Dienstag, 16. Juni 2015

W463IV: Der 34. Titel in 36 Jahren oder die einsame Spitze des deutschen Wasserballs

Wasserfreunde Spandau 1904 ......................... 13
Amateur-Schwimm-Club Duisburg .................. 7
- Datum: Sonntag, 14. Juni 2015 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: 3. Finalspiel um die deutsche Meisterschaft im Wasserball
- Ergebnis: 13-7 nach 32 Minuten (4x8); Viertelergebnisse: 6-4, 3-1, 1-1, 3-1; damit Spandau deutscher Meister nach 3:0-Serie in Best-of-Five
- Tore: 0-1 1. Dennis Eidner, 1-1 2. Moritz Oeler, 1-2 2. Gilbert Schimanski, 2-2 3. Marin Restovic, 3-2 3. Maurice Jüngling, 4-2 4. Moritz Oeler, 4-3 6. Jan Obschernikat, 5-3 7. Jan Famera, 5-4 8. Julian Real, 6-4 8. Mateo Cuk, 6-5 9. Dennis Eidner, 7-5 11. Marko Stamm, 8-5 13. Marko Stamm, 9-5 15. Martin Famera, 10-5 19. Marko Stamm, 10-6 21. Frederic Schüring, 11-6 25. Maurice Jüngling, 11-7 26. Gilbert Schimanski, 12-7 28. Mateo Cuk, 13-7 31. Erik Miers
- Strafen Spandau: Martin Famera, Christian Schlanstedt, Petar Markovic (alle 3 Fouls/ Disqualifikation), Tobias Preuss, Moritz Oeler (jeweils 2 Fouls), Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Marin Restovic, Tim Donner (jeweils 1 Foul)
- Strafen Duisburg: Julian Real (3 Foul/ Disqualifikation), Manuel Grohs, Daniel Grohs (jeweils 2 Fouls), Christian Theiss, Jan Obschernikat (jeweils 1 Foul)
- Spielort: Willibald Gebhardt Sportzentrum Schöneberg, Sport- und Lehrschwimmhalle (Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Hervorragendes Niveau, aber wirklich spannend oder stimmungsvoll war es dann doch nicht) Wasserfreunde Spandau v ASC Duisburg (final match of German water polo championships) Photos with English Commentary:
a) Water Polo Championship Final: Wasserfreunde Spandau (Berlin) defeat ASC Duisburg to win the title for the 34th time in 36 years
b) Berlin: Tierpark Berlin, the Zoo of East Berlin

Von Staßfurt aus fuhren wir am Sonntag erst in den Berliner Tierpark, den Zoo des Ostteils der Hauptstadt. Der kostet zwar erheblich weniger als der im Westteil, ist aber älter, teils etwas ungepflegt und hat z.B. kein Aquarium und erheblich weniger Tiere. Allerdings ist der Tierpark Berlin mit seinen Vogel- und Raubtieranlagen sowie den sehr seltenen Seekühen, die auch publikumswirksam gefüttert werden, mehr als ein 0815-Tierpark.

Der Hauptanlass nach Berlin zu kommen war allerdings das Finale der deutschen Wasserballmeisterschaft. Da der Asoziale Deutsche Fahrrad Club (abgekürzt als ADFC, was auch als Arschlöcher und Deppen Fahrrad Club ausgeschrieben werden kann) seine scheiß Sternfahrt veranstaltete, brach in der Stadt ein Verkehrschaos aus, dass selbst für die immer verstopfte Hauptstadt ungewöhnlich war. 19km, 90 Minuten. Und dann kein Parkplatz vor der Halle. Egal: ich fahr nächstes Wochenende nach Frankreich, in Frankreich parkt man auch mitten auf Verkehrsinseln in Kreisverkehren oder eben wie ich es dann direkt vor der Halle machte, zwischen zwei Bäumen auf dem über zwei Meter breiten Fahrbahntrenner... Tierpark Berlin In der Schwimmhalle angekommen, wurden die an der Kasse Anstehenden gleich beruhigt, dass das Spiel erst 15.30 anfangen wird. Gut: denn wir traten Punkt 15 Uhr (der geplanten Anfangszeit) gerade erst durch die Tür ins enge Foyer der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg.
Schade, dass man so ein Spiel nicht im Schwimmstadion des Olympiageländes austrägt! Aber die 1967 als Konkurrenz für die Hochqualitätssportanlagen in Ost-Berlin und Rostock (Neptunschwimmhalle) errichtete Schwimmhalle im Sportzentrum Schönefeld ist auch sehr sehenswert: Das Dach ist asymmetrisch, der Sprecherturm gegenüber des Sprungturms hinter die achtreihige Obertribüne mit ihren altmodischen Kunststoffbänken die eine hervorragende Sicht aufs Becken gewähren, angebracht.

Nach einem knappen Sieg in Duisburg und einem deutlichen in Berlin war der Serienmeister Wasserfreunde Spandau nun gefordert, gegen den ASC Duisburg den dritten und meisterschaftsentscheidenden Sieg einzufahren. In der ersten Minute traf bereits der Gast, nach dem schnellen Ausgleich ging Duisburg erneut in Führung, doch in einem unheimlich rasanten, intensiven und sehr sehenswerten Spiel ging Spandau nach drei Treffern erstmals in der 4. Minute mit zwei Toren in Führung. Die Zwei-Tore-Führung hielten sie auch konstant bis zum zweiten Viertel: 6-4. Doch nach dem zweiten Viertel war das Resultat kaum noch spannend: 9-5 nach 16 Minuten. Direkt nach dem Seitenwechsel war es noch mal eng, doch im Schlussviertel zog Spandau davon, deklassierte Duisburg phasenweise und gewann am Ende mit 13:7 seine 34. Meisterschaft seit 1979. Nur 1993 (Waspo Hannover, nach 13 Titeln in Folge für Spandau), 2006 (SV Cannstadt) und 2013 mit dem heutigen Finalgegner ASC Duisburg, gewann mal jemand anderes...

Für so ein erfolgreiches Team, das so tolle Leistungen in einer so interessanten Sportart bringt, hat Spandau ein erbärmliches Publikum. 150 Zuschauer im Durchschnitt, heute mal 350 – die Halle nur halbvoll. Ein einziges Mal war die Halle voll in der Saison: als in der Championsleague Galatasaray zu Gast war und 60% der Fans stellte. Was man bei solchen Südosteuropäischen Vereinen unter guter Wasserball-Stimmung versteht, kann man auf Youtube z.B. bei Olympiakos Piräus sehen...  Wasserfreunde Spandau v ASC Duisburg (final match of German water polo championships) Statistik:
- Grounds: 1.386 (heute 1 neuer; diese Saison: 231 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.405 (heute 1; diese Saison: 293)
- Tageskilometer: 910 (910km Auto)
- Saisonkilometer: 59.440 (44.710 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 463

W463III: Klassenerhalt mit vier Treffern von Ronny Schwerdtfeger und fünf Minuten Wasserfußball

SV Spora .............................................................. 1
TSV Leuna 1919 .................................................. 4
- Datum: Samstag, 13. Juni 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 1-2
- Tore: 0-1 6. Ronny Schwerdtfeger, 0-2 20. Ronny Schwerdtfeger, 1-2 43. Florian Bochskanl, 1-3 78. Ronny Schwerdtfeger, 1-4 81. Ronny Schwerdtfeger
- Gelbe Karten: Toni Beer, Jacob Hennig, Kay Daumann (Spora); Elia Wilke, Franz-Josef Motz, Christoph Hähnel
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportplatz Nißma (Kap. 1.100, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon 85 zahlende und mindestens 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Gute und spannende erste Hälfte, danach Durchhänger bis zur starken Schlussphase und schließlich kurioses Ende mit Wasserfußballeinlage)

TSV Leuna 1919 E .............................................. 4
SV 1916 Beuna E ................................................. 6
- Datum: Samstag, 13. Juni 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse E-Junioren, Saalekreis/ Staffel 1 (Spielklasse der U11)
- Ergebnis: 4-6 nach 50 Minuten (25/25); Halbzeitstand: 3-2
- Tore: 1-0 5. Justin, 1-1 10. NN, 1-2 18. (11), 2-2 21. Yannick, 3-2 24. Oli, 3-3 30. Eigentor, 3-4 32. (8), 4-4 38. Luca?, 4-5 44. (8), 4-6 47. (11)
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 1 (Kap. 1.000, davon 15 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel) SV Spora v TSV Leuna Photos with English Commentary:
a) Leuna Youth Football: TSV Leuna U11 v SV Beuna U11
b) Leuna Amateur Football: SV Spora v TSV Leuna 1919
c) Burgenland District: Football Ground in Spora/ Prehlitz-Penkwitz

Samstagvormittag waren ursprünglich zwei Juniorenspiele des TSV angesetzt, doch die F spielte erst am Sonntag. Also kam ich zur E, die sich gegen den SV Beuna auf der Sportstätte der Jugend behaupten musste.

