Montag, 12. Januar 2015

W441I: Füchse ballern Aliens vom Eis

EV Füchse Duisburg ................................................... 9
Ratinger Ice Aliens 1997 ............................................. 1
- Datum: Freitag, 9. Januar 2015 – Anbully: 19.30
- Wettbewerb: Eishockey Oberliga West (3. Spielklasse, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 9-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelstände: 3-0, 4-1, 2-0
- Tore: 1-0 14. Joly, 2-0 19. Joly, 3-0 20. Grözinger, 4-0 22. Joly, 5-0 33. Schneider, 6-0 34. Erk, 61 37. Nekvinda, 7-1 39. Fröhlich, 8-1 48. Joly, 9-1 42. Huebscher
- Strafzeiten: Walkowiak (Duisburg = 2 Minuten); Licau 2+10, 2x Priebsch, Wintgen, Schumacher (Ratingen = 20 Minuten)
- Spielort: sogenannte Scania „Arena” (Kap. 4.800, davon 800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.500 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges, von Seiten Duisburgs aber sehr gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Ice Hockey in Duisburg: Füchse Duisburg defeat Ratingen Ice Aliens

Nachdem es letzten Freitag zum Eishockey nach Polen ging und den Tag drauf zu einem Spiel der Oberliga Ost, war diesen Freitag ein Spiel der Oberliga West dran. Mit dem Zug war ich schnell von Brühl nach Duisburg Hbf. gekommen, wobei sich dort mal wieder das Auffinden vernünftiger Gastronomie – als preisgünstig aber trotzdem nicht die letzte versiffte Bude ohne Sitzgelegenheiten – nicht so einfach gestaltete. Mit der S-Bahn ging es eine Station weiter nach Duisburg-Schlenk: die Station dürfte v.a. Fußballfans bekannt sein, da sie eine gute Anbindung ans MSV-Stadion darstellt. Aber in diesem Sportpark Wedau liegt auch, direkt neben dem Fußballstadion, die Eissporthalle der Duisburger Füchse.

Die Eissporthalle ist ein kastenförmiger Bau der weder mit dem Komfort noch mit der Bauweise dem dümmlichen Namen Scania-„Arena“ gerecht wird. Es gibt nur im unteren Bereich der einen Längsseite Schalensitze, die sind mit bis zu 20€ auch völlig überteuert, v.a. wenn man bedenkt dass man dort hinter dem grobfugigen Plexiglas sitzt. Viel sinnvoller ist es, die freie Platzwahl der Stehplätze (mit 9€, ermäßigt 6€ billiger als bei den meisten Clubs der Ost-Staffel) zu nutzen. Die komplette rechte Längsseite mit dem Sprecherturm ist in zwei Etagen als Stehtribüne gebaut, der obere Bereich der linken Längsseite ist oft dürftig gefüllt und bietet somit besonders gute Sicht aufs Eis, hinter den Toren kann man auch unten am Plexiglas stehen – nur die Stehtribüne hinter dem hinteren Tor ist nicht mehr zu nutzen, da eine neue Leinwand (viel mehr als Anzeigetafel kann das Teil aber auch nicht) dort angebracht wurde.

Während die Stehplatzkarten im Preis niedriger als in der Oststaffel lagen, lag das spielerische Niveau erwartungsgemäß höher. Und zwar deutlich: Ratingen als Mittelfeldteam war schon mindestens auf dem Niveau der ostdeutschen Spitzenteams Leipzig, Halle und Erfurt – doch die Füchse aus Duisburg, ihres Zeichens Tabellenführer, schossen die Ice Aliens nach allen Regeln der Kunst ab. Dass die sich nach einer 7:1-Führung nicht mehr den Arsch aufrissen, noch unbedingt zweistellig zu gewinnen, war klar. Eigentlich war das Ergebnis von 9:1 noch viel zu niedrig nach diesem tollen Spiel der Füchse. Ratingen hatte gerade einmal vier Torchancen im gesamten Spiel, wovon eine durch einen haarsträubenden Fehlpass im Verteidigungsdrittel der Duisburger zustande kam und die zweite gleich im Anschluss und noch als direkte Folge des Fehlers zum Ehrentreffer führte. Der Staffelsieger der Ostliga weiß sicherlich, was ihn dann mit einer Mannschaft wie Duisburg in den Play-offs zur 2. Bundesliga (DEL 2) erwartet...  
Statistik:
- Grounds: 1.261 (heute 1 neuer; diese Saison: 107 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.261 (heute 1; diese Saison: 149)
- Tageskilometer: 190 (180km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 30.360 (23.220 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.300 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.320 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 441

Sonntag, 4. Januar 2015

W440VI: Uckermark und U19-Basketball

Deutscher Basketballverein Charlottenburg/ TuS Lichterfelde Berlin U19 ........................................... 72
Regionaler Sportverein Eintracht Stahnsdorf U19 49
- Datum: Sonntag, 4. Januar 2015 – Tipp-Off: 15.00
- Wettbewerb: Nachwuchs Basketball Bundesliga (1. Spielklasse im U19-Basketball)
- Ergebnis: 72-49 nach 40 Min. (4x10) – Viertelstände: 13-10, 14-11, 14-17, 31-11
- Punkte: Jonah 16, Kolb 16, Casper 14, Giese 10, Yer 8, Hildebrandt 4, Teucher 4 (DBV/ TuS Li); Scheibe 14, Dohn 9, Copac 9, Gutsche 8, Castro 5, Thiede 4 (RSV Eintr.)
- Fouls: Giese 4, Teucher 3, Pena Sims 2, Ogette 2, Hildebrandt 2, Meunier 1, Casper 1, Yer 1 (DBV/ TuS Li = 16); Wegner 5, Fadlmula 5, Scheibe 4, Gutsche 2, Gretzschel 1, Wagner 1, Dohn 1, Bruckstein 1, Erlitz 1 (RSV Eintracht = 21)
- Spielort: Sporthalle Charlottenburg (Kap. 2.400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nicht unbedingt herausragendes Niveau, aber spektakuläre Dreier und starke Freiwurfquote)  
Photos with English Commentary:
a) Under-19 Basketball: Charlottenburg/ Lichterfelde v RSV Eintracht Stahnsdorf
b) Uckermark Region: Suckow Palace, Flieth Church Ruin, Kaakstedt Church, Gerswalde Castle, BOITZENBURG PALACE, Hardenbeck Church

Der erste Sonntag im Januar bot sich für eine Tour nach Berlin und Brandenburg an. Eine gute Freundin aus der Unizeit in Halle, die jetzt in Berlin arbeitet, Conny, stieg in Bernau zu. Dann fuhren wir zum Bogensee, wo wir die verlassenen Gebäude besichtigten. Weiter ging es in den Norden der Uckermark, fast nach Mecklenburg-Vorpommern.

In Suckow steht ein ziemlich schlichtes Barockschloss an einem See in sanfter Hügellandschaft. Dieselbe Landschaft setzt sich viele Kilometer nach Westen fort und wir folgten der Hauptstraße über Flieth, wo es eine Kirche gibt, die von den Russen 1945 zerbombt und seitdem nicht repariert wurde, und Kaakstedt wo man eine ansehnliche Dorfkirche hat nach Gerswalde, wo ein kleines Schloss und eine sehenswerte Wasserburgruine stehen. Richtig sehenswert ist das Schloss in Boitzenburg, das ein riesiger Renaissancepalast mit klassizistischen Elementen ist. Wie der Träger seit 1999 diesen Wahnsinnsbau so gut sanieren konnte, ist enorm!

