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Dienstag, 11. Februar 2025

W3.0215III: Sieg nach Verlängerung für den Außenseiter

OhreKicker Wolmirstedt

2 : 1 n. V.

SV Groß Santersleben 1924

- Datum: Sonntag, 9. Februar 2025 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Pokal des Landrats Börde (Kreispokal-Viertelfinale; Bördeliga; 10. Spielklasse, 5. Amateurliga gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 4; 8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 128 (48/48/16/16) Minuten – Halbzeit: 1-1, reguläre Spielzeit: 1-1, Verlängerung: 1-0 (1-0)

- Tore: 1-0 40. Masuth, 1-1 55. Banas, 2-1 101. Smetanka

- Verwarnungen: Stein, Sidibeh (Wolmirstedt); 2x Tusuni, Ilijoski, TW Dressel, Hahn, Banas, Kutz, Fernandes (Santos)

- Platzverweise: Tusuni von Santos (71. Min. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels) 

- Austragungsort: Kunstrasenplatz Barleben (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon 163 zahlende, mind. 100 Wolmirsleber und mind. 50 Santersleber, sowie 40-50 Neutrale)
- Spielbewertung: 8,0/10

OhreKicker Wolmirstedt 2:1n.V. SV Groß Santersleben

Photos with English commentary:

a) District Cup Börde in Barleben: Wolmirstedt vs. Groß Santersleben

b) Some pictures from Barleben village

Aus Zeitgründen nahm ich am Sonntag das Auto nach Barleben. Da Wolmirstedt nicht in der Lage war auf Rasen zu spielen, wurde das Kreispokal-Viertelfinale auf den Kunstrasen in Barleben gelegt. Mir nur recht, weil da war ich noch nicht. Auch gut, dass auf einem neutralen Ausweichplatz gespielt wird – in etlichen Ländern ist sowas auch im Ligabetrieb flächendeckend Pflicht, wenn ein Verein nicht fähig ist, seinen eigenen Platz spielfähig zu machen. Ich muss in dem Zusammenhang übrigens auch mal manche meiner Groundhopping-Kollegen angreifen, die sich nicht entblöden, gegen Plasteplätze zu hetzen. Kunstrasen ist in fast allen Ländern einfach ein Segen hinsichtlich der Bespielbarkeit (sowohl Länder mit langen Wintern als auch trockenen Dauersommern oder tropischen Sturzregenfällen). In einem derart verweichlichten Land wie Deutschland kommt hinzu, dass bei jeder Schneeflocke und mehr als einem halben Liter Regen auf den Quadratmeter oder mal einem Tag normalem Dauerregen ja durch Gemeinden und teils sogar Vereinsverantwortliche und Schiris jedes Spiel auf Rasen abgesagt wird. Ein Spielbetrieb ist also in Regionen, in denen es keinen/ wenige Kunstrasenplätze gibt, von spätestens November bis mindestens März (mithin das halbe Kalenderjahr!) nur sporadisch möglich. Ich spiele wegen der Abschürfungen auch lieber auf einem (auch weggetretenen) Naturrasen oder meinetwegen Sand, statt auf Plaste, aber allemal besser als Asche. Also verbaut Kunstrasen auf die Hauptplätze und macht das richtig, so wie z. B. in Irxleben! Ich bin nur dagegen, mehr von diesen zuschauerunfreundlichen Affenkäfigen zu bauen. Weniger Fangzäune, mehr Tribünen!

Der Kunstrasenplatz in Barleben ist der Nebenplatz. Für einen solchen auch nicht schlecht, denn über 1.000 Zuschauer finden hier theoretisch Platz, da er einen ordentlichen Graswall auf einer Längsseite bietet. Hinter den Toren sind Fangnetze, vom Wall aus hat man einen Blick über den Hauptplatz zum See, von gegenüber sieht man recht ordentliche Häuser in der Straße hinter dem Platz. Nicht ganz so ordentlich sieht es auf dem Nachbargrundstück und hinter den Wechselbänken aus. Hier scheint es ein paar jugendliche Asis zu geben, die ihren Müll nicht mitnehmen, die Wechselbänke beschädigen und da Beleidigungen gegen u.a. „WMS Fotzen“ hinterlassen. Keine Ahnung, ob deswegen erhöhtes Ordneraufkommen war und ein Sicherheitsmann auch jeden jüngeren männlichen Besucher auf Waffen und Pyro abtastete – denn die Graffiti richteten sich ja offensichtlich gegen den heutigen Gastgeber, die OhreKicker Wolmirstedt.