In einem guten und ausgeglichenen Spiel zeigten beide Teams mal schöne Spielzüge und Angriffe, mal die für diese Spielklasse üblichen Aussetzer und Pannen. Es ging hin und her und es gab viele Treffer: mal führte Leuna, mal Beuna. Zur Pause sah es für den TSV besser aus, da sie 3:2 in Führung lagen, doch Beuna drehte nach der Pause mit einem Doppelschlag das Spiel. Nach einem schönen Konter zum 4:4 zog Beuna noch einmal an und nutzte Abwehrschwächen um am starken Leunaer Schlussmann vorbei zu kommen. 4:6 hieß es am Ende. In diesem guten Spiel gewann mal wieder derjenige, der weniger Fehler in der Abwehr machte: bei Leuna waren die Zuteilung der Positionen und die Einsatzzeiten bzw. Wechsel der jeweiligen Abwehrspieler auch nicht ganz glücklich.

Im freundschaftlichen Neunmeterschießen hieß es nach 10 zu 8 Schützen für Leuna 4:4. Da waren auch einige richtig schöne Treffer bei beiden dabei! Die Gesamtbilanz für Leunas E hätte angesichts der 58 zu 83 Tore und 16 Punkte aus 18 Spielen besser sein können, aber mit nur zwei zweistelligen Niederlagen, die auch noch niedriger waren (0:11, 0:10) als der höchste Sieg (13:1), sowie den konstant siegreich gestalteten Spielen gegen die hinter dem TSV platzierten Teams, muss man von einer soliden Saison reden. Die Mannschaft kann sich noch gut entwickeln in der nächsten Saison! TSV Leuna 1919 U11 v SV 1916 Beuna U11 Ich war dann noch mal in Halle bei Rama und ihrem Verlobten Amer und nach dem Essen mit diesen beiden syrischen Freunden ging es dann sehr zügig nach Spora, genauer in den Ortsteil Nißma. Dort liegt der idyllische, aber recht holprige Sportplatz des SV Spora.

Nach einer über weite Strecken schwachen Saison war der TSV auch an diesem letzten Spieltag noch abstiegsbedroht und während es für Spora um nichts mehr ging, war man bei Leuna auch immer dabei, die Zwischenstände bei den anderen Abstiegskandidaten, insbesondere der II. vom VfB IMO – dort war zu befürchten, dass die ESG sich nicht den Arsch aufruppt um die Merseburger in die Kreisoberliga zu schießen – in Erfahrung zu bringen.

Aber unabhängig von den Resultaten der anderen: mit einem Sieg wäre alles klar. Und so fing Leuna auch an: die klar bessere Mannschaft, die Sporaer immer wieder zu Fouls zwingend und den Schiedsrichter zu einer recht strengen Linie gegen Spora, die auch zwei lächerliche Freistöße für den TSV mit einschlossen. Das Gute bei Spora ist immer: macht man die Dorfdeppen sauer, indem man besser spielt und den Schiedsrichter nicht gegen sich selber aufbringt, dann geht es rund: nach allem was sich bewegt (oder auch nicht mehr) wird getreten, jede leichte Berührung mit Pöbeln kommentiert und wer meinte, bei so einer Chaotenmannschaft würde wenigstens das Trainergespann dazwischengehen, liegt weit daneben: die zwei sind wirklich die letzten Prolls. Immerhin ist so Action garantiert! SV Spora v TSV Leuna Leuna konzentrierte sich zuerst aufs Fußballspielen, ging mit einem direkt verwandelten, aber haltbaren und völlig berechtigten Freistoß aus spitzem Winkel in Führung. Es sollte der große Tag von Ronny Schwerdtfeger werden, denn der schoss nicht nur besagten Freistoß direkt rein, sondern hatte auch Auge und Kraft für einen 30m Schuss neben den Innenpfosten zum 0:2. Danach ließ sich auch Leuna auf unsaubere Zweikämpfe ein und der Schiedsrichter aus Halle verlor seine Linie: z.B. zogen Frustfouls wie vom Kapitän von hinten in die Waden eines im Mittelkreis laufenden Leunaers keine Karte nach sich, ein anderer Sporaer sah für drei gelbwürdige Fouls nur eine einzige Karte. Nach einem Abwehrfehler sah der bis dahin völlig fehlerfrei und souverän agierende Torwart Pfennig ziemlich alt aus: 1-2 kurz vor der Pause.

Nach dem Seitenwechsel zeigten beide Seiten erstmal nicht mehr viel. Spora war dann sogar mal vor dem Tor mit dem Ball aktiv und nicht mehr nur mit dem Mund und den Tritten in die Knochen des Gegners... Das nutzte dann Ronny Schwerdtfeger in der Schlussphase für zwei Konter: erst über rechts und aus spitzem Winkel und locker 15m Entfernung ins lange Eck, dann über links und aus kürzerer Entfernung eingeschoben. Eine wirklich tolle Einzelleistung von ihm, die aus der geschlossen guten Mannschaftsleistung des TSV Leuna noch herausgehoben werden muss.

1:4 also und das Spiel zweifellos entschieden, der Klassenerhalt geschafft! Doch ab der 75. fing es mit Regnen an. Ein Gewitter zog vorbei. Nach 85 Minuten wurde es richtig übel, sodass das Schiedsrichtergespann in die Kabinen bat. Da lief dann zwar das Wasser rein und die Spieler waren eh schon völlig durchweicht, aber wenigstens konnte da kein Blitz einschlagen, wie in die Wechselbank, unter die ich mich mit drei anderen Leunaern stellte... Es schlug aber freundlicherweise nichts ein, nur das 20 Minuten dauernde Verharren und die Unsicherheit, ob sich Schiedsrichter und Gastgeber vernünftig verhalten und die Partie zu Ende spielen, nervte.

Spora zeigte sich dann aber auf einmal ganz freundlich und entspannt, auch wenn sie nicht wie manche Leunaer Freistil in den Pfützen auf dem Platz schwammen... Sie brachten die Partie ganz locker zu Ende und spielten mit Leuna lustigen Wasserfußball. Mit dem 1:4 rettet sich der TSV Leuna also verdientermaßen – der IMO nutzte auch ein 3:2-Sieg nichts mehr, da ein Punkt weniger und das schlechtere Torverhältnis gegenüber den punktgleichen Lauchaern. Hoffentlich macht es Leuna nächste Saison nicht noch mal so spannend – es sei denn, es geht spannend um den Aufstieg... In jedem Fall werde ich mal im August wieder vorbeischauen beim TSV Leuna 1919, mit dem man doch so vieles erlebt! SV Spora v TSV Leuna Statistik:
- Grounds: 1.385 (heute 0 neue; diese Saison: 230 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.404 (heute 2; diese Saison: 292)
- Tageskilometer: 330 (330km Auto)
- Saisonkilometer: 58.530 (43.800 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 463

W463II: Von 3-0 auf 3-4

TSV Leuna 1919 AH ........................................... 3
SV Blau-Weiß Zorbau AH ................................. 4
- Datum: Freitag, 12. Juni 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 3-4 nach 70 Minuten (35/35); Halbzeitstand: 3-0
- Tore: 1-0 15. Freddy Kamenica, 2-0 23. Mario Melchior, 3-0 34. Mario Melchior, 3-1 38. Krug, 3-2 47. Krug?, 3-3 52. Haas, 3-4 55. Krug
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Spiel mit ärgerlicher Wende) TSV Leuna AH v Blau-Weiß Zorbau AH Photos with English Commentary:
Veterans Football: TSV Leuna v Blau-Weiß Zorbau
Merseburg: Königsmühle, Oberaltenburg, Petri-Kloster

Dieses Wochenende ging es noch mal nach Sachsen-Anhalt: nach einem Abstecher bei Khatereh in Frankfurt am Vormittag schlug ich mich in der Mittagshitze über die vollen Autobahnen durch, musste drei Mal kurz abfahren um Staus zu vermeiden und benutzte dann ab Apolda nur noch Landstraßen. Kurzer Essensstopp in Braunsbedra und dann war ich auch schon in Leuna. Dort verging auch nicht viel Zeit, bis bei hohen Temperaturen und geringem Zuschauerzuspruch die Altherren-Partie gegen BW Zorbau angepfiffen wurde.

