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Montag, 20. Dezember 2010

W229I: Wie man mit vier Unentschieden aus vier Spielen weiter kommt und als 3.-Kreisklasseteam auch Kreisoberligisten ausschaltet

Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Vorrunde A-Junioren
Samstag 18. Dezember 2010 – Beginn 12.45
Teilnehmer aus Landesliga Staffel 2 (4. Liga der A-Junioren) und Kreisunionsliga (5. und unterste A-Junioren-Liga)
Qualifiziert für Finalrunde: SV Braunsbedra, SV Merseburg 99 (beide Landesliga) und Wettiner SV (Kreisunion) + VfB IMO Merseburg und SSV Landsberg (beide Freilos, da Verbandsliga)
Spielort: Sporthalle Wettin (Kap. 250, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (Größte Fangruppe: Wettin mit ca. 9 Fans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Einige gute und spannende, sonst meist mittelmäßige Spiele: Turnier aber insgesamt gesehen O.K.)

Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Vorrunde Männer (Gruppe 6)
Samstag 18. Dezember 2010 – Beginn 15.00
Teilnehmer aus Kreisoberliga (9. Liga, 4. Amateurliga), Kreisliga Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga), 1. Kreisklasse Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga), 2. Kreisklasse Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga) und 3. Kreisklasse Staffel 2 (13. Liga, 8. Amateurliga)
Qualifiziert für Zwischenrunde: TuRa Beesenstedt II (3. Kreisklasse)
Spielort: Sporthalle Wettin (Kap. 250, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (Größte Fangruppe: Beesenstedt mit ca. 10 Fans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Bis auf Beesenstedt II konnte da keine Mannschaft richtig Fußball spielen – und die völlig verdienten Sieger waren die Klassentiefsten!)

Photos and English version:
Indoor Football Tournament in Wettin: Under-19 and Men’s Preliminaries to District Championship Saalekreis
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Turnier-Statistik A-Junioren:
Toreschnitt: 3,00 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 30)
Torreichstes Spiel: SV Braunsbedra 7:2 BW Farnstädt
Torärmste Spiele: Wettin gegen Braunsbedra, Schochwitz und Farnstädt (jeweils 0:0)
Anzahl Strafen: keine Strafminuten, keine Platzverweise
Bestes Spiel: Wettiner SV A 2:2 Merseburg 99 A (7,0/10 = gut und spannend)
Schlechtestes Spiel: Merseburg 99 A 1:0 TSV Schochwitz (1,0/10 = niveaulos)

Turnier-Statistik Männer (Gr. 6):
Toreschnitt: 2,70 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 27)
Torreichste Spiele: TuRa Beesenstedt II 3:2 SV Sennewitz und SV Sennewitz 5:0 VfL Roßbach
Torärmstes Spiel: SV Dornstedt 0:0 SV Roßbach
Anzahl Strafen: 6 Strafminuten, keine Platzverweise (4 Minuten Dornstedt, 2 Minuten Großkugel)
Bestes Spiel: TuRa Beesenstedt II 3:2 SV Sennewitz (6,0/10 = Ziemlich gut und spannend)
Schlechtestes Spiel: SG Großkugel 3:0 SV Dornstedt (1,0/10 = kein Niveau)

Tabelle A-Junioren:
1. SV Braunsbedra A 13:4 10
2. SV Merseburg 99 A 10:7 7
3. Wettiner SV 1920 A 2:2 4
4. TSV 1990 Schochwitz A 1:4 4
5. Blau-Weiß Farnstädt A 4:13 1