In Hardenbeck gibt es noch eine schöne Dorfkirche, wobei die natürlich nicht so toll ist, wie jene in Alt Placht mit ihrem reetgedeckten Fachwerk. Diesmal fuhr ich den etwas besseren Waldweg von Demsow, der gut fahrbar ist, da der Sand planiert wurde. Nach Templin und weiter natürlich Berlin ging es dann natürlich den extrem holprigen und ziemlich sandigen Weg nach Neu Placht, der in keinem anderen Bundesland außer Brandenburg mit einem großen gelben Straßenschild ausgeschildert wäre...  
Wir kamen noch rechtzeitig zum Basketballspiel der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL) in der Sporthalle Charlottenburg an. Die Sporthalle wurde in den 1960ern errichtet und hat eine spektakuläre Tonnendachkonstruktion mit Waben. Die Tribünen auf den Längsseiten sind weitestgehend symmetrisch und mit unbequemen Stahlbänken ausgestatten. Hinter den Toren befinden sich Anzeigetafel. Um in Kabinen, Klos oder das Casino zu gelangen, muss man verwinkelte Gänge und Treppenhäuser nehmen.

Die mindestens 2.400 Zuschauer fassende Halle war bei dem U19-Spiel der Charlottenburger und Lichterfelder Jungs gegen die Stahnsdorfer U19 natürlich gähnend leer. Es entwickelte sich nach und nach aber ein ordentliches Spiel, bei dem v.a. die hervorragende Freiwurfquote beider Teams und die regelmäßigen eindrucksvollen Drei-Punkte-Würfe auffielen. Die ersten drei Spielabschnitte waren viel ausgeglichener als erwartet. Teilweise lagen die klar favorisierten Gastgeber (2.) auch hinten gegen den Drittletzten (7.) aus Stahnsdorf. Doch im vierten Viertel zeigte sich das, was sich zwischenzeitlich bereits nach der Halbzeitpause kurz angedeutet hatte: Stahnsdorf kam jetzt nicht mehr mit – da konnte der Coach noch so rumtoben – und geriet von 6 ganz schnell auf 16 Punkte in Rückstand. Am Ende waren es sogar 23 Punkte mehr für die Charlottenburger/ Lichtenberger, was man nur als zu hoch ausgefallen bezeichnen kann. Die bessere Mannschaft waren die Gastgeber aber schon!

1km entfernt von der Halle trieben wir auf dem Weg zur Autobahn auch noch einen sehr guten Thai-Imbiss auf. Zwar eine kleine Klitsche, aber hervorragendes Essen zu günstigen Preisen.  
Statistik:
- Grounds: 1.260 (heute 1 neuer; diese Saison: 106 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.260 (heute 1; diese Saison: 148)
- Tageskilometer: 670 (670 Auto)
- Saisonkilometer: 30.170 (23.220 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 440

Samstag, 3. Januar 2015

W440V: Duselsieg für die Drachen in der Kartoffelhalle

Black Dragons Erfurt ................................................. 5
MEC Saalebulls Halle ................................................. 3
- Datum: Samstag, 3. Januar 2014 – Anbully: 16.00
- Wettbewerb: Oberliga Ost (3. Spielklasse im deutschen Eishockey, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-3 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 4-2, 0-0, 1-1
- Tore: 1-0 1. Kämmerer, 2-0 6. Sergerie, 3-0 14. Ulitschka, 3-1 15. Abercrombie, 3-2 18. Abercrombie, 4-2 20. Nickel, 4-3 54. Abercrombie, 5-3 60. Sergerie (Empty Net)
- Zeitstrafen: Menert, Zurek, Hoffmann, Kämmerer, Kelm, Grosch (Erfurt = 12 Minuten); 2x Gard, Sochan, Schön, Lupzig (Halle = 10 Minuten)
- Spielort: Eissportzentrum Erfurt, Eishockeyhalle (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 1.500 (davon angeblich nur 1.011 zahlende, Gästefans mind. 200)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und über weite Strecken zumindest von einer Seite gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Ice-Hockey in Erfurt: Black Dragons Erfurt defeat Saalebulls Halle (including pictures of Oechlitz-Schmirma and Kleineichstädt)

Über ein paar Dörfer im Saalekreis und Burgenlandkreis ging es nach Erfurt. Dort spielten heute die Saalebulls Halle bei den Black Dragons. Die ziehen zwar oft um die 1.000 Zuschauer, haben aber trotzdem eine Halle in die man mit Müh und Not 1.500 Leute bekommt. Dabei ist angrenzend eine deutlich größere Halle, die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle, die man – bei den zwei, drei Wettkämpfen im Eisschnelllauf die da pro Jahr stattfinden – auch locker temporär für Eishockey umbauen könnte, vorhanden.

Zugegebenermaßen ist die auch als Kartoffelhalle bezeichnete Eishockeyhalle im Eissportzentrum aber ein interessanter Bau. Enger geht es nicht, wie in diese Blechbüchse zwei Obertribünen gebaut wurden, die direkt über die Spielerbänke bzw. die Untertribüne gebastelt wurden. Steile Treppen führen zwischen den Tribünen hoch und runter. Hinter dem Plexiglas hinter den Toren kann man auch noch stehen. Und neben gut 1.300 Erfurtern standen hier heute mindestens 200 Hallenser herum.

Angefeuert wurde nur von einigen Erfurter Fans, die mit Trommeln und Sprechchören recht begeistert mitgingen. Bei dem Spielbeginn war es auch klar, dass es den Hallensern die Sprache verschlagen hatte: nach einer knappen Minute das 1:0, nach 6 Minuten das 2:0. Halle völlig unterlegen und Erfurt zieht auf 3:0 davon. Als völlig idiotisch bewies sich das Freundschaftsspiel am Vortag gegen eine kanadischen Academy. Erst zum Ende des ersten Drittels kam Halle durch ihren besten Spieler auf dem Eis auf 3:2 heran.

Das zweite Drittel war gut und abwechslungsreich mit mehr Chancen für Halle aber keinen Toren und zwar für keine der beiden Mannschaften. Erst im letzten Drittel war es dann wieder Halle das traf, einen Penalty vergab und trotz vieler Chancen nicht zum Ausgleich kam. Deshalb sah sich Halle auch genötigt, den Torwart vom Eis zu nehmen. Der Fehlpass, der den Schuss zum 5:3 eröffnen würde, war bei der heute so durchwachsenen halleschen Leistung nur eine Frage der Zeit und so kam in der Tat die Heimmannschaft zu einem glücklichen 5:3 Sieg.  
Statistik:
- Grounds: 1.259 (heute 1 neuer; diese Saison: 105 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.259 (heute 1; diese Saison: 147)
- Tageskilometer: 230 (230 Auto)
- Saisonkilometer: 29.500 (22.550 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 440

W440IV: Eishockey-Länderpunkt und Schlossruinen in Polen

Międzyszkolny Uczniowski Klub Sportowy Orlik Opole 3
Górnośląski Klub Sportowy Tychy .................................. 2
- Datum: Freitag, 2. Januar 2015 – Anbully: 18.30
- Wettbewerb: Ekstraliga Hokeja na Lodzie (1. Spielklasse im polnischen Eishockey, halbprofessionelle Liga)
- Ergebnis: 3-2 nach 65 Min. + Penaltyschießen (3x20 + 5) – Drittelstände: 1-1, 1-0, 0-1; Verlängerung: 0-0, Penaltyschießen: 1-0
- Tore: 0-1 7. Jarosław Rzeszutko, 1-1 10. Joseph Harcharik, 2-1 39. Branislav Fabry, 2-2 47. Josef Vítek, Penalty: 3-2 Vladimir Nikiforov
- Strafzeiten: Bartłomiej Bychawski, Branislav Fabry, Banksrafe (Opole = 6 Minuten); 2x Bartłomiej Pociecha (Tychy = 4 Minuten)
- Spielort: Lodowiska Toropol (Kap. 4.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.500 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und ausgesprochen spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Ice Hockey in Poland: Orlik Opole defeat GKS Tychy on penalties
b) Bolesławiec Region: Gościszów Palace & Church Ruins, Lwówek Śląski Church & Old Town, Płakowice Palace, Brunów Palace, Żeliszów & Stare Jaroszewice Church Ruins, Warta Bolesławiecka Palace, Grodziec Castle, Zagrodno Palace Ruin

Nach etlichen Fußballspielen, Futsal, Basketball und Volleyball, wollten wir nun auch mal Eishockey in Polen gucken. Ist zwar bei weitem nicht so gut wie in Tschechien, doch v.a. in Schlesien lohnend, da dort die besten Mannschaft herkommen. In der 1. Liga findet man nur Teams aus dem Süden Polens.

