Posts mit dem Label Wasserfreunde Spandau 04 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wasserfreunde Spandau 04 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 16. Juni 2015

W463IV: Der 34. Titel in 36 Jahren oder die einsame Spitze des deutschen Wasserballs

Wasserfreunde Spandau 1904 ......................... 13
Amateur-Schwimm-Club Duisburg .................. 7
- Datum: Sonntag, 14. Juni 2015 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: 3. Finalspiel um die deutsche Meisterschaft im Wasserball
- Ergebnis: 13-7 nach 32 Minuten (4x8); Viertelergebnisse: 6-4, 3-1, 1-1, 3-1; damit Spandau deutscher Meister nach 3:0-Serie in Best-of-Five
- Tore: 0-1 1. Dennis Eidner, 1-1 2. Moritz Oeler, 1-2 2. Gilbert Schimanski, 2-2 3. Marin Restovic, 3-2 3. Maurice Jüngling, 4-2 4. Moritz Oeler, 4-3 6. Jan Obschernikat, 5-3 7. Jan Famera, 5-4 8. Julian Real, 6-4 8. Mateo Cuk, 6-5 9. Dennis Eidner, 7-5 11. Marko Stamm, 8-5 13. Marko Stamm, 9-5 15. Martin Famera, 10-5 19. Marko Stamm, 10-6 21. Frederic Schüring, 11-6 25. Maurice Jüngling, 11-7 26. Gilbert Schimanski, 12-7 28. Mateo Cuk, 13-7 31. Erik Miers
- Strafen Spandau: Martin Famera, Christian Schlanstedt, Petar Markovic (alle 3 Fouls/ Disqualifikation), Tobias Preuss, Moritz Oeler (jeweils 2 Fouls), Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Marin Restovic, Tim Donner (jeweils 1 Foul)
- Strafen Duisburg: Julian Real (3 Foul/ Disqualifikation), Manuel Grohs, Daniel Grohs (jeweils 2 Fouls), Christian Theiss, Jan Obschernikat (jeweils 1 Foul)
- Spielort: Willibald Gebhardt Sportzentrum Schöneberg, Sport- und Lehrschwimmhalle (Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Hervorragendes Niveau, aber wirklich spannend oder stimmungsvoll war es dann doch nicht) Wasserfreunde Spandau v ASC Duisburg (final match of German water polo championships) Photos with English Commentary:
a) Water Polo Championship Final: Wasserfreunde Spandau (Berlin) defeat ASC Duisburg to win the title for the 34th time in 36 years
b) Berlin: Tierpark Berlin, the Zoo of East Berlin

Von Staßfurt aus fuhren wir am Sonntag erst in den Berliner Tierpark, den Zoo des Ostteils der Hauptstadt. Der kostet zwar erheblich weniger als der im Westteil, ist aber älter, teils etwas ungepflegt und hat z.B. kein Aquarium und erheblich weniger Tiere. Allerdings ist der Tierpark Berlin mit seinen Vogel- und Raubtieranlagen sowie den sehr seltenen Seekühen, die auch publikumswirksam gefüttert werden, mehr als ein 0815-Tierpark.

Der Hauptanlass nach Berlin zu kommen war allerdings das Finale der deutschen Wasserballmeisterschaft. Da der Asoziale Deutsche Fahrrad Club (abgekürzt als ADFC, was auch als Arschlöcher und Deppen Fahrrad Club ausgeschrieben werden kann) seine scheiß Sternfahrt veranstaltete, brach in der Stadt ein Verkehrschaos aus, dass selbst für die immer verstopfte Hauptstadt ungewöhnlich war. 19km, 90 Minuten. Und dann kein Parkplatz vor der Halle. Egal: ich fahr nächstes Wochenende nach Frankreich, in Frankreich parkt man auch mitten auf Verkehrsinseln in Kreisverkehren oder eben wie ich es dann direkt vor der Halle machte, zwischen zwei Bäumen auf dem über zwei Meter breiten Fahrbahntrenner... Tierpark Berlin In der Schwimmhalle angekommen, wurden die an der Kasse Anstehenden gleich beruhigt, dass das Spiel erst 15.30 anfangen wird. Gut: denn wir traten Punkt 15 Uhr (der geplanten Anfangszeit) gerade erst durch die Tür ins enge Foyer der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg.
Schade, dass man so ein Spiel nicht im Schwimmstadion des Olympiageländes austrägt! Aber die 1967 als Konkurrenz für die Hochqualitätssportanlagen in Ost-Berlin und Rostock (Neptunschwimmhalle) errichtete Schwimmhalle im Sportzentrum Schönefeld ist auch sehr sehenswert: Das Dach ist asymmetrisch, der Sprecherturm gegenüber des Sprungturms hinter die achtreihige Obertribüne mit ihren altmodischen Kunststoffbänken die eine hervorragende Sicht aufs Becken gewähren, angebracht.

