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Montag, 25. April 2016

W508III: Der 13. und letzte Motoball-Bundesliga-Ground…

MSC Malsch .................................................... 3
MSC Philippsburg .......................................... 3
- Datum: Samstag, 23. April 2016 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Motoball-Bundesliga Süd (Deutsche Motoballliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 83 Min. (21/22/20/20) – Viertelstände: 1-2, 0-1, 0-0, 2-0
- Tore: 0-1 7. Jan Zoll, 0-2 11. Jan Zoll, 1-2 16. Stefan Theuermann (Überzahl), 1-3 39. Jan Zoll, 2-3 70. Stefan Theuermann (3 v 3), 3-3 75. Stefan Theuermann (Foulelfmeter)
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 7, 8, NN (Malsch = insgesamt 6 Strafminuten); 2x Nr. 2, Nr. 10 (Philippsburg)
- Gelbe Karten (5 Minuten): 2x Nr. 7 (Philippsburg = insgesamt 16 Strafminuten)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Stadion an der Kärntner Straße (Kap. 1.100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Packendes Spiel unter sehr schweren Bedingungen)

TV Knielingen 1891 ..................................... 40
TV Hardheim 1895 ...................................... 34
- Datum: Samstag, 23. April 2016 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Badenliga Nord (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 40-34 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 20-14
- Tore: Bäuerlein 14, Kracht 7, Walther 6, Meinzer 4, Miler 4, Duthweiler 3, Weis 1, Rabsch 1 (Knielingen); Bischof 9, R. Steinbach 9, S. Gärtner 6, D. Gärtner 4, Berberich 2, P. Steinbach 2, Ackermann 1 (Hardheim)
- Gelbe Karten: Bäuerlein, Kracht, Rabsch (Knielingen); D. Gärtner, P. Steinbach, Farrenkopf (Hardheim)
- Zeitstrafen: Bäuerlein, Miler (Knielingen = 4 Minuten); Bischof, R. Steinbach, Berberich, Farrenkopf (Hardheim = 8 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Reinhold-Crocoll-Sporthalle (Kap. 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes Spiel) MSC Malsch 3:3 MSC Philippsburg Photos with English Commentary:
a) MOTORBIKE FOOTBALL: MSC MALSCH vs MSC PHILIPPSBURG
b) Handball: Karlsruhe Knielingen v TV Hardheim
c) Sightseeing I: Schwarzwald – Neuenbürg Palace & Castle Ruin
d) Sightseeing II: Obergrombach Castle, Gondelsheim Palace, and Bretten Old Town

Nachdem ich Khatereh in Frankfurt besucht hatte, fuhr ich alleine weiter – sie hatte zu tun, ansonsten wäre Motoball ja auch immer etwas für sie und Sightseeing im Schwarzwald ebenfalls. Wobei die Besichtigung im Schwarzwald eher kurz war: Neuenbürg mit dem sehenswerten Burg- und Schlosskomplex stand auf dem Programm. Vorher noch die eher unspektakulären Flachlandorte Bretten (etwas Altstadt), Gondelsheim (interessantes Schloss mit Park) und Obergrombach (bisschen Fachwerk und private Burganlage). Neuenbürg Zum Motoball: Malsch im Landkreis Karlsruhe war der letzte der derzeit aktiven (in 12 Stadien spielenden) 13 deutschen Clubs, den ich noch nicht zuhause gesehen hatte. Der 14. Bundesligateilnehmer ist ja aus den Niederlanden. Ich hatte so meine Bedenken, v.a. da die unzuverlässigste der Südmannschaften – MSC Philippsburg – als Gegner angesetzt war, aber der völlig mit Pfützen übersähte, seifige Hartplatz mit Schwarzwaldpanorama in der Distanz und Bäumen und Gestrüpp in der direkten Umgebung, wurde anstandslos bespielt.

Es sollte eine packende, natürlich nicht übermäßig rasante oder technisch feine Schlammschlacht vor gut 150 Fans werden. Die Gäste schienen erst zu dominieren, doch nach einem schnellen 0:2 kam Malsch vor der ersten Pause zurück. Bei Halbzeit stand es zwar 1:3, aber im letzten Viertel legte der Gastgeber richtig zu und erzielte mit einem Freistoß in den Winkel und einem Elfmeter gegen die Laufrichtung des Schlussmannes – sehr zum Ärger der wie immer gegen die „Vollpfoschde“ von Gegnern und Schiris pöbelnden Gästefans – das 3:3. Da Malsch auch noch die Latte traf und es in der Schlussminute auch evtl. einen zweiten Elfer hätte geben können – da rasteten der türkische Trainer der Malscher und seine Mechaniker wiederum aus – war der Punktgewinn für Philippsburg am Ende sogar eher glücklich. Alles in allem zweifelsohne eine klasse Spiel! MSC Malsch 3:3 MSC Philippsburg Durch die Schwierigkeiten mit dem Zustand des Spielfeldes zog sich die Partie sehr lange hin, sodass ich nicht mehr rechtzeitig im anderen Malsch, Malsch im Rhein-Neckar-Kreis, wo offenbar Handball die bedeutendste Sportart ist, da trotz 4.000 Einwohnern nur ein Kleinfeldplatz und kein Verein im Fußballspielbetrieb (gibt aber im Nachbardorf gleich einen) vorhanden ist, angekommen wäre. Auf dem Smartphone also schnell eine andere Ansetzung rausgesucht und nach Karlsruhe-Knielingen gefahren. Dort spielte in der nach einem örtlichen Handballer, Turner und Funktionär benannten, außen sehr modernen aber innen eher primitiven Reinhold-Crocoll-Sporthalle, der TV Knielingen in der Baden-Verbandsliga. Zu Gast war der TV Hardheim.

Kein Spitzenspiel, eigentlich bedeutungslos und die Ligeneinteilung ist auch recht kleinteilig da in BaWü – aber trotzdem ein sehr hohes Niveau dort! Viele schöne Spielzüge, sehr schnell, physisch stark – also dass das nur die zweite Amateurliga war: BaWü ist offenbar auf Amateurebene erheblich spielstärker als viele andere Bundesländer. Bei der recht großen Zahl an Profi- und Halbprofiteams ist BaWü vielleicht auch als Handballland Nr. 1 in Deutschland zu sehen. Wie auch immer: Knielingen lag außer zu Beginn, wo sie 0:2 ins Hintertreffen gerieten, immer vorne und das meist mit 5 bis 7 Toren, auch wenn Hardheim mehrfach eng herankommen sollte. Knielingen siegte verdient mit 40:34 – die lärmende Juniorengruppe neben mir freute es nicht; sie waren aus Hardheim und fanden den Neuner ja so hässlich… TV Knielingen 40:34 TV Hardheim Statistik:
- Grounds: 1.608 (2 neue; diese Saison: 193 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.657 (2; diese Saison: 221)
- Tageskilometer: 690 (690km Auto)
- Saisonkilometer: 52.630 (34.930 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 6.160 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.020 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 508 Wochen.