Wir hatten uns das grenznächste Spiel im neuen Jahr ausgesucht und fuhren daher nach Oppole. Waren wir ja schon mal, also legten wir die Route etwas anders und besichtigten noch einige Orte im Westen von Niederschlesien. Es fing gleich richtig gut an, denn in Gościszów gibt es neben der Ruine einer evangelischen Kirche auch eine spektakuläre Wasserschlossruine in deren ausgedehnten Mauern man einfach herumsteigen kann. In den teils noch bewohnten Nebengebäuden kann man natürlich nicht so einfach rumsteigen, aber hier in dieser Ecke Polens sieht man mal wieder gut, was Deutsche und v.a. Russen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Polen angerichtet haben...

Jeder der Besichtigungspunkte wies Zerstörungen, die beim Einmarsch der Roten Armee und nicht etwa schon vorher, geschehen sind, auf. In Lwówek Śląski wurde allerdings gut aufgeräumt und die von Krippen zugestellte Kirche ebenso wie die Stadtmauern und das Rathaus saniert. Alle anderen Gebäude innerhalb der Mauern waren aber sehr sozialistisch. Im benachbarten Płakowice wurde das teilweise zerstörte Renaissanceschloss mit Arkadeninnenhof weitestgehend wieder hergerichtet. In Brunów ist man mit dem klassizistischen Schloss samt der Nebengebäude sogar fertig geworden: es wird als Hotel und Restaurant genutzt.

Sichtbare Folgen von 1945 sieht man hingegen noch in Żeliszów und Stare Jaroszewice, wo die beiden evangelischen deutschen Kirchen nur noch als Ruinen stehen. Besonders bekannt ist jene in Żeliszów da sie einen in Polen einmaligen Baukörper hat: sie ist oval mit einem an der einen längeren Seite angebachten quadratischen Turm mit sechseckigem Aufsatz. Die barocke Innenausstattung verfällt vor sich hin. Angeblich wird seit letztem Jahr die Kirche saniert, doch außer einer notdürftigen Dachdeckerarbeit und dem Ablagern von Baumaterialien ist dort nichts zu sehen. So viel also zu den polnischen Handwerkern, die ja angeblich schon drei Aufträge erledigt haben während ein deutscher Kollege in der selben Zeit erst die Hälfte der Materialien aus dem Baumarkt geholt hat...

In Warta Bolesławiecka waren die Handwerker schon erfolgreicher. Die Fassade des Renaissanceschlosses ist sehr eindrucksvoll gestaltet, bis auf einen Teil der Nebengebäude ist alles saniert worden. Das Schloss in Grodziec ist trotz oder gerade weil es bewohnt wird recht heruntergekommen, doch nach Grodziec fährt man auch nicht wegen des Schlosses im Tal sondern wegen der Burg auf dem Berg. Die Kernburg wurde historisierend wieder aufgebaut und in ein etwas dürftiges Museum umgewandelt, während die anderen Teile der Burg als eindrucksvolle Ruinen auf dem Bergkegel vulkanischen Ursprungs herumstehen. Auf dem Weg nach Opole kamen wir noch druch Zufall an der Schlossruine in Zagrodno vorbei, die der ersten in Gościszów vom Baustil her sehr ähnelte. So schloss sich der Kreis der Besichtigungen.  
Nach einem Mittagsraststopp an der Autobahn bei Legnica und einem Einkauf in einem der großen Zentren in Opole fanden wir problemlos zur Eissporthalle Toropol. Dort standen wir mit gut 100 anderen Fans erstmal eine halbe Stunde im Foyer ehe es Karten gab und die Halle geöffnet wurde. Das war 20 Minuten vor Beginn der Partie, da wohl der Hausmeister das Schloss der Tribünenhaupttür ausgetauscht hatte und nur er die Schlüssel zuhause...

Die Halle ist ein sehr interessanter, teils etwas abgenutzter und versiffter Bau. Die Bauform ist fast quadratisch mit abgeflachten Ecken. Das Dach ist dadurch sehr hoch über der Eisfläche und den Tribünen. Die Tribünen der beiden Längsseiten sind identisch und fassen je 2.000 Zuschauer auf den bunten Schalensitzen der vier Sektoren, hinter den Toren gibt es keinen Ausbau. Ansehnlich ist die Sprecherkabine, die die einzige optische Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Haupt- und Gegentribüne bildet.

Dafür, dass sich bei den nur 3€ (ermäßigt gerade einmal 2€, also 12 bzw. 8 Zloty) Eintritt doch immerhin 1.500 Zuschauer einfanden, war die Stimmung unter aller Sau. Nur vereinzelte Sprechchöre, Zwischenrufe, Klatschen. Tychy hatte nur neutral gekleidete Fans Marke bessergestellte Familien mitgebracht. Bei manchem Heimspiel ist da ja sehr viel Action. Aber bei Opole war man trotz des packenden Spielverlaufes gegen den klar favorisierten Tabellenführer und Serienmeister recht sachlich.

Noch ungewöhnlicher für Polen als keine Stimmung: absolut faires und sauberes Spiel der Akteure! Da gab es ja fast keine Strafzeiten! Durch die Fairness und auch die angenehme Professionalität (moderne Eismaschine, keine unnötigen Auszeiten oder Werbepausen) dauerten die drei Drittel mit Pausen nur knapp 2 Stunden. Nur durch die Verlängerung und das Penaltyschießen war man bis 20.50 Uhr in der Halle. Bei einem normalen um 18.30h angefangenen DEL- oder Oberliga-Spiel in Deutschland wäre um 20.50h höchstens die 55. Spielminute erreicht...

Das Spiel zeichnete sich außer doch Fairness auch durch ein ansprechendes Tempo und eine Vielzahl von Chancen auf beiden Seiten aus. Überraschend war nicht nur das ziemlich hohe Niveau, sondern auch die Ausgeglichenheit der beiden Teams. Opole war ja nur 7. von 10 und Tychy 1. Aber nach einem frühen Rückstand glich Opole aus und drehte im zweiten Spielabschnitt die Partie. Tychy fand erst im Schlussdrittel wieder in die Partie doch außer dem Ausgleich war nichts mehr drin für die Oberschlesier. Nach der torlosen Verlängerung scheiterte Tychy nämlich drei Mal am Oppelner Torwart, während Opole einen Puck im Kasten zum überraschenden 3:2 unterbekam.