Das Spiel zwischen den OhreKicker Wolmirstedt (Tabellenführer der Bördeliga, in der auch Weferlingen um den Aufstieg kämpft) und dem vierten der zwei Ligen höheren Landesklasse 4, Groß Santersleben, genannt FC Santos, war der von mir erwartete spannende Pokalfight. Ein Klassenunterschied war zu keiner Phase der Partie vorhanden, was nicht nur die Schwäche der Landesklasse 4 zeigt, sondern auch wie stark die Bördeliga mit ihren Spitzenteams Wolmirstedt, Süplingen, Wanzleben, Weferlingen und Irxleben II ist. Kurz vor der Pause – es hatte bereits etliche Chancen auf beiden Seiten gegeben – traf Wolmirstedt aus abseitsverdächtiger Position zum 1:0. Nach dem Seitenwechsel kam Santos schnell zum Ausgleich. Deren Oberwasser wurde aber spätestens mit dem Platzverweise gestoppt. Das Schiedsrichtergespann traf immer wieder zweifelhafte Entscheidungen, mehrheitlich zuungunsten der Santersleber und schmiss ziemlich mit Karten um sich. So kam man für die 3€ Eintritt – übrigens auf schönen Karten aufgedruckt – aber immerhin in den Genuss einer Verlängerung, denn der klare Favorit war ja auch mit 11 gegen 11 in keiner Phase die wirklich bessere Mannschaft. Noch vor dem Seitenwechsel in der Verlängerung überlisteten die OhreKicker den Santos-Schlussmann mit einer Bogenlampe zum 2:1 Siegtor. Kurz vor Abpfiff vergaben sie sogar noch drei Hundertprozentige zum 3:1. Eine klasse Partie!

Die Halbfinals steigen 22./23.3. (werde da aber im Ausland verreist sein) und das Finale planmäßig erst Ende Juni (22.6. oder so) – das ist natürlich ein Spiel, was man sich mal wieder reinziehen könnte...

OhreKicker Wolmirstedt 2:1n.V. SV Groß Santersleben

Statistik:

- Grounds: 3.771 (1; diese Saison: 111 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.290 (1; diese Saison: 165)

- Tourkilometer: 100 km Auto

 - Saisonkilometer: 51.060 (25.060 Flugzeug/ 23.890 Auto, davon 8.350 Mietwagen/ 1.970 Fahrrad/ 140 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 82, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 215 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Dienstag, 4. Februar 2025

W3.0214I: Eine Farce zum Finale der HKM Börde

Hallenkreismeisterschaft Börde, Finalrunde

- Datum: Freitag, 31. Januar 2025 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Hallenfußballturnier für Mannschaften von 1. Bördekreisklasse bis Landesklasse (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga bis 8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: Turnierabbruch nach Spiel 20 von 21 um 22.15 Uhr und Annullierung aller Ergebnisse nach Tumulten aufgrund der Wertung des Spiels Groß Santersleben gegen Hohenwarsleben

- Tabellenstand vor dem Abbruch: 1. Traktor Hohenwarsleben (Kreisklasse) 6 Spiele, 11:10 Tore, 13 Punkte, 2. TSV GW Bregenstedt (Kreisoberliga) 6, 14:7, 11, 3. Stern Elbeu (Kreisoberliga) 6, 15:12, 10, 4. SV Groß Santersleben (Landesklasse) 6, 9:8, 10, 5. Concordia Rogätz (Kreisoberliga) 5, 5:8, 5, 6. Germania Wulferstedt (Kreisoberliga) 5, 7:11, 4, 7. Gutenswegen/ Klein Ammensleben (Kreisoberliga) 6, 7:13, 4