Montag, 24. August 2015

W473VI: Motoball und Fußball im Karlsruher Raum

SV 08 Kuppenheim ........................................ 2
FC Auggen 1978 ............................................. 1
- Datum: Sonntag, 23. August 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Südbaden (6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Min. (47/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 26. Matthias Dold, 1-1 45.+2 Tom Schneider, 2-1 64. Farik Karadogan
- Verwarnungen: Manuel Bauer, Nils Fortenbacher, Marcel Wessbecher (Kuppenheim); 2x Yannik Domagala, Julian Lacher, Christian Ophoven, Steffen Reinecker (Auggen)
- Platzverweise: Yannik Domagala vom FC Auggen (81. Min. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels)
- Spielort: Wörtelstadion (Kap. 3.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Spannendes und gutes Spiel)

MSC Comet Durmersheim ................................. 7
MSC Philippsburg ............................................... 2
- Datum: Sonntag, 23. August 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Motoballbundesliga, Süd-Gruppe (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 7-2 nach 80 Minuten (4x20); Viertelstände: 2-0, 1-0, 2-0, 2-2
- Tore: 1-0 7. Norman Brunner, 2-0 19. Norman Brunner, 3-0 22. Norman Brunner, 4-0 41. Michael Jockers, 5-0 42. Jonas Burger, 6-0 62. Norman Brunner, 6-1 75. Michael Jockers (Eigentor), 7-1 78. Jonas Burger (Unterzahl), 7-2 79. Jan Zoll (Überzahl)
- Grüne Karten (2 Minuten): Jonas Burger, Ian Schneider (Durmersheim)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweis): Ian Schneider von Durmersheim (77. Min. wg. Tätlichkeit)
- Spielort: Oberwald-Stadion (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon Gästefans: ca. 40)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ganz gutes Spiel mit einigen Emotionen) Motoball: Comet Durmersheim v MSC Philippsburg Photos with English Commentary:
a) Motoball: Comet Durmersheim defeat MSC Philippsburg
b) Football: SV 08 Kuppenheim defeat FC Auggen 1978

Auch dieses Wochenende fuhr ich wieder nach Karlsruhe. Ich traf mich dort mit Khatereh und dann fuhren wir nach Durmersheim, keine 15km südlich des Stadtzentrums. Am Ortsrand befindet sich das Oberwald-Stadion, ein Motoballplatz mit grauer Asche und auf beiden Längsseiten zwei niedrige, grasbewachsene Stehstufen. Viele Bäume und Grün drumherum sowie ein ordentliches Vereinsheim, wo es erheblich besseres Catering gibt, als bei den meisten anderen Vereinen: genau richtig gegrillter Fleischkäs, keine labbrigen Weggle sondern gute Ciabattabrötchen und vom Preis her wenigstens nicht teurer als Mörsch, Kuppenheim und Co.

Sonst war das Umfeld so wie ich es vom Motoball, auch gerade in Baden, kenne: der Alte an der Kasse hat selbst bei nur zwei Karten 6€ Vollzahler + 4€ Student Probleme mit dem Rechnen, hinter den Stehplätzen steht ein fettes schwarzes Auto mit Böhse-Onkelz-Heckaufkleber, davor hält ein jugendlicher Fan ein Plakat hoch „Auf gehts kämpft euch in den Playoff’s an die Spitze Gibt Gas“ und der zahlreiche Gästeanhang aus Philippsburg pöbelt andauernd in breitestem Badisch die „Vollpfoschde“ von Schiris an...

Das Spiel war ganz gut, aber ich habe schon viele bessere gesehen. Khatereh gefiel es als Neuling sehr gut, wobei ihre Verwandtschaft aus Aserbaidschan ihr mal Videos von der dortigen Szene und aus Russland gezeigt hatte, sodass sie schon in etwa wusste, wie es abläuft. Erwartungsgemäß war die Heimmannschaft trotz dessen sie ohne Wechsler spielte, das bessere Team, zeigte im ersten Viertel mehr vor dem Tor und ging dementsprechend 2:0 in Führung. Nach der ersten Pause dann das 3:0 und ein bisschen Leerlauf. Im dritten Viertel dann aber ein starker Spurt von Durmersheim und schon stand es 5:0. Kurz darauf wurde jedoch zum zweiten Mal ein Treffer der Gäste aberkannt; beim ersten Mal, dem vermeintlichen 3:1, fuhr der Stürmer wohl durch den Torkreis, nun hatte der eine Schiedsrichter das Spiel nicht freigegeben obwohl der andere schon bereit war. Nach dem 6:0 wurde es langsam hitzig und kurz nachdem ein Schuss in die Strafraummitte vom Motorrad eines Durmersheimers ins eigene Tor abgelenkt wurde, was dann auch endlich mal zählte zum 6:1, musste ein Durmersheimer mit Rot vom Platz da er bei einer Auseinandersetzung im Mittelkreis einen Philippsburger heftig vom Motorrad stieß. Trotzdem gelang den dezimierten Durmersheimern der siebte Treffer, ehe eine Minute vor Schluss noch einmal Philippsburg traf und den 7:2 Endstand markierte.

Comet Durmersheim ist damit in den Playoffs, wo sie im Viertelfinale (Hin- und Rückspiel) um die deutsche Meisterschaft auf den Nordmeister 1.MSC Seelze treffen, was eine spannende Sache sein dürfte. Der Südmeister ist mal wieder Ubstadt-Weiher, die werden den MBC Halle abschießen. Taifun Mörsch und MSC Jarmen wirkt auch recht einseitig zugunsten der Mörscher vom Papier her, was bei Puma Kuppenheim gegen Tornado Kierspe so nicht der Fall ist, auch wenn die Sauerländer eher Außenseiter sind. Da ich fast den ganzen September im Nahen Osten bin, werde ich frühestens wieder von den Halbfinals berichten, vielleicht auch erst wieder vom Finale in Ubstadt-Weiher. Nächstes Jahr geht es dann auch mal zum MSC Malsch, denn Malsch ist der einzige noch genutzte deutsche Motoballplatz, den ich noch nicht besucht habe. Was Leverkusen angeht, sehe ich ja schwarz, sonst wären die auch noch auf der Liste. Auch der 2005 aufgelöste MBV Dresden wird sicher nie wieder antreten und auch Apolda sieht dahingehend nicht gut aus. Motoball: Comet Durmersheim v MSC Philippsburg Wir fuhren dann ins nahe Kuppenheim weiter. Nein, nicht noch mal Motoball – die hatten zeitgleich um 15 Uhr 1:6 verloren gegen Taifun Mörsch – sondern diesmal Fußball. Das Wörtelstadion hat nämlich eine tolle Tribüne mit einer interessanten Stahlrohr- und Holzbänkekonstruktion unter einem Wellblechdach auf einem massiven Betongebäude. Rechts und links davon befinden sich Stehstufen, gegenüber und hinter dem einen Tor kann man auch stehen. Hinter dem anderen Tor befindet sich offenbar ein Kindergarten in dem sich aber auch die Kabinen befinden.