Tabelle Männer (Gr. 6):
1. TuRa Beesenstedt II 9:3 12
2. SG Großkugel 7:3 9
3. 1. SV Sennewitz 10:4 6
4. VfL Roßbach 1921 1:8 1
5. SV Dornstedt 0:9 1
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Ich weiß nicht, was manche Spaste an der beschissenen Jahreszeit „Winter“ so toll finden: verursacht nur Kosten, diese scheiß Kälte. Nicht nur, dass heeme immer die Heizung läuft – Groundhopping ist im Winter deutlich teurer, da man z.B. nicht Geld sparen kann durch Rad fahren. So eine Strecke wie nach Wettin fahren wir auch im Spätherbst noch mit dem Rad – im Winter muss jetzt die Bahn bis Nauendorf zu überhöhten Preisen und mit schlechtem Material genutzt werden. Die Schaffnerin, die auf meine Beschwerde wegen der defekten Türen hin meinte, dass sei doch im Winter normal, bekam von mir mal „freundlich“ was zur Wartung von Zügen erzählt: die Türen bei diesen vergammelten Regionalzügen sind nämlich auch im Sommer, Herbst und Frühjahr oft defekt – im Winter nur noch häufiger. Die letzten 8km kämpften wir bei 8 Grad unter Null per Fahrrad über die teils verschneite Landstraße.

Ziel in der schönen Kleinstadt Wettin war die Sporthalle neben dem Fußballplatz auf der Erhebung unterhalb des Bismarckturms. Die Halle ist ein stinknormaler Neubau der 2000er-Jahre, der mit einer erhöht liegenden dreireihigen Tribüne mit Holzbänken und einer dahinter vorgesehenen Stehreihe mit schön breiten Holztischen zum Aufstützen aufwarten kann. Die Sicht ist völlig OK, Licht nicht besonders, aber alles in allem eine annehmbare Halle – nur ohne jegliche Highlights. Im Übrigen nutzt auch meines Wissens kein Verein die Halle regelmäßig im Spielbetrieb. Nur teilweise wird sie vereinsmäßig vom SV Langenbogen (Handball) genutzt.

Heute fanden dort mal drei Hallenfußballturniere statt. Die F-Jugend schauten wir uns nicht an, aber das Turnier der A-Jugend interessierte uns. Es spielten fünf Teams: Blau-Weiß Farnstädt (auf dem Feld Tabellenführer der Unionsliga Saalekreis/ Burgenlandkreis), Wettiner SV 1920 (4. in der Unionsliga) und TSV Schochwitz (5. von 6 Mannschaften ebendieser Liga) trafen auf die Landesligisten (eine Klasse höher) SV Braunsbedra - unangefochtener Spitzenreiter der Landesliga - und Merseburg 99; als 4. weit abgeschlagen, aber auch mit gutem Vorsprung nach unten (9 Mannschaften sind in der Liga).

Im Anschluss gab es dann das Männerturnier. Klarer Favorit auf den einzigen Quali-Platz war der 1. SV Sennewitz als Tabellenführer der Kreisoberliga. SG Großkugel als 12. von 14 in der Kreisliga in akuter Abstiegsgefahr, auch Roßbach nur 10. von 13. in 1. Kreisklasse, Dornstedt in 2. Kreisklasse 6. von 12 und TuRa Beesenstedt II Tabellenführer der 3. Kreisklasse, also der untersten Spielklasse.
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Im Folgenden wird jedes einzelne Spiel (die Spielzeit betrug in beiden Turnieren 1x10 Minuten, was ich als zu kurz empfinde: 1x15 ist die richtige Zeit für so ein Turnier) knapp beschrieben:

BW Farnstädt A 0:1 TSV Schochwitz A
Spiel 1, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 2,5/10
Nach sieben Minuten fiel der erste Treffer des Turniers: ein Torwartfehler machte es möglich. Es war das befürchtete, wenig sehenswerte Hallen-Gekicke.

SV Braunsbedra A 0:0 Wettiner SV A
Spiel 2, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 5,0/10
Schade, dass hier kein Treffer fiel: beide Mannschaften spielten ganz flott und sehenswert. Langsam kam das Turnier in Fahrt.

BW Farnstädt A 2:5 Merseburg 99 A
Spiel 3, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 7,0/10
Merseburg 99 führte mit guten und sehenswerten Spielzügen die schwachen Farnstädter vor: von der 3. bis 5. fielen drei Tore. In der 7. legten sie zum 0:4 nach. Nach einem Glückstreffer der Farnstädter setzten die Merseburger noch einen drauf. Die einzige gute Aktion der Farnstädter führte zum 2:5 Endstand.