Leuna spielte gegen die durch junge Spieler verstärkte Gästetruppe eine starke erste Halbzeit. Freddy Kamenica nahm einen Ball in Brusthöhe mit dem Fuß an und netzte ihn gegen die Laufrichtung des Torwarts ein, dann traf Mario Melchior gleich zwei Mal – einmal Flachschuss, einmal Kopfball. Doch in der zweiten Hälfte drehte Zorbau mit der agileren und schnelleren Spielweise die Partie. 3:4 war der Endstand. Merseburg Statistik:
- Grounds: 1.385 (heute 0 neue; diese Saison: 230 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.402 (heute 1; diese Saison: 290)
- Tageskilometer: 550 (550km Auto)
- Saisonkilometer: 58.200 (43.470 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 463

Freitag, 12. Juni 2015

W463I: Schwebebahn, Botanischer Garten und Wasserball-Bezirksklasse in Wuppertal

SSC Hellas Wuppertal ........................................ 7
VfL Benrath 06 .................................................. 12
- Datum: Donnerstag, 11. Juni 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Bezirksklasse Schwimmverband Rhein-Wupper (7. und unterste Spielklasse im Wasserball)
- Ergebnis: 7-12 nach 32 Minuten (4x8); Viertelstände: 2-2, 0-2, 3-5, 2-3
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielort: Freibad Mählersbeck (Kap. 350 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 5 (davon 3 Heimfans, 2 Neutrale)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Eher dürftiges Spiel, aber v.a. im dritten Drittel sehenswerte Treffer) Hellas Wuppertal v VfL Benrath Photos with English Commentary:
a) Water Polo: Hellas Wuppertal lost to VfL Benrath at Public Pool Mählersbeck
b) Bergisches Land: Wuppertal Suspension Monorail and Botanical Garden, Velbert-Langenberg Old Town

Nach der Uni bin ich mit meinem Kommilitonen und Kumpel Moritz mal nach Wuppertal gefahren. Der Ort sieht so künstlich und hässlich zusammengewürfelt aus, wie man es anhand seiner Geschichte – Zusammenschluss zu einer Stadt mit dem Namen Wuppertal erst 1930; der südafrikanische Ort Wupperthal ist der älteste Ort der direkt auf das Tal der Wupper abzielt – auch erwarten muss. Uninteressant ist Wuppertal, also das in NRW, allerdings nicht.

Man sollte mal mit der Schwebebahn (Kurzstrecke = halbe Stunde für 1,60€) gefahren sein. Ein Großteil der Strecke verläuft in etlichen Metern Höhe über der Wupper. Auch die entsprechend hoch gelegenen Haltepunkte sehen recht abenteuerlich aus. Interessant ist auch, wie stark die Wagen da schwingen und schaukeln. Allerdings ist bisher erst ein tödlicher Unfall passiert nur vier oder fünf weitere Male ist ein Wagen abgestürzt – und das in mehr als 100 Jahren Betrieb!

Weitaus weniger lohnend als die Schwebebahn ist das hässliche zubetonierte Stadtzentrum und auch der botanische Garten lohnt nicht sonderlich: die wissen schon, warum die keinen Eintritt nehmen bei den mickrigen Gewächshäusern mit ihren Krüppelpflanzen und den 0815 Grünanlagen, die nur von der landschaftlichen Lage profitieren.

Wir fuhren noch ins 12km entfernte Langenberg, einem Ortsteil von Velbert, der etliche schiefergedeckte Häuser zu bieten hat. Hellas Wuppertal v VfL Benrath Dann suchten wir ein Freibad im Osten von Wuppertal auf: das Freibad Mählersbeck. Denn im Sommer trägt dort der SSV Hellas Wuppertal seine Wasserballheimspiele aus!

Seit Malta also das erste Mal wieder Wasserball unter freiem Himmel. Doch im Vergleich zum Schwimmstadion in Malta war das natürlich ein recht mickriger Ground: ein ordentliches Becken, drumherum aber nur zwei Steinstufen auf einer Seite, dann Umkleiden, eine Rutsche und viel Liegewiese. Aber andererseits ist diese Sportstätte natürlich zumindest zum Zuschauen sehr viel schöner und angenehmer, als so eine bekackte Schwimmhalle wie die meisten anderen Clubs in NRW, in der man stickige Luft und nasse Klamotten abbekommt, da man fast im Becken sitzt.

Nur drei andere Leute wollten außer uns dieses Spiel sehen. Hellas Wuppertal ist entsprechend des griechischen Namens eine Pleitetruppe, aber im ersten Viertel zeigten sie sich gleichwertig, brachten ein paar gute Spielzüge und hielten ein 2:2 gegen den sich mit erheblich mehr Punkten zierenden VfL Benrath. Das schwache zweite Viertel wurde mit zwei Toren für Benrath in die richtigen Bahnen gelenkt. Im dritten Viertel drehte Benrath auf und Wuppertal versuchte – meist über den einen einzigen konkurrenzfähigen Akteur vorne – dranzubleiben. Beim Stand von 5:9 ging es in die letzte Pause und mit dem Endergebnis von 7:12 schließlich, kann Wuppertal noch recht zufrieden sein. Wuppertal Statistik:
- Grounds: 1.385 (heute 1 neuer; diese Saison: 230 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.401 (heute 4; diese Saison: 289)
- Tageskilometer: 200 (200km Auto)
- Saisonkilometer: 57.650 (42.920 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 463

Sonntag, 7. Juni 2015

W462III: Bonner Kreisligaplätze

1. FC Südstadt Bonn II ....................................... 2
SSV Plittersdorf 1922 II ...................................... 3
- Datum: Sonntag, 7. Juni 2015 – Beginn: 15.15
- Wettbewerb: Kreisliga D, Bonn/ Gruppe 3 (11. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-3 nach 97 Minuten (47/50); Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 5. Christoph Lakermann, 1-1 34. Marc Christian Richter, 1-2 49. Pascal Vega Valenciano, 1-3 78. Boris Höhne, 2-3 82. Christoph Lakermann
- Gelbe Karten: Joschka Trompeter, Dominik Schwier, Ismail Zanbak, NN, NN (Südstadt); Joost Grünefeld, Mario Jose Lopez, Soufian Akarkach? (Plittersdorf)
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportplatz am Vogelsang (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt)

SC Fortuna Bonn 1904/1950 III ......................... 0
SC Volmershoven-Heidgen 1921 II .................. 10
- Datum: Sonntag, 7. Juni 2015 – Beginn: 13.10
- Wettbewerb: Kreisliga B, Bonn/ Gruppe 3 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-10 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeit: 0-5
- Tore: 0-1 4. Christian Schneider, 0-2 19. Malte Kuhn, 0-3 24. Ibrahim Bokhabza, 0-4 37. Malte Kuhn, 0-5 43. Yannick Kay, 0-6 53. Ibrahim Bokhabza, 0-7 66. Yannick Kay, 0-8 71. Maik Wegner, 0-9 81. Jurij Fischer, 0-10 90. Maik Wegner
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: Markus Ratz (86. Min. wg. Tätlichkeit); Ibrahim Bokhabza (86. Min. wg. Tätlichkeit)
- Spielort: Sportplatz Wasserland (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Starke Leistung der Gäste. ansonsten eher langweiliges Spiel)