Nach einem knappen Sieg in Duisburg und einem deutlichen in Berlin war der Serienmeister Wasserfreunde Spandau nun gefordert, gegen den ASC Duisburg den dritten und meisterschaftsentscheidenden Sieg einzufahren. In der ersten Minute traf bereits der Gast, nach dem schnellen Ausgleich ging Duisburg erneut in Führung, doch in einem unheimlich rasanten, intensiven und sehr sehenswerten Spiel ging Spandau nach drei Treffern erstmals in der 4. Minute mit zwei Toren in Führung. Die Zwei-Tore-Führung hielten sie auch konstant bis zum zweiten Viertel: 6-4. Doch nach dem zweiten Viertel war das Resultat kaum noch spannend: 9-5 nach 16 Minuten. Direkt nach dem Seitenwechsel war es noch mal eng, doch im Schlussviertel zog Spandau davon, deklassierte Duisburg phasenweise und gewann am Ende mit 13:7 seine 34. Meisterschaft seit 1979. Nur 1993 (Waspo Hannover, nach 13 Titeln in Folge für Spandau), 2006 (SV Cannstadt) und 2013 mit dem heutigen Finalgegner ASC Duisburg, gewann mal jemand anderes...

Für so ein erfolgreiches Team, das so tolle Leistungen in einer so interessanten Sportart bringt, hat Spandau ein erbärmliches Publikum. 150 Zuschauer im Durchschnitt, heute mal 350 – die Halle nur halbvoll. Ein einziges Mal war die Halle voll in der Saison: als in der Championsleague Galatasaray zu Gast war und 60% der Fans stellte. Was man bei solchen Südosteuropäischen Vereinen unter guter Wasserball-Stimmung versteht, kann man auf Youtube z.B. bei Olympiakos Piräus sehen...  Wasserfreunde Spandau v ASC Duisburg (final match of German water polo championships) Statistik:
- Grounds: 1.386 (heute 1 neuer; diese Saison: 231 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.405 (heute 1; diese Saison: 293)
- Tageskilometer: 910 (910km Auto)
- Saisonkilometer: 59.440 (44.710 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 463

Sonntag, 24. Januar 2010

W182II: Sonntach frühs um 9 in Halle-Neustadt.

SV Halle 13:16 Wasserfreunde Spandau 04 II
Sonntag, 24. Januar 2010 - Anschwimmen 9.00
2. Bundesliga (Staffel Ost)
Ergebnis: 13:16 nach 32 Min. (Viertelstände: 2:5, 2:4, 3:4, 6:3)
Tore: Beck 4, Waldhelm 4, Weniger 1, Gaudig 1, Rzesnitzeck 1, Sachadae 1, Lippold 1 (SVH); Streber 2, Balaban 1, weitere mir nicht bekannt (Spandau II)
Spielort: Schwimmhalle Neustadt (Gesamtkapazität: 200, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gut!)
DSCF4586
Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623275837614/

Unter der in zwei Achtergruppen eingeteilten 16er-Liga „DWL (Deutsche Wasserball Liga)“, die international Mittelmaß ist, klafft eine große Lücke. Besonders die Ost-Gruppe der 2. Bundesliga (es gibt außerdem noch Nord, Süd und West) konnte man letzte Saison nur noch als Farce bezeichnen. Die klar besten Teams waren die zweiten Mannschaften der drei bekannten Bundesligisten Wasserfreunde Spandau, SG Neukölln und die hinter dem SSV Plauen platzierten Wasserballern des SC Magdeburg. Halle profitierte als Tabellenletzter mit nur drei Siegen und einem Unentschieden bei 18 Spielen nur von finanziellen Problemen anderer Teams. Der Unterbau unter der 2. Bundesliga ist gar nicht konkurrenzfähig.

