SV Rot-Weiß Kemberg 1931 |
0 : 1 (0:0) |
TSV Leuna 1919 |
- Datum: Samstag, 25. April 2026 – Beginn: 15.00 - Tor: 0-1 72. Skriptsov - Verwarnungen: 2x Fiala, NN, Redlich, Schenk, Trainer (RWK); T. Zorn, NN, NN (TSV) - Platzverweise: Fiala von Kemberg (69. Min. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels) - Austragungsort: Sportstätte Kemberg (Kap. 1.500, davon 300 Sitzplätze) |
Jugendspielgemeinschaft Gräfenhainichen (A-Jugend) |
11 : 1 (3:0) |
Dessauer SV 97 (A-Jugend) |
- Datum: Samstag, 25. April 2026 – Beginn: 12.00 - Tore: 1-0 20. Plonski, 2-0 33. Hannusch, 3-0 45. Grünthal Eigentor), 4-0 48. Kluger, 5-0 53. Schindler, 5-1 59. Grünthal, 6-1 67. Schindler, 7-1 72. Schindler, 8-1 80. Böhmer, 9-1 82. Schindler, 10-1 84. Hannusch, 11-1 88. Schäfer - Verwarnungen: 1x Gräfenhainichen - Platzverweise: keine - Austragungsort: Stadion am Pöplitzer Weg (Zschornewitz; Kap. 1.575, davon 75 Sitzplätze) |
Photos with English commentary: a) 7th Division in Kemberg vs. Leuna |
Auf dieser Auswärtsfahrt zu einem Spiel des TSV Leuna, besuchte ich noch architektonisch bzw. namentlich zu Leuna passende Orte. Zuerst Zschornewitz, wo einst das weltgrößte Braunkohlekraftwerk stand. Es ist längst stillgelegt, mit einem Solarpark und mehreren kleinen Betrieben sinnvoll nachgenutzt, aber der Ort dadurch einwohnerzahlenmäßig nur noch ein Schatten seiner selbst. Dafür sieht es aber in der Gartenstadt immer noch gepflegt und ansehnlich aus. Die gleiche Architektur wie Leuna, aber alles kleiner. Größenmäßig sind ein Chemiewerk und ein Kraftwerk auch recht ungleich. Und während Leuna aus fünf historischen Kerndörfern besteht, hat Zschornewitz auch nur einen alten Dorfkern. Am sehenswertesten ist die von Mayenburg, Klingenberg und Issel entworfene Werkssiedlung Kolonie - Barth hat da nicht mitgewirkt, er war ja der Architekt von Leuna. Die Siedlung ist sehr gut saniert dank Denkmalschutz. Die neuere Kraftwerksiedlung wirkt hingegen etwas versifft. Nach dem Leuna-Spiel gurkte ich etwas auf den Waldwegen zwischen Kemberg und Bergwitz rum. Dort gibt es mehrere Datschensiedlungen unweit des Bergwitzsees. Lustigerweise heißt eine nach Leuna. Ob die Leuna-Siedlung von ehemaligen Werksarbeiter gegründet wurde oder wie der Zusammenhang zur Industrie- und Gartenstadt ist, konnte ich leider nicht herausfinden. |
In Zschornewitz gab es auch noch ein Spiel. Gelegentlich spielt die unter dem Namen Golpa (ein Tagebau, heute besser bekannt als Ferropolis) auftretende Spielgemeinschaft aus Turbine Zschornewitz und Glück Auf Möhlau statt in Möhlau hier, Alte Herren hat Turbine Zschornewitz meine ich auch, aber verlässlich sind v.a. Spiele der A-Jugend der JSG Gräfenhainichen. Einige der Jugendteams spielen statt im Kernort, in diversen umliegenden Orten. Habe von denen auch schon mal ein Spiel in Schköna im Wald gesehen… Das Stadion hat nur zwei Stehstufen an einem kleinen Graswall und einige Schalensitze, vllt. aus dem Leipziger oder Magdeburger Stadion, aber eine schöne Gesamtanlage, mit Kegelanlage, Gaststätte, Rundbogensporthalle, Imbissbude, olympischer Flamme und Anzeigetafel. Der etwas eingeschränkte Sportfreund, der die Anzeigetafel bediente, war sehr freundlich und drängte schon, dass ich auch Leuna in Gräfenhainichen schaue. Preis-Leistung an der Imbissbude war topp! Die Partie konnte sich auch sehen lassen. Kam langsam in Gang, aber nach dem ersten Treffer war der Bann gebrochen. 3:0 bei Halbzeit, 11:1 am Ende. Eine sehr souveräne zweite Halbzeit der Gastgeber! |
