Mittwoch, 29. Dezember 2021

W3.0051V: Empty-Net-Tore gegen Empor, maskierte Cheerleader und nur Geimpfte im Gewächshaus – der zweite Weihnachtsfeiertag im Zeichen der Chinesengrippe

Telekom Baskets Bonn .................................... 115
Mitteldeutscher Basketball Club (Weißenfels) 90

- Datum: Sonntag, 26. Dezember 2021 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Basketball Bundesliga (1. Profibasketballliga)
- Ergebnis: 115-90 nach 40 Minuten (4x10) – Viertel: 29-19, 25-28, 36-18, 25-25
- Statistiken: https://www.easycredit-bbl.de/spiele/7ecc8387-2f94-46a9-b8fc-9e8abf6a2494#boxscore
- Austragungsort: Telekom Dome (Kap.: 6.000, davon 4.000 Sitzplätze – wegen der Coronahysterie heute auf 3.000 Zuschauer beschränkt)
- Zuschauer: 3.000 (davon mind. 10 Gästefans – wegen der Irrsinnsbeschränkungen ausverkauft bei 50% Auslastung)
- Spielbewertung: 7,5/10

Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe 31
SC Empor Rostock 2000 ....................................... 31

- Datum: Sonntag, 26. Dezember 2021 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: 2. Handball-Bundesliga (2. Profihandballliga)
- Ergebnis: 31-31 nach 60 Minuten (2x30) – Halbzeit: 12-14
- Statistiken: https://www.liquimoly-hbl.de/de/import/spiele/saison-2021-2022/2--bundesliga/19--spieltag--tusem-essen---hc-empor-rostock/
- Austragungsort: Sporthalle am Hallo (Kap.: 2.600, davon 2.278 Sitzplätze – wegen der Coronahysterie heute Stehplätze gesperrt)
- Zuschauer: 1.242 (davon mind. 30 Gästefans)
- Spielbewertung: 8,0/10 EssenPictures with English commentary:
a) Handball: TUSEM Essen vs. Empor Rostock
b) Basketball: Telekom Baskets Bonn vs. Mitteldeutscher BC
c) Ruhrgebiet: Essen (Isenburg castle ruin, Gruga-Park with green houses and gardens, Margarethenhöhe early 20th century working class settlement)

