haldensleben = 12 Minuten); 3x Nr. 11, 2x Nr. 17, 22, 23, 1x Nr. 5, 12 (Wernigerode = 22 Minuten)
- Platzverweise: Nr. 11 von Wernigerode (60. Min. wg. drittter Zeitstrafe)
- Austragungsort: Ohretalhalle (Kap. 450, davon 350 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 220 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes, allerdings nicht durchgängig gutes Spiel)
SV Kali Wolmirstedt FR ............................... 3
FC Halle-Neustadt FR ................................... 1
- Datum: Sonntag, 10. April 2016 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga Frauen (4. Frauenfußballliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 93 Min. (48/45) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 11. Johanna Sophia Gellert, 1-1 12. Torhüterin Juliane Werner (Handelfmeter), 2-1 37. Fanziska Schlenker, 3-1 88. Elana Rudolph
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Glück-Auf-Stadion (Kap. 3.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,5/10 (Ganz niedriges Niveau aber ein paar schöne Szenen)
Eilslebener Sportverein C ............................. 0
SV 1889 Altenweddingen C ........................... 6
- Datum: Sonntag, 10. April 2016 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: C-Junioren Kreisklasse Börde (4. und unterste Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 0-6 nach 71 Min. (36/35) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 7. Lukas Schwarz, 0-2 13. Pierre Ackermann, 0-3 17. Oskar Krause, 0-4 45. Felix Vorwallner, 0-5 47. Felix Vorwallner, 0-6 50. Felix Vorwallner
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportplatz Eilsleben, sogenannte Expan-Arena (Kap. 1.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 17 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Allenfalls durchschnittliches Spiel)
Photos with English Commentary:a) Youth Football: Eilsleben v Altenweddingen
b) Women’s Football: Wolmirstedt v Halle-Neustadt
c) Handball: Haldensleben v Wernigerode
d) Börde: Seehausen and Irxleben Towers, Druxberge Sports Ground, Hillersleben Old Army Facilities
Ich hatte noch einen Zwischenstopp in Staßfurt eingelegt. Von dort aus ging es am Vormittag nach Eilsleben, einem Ground der schon länger anstand. Der behinderte Name Expan-Arena sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Bude mit dreireihiger Sitztribüne mit Holzbänken, verbautem Eingangsbereich und verfallenen Nebenplätzen sowie seltsamer Mittelkonsole mit Wanduhr in der Mitte der Tribüne auch den Besuch eines C-Jugend-Spiels rechtfertigt.
Von der sanierten Stehtribüne auf der Gegenseite beobachteten wir die sehr einseitige Partie des Vorletzten gegen den Tabellenführer aus Altenweddingen. Die U15 von Altenweddingen versemmelte zwar viele Chancen kläglich, kam aber zu einem völlig verdienten 0:6. Von einem Tabellenführer und Aufsteiger muss man hier aber ein 0:10 oder 0:12 verlangen – wenn das heute die übliche Chancenausbeute war, sehe ich in der höheren Liga schwarz...
Ein noch erheblich sehenswerteres Stadion befindet sich in Wolmirstedt. Vor zwei Jahren oder so wollten wir da mal ein Männerpokalspiel gucken, doch das wurde im ebenfalls sehenswerten Stadion des Friedens am anderen Ende der Stadt ausgetragen. Das Glück-Auf-Stadion steht in allen Belangen passend für den Bergbau in Wolmirstedt: nicht mehr das, was es/ er mal war… Außer im Ortsteil Zielitz ist der Kalibergbau weggebrochen, der Verein heißt aber nach wie vor Kali Wolmirstedt und das Stadion ist nutzbar, auch wenn es auf den Stehrängen etwas grünt, das Podest für die olympische Flamme nicht mehr im besten Zustand ist und die schöne, überdachte Sitztribüne einige beschädigte Holzbänke hat.Für dieses Stadion taten wir uns auch ein Abstiegsspiel der Frauenlandesliga an. Kali Wolmirstedt hatte noch keinen einzigen Punkt geholt und auch der FC Halle-Neustadt unterstrich mit seiner Leistung, wie schlecht es um Frauenfußball in Halle steht. Die Neustädterinnen kickten nur zu zehnt. Wolmirstedt ging schnell in Führung, doch die wurde sofort mit einem zweifelhaften Handelfmeter von der Torhüterin ausgeglichen. Vor der Pause erzielte Wolmirstedt das 2:1, hielt in einer ganz schwachen zweiten Hälfte die Gästinnen auf Abstand und erzielte dann mit ihrer zweiten Chance in Hälfte zwei (die erste war ein Lattentreffer in der 49.) in der 88. ein ganz gut gemachtes Tor zum 3:1 Endstand und den ersten Punkten für das Team!