- Ergebnisse bis zum Abbruch: Bregenstedt 3-1 Elbeu, Gutenswegen 0-2 Rogätz, Hohenwarsleben 3-2 Wulferstedt, Santersleben 2-2 Bregenstedt, Elbeu 2-1 Gutenswegen, Rogätz 0-0 Hohenwarsleben, Wulferstedt 0-1 Santersleben, Bregenstedt 2-2 Gutenswegen, Hohenwarsleben 2-6 Elbeu, Santersleben 3-2 Rogätz, Wulferstedt 0-2 Bregenstedt, Gutenswegen 1-3 Hohenwarsleben, Elbeu 2-1 Santersleben, Rogätz 1-1 Wulferstedt, Bregenstedt 1-2 Hohenwarsleben, Santersleben 2-1 Gutenswegen, Wulferstedt 3-2 Elbeu, Rogätz 0-4 Bregenstedt, Hohenwarsleben 1-0 Santersleben, Gutenswegen 2-1 Wulferstedt, Elbeu - Rogätz (nicht ausgespielt).

- Austragungsort: Wartberghalle Niederndodeleben (Kap. 925, davon 770 Sitzplätze; heute geöffnet: 350, davon 280 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (inklusive pausierende Aktive)
- Spielbewertung: 6,0/10

Wartberghalle Niederndodeleben

Photos with English commentary:

Indoor Football: Final Tournament of Börde District Championships in Niederndodeleben

Zum Start ins Wochenende fuhr ich über Niederndodeleben nachhause, denn in der Wartberghalle – benannt nach der Warte außerhalb des Dorfes  – stieg die Finalrunde der Hallenkreismeisterschaft. Nun stiegen auch Kreisoberligisten und ein Landeklassist ein. Mit dem Sieger dreier Hallenturniere (Vorrunde Kreisklasse, Endrunde Kreisklasse und Kreisligaturnier) war auch Traktor Hohenwarsleben dabei. Ich dachte mir schon nach dem Turnier in Wanzleben, dass das Kommen allein wegen denen lohnen würde...

Auch in Niederndodeleben wieder freundlicherweise kostenloser Eintritt. Die Halle hat eine vierreihige Obertribüne plus Stehplatzreihe und eine siebenreihige Untertribüne mit Stehplatzreihe, wobei die Untertribüne heute nicht geöffnet wurde. Es kamen auch in der Tat nur knapp 300 Zuschauer.

Im Vergleich zur Kreisklassenendrunde fand ich auch die Spiele durchweg schlechter, obwohl nominell weitaus höher. Es war aber viel Gebolze dabei, einmal auch ein 0:0 und insgesamt wenige tolle Torszenen. Es war einfach durchweg nur Durchschnitt und fast keine Stimmung, obschon nicht schwach oder langweilig.