Die traditionellen Profispiele am Zweiten Weihnachtsfeiertag waren nach den zwei für Besuche genutzten sportfreien Weihnachtstagen wieder hochwillkommen. Praktischerweise spielten zwei Ostvereine 17 Uhr bzw. 20.30 Uhr – Empor Rostock in Essen und der MBC Weißenfels in Bonn; mit 1.45h Zeit zwischen beiden Spielen und vorab im Internet bestellten Karten war das kein Problem.
br/> Die Zeit vorm ersten Spiel nutzte ich für ausgedehnteres Sightseeing in Essen. Ist zwar eine hässliche Stadt, aber auch die hat schöne Ecken. Ich schaute mir erst das leider nicht im Spielbetrieb genutzte Stadion Schillerwiese vom PSV Essen an und lief dann von dort ans Nordufer des Baldeneysees, wo sich die gut aufgemauerten Ruinen der Isenburg befinden. Wie üblich natürlich in NRW: Irgendein Irrer hat da ein Haus in die Ruinen gebaut und dadurch ist nur die halbe Burg für die Öffentlichkeit zugänglich. In der Nähe befindet sich noch ein Burgstall: von der Wasserburg Vittinghoff sind nur der Graben und der Hügel erhalten. Auch unweit der Gruga befindet sich mit der Burgstelle von der Sommerburg ein weiteres Bodendenkmal.
Viel interessanter ist da natürlich die Gruga selber. Ideal: Für einige Tage ist der ausgedehnte Park mit Gewächshäusern (bis auf eins alle zugänglich) und Gartenanlagen kostenlos zu besichtigen. Im Foyer der Gewächshäuser hängen Sicherheitsleute herum, die den Impfausweis und den Perso prüfen – Gewächshaus nur für Geimpfte also... Ab und an laufen die „Ordner“ mal herum, nicht dass einer nen Kaktus ausgräbt oder nen Bonsai mitgehen lässt. Gutes Sortiment haben die da in der Gruga: teils über 100 Jahre alte Bonsai, teilweise als Wald in der Flachschale, auch gute Sukkulenten mit u.a. zwei Sorten Madagaskarpalmen, sehenswert sind auch die Baumfarne aus dem Bergnebelwald (tropisches Hochgebirge). Allerdings ist natürlich ein richtiger botanischer Garten wie Bonn, Jena, Halle oder gar Berlin spektakulärer, v.a. was die Gewächshäuser angeht. Die Gruga ist auf den Niveau eines kleinen botanischen Gartens wie dem in Rostock, welcher übrigens immer (und nicht nur zwischen Weihnachten und Neujahr) kostenlos zugänglich ist...
Interessant war dann noch ein Rundgang durch die erste Gartenstadt Deutschlands. Also vergleichbare Arbeitersiedlungen in Leuna oder Piesteritz sehen besser aus, doch die sehr graue Siedlung Margaretenhöhe, die für die arbeitende und schlecht verdienende Bevölkerung um 1910 herum erbaut wurde, hat einige interessante Bauten mit Verzierungen und eine schöne Symmetrie zu bieten. Da lohnt sich ein Spaziergang durch! TUSEM Essen 31:31 Empor RostockOb sich ein Spielbesuch bei TUSEM Essen – dem Turn- und Sportverein aus der Essener Margaretenhöhe, lohnt, muss jeder Fan selber entscheiden. Wahrheitswidrig schreibt TUSEM auf die Eintrittskarten, dass Bild- und Tonaufnahmen der Veranstaltung verboten seien, was ich noch nirgendwo beim Handball gelesen habe und ein unzulässiger Eingriff in die Kunstfreiheit wäre. Das Hausrecht, das von asozialen Veranstaltern, rassistischen oder anderweitig extremistischen Gastgewerbebetreibern oder ähnlichem Gesindel gerne zitiert wird, wenn man rechtswidrige Regeln aufstellen will, zieht hier nicht, da es nicht gegen andere Rechte verstoßen darf. Interessanter war jedoch, dass weder die Rostocker, die einige Fotos machten, noch ich, von den Ordnern behelligt wurden. Und diese aufgrund der grünen Pullover wie eine Mischung aus Weihnachtswichteln und Basiji-Milizen aussehenden Ordner belästigten andauernd Fans, deren Masken (angeblich) nicht richtig saßen oder die zu lange kauten, ehe sie wieder die Maske aufsetzten. Dabei gab es Ordner, die die Maske absetzten, um Fans deutlich zuzurufen, dass diese selbige aufzusetzen haben und mindestens einer genehmigte sich während der Ordnertätigkeit ein Bier. Gegen letzteres habe ich ja nichts, aber dann bitte nicht so ein affiges Korinthenkacker-Gehabe gegenüber den zahlenden Besuchern (und nicht zu knapp zahlenden Besuchern: sehr gut vergleichbare Plätze in Dormagen haben mich wenige Tage zuvor nicht 18,50€ sondern nur 15,50€ gekostet)! Als echt ganz die Basiji-Weihnachtswichtel – habe ich schon ewig nicht mehr erlebt, ein derartig blödes Verhalten von Vereinsleuten. Passt aber auch zu diesem Verein, den ich gerne in der 3. Liga oder noch weiter unten sehen würde. Zum Glück scheinen die wenigstens nicht wieder in die 1. Liga aufzusteigen.