Wichtigster Punkt heute aber wie gesagt die Partie von Leuna in Kemberg. Gespielt wurde natürlich, entgegen Angaben bei fussball.de, auf dem Hauptplatz. Über 100 Zuschauer, leider kaum jemand aus Leuna mitgekommen. Knapp nach Zerbst ist das aber auch die zweitlängste Auswärtsfahrt mit etwas über 90km pro Richtung. Das Spiel kam lange nicht in die Gänge. In der gesamten ersten Hälfte hatten beide Teams nur einen Schuss direkt aufs Tor und eine Handvoll Angriffe, die deutlich vorbei gingen. Kemberg verfehlte sogar das fast leere Tor aus einigen Metern, nachdem Simnica umspielt war. Erst in den letzten 10 Minuten baute Leuna richtig Druck auf. Nach der Pause dann weiter Leuna aktiver und gefährlicher, aber auch dann lange nichts Zählbares. Kemberg wurde nun undisziplinierter und meckerte viel. Dass einer von ihnen mit Gelb-Rot runter musste, war trotzdem völlig überzogen für die betroffene Szene. Der junge und scheinbar unerfahrene Schiedsrichter war nicht schlecht, überzeugte aber auch nicht wirklich. Kurz nach dem Platzverweis setzte sich der eingewechselte Jakob Skriptsov klasse durch und schoss flach zum 0:1 ein. Es sollte bei diesem Stand bleiben, obwohl Leuna noch mehrere ganz gute Chancen und Kemberg eine riesige mit Ahlert-Abwehr auf der Linie hatte. Am Ende ein verdienter aber weder sonderlich überzeugender noch besonders sehenswerter Sieg. Aber dafür umso wichtiger! |
Statistik: - Grounds: 3.975 (1; diese Saison: 132 neue) - Sportveranstaltungen: 5.618 (2; diese Saison: 192) - Tourkilometer: 310km Auto - Saisonkilometer: 76.790 (50.190 Flugzeug / 24.100 Auto, davon 7.470 Mietwagen/ 2.440 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 31 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178] - Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 278 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020] |
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Montag, 27. April 2026
Montag, 9. August 2010
W210IV: Ein Eigentor in der Schlussminute führt zum gerechten Remis
SV Rot-Weiß Kemberg 2:2 SV Dessau 05
Sonntag, 08. August 2010 – Anstoß 14.00
Landesliga Sachsen-Anhalt/ Süd (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 9. Phillip Horn, 0:2 28. Phillip Horn, 1:2 72. Nico Geißler (Foulelfmeter), 2:2 90. David Billing (Eigentor)
Verwarnungen: Tobias Heede, Marwin Richter, Pavel Sedlacek (Kemberg); Michael Kaluza, David Billing (Dessau)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte Kemberg (Kap. 1.500, davon 150 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (offiziell 300, ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Viel Kampf, aber trotzdem auch viele Torszenen und am Ende auch ein sehr gerechtes Ergebnis)

Photos and English version:
Zschornewitz Powerplant Museum
Pictures from Kemberg (taken 2007)
Football Match Kemberg vs. Dessau (2 pages)
Eines der wenigen „Hoppertickets“ der DB, das man wirklich 100km (2x50km) nutzen kann, ist das von Merseburg nach Muldenstein. Das nutzten wir, um von diesem komischen Nest aus – einen Zwischenstopp in Zschornewitz inklusive; dort gibt es herausragende Industriearchitektur zu sehen: herausragend deshalb, da die Gebäude sehr modern anmuten, mit ihren verspielten Fassaden und Dächern, obwohl sie alle schon um 1915 errichtet wurden; außerdem gibt es die Reste eines stillgelegten Kraftwerks zu sehen, das als eine Art Museum dient – um nach Kemberg in der Dübener Heide zu kommen.
