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Samstag, 25. September 2010

W217IV: Gerechter Gleichstand in Großgräfendorf

SV Großgräfendorf 2:2 TSV Leuna 1919 II
Samstag 25. September 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit 1:1
Tore: 1:0 9. Nr. 5 (Elfmeter), 1:1 22. Fabian Schneider, 1:2 50. Mario Melchior, 2:2 70. Nr. 9
Verwarnungen: Karsten Francke (TSV II)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Großgräfendorf (Kap. 750 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel zweier gleichwertiger Teams auf schwierig bespielbarem Platz)
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Photos and English version:
SV Großgräfendorf 2-2 TSV Leuna (Reserve)

Nach einer zweiwöchigen Skandinavientour mit Fähre und Auto, die uns durch Städte wie Stockholm, Helsinki oder Kopenhagen führte und Spiele von der norwegischen Amateurliga über die finnische Halbprofiliga bis zur ersten schwedischen Profiliga Allsvenskan in einigen der schönsten und interessantesten Stadien der Welt bereithielt, ging die Reise nun mit dem Fahrrad nach Großgräfendorf, einem etwa 500 Einwohner zählenden Ortsteil des Kurortes Bad Lauchstädt, wo es ein Kreisligaspiel auf dem Sportplatz Großgräfendorf zu sehen gab.

Beide Mannschaften – der SV Großgräfendorf und die Reserve des TSV Leuna 1919 – starteten nicht wirklich überzeugend in die Saison, doch haben wenigstens ein paar Punkte geholt und stehen nicht auf einem Abstiegsplatz. Großgräfendorf gewann immerhin zwei Mal, während Leuna drei Punkte weniger hat. Der erste Sieg unserer Zweiten war letzte Woche ein spektakuläres 6:2 gegen Eisdorf, die bis dahin Dritter waren. Ansonsten kann man noch erwähnen, dass der Aufstieg in die Kreisoberliga entschieden ist, da der MSV Buna Schkopau kaum Abgänge zu verzeichnen hatte und weiterhin munter mit halleschen Spielern, die auf Landes- und nicht Kreisebene spielen müssten, die Gegner schlägt. Den Gegner schlagen zu können, scheint für Großgräfendorf nicht so selbstverständlich in diesem Spiel, da sie auf ihrer aktuellen und informativen Website – ist aber lustig, dass Großgräfendorf immer noch schreibt, sie liegen im Landkreis Merseburg-Querfurt – von Spielerausfällen schrieben.

Aber Spielermangel kennt man beim TSV seit ein paar Spielzeiten als Normalfall, sodass es nicht verwunderlich war, dass auf dem dörflichen Sportplatz mit seinen einfachen Gebäuden, den Pappeln auf der einen und den abgeschirmten Privathäusern auf der anderen Seite, der Gastgeber den besseren Start erwischte. Nach neun Minuten kam ein Großgräfendorfer im Strafraum zu Fall, wobei Francke ihn ganz sicher berührt hat, der SVG-Spieler aber erst nach zwei weiteren Schritten stürzte. Der Elfmeter war saumäßig schlecht geschossen – halbhoch in die Mitte – aber die Show des Schützen so gut, dass er Timo Fiebig im Tor verladen konnte. Nach 15 Minuten ziemlichen Drucks aufs Leunaer Tor wendete sich das Blatt und die Reservemannschaft des TSV attackierte nun gefährlich den Kasten des SVG. Das sollte bis fast zum Pausenpfiff so gehen, sodass Großgräfendorf noch zufrieden sein kann, nur einen Gegentreffer kassiert zu haben; Schmidt hatte gut auf Schneider gepasst und der brachte den Ball am nicht immer sicheren Torwart zum 1:1 vorbei.