Die mit Abstand hochklassigste Veranstaltung heute war das Handballspiel in Haldensleben. Die Ohretalhalle ist eine moderne Form der Rundsporthalle, deren runde Form außen durch die fraktalen Verschalungen und den rechteckigen Eingangsbereich und innen durch die gerade angeordete Sitztribüne gebrochen wird. Für 4€ (ermäßigt 3€) ging es rein.Auch hier ging es gegen den Abstieg: Haldensleben und Wernigerode mussten beide unbedingt gewinnen, beide waren bemüht und spielten in der ersten Hälfte auch sehr rasant. Durch schwache Torhüter fielen 38 Treffer: 18-20 für die stets vorne liegende Gastmannschaft. In der zweiten Hälfte brachen beide Teams etwas ein, die Kräfte ließen nach und es wurden nur noch 21 Tore geworfen (9-12). Wernigerode siegte verdient mit 27:32.
Interessant war das Schiedsrichtergespann: Schwibbe/ Reinhardt. Berüchtigt war lange Zeit Schwibbe/ Wolf – anscheinend wurde dieses Blindschleichenduo getrennt, damit wenigstens ein kompetenter Unparteiischer auf der Platte steht. Heute sollte das groteske Formen annehmen, da Sportfreund Reinhardt völlig souverän die Partie auf seiner Hälfte leitete, während Schwibbe so seine sieben, acht Fehlentscheidungen traf. Das Lowlight: ein Haldensleber wirft ein Tor, läuft in die eigene Hälfte zurück, ist bereits auf der Mittellinie und der Wernigeröder Torwart wirft völlig unkontrolliert den Ball in Richtung seines Mitspielers im Mittelkreis, der keine drei Schritte zum Fangen machen will, sondern zulässt, dass der Haldensleber den Ball von hinten an Fuß bekommt. Der Spieler konnte den Ball nicht sehen und hat für jeden erkenntlich keinen Regelverstoß begangen – doch Schwibbe sah ein unsportliches Verhalten/ Zeitspiel/ Fußspiel oder was auch immer und schickte den Haldensleber mit zwei Minuten runter…
Wir hatten auf dem Weg noch ein paar Sachen angeguckt: in der Börde stehen noch viele mittelalterliche Warten (Warthen/ Warttürme) gut erhalten an Straßen. Besonders schön ist eine bei Seehausen, doch bei Irxleben kann man sogar auf die im 19. Jh. neugebaute Warthe steigen. Durch Zufall entdeckten wir noch die Heeresversuchsanstalt Hillersleben, deren neue Gebäude von der Bundeswehr zum Trainieren von Häuserkampf u.ä. genutzt werden. Die alten Gebäude sind zwar zum großen Teil abgerissen, aber einige Ruinen stehen noch spektakulär und ich traf auch zufällig auf einen Rentner, der mir ausführlich erzählte, wie so die Lage in der ehemaligen Militäreinrichtung und dem Dorf ansich aussieht…Am Montag traf ich noch meine syrische Freundin Rama in Halle und fuhr dann nach Bonn zurück.