Von dieser sehr lohnenden Fahrt kamen wir erst kurz nach 1 Uhr in der Nacht zurück.  
Statistik:
- Grounds: 1.258 (heute 1 neuer; diese Saison: 104 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.258 (heute 1; diese Saison: 146)
- Tageskilometer: 1.000 (1.000 Auto)
- Saisonkilometer: 29.270 (22.220 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 440

Mittwoch, 31. Dezember 2014

W439IV-W440II: Icehopping in der Tschechischen Republik

Bruslařský klub Mladá Boleslav 1908 ....................... 2
HC Oceláři Třinec ....................................................... 5
- Datum: Dienstag, 30. Dezember 2014 – Anbully: 18.20
- Wettbewerb: Extraliga hokej, sogenannte „Tipsport extraliga” (1. Spielklasse im tschechischen Profi-Eishockey)
- Ergebnis: 2-5 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 1-3, 1-0, 0-2
- Tore: 0-1 2. Matuš, 0-2 10. Klesla, 0-3 13. Klepiš, 1-3 14. Pabiška, 2-3 31. Kubica, 2-4 52. Klesla, 2-5 57. Polanský
- Strafzeiten: Čermák, Stříteský, Bárta, Trška (Mladá Boleslav = 8 Minuten); 2x Klesla, Franek, Dravecký (Třinec = 8 Minuten)
- Spielort: Zimní stadion Mladá Boleslav, sogenannte „ŠKOenergo aréna” (Kap. 3.500, davon 2.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 3.100 (davon 2.970 zahlende, Gästefans mind. 50)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel, das von den Gästen klar bestimmt wurde)

HC Rebel Havlíčkův Brod .......................................... 4
HC Benátky nad Jizerou ............................................ 5
- Datum: Montag, 29. Dezember 2014 – Anbully: 16.00
- Wettbewerb: 1. liga hokej (2. Spielklasse im tschechischen Profi-Eishockey)
- Ergebnis: 4-5 nach 65 Min. + Penaltyschießen (3x20 + 5) – Drittelergebnisse: 1-0, 2-2, 1-2, Verlängerung: 0-0, Penaltyschießen: 1-2 nach je 3 Schützen
- Tore: 1-0 15. Seman, 1-1 24. Plodek, 1-2 28. Psota, 2-2 33. Melka, 3-2 34. Troliga, 4-2 41. Melka, 4-3 55. Miškovský, 4-4 58. Plodek; Penalties: 1-0 NN, 1-1 NN, 1-2 Plodek
- Strafzeiten: Parýzek 6, Janáček 2, Platil 2, Chlubna 2, Melka 2, Babka 2 (Havl. Brod = 16 Minuten); Špaček 12, Dlouhý 4, Říha 4, Víšek 2, Skalický 2, Plutna 2 (Benátky n. J. = 26 Minuten)
- Spielort: Zimní stadion Město Havlíčkův Brod (Kap. 2.500, davon 750 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 450 (davon 360 zahlende, Gästefans ca. 25)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Ausgesprochen enges Match mit Spannung und Härte bis zum Schluss)

HK Mountfield Hradec Králové ................................ 2
HC Verva Litvínov ...................................................... 1
- Datum: Sonntag, 28. Dezember 2014 – Anbully: 17.30
- Wettbewerb: Extraliga hokej, sogenannte „Tipsport extraliga” (1. Spielklasse im tschechischen Profi-Eishockey)
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 2-1, 0-0, 0-0
- Tore: 1-0 1. Mertl, 1-1 6. Jánský, 2-1 18. Jank
- Strafzeiten: Vantuch 10, Mertl 4, Jank 2, Knotek 2, Vašíček 2, Pospíšil 2 (Hradec Králové = 22 Minuten); Gerhát 4, Chaloupka 2, Martynek 2 (Litvínov = 8 Minuten)
- Spielort: Zimní stadion Hradec Králové (Kap. 6.890, davon 3.655 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.500 (davon 5.781 zahlende, Gästefans ca. 200)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Ice Hockey League 1: Mountfield Hradec Králové 2:1 HC Litvínov
b) Ice Hockey League 2: Rebel Havlíčkův Brod 4:5pen. HC Benátky n.J.
c) Ice Hockey League 1: BK Mláda Boleslav 2:5 HC Ocelari Trinec
d) Hradec Králové: Old Town Hradec Králové (28/12/14)
e) Pardubice Region: Koči, Orel, Žumberk, Dobrkov, Luže (Košumberk), Nové Hrady, Předhrady, Nové Město na Morave, Slavkovice, Žd’ár nad Sazavou, Přibyslav, Havlíčkův Brod (29/12/14) 
f) Teplice region: Cerekvice nad Bystřicí, Hořice, Holovousy, Chotělice, Kopídlino, Dětenice, Stary Hrady, Sobotka (Humprecht), Kost, Valdštejn, Jíčin (30/12/14)

Drei Tage, drei Eishockeyspiele. Zum Jahresende war mal wieder eine Icehopping-Tour nach Tschechien geplant. Da wir erst in der Nacht vom Hallenturnier in Spergau zurück waren, fuhren wir erst gegen 10 Uhr nach Tschechien; via Görlitz, Zgorzelec, Frydlant, Liberec und Zelezny Brod nach Pardubice zu einem preisgünstigen Hotel, dass wir reserviert hatten. Bei den Stopps zum Tanken, Einkaufen und Einchecken, bzw. danach als wir in Hradec Králové beim Eishockey auftauchten, fiel mal wieder auf: je weiter man auf dieser Route nach Osten kommt, umso angenehmer werden die Leute. In Ostböhmen und Mähren ist man ja auch nicht überragend gastfreundlich, aber 1. fremdsprachengewandter und 2. weniger unhöflich und mehr serviceorientiert als in Mittel-/ Süd-/ oder West-Böhmen oder in dieser verkommenen Ecke von Polen in der Zgorzelec liegt. Dort sind irgendwie alle Dienstleister der Ansicht, dass man dem Kunden trotz Begrüßung seinerseits in Landessprache grußlos mit einer gelangweilten Hackfresse gegenübertreten muss und durch unhöfliches Drängeln eine möglichst schnelle Abwicklung der Dienstleistung herbeizuführen hat...

Zum Eishockey in Hradec Králové: die Halle macht einen guten Eindruck, ist von außen nicht unansehnlich und in der Nähe der Altstadt gelegen, hat innen hinter dem einen Tor steile Stehränge und hinter dem anderen Tor Sitze und einen Sprecherturm zu bieten, auf den Längsseiten sind natürlich nur Sitze montiert und oberhalb der eigentlichen Tribüne sehr hoch gelegene Logen auf interessanten Stahlträgerkonstruktionen angebracht. Der Gästesektor befindet sich durch Gitter getrennt neben der Heimkurve und bietet eine gute Sicht von steil ansteigenden Stehplätzen auf die Eisfläche. Nicht nur das Eisstadion, sondern auch das Catering (Klobasa mit Meerrettich und Brot) machte einen viel besseren Eindruck als zwei Tage zuvor beim Ligakonkurrenten in Karlovy Vary.

Im Gästesektor fanden sich mindestens 150 Anhänger von Litvínov ein, dazu kamen noch knapp 50 weitere die sich auf Sitzplätzen verteilten. Stimmungsmäßig war kaum ein Durchkommen gegen die recht lautstarke Fankurve von Hradec Králové. Aber je weiter im Osten von Böhmen umso besser wird die Stimmung: die stimmungsmäßig besten Clubs hat man dann ganz im Osten, in Mähren und Mährisch-Schlesien.

Auf dem Eis nahm auch der Gastgeber gleich das Heft in die Hand: nach 15 Sekunden waren Abwehr und Torwart umkurvt und es stand 1:0. Fünf Minuten später gelang Litvínov der Ausgleich, doch zum Ende der ersten Hälfte machte Hradec Králové noch mal richtig Druck und kam nach einem irregulären (und aberkannten) Treffer zu ihrem zweiten Tor. Dass dieses 2:1 der Endstand seien sollte, war v.a. im zweiten Viertel und bis kurz vor Spielschluss nicht absehbar. Litvínov war stark am Drücker, vergab aber etliche Chancen während Hradec Králové einfach nur erfolgreich verteidigte und das sogar ohne erfolgreich zu kontern.  
Am Montag schneite es und der Winterdienst kam mit dem Räumen nicht hinterher. Trotzdem konnten wir ein gutes Besichtigungsprogramm vor dem Eishockeyspiel durchziehen.