In Halbzeit zwei gab es schon nach fünf Minuten einen prima Treffer von Mario Melchior, den man von den Spielen der Alten Herren kennt und bei der Zweiten eigentlich nur Aushilfe ist: aus einiger Entfernung hob er den Ball über den Torwart. Wirklich eine hervorragende Aktion!
Großgräfendorf wurde in der Folge stärker und konnte in der 70. Minuten einen guten Flachschuss im Eck unterbringen. Die letzten 20 Minuten traf der bis dahin sichere Schiedsrichter einige Fehlentscheidungen. Aber keine davon war schwerwiegend oder gar spielentscheidend. Darauf, dass sich ein paar bäuerliche Bollerköpfe fast 90 Minuten über ihn (den Schiri) aufregten, muss er nichts geben. Die sahen auch jede Aktion, in der der auffällig kleine Neuner (Joao ist einen Kopf größer als der!) in einen größeren Leunaer hineinrannte und umfiel als gelbwürdiges TSV-Foul... Eigentlich auch völlig O.K. – dazu ist man ja Fan – aber das Loben der eigenen Mannschaft stand mal wieder so hinter dem Meckern zurück - was man dem Leunaer Anhang überhaupt nicht vorwerfen konnte - dass es einfach nur nervte.
Wie auch immer: ab der 70. Minute hatte der Gastgeber deutlich mehr Chancen als die TSV-Reserve, doch konnte keinen Treffer mehr erzielen. TSV Leuna leider ebenso wenig. Die Spielzeit über betrachtet, ist das 2:2 auch so ziemlich das gerechteste Ergebnis zwischen diesen alles in allem gleichwertigen Mannschaften, die mit den skandinavischen Platzverhältnissen erstaunlich gut zurechtkamen. Was skandinavische Platzverhältnisse sind? Es regnete halt ununterbrochen, der Platz war dadurch rutschig und zudem auch noch in Teilen mit Pappelblättern bedeckt. Letzteres ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man besser immergrüne Nadelbäume um den Platz herum anbaut und keine Laubbäume; schon gar nicht diese kurzlebigen Billigbäumchen.

Nach diesem wirklich ansehnlichen Spiel wunderten sich doch die ein oder anderen Leunaer, dass wir nicht mitgenommen werden wollten, sondern lieber im Dauerregen mit den Rädern zurück fuhren. Aber auch Dauerregen hielt uns nicht vom zweiten Teil der Radtour ab. Wir guckten sogar noch kurz die Dorfkirche von Großgräfendorf an. Diese ist in romanischer Zeit entstanden, was man an den Turmfenstern mit den typischen Bögen und der starken Mittelsäule erkennt, und leider sehr baufällig.
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Übrigens: Nicht über den sprunghaften Anstieg der Anzahl der Sportveranstaltungen wundern; ich habe bemerkt, dass ich erst ab der Saison 2000/ 2001 gezählt habe und jetzt anhand der Aufzeichnungen von meinem Vater die 70 Spiele, die ich vergessen hatte aufzulisten, nachgetragen.

Statistik:
Ground Nr. 476 (ein neuer Ground; diese Saison: 26 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.144 (diese Saison: 32)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.510 (7.170 Auto/ 1.160 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 380 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 59
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 217

Freitag, 6. August 2010

W210II: Goethes Koalas von Bad Lauchstädt

1. FSV Koala Allstars (Bad Lauchstädt) 1:1 1. FC Lindner Kötzschen
Freitag, 06. August 2010 – Anstoß 18.00
Freizeitfußballspiel/ Freundschaftsspiel
Ergebnis: 1:1 nach 82 Min (40/42) – Halbzeit 0:0
Tore: 0:1 (50.?), 1:1 (66.?)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Bad Lauchstädt (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Bei solchen Spielen ist Kritik unangebracht, aber Spiele von Schkortleben, Schwoitsch oder Heimspiele von Lindner haben mir weitaus besser gefallen)
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Photos and English version:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624543468495/