Statistik:- Grounds: 1.602 (3 neue; diese Saison: 187 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.648 (3; diese Saison: 212)
- Tageskilometer: 180 (180km Auto)
- Saisonkilometer: 50.860 (33.810 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 5.680 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.850 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 506 Wochen
Sonntag, 8. September 2013
W371IV: Pokalsamstag – Erfolglose Magdeburger Postler und Underdog-Sieg in Wolmirstedt
Oscherslebener Sportclub 1990 ---------------------------- 2
- Datum: Samstag, 7. September 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: 1. Runde Landespokal Sachsen-Anhalt (Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 2; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Verbandsliga Sachsen-Anhalt; 6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 21. Christian Schütze, 0-2 52. Sebastian Huth, 1-2 60. Hannes Krüger, 2-2 77. Benjamin Schwanz, 3-2 93. Steffen Wegener (Eigentor)
- Verwarnungen: 1x Oschersleben
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 2.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon 49 zahlende, ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Niedriges Niveau aber packende Schlussphase)
Post Sportverein Magdeburg von 1926 AH ------------ 2
SV Fortuna Magdeburg AH ------------------------------- 4
- Datum: Samstag, 7. September 2013 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: 1. Runde Stadtpokal Alte Herren, Magdeburg (Kreisliga Alte Herren, 1. Ü35-Spielklasse Magdeburg gegen Kreisklasse Alte Herren, 2. und unterste Ü35-Spielklasse Magdeburg)
- Ergebnis: 2-4 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 6. Sven Warmbold, 1-1 15. Oliver Pfister, 1-2 41. Marco Grun, 1-3 56. Marco Grun, 2-3 78. Ingo Stern, 2-4 Mike Moras
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Post SV Sportplatz, Spielhagenstraße (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (gemeldet 20, keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Bis zum 1:3 ein gutes Spiel)
Magdeburger Leichtathletik Verein Einheit KF ------ 2
Post Sportverein Magdeburg von 1926 KF ------------ 1
- Datum: Samstag, 7. September 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: 1. Runde Stadtpokal Kleinfeld, Magdeburg (beide Teams Kleinfeld-Stadtliga Magdeburg, 1. Freizeitfußballliga MD)
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 7. (15), 1-1 15 (15), 2-1 20. (15)
- Verwarnungen: Nr. 5 (MLV Einheit)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage MLV Einheit, Neuer Sülzeweg MD-Kannenstieg (Kap. 1.300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (6 Postler, 3 MLVer, 3 Neutrale)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Gute erste Halbzeit, eng bis zum Schluss)
a) Cup of Saxony-Anhalt County: Wolmirstedt defeat Oschersleben at Stadion des Friedens (Including Pictures of Wolmirstedt Town)
b) Magdeburg City Veterans Cup: Post v Fortuna
c) Magdeburg City 7-a-side Cup: MLV Einheit v Post
Ein Pokal-Triple in der Börde: in Magdeburg wurden diverse Pokalwettbewerbe schon vormittags ausgetragen und im benachbarten Wolmirstedt gab es als Highlight ein Landespokalspiel. Das letzteres eigentlich das langweiligste Spiel der drei war und zudem auch der einzige stressige Spielbesuch werden sollte, war nur mal wieder typisch.
Wir holten Anja in Staßfurt ab und kamen dann ganz knapp nach dem Anpfiff um10 Uhr an der MLV Sportanlage im Kannenstieg an. Die Freizeit- oder Volkssportligen in Magdeburg heißen hier Stadtliga bzw. Stadtklasse Kleinfeld und werden entsprechend auch mit anderem Format als z.B. in Leipzig ausgetragen: 7 gegen 7, 2x30 Minuten. Der Leichtathletikverein ist einer der ganz wenigen Clubs, der nur eine solche Kleinfeldmannschaft hat. Zugast war der Post SV.
Auf dem Kleinfeld ging es entsprechend flott hin und her und in einer guten ersten Hälfte entschied MLV nach frühem Rückstand das Spiel mit zwei sauberen Treffern für sich. Die wenigen Zuschauer waren zum Großteil nicht sonderlich begeistert, da sie es mit den Postsportlern hielten, die trotz größerer Mannschaftsstärke und etlichen Torchancen den Leichtathleten in der zweiten Hälfte keinen Treffer mehr einschenken konnten.