Vor der letzten Runde (also den letzten 3 Spielen) ergab es sich folgende Spitzengruppe: Bregenstedt 11 Punkte und +7 Tore, Groß Santersleben 10 Punkte +2 Tore und dann Hohenwarsleben 10 Punkte und 10:10 Tore. Bregenstedt spielfrei und Santersleben gegen Hohenwarsleben hätte Unentschieden enden müssen, damit Bregenstedt das Turnier gewinnt. Bei einem Sieg, wäre es der jeweilige Gewinner der Partie, der den Pokal hätte nachhause bringen sollen. Das Irre an dieser Partie: der drei Klassen höhere Favorit, der durchweg nicht überzeugte, hatte zwar mehr Chancen, doch Hohenwarsleben nutze eine ihrer wenigen Torgelegenheiten zum 1:0 und verteidigte das bis zum Schluss. In den letzten zwei Minuten kam es jedoch mehrfach zu Rudelbildungen, Beleidigungen und Zeitstrafen. Die Schiedsrichterleistung war im gesamten Turnier durchwachsen und hatte hier zum Ende den Höhepunkt, dass Haupt- und Assistenzschiedsrichter einen Wechselfehler von Hohenwarsleben nicht bemerkten. Der Traktorist war allerdings nur wenige Sekunden unberechtigt auf dem Feld und griff nicht störend ein. Die unfaire Versagertruppe aus Santersleben legte trotzdem bei der Turnierleitung Protest ein. Als das bedeutungslose Spiel zwischen Gutenswegen und Wulferstedt vorbei war und Elbeu noch mal gegen Rogätz um die goldene Ananas spielen wollten, sagte der Turnierleiter durch, dass aufgrund des Regelverstoßes Hohenwarsleben gegen Santersleben noch mal im Anschluss neu ausgespielt werden solle – im Rahmen der Regeln aber natürlich gegen jeden gesunden Menschenverstand und die sportliche Fairness. Das führte verständlicherweise zu einem zünftigen Tumult auf der Tribüne, bei dem manchem Hohenwarsleber ein, zwei Bierchen aus der Hand fiel und die ein oder andere derbe Aussage gen Turnierleitung und Santersleben rausrutschte. Santersleben, die von einem Hohenwarsleber als „die Arschficker vom Kreisverband“ tituliert wurden, verzichteten nun plötzlich auf die Neuansetzung. Das Kampfgericht gab sich ob der Tumulte jedoch beleidigt, drohte mit der Polizei (die in Sachsen-Anhalt leider bundesweit die unfähigste da unterbesetzteste, die z. B. Durchfaller aus Niedersachsen nehmen muss, ist und bei so einer Situation, wenn überhaupt, erst nach einer guten Stunde angegurkt kommt) und brach das Turnier ab. Alle Ergebnisse annulliert, kein Sieger, kein Torschützenkönig. Was für eine Farce!

In erster Linie ein grober Schieds- und Linienrichterfehler: Einfach zwei Minuten gegen den Hohenwarsleber verhängt, die Deppen von Santersleben hätten auch im 4 gegen 3 den letzten Freistoß nicht vorbeigekriegt. Verstehe auch nicht, warum die Turnierleitung nicht korrigierend eingreift – das sollte nicht verboten sein. Aber dann auch einfach unsportlich von Santersleben, hier so dreckig durch Protest und Neuansetzung das Turnier gewinnen zu wollen – Klassenhöchster und kein einziges wirklich gutes Spiel abgeliefert! Natürlich muss sich auch Traktor Hohenwarsleben mal fragen, ob man immer so aggressiv auftreten muss, wenn sowas ist. Ich gebe aber zu, dass ich bei so einer Entscheidung gegen Weferlingen auch schimpfend in Richtung Turnierleitung gelaufen wäre und bei sowas gegen Leuna wäre ich an vorderster Freund beteiligt gewesen und hätte die Tür zum Wettkampfgericht in Nino-Hammerschmidt-Mitternachtsturnier-Manier geöffnet...

Hohenwarsleben 1-0 Santersleben

Statistik:

- Grounds: 3.766 (1; diese Saison: 106 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.284 (1; diese Saison: 159)

- Tourkilometer: 160 km Auto 

- Saisonkilometer: 50.580 (25.060 Flugzeug/ 23.610 Auto, davon 8.350 Mietwagen/ 1.770 Fahrrad/ 140 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 82, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 214 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Sonntag, 15. Dezember 2024

W3.0207I-II: Winterlicher Fußball beim SV Santos und in Wolfsburg

SV Groß Santersleben 1924

3 : 1 (2:0)

Germania Olvenstedt e. V.

- Datum: Samstag, 14. Dezember 2024 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 2 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 91 Minuten (45/46) – Halbzeit: 2-0

- Tore: 1-0 18. Steven Hahn, 2-0 42. Habibou Wilfried Otto, 2-1 64. Matthias Meinecke, 3-1 83. Steven Hahn

- Verwarnungen: Habibou Wilfried Otto, Viktor Iljoski, Philipp Christian Kutz (Santos); Matthias Meinecke (Olvenstedt)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportanlage Santos, Platz 1 (Groß Santersleben; Kap. 700, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 29 (davon mind. 11 Gästefans, gemeldet: 41)

- Spielbewertung: 6,5/10

Photos with English commentary:

a) Groß Santersleben vs. Germania Olvenstedt

b) Börde: Groß Santersleben, Nordgermersleben

Temperaturen um die null Grad, trüb und grau, ganz vereinzelt auch etwas Niederschlag – Zeit für eine Radtour... Erfreulicherweise fanden zumindest in Sachsen-Anhalt mehr Spiele statt, als abgesetzt wurden – sollte selbstverständlich sein, ist es aber leider seit Jahren nicht mehr. 