FC Hertha Bonn 1918 II ..................................... 7
FV Cosmos Bonn ................................................. 0
- Datum: Sonntag, 7. Juni 2015 – Beginn: 11.45
- Wettbewerb: Kreisliga D, Bonn/ Gruppe 1 (11. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-0 nach 90 Minuten (44/46); Halbzeit: 5-0
- Tore: 1-0 4. Patrick Deptuch, 2-0 6. Patrick Deptuch oder Andreas Starost, 3-0 15. Daniel Kochems, 4-0 41. Daniel Kochems, 5-0 43. Patrick Bell, 6-0 75. Patrick Bell, 7-0 78. Pascal Treichel
- Gelbe Karten: TW Lukas Breuer, Mike Wrobel, James Baylis (alle Hertha)
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportplatz Hertha Bonn (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Sehr einseitiges Spiel mit etlichen Torszenen aber auch einem langen Durchhänger) Hertha Bonn II v Cosmos Bonn Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Bonn: Hertha Bonn Res. v Cosmos Bonn
b) Amateur Football in Bonn: Fortuna Bonn Third XI v Volmershoven-Heidgen Res.
c) Amateur Football in Bonn: Südstadt Res. v Plittersdorf Res.

An diesem Sonntag fuhr ich mal wieder mit dem Rad in der Stadt herum, um mir unterklassige Spiele auf bisher noch nicht besuchten Grounds anzugucken. Es ging in der Kessenicher Straße bei Hertha Bonn los, die einen landschaftlich ganz ansprechend gelegenen Hartplatz mit ringsherum gehenden zugewucherten Graswällen zu bieten haben.

Ich hatte schon befürchtet, dass ich 10 Minuten nach dem Anpfiff aufkreuzen würde, aber der Schiri – natürlich ein Ur-Deutscher, auch wenn der wohl kein echter Rheinländer war von der Herkunft, aber im Rheinland ist man notorisch unpünktlich und unzuverlässig – war satte 30 Minuten zu spät, da er von 13 Uhr Anpfiff ausgegangen war. Nach weiteren völlig übertriebenen 15 Minuten in der Kabine ging die Partie mit insgesamt 45 (!!!) Minuten Verspätung los.

Zwei ganz leistungsschwache Teams – die erst in der Rückrunde in den Spielbetrieb der untersten Spielklasse gestartete Zweite Mannschaft von Hertha Bonn hieß den Vorletzten, den FV Cosmos, willkommen. Die Gastgeber gingen mit einem Mann mehr schnell in Führung. Nach einem Kopfballtor und einem weiteren Doppelschlag stand es 5:0 ehe die Seiten gewechselt wurden. Danach gab es einen Durchhänger und Cosmos kam auch mal ganz vereinzelt zu Entlastungsangriffen – da musste der Heimtorwart nicht mehr dauernd am Pfosten rumlümmeln... Hertha setzte aber noch zwei Treffer drauf und fuhr ihren höchsten Saisonsieg ein. Fortuna Bonn III v SC Volmershoven-Heidgen II Ich kam nach 25 Minuten Spielzeit und einem Stand von 0:3 am Sportplatz Wasserland an. Dort trägt die Fortuna Bonn fast alle ihre Spiele aus. Nur die I. Herren spielen – wenn der Rasen nicht wie jetzt im Moment mal wieder neu ausgesät oder sonstwie bearbeitet wird – regelmäßig im Stadion Wasserland. Die III. Mannschaft darf den Kunststoffplatz zertreten, der natürlich ohne Ausbauten daher kommt und nur deshalb zu den weniger hässlichen Sportplätzen zählt, da er in eine Parklandschaft eingepasst wurde.

Die III. der Fortuna zeigte heute wieder warum sie bereits in die Kreisliga C abgestiegen sind: nur wenige Offensivaktionen und die stets vergeben – hinten aber zu schwach und zu langsam um einen starken Gegner wie die II. vom SC Volmershoven-Heidgen zu stoppen. Bis zur Pause stand es auch hier 0:5. Im Gegensatz zu Hertha II machte Volmershoven-H. II es besser: nach und nach erzielten sie vier Treffer, dann gab es ein spektakuläres Foul vom 9er der Fortunen am 6er, was zu einer kleinen Handgreiflichkeit führte, die der souveräne Schiri mit Rot gegen beide Spieler ahndete (wobei man es da auch mal bei Gelb hätte belassen können: gerade dieses B-Jugend-Milchgesicht von den Gästen konnte man doch nicht ernst nehmen; der affig gestylte 9er der Heimelf war auch kein Gegner von dem hier auf dem Platz Gefahr für Leib und Leben ausgehen könnte...) und danach fiel noch das 0:10 in der Schlussminute. 1.FC Südstadt-Bonn II v SSV Plittersdorf II Da die I. auch auf dem Plasteplatz kickte, fuhr ich zum Vogelsang hinter. Dort am Rande der Bonner Südstadt fühlte ich mich wie in einer Plattenbausiedlung in Tschechien: von Bäumen und Gestrüpp umgebene nur teilweise sanierte Plattenbauten, dazwischen Sperrgut, zerschlagene Flaschen und in einer alten Industriebebauung hausten Roma die draußen auf primitiven Gartenmöbeln zwischen ihrer aufgehängten Wäsche und den Wohnbaracken mit ihren miesen Fenstern und abblätternden Fassaden saßen...

Der Hartplatz sieht auch nicht besonders doll aus, aber immerhin von Grün umgeben. Das Spiel war noch das Beste der drei heute, jedoch auch nicht herausragend. Spektakulär war das 1:0 des Gastgebers, des 1. FC Südstadt II: ein Schuss aus gut 30m, der trotz dessen der Torwart der SSV Plittersdorf II noch die Hände dranbekam, in den Winkel ging. Der Ausgleich war gut herausgespielt. Ebenso die beiden Treffer der Gäste in Halbzeit zwei. Entschieden war das Spiel nach dem 1:3 aber noch lange nicht – auch nach dem vergebenen Elfmeter der Südstädter nicht. Denn nach einem tollen Freistoß 15 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit stand es 2:3. Und der türkische Schiri, der ebenfalls souverän auftrat, ließ mal wieder ewig nachspielen. Es nutzte allerdings nichts mehr für den Gastgeber. Für zwei soweit hinten platzierte Teams war das aber gar nicht schlecht, heute! 1.FC Südstadt-Bonn II v SSV Plittersdorf II Statistik:
- Grounds: 1.384 (heute 3 neue; diese Saison: 229 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.400 (heute 3; diese Saison: 288)
- Tageskilometer: 30 (30km Rad)
- Saisonkilometer: 57.450 (42.720 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 462

W462II: Das erste Mal Motoball im Ausland gesehen, aber trotzdem ein Bundesligaspiel

Motoballvereniging Budel ................................. 11
MSC Philippsburg ............................................... 8
- Datum: Samstag, 6. Juni 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Motoballbundesliga, Süd-Gruppe (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 11-8 nach 80 Minuten (4x20); Viertelstände: 3-0, 2-3, 4-3, 2-2
- Tore: 1-0 6. (6), 2-0 15. (3), 3-0 19. (NN), 4-0 22. (6?), 4-1 22. Nr. 2, 5-1 24. (6), 5-2 29. Nr. 2, 5-3 34. Nr. 2, 6-3 41. (6), 6-4 43. Nr. 2?, 7-4 50. (8), 7-5 51. Nr. 6, 8-5 51. (6), 8-6 54. Nr. 2?, 9-6 59. (9), 10-6 63. (9, Überzahl), 10-7 56. Nr. 6 (Überzahl), 10-8 72. Nr. 2 (3 gegen 3), 11-8 76. (NN)
- Gelbe Karten (2 Minuten): Nr. 9 (Budel), Nr. 2, 5, 8, 9 (Philippsburg)
- Grüne Karten (5 Minuten): Nr. 6 (Budel)
- Rote Karten (Platzverweis): keine
- Spielort: Motoballveld Budel (Kap. 800 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon knapp 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 9,0/10 (Hervorragendes Spiel mit enorm vielen Torszenen)
MBV Budel v MSC Philippsburg Photos with English Commentary:
a) Motorcycle Football (Netherlands): MBV Budel v MSC Philippsburg in the German Championships
b) Niederrhein Region (Germany): Wassenberg Castle, Brüggen Palace, Dalborn Palace & Monastery