TSV Schochwitz A 0:3 SV Braunsbedra A
Spiel 4, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 5,0/10
Von Schochwitz kam nichts und der SVB kombinierte ab und an richtig gut. Das führte zu drei Treffern und einem völlig verdienten Sieg.

Wettiner SV A 2:2 Merseburg 99 A
Spiel 5, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 7,0/10
Wettin ging per Doppelpack (3. und 4. Minute) überraschend in Führung. Erst um Ende der Partie konnte Merseburg seine Leistung abrufen. Dass sie sich noch darüber beschwerten, dass sie nicht das 3:2 erzielen konnten, finde ich unangemessen – das Ergebnis war absolut gerecht; dass sollte man so auch als beteiligter Spieler mit 16 oder 17 Jahren schon einschätzen können.

SV Braunsbedra A 7:2 BW Farnstädt A
Spiel 6, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 6,5/10
Eine beeindruckende Demontage der Farnstädter: Braunsbedra war absolut überlegen und glänzte auch immer wieder mit starken Kombinationen und Spielzügen sowie Treffern. Torfolge (Minute): 1-0 (2), 2-0 (3), 3-0 (4), 3-1 (5), 3-2 (7), 4-2 (7), 5-2 (7), 6-2 (8), 7-2 (9)

TSV Schochwitz A 0:0 Wettiner SV A
Spiel 7, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 6,0/10
Für ein 0:0 gut, da spannendes hin und her. Allerdings hatte Schochwitz erst ab der 7. Minute ihre Torchancen. Wettin hätte einen Sieg wirklich verdient gehabt.

Merseburg 99 A 2:3 SV Braunsbedra A
Spiel 8, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 5,5/10
In einem spannenden und engen Spiel, in dem Merseburg 99 mit seinen vielen Torchancen sehr schlampig umging, siegte der technisch und torschussmäßig bessere SVB durch zwei Treffer in der Schlussminute. Wäre das Spiel 3:2 (oder 4:3 oder so) an 99 gegangen, hätte der SVB sich nicht beschweren brauchen.

Wettiner SV A 0:0 BW Farnstädt A
Spiel 9, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 3,0/10
Schade, dass Wettin schon wieder nur 0:0 spielte – dieses Ergebnis lässt immer schwache Leistungen vermuten, doch wird der sehenswerten Spielweise der Wettiner nicht gerecht. Auf dem Großfeld oder bei einer angemesseneren Spielzeit spielen die bestimmt nicht 0:0. Außerdem hatte Farnstädt wirklich Glück, hier ihren einzigen Punkt geholt zu haben.

Merseburg 99 A 1:0 TSV Schochwitz A
Spiel 10, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 1,0/10
Das Schlechteste zum Schluss. Es gab nur zwei Highlights: ein billiger Treffer der schwachen Merseburger gegen die noch viel schwächeren Schochwitzer und eine sehr gerechte Schiedsrichterentscheidung. Diese bezog sich darauf, den Ausgleich der Schochwitzer abzuerkennen, da sie sich insofern sehr unfair benommen haben, als dass sie den wegen der Verletzung ihres Torwarts (er ging in die Knie, nachdem er nach einer Abwehr mit dem Kopf auf dem Boden aufgekommen war) innehaltenden 99ern den Ball abnahmen und ihn ins Tor donnerten. Wie man sich da noch ernsthaft beschweren kann, ist mir schleierhaft. Wenn man einfach zu schlecht ist, ein reguläres Tor zu erzielen, hält man bei einem irregulären oder unfairen Treffer lieber die Fresse. Das gilt auch für den komischen hessischen Betreuer der Beesenstedter Männermannschaft, die – kaum angereist – sich schon ins Juniorenturnier reinhängte und dumme Kommentare abgab.

Somit also Braunsbedra, Merseburg 99 und Wettin für die Finalrunde qualifiziert. Diese drei Mannschaften waren auch klar besser als die beiden ausgeschiedenen. Ein sehr gerechtes Ende, wobei der Schiedsrichter durch seine gewagte aber korrekte Entscheidung das Weiterkommen der schwachen Schochwitzer verhinderte. Mit einem 1:1 wären die nämlich im Finale gewesen!
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Nun zum Männerturnier, dass wir unter den verhältnismäßig zahlreichen Anhängern der Beesenstedter Außenseitern stehend, verfolgten. Dass man als Mannschaft aus der 3. Kreisklasse auch gegen Teams aus Kreisliga und Kreisoberliga eine Chance hat, zeigten die Jungs von TuRa II wirklich eindrucksvoll.