Eigentlich ist es ja ein Armutszeugnis für die Goethestadt Bad Lauchstädt seit Jahren keinen Verein im Spielbetrieb zu haben, sondern nur durch die eingemeindeten Dörfer Delitz am Berge, Klobikau-Milzau, Großgräfendorf und Schafstädt im Wettkampf auf Kreisebene vertreten zu sein. Aber so manches Dorf, das mit seinem Verein entweder nie am geregelten Spielbetrieb teilgenommen hat oder aus Spielermangel nicht regelmäßig spielt, hat immerhin Freizeitmannschaften, die – oft sogar recht regelmäßig – Freundschaftsspiele untereinander oder gegen Altherrenmannschaften austragen. Bad Lauchstädt hat sogar mehrere derartige Mannschaften. Die bekannteste hört auf den lustigen Namen 1. FSV Koala Allstars und spielt auf dem alten Sportplatz des VfB Bad Lauchstädt, der keine Fußballabteilung mehr hat, sondern vor allem für Handball bekannt ist.

Die mittlerweile sanierte Halle hinter dem Fußballplatz dient allerdings nicht als Spielstätte des VfB, sondern die neue Halle in Schafstädt. Der Sportplatz an sich ist übrigens nicht schlecht: neben den ziemlich altmodisch wirkenden Umkleiden fallen vor allem die großen Bäume, die den Platz umgeben, auf. Nicht nur die üblichen Pappeln, sondern auch Eichen und Kastanien stehen da als Schattenspender und Regenschutz – heute leider Regenschutz – gezielt neben dem recht großen Spielfeld.

Der Gast aus einem westlichen Stadtteil von Merseburg ist diese Feldgröße nicht gewohnt. Ihren engen, zwischen Feldern, einem Bachlauf, Gärten und Häusern eingeklemmten Sportplatz mit den Abmessungen von etwa 70x40m, habe ich auch schon mehrfach besucht. Bei den Spielen der beiden Teams gegeneinander siegte immer der 1. FC Lindner, doch diesmal kamen sie mit dem Platz und auch der ausdauernden Gegenwehr der Koalabären nicht zurecht. Bis zur Pause war Lindner allerdings klar überlegen und nur der gute Lauchstädter Torwart konnte einen Rückstand verhindern. Auch sah es nach der Pause besser aus für den Merseburger Gast, da er mit 0:1 per Kopf in Führung ging. Danach drückten die Gastgeber mächtig aufs Tor und konnten den Ausgleich erzielen. Lindner gelang nur noch eine richtig gefährliche Szene und diese auch nur in der Schlussminute. Das 1:1 vor den 25, zumeist in einem Bierzelt mit Öffnung zum Fußballplatz hin sitzenden Zuschauern, war also ein gerechter Endstand.

Hinterher fuhren wir noch den sehenswerten Teil der Landstand an. Die historischen Kuranlagen, das Goethetheater, das als Schule dienende Schloss aus dem 16. Jhdt. und den Markplatz mit Kirche. Für einen Ort dieser Größe hat Bad Lauchstädt schon etwas zu bieten. Ärgerlich nur, dass einige Aufkleber mit rechtsextremen Inhalt gerade an dieser Ecke an Pfählen und Laternen kleben. Das macht nicht unbedingt den besten Eindruck auf Besucher, was bestimmte Leute – heute nennt man sie „bildungsferne Landbevölkerung“, früher hieß das mal „zurückgebliebene Dorfdeppen“ – da angeklebt haben...

Statistik:
Ground Nr. 454 (ein neuer Ground; diese Saison: 4 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.043 (diese Saison: 5)
Tageskilometer: 30 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.340 (2.150 Auto/ 120 Fahrrad/ 70 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 34
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 210

Sonntag, 17. Januar 2010

W181I: Der erste Heimsieg der Saison für den VCBDS – davor: ein enttäuschendes Handballspiel in Braunsbedra

SG Saaletal Reichardtswerben/ Prittitz II 24:28 VfB Bad Lauchstädt
Samstag, 16. Januar 2010 - Anwurf 16.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (6. Handball-Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 24:28 nach 60 Min. – Halbzeit: 15:13
Torschützen: sind mir unbekannt
Zeitstrafen: Saaletal 10 Minuten; VfB 10 Minuten
Platzverweise: Nr. 10 Bad Lauchstädt (21. Minute, 3. Zweiminutenstrafe)
Spielort: Geiseltalhalle St. Barbara Braunsbedra (Kap. 350 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Ziemlich Schwach)