Motoball gehört zu jenen Sportarten, die ich auf jeden Fall auch mal im Ausland sehen wollte. In diesem Monat habe ich das gleich zwei Mal vor, wobei die eine Option ja für mich in Bonn näher ist, als alle deutschen Vereine mit Ausnahme der Klubs aus Kierspe: nämlich in Budel südöstlich von Eindhoven in den Niederlanden zu gucken. Budel spielt in der Bundesliga Gruppe Süd mit. Der Ort Budel ist eine Kleinstadt mit der üblichen hässlichen Architektur in der üblichen öden Landschaft der Niederlande. An einem Truppenübungsplatz, über einen unbefestigten Weg erreichbar, liegt der ausbautenlose Verbundpflasterplatz der Motoballvereniging (MBV) Budel. Drumherum passen gut 800 Leute. Nur 150 kamen zu diesem Spiel gegen Philippsburg. Es wurde nicht einmal Eintritt erhoben, nur aus einer Wellblechhütte heraus wurde Essen verkauft.

Beide Teams haben noch Chancen auf den Einzug in die Meisterschaftrunde, doch wer hier verliert, verliert an Boden auf Platz 4. Beide Teams gingen entsprechend offensiv zu Werke und lieferten ein tolles Spiel. Budel hatte aber den deutlich besseren Start und ging im ersten Viertel mit 3:0 in Führung. Nach der ersten Pause netzten sie sogar gleich zum 4:0 ein, ehe Philippsburg zu einem Treffer kam. Richtig in Fahrt kamen sie aber erst nach dem 5:1; der 3er verkürzte dann im Alleingang auf 5:3. Im fantastischen dritten Viertel ging es hin und her; Torszenen, Lattentreffer, Tore aus voller Fahrt heraus erzielt oder nach geschickten Wendemanövern vorm Torraum – Budel hielt die Jungs aus der Karlsruher Ecke stets mit zwei Toren auf Abstand, zum letzten Viertel waren es sogar wieder drei: 9-6. Nach wenig mehr als einer Stunde Spielzeit gab es die erste Strafe; ein Philippsburger musste mit Grün zwei Minuten vom Feld. Das nutzte Budel um auf 10-6 davon zu ziehen. Doch es sollte noch einmal eng werden; nach Fouls setzte es auch Strafen gegen die Niederländer und teils mit je nur noch drei Feldspielern gelangen den Philippsburgern zwei Treffer. Budel verschoss auch noch einen Elfmeter. Erst vier Minuten vor dem Ende gelang den Niederländern die entgültige Entscheidung; 11-8 war der Endstand in dieser torreichen und sehr sehenswerten Partie!

Nach dem Spiel fuhr ich auf dem kürzesten Weg zurück nach Bonn: dort lagen dann bis auf eine Windmühle in den Niederlanden gar keine Sehenswürdigkeiten mehr auf dem direkten Weg. Den Hinweg hatte ich etwas umständlicher gelegt, wobei weder die hässliche Backsteinburg in Wassenberg noch der ebenso hässliche Backsteinkomplex aus Kloster und Schloss in Dalborn lohnten. Einzig Brüggen mit seinem Wasserschloss lohnte ein bisschen: zwar auch die übliche dunkle Backsteinbauweise, aber etwas schöner gestaltet als sonst in NRW und NL. Aber diese ganze Region zwischen Bergheim über Mönchengladbach und Roermond bis Eindhoven ist ja sowas von abartig hässlich (landschaftlich wie auch v.a. architektonisch) – da würde ich ja nie mehr hinfahren, wenn es da nicht regelmäßig interessante Spiele und diverse interessante Sportstätten gäbe! MBV Budel v MSC Philippsburg Statistik:
- Grounds: 1.381 (heute 1 neuer; diese Saison: 226 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.397 (heute 1; diese Saison: 285)
- Tageskilometer: 340 (340km Auto)
- Saisonkilometer: 57.420 (42.720 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.350 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 80 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 462

Samstag, 6. Juni 2015

W462I: Kein Klassenerhalt trotz 4:2 nach Regulärer Spielzeit und 4:2 im Elfmeterschießen

Grafschafter SV Vettelhoven II ....................... 4
SG SV Eintracht Eich/ SpVgg 04/25 Nickenich/
SV Kell II ........................................................... 2
- Datum: Freitag, 5. Juni 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Relegation zur Kreisliga B Rhein/Ahr (Auf- und Abstiegsrunde zur 9. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 93 Minuten (45/48); Halbzeit: 1-1, zusätzlich Elfmeterschießen: 4-2 für GSV
- Tore: 1-0 18. Daniel Röber, 1-1 28. Udo Schmitt, 2-1 48. Denis Schäfer, 3-1 53. Daniel Röber, 3-2 78. Alexander Keller(?), 4-2 88. Jan Hoffmann
- Gelbe Karten: Denis Schäfer (GSV); Kilian Thon (Eich)
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportplatz Gönnersdorf (Kap. 750, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 70 Grafschafter und 50 Eicher, der Rest neutral)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes, unterhaltsames und spannendes Spiel)
Play-off: Grafschafter SV II v SG Eich II, in Gönnersdorf Photos with English Commentary:
a) Play-Off Match: GSV Vettelhofen Res. v SG Eich Res. (at Gönnersdorf)
b) Rhineland-Palatinate: Oberwinter, Schloss Marienfels, Remagen, Schloss Ahrenthal, Waldorf

Donnerstag war mit Fronleichnam einer der vielen Feiertage im katholischen Rheinland, sodass es keine Uni gab. An Fronleichnam gibt es jedoch auch keine Sportveranstaltungen, sodass es sehr praktisch war, dass meine Freundin Khatereh gerade zu diesem Tag nach Bonn zum Sightseeing kam.

Am Freitag machte ich alleine mit Sightseeing weiter, linksrheinisch kenne ich nämlich südlich der Rolandsburg nichts. Eine Radtour bei schwülen (will da niemanden bloßstellen, aber ich kenne Ausländer, die haben Probleme mit Umlauten und sprechen dieses Wetter, auch sehr treffend, als „schwul“ aus) 35 Grad ist natürlich nicht so angenehm, wenn die Radwege so scheiße sind wie zwischen Oberwinter und Bad Breisig, also so wie man Rheinland-Pfalz erreicht hat, dann ist die Tour erstrecht nicht toll. Allerdings schien es viele gar nicht zu interessieren, wenn man auf der B9 verbotenerweise den Standstreifen benutzt oder auf der rechten Markierung fährt. Falls jemand am Freitag im Radio eine Verkehrsmeldung gehört hat wie: „Radfahrer auf der B9 zwischen Remagen und Sinzig“ oder „...Bad Breisig und Remagen“, dann weiß er jetzt, wer es war...