TuRa Beesenstedt II 3:2 SV Sennewitz
Spiel 1, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 6,0/10
Der klassentiefste schlug den klassenhöchsten (3. Kreisklasse gegen Kreisoberliga) verdient mit 3:2 – ein echtes Highlight da eine echte Überraschung und spielerisch ansehnliches Duell schon zu Beginn den Turniers.

SV Dornstedt 0:0 VfL Roßbach
Spiel 2, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 2,5/10
Schwaches Gekicke der beiden schwächsten Teams im Turnier. Dornstedt wurde um den gr nicht so unverdienten Sieg betrogen, da der Schiri das 1:0 - aus einer Vorteilssituation heraus gefallen - aberkannte.

TuRa Beesenstedt II 2:1 SG Großkugel
Spiel 3, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 5,5/10
Nach 0:1 Rückstand gewinnt TuRa noch mit 2:1 durch einen Treffer in der Schlussminute. Wieder eine Überraschung: auf der Tribüne wurde schon gerätselt, ob dass daran liegen täte, dass die Beesenstedter die größte Fangruppe dabei hatten (die waren aber zu leise, um Einfluss zu nehmen) oder am Mixery-Trinken vorm Spiel.

SV Sennewitz 3:0 SV Dornstedt
Spiel 4, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 2,5/10
Dornstedt leider völlig überfordert. Sennewitz spielte langweilig aber völlig verdient einen 3:0-Sieg heraus.

VfL Roßbach 1:2 SG Großkugel
Spiel 5, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 3,0/10
Roßbach traf nach ein paar Sekunden zum 1:0. Es sollte ihr einziger Treffer im Turnier bleiben. Großkugel drehte die Partie aber verdientermaßen noch zum 1:2.

SV Dornstedt 0:3 TuRa Beesenstedt II
Spiel 6, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 4,0/10
Enttäuschend, wie Dornstedt auftrat. Nach ein paar Sekunden das 0:1, in den letzten Minuten noch zwei weitere Treffer. Dieser Beesenstedter Sieg wunderte jetzt aber keinen mehr...

SV Sennewitz 5:0 VfL Roßbach
Spiel 7, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 4,0/10
Sennewitz zog Roßbach locker ab. Nach 1, 3, 5, 6 und 8 Minuten schlug es im Kasten der schwachen Roßbacher ein.

SV Großkugel 3:0 SV Dornstedt
Spiel 8, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 1,0/10
Das schlechteste Spiel des Turniers. Großkugel gewann noch zu hoch: so gut waren die gar nicht aufgetreten, sondern bolzten genauso unmotiviert oder unbedarft den Ball umher, wie die Dornstedter auch. Das 1:0 hatte wieder der einzige der drei Schiris, der das Prädikart "schwach" verdient, mit zuverantworten. Die beiden sinnlosen Zeitstrafen im weiteren Spielverlauf wunderten einige; aber die kannten den Selbstdarsteller von Schiri, der bei zwei Spielen dieses Turniers negativ auffiel, wohl noch nicht. Seinen beiden Kollegen kann man nur Lob aussprechen.

VfL Roßbach 0:1 TuRa Beesenstedt II
Spiel 9, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 3,0/10
Beesenstedts schwächster Auftritt, doch für Roßbach immer noch gut genug. Eine halbe Minute vor Schluss erst fiel der goldene Treffer. Doch Beesenstedt war ohnehin schon bei 0:0 weiter. Dass der klassentiefste hier mit vier Siegen aus vier Spielen das Turnier gewann, muss man sich mal überlegen!