Die Idee mit der Kleinfeldliga finde ich übrigens gut. Scheint alles etwas ungezwungener zu sein, als in der Großfeldliga aber hat trotzdem ein ansprechendes sportliches Niveau und einen hohen Grad an Organisiertheit. Da mich mein Studium möglicherweise nächstes Jahr nach Magdeburg führt, wüsste ich schon, wo ich wieder in den Spielbetrieb eingreife nachdem ich in den letzten Jahren immer noch selten an Freizeitturnieren teilnahm…
Das Spiel wusste aber mal wieder zu gefallen. Die Alten Herren in Magdeburg spielen 2x40 Minuten auf ordentlichem bis sehr guten Liganiveau. Nachdem Post in Führung ging, entwickelte sich ein flottes und technisch gutes Spiel, das sich nach und nach zugunsten der Fortuna entwickelte. Erst ein toller Kopfball aus spitzem Winkel, dann direkt nach der Pause das 1:2. Nach dem 1:3 schlief das Spiel leider ziemlich ein. Kurz vor dem Abpfiff traf Post noch mal aus Nahdistanz und nach einem Schlussspurt wurden sie geschickt mit 2:4 ausgekontert.
Es ging dann gleich nach Wolmirstedt weiter. Massig Zeit für eine Stadtbesichtigung. Der Zentrale Platz war erstmal eine tolle Überraschung: zehngeschossige, chaotisch gestellte, unsanierte Plattenbauten. Dahinter dann eine Kirche in Renovierung. Vereinzelt sind auch ältere Häuser mit attraktiven Fassaden zu sehen, aber städtebaulich ist Wolmirstedt ziemlich hässlich. Wirklich gut und sehenswert ist nur die Schlossdomäne mit der backsteingotischen Kapelle und den Resten der Burg.
Nach dem Reinfall mit dem Glück-Auf-Stadion wollte ich am Stadion des Friedens eigentlich den Eintritt prellen, aber da es ein ähnlicher Baustil mit Ausbauten auf beiden Längsseiten ist, lohnte sich der Kartenkauf. Die eine Längsseite hat nur alte Stehstufen bis zur Mittellinie, wo sich ein Sprecherturm – der mangels Lautsprecher aber eher ungenutzt scheint – anschließt. Rechts davon ist ein einfacher Graswall. Gegenüber sind auf vielen der Stehstufen noch Holzbänke auf Metallrahmen geschraubt. Einige sind aber nicht mehr benutzbar und auch die Wellblechhütten für die Wechselspieler sind nicht mehr taufrisch.
Alles andere als taufrisch ist in Wolmirstedt auch das Publikum: 90% Meckerrentner und das bei gerade einmal 40 Heimfans. Mehr als ein Drittel der Anhänger war aus Oschersleben. So langweilig wie die Atmosphäre war aber auch das Spiel. Wolmirstedt war ja ganz schlecht in die Landesklasse gestartet und Oschersleben startete mit einem Punkt aus drei Spielen in die Verbandsliga, aber hier schienen zwei Kreisligamannschaften gegen den Abstieg zu spielen. Mit einer Billigaktion holte der Gast einen Elfer raus, nach der Pause nutzten sie einen Torwartfehler zum 0:2 aus. Bei der strittigen Szene konnte der gute Schiedsrichter mal seine Souveränität beweisen.
Dann war aber die große Phase der Heimelf. Aus dem nichts erzielten sie das 1:2, rissen das Spiel an sich, glichen aus und erzielten in der Nachspielzeit – nach der Abwehr mehrerer Chancen der Gäste – das 3:2. Ein Querschläger unter die eigene Latte, aber egal. Hier hat schließlich die weniger schlechte Mannschaft gewonnen. Also wenn das die I. Mannschaft von Oschersleben war, weiß ich nicht wie die in der Verbandsliga auch nur Vorletzter werden wollen!
In Magdeburg gingen wir noch gut essen und fuhren dann nach Hause. Die letzte Groundhoppingtour, die ich fürs erste in Deutschland mache, zog mich mal wieder nach Berlin.
- Grounds: 1.003 (3 neue; diese Saison: 32 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.898 (heute 3, diese Saison: 42)
- Tageskilometer: 310 (310km Auto)
- Saisonkilometer: 8.710 (7.950 Auto/ 760 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 168 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 371