In Koči entdeckten wir zufällig eine ungewöhnliche Kirche mit hölzernem, nach oben stark verjüngtem Turm. In Orel kamen wir ebenfalls zufällig an einem interessanten Renaissance-Gehöft vorbei. In Žumberk fanden wir die Burg nicht, aber der Dorfplatz mit Kirche sah auch gut aus. In Dobrkov stand auch ein typisch böhmischer Dorfplatz, dieser mit einer kleinen Kapelle die höher ist als breit und lang.

In Luže fanden wir zwei interessante Kirchen (eine mit holverkleideter Turmhaube, die andere barock und symmetrisch auf einem Hügel) und die ansehnliche Burgruine Košumberk. In Nové Hrady gibt es ein Rokoko-Schloss, dass auch im Winter sehr sehenswert ist. Předhrady liegt spektakulär auf einem Bergsporn und hat ein schickes Burgschloss zu bieten. Nové Město na Morave, bekannt für Biathlon, hat eine sehr sehenswerte Kirche mit außen angebrachten Malereien. Diese sind jüngeren Datums und pseudo-mittelalterlich (zwei-dimensional, eher gedeckte Farben) und stellen Bibelszenen dar; diese sind teils recht eigenwillig, denn ich habe z.B. noch nie gesehen, dass Jesus am Kreuz Flügel wachsen...

Eine andere ungewöhnliche Kirche steht in Slavkovice; diese ist in teils symmetrischer Fraktalarchitektur gehalten und mit das Beste, was ich an modernen Kirchen gesehen habe, da sie angenehme Farben (kein grauer Waschbeton wie im Ruhrgebiet z.B. viele Kirchen der 1960er und 70er Jahre) hat. In Žd’ár nad Sazavou gibt es eine spektakuläre barocke Basilica Minor mit angrenzendem Schloss. Přibyslav hat eine interessante Kirche zu bieten und Havlíčkův Brod hat einen schönen Marktplatz.  
In Havlíčkův Brod interessierte uns dann aber v.a. die Eissporthalle, die in einem Komplex mit einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einem Kraftraum und einer Squashanlage untergebracht ist. Nervtötend ist, dass außer den Scheißhäusern dort nichts beheizt ist und somit bei minus 8 Grad Außentemperatur und nur einem Viertel oder Fünftel Auslastung entsprechend frostige Temperaturen in der Halle herrschen. Architektonisch ist die Halle mit ihrem Holz-Stahlträger-Tonnengewölbe gut gelungen. Ausbau gibt es in Form von Stehplätzen nur hinter dem einen Tor und auf der einen Längsseite. Sitzplätze, blaue und gelbe Metallklappsitze, findet man auf der anderen Längsseite unterhalb der Sprecherkabinen.

Das Spiel der 2. tschechischen Liga war von der Tabellensituation her alles andere als ein Spitzenspiel, doch dem überwiegend lahmen Publikum wurde ein flottes Match geboten. Der Gastgeber konnte die Führung aus dem ersten Drittel nicht halten und geriet im zweiten Drittel 1:2 in Rückstand. Doch mit einem Doppelschlag vor der zweiten Pause gelang in dem teils ruppigen Spiel die 3:2 Führung. Das dritte Drittel war besonders hochklassig. Hier gab es auch immer wieder Tumult auf dem Eis und nach der schnellen 4:2-Führung gab es durch Benátky ein tolles Spiel. Die Gäste erkämpften sich mit einem späten Ausgleichstreffer nämlich noch die Verlängerung, die gut aber torlos war. Somit ging es ins Penaltyschießen, dass Havlíčkův Brod erfolgreich eröffnete (1:0 und den ersten Schuss von Benátky gehalten) aber dann aus der Hand gab und mit 1:2 verlor, sodass am Ende das Ergebnis von 4:5 auf der neu in die Halle gebauten Leinwandtafel stand.

Für nur knapp 3,50€ Eintritt bekam man also gut was geboten dort in Havlíčkův Brod. Gleich gegenüber der Halle fanden wir auch ein sehr gutes und preisgünstiges Restaurant, dass einheimische und italienische Küche anbietet und bei einigen Gerichten die beiden Küchen auch mischt, was sehr lohnend sein kann.  
Die Besichtigungen am Dienstag waren nicht so durch Schnee behindert, wie am Tag zuvor. In Cerekvice nad Bystřicí gab es einen interessanten barocken Komplex aus Kirche und Schloss zu sehen. In Hořice gibt es einen interessanten Marktplatz. Holovousy hat ein interessantes Schloss mit runden Türmen und Wandmalereien zu bieten, dass man hinten herum über die LPG betreten darf.

Das Neorenaissance-Schloss in Chotělice kann auch vorne herum betreten werden, wobei sich in dem Gebäude eine Suchtklinik befindet. Das Schloss von Kopídlino ist hingegen als Schule genutzt und für diesen Zweck eigentlich in einem auffällig schlechten Zustand. Schloss Dětenice hingegen wird privat und für Ritterspiele genutzt und ist topp saniert.

Für das Burgschloss Stary Hrady muss man auch Eintritt bezahlen: es hat ein schön verziertes Vorgebäude und eine quadratische Kernburg. Etwas außerhalb des Dorfes Sobotka befindet sich das rund und hoch gebaute Schloss Humprecht, was eher ein merhstöckiger barocker Pavillon ist. Ganz anders ist das Burgschloss Kost, das mit einem geschlossenen Baukörper aus verschiedenen Epochen auf einem massiven Felsen thront und zu den sehenswertesten Burgen Tschechiens gehört. Auch die Burg Valdštejn ist lohnend, da sie sich im Wald auf mehreren Felsen erstreckt.

Wir guckten noch kurz das historische Zentrum von Jíčin mit Marktplatz, Schloss, Kirche und Stadtturm an und gingen dann in Mladá Boleslav essen.
In Mladá Boleslav ging es uns aber v.a. ums Eishockey. Außer in Ceske Budejovice waren wir nun in allen Hallen der 1. tschechischen Eishockeyliga. Die in Mladá Boleslav ist eine der besseren, aber nicht total herausragend. Schön ist die grün-weiße Bestuhlung, die auf der einen Seite hinterm Tor und den beiden Längsseiten jeweils auf drei Meter oberhalb der Eisfläche befindlichen Tribünen angebracht ist. Auf der anderen Hintertorseite sind wie am Rande der einen Längsseite Stehränge zu finden. Die am Rande der Längsseite sind für Gäste, hinter dem Tor stehen die Heimfans. Die Dachkonstruktion ist ungewöhnlich, da wellenförmig bzw. ein flaches Tonnengewölbe.

Wir hatten nur noch Stehplätze an der Kasse bekommen, wobei Rentner und Studenten großzügige Ermäßigungen kriegen. Dabei kosten die regulären Stehplatzkarten auch nur rund 4,60€... Wir nutzten aus, dass man sich mit diesen Karten auch hinter die letzte Reihe der Längstribünen sowie – besser noch – in den Hintertorbereichen bis fast zur blauen Linie direkt an die Plexiglasscheibe stellen darf. Das ist mal ein Blick! Da sind man besonders gut, wie schnell Eishockey (zumindest sehr gutes Eishockey wie hier in Tschechien) ist!

Von den vier Spielen die wir in Tschechien sahen, war dieses vierte das am wenigsten ausgeglichene. Eigentlich war es schon nach dem ersten Drittel entschieden, was beim Duell Vorletzter gegen Tabellenführer auch nicht so ungewöhnlich ist. Trinec spielte auf top Niveau und ging schnell 0:3 in Führung. Erst zum Ende des Drittels hin gelang Mlada Boleslav ein Aufbäumen. Das zweite Drittel wurde von Trinec sogar so locker angegangen, dass der Gastgeber noch auf 2:3 herankam. Doch wer Trinec kennt, der weiß, dass eine Top-Mannschaft wie diese sich aufgrund des übertrieben großen Spielplans immer wieder zurücknimmt in überlegen gestalteten Spielen. Das dritte Drittel war wieder sehr stark von den Gästen, sodass die 50-60 mitgereisten Schlesier ein 2:5 bejubeln konnten.