SG Großkugel 1:0 SV Sennewitz
Spiel 9, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 2,0/10
Noch eine schwache Partie, entschieden durch einen späten Torerfolg. Für Sennewitz als haushohen Favoriten lief dieses Turnier absolut beschissen. Sie spielten wie ihre zweite Mannschaft, die sie laut KFV-Ansetzung aber nicht hätten sein dürfen.
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Schlusswort. Der eine Schiri, einer der beiden guten und korrekten, meinte in der Pause zwischen den beiden Turnieren mit Blick auf den maximal 8cm hoch verschneiten Feldfußballplatz neben der Halle: „also früher hätte man heute da gespielt.“ Als ich zweieinhalb Stunden zuvor nach der Ankunft an der Halle aus Neugier ebendiesen Platz, auf dem ich einige Monate zuvor ein herrliches Kreispokalspiel gesehen hatte, begutachtete, dachte ich genau das gleiche. Doch das ewige Gesülze von angeblicher Verletzungsgefahr – der Schnee ist weich und wenn man sich ordentlich aufwärmt, zerrt man sich auch nicht – und Unzumutbarkeit der Spieldurchführung bei ein paar Zentimetern Schnee, dass erst in den letzten fünf Jahren solche Blüten treibt, dass man peinlicherweise schon im November Spielausfälle en masse hat, verhindert das. Wenn ich mir die Richtlinien des KFV zu Spielen unter härteren Witterungsbedingungen durchlese, fasse ich mir an den Kopf. Bei Spielern, die sich wegen 0 Grad und ein paar Schneeflocken schon auf die Winterpause freuen, um dann da im Warmen zu kicken, könnte ich ausrasten. Die Hallensaison hat mich zu meiner aktiven Jugendfußballzeit schon nie interessiert – jetzt hat sich das nicht geändert. Das Männerturnier heute hat mich wieder nur in meiner Sicht, dass solche Hallenturniere absolut kein Ersatz für Feldfußballspiele sind, bestärkt. Bis auf TuRa Beesenstedt II, denen ich meinen Respekt aussprechen muss, konnte da keine Mannschaft ordentlich Fußball spielen. Und dabei war TuRa die klassenniedrigste Truppe! Die Spieler von Sennewitz & Co. gehören raus aufs Feld – für Hallenfußball braucht man Futsal-Spieler, die sich aufs technisch weit anspruchsvollere, weil räumlich viel engere Spiel in der Halle spezialisieren!

Statistik:
Ground Nr. 507 (ein neuer Ground; diese Saison: 56 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.193 und 1.194 (diese Saison: 81)
Tageskilometer: 90 (70 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 12.870 (8.170 Auto/ 2.110 Fahrrad/ 1.790 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 229

Samstag, 2. Oktober 2010

W218II: Enge Schlussphase in Schortewitz, derbe Klatsche für Großkugel in Löbejün und; das 75-Minuten-Schnitzel...

SG Schortewitz/ Zörbig 4:3 SG Roßlau/ Klieken
Samstag 2. Oktober 2010 – Anstoß 10.30
Landesliga B-Junioren Staffel 3 (4. Liga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 4:3 nach 81 Min. (40/41) – Halbzeit 3:0
Tore: 1-0 10. Nr. 3, 2-0 19. Nr. 3, 3-0 33. Nr. 10 (Elfmeter), 3-1 53. Nr. 6, 4-1 68. Nr. 5, 4-2 76. Nr. 7, 4-3 78. Nr. 7
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schortewitz (Kap. 1.000, davon 11 Sitzplätze)
Zuschauer: 16 (davon 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Sehr diszipliniert für B-Jugend, etliche gute Szenen beider Teams zu sehen, zudem am Ende noch spannend geworden)

TSG Grün-Weiß Löbejün 10:0 SG Großkugel
Samstag 2. Oktober 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 10:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 5:0
Tore: 1-0 7. Nr. 9, 2-0 9. Nr. 8, 3-0 21. Nr. 9, 4-0 32. Nr. 11, 5-0 35. Nr. 9, 6-0 48. Nr. 7, 7-0 60. Nr. 14, 8-0 77. Nr. 10, 9-0 82. Nr. 10, 10-0 90. Nr. 10
Verwarnungen: 2x Nr. 6 Großkugel
Platzverweise: s.o. (12. Handspiel, 25. Foul + Meckern)
Spielort: Sportplatz Löbejün (Kap. 1.650, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon max. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig guter Fußball der Gastgeber; Löbejün enorm überlegen, spielte Großkugel regelrecht an die Wand!)
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*** Photos and English Version: ***