VC Bad Dürrenberg/ Spergau 3:0 Moerser SC
Samstag, 16. Januar 2010 - Beginn 19.30
1. Volleyballbundesliga (Profi- und Halbprofiliga)
Ergebnis: 3:0 nach 89 Min. – Sätze: 28:26, 25:20, 30:28
Besondere Vorkommnisse: keine
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.200 Sitzplätze)
Zuschauer: 862 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich Gutklassig)
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Photos and English version: Handball in Braunsbedra and Volleyball in Spergau

Die SG Saaletal ist die Spielgemeinschaft, die sich vorher auf die Vereine SKV Prittitz und Frisch Auf Reichardtswerben aufteilte, mehrerer kleiner Orte unter 3.000 Einwohnern im Saaletal zwischen Weißenfels und Merseburg. Meist wird in Plotha-Plennschütz gespielt, doch auch die wenig sehenswerte Geiseltalhalle St. Barbara (die Schutzheilige der Bergarbeiter: eine Ikone aus Stein hängt an der Mauer links vom Eingang) in Braunsbedra – hinter dem stinklangweiligen Stadion, das vor allem wegen dem alljährlich dort stattfindenden Kreispokalfinalspiel des Saalekreises (früher Merseburg-Querfurt) bekannt ist – wird von diesem Verein mit immerhin vier Männer und mehrerer Frauen- und Jugendmannschaften genutzt. So auch diesmal, wobei nur die II. und die I. Männer in Aktion traten.

Wir traten dann aber auch nur bei den II. Männern in Aktion, da am Abend noch mal Volleyball geguckt werden wollte. Außer uns waren dann immerhin noch so 60 Zuschauer in der Halle, die allerdings eine erschreckende Langeweile ausstrahlten. Man muss ihnen aber auch zugutehalten, dass man bei einem derart schwachen Spiel wie zwischen dem Tabellenletzten (11.) und dem 6. auch nicht so enorme Anfeuerungen loslassen muss. Dass, was auf der Platte ablief, war größtenteils wirklich nicht einer Bezirksligapartie würdig. Die thüringer Kreisklasse in der Vorwoche war technisch und spielerisch klar besser und läuferisch ebenbürtig. Das Spiel in Braunsbedra stand dann allerdings zwischenzeitlich wegen der dünnen Personaldecke der Gäste (waren wohl viele Spieler krank oder anderweitig verhindert) auf der Kippe. Zumindest nach der lächerlichen roten Karte gegen den 10er von Bad Lauchstädt. Aber in der Pause wechselte sich der Trainer ein und ein weiterer Spieler erreichte die Halle. In der ersten Halbzeit war der Tabellenletzte, der von neun Spielen nur eines gewinnen konnte, die bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte jedoch wendete sich das Blatt: die SG Saaletal II brauchte ganze zehn Minuten, ehe sie ihr erstes Tor in Halbzeit zwei erzielten. Ab der 42. führte dann der Gast aus der Goethestadt nur noch. Sie hielten dies bis zum Ende mit der viel schwächeren Personaldecke durch. Respekt dafür und für den 24:28-Sieg.
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Normalerweise nehmen wir die Räder für eine läppische 16km-Distanz wie Merseburg – Braunsbedra, doch die scheiß Gemeinden räumen ja kaum die Straßen. Also waren wir erst mit dem Bus, der seine Kurvenschneiderei unfallfrei hinbekam, unterwegs und stiegen dann, zurück in Merseburg, erst wieder auf das Fahrrad um. Weiter nach Spergau. Auf dem Weg dahin war dann wenigstens ab Leuna geräumt. Andere Orte kriegen ja in der Hinsicht nie den Arsch hoch.