Die Dübener Heide ist zwar sehr flach und ländlich, aber nicht eintönig, da die engen Straßen sich durch schöne Nadelwälder winden. In Kemberg sparten wir uns die Stadtbesichtigung, da wir den ganz idyllischen aber etwas ärmlichen Ort schon kannten, und gingen gleich ins Stadion. Dort waren auch locker 400 Zuschauer heute zugegen, was eine wirklich gute Zahl für die Klasse ist. 300 zahlende wurden gemeldet, aber da Personen unter 15 Jahren und Vereinsmitglieder freien Eintritt genießen, habe ich mich wohl nicht beim Zählen und Überschlagen der Fans vertan. Von den Zuschauern war ein recht großer Teil aus Dessau – vor allem die Jugendlichen feuerten recht ausdauernd und mehr oder weniger geistreich ihre Mannschaft an oder bepöbelten die Kemberger Spieler – und für die Stimmung verantwortlich.
Das Stadion ist übrigens recht weitläufig, wobei mehrere Dinge, die sich neben dem gepflegten, mit rot-weißer Reling und Aschenbahn umgebenen Spielfeld befinden, erwähnenswert sind: vorm Eingangsbereich mit dem ollen, aber schön mit rot-weißen Vereinsschriftzügen versehenen Kassenhäuschen, findet sich ein steinernes Stadtwappen von 1,50m Höhe, neben dem direkt hinterm Eingang liegenden Hintertorbereich gibt es einen Gedenkstein, wo nicht von den „Gefallenen des 1. Weltkriegs“ die Rede ist, sondern noch „Ehrung unserer heldenhaften Mitglieder, die ihr Herzblut für ihr deutsches Vaterland in dem großen Völkerringen 1914-18 dahingaben (Männer Turnverein Kemberg)“ geschrieben steht, am anderen Hintertor-Ende des Platzes befinden sich die Kabinen (eingeschossiger Plattenbau) und das Vereinsheim (Baustil weiß ich nicht, aber bestimmt vor DDR, da mit schöner Holzverzierung versehen), und schließlich ist da noch die Tribüne von 2000 (sieht aber aus wie jüngstens 1990) mit ihren drei Sitzreihen auf Stahlrohr-Kunststoff-Bänken unter dem Blechdach und den 200 Stehplätzen auf den seitlichen Stehstufen der Tribüne.
Kemberg ist Aufsteiger aus der Landesklasse und hat sich mit mehreren tschechischen (Halbprofi-?)Spielern – den, der mit gelb verwarnt wurde, habe ich in der Statistik oben sicherlich falsch geschrieben; aber er steht so falsch im Programmheft drin – verstärkt. Dessau ist Aufstiegsanwärter, da man als Ex-Oberligist natürlich andere Ansprüche hat, als zweite Amateurliga zu spielen. Aber da wäre besseres Wirtschaften anzuraten, wenn man sich konstant in diesem Bereich halten will. Ein anderes schlechtes Beispiel aus der Landesliga Süd ist der MSV Eisleben, der gerade in der Verbandsliga voll versagt hat und nun auch in der Landesklasse einen derben Fehlstart hingelegt hat.

Nach Fehlstart sah das bei Dessau 05 aber absolut nicht aus. Sie griffen gleich muntere das Kemberg Tor an und fingen die Angriffe der Hausherren locker ab. Schon nach neun Minuten nutzte der Dessauer Horn einen Abstimmungsfehler in der Abwehr, der so nie hätte passieren dürfen, aber noch mehrere Male durch überforderte Verteidiger hervorgerufen wurde, zum 0:1 aus. Derselbe Spieler erzielte 20 Minuten später – nachdem Kemberg bereits besser ins Spiel gekommen war – das 0:2. Danach attackierte Dessau zwar noch ab und an das Tor, doch ab der 30. spielte hauptsächlich der Gastgeber auf. Einige herrlich derbe Grätschen und Angriffe auf den Mann gab es auch – besonders von Kemberger Seite, aber auch Dessau war nicht so unschuldig, wie sie taten.