a)
Under-16; Schortewitz/ Zörbig – Roßlau/ Klieken

b)
AMATEURS; LÖBEJÜN DEFEATS GROßKUGEL BY 10 GOALS

c)
A Nice Old Town; Löbejün near Halle

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Mit dem Hopperticket ging es von Merseburg über Halle nach Köthen, von wo aus es keine 20km in südlicher Richtung nach Schortewitz sind. Schortewitz ist ein 700 Einwohner zählendes Dorf, das sich 2007 freiwillig der Stadt Zörbig (9.000 Einwohner, 8km entfernt) angeschlossen hat – dem Beispiel sollte mal die kleine Gruppe der sich stur auf ihre, auf mittelalterlichen Ansichten zur Unabhängigkeit fußenden, Eigenständigkeit berufenden Käffer folgen. Beide Orte liegen übrigens zwischen Köthen und Halle, nahe an der Grenze zum Saalekreis (z.B. Ostrau/ SK). Die Schortewitzer Kirche ist ganz interessant, jedoch nicht herausragend mit dem barocken Kirchenschiff und dem eher historistisch wirkenden Turm. In der Nähe des Fußballplatzes befindet sich auch ein 5.200 Jahre altes Großsteingrab. Der am Nordrand gelegene Sportplatz hatte vor ein paar Jahren noch Pappeln ringsherum, nun stehen da vor allem Wacholderhecken. Die ganzen Felder drum herum geben dem Platz ein reichlich kahles Angesicht, aber ich habe schon Hässlicheres gesehen. Komischere Sitzschalen aber noch nie: die sind so schräg anmontiert, dass man sich aus Sorge, man könnte die Verankerung abreißen oder völlig verbiegen, gar nicht draufsetzen will.

In der B-Junioren Landesliga trafen die Spielgemeinschaften von SV Blau-Weiß 1955 Schortewitz + Zörbiger FC 1907 und SV Germania 08 Roßlau + SG Blau-Weiß Klieken aufeinander. Beide SGs hatten einen weniger guten Start mit nur einem Sieg und vier bzw. fünf Niederlagen hingelegt, was für Schortewitz/ Zörbig Platz 11 und für Roßlau/ Klieken Platz 13 bedeutet. Und es gibt nur 13 Plätze, von denen die letzten 4 Abstiegsplätze sind. Doch vom 9. bis zum 13. haben alle Mannschaften nur 3 Punkte. Man durfte also ein spannendes Spiel erwarten.

Beide Mannschaften zeigten auch gute Spielzüge, die man von Abstiegskandidaten so nicht erwarten konnte, wobei ausschließlich die Hausherren – oder Hausjungs? – diese nutzen konnten. Innerhalb weniger Minuten ein Doppelschlag des starken 3ers (besonders der Heber, aus der Luft angenommen und lässig über den Torwart gehoben, war Klasse) und kurz vor der Pause ein glasklarer Elfmeter der prima und sicher verwandelt wurde.
Nach der Pause schaffte Roßlau/ Klieken zwar den Anschlusstreffer, aber die Heimmannschaft konnte nach einem Freistoß den Ball fast ins Tor tragen. Das 4:1 schien die absolute Entscheidung, doch kurz vor dem Ende schöpfte der Gast noch Hoffnung durch einen Doppelschlag: da waren die Stürmer halt mal schneller als die Verteidiger.

