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Mittwoch, 3. Mai 2017

W561IIIa/d-W562I: Mit viel Radsport in den Mai

Deutsche Meisterschaft im Einrad Freestyle
- Datum: Sonntag, 30. April 2017 – Beginn: 8.30
- Wettbewerb: Nationale Meisterschaft im Einrad Freestyle für Jugend und Senioren
- Ergebnisse: http://www.einrad-bdr.de/?page=ergebnisse
- Austragungsort: Dieter-Renz-Sporthalle Bottrop (Kap. 750, davon 650 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon überwiegend pausierende Aktive und Betreuer)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schöner Sport, der aber an das verwandte Kunstradfahren nicht ganz herankommt)

Spurt in den Mai
- Datum: Sonntag, 30. April 2017 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Bahnradrennen in den Wettkampfformen Ausscheidungsfahren, Ballustradensprint, italienisches Jagdrennen, Punkterennen und Wertungssprint für Junioren und Senioren
- Ergebnisse: http://spurt-in-den-mai.de/
- Austragungsort: Sportforum Kaarst-Büttgen (Kap. 1.800, davon 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannende Rennen auf hohem Niveau, Zuschauerplätze ließen leider zu wünschen übrig)

Zebracup
- Datum: Montag, 1. Mai 2017 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Einradrennen für
- Ergebnisse: http://www.einrad-bdr.de/?page=ergebnisse
- Austragungsort: Leichtathletikstadion BSA Wedau III (Duisburg; Kap. 2.628, davon 628 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 250 (davon überwiegend pausierende Aktive und Betreuer)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Einradfreestyle ist noch vielseitiger, aber die Rennen sind schon spannend!) Spurt in den Mai Photos with English Commentary:
a) Unicycle-Freestyle in Bottrop
b) Unicycle-Racing in Duisburg
c) Track Bicycle Racing in Kaarst-Büttgen

Durch googlen bin ich auf einige Radsportveranstaltungen gestoßen, die dieses Wochenende waren. Die Radsportverbandsseiten sind recht informativ. Seit ich mal Einradhockey gesehen habe, war mir bewusst, dass es eine lebhafte Einradszene in NRW gibt. So fanden die deutschen Freestyle-Meisterschaften auch mal wieder in Bottrop statt. Die Tribüne der modernisierten Dieter-Renz-Halle war recht voll – Eintritt wurde keiner genommen, da fast nur Aktive und deren Betreuer und Eltern zuguckten. Auf der Spielfläche bekam man interessante Darbietungen geboten. Zu Musik wurde auf dem Einrad gehüpft, Pirouetten gedreht, vorwärts und rückwärts, teils auf dem Sattel liegend, teils auf dem Reifen statt den Pedalen stehend herumgefahren. Wer Kunstradfahren kennt, bevorzugt das bei allem Respekt um die Körperbeherrschung der Einradfahrer aber: es ist einfach spektakulärer und vielseitiger, was auf dem Zweirad abläuft. Dass Einradfahren in erster Linie als Zirkusnummer wahrgenommen wird und nicht als Sport, wird von den Sportlern durch die Verkleidungen natürlich unterstrichen: zur Musik und der Darbietung passend wurden fantasievolle Kostüme getragen. German Championships in Unicycle Freestyle Nach zwei Fußballspielen in Moers (siehe vorheriger Bericht) wurde der Sonntag mit dem Besuch eines Bahnradrennens, das von 19.30 bis deutlich nach 22 Uhr ging, abgerundet. Das Sportforum in Kaarst-Büttgen ist eine Radrennbahn, die komplett umbaut wurde und recht spektakulär daherkommt. Immerhin 1.500 Sitzplätze – und wenn die idiotischen Beschränkungen nicht wären, könnte man noch mal so viele Stehplätze nutzen. So ist die Sicht und Fotomöglichkeit bei horrendem Eintritt von 10€ eher schlecht. Nur die VIPs im Innenraum haben besten Blick aufs Geschehen. Kaarst-Büttgen sollte man aber trotzdem mal hin: man kann ja im Innenraum der Halle auch Handball oder Inlineskaterhockey gucken. Die Rennen, die hier heute auf der Holzbahn liefen, waren mehrheitlich Juniorenwettkämpfe, aber auch halbprofessionelle Fahrer aus mehreren Ländern traten hier gegeneinander in den unterschiedlichsten Kategorien an. Das war schon richtig guter Sport – und daher gilt Kaarst auch als die Radsporthochburg in NRW. Spurt in den Mai Am Montag dem 1. Mai war so gut wie keine Sportveranstaltung angesetzt – im Osten und Norden z.B. werden immer etliche Fußballspiele ausgetragen – aber so ergab sich die Gelegenheit, in Duisburg ein Einradrennen anzuschauen. Also wieder von zwei auf ein Rad... Im Leichtathletikstadion hinter der Eissporthalle bzw. dem Wedau-Stadion vom MSV Duisburg wurde die Tartanbahn genutzt. Bei Dauerregen war die Tribüne mit dem schicken Dach sehr hilfreich. Sowieso war die ganze Anlage recht schick. Fußball wird dort aber entgegen den Infos von europlan eigentlich nicht gespielt. Zum Einradrennen: man kann auf drei Arten das Ding fortbewegen; normal die Pedalen benutzen, dann einen Fuß auf den Rahmen stellen und mit dem anderen in eine Pedale treten (Einbahn) oder den Reifen mit den Füßen ohne Benutzung der Pedale bewegen (Radlauf). Die überwiegend jungen Fahrer bzw. meist Fahrerinnen bewegten sich in allen drei Kategorien sehr geschickt – auch wenn es den ein oder anderen Sturz gab – aber natürlich war der normale Sprint am flottesten, denn wenn man beide Pedalen benutzt, kommt man einfach schneller voran. Unicycle race in Duisburg Statistik:
- Grounds: 1.916 (5; diese Saison: 237 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.025 (5; diese Saison: 285)
- Tourkilometer: 450 (270+180km Auto)
- Saisonkilometer: 48.600 (42.920 Auto, davon 2.540 Mietwagen/ 2.310 Fahrrad/ 1.100 Flugzeug/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 32 [letzte Serie: 11, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 562 Wochen.