Sightseeing war jetzt auch nicht unbedingt spektakulär: Oberwinter hat ein bisschen Fachwerk zu bieten... auf der gegenüberliegenden Seite macht Unkel mehr daher... auf einen Kilometer Entfernung kann man Schloss Marienfels bei Remagen sehen, das mal dem Haribo-und-Wetten-dass?-Fritzen gehört hat... Remagen selbst hat eine innen schön ausgemalte Wallfahrtskirche „St. Apolinaris“ zu bieten... und das Schloss Ahrenthal ist die übliche, privatgenutzte 0815-Wasserschlossanlage, die man überall im Rheinland sehen kann. Remagen Die Zweitplatzierten der beiden Kreisliga C Staffeln und die Vorletzten der beiden Kreisliga B Staffeln tragen im Rhein/Ahr-Kreis eine Qualifikationsliga mit vier Teams in einer Einfachrunde aus. Bereits aufgestiegen ist mit SC Wassenach die einzige I. Mannschaft und ein Vertreter der Kreisliga C. SV Gering-Kollig II – ebenfalls Zweitplatzierter in einer Kreisliga C – hat im Vergleich zu den beiden heute auf dem Platz stehenden Teams die besseren Karten den zweiten freien Platz in der Kreisliga B 2015/16 zu erreichen. Doch auch die beiden Vorletzten der jeweiligen Kreisligen B, der Grafschafter SV Vettelhofen II und die SG Eich II sind noch im Rennen. Von den drei Qualispielen hat jedes Team ein Heim- und ein Auswärtsspiel und am letzten Speiltag ein Match auf neutralem Platz. Das Spiel heute wurde auf dem Platz des FC Gönnersdorf (Bezirksligist aus 53498 Gönnersdorf im Rhein/Ahr-Kreis zwischen Andernach und Remagen) gespielt.

In Gönnersdorf befindet sich ein frisch sanierter Rasenplatz mit vielen Zäunen aber unbrauchbaren Fangnetzen, winzigem Vereinsheim mit dürftiger Infrastruktur und v.a. viel Wald drumherum. Die Sportanlage liegt auch sehr schön gebirgig, sodass man auf Graswällen bis zu drei Meter oberhalb des Spielfeldes sitzen kann. Ein paar Bänke und Schalensitze gibt es auch. Eine Stromleitung geht in ca. 10m Höhe über den Platz hinweg. Insgesamt ein schönes Panorama!

Der Kassenwart verlangte 2€ und war sehr freundlich, wobei er anscheinend nur so interessiert gefragt hat, von wo aus ich mit dem Rad gekommen sei, weil im Rheinland keine Sau Rad fährt. Die Radinfrastruktur ist unmöglich – ab Oberwinter habe ich keinen Radständer mehr gesehen und nicht einen vernünftigen Radweg – und andere Radfahrer sind mir erst nördlich von Remagen wieder begegnet.

Hier auf dem Sportplatz war erfreulich viel los: etwa 150 Zuschauer fanden sich ein, wobei von den Anhänger des Grafschafter SV II auch Stimmung ausging. Die SG Eich II hatte nicht nur etwas weniger Fans mit, sondern auch keine Stimmungsmacher. Doch der GSV-Anhang wusste zu gefallen und reimte mitunter tolle Texte wie „Streichel mir die Wampe... steck ihn in den Mund du Schlampe... nie mehr C-Klasse... GSV...“ – Dabei wurde der Rhythmus des Rocksongs „We’re Not Gonna Take It“ von den „Twisted Sister“ (Link) genommen, wobei man sich eindeutig von einem Vertreter aus dem asiatischen Land, das nach Indonesien und vor Iran die genialste Fanszene dieses Kontinents hat, hat inspirieren lassen: Vegelta Sendai aus Japan (Link)

Ohnehin war sehr originell, was man so zu hören bekam: hinter mir erzählten welche von einem Kreispokalfinale in der Region, das von einem Polizeieinsatz nach einer Massenschlägerei gekrönt wurde und in dem es die „beste gelbe Karte aller Zeiten“ gab: eine wegen zu lauten Jubelns, die der Schiedsrichter mit folgender Aussage begründete; „Sie haben mir ins Ohr gejubelt“...

Auch das Spiel lohnte das Zugucken: Eich II erzielte einen regulären Treffer, doch der Schiedsrichter sah den Ball nicht hinter der Linie, obwohl er bereits ca. 20cm dahinter war ehe der Torwart ihn wegwischte. Danach ging Grafschafter SV in Führung. Doch vor dem Seitenwechsel eine Kopfballbogenlampe aus etwa 16m zum 1:1 Ausgleich. Nach der Pause entschied der Grafschafter SV die Partie für sich mit einem Doppelschlag innerhalb von fünf Minuten. In der Schlussphase kam Eich II noch auf 3:2 ran. Ein 4:2 wurde erst aufgrund von angeblichen Abseits aberkannt, doch kurz darauf traf der Grafschafter SV noch einmal – nun regulär zum 4:2.

Um Eventualitäten über den direkten Vergleich auszuräumen, wurde noch sofort nach Abpfiff ein Elfmeterschießen anberaumt, das mit demselben Ergebnis endete: Eich ging in Führung (0-1), dann ging es 1-1, 1-2, 2-2. Der Grafschafter Torwart hielt, sein Mitspieler traf zum 3-2, dann schoss ein Eicher drüber und mit dem vierten Schützen hatte sich die Entscheidung bereits gefunden: 4-2 für Grafschaft Vettelhoven.

Das Problem an der ganzen Sache: der bereits aufgestiegene SC Wassenach verlor 0:1 gegen Gering-Kollig II, was natürlich Rufe nach Wettbewerbsverzerrung laut werden ließ. Aber ob es nicht ohnehin einen Nachrücker mit dem GSV II gibt, ist unklar – denn angeblich soll eine Reservemannschaft aus Mayen zurückziehen, sodass noch ein Platz frei wäre... Aber wie auch immer: für den neutralen Besucher war das ein sehr lohnender Spielbesuch! Play-off: Grafschafter SV II v SG Eich II, in Gönnersdorf Statistik:
- Grounds: 1.380 (heute 1 neuer; diese Saison: 225 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.396 (heute 1; diese Saison: 284)
- Tageskilometer: 90 (90km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 57.080 (42.380 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.350 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 80 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 462

Montag, 1. Juni 2015

W461V: Das Stadion am Werbellinsee

Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte (EJB)-Fußballmasters am Werbellinsee
- Datum: Sonntag, 31. Mai 2015 – Beginn: 8.00
- Wettbewerb: C-Junioren-Großfeldturnier
- Ergebnisse: Halbfinale 1; SV Berlin-Buchholz 2:3 (1:1, 1:2 Elfm.) Hertha 03 Berlin, Halbfinale 2; Lichtenrader BC 0:1 Empor Berlin; Spiel um Platz 3: SV Buchholz 1:2 (0:0, 1:2 Elfm.) Lichtenrader BC, Finale: Empor Berlin 1:0 Hertha 03 Berlin
- Spielort: Stadion am Werbellinsee (Schorfheide OT Altenhof; Kap. 2.000 Stehplätze, früher noch zusätzlich 3.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ordentliche bis gute und stets enge Spiele) Under-15 Tournament at Stadion Werbellinsee Photos with English Commentary:
a) Under-15 Football Tournament at Historic Werbellinsee Stadium
b) Villages in Brandenburg: Morgenland, Drei Häuser, Petersdorf, Weseram

Zwei bis drei von der Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte EJB Werbellinsee veranstaltete Jugendfußballturniere finden im Jahr auf dem gepflegten Rasenplatz des Stadions am Werbellinsee statt. Ein Verein spielt in der Anlage auf dem Gelände der EJB (früher Pionierrepublik Wilhelm Pieck) nicht. Was auch gar nicht gepflegt ist, sind die Tribünen: angeblich sollen hier einmal bis zu 20.000 Menschen Platz gefunden haben – wenn drei Seiten abgerissen wurden, kann das auch gut sein. Heute steht zumindest eine fünfzehnreihige, verfallene Steintribüne mit charakteristischer Loge in der Mitte und dichtem Baumbestand und Buschbewuchs – ob Farne, Hagebutten, Eichen, Birken: alles da...