4:3 war absolut verdient und neben dem ordentlichen Spielniveau muss man auch die Disziplin der Spieler beider Teams hervorheben: ein paar freche Wortwechsel und einmal Aneinanderrempeln sind für die B-Junioren – nach Aussage eines mir bekannten Amateurschiris die schlimmste aller Altersklassen, da sich die Spieler in der Hauptphase der Pubertät befinden – wirklich kein Ding. Und die Wortwechsel waren auch alle auf einem so vernünftigen Niveau, dass sie gar nicht des Zitierens wert sind. Auch nach zwei Szenen, in denen der gute und mit sehr viel Augenmaß und Ruhe pfeifende Schiedsrichter, eigentlich Elfmeter hätte geben können (hartes Einsteigen) bzw. müssen (Handspiel), gab es kein Geschrei der Spieler. Da tat sich nur der Trainer der Gastgeber negativ hervor. Wie der auch das Spiel über mit der eigenen Mannschaft umging, war eines Jugendtrainers, der neben der spielerischen und sportlichen auch eine charakterliche Erziehungspflicht inne hat, nicht würdig. So dümmliche Zurufe wie von dem Zörbiger müssen aber auch im Männerbereich nicht sein.
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Noch schnell eine Bockwurst im stilvoll eingerichteten Sportlerheim (hat sonst auch mehr Auswahl, wurde aber gerade ein Büffet vorbereitet, also abgespeckte Auswahl angeboten) gegessen und dann über Cösitz, wo sich ein leerstehendes aber noch nicht rettungslos versifftes und v.a. bauliches schönes Barockschloss unweit einer ganz sehenswerten Kirche befindet, nach Löbejün in den Saalekreis gefahren. In Löbejün waren wir nun schon mehrfach – und nun machte ich auch mal Fotos bei einem Spiel im Stadion. Das Stadion ist eines der schönsten im Saalekreis; denn das enge Spielfeld ist auf drei Seiten umbaut, wobei die eine Hintertorseite für Umkleiden, Geschäftsräume und Sportlerheim (mit Terrasse) ist, die eine Längsseiten zur einen Hälfte eine kleine Stehtribüne hinter den enorm massiven Wechselbänken und vor der kleinen Turnhalle ist und die zweite Längsseite mit einer zwei- bis dreistufigen Sitz- bzw. bis zu sechsstufigen Stehtribüne aufwarten kann. Gesessen wird auf Holzbänken und die Tribüne liegt dazu noch im Schatten hoher Bäume, während die Gegenseite in den kleinen Hang dahinter gebaut ist.

Eine wirklich schöne Anlage also für einen immer erfolgloser spielenden Verein, der von der Landesklasse innerhalb zweier Spielzeiten bis in die Kreisliga abgestürzt ist und dort einen katastrophalen Start (5:14 Tore nach drei Niederlagen + Ausscheiden im Kreispokal gegen anderen Kreisligisten) hinlegte. Zum Glück haben sie sich gefangen und die drei anderen Spiele mit zwei 5:1 Siegen und einem 4:4 erfolgreich gestaltet. In einem Spiel trat der Gegner nicht an (Wertung wird 3:0 für Löbejün sein). Heute war ein verlässlicher Gegner auf dem Platz erschienen: die SG Großkugel, deren Platz passend zum Ort der hässlichste im ganzen Saalekreis ist, aber die immer wieder für gute Spiele gut sind. Als Sechstplatzierter haben sie drei Punkte mehr als Grün-Weiß, doch weder die bessere Platzierung noch die niedrigere Torquote (in den 8 Spielen von Großkugel fielen 23 Tore, d.h. 2,9 pro Spiel, bei Löbejün hingegen 6,3/ Spiel) brachten mich von meinem Tipp – 6:4 für Löbejün – ab.

2€ sind zwar – vergleicht man das z.B. mit Leipziger Stadtliga – zu hoch für ein solches Spiel, doch wenn die Frau an der Kasse so freundlich ist, wie die in Löbejün meckert man nicht über die Preise und das Spiel war das Geld auch wert. Löbejün legte los wie die Feuerwehr und erzielte in der 7. und der 9. Spielminute die ersten beiden Tore. Die wenigen Angriffe der Gäste wurden vergeigt, oft verlor Großkugel innerhalb von Sekunden den Ball nach einem Freistoß in der eigenen Hälfte und kassierte so bis zur Pause drei weitere Tore, wobei der Sololauf des 9ers zum 5:0, der damit einen Hattrick erzielte, am sehenswertesten war: setzt sich fast an der Eckfahne gegen einen Abwehrspieler durch, spielt um den Strafraum herum, an einem zweiten Gegner vorbei, kann diesen nicht abhängen, doch zieht aus 18 Metern einfach ab und knallt den Ball in den kurzen Winkel. Dass Großkugel seit der 25. zu Recht in Unterzahl spielte, war nicht der Grund für die Klatsche. Die SG war einfach schwach an diesem Tag und Grün-Weiß spielte richtig stark auf.