Die Partie war ein Punktspiel der Verbandsliga Südbaden. In Baden-Württemberg gibt es abstruserweise drei Verbände mit drei Verbandsligen: Würrttemberg, Baden und Südbaden. Ich würde ja noch einen für die Hohenloher Franken gründen; Mann, Mann, Mann... NRW hat genauso eine dümmliche Zersplitterung: wenigstens spielen Bayern und Franken nicht noch getrennt...
Das Spiel war bei mittlerweile anhaltendem Regen recht gut besucht. Erstmal wieder die übliche Schweigeminute an diesem Wochenende, denn Gerhard Mayer-Vorfelder war verstorben. Khatereh erinnerte eine solche Spieleröffnung übrigens an die Gedenkminuten vor Sportwettkämpfen an bestimmten Tagen zu Ehren der im Iran-Irak-Krieg gefallenen Märtyrer in ihrer iranischen Heimat...

Es entwickelte sich dann ein schnelles und gutes Spiel, das nach 26 Minuten auch den ersten Treffer für die bis dahin aktiver Truppe, den Gast aus Auggen im südlichen Breisgau, sah. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Kuppenheim mit einem Kopfballtreffer der Ausgleich. In der zweiten, noch besseren Spielhälfte, waren die Augen mit Doppel G aber abgemeldet. Kuppenheim hatte viele Chancen, verwandelte aber nur eine. Selbst in Überzahl (11 Minuten vor dem Abpfiff sah ein Augge Gelb-Rot) gelang es nicht einmal einen Elfmeter zu verwandeln – auch nicht im dritten Nachschuss, der dann zur Ecke geklärt wurde! 2:1 war am Ende aber ein verdienter Sieg für den SV 08 Kuppenheim! SV 1908 Kuppenheim v FC Auggen 1978 Statistik:
- Grounds: 1.447 (2 neue; diese Saison: 32 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.467 (2; diese Saison: 33)
- Tageskilometer: 630 (630km Auto)
- Saisonkilometer: 5.360 (4.420 Auto/ 570 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 470 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 32 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 472.

Montag, 17. August 2015

W472VI-VII: Groundhopping ganz ungewöhnlich: Kopfballtischtennis, deutsch-niederländische Motoball-Bundesliga und Schweizer Ringkampf mit Folklore

100. Basellandschaftliches Kantonalschwingfest in Ormalingen
- Datum: Sonntag, 16. August 2015 – Beginn: 8.15
- Wettbewerb: Kantonaler Wettkampf im Schwingen mit internationalem Teilnehmerfeld
- Ergebnisse: Sieger = Räbmatter Patrick (Aargau)
- Wettkampfort: Turn- und Schwingplatz Ormalingen (Kap. 2.000, davon 1.500 temporäre Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.200
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswerte Sportart mit interessantem volkstümlichen Drumherum)

MSC Philippsburg ............................................... 4
Motoballvereniging Budel ................................... 4
- Datum: Samstag, 15. August 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Motoballbundesliga, Süd-Gruppe (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 4-4 nach 80 Minuten (4x20); Viertelstände: 0-3, 1-1, 1-0, 2-0
- Tore: 0-1 1. Miel Looymans, 0-2 16. Miel Looymans, 0-3 17. Miel Looymans, 0-4 22. Miel Looymans, 1-4 37. Jan Zoll, 2-4 46. Jörg Leipert, 3-4 72. Jan Zoll, 4-4 78. Jan Zoll
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 10 (Budel), Jan Zoll (Philippsburg)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweis): keine
- Spielort: MSC Arena (Kap. 1.300 Stehplätze und 36 gesperrte Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon Gästefans: 0?)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes und sehr spannendes Spiel)

Headis World Championship 2015
- Datum: Samstag, 15. August 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Internationales Turnier im Headis
- Ergebnisse: siehe Website Headis
- Spielort: Freibad Waschmühle, Kaiserslautern (Kap. der Sportwiese: je ca. 50 Stehplätze pro Platte, Kap. der Schwimmsportanlagen: 400 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50-100 (spielfreie Aktive, Fans, Badegäste)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr originelle und auch unterhaltsame Sportart!) Schwingfest Ormalingen 2015 (100. Basellandschaftliches Kantonalschwingfest) Photos with English Commentary:
a) Headis: World Cup in Kaiserslautern
b) Motoball: MSC Philippsburg v MBV Budel
c) Schwingen: Traditional Swiss Wrestling in Ormalingen
d) Switzerland, Basel County: Farnsburg, Bischofstein, Fluematten, Augst

Beim Spiel der deutschen Australian Football Liga zwischen Köln und München unterm Kölner Fernsehturm hatte ich zwei junge Frauen gesehen, die „Tischtennis“ mit einem handballgroßen Gummiball, den sie mit dem Kopf auf die andere Seite der Platte beförderten, spielten. Irgendwie hatte ich auch schon mal etwas von einer neuen Sportart wie „Kopfballtischtennis“ gehört. Einmal gegoogelt und schon war ich auf der Website für „Headis“, wie sich diese 2006 erfundene Sportart nennt. Die beiden Frauen waren wohl eher die Ausnahme im Headis, denn es gibt nur 60-70 aktive Spielerinnen gegenüber weit mehr als 300 aktiven Männern. Und an diesem Wochenende trafen sich anlässlich der Weltmeisterschaft, dem wichtigsten Turnier des Jahres, diese zumeist jungen Sportler, im Freibad Waschmühle in Kaiserslautern, wo dieser Sport erfunden wurde. Ein Sportstudent der Uni Saarbrücken hatte nämlich den Bolzplatz auf der Sportwiese des Schwimmbads belegt vorgefunden, sodass er mit seinen Kumpels auf die Idee kam, den Ball über die nicht belegten Tischtennisplatten zu köpfen. So schnell kann man einen Sport erfinden: eine originelle Idee und als Sportstudent auch noch die Möglichkeit sie etwas zu institutionalisieren! Es gibt nun ein festes aber überschaubares Regelwerk und offizielle Bälle (leichte, aufpumpbare Gummibälle), die über Standard-Tischtennisplatten geköpft werden.