Als noch nicht alles grünte und sprießte sind wohl mal 10.000 Zuschauer als Rekordkulisse 1965 bei einem Freundschaftsspiel der Olympiaauswahlen der DDR und der Sowjetunion gekommen. Eine der Lieblingsanekdoten älterer TSV Leuna-Mitglieder ist ja jene vom Spiel der BSG Chemie Leuna gegen eine solche sowjetische Olympiaauswahl: bis wenige Minuten vor dem Ende stand es 0:0, dann trafen die Sowjets die Latte und der Ball sprang 50cm vor der Linie auf, doch da von den Roten ein Sieg gegen eine DDR-Provinzmannschaft gefordert wurde, gab der Schiedsrichter den „Treffer“ und es hieß am Ende 0:1. Die Story ist auch mehrfach belegt und wurde nicht nur von jenem älteren Mitglied erzählt, das mir mal erklärte, dass im Zuge der Reparationszahlungen die Russen u.a. auch Wasserhähne aus Häusern in Leuna abmontierten, nach Russland mitnahmen und dort in die Wand schraubten um sich danach zu wundern, dass gar kein Wasser raus kam...

Die Schiedsrichter bei diesem Turnier gaben keine Phantomtore, nur in einem Spiel gab es mal zweifelhafte Entscheidungen, aber ansonsten wurden die teils recht hart geführten Turnierspiele von 1x17 Minuten souverän geleitet. Das erste Halbfinale bestritten Berlin-Buchholz und Hertha 03 Berlin. In einem guten und ausgeglichenen Spiel traf jeder einmal, dann hatte Hertha die besseren Schützen im Elfmeterschießen (je 3 pro Mannschaft) und gewann 3:2 (1:1).

Das zweite Halbfinale war nach den regulären 17 Minuten mit 1:0 entschieden: Empor Berlin schlug den Lichtenrader BC nach einem Torwartfehler. Lichtenrade holte dafür den dritten Platz: allerdings wurde Buchholz höchst zweifelhaft ein Tor in der regulären Spielzeit aberkannt; angeblich passives Abseits mit Behinderung des Torwarts oder Abwehrspielers, war aber Blödsinn diesen Freistoßtreffer abzuerkennen. Buchholz hatte dann wieder nur schlechte Elfmeter zu bieten, traf einmal aber die Unterkante der Latte – der könnte auch hinter der Linie gewesen sein – verlor aber 1:2 nach diesmal 4 Schützen.

Das Finale schließlich wurde von der besseren Mannschaft aus Berlin, dem SV Empor gewonnen. Ein schöner Treffer reichte dabei gegen Hertha 03 aus.

Auf dem Hinweg zum Turnier und dem Rückweg nach Bonn guckte ich mir noch ein paar Provinznester in Brandenburg an, die teilweise nur über Sandpisten erreichbar sind: in Drei Häuser stehen eigentlich fünf Häuser – doch je zwei der Häuser bilden ein Gehöft, daher ist der Ortsname Drei Häuser im Sinne von drei Gehöfte schon treffend – und in Morgenland sind es auch nicht viel mehr. In Petersdorf steht ein Glockenturm ohne Kirche und teilweise gibt es sogar Asphalt auf den Straßen. Direkt an einer Bundesstraße sogar liegt das Dorf Weseram mit einer schönen kleinen Barockkirche in blöder Fassadenfarbgebung. Ein bisschen was in der niedersächsischen und westfälischen Provinz bekam ich auch noch zu sehen, da ich der Bewegung der Lemminge ausweichen musste: die bescheuerten Pendler kommen ja nie auf die Idee zur Entlastung der Autobahnen auch mal auf die Landstraßen zu fahren, um wenigstens flüssig durchfahren zu können... Under-15 Tournament at Stadion Werbellinsee Statistik:
- Grounds: 1.379 (heute 1 neuer; diese Saison: 224 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.395 (heute 1; diese Saison: 283)
- Tageskilometer: 920 (920km Auto)
- Saisonkilometer: 56.990 (42.380 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.260 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 79 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 461

Samstag, 30. Mai 2015

W461V: Danke ans Pumpensystem...

Sprintercup Rostock
- Datum: Samstag, 30. Mai 2015 – Beginn: 14.45
- Wettbewerb: Internationaler Wettkampf im Bahnradsport für Mädchen und Jungen
- Ergebnisse: siehe http://www.radsport-mv.de/
- Spielorte: Radrennbahn Damerower Weg (Kap. 600 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 20
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Rasante Rennen; kann man sich ruhig noch mal woanders angucken)

HSG Warnemünde .................................................. 5
SV Poseidon Hamburg .......................................... 22
- Datum: Samstag, 30. Mai 2015 – Beginn: 14.15
- Wettbewerb: 2. Wasserball-Bundesliga (2. Spielklasse)
- Ergebnis: 5-22 nach 32 Minuten (4x8); Viertelergebnisse: 0-7, 2-1, 2-8, 1-6
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielorte: bis 13. Minute Hallenschwimmbad Neptun, 50m-Becken (Kap. 200 Sitzplätze); danach aufgrund eines Pumpenausfalls Hallenschwimmbad Neptun, 25m-Becken (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Viele Tore durch starke Gäste, durch den kuriosen Pumpenzwischenfall wurde das mittelmäßige Spiel noch deutlich aufgewertet)

FSV Nordost Rostock A ........................................ 16
FSV Krakow am See A ............................................ 1
- Datum: Samstag, 30. Mai 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Landesliga A-Junioren Staffel 1 (4. und unterste Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 16-1 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 5-1
- Tor: 1-0 17. Patrick Raths, 2-0 19. Felix Assmann, 2-1 26. Julian Malchow, 3-1 29. Ole Gliniors, 4-1 35. Ole Gliniors, 5-1 45. Pascal Aster, 6-1 49. Jonas Ehmke, 7-1 52. Jonas Ehmke, 8-1 55. Seak Sperlich, 9-1 57. Jonas Ehmke, 10-1 70. Jonas Ehmke, 11-1 79. Tilo Damm, 12-1 81. Ole Gliniors, 13-1 82. Ronny Christopher Lindgren, 14-1 84. Jan Erik Rosentreter, 15-1 87. Eric Ohde, 16-1 89. Eric Ohde
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Gelbensande (Kap. 1.070, davon 70 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Tore am Fließband, aber trotzdem gute Gegenwehr der nur zu acht angetretenen Gäste) HSG Warnemünde v Poseidon Hamburg (2nd water polo league) Photos with English Commentary:
a) Under-19 Football: Rostock Nordost 16-1 Krakow am See (at Football Ground Gelbensande)
b) Waterpolo Division 2: HSG Warnemünde 5-22 Poseidon Hamburg (at Historic ‘Neptun‘ Indoor Swimming Pool)
c) Track Cycling: Regional Competition for Women and Youth (at Racetrack Damerower Weg, Rostock)
d) Sightseeing: Gelbensande Palace

Der Sportsamstag begann in Gelbensande, das man von Diedrichshagen aus über eine überlastete Bundesstraße nach Osten in etwas über 30km erreicht. Der örtliche Verein, der auf dem von zwei überdachten Holzbänken abgesehen ausbautenlosen Sportplatz spielt, heißt Gelbensander Grashopper, doch heute spielte hier ausweichhalber die A-Jugend des FSV Nordost Rostock. Der Gast aus Krakow am See war mit nur 8 Mann angereist. Lange hielten sie dem Druck der Gastgeber stand, doch als 8. und letzter hatten sie beim Zweitplatzierten so wie so einen schweren Stand. Nach einem Doppelschlag gelang ihnen aber mit ihrem dritten Angriff der Ehrentreffer. Nur langsam kam Nordost in Fahrt, führte bei Halbzeit 5:1. Nach dem Seitenwechsel zogen sie dann davon: mit teilweise spektakulären Toren (Unterkante Latte aus 25m und Winkeltreffer aus 20m) gewann Nordost 16:1. Respekt für so viele Treffer – auch Respekt für Krakow hier durchgehalten zu haben! Wir schauten noch am hinterm Sportplatz gelegenen historistischen Jagdschloss vorbei und stellten uns dann in den stockenden Verkehr nach Rostock. Nordost Rostock U19 v Krakow am See U19: 16-1. Nach einem kurzen Mittagessen fuhren wir zur Neptunschwimmhalle. Die befindet sich neben dem Ostseestadion und ist denkmalgeschützt. Betritt man das Foyer mit seinen Marmorplatten und Balken erahnt man warum. Voll verständlich ist es beim Betreten der Haupthalle, in der sich ein Sprungbecken (1m, 3m, 5m, 7,5m und 10m Sprunganlagen befinden sich dort) und ein 25m Schwimmbecken befinden: dort sind zwei Tribünen mit je sieben Reihen Holzbänke auf gekachelte Treppen angebracht worden, die Wände sind marmorgetäfelt und die Säulen hinter der letzten Reihe sehr dekorativ.