Ich hatte mir die kürzeste Route nach Groß Santersleben, einem kleinen Dorf westlich von Magdeburg, ausgesucht. Auf dem Weg kam ich mal wieder durch Nordgermersleben und bemerkte, dass mittlerweile die Germania-Statue restauriert wurde – das eindrucksvolle Denkmal passt zu diesem einstmals reichen Ort, dessen Reichtum aus dem späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert sich sehr schön in seiner Architektur wiederspiegelt. Groß Santersleben sieht hingegen teils ärmlich und heruntergekommen aus. Typische Bördebauerngehöfte gehobener Bauqualität findet man allerdings um den Anger herum. Da steht auch ein (eher einfaches) Denkmal. Die Kirche ist noch ganz ansehnlich und alt. Es wurde gerade für ein Weihnachtskonzert, zu dem ich gleich eingeladen wurde, geprobt – dadurch konnte ich auch innen ein paar Fotos machen. Der Altar ist sehenswert, ansonsten eher eine schmucklose Dorfkirche. Auffällig sind barocke Grabplatten an der Kirche.

Dass ich nicht zum Konzert kam, verstanden die älteren Damen gut, denn ich sagte gleich, dass ich nebenan zum Fußball gehe. Es sorgte eher für Unverständnis, dass ich von Weferlingen mit dem Rad gekommen bin – „Mensch, bei dem Wetter, junger Mann...“

Außer einem aus dem Dorf und ein paar Fußgängern aus dem Ort, war auch niemand ohne Auto gekommen. Mehr als eine Halbzeit auf den schön gemachten Bänken zu sitzen, hielt ich auch trotz Thermo-Sporthose nicht aus. Ich stand dann, wie fast alle Zuschauer die ganze Zeit schon. Die Zuschauerzahl war heute ganz erbärmlich: wieso 41 bei fussball.de gemeldet wurden, verstehe ich nicht. Das waren keine 30! Offenbar hielt das saukalte Wetter doch viele vom Besuch ab.

Kurios an der Sportanlage Santos ist, dass man vom Vereinsheim die recht befahrene Straße queren muss, um auf den Platz zu kommen. Dieser hat auf den Längsseiten einige Sitzgelegenheiten, alle möglichen Gebäude (von der Imbissbude bis zum Sportlerheim) sind fantasie- und geschmackvoll bemalt. Es gibt auch einen Nebenplatz, der ebenfalls ganz ansehnlich ist. Eintrittskarten waren schön gestaltet, 4€ für die Liga ja leider mittlerweile normal. Sich nach dem brasilianischen Verein FC Santos zu benennen – bzw. SV Santos – da man eben aus SANTersleben ist, ist auch originell.

Die Partie lohnte ebenfalls das Kommen: Santos besser platziert als der Verein aus dem Magdeburger Stadtteil (Alt) Olvenstedt, welcher auf dem letzten Platz steht. Dementsprechend wenig überraschend die drückende Überlegenheit und die 1:0 Führung. Vor der Pause das verdiente 2:0. Nach dem Seitenwechsel zwar das gleiche Bild, aber Santersleben ließ nun mehr zu und mit einem schönen Freistoß aus 25 Metern gegen den Innenpfosten, fiel der Anschlusstreffer. Noch sehenswerter war das 3:1 im Fallen aus 15 Metern in den Winkel.

Die Leistung der Schiedsrichterin und ihrer beiden Assistenten war überwiegend sicher und souverän, auch wenn zwei Olvenstedter Rentner meinten, dass die, um schlank auf Ballhöhe zu sein, „mal richtig bumsen“ sollte und – ein echter Klassiker – „sowieso hintern Herd“ gehören täte...