Die Zählweise entspricht jener beim Tischtennis, nur fand ich diese Headis-WM erheblich unterhaltsamer als Tischtennis. Im Gegensatz zu den Pingpongfritzen haben die Headis-Sportler kein Problem mit Lärm, nahe an der Platte rumlaufenden Zuschauern und andere lächerliche Allüren. Durch den Körpereinsatz scheint Headis auch athletisch anspruchsvoller als Tischtennis zu sein, denn vor allem etliche männliche Sportler hechteten sich wild nach dem Ball, stützten sich auf der Platte ab um geschickte Kopfbälle zu präsentieren oder retteten einen Kantenball noch mit einem Sprung auf den Boden wo sie den Ball in 30cm Höhe noch einmal zurückbeförderten. Manche schafften es übrigens auch beim Anwurf durch geschicktes Drehen des Balles beim Abwurf ihn mit Spin zu köpfen. Und das bei Dauerbeschallung von Dancehall, Rap und Rock durch den DJ... Das schnelle und dynamische Spiel hat zwar einen Wettkampfcharakter, aber der Spaß steht klar im Vordergrund. Ich hätte auch noch länger als drei Stunden bei dieser sympathischen Veranstaltung bleiben können, aber ich machte mich für einen noch erheblich spektakuläreren Sport nach Philippsburg, zwischen Speyer und Karlsruhe in Baden gelegen, auf... Headis World Championship 2015 Wirtschaftlich ist Philippsburg Vielen wegen des Atomkraftwerkes ein Begriff, dessen Kühltürme man auch vom Motoballplatz sieht. Der Motoballplatz liegt in einer Sackgasse auf einer per Deich vom Altrhein-Zufluss getrennten Wiese. Die Platzanlage an sich ist sehr schlecht: offensichtlich wurde eine Wiese mit einer Schicht grauem, feinen Schotter oder Kies bedeckt – hier drückt offenbar stets Grundwasser auf den Platz hoch, sodass hier häufiger als anderswo Spiele abgesetzt werden müssen da der Platz unbefahr- bzw. unbespielbar ist. Zu diesem miesen, dem Standort geschuldeten Platzbelag (eine Modernisierung wie in Kuppenheim oder Ubstadt mit Verbundpflaster dürfte unmöglich sein aufgrund des unsteten Untergrunds) passt auch die Tribüne, die wohl „Bob The Cowboy Builder“ oder sein deutscher Kollege „Bob der Pfuscher“ höchstpersönlich errichtet hat: drei Reihen, sechsunddreißig Plätze, ordentliche Lehnen, gutes Stahlgerüst – aber dann in die Brombeerhecken zwischen einen Container und dem ordentlichen Vereinsheim gestellt, sodass keine freie Sicht aufs Spielfeld möglich ist... Die Tribüne war gesperrt – für die in der Südgruppe üblichen 6€ Eintritt (hier auch Ermäßigungen für Studenten: 4,50€) konnte man aber sehr schön vom Deich aus zugucken oder an der Bande stehen. Auf einigen Plätzen hat man Sicht auf die Bahnstrecke, den Turm der barocken Kirche oder das Atomkraftwerk.

Das Hinspiel hatte ich gesehen: Philippsburg und Budel lieferten sich in den Niederlanden ein hervorragendes Match, das mit einem sehr torreichen aber knappen Sieg der Niederländer endete. Heute ging es mehr denn je für den Gast aus Budel um die Play-offs. Man merkte es ihnen auch an: Budel hatte Anstoß, trug souverän seinen Angriff vor und schoss nach 20 Sekunden das 0:1. Bis zur ersten Pause hatten sie die Gastgeber soweit im Griff, dass sie mit sparsamer Chancenverwertung und souveräner Abwehrarbeit 0:3 in Führung gingen. Im zweiten Viertel legten sie schnell zum 0:4 nach und Philippsburg schien kein Mittel gegen die gute Abwehr und den starken Torwart zu finden. Das disziplinierte und faire Spiel wurde von beiden Teams trotz dünner Personaldecke (8 gegen 7 Spieler, d.h. nur drei bzw. zwei Auswechsler und Philippsburg türkischer Spieler packte sich ziemlich heftig kurz vor dem 0:3, sodass er erst zum Ende der Partie noch mal auf dem Platz war bzw. erst am darauffolgenden Tag, wo das Nachholspiel gegen MSC Mörsch mit 17:0 gewonnen wurde, wieder richtig per Treffer in Erscheinung trat) gemeistert. Also eigentlich hatten sie somit nur 2 Wechsler pro Team die meiste Zeit über. Jedenfalls erzielte Philippsburg kurz vorm Seitenwechsel endlich den Treffer zum 1:4. Nach dem Seitenwechsel verkürzten sie auf 2:4, doch wenn man beachtete, dass sie die fahrerisch schwächere Mannschaft waren, erwartete man immer noch nicht, dass sie das Spiel noch drehen würden. Doch im letzten Drittel ließ Budel etwas nach und der MSC gab nun alles, sodass sie nach zwei Toren ihres besten Spielers den überraschenden, aber dennoch verdienten Ausgleichstreffer zum 4:4 schafften! MSC Philippsburg 4:4 MBV Budel (Motoball Bundesliga) Nach dieser tollen Motoballpartie fuhr ich zwei Stunden nach Süden, nach Mulhouse. Im F1 kann man für weniger als 30€ pro Zimmer übernachten – in der benachbarten Schweiz bekommt man dafür gerade mal ein normales Mittagessen und Hotels kosten locker 100€ die Nacht. Im Übrigen ist mir dieses korrupte, überhebliche und völlig überbewerte Land absolut unsympathisch. Das Einzige was mich an der Schweiz interessiert, ist ihre Sportszene. Burgruinen in grüner Berglandschaft gibt es in Österreich und Teilen Frankreichs und Deutschlands mehr und schönere und städtebaulich ist die Schweiz unansehnlich. Ohnehin weiß ich nicht, was die Scheiße soll, in die Schweiz zu fahren, um die Alpen zu besuchen: in Deutschland und Österreich sind Preis-Leistungs-Verhältnis schon nicht gut, in Frankreich und Italien noch schlechter: aber Schweiz und Lichtenstein sind einfach total überteuert und bieten dazu nur Dürftiges. Aber wenn man in Frankreich (je nach Ziel Mulhouse, Montbeliard etc.) günstig übernachtet oder in Süddeutschland campt und in jedem Fall vorher in Deutschland günstig einkauft, kann man einen Tagesausflug in die Schweiz machen. Dann noch mit der Visa von z.B. der DKB ohne Gebühren und mit Belastung in Schweizer Franken (nicht in Euro) Geld abheben und dieses nur für Eintrittskarten ausgeben und man hat dem korrupten Staat, der mit zweifelhaften Banking-Machenschaften von einer ärmlichen Bauernrepublik zu einem der reichsten Länder der Welt wurde, das aus unerfindlichen Gründen auch noch angesehen ist – von wegen Neutralität aus Weisheit: Feigheit und Ignoranz sind es, weswegen man sich aus allem raushält, denn Neutralität heißt auch, niemanden zu unterstützen und zu helfen – so wenig wie möglich Geld dagelassen. Da die Schweiz wie Nachbar Lichtenstein ein Geldlagerplatz für Bankenkriminelle und Schwer- sowie Kriegsverbrecher aus allen Teilen der Welt ist, gelten ein paar abstruse Bestimmungen. OK, die Schweiz ist das Land der abstrusen Bestimmungen: immerhin wurden die Fahrradnummernschilder nach einer Regeländerung bei der Haftpflichtversicherung abgeschafft, aber wenn man meint, in Deutschland sei jede Scheiße reglementiert, hat man von den Regeln zur Meerschweinchenhaltung oder Papiertellerverbote in Crèperien in der Schweiz noch nichts gehört. Aber wenn man an Geldautomaten genötigt wird, mindestens 100 Franken (95€) abzuheben, hört der Spaß irgendwo auf. Denn viele ausländische Besucher sind Tagestouristen aus Deutschland und Frankreich, die wissen, dass sie beim Bargeldtausch abgezockt werden und deshalb UBS und Konsorten aufsuchen – die sind allerdings eher auf schwerreiche Touristen, die wochenlang in der Schweiz bleiben, und diverse Diktatoren samt Anhang, die nicht unter 1.000 Franken pro Tag zurechtkommen, eingestellt... Hab dann später schwarz die Franken an einen Kumpel weiter getauscht, der demnächst ebenfalls von Frankreich aus die Schweiz besuchen will und mir entsprechend Euros bar gegeben hat...