Beim VC BDS gab es ja letzte Woche einen peinlichen Ausfall, da die Halle völlig unsinnig wegen Schnee gesperrt war. Ob das dem verletzungsgeschwächten VC jetzt recht kam oder nicht, ist mir in dem Fall egal. Wettbewerbsverzerrung heiße ich da nicht gut – egal ob zugunsten oder zuungunsten der Sachsen-Anhalter. Jetzt war die Schneelast zwar immer noch nicht geringer, aber auch die blödesten Aktionisten hielten Ruhe, sodass gegen Moers aus der 106.000-Einwohner-Stadt am Rande des hässlichen Ruhrpotts gespielt werden konnte. Moers mit zwei Minuspunkten mehr und zwei Satzpunkten schlechter als der VC BDS. Beide Mannschaften in der Pflicht zu siegen, da die Gäste den letzten und der Gastgeber den drittletzten Platz belegten. Die Zuschauerzahl nicht ganz so hoch wie zu Spitzenspielen, die Stimmung jedoch so solide wie immer. Auch der Hallensprecher gut drauf wie immer, das Büffet wie immer und die VIP-Tribüne mir Getränken überschüttet und verklebt wie immer. Manche lernen es halt einfach nicht – oder erst dann, wenn mal das Glas aus der Hand über die Brüstung und einem darunter stehenden Balljungen auf den Kopf fällt.

Was nicht wie immer bzw. nicht wie immer in der letzten Zeit war, war das Spiel. Nur zu Anfang mit Fehlern durchsetzt und zuungunsten des Gastgebers verlaufend, nahm es schnell an Qualität zu und wendete sich zugunsten des VCBDS. Die Moerser führten allerdings bis zu ihrem ersten Satzball konstant, doch die Schlussphase des ersten Spielabschnitts gehörte dem VC.
Den zweiten Satz dominierten sie dann klar, wenn auch Moers nie ganz chancenlos war.
Der dritte Satz sollte der letzte sein, wenn es auch lange Zeit mal wieder nicht danach aussah, als ob die sogenannten Piraten zum Erfolg kommen würden. Diesmal lagen sie sogar in der Verlängerung hinten und schafften aber 30 zu 28 Punkte.
Der Sieg war – wenn auch drei höchst zweifelhafte Entscheidungen gegen die Gäste entschieden worden – verdient. Die schönsten Ballwechsel holten zwar stets die Moerser, aber schon allein dafür, dass sie jede Szene anzweifelten, als ob sie hemmungslos verschoben werden würden, haben sie das Pech, zwei Sätze in der Verlängerung verloren zu haben, verdient.

Die Gäste waren sichtlich niedergeschlagen, wobei deren Fans schon im ersten Satz aufgegeben zuhaben schienen. Bei Moers dürften also so langsam die Lichter ausgehen und für Liga 2 geplant werden.
Die Pressekonferenz der „Pirates“ nach dem Spiel war also erfreulich locker und lustig gestaltet. Die Volleyballer hatten ja auch genug Grund zum Feiern gehabt. Der erste Heimsieg in dieser Saison und das erste gute Spiel, das ich seit Monaten von ihnen gesehen habe!
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Statistik:
Ground Nr. 386 (ein neuer Ground; diese Saison: 55 neue)
Sportveranstaltung Nr. 944 (diese Saison: 86)
Tageskilometer: 50 (30 Bus, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 15.960 (12.120 Auto/ 2.000 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.840 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 181

Samstag, 14. Februar 2009

WE133II: An Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Und: erst aussichtsloser Rückstand, dann Fast-Sieg

ESV Merseburg II --:-- FSV Koala Allstars Bad Lauchstädt
Testspiel 3.Kreisklasse gegen Freizeitteam
Abgesagt wegen Schnee- und Eisresten auf dem Platz