SV Groß Santersleben 1924 3:1 Germania Olvenstedt

VfL Wolfsburg (A-Jugend / U19)

3 : 2 (0:1)

Eintracht Braunschweig (A-Jugend / U19)

- Datum: Sonntag, 15. Dezember 2024 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Viertelfinale A-Junioren Niedersachsenpokal (beide Teams A-Junioren Bundesliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 97 Minuten (47/50) – Halbzeit: 0-1

- Tore: 0-1 36. Dabrowski, 1-1 49. Bröger (Elfmeter), 2-1 58. Yacobi, 3-1 64. Yacobi, 3-2 66. Nr. 16

- Verwarnungen: Ibrisimovic, Bürger, Grzywacz (WOB); NN (BTSV)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: sog. AOK Stadion (Kap. 5.200, davon 4.400 Sitzplätze)
- Zuschauer: unter Ausschluss der Öffentlichkeit (ca. 50 geladene Gäste)

- Spielbewertung: 2,5/10

Photos with English commentary:

VfL Wolfsburg vs. Eintracht Braunschweig (Under-19 regional cup behind closed doors)

Nachdem ich am Samstag zuerst Rücken- und dann Gegenwind hatte, war es am Sonntag umgekehrt, denn es ging nach Westen.

Am Wolfsburger Krankenkassenstadion angekommen, musste ich feststellen, dass aufgrund der letzten Ausschreitungen zwischen VfL Wolfsburg und Eintracht Braunschweig bei der U19 das Spiel nur für zuvor angemeldete Vereinsmitglieder (v.a. Spielereltern) zugänglich gemacht wurde. Da es eine städtische und polizeiliche Verordnung war, machten sich die Verantwortlichen aus WOB in die Hose und wiesen sogar entgegen jeder Vernunft eine Mutter mit zwei kleinen Kindern ab. Im Stadionumfeld war nicht ein einziger aus dem Ultraklientel, was diese schwachsinnige Zuschauerbeschränkung provoziert hat. Aber Menschenkenntnis kann man von diesen geistig minderbemittelten Radkappen leider nicht erwarten: Personalisierte Karten, Hinterlegen von Ausweispapieren bis Verlassen des Stadions, Mobile-Tickets gegen ausführliche Datenangaben – all das wäre möglich und bei einem Bundesligisten auch für dieses Spiel zu verlangen gewesen. Aber die bekannten Websites vom VfL Wolfsburg sind für einen Bundesligisten erbärmlich schlecht, sodass die Information, dass man sich vorher beim Verein anmelden muss (also akkreditieren wie ein Pressefritze) auch bei einigen anderen Interessierten nicht ankam.

Manche machten es wie ich und verfolgten die durchschnittliche Partie durch das Südwesttor, was den Blick auf beide Tore und 80 % des Spielfeldes freigab. Aufgrund der Umstände bewertete ich oben die Partie nur mit 2,5 - Spiel wäre sonst 5,5 bis 6,0 gewesen. Wolfsburg war in der ersten Halbzeit überlegen, kassierte aber das 0:1. Nach der Pause drehten sie schnell binnen 15 Minuten die Partie auf 3:1, kurz nach dem dritten Tor verkürzte Braunschweig noch mal auf 3:2, aber wie gewohnt in diesem Duell, siegte leider die BSG VW.

Im neuen Jahr werde ich mal zu einem normalen Spiel in dieses AOK-Stadion gehen. Die Fotos waren ja leider ziemlich scheiße und viel zu wenig von den Tribünen drauf – und ist eh unschön, wenn man einen Ground nur als Zaungast mit eingeschränkter Sicht hatte...

VfL Wolfsburg A 3:2 Eintracht Braunschweig A

Statistik:

- Grounds: 3.746 (Sa 1, So 1 neue; diese Saison: 86 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.255 (Sa 1, So 1; diese Saison: 130)

- Tourkilometer: 130 (SA 70km Rad, SO 60 km Rad)

- Saisonkilometer: 39.160 (18.710 Auto, davon 6.060 Mietwagen/ 18.800 Flugzeug/ 1.550 Fahrrad/ 100 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 31 [letzte Serie: 82, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 207 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].