Vor dem Besuch meines Tagesziels machte ich eine erste Besichtigung: die recht ansehnliche Burgruine Farnsburg steht zwischen Buus und Rickenbach, einige Kilometer südlich von Rheinstetten wo ich die Grenze passierte, frei zugänglich im Wald. Als Wanderzeit sind 20 Minuten auf einem Schild angegeben: eine Lachnummer für sportliche Eidgenossen und Touristen; in 7 Minuten stand ich auf der Zugbrücke, nach Besichtigung und Abstieg war ich 25 Minuten später wieder am Auto. Leider war es sehr neblig und regnerisch, sodass die Besichtigung nicht so toll war. Nach dem Schwingfest in Ormalingen, das Wetter war mittlerweile ganz angenehm, besuchte ich noch eine Burgruine bei Sissach, die Bischofstein, die noch abgelegener liegt (die laut Schild 40 Minuten Wanderzeit waren aber in 25 geschafft) und durch die Kammlage und den Turmstumpf des Bergfrieds, der mit einer steilen, 5m hohen Metalltreppe bezwungen werden kann, zu gefallen weiß. Weniger zu sehen gibt es im benachbarten Fluematten, wo sich außer den Wehrmauern vom mittelalterlichen Dorf nichts mehr erhalten hat. Sehenswert ist aber noch Augst (Basel Landschaft), das auf seinem Stadtgelände etliche römische Ruinen u.a. auch ein kleines Amphitheater, einen Tempel und ein gut rekonstruiertes und ziemlich stattliches Theater zu bieten hat. Alles ist frei zugänglich 24 Stunden lang – nur das Museum kostet Eintritt. Bischofstein castle ruin Der Grund für meinen Schweiz-Ausflug war dann aber das oben erwähnte Schwingfest in Ormalingen, genauer gesagt das 100. Kantonale von Basel Landschaft, bei dem man für 18 Franken Eintritt um die 10 Stunden unterhalten wurde. Schwingen ist eine historische Variante des Ringkampfes, die in der Schweiz seit etwa 200 Jahren wettkampfmäßige Strukturen hat. Der Kampfstil ist natürlich sehr ähnlich dem Olympischen Ringen, ein paar Judo-Elemente kann man vielleicht auch ausmachen, aber eine Besonderheit ist der Griff an die Seite der Überhose des Gegners, an der auch ein Griff freigelassen ist. Wegen dieser Technik wird das Schwingen auch als „Hose(n)lupf“ bezeichnet. Die Hose ist eine Art Überhose oder Shorts aus Zwilch, darunter tragen die Athleten lange Hosen, die mehr oder weniger traditionell sind. Auch die langen Oberhemden kommen altmodisch daher, wie auch das gesamte Ambiente beim Schwingen. Aber das ist nicht nur ein ganz wichtiger Bestandteil dieser Sportart, schweizer Traditionen und Werte zu betonen, Folklore zu präsentieren usw. sondern das macht diese Sportart auch so interessant für einen Nicht-Schweizer, selbst einem der generell eine schlechte Meinung von Land und Leute hat.

Die Wettkampfkleidung der Athleten ist in jedem Fall ansehnlicher als die Wettkampfkleidung der olympischen Ringer. Noch schöner sind die klassischen Klamotten der Ringrichter, die überwachen, ob einer der Kämpfer mit Rücken oder Schulter auf dem Ringboden gelandet ist. Eine Besonderheit: der Ring, der etwas kleiner als eine Ringermatte scheint, ist mit ca. 10cm Sägemehl ausgelegt. Das Zeug ist schön weich, aber immer wieder holt der Ringrichter auch mal lange Holzstücke bis 15cm, die nicht richtig zermahlen wurden, heraus. Beim Schwingen steht der Schultersieg viel mehr im Mittelpunkt als beim Ringen. Schafft man nach 6 Minuten keinen solchen Sieg, wird der Kampf meist als Unentschieden gewertet (Schweizer-Deutsch: „gestellt“).

Bei diesem Schwingfest traten nur erwachsene Männer an. Es gibt offensichtlich kein Nachwuchsproblem beim Schwingen, sodass es auch etliche Schwingfeste für Junioren gibt. Sehr dünn ist es jedoch ums Wyberschwinget (offiziell wohl eher Frauen-Schwingen) bestellt: lange war in der konservativen Schweiz den Frauen ein Gesellschaftsstand, der keineswegs besser als in der Golfregion oder teilweise Schwarzafrika heute noch ist, zugedacht. Bei einer konservativen Sportart wie dem Schwingen hielt sich eine Anti-Haltung gegen Frauen im Sport noch länger als z.B. im Fußball. Aber seit den 90ern gibt es auch Frauen-Schwingen und mittlerweile auch 6 Schwingfeste pro Jahr. Dass es nicht so viele Frauen sind, die an diesen Wettkämpfen teilnehmen, ist aber auch klar: eine körperlich zierliche Frau, die z.B. einen Kampfsport oder Kampfkunst zur Selbstverteidigung sucht ist beim Schwingen auch so falsch wie beim Ringen, denn in erster Linie braucht man Kraft und Körpermasse und das beim Schwingen noch mehr als beim Ringen oder Judo, denn es gibt keine Gewichtsklassen und besonders viele Techniken, die wie beim Judo und Jujitsu auch körperlich unterlegenen Gegnern eine heftige und mitunter kampfbeendende Attacke gegen einen körperlich Überlegenen lehren, gibt es nicht. So sind auch die Frauen beim Schwingen überdurchschnittlich groß und schwer. Die Männer sind im Allgemeinen enorm stark gebaut und über 1,80m groß und mehr als 100kg schwer. Manche schaffen es auf über 150kg und um die 2m.