Auch nach der Pause lief es so weiter: gleich das 6-0, dann das 7-0 nach einer Stunde, ein aberkannter Treffer – der Schiri war sehr sicher, sah über die wenigen bösen Bemerkungen der Gästebetreuer und -spieler hinweg oder reagierte mit gelassenen Gegenbemerkungen darauf; also wird die Entscheidung richtig gewesen sein, wie so ziemlich alle anderen auch – und dann ein tolles 8:0 aus 20 Metern in den Winkel. Das 9:0 mit gestrecktem Bein aus einem halben Meter Entfernung nach einer Flanke übers Strafraumgewühl erzielt war immer noch nicht der Schlusspunkt, denn Löbejün setzte in der 90. noch einen drauf: ein starker Heber zum 10:0!

Also mit zweistellig hätte ich hier nicht gerechnet, aber bei dem Kreisligaspieltag war eh manches Resultat komisch: Leunas zweite Mannschaft spielte 0:0 – hat die Erste seit sieben Jahren nicht mehr in der Liga geschafft und auch die Zweite macht kaum so einen Mist – und kaum hatte ich in meinem Bericht Großgräfendorf gegen Leuna II letzte Woche die Bemerkung gemacht, dass der Aufstieg entschieden sei, schon gewann Spergau gegen den vermeintlichen Aufsteiger Buna Schkopau, was mich eigentlich nicht an meiner Vorhersage zweifeln ließ, doch heute verlor Buna Tasman... äh Schkopau mit 0:4 gegen Eisdorf, was ein ähnlich knalliges Resultat ist, wie das von Löbejün. Apropos Aufstieg: den kann man in Löbejün schon fast anpeilen, so wie die spielen. Da mögen sie noch so schlecht gestartet sein: das war eine tolle Leistung!

Zum Abschluss muss ich noch ein paar Worte zum Sportlerheim verlieren: das Essen ist gut und preislich angemessen (Schnitzel mit Pommes und Salat 4,80€, großes Bauernfrühstück 4,50€ usw.) doch wenn mal irgendeine mengenmäßig große Bestellung ansteht sehen die Leute da nicht mehr klar. Ich musste in der ersten Halbzeit auf der Terrasse essen, obwohl ich schon um kurz nach 14 Uhr, als ich da ankam, bestellt hatte. Dem Gästebetreuer ging es nicht anders: 55 Minuten Warten auf ein Bauernfrühstück, 75 Minuten für Schnitzel mit Pommes. Fünfundsiebzig! Kaum kritisiert man das – und den Fakt, dass zuerst das falsche Essen geliefert wurde und die völlig unfähige Küchenfrau falsch abrechnete – gegenüber dem überforderten Kellner, schon heißt es, die Gäste seien Schuld an dem Chaos mit vertauschten Bestellungen und stundenlangem Warten. Was sich der Koch auch noch da dümmlich einmischt?! Der soll sich in die Küche machen, die Trinkgläser ordentlich reinigen, das gute Essen zügiger zubereiten oder am Besten erstmal Organisieren lernen. Das muss man nämlich auch in einfachen Gastronomieeinrichtungen wie einem Sportlerheim können. So viel Unfähigkeit auf einem Haufen habe ich noch nie erlebt und käme auch in guten Sportlerheimen wie dem in Leuna oder dem Insidertipp schlechthin: Kütten, nie in Frage.

Aber außer dem Sportlerheim zu bestimmten Veranstaltungszeiten kann Löbejün generell nur empfehlen: die Stadt, den Verein, das Stadion und die Mannschaft, die in dieser Saison richtig furios spielt. So macht Amateurfußball besonders Spaß!
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Statistik:
Ground Nr. 479 (ein neuer Ground; diese Saison: 29 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.150 (diese Saison: 38)
Tageskilometer: 130 (70 Bahn, 60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.740 (7.170 Auto/ 1.320 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 450 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 65
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 218