Die Rückfahrt dauerte bis 1 Uhr, da man aufgrund der Schneefälle in Tschechien und Teilen Sachsens teilweise so langsam fahren musste, dass man eine volle Stunde verlor im Vergleich zur Fahrtzeit bei gutem Wetter. Wie auch immer: die Tschechien-Eishockey-Tour hat sich wieder sehr gelohnt!  
Statistik:
- Grounds: 1.257 (28.12. 1 neuer, 29.12. 1 neuer, 30.12. 1 neuer; diese Saison: 103 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.256 (28.12. 1, 29.12. 1, 30.12 1; diese Saison: 144)
- Tageskilometer: 1.200 (28.12. 490 Auto, 29.12. 220 Auto, 30.12. 490)
- Saisonkilometer: 28.270 (21.220 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 440

W439III: Turniersieg für den TSV Leuna!

15. Spergauer Ford-Mitternachtspokal (Hallenfußball)
- Datum: Samstag, 27. Dezember 2014 – Beginn: 19.00, Ende: 1.15
- Wettbewerb: Hallenfußballturnier mit Mannschaften aus Verbandsliga (6. Spielklasse, 1. Amateurliga), Landesliga (7. Liga), Landesklasse (8. Liga) und Kreisliga (10. Liga)
- Sieger: TSV Leuna 1919 (5 Spiele, 5 Siege, 16:5 Tore)
- Anzahl Tore: 68 in 16 Spielen ohne Neunmeterschießen (d.h. im Durchschnitt 4,3 pro Partie)
- Höchster Sieg: IMO Merseburg 7:0 Eintracht Bad Dürrenberg
- Torreichstes Spiel: TSV Leuna 8:2 Wacker Wengelsdorf
- Torärmste Spiele: Spergau 1:0 Bad Dürrenberg, Bad Dürrenberg 1:0 Braunsbedra
- Anzahl Strafen: 8 Zwei-Minuten-Strafen (3x Günthersdorf, 1x Leuna, 1x Wengelsdorf, 1x Spergau, 1x Braunsbedra, 1x Merseburg 99 = 16 Strafminuten)
- Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.700, davon 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.400 (darunter mindestens 150 Leunaer)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Überwiegend gute Spiele, durch Leuna auch Stimmung und v.a. ein verdienter Turniersieger!)

Ergebnisse und Tabellen:
Gruppe 1:
1. TSV Leuna 1919 (12:4, 9)
2. SV Blau-Weiß Günthersdorf (5:4, 4)
3. SV Merseburg 1899 (6:6, 4)
4. SV Wacker Wengelsdorf (4:13, 0)
Günthersdorf 2:0 Wengelsdorf, Leuna 2:1 Merseburg 99, Günthersdorf 1:2 Leuna, Wengelsdorf 2:3 Merseburg 99, Günthersdorf 2:2 Merseburg 99, Wengelsdorf 2:8 Leuna
Gruppe 2:
1. VfB IMO Merseburg (15:3, 9)
2. SG Spergau (6:7, 4)
3. Eintracht Bad Dürrenberg (1:8, 3)
4. SV Braunsbedra (2:6, 1)
IMO 5:3 Spergau, Bad Dürrenberg 1:0 Braunsbedra, IMO 7:0 Bad Dürrenberg, Spergau 2:2 Braunsbedra, IMO 3:0 Braunsbedra, Spergau 1:0 Bad Dürrenberg
Halbfinals:
TSV Leuna 2:0 SG Spergau
IMO Merseburg 3:5n.N. (2:2) BW Günthersdorf
Platz 7 (nur Neunmeterschießen):
Wacker Wengelsdorf 2:3 SV Braunsbedra
Platz 5 (nur Neunmeterschießen):
Merseburg 99 5:4 Eintracht Bad Dürrenberg
Platz 3:
SG Spergau 2:5 VfB IMO Merseburg
Finale:
TSV Leuna 1919 3:1 BW Günthersdorf

Photos with English Commentary:
Spergau Annual Indoor Football Tournament: TSV Leuna won 2014’s Edition by beating BW Günthersdorf in the Final Match of the “Midnight Cup”

Die 15. Ausgabe des berühmten Spergauer Mitternachtspokal stand an. Dass es diesmal der TSV Leuna sein sollte, der vor einer wieder einmal starken Kulisse von über 1.000 Zuschauern in der Spergauer Jahrhunderthalle den von Hähnels Fort-Autohaus-Leuna gesponserten Pokalwettbewerb gewinnt, war nicht abzusehen. Eigentlich dachte jeder Leunaer, dass diese in der Landesklasse so schwach spielende Mannschaft nicht über die Vorrunde hinauskommt und keinen Blumentopf gewinnt. Aber in der Tat gewannen sie keinen Blumentopf, sondern den viel dekorativeren Pokal! Wie es dazu kam, steht im folgenden Turnier-Bericht...

Nach dem traditionellen Spiel zwischen der Sponsorenauswahl und diesmal notgedrungen der Frauenmannschaft von Eintracht Bad Dürrenberg, die trotz männlicher Verstärkung keinen Stich gegen die sportlichen Alten Herren sah und erst nach einem absichtlichen Fehlabspiel zum 3:1 Ehrentreffer kam, begann das Turnier: stimmungsmäßig noch sehr verhalten, spielerisch schon sehr ansehnlich. Günthersdorf schlug Wengelsdorf in einem unterhaltsamen Spiel 2:0.

Nachdem die IMO in einem spektakulären und schnellen Match mit 5:3 dank vier Torwartfehler gegen Spergau gewann, trat Leuna zum ersten Mal an. Gleich das Derby gegen Merseburg 99 und gleich ein Doppelschlag zu Beginn zum 2:0. Mitte der 15minütigen Partie trafen die Merseburger auch mal, doch am Ende brachte der TSV den Sieg über die Zeit. Dass es der Anfang einer hervorragenden Serie von fünf Siegen zum Turniergewinn seien sollte, ahnte natürlich noch niemand.

Bad Dürrenberg gewann 1:0 gegen eine ganz schwache Braunsbedraer Auswahl, dann war Leuna wieder dran. Gegen die Blau-Weißen aus dem Leunaer Ortsteil Günthersdorf hieß es am Ende in einem spannenden Spiel ebenfalls 2:1 für den TSV! Das 2:1 war aber zugegebenermaßen kein Treffer von Gago Ibrahim, wie es der Sprecher ansagte: er brachte den Ball nicht direkt aufs Tor, doch ein Verteidiger der G’dorfer haute ihn quer vors eigene Tor, der Torwart schlug ihn gegen einen anderen Verteidiger und von diesem prallte er ins Eck...

Dann folgte das einseitigste Spiel des Turniers: IMO gewann 7:0 gegen Bad Dürrenberg und gaukelte mit spektakulären Toren aus bis zu 15 Metern den Favoritenstatus vor. Wengelsdorf hielt sich dann gut bei ihrem 2:3 gegen Merseburg 99 und Spergau und Braunsbedra trennten sich 2:2 so wie auch Günthersdorf und Merseburg 99, was zum überraschenden Vorrundenaus der 99er führte. IMO langweilte noch mit einem 3:0 gegen Braunsbedra, ehe Leuna endlich wieder auf die Platte durfte. Die Platte fegten sie auch vom allerfeinsten: Wengelsdorf wurde mit einem überragenden 8:2 auf den letzten Platz geschossen!  
Spergau und Bad Dürrenberg bestritten das letzte Vorrundenspiel. Da Spergau 1:0 gewann, trafen sie im ersten Halbfinale auf unseren TSV Leuna. In einem spannenden Spiel mit mittlerweile hervorragend haltenden Spergauer Schlussmann und mit mittlerweile ganz starker Stimmung im Leunaer Fanblock gewann der TSV 2:0. Da fiel einem Typen beim Torjubel doch glatt der Bierbecher so unglücklich aus der Hand, dass er 5m entfernt auf dem Spielfeld landete...