Samstag, 30. Mai 2015

W461V: Danke ans Pumpensystem...

Sprintercup Rostock
- Datum: Samstag, 30. Mai 2015 – Beginn: 14.45
- Wettbewerb: Internationaler Wettkampf im Bahnradsport für Mädchen und Jungen
- Ergebnisse: siehe http://www.radsport-mv.de/
- Spielorte: Radrennbahn Damerower Weg (Kap. 600 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 20
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Rasante Rennen; kann man sich ruhig noch mal woanders angucken)

HSG Warnemünde .................................................. 5
SV Poseidon Hamburg .......................................... 22
- Datum: Samstag, 30. Mai 2015 – Beginn: 14.15
- Wettbewerb: 2. Wasserball-Bundesliga (2. Spielklasse)
- Ergebnis: 5-22 nach 32 Minuten (4x8); Viertelergebnisse: 0-7, 2-1, 2-8, 1-6
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielorte: bis 13. Minute Hallenschwimmbad Neptun, 50m-Becken (Kap. 200 Sitzplätze); danach aufgrund eines Pumpenausfalls Hallenschwimmbad Neptun, 25m-Becken (Kap. 2.000, davon 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Viele Tore durch starke Gäste, durch den kuriosen Pumpenzwischenfall wurde das mittelmäßige Spiel noch deutlich aufgewertet)

FSV Nordost Rostock A ........................................ 16
FSV Krakow am See A ............................................ 1
- Datum: Samstag, 30. Mai 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Landesliga A-Junioren Staffel 1 (4. und unterste Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 16-1 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 5-1
- Tor: 1-0 17. Patrick Raths, 2-0 19. Felix Assmann, 2-1 26. Julian Malchow, 3-1 29. Ole Gliniors, 4-1 35. Ole Gliniors, 5-1 45. Pascal Aster, 6-1 49. Jonas Ehmke, 7-1 52. Jonas Ehmke, 8-1 55. Seak Sperlich, 9-1 57. Jonas Ehmke, 10-1 70. Jonas Ehmke, 11-1 79. Tilo Damm, 12-1 81. Ole Gliniors, 13-1 82. Ronny Christopher Lindgren, 14-1 84. Jan Erik Rosentreter, 15-1 87. Eric Ohde, 16-1 89. Eric Ohde
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Gelbensande (Kap. 1.070, davon 70 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Tore am Fließband, aber trotzdem gute Gegenwehr der nur zu acht angetretenen Gäste) HSG Warnemünde v Poseidon Hamburg (2nd water polo league) Photos with English Commentary:
a) Under-19 Football: Rostock Nordost 16-1 Krakow am See (at Football Ground Gelbensande)
b) Waterpolo Division 2: HSG Warnemünde 5-22 Poseidon Hamburg (at Historic ‘Neptun‘ Indoor Swimming Pool)
c) Track Cycling: Regional Competition for Women and Youth (at Racetrack Damerower Weg, Rostock)
d) Sightseeing: Gelbensande Palace