Problematisch auch die Spielstättenfrage für den SVH: die verschimmelte Schwimmhalle Robert-Koch-Straße (hinter dem schönen Leichtathletikstadion in der Nähe des noch schöneren Kurt-Wabbel-Stadions des Halleschen FC) wird derzeit oder demnächst abgerissen. Mindestens bis der Neubau steht, wird die bis vor einigen Jahren stets genutzte Schwimmhalle Neustadt, die zumindest Innen stark saniert worden sein muss, als Heimspielstätte dienen. Diese Schwimmhalle befindet sich inmitten der Neustädter Plattenbautristesse unweit der Sportanlagen im Bildungszentrum (Stadion im BIZ: FC Halle-Neustadt, Motoballplatz: MBC 70/90, Sporthalle im BIZ: Einheit Halle (Handball)). Außen fallen die getönte Verglasung, die schöne Spiegelungen der gegenüberliegenden Plattenbauten zulässt, und die Mosaike auf, Innen gibt es ein 50-Meter-Becken und auf einer der Längsseiten eine knapp drei Meter über dem Beckenrand angebrachte Tribünenkonstruktion mit einer Sitzreihe (glatte, neue Holzbänke) und einer Stehreihe. So können bis zu 200 Zuschauer zugucken.

Diese Saison ist es besser, da die zweiten Mannschaften der Berliner Vereine bisher nicht so überzeugen konnten und schon nach fünf Spieltagen fast so viele Niederlagen wie in der Vorsaison nach 18 hatten. An diesem Sonntagmorgen hieß es dann 7. gegen 6. von 10. Halle hatte am Vorabend noch überraschend gegen Neukölln II 14:11 gewonnen, jetzt trafen sie auf die anderen Berliner: Spandau II. Bis zur fünften Minute war es ein ausgeglichenes Spiel, in dem Halle zwei Mal führte, doch danach zeigte Spandau seine Stärke und Halle offenbarte Schwächen in Abschluss, Verteidigung und vor allem Spielgeschwindigkeit. Man konnte nie von einem schwachen Spiel reden, da immer mindestens eine Seite ein gutes Spiel ablieferte, doch was Halle im zweiten Viertel ablieferte war schwach und auch die Torerfolgstaktik im dritten Spielabschnitt war eine echte Offenbarung: einer schwimmt kurz vorm gegnerischen Tor herum und wartet nur darauf, einen langen Ball zu bekommen. Da Spandau erfreulich offensiv war, gelang es auch ein paar Mal, so zu Torerfolgen zu kommen. Im letzten Spielabschnitt machte Halle noch mal richtig Druck und erzielte auch mal mit ernstzunehmenden Spielzügen sechs Treffer, die am Ende jedoch nicht reichen sollten. Spandau zwar im Schlussviertel nicht mehr überzeugend, aber immer noch halbwegs gut drauf.

Leider waren auch diesmal nur knapp 20 Zuschauer in die Sporthalle gekommen. Einige Wasserballanalphabeten belappten dann regelmäßig die Schiedsrichter, die allerdings auch immer wieder sehr fragwürdige Entscheidungen trafen, die dann auch noch stets zuungunsten der spielerisch ohnehin unterlegenen Hallenser ausfielen, was ich den Fans normalerweise nicht vorwerfen würde; aber wenn man zu 75% am Meckern ist und nur zu 25% am Applaudieren nach Toren, dann ist das einfach nur lächerlich. Man kann auch mal mit Sprechchören anfeuern: die Akustik in einer solchen Schwimmhalle ist schließlich richtig stark! Trotz allem muss man sagen, dass die Leistung des SV Halle – sie haben schließlich zu einem insgesamt guten Spiel beigetragen, auch wenn sie völlig verdient verloren haben – wieder Hoffnung macht. Die letzten drei Spielzeiten habe ich nicht ein Spiel auf diesem Niveau vom SVH gesehen!
DSCF4567
Statistik:
Ground Nr. 388 (ein neuer Ground; diese Saison: 57 neue)
Sportveranstaltung Nr. 947 (diese Saison: 89)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 16.060 (12.120 Auto/ 2.000 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.940 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 182