Wenig dekorativ sind die beiden Turnhallen die sich links der Haupthalle bzw. des Foyers befinden und die rechts davon befindliche Halle mit dem 50m-Becken, in dem Wasserball gespielt wird: die ist recht modern und mit einer Minitribüne für 200 Leute ausgestattet. Die HSG Warnemünde ist eine der schwächeren Mannschaften der 2. Liga Nord, Poseidon Hamburg hingegen ist Aufstiegskandidat. So fing das Spiel auch an: Warnemünde schloss keinen Angriff ab und Hamburg warf Tor um Tor. Nach dem 0:7 gab es die erste Viertelpause. Danach warf Hamburg noch das 0:8, ehe die Bademeisterin hereinkam und irgendwas von technischen Problemen rumschrie. Die Schiedsrichter unterbrachen die Partie dann nach 13 Minuten und alle gingen aus dem Wasser, da die Umwälz- und die Chlorpumpe nicht mehr funktionierten. Das sollte ein glücklicher Umstand sein, dass die Anlagen, die bei regelmäßiger Wartung eigentlich nicht plötzlich ausfallen dürften, auf einmal muckten. Denn nach einer Rücksprache mit der Hallenleitung wurde das Wasserballfeld im 25m-Becken der Haupthalle mit ihrem historischen Interieur aus den frühen 50ern aufgebaut. Hier gehört so ein toller Sport auch hin: auch wenn sich die 30, 40 Zuschauer natürlich sehr verloren auf den vielen Holzbänken.

Warnemünde kam jetzt besser ins Spiel als Hamburg, kam auf 2:8 heran, kassierte aber im dritten Drittel wieder etliche Treffer und geriet trotz einiger funktionierender Angriffe völlig aussichtslos unter die Räder. Am Ende verloren sie 5:22. Doch das Ergebnis war mir recht egal: ein Wettkampf in der schönen Haupthalle war das wichtigste und der kuriose Umstand, dass wir erstmals ein einziges Spiel, das auf zwei verschiedenen Anlagen ausgetragen wurde, sahen, war natürlich ein besonderer Knaller... HSG Warnemünde v Poseidon Hamburg (2nd water polo league) Nach diesem denkwürdigen Spiel gab es gleich die nächste neue Sportart, nachdem am Freitag ja schon Beach-Polo in unsere Liste aufgenommen wurde. Die ganz ansehnliche aber nicht besonders zuschauerfreundliche Radrennbahn im Damerower Weg erlebte ein deutschlandweit bzw. nur regional ausgeschriebenes Rennwochenende mit internationalem Starterfeld. Am Samstag waren es Junioren und Juniorinnen die sich auf die schicken schnellen Bahnräder mit ihren starren Narben – wer braucht schon Bremsen? – schwangen und teils mit seltsam anmutenden Stehversuchen ihre Gegner auszutricksen versuchten um dann mit eindrucksvollen Geschwindigkeiten abzuhauen. Die Betonbahn schien sich gut fahren zu lassen, Stürze gab es zum Glück keine, irgendwelche herausragenden Ereignisse aber auch nicht. Doch dieser rasante Sport hat schon Spaß gemacht. Kann man sich noch mal angucken, v.a. wenn er in einer spektakulären Anlage ausgetragen wird. Track Cycling Cup in Rostock Statistik:
- Grounds: 1.378 (heute 4 neue; diese Saison: 223 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.394 (heute 3; diese Saison: 282)
- Tageskilometer: 80 (80km Auto)
- Saisonkilometer: 56.070 (41.460 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.260 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 79 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 461

Freitag, 29. Mai 2015

W461III: Polo am Strand von Warnemünde

Internationaler CHOPARD Beach Polo Cup Warnemünde
- Datum: Freitag, 29. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Internationales Turnier im Beach-Polo mit sechs Mannschaften
- Ergebnisse: Chopard/ Juwelierhaus Grabbe (Uwe und Philipp Zimmermann) 6:8 BMW Wigger/ Arge Haus (Joe Reinhardt und Stefan Cozma), W & N Immobilien / SGB Berlin (Gerrardo Cosentino und Oliver Muggli/ Brad Rainford-Blackett) 6,5(+1,5):15 Aston Martin Berlin (Ad. P. Singh und Sameer Suhag/ Rajat Rai Khatri) und DWB Holding (Steve Rose und Stevie McCraith) 15:9(+2) Hotel Warnemünder Hof/ Mini Wigger (Matteo Beffa und Berndt S. Hotz)
- Spielort: Feld am Strand von Warnemünde vorm sogenannten Teepott (Kap. ca. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 500
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ziemliches Gewürge im Vergleich zum richtigen Polo, aber zumindest ein Teil der Spiele bzw. Spielabschnitte waren sehenswert) Internationaler CHOPARD Beach Polo Cup Warnemünde Photos with English Commentary:
a) Beach Polo: International Tournament in Rostock (Warnemünde Beach)
b) Mecklenburg: Diedrichshagen near Rostock Warnemünde

Den Samstag nutzten wir u.a. um uns mit meinem syrischen Freund Saad zu treffen, der seit 4 Jahren in Rostock Medizin studiert. Ein halbes Jahr vor seinem Aufbruch nach Deutschland hatten mein Vater und ich ihn beim Zweitligafußball in Saraqeb getroffen. Wie Fußball dort jetzt aussieht, habe ich schon einmal verlinkt...

Wir gingen aber in Warnemünde ganz entspannt essen und dann zum Beachpolo, was für uns alle eine neue Sportart war. Im Gegensatz zum sehr energievollen und schnellen Polo auf Rasen, das mit vier Pferden gespielt wird, ist das auf einem sehr viel kleineren Sandfeld mit je zwei Spielern pro Team ausgetragene Beachpolo ein ziemliches Gewürge. Selbst bei Wässerung mit Meerwasser nach jedem Spielabschnitt sinken die Pferde immer noch tief ein und der Ball springt im aufgewühlten Sand völlig unberechenbar. Im Gegensatz zum richtigen Polo handelt es sich dabei übrigens um einen billig wirkenden Gummiball in Fußball- oder Handballgröße.

Bei diesem Turnier vor dem berühmten Teepott am Warnemünder Strand standen sich Teams aus Deutschland, Schweiz, Lichtenstein, Großbritannien und Indien (teilweise auch gemischtnationale Teams) gegenüber, die wie immer auf dümmliche Sponsorennamen hörten. Es gab auch einen absolut kompetenten, aber diesmal völlig albernen Sprecher, die wie beim Pferderennen auch fast ohne Unterbrechung kommentiert. Dieser Clown am Mikro schob halt noch diverse Gags, Anzüglichkeiten und bescheuerte Wortspiele in seine deutsch-englische Moderation zum Sport und dem jeweils konkreten Spielgeschehen ein.

Spielerisch wussten nicht alle Teams zu überzeugen, v.a. die Inder und ein Deutsch-Britisches Duo spielten spektakulär und erzielten tolle Tore. Mitunter waren auch die Aktionen des Deutsch-Schweizerischen Teams sehr sehenswert, doch sie hatten mit dem zuvor erwähnten deutsch-britischen Team einen zu starken Gegner. Die Inder feierten den höchsten Sieg der drei Spiele. Das knappste Spiel zu Beginn des Tages war das schwächste. Internationaler CHOPARD Beach Polo Cup Warnemünde Statistik:
- Grounds: 1.374 (heute 0 neue; diese Saison: 219 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.391 (heute 1; diese Saison: 279)
- Tageskilometer: 30 (30km Bahn und Bus)
- Saisonkilometer: 55.990 (41.380 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.260 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 78 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 461