ESV Merseburg --:-- SC Obhausen
Viertelfinalspiel Kreispokal (Kreisliga gegen Kreisliga)
Abgesagt wegen minimaler Schneereste auf dem Platz
Amateurfußballneuigkeiten:
I)
Ebenso lächerlich wie die Spielabsage des Kreispokalspiels war folgende: ZFC Meuselwitz sieht sich wegen 5cm Schnee nicht in der Lage, gegen Lok Leipzig zu spielen. Nicht zuletzt hat aber auch wieder einmal die Polizei ihre Finger im Spiel, die mit so genannten „Sicherheitsbedenken“ den geordneten Spielbetrieb stört. Meinen die, die bösen, menschenfressenden Lok-Fans (ach ja: so genannte Lok-,,Fans“) würden mit Schneeballwürfen das Spiel zum Abbruch bringen?! Man sollte von offizieller Seite beim 1.FC Lok aber auch endlich mal zu Potte kommen, gerichtlich gegen derartige Wettbewerbsverzerrung vorzugehen. 3:0 und 3 Punkte für Lok sowie 0:3 und 3 Punkte Abzug für Meuselwitz und fertig!
II) Spielabsagen hagelte es auch im Landespokal, der ohnehin schwachsinnigen 3. Liga und den Amateurklassen. Deshalb folgende Vorschläge für nächste Saison: a) Wer sich ins Hemd macht, bei Schnee und Eis auf dem Platz um den Ball zu kämpfen, möge zum Tischtennis, Basketball oder einer anderen Hallensportart wechseln. Handball ausgenommen: das ist zu hart für Weicheier, da enormer Körperkontakt. b) Jahresrhythmus wie in Russland, Färöer etc. einführen, d.h. April bis November spielen, keine Sommerpause aber 4 Monate Winterpause, in der man in der Halle herumkicken kann oder c) Sich einfach mal ein Beispiel an diesen Russen und Ukrainern
nehmen, die bei 20 Grad unter Null, vereistem und verschneiten Rasen sowie eisigen Winden Fußball spielen.
III) Schließlich noch was abseits der Spielabsagen: eine andere Seuche im deutschen Fußball ist nämlich der Nachwuchsmangel im Amateurbereich auf dem Lande. Die SG Krosigk ist der erste Klub aus dem Bereich Petersberg bei Halle/ Saale der den Spielbetrieb aufgibt. Die sinkenden Einwohnerzahlen und der Mangel an Kindern und Jugendlichen in der Verwaltungsgemeinschaft Petersberg wird sicher über kurz oder lang noch andere Vereine zum Aufgeben zwingen. Immerhin aber gibt es auf recht engem Raum immer noch etliche Herrenmannschaften und ein paar wenige Jugend- und Frauenmannschaften in der Gegend um dem Petersberg. Der erfolgreichste Verein ist Löbejün, dann gibt es noch Naundorf, Wallwitz, Ostrau, Kütten und Teicha, die auf den schönsten Vereinsnamen: Traktor Teicha nämlich, hören.
Damit wir auch wieder zum eigentlichen Sport kommen, spare ich es mir, auch noch Worte zur größten Seuche des deutschen und auch europäischen und teilweise auch anderweitigen Fußball, nämlich der Kommerzialisierung, zu verlieren und gehe zum Amateurhandball über.
TSV Leuna 27:28 SV Allstedt
Samstag, 14. Februar 2009 - Anwurf 15.00
Bezirksklasse Sachsen-Anhalt/ Süd (7. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 27:28 nach 60 Min. - Halbzeit 10:17
Tore: ?
Zeitstrafen: 12-14 Min.
Platzverweise: Rot für Nr. 9 von Allstedt wegen unsportlichem Betragen nach Abpfiff der Partie
Halle: Sporthalle Leuna (Neue Ringerhalle, Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: 50 (5 Gästefans)
Spielqualität: 6,0/10 (1. Halbzeit mäßig, 2. sehr gut)