Nach dem Pausenstand von 0:2 brauchte ich erstmal Bratwurst und Brause – beides mit 1,20€ bzw. 1,00€/ 0,4l sehr gemäßigt im Preis und auch der Eintritt war ja mit 3€ wirklich angemessen – was mich fast 15 Minuten Zeit kostete: und zwar nur zum Anstellen. Wie man für 15 Leute 15 Minuten brauchen kann, weiß ich immer noch nicht.
Nach der Pause spielte fast nur noch Kemberg. Dessau hatte nur noch zwei gute Chancen und brachte noch ein paar Schüsse der Sorte C-Jugend-Kreisliga in Richtung Kemberg-Tor. Mittlerweile konnten die schwarz-weißen Gäste die rot-weißen Gastgeber oft nur noch mit Fouls stoppen. Das führte in der 72. sogar zu einem Elfmeter, den Geißler, den Torwart verladend, sicher verwandelte. Kemberg hielt gegen Dessau stark mit, was die Dessauer nicht gewohnt zu sein schienen: ich hab schon lange keine Mannschaft mehr gesehen, die sich über die normale Härte (die natürlich in einigen Fällen regelwidrig war) so aufregte. Allen voran der Trainer, der mir schon mal dahingehend negativ aufgefallen war, ging allen mit seinem Gebläke aufn Sack. Die verdiente Strafe dafür, dass die technisch klar und läuferisch merklich besseren Dessauer ihren 2:0-Vorsprung verwalten wollten, war dann das – letztendlich wohl von einem Dessauer selbst, so sah es jedenfalls der Stadionsprecher – hinein gestocherte Tor zum Ausgleich in der 90. Spielminute. Seit Wochen habe ich nicht mehr so einen verdienten Treffer einer Mannschaft, die erst langsam ins Spiel fand, aber dann sogar besser als der vermeidlich überlegene Gegner spielte, erlebt!
Auf den weiteren Verlauf der Saison darf man gerade bei diesen beiden Teams gespannt sein: aber Kemberg sollte es mit den hochfliegenden Zielsetzungen (bis 5. Platz, oder was war das da im Programmheft?) mal nicht zu sehr übertreiben, da vor allem der Spielanfang äußerst nervös und anfängerhaft ablief. Zu Dessau kann man nur sagen: da habt ihr dauernd gerufen „nie mehr Landesliga“ – in welche Richtung wollt ihr die eigentlich verlassen... Ne, ne: schon gut. Aber das war nur Niveau Mittelfeld – und nicht Spitzenreiter. Nehmt euch doch bitte nicht die spanische Nationalelf – die ohnehin mit eine der dümmsten Arschlochmannschaften in Europa und der Welt ist – zum Vorbild: nur so viel wie nötig zu machen geht im Amateurfußball oft schief und endet in solchen – dann auch wirklich gerechten – Punkteteilungen!