Je nach Art des Wettkampfes (Schwingfestes) muss ein Kämpfer 6 bis 8 Mal ins Sägemehl steigen um das Turnier zu gewinnen. Bei diesem Kantonalen waren es wie üblich 6, wobei es am Ende zu Platzierungskämpfen kam, wo erst der dritte Platz ausgekämpft wurde und dann der Gesamtsieger. Das besondere am Kampf um Platz 3 war, dass ein 38jähriger Athlet vorher angekündigt hatte, nach diesem Schwingfest seine Ringerschuhe an den Nagel zu hängen. Er gewann nach einer knappen Minute mit Schultersieg. Das Finale dauerte dann nur sechs Sekunden: dann war der 153kg schwere und ca. 1,95m große Aarauer Patrick Räbmatter (normalerweise wird die Reihenfolge Räbmatter Patrick genommen) auf seinem kleineren und leichteren, aber bis zu diesem 6. Kampf („6. Gang“) auch gegen derlei Kolosse heute unbesiegte Gegner, der mit dem Rücken im Sägemehl lag. Viele Kämpfe endeten vorzeitig, teilweise schon nach wenigen Sekunden. Es gab aber auch 6minütige Unentschieden, sodass alles was man im Ringkampfsport braucht, zu sehen war. Zwei Knieverletzungen gab es leider auch und mindestens zwei weitere Kämpfer bluteten nach versehentlichen Schlägen im Bodenkampf aus Wunden oder der Nase, aber ansonsten nahm niemand Schaden. Schwingfest Ormalingen 2015 (100. Basellandschaftliches Kantonalschwingfest) Wie es sich für Amateursport gehört, ist Sponsoring beim Schwingen nicht im Mittelpunkt des Geschehens: von Kommerz keine Spur, Namenssponsoring tabu! Sehr originell ist der Fakt, dass nach wie vor die Schwinger mit Lebendpreisen und Sachpreise belohnt werden. Die ersten drei bekamen lebende Tiere, die auch mehrfach mit Blumen geschmückt präsentiert wurden. Platz 3 eine junge Kuh, Platz 2 ein junges Pferd und Platz 1 ein Bulle. Die sind sicherlich nicht als Haustiere gedacht, aber geschlachtet wurden die natürlich auch nicht gleich. Wenn man bedenkt, dass viele Schwinger (sofern sie nicht Handwerker oder Bauarbeiter sind) in der Landwirtschaft arbeiten, können sie solche Viecher wahrscheinlich direkt auf den Anhänger packen und in ihren privaten Stall stellen. Der Präsident des nächsten großen Eidgenössischen Schwingfestes gab ja auch an, hauptberuflich in der Landwirtschaft zu arbeiten und hobbymäßig Viehzucht zu betreiben. Natürlich waren im Interview auch noch erwähnt, dass er am liebsten Eglifilet isst und kalte Ovomaltine trinkt sowie volkstümliche schweizer Musik hört...

Apropos Volksmusik: so ein Schwingerfest ist voller Folklore! Nicht nur, dass immer wieder von Schweizer Werten und Traditionen die Rede ist: diese werden auch gelebt und das finde ich trotz Anti-Haltung zur Schweiz auch gut, denn wichtig ist für jede Gesellschaft und jeden Staat, wenn die eigenen Tradition gepflegt und andere, auch komplett fremde, akzeptiert werden im jeweiligen Rahmen (z.B. in Zuwandererfamilien oder in Orten, in denen Minderheiten siedeln). Letzteres ist in der Schweiz eher unbekannt, aber die eigene Kultur wird dafür umso mehr gepflegt. Natürlich ist die Fairness im Ring und auf den Tribünen (hier waren temporäre Holz- und Stahlrohrtribünen auf dem Grasplatz errichtet, die rund 1.500 Zuschauer fassten – am Ende waren aber auch die Stehplätze knallvoll, sodass 2.200 Zuschauer nur gerade so Platz fanden) kein besonderer schweizer Wert: in allen Kampfsportarten, v.a. den asiatischen, hat man Gesten wie den Handschlag und das Sägemehl vom Rücken des Verlierers Abwischen (Handschläge sind z.B. in Japan unhöflich, sodass sich verbeugt wird) und Randale gibt es nur ab und an beim MMA (z.B. bei manchen Events, die auf diesen ansonsten ebenso fairen Sport ein schlechtes Licht werfen, gibt es Schlägereien außerhalb des Rings, da Hooligans, Neonazis und Co. mit MMA-Lizenz, Freunde ohne Lizenz einladen, die es nicht lassen können, sich am Kampfabend auch zu versuchen), Boxen (an sich auch stets faire Kämpfe, hab aber bei jedem Bundes- und Oberligawettkampf wüste Beschimpfungen gehört, was auch kein Wunder ist, wenn man beim Profibox solchen Abschaum wie Mayweather jr. mit seinem Geprolle und Manuel Charr, einen Kriminellen der zu gewaltverherrlichender Musik in den Ring kommt, usw. sich austoben lässt) und Ringen (Mattenrichter aufs Maul hauen, siehe Greiz-Molsdorf...) – aber auch nur wenn ein bestimmtes asoziales Klientel vor Ort ist.

Wirklich schweizerisch ist natürlich die musikalische Untermalung. Während der Kämpfe kommt Volksmusik aus den Boxen, immer wieder gibt es auch Liveauftritte, z.B. von Alphornbläsern und Jodlern. Ich finde die Musik der Alpenregion generell, mit Ausnahme mancher Blaskapellen und Ziehharmonika-Darbietungen, einfach grauenhaft – aber das muss man sich mal geben, genauso wie das alberne Fahnenschwenken, das auch beim Festakt des Schwingfestes eine Rolle spielt. So etwas gehört einfach dazu: ob man es nun außerhalb des Schwingfestes auch mag, oder wie jeder normale Nicht-Schweizer überhaupt nicht – solche Darbietungen muss man einfach auch beachten und würdigen beim Schwingen! Wenn mal wieder einer meiner früheren Mitschüler in meinen Blog geschaut hat: erinnert ihr euch noch an die Musiklehrerin, die immer wenig musikalisch rumgeschrien hat, wenn wir die Hände in den Taschen hatten beim Singen? Von wegen: „da kommt doch keine Körperspannung auf!“ Jodler haben die Hände immer in den Taschen (schweizerisch: „Hosensack“ mit hartem ck, nicht zu verwechseln mit dem danebenliegenden Sack), Frauen im Kleidersaum oder so – und der Schweizer Rundfunk erklärt warum (einfach den Pfeil beim Audiobeitrag anklicken)...

In jedem Falle kann ich den Besuch eines Schwingfestes empfehlen: wenigstens einmal sollte jeder mit Interesse an Kampfsport mal so etwas erlebt haben! Ich werde mir so etwas vielleicht auch noch ein zweites Mal reinziehen: wenn Zeit und Finanzen passen nämlich in genau einem Jahr in Estavayer-le-Lac, wenn das größte Schwingfest und das größte Sportevent der Schweiz überhaupt mit über 50.000 Zuschauern steigt! Schwingfest Ormalingen 2015 (100. Basellandschaftliches Kantonalschwingfest) Statistik:
- Grounds: 1.440 (3 neue; diese Saison: 25 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.458 (3; diese Saison: 24)
- Tageskilometer: 1.070 (Samstag 540km, Sonntag 530km Auto)
- Saisonkilometer: 4.210 (3.690 Auto/ 330 Fahrrad/ 190 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 26 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 472.