Der 7. Platz wurde wie immer nur im Neunmeterschießen entschieden. Erst ein Festival von Fehlschüssen, dann krachten auch mal Dinger ins Netz: nach je sechs Schützen siegte Braunsbedra 3:2 gegen Wacker Wengelsdorf. Auch beim zweiten Halbfinale gab es Neunmeter. Nach dem spannenden 2:2 zwischen IMO Merseburg und BW Günthersdorf hieß es 1:3 (Endstand also 3:5) im Neunmeterschießen. Das Leunaer-Sensationsfinale war also perfekt!

Das Schießen um Platz 5 gewann Merseburg 99 5:4 gegen Eintracht Bad Dürrenberg nach je 6 Schützen. Diesmal gab es als Entertainment vor den letzten beiden Spielen keine Stripshow, sondern niveauvolleren Bauchtanz. Das Spiel um Platz 3 war wieder sehr ansehnlich und endete mit einer klaren Niederlage der SG Spergau gegen den VfB IMO Merseburg: 2-5.

Als endlich das Finale angepfiffen wurde, war nicht nur wegen des Alkoholpegels einiger Leunaer die Stimmung auf dem Höhepunkt – denn auch die Nüchternen und nur minimal angetrunkenen Fans gingen jetzt gut mit und durch die Fangruppe aus Kötzschau hatte man zumindest Hasssprechchöre gegen die „Kanalratten“ aus „Schweine-Günthersdorf“ auf seiner Seite; ab und an stimmten sie sogar in Wechselgesänge „Chemie – Leuna“ ein.
Auch vom schnellen Rückstand gegen BW Günthersdorf ließ man sich nicht einkriegen. Nach dem 1:1 in der 4. Minute wurde der Landesklasseaufsteiger nervös. Als TSV Leuna in der 9. Minute einen Doppelschlag hinlegte war der Leuna-Mob am toben, demselben Spast vom Halbfinale fiel noch mal das Bier aus der Hand aufs Feld – freundlicherweise warf er eine Packung Taschentücher zum Aufwischen hinterher, aber so ist das halt mit diesen vier, fünf Arschlöchern die jedes Jahr nur zum Hallenturnier kommen und sich sonst nie beim TSV blicken lassen; auf die besagten Leute kann man eh als Mitglieder oder Fans verzichten im Verein da nicht sozial integrierbar – und die Günthersdorfer wurden jetzt undiszipliniert. Nach mehreren Fouls und grundlosem Reklamieren musste auch mal einer von der Platte, was den Dörflern den Rest gab. Also 3:1 für den TSV Leuna! Und der erste Gewinn des Mitternachtspokals den ich mit diesem tollen Verein erlebe!!!

Nach einer stimmungsvollen Siegerehrung, bei der die ganzen bescheuerten Spergauer und Merseburger schon die Halle verließen, aber dem TSV durch die eigenen Anhänger und auch jene von Kötzschau der gebührende Respekt erwiesen wurde – die Stimmung übertönte auch weitestgehend den Hallenalarm, der durch eine unerklärliche Nebelbildung im Oberrang in dem sich auch u.a. der Leunaer Fanblock befand, ausgelöst wurde – ging es deutlich nach 1 Uhr morgens sehr zufrieden aufgrund der tollen Leistung des TSV Leuna nach Hause zurück. Es ist sehr zu hoffen, dass in der Rückrunde an diese Leistung angeknüpft werden kann. Nicht wegen des reinen Erfolgserlebnisses, sondern weil sich der TSV hier in dieser Zusammensetzung mit den vielen neuen Spielern erstmals als Einheit präsentierte. Und an diesem Mannschaftsgefüge und dem Willen für den Verein zu kämpfen fehlte es wohl in der gesamten Hinrunde (auch in drei der vier Spiele die ich sah) mit der Ausnahme ein paar weniger Spiele. Aber was hier in der Halle so gut lief, muss doch auch auf dem Feld mal funktionieren!  
Statistik:
- Grounds: 1.254 (heute 0 neue; diese Saison: 100 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.253 (heute 1; diese Saison: 141)
- Tageskilometer: 20 (20 Auto)
- Saisonkilometer: 27.070 (20.020 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 439

Samstag, 27. Dezember 2014

W439II: Die neue Eissporthalle in Karlovy Vary

HC Energie Karlovy Vary .......................................... 2
HK Mountfield Hradec Králové ................................ 1
- Datum: Freitag, 26. Dezember 2014 – Anstoß: 15.30
- Wettbewerb: Extraliga Hokej, sogenannte Tipsport extraliga (1. Tschechische Profieishockeyliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Min. (3x30) – Drittelergebnisse: 0-0, 2-1, 0-0
- Tore: 0-1 28. Pláněk, 1-1 36. Bičánek, 2-1 38. Hruška
- Strafzeiten: 3x Duda, 2x Šmach, 2x Balán, 1x Bičánek, 1x Vachovec, 1x Harant (Karlovy Vary = 20 Minuten); 2+10+20+Spieldauer Vašíček, 2x Mertl, 1x Troliga, 1x Dietz, 1x Mikuš, 1x Červený (Hradec Králové = 44 Minuten)
- Spielort: Arena Karlovy Vary (Kap. 6.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: 4.129 (davon ca. 60 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Intensives, spannendes und gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Ice Hockey: HC Energie Carlsbad v Mountfield Hradec Králové (Professional League of Czech Republic)
b) Sightseeing: Jáchymov Freudenštejn Castle, Horní Hrad Hauenštejn Castle, Himlštejn Castle, Radošov Wooden Bridge, Kyselka Spa

Zum Jahresende haben wir einen Tagesausflug und eine dreitägige Reise in die Tschechische Republik geplant. Der Tagesauflug am ersten Weihnachtsfeiertag war nicht so lange und ganz unkompliziert. Einzige Schwierigkeit: den Erzgebirgskamm gen Tschechien überwinden, da auf der deutschen Seite ein ums andere Mal der Winterdienst versagt hat.

Kaum war man in Tschechien, waren die Straßen geräumt. Selbst kleine Nebenstraßen wurden gestreut, sodass wir problemlos nach Jáchymov kamen, wo oberhalb des Ortes zwei Türme stehen – ein historistischer und ein spätgotischer, beide gehören zur selben Burganlage, der Burg Freudenstein.

Auf zwei direkt nebeneinander liegenden Berggipfeln besuchten wir zwei Burgen. Zuerst die in Horní Hrad gelegene Hauenstein, die einfach erreichbar ist und gegen überzogenen Eintritt (80 Kronen, 3,50€) besichtigt werden kann. Gut, wenn der Burgherr nicht da ist, aber nicht abgeschlossen hat: da kann man alleine in der teilweise im Tudorstil veränderten gotischen Burg herumgucken, die eine einzige Baustelle ist. Nur das angrenzende Arboretum mit Kapelle (gegen 20 Kronen Aufpreis zu besichtigen) war abgeschlossen. Dann ging es in anstrengenden 40 Minuten die 2,5km Wanderweg zur Burgruine Himmelstein. Von der stehen nur noch die Stummel eines Vortores, der Torbogen mit angrenzender Ruine eines Turms der Kernburg und ein Mauerrest an der Stelle mit dem spektakulärsten Blick ins von Bergen eng begrenzte Tal.