Statistik:
Ground Nr. 455 (ein neuer Ground; diese Saison: 5 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.045 (diese Saison: 7)
Tageskilometer: 170 (100 Bahn, 70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.590 (2.150 Auto/ 270 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 210
Sonntag, 08. August 2010 – Anstoß 14.00
Landesliga Sachsen-Anhalt/ Süd (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 9. Phillip Horn, 0:2 28. Phillip Horn, 1:2 72. Nico Geißler (Foulelfmeter), 2:2 90. David Billing (Eigentor)
Verwarnungen: Tobias Heede, Marwin Richter, Pavel Sedlacek (Kemberg); Michael Kaluza, David Billing (Dessau)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte Kemberg (Kap. 1.500, davon 150 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (offiziell 300, ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Viel Kampf, aber trotzdem auch viele Torszenen und am Ende auch ein sehr gerechtes Ergebnis)
Photos and English version:
Zschornewitz Powerplant Museum
Pictures from Kemberg (taken 2007)
Football Match Kemberg vs. Dessau (2 pages)
Eines der wenigen „Hoppertickets“ der DB, das man wirklich 100km (2x50km) nutzen kann, ist das von Merseburg nach Muldenstein. Das nutzten wir, um von diesem komischen Nest aus – einen Zwischenstopp in Zschornewitz inklusive; dort gibt es herausragende Industriearchitektur zu sehen: herausragend deshalb, da die Gebäude sehr modern anmuten, mit ihren verspielten Fassaden und Dächern, obwohl sie alle schon um 1915 errichtet wurden; außerdem gibt es die Reste eines stillgelegten Kraftwerks zu sehen, das als eine Art Museum dient – um nach Kemberg in der Dübener Heide zu kommen.
Die Dübener Heide ist zwar sehr flach und ländlich, aber nicht eintönig, da die engen Straßen sich durch schöne Nadelwälder winden. In Kemberg sparten wir uns die Stadtbesichtigung, da wir den ganz idyllischen aber etwas ärmlichen Ort schon kannten, und gingen gleich ins Stadion. Dort waren auch locker 400 Zuschauer heute zugegen, was eine wirklich gute Zahl für die Klasse ist. 300 zahlende wurden gemeldet, aber da Personen unter 15 Jahren und Vereinsmitglieder freien Eintritt genießen, habe ich mich wohl nicht beim Zählen und Überschlagen der Fans vertan. Von den Zuschauern war ein recht großer Teil aus Dessau – vor allem die Jugendlichen feuerten recht ausdauernd und mehr oder weniger geistreich ihre Mannschaft an oder bepöbelten die Kemberger Spieler – und für die Stimmung verantwortlich.
Das Stadion ist übrigens recht weitläufig, wobei mehrere Dinge, die sich neben dem gepflegten, mit rot-weißer Reling und Aschenbahn umgebenen Spielfeld befinden, erwähnenswert sind: vorm Eingangsbereich mit dem ollen, aber schön mit rot-weißen Vereinsschriftzügen versehenen Kassenhäuschen, findet sich ein steinernes Stadtwappen von 1,50m Höhe, neben dem direkt hinterm Eingang liegenden Hintertorbereich gibt es einen Gedenkstein, wo nicht von den „Gefallenen des 1. Weltkriegs“ die Rede ist, sondern noch „Ehrung unserer heldenhaften Mitglieder, die ihr Herzblut für ihr deutsches Vaterland in dem großen Völkerringen 1914-18 dahingaben (Männer Turnverein Kemberg)“ geschrieben steht, am anderen Hintertor-Ende des Platzes befinden sich die Kabinen (eingeschossiger Plattenbau) und das Vereinsheim (Baustil weiß ich nicht, aber bestimmt vor DDR, da mit schöner Holzverzierung versehen), und schließlich ist da noch die Tribüne von 2000 (sieht aber aus wie jüngstens 1990) mit ihren drei Sitzreihen auf Stahlrohr-Kunststoff-Bänken unter dem Blechdach und den 200 Stehplätzen auf den seitlichen Stehstufen der Tribüne.
Kemberg ist Aufsteiger aus der Landesklasse und hat sich mit mehreren tschechischen (Halbprofi-?)Spielern – den, der mit gelb verwarnt wurde, habe ich in der Statistik oben sicherlich falsch geschrieben; aber er steht so falsch im Programmheft drin – verstärkt. Dessau ist Aufstiegsanwärter, da man als Ex-Oberligist natürlich andere Ansprüche hat, als zweite Amateurliga zu spielen. Aber da wäre besseres Wirtschaften anzuraten, wenn man sich konstant in diesem Bereich halten will. Ein anderes schlechtes Beispiel aus der Landesliga Süd ist der MSV Eisleben, der gerade in der Verbandsliga voll versagt hat und nun auch in der Landesklasse einen derben Fehlstart hingelegt hat.