Montag, 29. Juni 2015

W465II-III: Rheinland-Pfalz; Technikmuseum Speyer, Burg Eltz und Motocross auf dem Heißen Stein

Nordrhein MX Cup: 64. Internationales Reiler Moto-Cross „Auf dem heißen Stein“
- Datum: Sonntag, 28. Juni 2015 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: Motocrossrennen mit Quadklasse im Rahmen des Nordrhein MX Cups, Gastgeber: MSC Reil „Heißer Stein“
- Ergebnisse: siehe Website der Rennserie http://www.mx-cup.de/
- Austragungsort: Moto-Cross-Strecke auf dem heißen Stein (Kap. 5.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 2.000
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Etliche spektakuläre Sprünge und Manöver) Speyer Photos with English Commentary:
a) Motocross Race: 64th International MX Cup in Reil, Heißer Stein
b) Rheinland-Palatinate: Saturday = SPEYER (SPIRES) CATHEDRAL AND TECHNOLOGY MUSEUM & CATHEDRAL; Castles of Germersheim, Rheinstein, Reichenstein, Sooneck, Bacharach, Kaub (PFALZGRAFENSTEIN), Oberwesel & Sankt Goar; Loreley Rock; Marienort Church; Sunday = Eltz Castle, Arras Castle, Mariental Monastery, Nehren Tower & Roman Tombs

Dieses Wochenende war Rheinland-Pfalz im Fokus. Samstagvormittag fuhr ich nach Speyer und besichtigte dort den Dom, der das höchste und größte Sakralgebäude der Romanik ist, aber baulich nicht unbedingt sooo attraktiv. Die nahegelegene spätbarocke Dreifaltigkeitskirche ist wegen ihrer bemalten Holzdecken und -emporen schöner und dadurch genauso sehenswert. Die Altstadt hat auch noch ein Schloss (Geschichtsmuseum) und Stadtmauer mit Türmen zu bieten. Für Rheinland-Pfalz ist die Altstadt Speyers übrigens sehr sehenswert: es geht doch auch dort mal was anderes als eine Burg als Sehenswürdigkeit...

Speyer ist eine der wenigen 50.000-Einwohner-Städte, in der man auch den ganzen Tag zubringen könnte. Zeitaufwendig ist nämlich das Technik-Museum mit seinen enorm vielen Ausstellungsstücken von Oldtimern aus den 1920ern über Dampfwalzen, Raupen, Militärfahrzeugen, Motorrädern und Traktoren bis hin zu mechanischen Orgeln, Kettensägen, Lokomotiven, einem Spaceshuttle, einem begehbaren U-Boot und diversen, meist ebenfalls begehbaren, Flugzeugmodellen! Für 14€ bekommt man also einiges geboten, wobei man sich schon mal fragen muss: also die museale Aufbereitung mit Infotafeln usw. ist ja in Ordnung – aber hätte man wie in Zwickau z.B. nicht mal nach Fahrzeugarten (zivile Zweiachser, dann Militärfahrzeuge, dann Krafträder usw.) und v.a. Alter sortieren können? In Speyer stellt man glatt eine Dampflok von 1920 neben einen Straßenwagen von 1960 und dazwischen wird ein Moped aus den 50ern quer geparkt und um das Ganze noch chaotischer zu machen, ein Kampfflugzeugwrack aus dem 1. Weltkrieg von der Decke gehängt...

Ich schaute mir dann die Festung von Germersheim an. Fast hätte ich meinen Master dort gemacht, aber wenn man beim Zulassungsbüro zu blöd ist, meine Dokumente zusammenzuhalten und mich dann zwei Mal anschreibt, ich hätte immer noch nicht alles geliefert, dann geh ich halt nach Bonn!

Einmal über den Rhein nach Philippsburg zum Motoball war der Plan, doch wie der Platz aussah, sieht man im zweiten Bild in meinem Blogeintrag: während des Einfahrens blieben die Maschinen teils stecken. Ich habe zwar schon gesehen, das auch auf solchen Plätzen schon ein Spiel durchgeführt wurde, aber ob das gut für die Motorräder ist, ist das eine – für den Spielfluss ist es definitiv nicht gut, gerade bei zwei eher schwachen Mannschaften wie Philippsburg und v.a. MSC Mörsch. Diesen schön gestalteten aber vom Belag her sehr beschissenen Platz werde ich spätestens nächste Saison mal besuchen. Vielleicht aber auch schon mal im August, an einem Tag ohne Hagelschauer...

Was ich auch im August noch machen werde, ist eine Radtour an einem freien Tag unter der Woche durch das Obere Mittelrheintal. Von Koblenz bis Kaub, dann Fähre ans andere Ufer und auf der linken Rheinseite wieder hoch. Ich fuhr jedenfalls jetzt nach Schließung der Sehenswürdigkeiten (die meisten Burgen sind nur 9-17 Uhr und dann nur April bis Oktober offen: das ist in Rheinland-Pfalz schlimmer als in der DDR und Albanien zusammen!) ganz locker die Bundesstraße zwischen Bingen und Koblenz entlang und hielt alle paar Minuten an, da hier eine historistische Burg und da eine mittelalterliche Ruine und hier eine Kirche und da ein Schloss usw. auftauchten! Leider sind diese Orte meist sehr überfüllt, aber unter der Woche und mit dem Fahrrad müsste man selbst in St. Goar, Boppard oder dem besonders spektakulären Kaub mit seiner Burg Pfalzgrafenstein auf einer Insel im Rhein, kein Problem mit Parkplatz und Besichtigung haben!
Sonntag ging es nicht so tief nach Rheinland-Pfalz rein, sondern in die Ecke, wo die Mosel fliest. Sightseeingmäßig stand zuerst die Burg Eltz – ein fantastisch gelegener, fast 100% erhaltener und weitestgehend authentisch sanierter Burgkomplex; absolut spektakulär und lohnend, aber da er so ein „Must-See“ ist, ist er leider völlig überlaufen und überteuert: nur mit Führung zu besichtigen, in den Ausstellungsräumen keine Fotos gestattet, nur ein Teil der Burg darf überhaupt besichtigt werden und trotzdem 9€ Eintritt – an. Nach dem Motocrossrennen fuhr ich nach Bonn mit ein paar Stopps zurück: Alf mit der Burg Arras im Ortsteil Alf-Fabrik; kling alles ganz lustig, aber ist so eine dieser historistischen Kackburgen die irgendeiner mit zu viel Geld besetzt (immerhin gibt es regelmäßige Öffnungszeitung wegen der üblichen, maßlos überteuerten Gastronomie). In Nehren gibt es mit einem mittelalterlichen Turm und römischen Grabkammern (scheiße, dass das Licht nicht funktionierte: so waren die Malereien nicht erkennbar) zwei kleine Sehenswürdigkeiten. Das Kloster Mariental liegt landschaftlich toll, ist baulich aber eher weniger sehenswert.