Wir hielten noch zwei Mal kurz an auf dem Weg nach Karlovy Vary: einmal in Radošov, wo eine mittelalterliche überdachte Holzbrücke über die Eger zum Fußballplatz bzw. ins nächste Dorf führt, und das andere Mal in Kyselka, wo man derzeit mühsam die Häuserzeile der Kuranlagen saniert. Ein Großteil ist aber immernoch völlig verfallene neobarocke Architektur.  
In Karlovy Vary selbst fuhren wir gleich zur Eishalle, der neuen „Arena Karlovy Vary“. Die Eintrittskartenpreise waren noch im Rahmen: in der keineswegs besseren DEL hätten wir für diese Karten in der 7. Reihe auf Höhe des Mittelkreises 40-60€ hingelegt (bzw. auch nicht, weil wir so viel normalerweise nie zahlen würden) und hier in Karlovy Vary waren die schon eher überm Preisdurchschnitt, weil die 7€ kosteten. Mein Vater bekam aber 50% Rentner-Rabatt und ich 30% Studentenermäßigung. Ein sehr preisgünstiges Vergnügen also auf den leicht gepolsterten Klappsitzen in der absolut regelmäßigen, ordentlich gebauten, farblich angenehm gestalteten, aber architektonisch ziemlich uninteressanten neuen Eissporthalle von Karlovy Vary zu sitzen!

Das Spiel lohnte wie immer in der Extraliga das Kommen. Hradec Králové war zugast und ging, nachdem sie in einem torlosen ersten Drittel nur durch eine Hinausstellung wegen Schiedsrichterbeleidigung auffielen, ziemlich glücklich in Führung. Das Spiel war zwar torarm, aber dafür umso intensiver geführt und packender. Karlovy Vary kämpfte sich nach dem unglücklichen Rückstand ins Spiel zurück und drehte innerhalb von drei Minuten die Partie auf 2:1. Im Schlussdrittel sollte es noch Chancen auf beiden Seiten geben, doch Karlsbad hielt das eng umkämpfte Ergebnis zu seinen Gunsten.

Im Vergleich zu unserem Lieblingsclub aus Litvínov fiel aber auf: auch wenn die „Arena KV“ nicht so ein verpfuschtes Billigteil wie die fast baugleiche Anlage in Liberec oder die O2-World in Prag (Slavia-Heimstätte, gebaut von der Firma Saskia und nicht O2) ist – im Vergleich zu Litvínov oder auch Brno, Zlin, Tesla Arena (Sparta Prag) und Trinec ist sie gesichtslos. Und wenn man bedenkt, dass nur zwei Drittel der Plätze belegt waren, ist das im Extraliga-Vergleich auch nicht toll. Davon mal abgesehen, war die Stimmung trotz der 300 Mann starken Fangruppe von Karlovy Vary schräg hinter dem einen und den knapp 100 Gästefans schräg hinter dem anderen Tor eher schwach.

Wie gesagt gab es aber nichts an dem Spiel auszusetzen und die Rückfahrt verlief auch schneller als die Hinfahrt, obwohl nach wie vor die Straßen im Erzgebirge nicht geräumt oder gestreut waren.  
Statistik:
- Grounds: 1.254 (heute 1 neuer; diese Saison: 100 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.252 (heute 1; diese Saison: 140)
- Tageskilometer: 400 (400 Auto)
- Saisonkilometer: 27.050 (20.000 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 439

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten

Diesmal wieder in angestammten Gefilden...
Weihnachtsgottesdienst in Atzendorf: schön für verwunderte Blicke gesorgt, da wir außer Familie Schirmer natürlich niemandem bekannt waren, während die anderen etwa 100 Kirchenbesucher natürlich untereinander jeden einzelnen kennen... Predigt war hinteres Mittelfeld und das Dürftigste was ich je in einem Weihnachtsgottesdienst erlebt habe, wobei ich jetzt noch kritischer eingestellt bin von Marokko her, wo ich die Predigt der amerikanischen Kirchengemeinde erlebt habe - so eine Mischung aus Konzert und religiöser Show mit völlig frei und absolut textsicher sowie sehr emotional redenden Pfarrern ist in deutschen Kirchen nicht denkbar...  
Bilder aus Atzendorf (vor und nach dem Gottesdienst)

W439I: Torreicher Sieg für SCM

Sport Club Magdeburg ................................................. 38
Bergischer Handball Club Wuppertal ........................ 32
- Datum: Dienstag, 23. Dezember 2014 – Anwurf: 19.00
- Wettbewerb: 1. Handballbundesliga, sogenannte „DKB Handballbundesliga” (1. deutsche Profihandballliga)
- Ergebnis: 38-32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-13
- Tore: Rojewski 8, Weber 7, Natek 4, Musche 3, van Olphen 3, Haaß 3, Bezjak 3, Jurecki 2, Lie Hansen 1 (SCM); Gunnarson 9, Weiß 7, Hoße 3, Nippes 3, Gutbrodt 3, Szilagyi 3, Artmann 2, Hermann 1, Meschke 1 (Bergischer HC)
- Gelbe Karten: Musche, van Olphen, Haaß (SCM); Hermann, Weiß, Gutbrodt (Bergischer HC)
- Zeitstrafen: 2x Natek, 1x Haaß, 1x Weber (SCM = 8 Minuten); 2x Weiß, 1x Artmann, 1x Nippes, 1x Meschke (Bergischer HC = 10 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Bördelandhalle, sogenannte „GETEC-Arena” (Kap. 7.500, davon 6.700 Sitzplätze)
- Zuschauer: 7.500 (ausverkauft, darunter Gästefans: vielleicht 10)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr gute Leistung vom SCM, dessen Erfolg in diesem Spiel nie gefährdet war)  
Photos with English Commentary:
Handball 1st Bundesliga: SC Magdeburg defeat Bergischer HC

Wie es sich gehört kam ich rechtzeitig zu Weihnachten in den Osten gefahren. Mit meinem Vater ging es am 23.12. erstmal nach der vierstündigen Fahrt über die Autobahnen in die Landeshauptstadt Magdeburg zum SCM. Da war ich schon lange nicht mehr. Die Karten hatten wir im Vorverkauf besorgt, was sich auch als gut erweisen sollte, denn die Hütte wurde voll, obwohl so gut wie niemand aus Wuppertal mit der Gastmannschaft mitfuhr.

Vor siebeneinhalb tausend Zuschauern, die eine eindrucksvolle aber wenig stimmungsvolle Kulisse boten, zeigte der SC Magdeburg einen hervorragenden Start und deklassierte die NRW-Mannschaft. Erst nach 10 Minuten beim Stand von 9:3 fand der Bergische HC langsam ins Spiel. Der 19:13 Pausenstand ging aber schon in die richtige Richtung. Nach einer teilweise ausgeglichenen zweiten Halbzeit hatte der SCM auch am Ende mit sechs Toren die Nase vorn. Nur da die Hausherren in der zweiten Hälfte mitunter die Zügel schleifen ließen, kam der Gast überhaupt noch in den Bereich einer erträglichen Niederlage. Hätte der SCM nicht schon am 26.12. wieder ein Spiel, wäre es bei diesem signifikanten Leistungsunterschied deutlicher als 10 Tore Unterschied geworden. Insgesamt gesehen lohnte sich der Spielbesuch – trotz eher mäßiger und zu teurer Plätze (19,50€ für ganz außen im Oberrang) – sehr!  
Statistik:
- Grounds: 1.253 (heute 0 neue; diese Saison: 99 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.251 (heute 1; diese Saison: 139)
- Tageskilometer: 670 (670 Auto)
- Saisonkilometer: 26.650 (19.600 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 439