Gegen den Tabellennachbarn Rostock gab es dann leider trotz fast ununterbrochener Führung der Gäste, die mit ein paar Dutzend Fans die über 500km angereist sind, noch einen Punktgewinn. Mitte der zweiten Hälfte bis zu 7 Tore Vorsprung für Empor Rostock, aber die ständigen Empty-Net-Goals ließen Essen zum Ausgleich kommen. Die packende und spannende Partie endete also 31:31. Wirklich auch hohes Niveau, ein sehr lohnender Besuch – aber ist der Empor-Trainer eigentlich komplett verblödet? Ständig nimmt der den Torwart raus um 7 gegen 6 Feldspieler oder bei Zwei-Minuten gegen Empor 6 gegen 6 zu spielen. Empor hat in diesen Phasen gerade einmal vier Treffer erzielt und einen Siebenmeter verursacht, der auch noch verworfen wurde. Sie haben aber 6 Empty Nets kassiert! Das ist nicht der verworfene Siebenmeter, das ist nicht die zu langsame Abwehr – nein, das ist die Taktik des Trainers, die hier zum Punktverlust geführt hat! Wer sonst noch fehl am Platze in der mit 1.200 Zuschauern halb vollen und phasenweise stimmungsvollen Halle (viel mehr hätten wohl auch nicht reingedurft) war, war das Schiedsrichtergespann. Wie die zwei Frauen da mit Siebenmetern und Strafen – u.a. eine lächerliche rote Karte wegen angeblich groben Fouls gegen Rostock – um sich warfen, hatte nichts mit 2. Bundesliga Männer zu tun. Die sollten lieber Frauenhandball pfeifen, wo das kleinliche zerpfeifen ja üblich ist... Telekom Baskets Bonn 115:90 Mitteldeutscher BC WeißenfelsDeutlich besser sah es mit den Schiris beim Basketball aus. Hier war nur der Zuschauerzuspruch etwas trostlos. Angeblich ausverkauft, mehr als 2.000 haben wohl nicht reingedurft, da nur ein Bruchteil der Stehplätze genutzt werden durfte. Damit war die Halle nur zu einem Drittel gefüllt. Sieben Hardcore-MBC-Fans, ich und noch ein oder zwei andere im VIP-Bereich hielten zu den Gästen. Erwartungsgemäß konnte der Sachsen-Anhalt-Vertreter, der mal wieder im hinteren Mittelfeld sich abmüht, nicht mit dem Meisterschaftsanwärter mithalten. Die ersten fünf Minuten ganz stark, dauernd in Führung – aber dann kamen die Telekom Baskets mit ihrem Spiel, tollen Dreipunktwürfen, rasantem Passspiel und einer wirklich eines Spitzenteams würdigen Leistung. Trotz gewonnenem zweiten Viertel und ausgeglichenem Schlussviertel war Bonn am Ende mit 25 Punkten (115:90) vorne.
Vor mir saß übrigens eine Bonner Familie, deren Vater mich in der Pause ansprach, da ich einen Hansa-Pullover anhatte. Wer nicht alles in Rostock studiert hat... Aber an seinem Beispiel sieht man auch, wie unattraktiv nach wie vor der Osten fürs Arbeiten ist. Gerade auch in Mecklenburg tut die Politik ja gegenwärtig wieder alles, um die arbeitswillige und arbeitsfähige Bevölkerung zu vergraulen.
Noch eine kuriose Beobachtung: Die Cheerleader hoppsten hier maskiert rum. Total pervers: Das ist Sportausübung und die müssen sich vermummen! In den USA habe ich nach Bildern gesucht und keine aktuellen mehr gefunden – einzig von 2020 gab es Bilder, wo maskierte Hupfdohlen z. B. beim Football auftraten. Schlimm, was den Damen und Mädchen hier in Deutschland bei der Ausübung ihres Sports angetan wird!
Nächste Woche dürfte es schwerer werden, die paar wenigen angesetzten Sportveranstaltung besuchen zu können – vielleicht am Montag schon oder am 31.12.; aber Lockdown und Sportverbot rücken näher, die Einschränkungen werden jedenfalls immer schlimmer, ohne dass diese wissenschaftlich, sozial oder gesamtgesellschaftlich zu rechtfertigen wären. Telekom Baskets Bonn 115:90 Mitteldeutscher BC WeißenfelsStatistik:
- Grounds: 2.977 (0; diese Saison: 163 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.292 (2; diese Saison: 192)
- Tourkilometer: 220 (220km Auto)
- Saisonkilometer: 32.720 (23.410 Auto, davon 4.480 Mietwagen/ 7.070 Flugzeug/ 2.210 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 64 [letzte Serie: 46, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 51 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

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