In jedem Fall werde ich, zumindest bei halbwegs vernünftigem Wetter, auch in dieser Ecke Rheinland-Pfalz‘ beim nächsten Mal mit dem Rad fahren: nächstes Wochenende direkt von Bonn zum Nürburgring, im August dann mal eine Tour, die Cochem, Pyrmont, Monreal und ein Testspiel in diesem Bereich einschließt. Burg Eltz Wie erwähnt, hatte ich dann auch noch Motocross geguckt. Ein internationales, aber zumeist natürlich von Fahrern aus NRW bestrittenes zweitägiges Rennen stand in Reil an. Oberhalb der üblichen Weinberge am Waldesrand wurde eine schöne Strecke mit guten Zuschauermöglichkeiten – nur teilweise etwas überwuchert: einige der für 1.000 Leute konzipierten Sitzbänke waren auch im Arsch – angelegt. Die Strecke schien mir ziemlich schnell und hatte auch etliche spektakuläre Sprünge zu bieten. Insbesondere die Rampe vor der Sitztribüne (in allen Bereichen 7€ Eintritt) hatte es in sich. Außer den üblichen Motocrossmotorrädern in verschiedenen Kubikklassen, Fahrerleistungsklassen und Altersklasse ging auch eine Quad-Klasse an den Start, die sich auch sehen lassen konnte!

Motoball ist zwar noch besser als Motocross, aber so ein Rennen ist auch immer besuchenswert. Vielleicht mal September/ Oktober wieder – denn es gibt noch etliche Rennen in der Rennserie Nordrhein MX Cup! Motocross: Nordrhein MX Cup in Reil (Heißer Stein) Statistik:
- Grounds: 1.391 (So 1 neuer; diese Saison: 236 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.411 (So 1; diese Saison: 299)
- Tageskilometer: 790 (Sa 520 Auto, So 270 Auto)
- Saisonkilometer: 61.310 (46.460 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.130 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.420 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 465

Sonntag, 7. Juni 2015

W462II: Das erste Mal Motoball im Ausland gesehen, aber trotzdem ein Bundesligaspiel

Motoballvereniging Budel ................................. 11
MSC Philippsburg ............................................... 8
- Datum: Samstag, 6. Juni 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Motoballbundesliga, Süd-Gruppe (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 11-8 nach 80 Minuten (4x20); Viertelstände: 3-0, 2-3, 4-3, 2-2
- Tore: 1-0 6. (6), 2-0 15. (3), 3-0 19. (NN), 4-0 22. (6?), 4-1 22. Nr. 2, 5-1 24. (6), 5-2 29. Nr. 2, 5-3 34. Nr. 2, 6-3 41. (6), 6-4 43. Nr. 2?, 7-4 50. (8), 7-5 51. Nr. 6, 8-5 51. (6), 8-6 54. Nr. 2?, 9-6 59. (9), 10-6 63. (9, Überzahl), 10-7 56. Nr. 6 (Überzahl), 10-8 72. Nr. 2 (3 gegen 3), 11-8 76. (NN)
- Gelbe Karten (2 Minuten): Nr. 9 (Budel), Nr. 2, 5, 8, 9 (Philippsburg)
- Grüne Karten (5 Minuten): Nr. 6 (Budel)
- Rote Karten (Platzverweis): keine
- Spielort: Motoballveld Budel (Kap. 800 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon knapp 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 9,0/10 (Hervorragendes Spiel mit enorm vielen Torszenen)
MBV Budel v MSC Philippsburg Photos with English Commentary:
a) Motorcycle Football (Netherlands): MBV Budel v MSC Philippsburg in the German Championships
b) Niederrhein Region (Germany): Wassenberg Castle, Brüggen Palace, Dalborn Palace & Monastery

Motoball gehört zu jenen Sportarten, die ich auf jeden Fall auch mal im Ausland sehen wollte. In diesem Monat habe ich das gleich zwei Mal vor, wobei die eine Option ja für mich in Bonn näher ist, als alle deutschen Vereine mit Ausnahme der Klubs aus Kierspe: nämlich in Budel südöstlich von Eindhoven in den Niederlanden zu gucken. Budel spielt in der Bundesliga Gruppe Süd mit. Der Ort Budel ist eine Kleinstadt mit der üblichen hässlichen Architektur in der üblichen öden Landschaft der Niederlande. An einem Truppenübungsplatz, über einen unbefestigten Weg erreichbar, liegt der ausbautenlose Verbundpflasterplatz der Motoballvereniging (MBV) Budel. Drumherum passen gut 800 Leute. Nur 150 kamen zu diesem Spiel gegen Philippsburg. Es wurde nicht einmal Eintritt erhoben, nur aus einer Wellblechhütte heraus wurde Essen verkauft.

Beide Teams haben noch Chancen auf den Einzug in die Meisterschaftrunde, doch wer hier verliert, verliert an Boden auf Platz 4. Beide Teams gingen entsprechend offensiv zu Werke und lieferten ein tolles Spiel. Budel hatte aber den deutlich besseren Start und ging im ersten Viertel mit 3:0 in Führung. Nach der ersten Pause netzten sie sogar gleich zum 4:0 ein, ehe Philippsburg zu einem Treffer kam. Richtig in Fahrt kamen sie aber erst nach dem 5:1; der 3er verkürzte dann im Alleingang auf 5:3. Im fantastischen dritten Viertel ging es hin und her; Torszenen, Lattentreffer, Tore aus voller Fahrt heraus erzielt oder nach geschickten Wendemanövern vorm Torraum – Budel hielt die Jungs aus der Karlsruher Ecke stets mit zwei Toren auf Abstand, zum letzten Viertel waren es sogar wieder drei: 9-6. Nach wenig mehr als einer Stunde Spielzeit gab es die erste Strafe; ein Philippsburger musste mit Grün zwei Minuten vom Feld. Das nutzte Budel um auf 10-6 davon zu ziehen. Doch es sollte noch einmal eng werden; nach Fouls setzte es auch Strafen gegen die Niederländer und teils mit je nur noch drei Feldspielern gelangen den Philippsburgern zwei Treffer. Budel verschoss auch noch einen Elfmeter. Erst vier Minuten vor dem Ende gelang den Niederländern die entgültige Entscheidung; 11-8 war der Endstand in dieser torreichen und sehr sehenswerten Partie!

Nach dem Spiel fuhr ich auf dem kürzesten Weg zurück nach Bonn: dort lagen dann bis auf eine Windmühle in den Niederlanden gar keine Sehenswürdigkeiten mehr auf dem direkten Weg. Den Hinweg hatte ich etwas umständlicher gelegt, wobei weder die hässliche Backsteinburg in Wassenberg noch der ebenso hässliche Backsteinkomplex aus Kloster und Schloss in Dalborn lohnten. Einzig Brüggen mit seinem Wasserschloss lohnte ein bisschen: zwar auch die übliche dunkle Backsteinbauweise, aber etwas schöner gestaltet als sonst in NRW und NL. Aber diese ganze Region zwischen Bergheim über Mönchengladbach und Roermond bis Eindhoven ist ja sowas von abartig hässlich (landschaftlich wie auch v.a. architektonisch) – da würde ich ja nie mehr hinfahren, wenn es da nicht regelmäßig interessante Spiele und diverse interessante Sportstätten gäbe! MBV Budel v MSC Philippsburg Statistik:
- Grounds: 1.381 (heute 1 neuer; diese Saison: 226 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.397 (heute 1; diese Saison: 285)
- Tageskilometer: 340 (340km Auto)
- Saisonkilometer: 57.420 (42.720 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.350 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 80 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 462