Nach Fehlstart sah das bei Dessau 05 aber absolut nicht aus. Sie griffen gleich muntere das Kemberg Tor an und fingen die Angriffe der Hausherren locker ab. Schon nach neun Minuten nutzte der Dessauer Horn einen Abstimmungsfehler in der Abwehr, der so nie hätte passieren dürfen, aber noch mehrere Male durch überforderte Verteidiger hervorgerufen wurde, zum 0:1 aus. Derselbe Spieler erzielte 20 Minuten später – nachdem Kemberg bereits besser ins Spiel gekommen war – das 0:2. Danach attackierte Dessau zwar noch ab und an das Tor, doch ab der 30. spielte hauptsächlich der Gastgeber auf. Einige herrlich derbe Grätschen und Angriffe auf den Mann gab es auch – besonders von Kemberger Seite, aber auch Dessau war nicht so unschuldig, wie sie taten.
Nach dem Pausenstand von 0:2 brauchte ich erstmal Bratwurst und Brause – beides mit 1,20€ bzw. 1,00€/ 0,4l sehr gemäßigt im Preis und auch der Eintritt war ja mit 3€ wirklich angemessen – was mich fast 15 Minuten Zeit kostete: und zwar nur zum Anstellen. Wie man für 15 Leute 15 Minuten brauchen kann, weiß ich immer noch nicht.
Nach der Pause spielte fast nur noch Kemberg. Dessau hatte nur noch zwei gute Chancen und brachte noch ein paar Schüsse der Sorte C-Jugend-Kreisliga in Richtung Kemberg-Tor. Mittlerweile konnten die schwarz-weißen Gäste die rot-weißen Gastgeber oft nur noch mit Fouls stoppen. Das führte in der 72. sogar zu einem Elfmeter, den Geißler, den Torwart verladend, sicher verwandelte. Kemberg hielt gegen Dessau stark mit, was die Dessauer nicht gewohnt zu sein schienen: ich hab schon lange keine Mannschaft mehr gesehen, die sich über die normale Härte (die natürlich in einigen Fällen regelwidrig war) so aufregte. Allen voran der Trainer, der mir schon mal dahingehend negativ aufgefallen war, ging allen mit seinem Gebläke aufn Sack. Die verdiente Strafe dafür, dass die technisch klar und läuferisch merklich besseren Dessauer ihren 2:0-Vorsprung verwalten wollten, war dann das – letztendlich wohl von einem Dessauer selbst, so sah es jedenfalls der Stadionsprecher – hinein gestocherte Tor zum Ausgleich in der 90. Spielminute. Seit Wochen habe ich nicht mehr so einen verdienten Treffer einer Mannschaft, die erst langsam ins Spiel fand, aber dann sogar besser als der vermeidlich überlegene Gegner spielte, erlebt!
Auf den weiteren Verlauf der Saison darf man gerade bei diesen beiden Teams gespannt sein: aber Kemberg sollte es mit den hochfliegenden Zielsetzungen (bis 5. Platz, oder was war das da im Programmheft?) mal nicht zu sehr übertreiben, da vor allem der Spielanfang äußerst nervös und anfängerhaft ablief. Zu Dessau kann man nur sagen: da habt ihr dauernd gerufen „nie mehr Landesliga“ – in welche Richtung wollt ihr die eigentlich verlassen... Ne, ne: schon gut. Aber das war nur Niveau Mittelfeld – und nicht Spitzenreiter. Nehmt euch doch bitte nicht die spanische Nationalelf – die ohnehin mit eine der dümmsten Arschlochmannschaften in Europa und der Welt ist – zum Vorbild: nur so viel wie nötig zu machen geht im Amateurfußball oft schief und endet in solchen – dann auch wirklich gerechten – Punkteteilungen!
Statistik:
Ground Nr. 455 (ein neuer Ground; diese Saison: 5 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.045 (diese Saison: 7)
Tageskilometer: 170 (100 Bahn, 70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.590 (2.150 Auto/ 270 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 210
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