Der Sportsamstag begann in Gelbensande, das man von Diedrichshagen aus über eine überlastete Bundesstraße nach Osten in etwas über 30km erreicht. Der örtliche Verein, der auf dem von zwei überdachten Holzbänken abgesehen ausbautenlosen Sportplatz spielt, heißt Gelbensander Grashopper, doch heute spielte hier ausweichhalber die A-Jugend des FSV Nordost Rostock. Der Gast aus Krakow am See war mit nur 8 Mann angereist. Lange hielten sie dem Druck der Gastgeber stand, doch als 8. und letzter hatten sie beim Zweitplatzierten so wie so einen schweren Stand. Nach einem Doppelschlag gelang ihnen aber mit ihrem dritten Angriff der Ehrentreffer. Nur langsam kam Nordost in Fahrt, führte bei Halbzeit 5:1. Nach dem Seitenwechsel zogen sie dann davon: mit teilweise spektakulären Toren (Unterkante Latte aus 25m und Winkeltreffer aus 20m) gewann Nordost 16:1. Respekt für so viele Treffer – auch Respekt für Krakow hier durchgehalten zu haben! Wir schauten noch am hinterm Sportplatz gelegenen historistischen Jagdschloss vorbei und stellten uns dann in den stockenden Verkehr nach Rostock. Nordost Rostock U19 v Krakow am See U19: 16-1. Nach einem kurzen Mittagessen fuhren wir zur Neptunschwimmhalle. Die befindet sich neben dem Ostseestadion und ist denkmalgeschützt. Betritt man das Foyer mit seinen Marmorplatten und Balken erahnt man warum. Voll verständlich ist es beim Betreten der Haupthalle, in der sich ein Sprungbecken (1m, 3m, 5m, 7,5m und 10m Sprunganlagen befinden sich dort) und ein 25m Schwimmbecken befinden: dort sind zwei Tribünen mit je sieben Reihen Holzbänke auf gekachelte Treppen angebracht worden, die Wände sind marmorgetäfelt und die Säulen hinter der letzten Reihe sehr dekorativ.

Wenig dekorativ sind die beiden Turnhallen die sich links der Haupthalle bzw. des Foyers befinden und die rechts davon befindliche Halle mit dem 50m-Becken, in dem Wasserball gespielt wird: die ist recht modern und mit einer Minitribüne für 200 Leute ausgestattet. Die HSG Warnemünde ist eine der schwächeren Mannschaften der 2. Liga Nord, Poseidon Hamburg hingegen ist Aufstiegskandidat. So fing das Spiel auch an: Warnemünde schloss keinen Angriff ab und Hamburg warf Tor um Tor. Nach dem 0:7 gab es die erste Viertelpause. Danach warf Hamburg noch das 0:8, ehe die Bademeisterin hereinkam und irgendwas von technischen Problemen rumschrie. Die Schiedsrichter unterbrachen die Partie dann nach 13 Minuten und alle gingen aus dem Wasser, da die Umwälz- und die Chlorpumpe nicht mehr funktionierten. Das sollte ein glücklicher Umstand sein, dass die Anlagen, die bei regelmäßiger Wartung eigentlich nicht plötzlich ausfallen dürften, auf einmal muckten. Denn nach einer Rücksprache mit der Hallenleitung wurde das Wasserballfeld im 25m-Becken der Haupthalle mit ihrem historischen Interieur aus den frühen 50ern aufgebaut. Hier gehört so ein toller Sport auch hin: auch wenn sich die 30, 40 Zuschauer natürlich sehr verloren auf den vielen Holzbänken.

Warnemünde kam jetzt besser ins Spiel als Hamburg, kam auf 2:8 heran, kassierte aber im dritten Drittel wieder etliche Treffer und geriet trotz einiger funktionierender Angriffe völlig aussichtslos unter die Räder. Am Ende verloren sie 5:22. Doch das Ergebnis war mir recht egal: ein Wettkampf in der schönen Haupthalle war das wichtigste und der kuriose Umstand, dass wir erstmals ein einziges Spiel, das auf zwei verschiedenen Anlagen ausgetragen wurde, sahen, war natürlich ein besonderer Knaller... HSG Warnemünde v Poseidon Hamburg (2nd water polo league) Nach diesem denkwürdigen Spiel gab es gleich die nächste neue Sportart, nachdem am Freitag ja schon Beach-Polo in unsere Liste aufgenommen wurde. Die ganz ansehnliche aber nicht besonders zuschauerfreundliche Radrennbahn im Damerower Weg erlebte ein deutschlandweit bzw. nur regional ausgeschriebenes Rennwochenende mit internationalem Starterfeld. Am Samstag waren es Junioren und Juniorinnen die sich auf die schicken schnellen Bahnräder mit ihren starren Narben – wer braucht schon Bremsen? – schwangen und teils mit seltsam anmutenden Stehversuchen ihre Gegner auszutricksen versuchten um dann mit eindrucksvollen Geschwindigkeiten abzuhauen. Die Betonbahn schien sich gut fahren zu lassen, Stürze gab es zum Glück keine, irgendwelche herausragenden Ereignisse aber auch nicht. Doch dieser rasante Sport hat schon Spaß gemacht. Kann man sich noch mal angucken, v.a. wenn er in einer spektakulären Anlage ausgetragen wird. Track Cycling Cup in Rostock Statistik:
- Grounds: 1.378 (heute 4 neue; diese Saison: 223 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.394 (heute 3; diese Saison: 282)
- Tageskilometer: 80 (80km Auto)
- Saisonkilometer: 56.070 (41.460 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.260 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 79 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 461

Sonntag, 3. Juli 2011

W257III: Randsportart Radrennen – oder: Stehermeisterschaft an historischer Stätte

Deutsche Stehermeisterschaft 2011
Datum: Samstag, 2. Juli 2011 – Beginn: 15.00
Wettbewerb: Finals der deutschen Meisterschaft in der Bahnradsportdisziplin Steherrennen
Sieger: Florian Fernow (Schrittmacher: Peter Bäuerlein, Svg. Zehlendorfer Eichhörnchen)
Austragungsort: Alfred-Rosch-Kampfbahn (Leipziger Radrennbahn, Kap. 6.000, davon 1.500 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 600
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Bei allem Eindruck, den Geschwindigkeit und v.a. Ausdauer der Fahrer hinterlassen – aber die Ovalbahnmonotonie ist nicht wegzuleugnen)

Gesamtstände:
1-8 A-Finale, 9-15 B-Finale
[Platz. Fahrer (Schrittmacher, Verein)]
1. Fernow (Bäuerlein, Zehlendorfer Eichhörnchen)
2. Schwarzer (C. Dippel, Teutoburg Brackwede)
3. Breuer (Gessler, RSG Hürth)
4. Scholz (Podlesch, OSC Potsdam)
5. Möbus (Baur, PSV Forst/ Lausitz)
6. Freiesleben (Weiß, Team Isaac Torgau)
7. Keller (Rellensmann, Muldental Grimma)
8. Kupfernagel (A. Dippel, SSV Gera 1990)*
9. Schwerdt (Schwarz, VfR Herpersdorf)
10. Passenheim (Bäuerlein, Schwalbe Solingen)
11. Heinze (Aebi, SSV Gera 1990)
12. Körber (Schinner, Nutrixxion Sparkasse Dortmund)
13. Wolfrum (A. Dippel, RSV Peitz)
14. Hecking (Kirchner, Schwalbe Solingen)
15. Kuban (Schinner, Union Nürnberg)

Nicht gestartet: Vonhof (TK Schwabach)

* nach 37 von 60 Minuten aus dem Rennen genommen: Rote Flagge, da 6x vom Führenden überrundet.
IMG_6258 Radrennbahn Leipzig = Alfred-Rosch-Kampfbahn
Photos and English version:

Wer über die Formel-1 etwas von „nur im Kreis Rumgefahre“ erzählt, muss eine ziemlich unklare Vorstellung über den geometrischen Begriff haben. So ist die Rennstrecke von Bahrain z.B. ein Zweiundzwanzigeck oder jene in Spa immerhin noch ein Fünfzehneck. Auch eine Speedwayrennstrecke oder eine Radrennbahn sind natürlich kein Kreis, aber immerhin ein Oval, was natürlich so nah am Kreis ist, dass ich die Kritik am Bahnradsport, das sei alles nur „Radfahren im Kreis“ nachvollziehen kann. An diesem verregneten Samstag guckte ich mir trotzdem so einen Renntag auf einer Radrennbahn an, was auch viel mit der Bahn selbst zu tun hatte.

Die Alfred-Rosch-Kampfbahn, die meist nur noch als „Leipziger Radrennbahn“ bezeichnet wird, was 1. sehr einfallslos und 2. ein Beispiel für die Vergangenheitsparanoia in der Ex-DDR ist: der Name Alfred Rosch soll getilgt werden, da der Leipziger ein kommunistischer Arbeitersportler war, ist die längste teilüberdachte Radrennbahn hierzulande. Teilüberdacht heiß, dass Tribünen und Bahn einen Regenschutz haben (dieser Regenschutz in Form eines relativ niedrig über die Tribünen gebauten Wellblechdaches wurde erst kürzlich saniert), aber der Innenraum in der Mitte nicht überdacht ist. Die Bahn ist mit 400m relativ lang und ist aus Beton, der einige versiegelte Ritzen vorweist. Richtig marode ist aber nur die Rückwand der Tribüne mit den eingeschlagenen und besprayten Kunststofffenstern. Es gibt eine modernisierte Ehrentribüne mit Kunststoffsitzen, die von einer Presseloge und einer älteren Zielgeradentribüne mit Holzbänken flankiert wird. Daran schließen auf den kürzeren Seiten der Bahn (wo die Kurvenüberhöhungen sind, die hier relativ gering sind) Stehplätze an. Gegenüber der Zielgeraden gibt es noch mal Sitzbänke aus Holz. Die steinernen Stehstufen direkt rechts und links von diesen Bänken sind in schwarz-rot-gold gestrichen. Wer mal ein älteres Foto der Bahn sehen will, sollte mal auf „Radsportgalerie Schürmann“ gehen. Dort ist ein Bild vor Konstruktion des Daches zu finden.
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Zum Glück gibt es aber ein Dach, sonst hätte man das Rennen heute nicht starten können, da die Geschwindigkeiten von durchschnittlich 50-60 km/h und die starken Kurvenüberhöhungen eine trockene Fahrbahn erfordern. Was noch klar gestellt werden muss, ist der Punkt, dass Steherrennen nicht bedeutet, dass man im Stehen rennt oder auf dem Rad stehend fährt. Das ist einfach eine Schwachsinnsübersetzung vom Englischen „stay“ oder „stayer“ – im sportlichen Sinne „ausdauernd sein“. Die einzigen, die Stehen, sind die Fahrer der Motorräder. Und die ziehen nicht etwa die Fahrradfahrer hinter sich her, sondern geben ihnen Windschatten. Richtig gute Radrennfahrer fahren nämlich über 30 oder gar 60 Minuten durchgängig 50 oder 60km/h wie hier. Das Metallding hinten am Motorrad ist nämlich nur eine als Abstandshalter dienende Metallrolle und keine Anhängerkupplung...

Also so viel zum Prinzip dieser Bahnradsportdisziplin. Was die Wettkämpfe anging, so dauerte das B-Finale etwa 30 Minuten und das A-Finale 60 Minuten. Wer in A- und B-Finale starten durfte, wurde in drei Rennen (also den Vorläufen) am vorigen Freitag entschieden.
Im B-Finale starteten dann nur 7 Fahrer, da einer wegen Verletzung oder so nicht antreten konnte. Den Lauf gewann Schwerdt vom VfR Herpersdorf mit seinem Schrittmacher Schwarz. Der Schrittmacher auf seinem Motorrad leistet zwar nicht annähernd die harte körperliche Arbeit wie der Radrennfahrer, muss aber taktisch klug fahren, dass er seinem Kollegen (jeder Radrennfahrer hat einen bestimmten Schrittmacher im Rennen) nicht abhaut (wenn der Windschatten weg ist, wird er erheblich langsamer, der Biker muss abbremsen und ihn wieder herankommen lassen: kostet viel Zeit) oder er zu langsam wird und der Radfahrer dem Schrittmacher - wie es ein echter Leipziger (der kommt also aus Leipzsch) so schön ausgedrückt hat - „hindn droff roocht“.
Im A-Finale, in dem der deutsche Meister ermittelt wurde, fiel dann auch mal ein Fahrer nach etwas mehr als der Hälfte der Zeit so weit zurück, dass er vom Führenden sechsmal überrundet wurde. Dann wedelt ein Offizieller mit der roten Flagge und hält eine Tafel mit der Nummer des Zulangsamen hoch, der sich dann von der Strecke runtermachen muss. Der Führende und deutsche Meister war übrigens recht überlegen und gewann mit einer Runde Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Dieser starke Fahrer heißt Florian Fernow und fährt für den Berliner Klub mit dem lustigen Namen Zehlendorfer Eichhörnchen. Sein Schrittmacher war Peter Bäuerlein.
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Für 90 Minuten Rennen gab man übrigens 4€ für normale Plätze auf Kurvenhöhe und Gegengerade und 6€ für Plätze auf Zielgeradenhöhe aus. Wir nahmen die niedrigere Kategorie und zahlten dann einen doppelt so hohen Betrag für primitives Imbissessen leicht überdurchschnittlicher Qualität. Für Leipzig war das Preis-Leistungs-Verhältnis also nicht so gut und der Fakt, dass die Sportlergaststätte geschlossen hatte und nur ein Imbiss aufgebaut wurde, war erbärmlich! Die Leipziger Vereins- und Sportlergaststätten sind nämlich auf sehr hohem Niveau. Mitunter auf höherem als der Sport in den angrenzenden Sportstätten...

Was abschließend noch erwähnenswert ist, ist die nicht vorhandene Werbung für diese Veranstaltung: einzig im Internet waren spärliche Informationen zu bekommen. Die Zeiten des Bahnradsportbooms sind ja seit Jahrzehnten vorbei, aber wenn bei einer deutschen Meisterschaft keine 1.000 Zuschauer kommen – mal abgesehen davon, dass es kaum Fahrer gibt, die noch Steherrennen fahren – kann man nur noch von einem Randsport reden. Eigentlich wird aber auch der gesamte Radsport in Deutschland zu einem Randsport degradiert. Wenn 95% der Radsportmeldungen in Presse und Glotze Artikel über Doping sind, ist das auch kein Wunder. Der Dopingwahn und die Unehrlichkeit im Radsport, die seit Jahren Ausmaße wie im us-amerikanischen Professional Wrestling angenommen haben, sind aber nur die eine Seite der Medaille – die andere ist die Perversion der Presse, den größtenteils einfach nur geldgierigen wie paranoiden Anti-Doping-Kämpfern (WADA usw.) ständig neue Munition zu liefern und die Masse an naiven Sportfans immer weiter zu verunsichern. So ehrlich und realistisch wie ich, können das die meisten Fans wohl nicht sehen: was wäre denn die Sportwelt ohne Betrug, Anti-Helden, Fair-Play-Verweigerer und Krawallbrüder auf den Rängen? Man muss sich doch auch über unfaire Typen und unangenehme Gestalten aufregen können! Dass so etwas nicht völlig überhand nehmen darf ist zwar auch klar, aber das Bild des Radsports in dem 99% aller Fahrer hemmungslos dopen, ist von dummen Journalistenpack gezeichnet – vielleicht sind morgen die Leichathleten oder Schwimmer (bei denen genauso schwierige Verhältnisse durch die Jagd nach immer schnelleren Zeiten usw. herrschen wie im Radsport) und in 10 Jahren die Fußballer dran. Bei Letzteren nehmen ja derzeit halbwegs berechtigte bis alberne und hirnrissige Berichte zum Doping zu. Der deutsche Radsport ist jedenfalls in der Gegenwart auf dem totalen Rückzug und wird so schnell auch nicht wieder erfolgreich hochkommen.
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Statistik:
Grounds: 587 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 136 neue)
Sportveranstaltungen: 1.306 (heute eine, diese Saison: 194)
Tageskilometer: 70 (70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 43.520 (21.990 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.660 Bahn, Bus, Tram/ 4.860 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 38
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 257