Wir kamen ziemlich zum Ende des D-Jugend Handballspiels zwischen Leuna und Weißenfels in die Halle. Leuna lag 6:17 hinten und verlor am Ende 8:32. Leunas D-Jugend ziert das Tabellenende und brachte es letzten Samstag fertig, in Frankleben mit 45:2 zu verlieren.
Wir zahlten dann den einen Euro Eintritt und warteten bis das Männerspiel begann. Allstedt erzielte drei Tore am Stück und nachdem Leuna auf 3:5 herangekommen war, zogen die Gäste, die von fünf Fans unterstützt wurden, die lauter als der Heimanhang waren, deutlich davon. Die Abschlussschwäche der Leunaer und deren mäßige Verteidigungsarbeit waren erschreckend. Allstedt zeigte immer wieder ein paar schöne Einlagen. Höhepunkt der schönen Aktionen vom SVA zweifelsohne das Tor durch einen Freiwurf nach Ablauf der regulären Spielzeit zum 10:17 Pausenstand.
Die zweite Halbzeit verlief dann deutlich anders als Gedacht: Leuna drehte plötzlich auf, warf etliche Tore und drängte Allstedt zurück. Im Tor der Leunaer hatte es übrigens einen Wechsel gegeben, der Respekt verdient: der Abteilungsleiter, fast 50 Jahre mittlerweile erlebt, augenscheinlich mit ramponierter Hüfte spielend und wohl auch 20kg Übergewicht, hängte sich voll herein. Wirklich stark, wie er mit seiner - mit Verlaub - nicht gerade sportlichen Figur, noch so agil im Tor die Bälle abwehrte! Wirklich gute Leistung von dem Mann!
Die Allstedter hatten auch etwas nachgelassen und glänzten ab und an mit ein paar Beschimpfungen nach Leunaer Foulspielen. Besonders der hoch gewachsene, übergewichtige Glatzkopf meckerte immer wieder seine Gegenspieler an, was allerdings auch zu seinem höchst unseriösen Aussehen passte. Für Wrestling-Fans: es hätte der Zwillingsbruder von Kane, The Big Red Monster, sein können. Für nicht-Wresting-Fans: der rechts im Bild mit dem blanken Oberkörper.

Der bis zum Abpfiff dieses zum Ende hin noch einmal sehr spannenden und dann auch wirklich gutklassigen Spiels, beste Spieler, der Neuner der Allstedter, war es dann allerdings, der sich im Wrestling versuchte, als er wuchtig einem Leunaer gegen die Brust stieß, sodass dieser gleich ein paar Meter nach hinten flog. Dafür sah er Rot, was im Spiel natürlich völlig übertrieben gewesen wäre (ein klares zwei Minuten Foul), aber nach Abpfiff eine grobe Unsportlichkeit darstellt. Den Wutausbruch gab es übrigens, da er zwei Minuten zuvor hart attackiert wurde. Allstedt führte da 26:27 und war drauf und dran, den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu geben. Das 26:28 war dann die Erlösung, wobei Leuna noch einmal traf und 10 Sekunden vor Schluss beinahe noch einmal einen Angriff gehabt hätte.
Dieses Spiel leiteten übrigens zwei Schiedsrichter, die für Handballverhältnisse richtig gut waren: bei Zweiminutenstrafen wurde zwar eindeutig Leuna bevorzugt - kurz vor der Pause zum Beispiel packt ein Leunaer heftig am Kreis zu und schleudert seinen Allstedter Gegner in den Kreis: Gelbe Karte, eine Minute später macht ein Allstedter genau das gleiche: 2 Minuten - doch die Parteilichkeit bezog sich nur auf Kleinigkeiten und war auch nicht spielentscheidend wie beispielsweise in Landsberg (siehe Bericht vom Spiel von Queis II; 17.01. 2009) oder die Leistung der rassistischen slowenischen Schiedsrichter beim Spiel zwischen Deutschland und der höchst unsportlichen Mannschaft Norwegens bei der WM 2009.
Statistik:
Ground Nr. 278 (kein neuer Ground; diese Saison: 48 neue)
Sportveranstaltung Nr. 750 (diese Saison: 113)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 17.665 (9.270 Auto/ 2.960 Flugzeug/ 2.725 Fahrrad/ 2.710 Bahn)
Anmerkung: Mehr Kilometer mit dem Fahrrad als mit der Bahn zurückgelegt
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 133

Mehr Fotos unter:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/090214%20TSV%20Leuna%2027-28%20SV%20Allstedt/

Am Freitag hatte ich übrigens in Halle zu tun und deshalb auch die Möglichkeit, ein paar Fotos von verfallenen Gebäuden und anderes Dingen zu machen: