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Freitag, 5. September 2014

W423II: Erwarteter Ausgang und erwartet schwache Kulisse beim Landespokal

TuS 1860 Magdeburg-Neustadt ....................................... 0
Hallescher Fußball Club .................................................. 5
- Datum: Mittwoch, 3. September 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: 1. Runde Landespokal Sachsen-Anhalt (Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 2; 8. Liga, 3. Amateurliga gegen 3. Liga; 3. Profispielklasse)
- Ergebnis: 0-5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-4
- Tore: 0-1 5. Florian Krebs, 0-2 25. Akaki Gogia, 0-3 29. Sascha Pfeffer, 0-4 37. Marcel Baude, 0-5 65. Akaki Gogia (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: David Genzel (MD-Neustadt); Alexander Schmitt (Halle)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Heinrich-Germer-Stadion (Kap. 8.000 davon 4.999 freigegeben; davon wiederum 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon mindestens 80 Hallenser, zahlende Zuschauer: angeblich nur 354)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Durchschnittliches Testspiel)  
Photos with English Commentary:
a) Regional Cup of Saxony-Anhalt: TuS Magdeburg-Neustadt (8th Division) v Hallescher Fußballclub (3rd Division)
b) More Photos: My new Dacia Duster on and off the roads in Saxony-Anhalt and the old Dacia Sandero Stepway off the roads in Germany, Kosovo, Bosnia, Morocco and Mauritania

Mal wieder großes Kino im Landespokal: weil völlig idiotischer- und unfairerweise die professionellen Drittligisten an Landespokalen teilnehmen dürfen, gibt es zwar interessante Begegnungen, aber mitunter Sicherheitsprobleme. Keine Karten am Spieltag (zumindest zuerst so herausgegeben und dann aber doch was verkauft) und in Halle im Vorverkauf natürlich nur für den Gästesektor. Also einfach mal Anja losgeschickt, von Staßfurt (FCM-Zone) aus unverdächtig zwei Karten zu bestellen. Pseudo-professionell verlangte der Landesklassevertreter TuS Neustadt eine Überweisung mit je 1€ Aufschlag auf die ohnehin schon recht teuren Karten (5-8€) und verschickte die Karten dann am Dienstag, kaum 30 Stunden vor dem Spiel. Kartenreservierungen annehmen und die Tickets am Spieltag an mehreren Kassen, die man am besten mit welchen von der Reservemannschaft oder so besetzt, nach Vorlage einer Reservierungsbestätigung ausgeben – auf das einfachste kommt wohl keiner in Magdeburg bei Verein oder Sicherheitsorganen...

Am Stadion 60 Minuten vor Anpfiff angekommen, waren noch weniger Zuschauer da, als zu dieser Zeit erwartet. Außer uns nämlich erstmal nur rund 20. Bis zur Mitte der ersten Hälfte strömten die „Massen“ in kleinen Gruppen herein und brachten die Zahl auf gut 600. Gerechnet hatte ich eigentlich trotz des beschissenen Termins und eher sinnlosen Spiels mit rund 1000. Gemeldet wurden dann auch nur 354, wobei da offensichtlich die ermäßigten Karten und jene, die über den HFC abgingen, herausgelassen wurden. Die Saalefront war im Gästesektor recht zahlreich vertreten, dazu noch ein paar andere Fangruppen und Individuelle, sodass man aber auch nur auf etwas weniger als 100 HFCer kam. Stimmung gab es bis auf einzelne Pöbeleien von FCM-Spasten aber keine.

Das Spiel lud auch nicht sonderlich zum Mitgehen ein, da der HFC die erste Hälfte derartig dominierte, wie das bei fünf Klassen Unterschied sein muss. Einzig an der Chancenverwertung haperte es, da TuS Neustadt sich gut hinten reinstellte und diszipliniert verteidigte. An den vier Gegentreffern war rein gar nichts zu verhindern: für solche Spielzüge, die zu solchen Toren führen, bekommen die aus Halle schließlich Geld. Nach der Pause dann noch ein klares Foul im Strafraum und der arrogant lässig verwandelte Heber-Elfmeter zum 0:5. Danach war die Luft draußen und aus einem Kick mit gutem Testspielcharakter, wurde einer mit langweiligem Trainingsspielniveau.  
Auf dem Weg nach Staßfurt habe ich übrigens noch ausführlich das neue Auto eingefahren: es war meine erste Tour mit dem Dacia Duster. Optik, Ausstattung, Straßenlage, Beschleunigung – fast alles mehr als eine Klasse besser als beim Sandero Stepway, den ich zuvor hatte. Auch Allrad ist zuschaltbar und mit dem Dieselmotor verbraucht man auch deutlich weniger (6,8l im Schnitt) als mit dem Benziner (9,0l).

Dafür kostet aber der Duster Laureate 4WD Diesel fast 3.000€ mehr als die Benzinervariante. Ohne Allrad wäre noch mal 3.000€ billiger gekommen, aber wozu kauft man sich ein Auto dieser Gewichtsklasse, wenn es dann kein Allrad hat? Nach einem Sprint im sechsten Gang auf der Autobahn 143 westlich von Halle bis zur Maximalgeschwindigkeit von 170km/h (keine Windanfälligkeit aufgefallen) und den normalen Tempowechseln auf den kurvenreichen Landstraßen, testete ich auch das Allradgetriebe aus. In Rumpin den matschigen Grasweg zum Kirchberg hoch, fuhr ich aus Versehen mit Vorderantrieb – mit Schwierigkeiten und durchdrehenden Reifen ging es im Schritttempo auch. Noch mal das Gleiche mit Allrad und siehe da: kein durchrutschen und im 2. Gang war bei 20 und im 3. Gang bei 30 das Passieren des engen Grasweges möglich.

Auf den schwersten Stücken – Fahrwege und Offroad an Feldrändern und Wiesen in der Nähe von Schackstedt, Osmannstedt bzw. Staßfurt – schlingerte der Wagen auch im Allradmodus und setzte zwei Mal leicht auf, aber er blieb weder stecken, noch würgte ich ihn ab (selbst untertourig im 3. Gang, wo er zu schieben anfing) und Schäden hat er erstrecht nicht davongetragen. Auch am Tag darauf im Raum Querfurt bei einer weiteren Testfahrt auf den steilen Schotter- und Graswegen bei Grockstädt überzeugte der Wagen auch bei hohen Geschwindigkeiten auf Asphalt und genauso bei niedrigem Tempo auf matschigen, unebenen und schwierigen Wald- und Feldwegen. Nur hat unser Dacia jetzt statt städtischem mattglänzendem Schwarz einen ländlichen braun-schwarzen Schlammspritzer-Look...  
Statistik:
- Grounds: 1.176 (heute kein neuer; diese Saison: 22 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.145 (heute 1; diese Saison: 33)
- Tageskilometer: 270 (270km Auto)
- Saisonkilometer: 10.390 (6.340 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 350 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 125 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 423

Samstag, 7. August 2010

W210III: Saisonbeginn Kreisoberliga; Barnstädt siegt in Höhnstedt

SV Höhnstedt 0:2 SV 46 Barnstädt
Samstag, 07. August 2010 – Anstoß 15.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 0:2 nach 97 Min. (47/50) – Halbzeit 0:1
Tore: 0:1 25. (Nr. 23), 0:2 54. (Nr. 9)
Verwarnungen: Nr. 13 (Höhnstedt), Nr. 8, Nr. 10 (Barnstädt)
Platzverweise: Gelb-Rot Nr. 2 Barnstädt (86. wiederholtes Foulspiel)
Spielort: Sportplatz Höhnstedt (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 90 (davon mind. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Spiel war nicht gerade herausragend, aber auch nicht schlecht)
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Photos and English version:
Football Match Höhnstedt vs. Barnstädt
Castles & Churches: Seeburg, Rollsdorf, Höhnstedt

Höhnstedt ist ein 1.500 Leute zählendes Dorf im Westen des Saalekreises, nahe der Kreisgrenze nach Mansfeld-Südharz und unweit des Süßen Sees gelegen. Der Ort ist regional für Wein- und Obstanbau bekannt. Sehenswürdigkeiten sind neben der Landschaft mit den vielen Weingärten nur noch die neogotische Dorfkirche, die aber außer zu Gottesdiensten meist verschlossen ist.

Der ortsansässige Fußballverein SV Höhnstedt spielt auf einem normalen Dorffußballplatz mit ein paar Holzbänken auf einer Seite hinter der fast rundherum laufenden Metallreling. Setzt man sich nicht auf die schmalen Bänke, stellt man sich halt drum herum auf; in den Schatten der Pappeln oder des abgewrackten Sprecherhäuschens und beobachtet vor Spielbeginn die Pferde auf der Koppel, die früher einmal ein Kleinfeldfußballplatz war. Da ich den Platz vor 10 Jahren einmal besuchte, aber dabei keine Fotos machte, war ein Besuch dort lohnend. Früher waren die Pappeln nur höher – jetzt sind sie halt zurückgeschnitten worden.

Der Verein hat schon bessere Zeiten – konkret: Landesliga, da hatte ich sie auch gegen Leuna spielen sehen – gesehen und brachte es letztes Jahr gar fertig, als Tabellenletzter aus der Landesklasse abzusteigen. Einiges Chaos in Mannschaft und Umfeld inklusive. Dieses Jahr muss das alles natürlich besser werden. Im ersten Spiel der Kreisoberligasaison konnten sie das leider nicht unter Beweis stellen, aber es flogen wenigstens keine Torwarthandschuhe dem Linienrichter entgegen...

Grund dazu hätte auch keiner der Höhnstedter gehabt, da der ältere Linienrichter souverän und der jüngere teils unsicher agierte, aber seine falschen Entscheidungen stets zu Lasten der Barnstädter gingen. Auch der Schiedsrichter lag fast immer korrekt, doch wenn nicht, dann hatte Barnstädt das Nachsehen. Spielerisch waren sie allerdings die bessere Mannschaft, sie hatten mehr Chancen und erzielten auch per Freistoß die Führung zum 0:1 Pausenstand. Die Pause ist nur deshalb erwähnenswert, da das Fischbrötchen diesmal ausgesprochen gut, die nicht richtig durch gegrillte Bratwurst aber eine Frechheit war.
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Nach der Pause hatte das Spiel vor nicht einmal 100, bis auf ein paar Barnstädter auch viel zu ruhigen Zuschauern, ebensolche Durchhänger, wie in der ersten Halbzeit. Trotz einiger Bemühungen der Gastgeber kamen diese nicht zu einem Tor, sondern die Gäste per Sololauf zum 0:2. Nach dem 0:2 waren auch fast nur die Barnstädter, die aber technisch klar schwächer waren, als vor ein paar Wochen im Testspiel gegen Lüttchendorf, vorm Tor des Gegners. Einzig Weitschüsse – oft 10 Meter daneben – kamen noch aufs Gästetor. Das 0:2 war am Ende verdient. Für Barnstädt gab es nur noch Ärger wegen einer gelb-roten Karte, die der Bestrafte zwar zur eigenen Beruhigung und um Ruhe ins Umfeld zu bringen als gerechtfertigt darstellte, aber ich als neutraler Zuschauer kann in diesen beiden Situationen nur dem Schiedsrichter einen Vorwurf machen: die zweite Gelbe war ja noch in Ordnung, die erste jedoch eine Lachnummer! Und dafür, dass ein Höhnstedter mit heruntergenommenen Kopf in einen herumstehenden Barnstädter rennt und schreiend umfällt, gibt man dem Barnstädter keine gelbe Karte wegen Sperrens ohne Ball.
Egal. Barnstädts Leistung jedenfalls war steigerungsfähig, aber nicht schlecht – und Höhnstedt muss wirklich zusehen, die Saison ordentlich über die Runden zu kriegen.

Nach dem Spiel fuhren wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten der Umgebung ab: in Rollsdorf gibt es eine interessante Kirche, die in dieser Form zwar erst kurz nach 1900 errichtet wurde, doch ist diese eine Rekonstruktion einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die an gleicher Stelle stand und wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Die Kirche ist sehr klein und der Turm verspielt und mit einem überdimensionierten Wetterhahn versehen. Seeburg ist noch interessanter! Das Dorf hat neben vielen gepflegten Privathäusern, die in engen Gassen, durch die teilweise kaum ein normales Auto hindurchpasst, liegen, auch eine schöne romanische Kirche und eine weitläufige, aber leider in vielen Teilen nicht zugängliche Schlossanlage. Es finden sich aber allein schon im zugänglichen Bereich viele feine Details wie steingemeißelte Wappen und kleine Türmchen. In der Burganlage war ganz schön Auftrieb, da sie am touristisch gut frequentierten Süßen See liegt.
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Statistik:
Ground Nr. 454 (kein neuer Ground; diese Saison: 4 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.044 (diese Saison: 6)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.420 (2.150 Auto/ 200 Fahrrad/ 70 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 35
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 210

Freitag, 23. Juli 2010

W208III: Testspiel IX; Die hängten die sich rein wie in einem Punktspiel...

SV 46 Barnstädt 0:3 SV Eintracht Lüttchendorf
Freitag, 23. Juli 2010 – Anstoß 18.30
Testspiel (Kreisoberliga Saalekreis, 9. Liga, 4. Amateurliga gegen Landesklasse Staffel 4, 8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 0:3 nach 93 Min. (46/48) – Halbzeit 0:0
Tore: 0:1 54. Nr. 4, 0:2 61. Nr. 10, 0:3 89. Nr. 4
Verwarnungen: 3 gelbe Karten Lüttchendorf
Platzverweise: keine
Besondere Vorkommnisse: 58. Nr. 2 Lüttchendorf schießt Foulelfmeter an die Latte
Spielort: Sportplatz Barnstädt (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (keine oder wenige Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Kein richtig gutes Spiel, aber für ein Testspiel sehr engagiert geführt)
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Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624567455610/detail/

Es regnete schon seit Stunden mit geringer Intensität, aber Dauerhaftigkeit. Der erste Tag seit drei Wochen, an dem das Wetter wirklich Scheiße war. Aber den harten Groundhopper scheut das nicht: da werden 40km bis Barnstädt mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der Ort liegt wenige Kilometer östlich von Querfurt und ist eines der vielen Fußballdörfer in der Umgebung der Landstadt Querfurt. Die einzige Sehenswürdigkeit ist die Dorfkirche, aber die ist wirklich ein ausgefallenes Exemplar mit der eingedrehten Schieferturmhaube mit den vier kleinen Türmchen am Turmansatz.

Der Fußballplatz ist keiner der Dorfplätze, über den man ins Schwärmen kommt von wegen „Ach herrlich diese Idylle und Einpassung in die Landschaft!“ – die eine Querseite liegt direkt an der Bundesstraße, die andere ist von großen Wirtschaftsgebäuden verstellt, die eine Längsseite hat ein stinklangweiliges Panorama aus sterilen Baumhecken und einfachsten Einfamilienhäusern zu bieten, während die andere immerhin noch neben dem Vereinsheim einige Nadelbäume vorweisen kann.

Der SV 1946 Barnstädt war in der vergangenen Saison in der Kreisoberliga genau in der Mitte der Tabelle zu finden, während Lüttchendorf eine Spielklasse höher auf dem zweiten Platz, abgeschlagen hinter Askania Nietleben, landete. Die Gäste hatte ich eine Woche zuvor bereits in einem Testspiel gegen den Verbandsligaaufsteiger Edelweiß Arnstedt mit 0:7 verlieren sehen. Dass Barnstädt noch einmal genau dasselbe Resultat – eine 0:3 Niederlage nach 0:0 Pausenstand – schaffen würde, wie in ihrem ersten Testspiel – das sah ich allerdings nicht –, hätte ich nicht gedacht.

Nach Niederlage sah es auch erst gar nicht aus für Barnstädt: die bedrängten das Tor des höherklassigen Gastes ziemlich heftig – aber erfolglos. Lüttchendorf hatte kaum Torchancen bis zur 45. Minute nach der sie den Platz verließen, die Bundesstraße am Zebrastreifen überquerten und die Kabinen der Schule aufsuchten. Schon etwas seltsam, diese Szene: 11 Spieler und mehrere Betreuer und Auswechsler queren die Straße, da die Kabinen auf der anderen Seite liegen...

Nach der Pause dann fast nur noch Action vorm Tor der Gastgeber. Wir hatten uns von der fünften Spielminute in der wir gekommen waren an nah am Tor zur Bundesstraße hin platziert. Sehr gute Wahl! Hier fielen dann auch nach und nach ein Billard-Kuller-Tor zum 0:1, ein abseitsverdächtiges aber sauber halbhoch ins Eck gezimmertes 0:2 und ein mit dem Hinterkopf erzieltes 0:3. Ein vom Torwart verursachter Elfmeter wurde von Lüttchendorf nur an die Latte gedonnert. Der Torwart von Barnstädt war übrigens nicht der Einzige, der wenigstens ab und an foulte oder fluchte. Selten ein Testspiel mit so engagierten Spielern gesehen: da wurde ordentlich reingegrätscht, Weggeschubst, der Gegenspieler als „Sackgesicht“ oder „Affe“ bezeichnet... Das ist wenigstens Einsatz, der in Pflichtspielen unabdingbar ist!

Nach dem Spiele fing es an zu schütten. Wir machten uns natürlich trotzdem mit dem Fahrrad gen Merseburg auf und fuhren nicht zum Bahnhof Querfurt. Nach 4km Fahrt hielt uns tatsächlich einer mit Kickers Rasberg Polohemd der mit seinem VW-Transporter unterwegs war an und bot uns an, ein Stück mitzufahren, da er als Biker das Problem mit dem Fahren im Regen ja kenne. Wir lehnten zwar ab, aber bedankten uns natürlich für die selten große Freundlichkeit. Die 35km schafften wir dann aber auch ohne Hilfe im mäßigen bis strömenden Regen bei eingeschränkter Sicht. Trotz dieser heftigen Rückfahrt hat sich die Fahrt absolut gelohnt; bei diesem sehenswerten Spiel!
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Statistik:
Ground Nr. 448 (ein neuer Ground; diese Saison: 117 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.036 (diese Saison: 179)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.620 (22.580 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 4.390 Fahrrad/ 3.650 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 208

Mittwoch, 6. Januar 2010

W180I: Zwischenrunde Hallenkreismeisterschaft

Zwischenrunde der Hallenkreismeisterschaft Saalekreis
Mittwoch, 6. Januar 2010 - Beginn 10.00
Teilnehmer aus Landesliga, Landesklasse und Kreisoberliga (7., 8. und 9. Liga, also 2. bis 4. Amateurliga)
Qualifiziert für die Finalrunde: VfB IMO Merseburg und SV 1946 Barnstädt
Spielort: Rischmühlenhalle Merseburg (Kap. 1.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon mindestens 40 Leuna-Fans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Wenigstens hat das Turnier keinen Eintritt gekostet… Einzelbewertungen der Spiele im Durchschnitt 3,5/10 => 1 Minuspunkt für mangelnde Stimmung und allgemeine Spielqualität)

Meine Turnier-Statistik:
Toreschnitt: 4,1 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 41)
Torreichstes Spiel: LSG Ostrau 3-5 VfB IMO Merseburg
Torärmstes Spiel: SV Barnstädt 1-1 LSG Ostrau
Anzahl Strafen: 4 Strafminuten (jeweils für Leuna: Hammerschmidt 2 Minuten, Schulze 2 Minuten nach Roter Karte), 1 Platzverweis (Leuna: Schulze), 1 Trainer-Ausschluss (SV Braunsbedra II)
Bestes Spiel: LSG Ostrau 2-1 SV Braunsbedra (6,0/10 = Ordentliche Spielqualität und sehr spannend)
Schlechtestes Spiel: VfB IMO Merseburg 3:0 TSV Leuna 1919 (0,5/10 = IMO macht mal wieder nur so viel wie nötig in einem sehr langweiligen Spiel gegen lustlose Leunaer)

Die Gesamttabelle der Gruppe:
1. VfB IMO Merseburg 15:4, 12 (Landesliga, Qualifiziert)
2. SV 1946 Barnstädt 7:5, 7 (Kreisoberliga, Qualifiziert)
3. LSG Ostrau 9:10, 4 (Kreisoberliga)
4. SV Braunsbedra II 5:11, 3 (Kreisoberliga)
5. TSV Leuna 1919 5:11, 1 (Landesklasse)

Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623153448078/

Wie immer spielten in der Zwischenrunde fünf Mannschaften in vier Gruppen in einer Einfachrunde mit Spielen zu je 1x12 Minuten um die insgesamt acht Plätze der Finalrunde am 10. Januar. Die nominell wohl stärkste Gruppe war die Gruppe B, die in der Merseburger Rischmühlenhalle von 10 bis 12.30 in Aktion war. Dort standen sich der TSV Leuna 1919, der VfB IMO Merseburg, der SV Braunsbedra II (zu diesen drei Mannschaften findet sich
mehr in diesem Bericht), die LSG 1967 Ostrau (1.200 Einwohner, ein Wasserschloss und viele klassische Straßennamen wie Karl-Marx-Straße und Leninplatz, nach der Hinrunde Platz 3 in der Kreisoberliga und mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer echte Aufstiegschancen) und der SV 1946 Barnstädt (ebenfalls Kreisoberliga, dort Platz 6 mit keinen echten Aufstiegschancen mehr, der Ort hat 1.100 Einwohner und eine sehenswerte Dorfkirche).

Wie gewohnt wird im Folgenden jedes Spiel einzeln abgehandelt.

TSV Leuna 3:3 LSG Ostrau
Spiel 1, Bewertung 6,0/10
Das erste Spiel war wenigstens gleich das zweitbeste des Turniers. Leuna war über weite Strecken spielbestimmend, doch Ostrau zeigte immer wieder, dass der ehemalige Saalkreis echt guten Amateurfußball zu bieten hat. Deshalb ist die Punkteteilung in einem ganz guten und allgemein sehr unterhaltenden Spiel auch gerecht. Beide Mannschaften erzielten übrigens noch je ein irreguläres und deshalb aberkanntes Tor: Leuna hätte beinahe die Entscheidung zum 4:2 gemacht, aber der Angriff von Kevin Degner auf den Torwart war einfach zu hart – und zuvor klaute sich Ostrau selbst ein Tor: das kommt halt davon, wenn man bei jedem Spielen des Balles mit der Schulter dem Gegner gleich Handspiel vorwirft; da pfeift der Schiri halt auf Zuruf ab und der ins Tor geschossene Ball wird nicht gezählt.
Tore: 0-1 Backhaus, 1-1 Hammerschmidt, 1-2 Löwe, 2-2 Degner, 3-2 Lorber, 3-3 Löwe.

SV Braunsbedra II 1:4 VfB IMO Merseburg
Spiel 2, Bewertung 4,0/10
Hier zeigte IMO, dass die junge Mannschaft aus A-Jugend, zweite Mannschaft und erste Mannschaft Fußball spielen kann. Aber natürlich zogen sie nicht einmal die Hälfte der 12 Minuten richtig durch, sonst hätten sie die völlig überforderten Braunsbedraer – die waren so viel besser bei ihrem Sieg beim Mitternachtspokal: die müssen viele Spieler an die ersten Mannschaft abgegeben haben! – deutlich höher besiegt.
Tore: 0:1 Kühne, 1:1 (?), 1:2 Schlorf, 1:3 Kühne, 1:4 Luther.

TSV Leuna 1:2 SV Barnstädt
Spiel 3, Bewertung 1,0/10
Die erste indiskutable Leistung: schlechte Pässe, keine Technik, keine Konsequenz im Abschluss. Barnstädt siegte, obwohl sie noch schlechter waren, durch ein billiges Tor in Überzahl.
Tore: 1-0 Michael Schulze, 1-1 (?), 1-2 Eckhardt (Überzahl)
Strafen: 2 Minuten Hammerschmidt (Foul)

LSG Ostrau 2:1 SV Braunsbedra II
Spiel 4, Bewertung: 6,0/10
Das beste Spiel des Turniers ließ den Ärger über das Spiel davor etwas abklingen. Aber was Ostrau für Chancen versemmelt hat! Und dann drei Mal an den Pfosten und einmal an die Latte geschossen! Hätten sie diese Leistung im letzten Spiel noch mal gezeigt, wären sie verdient weiter gekommen. SV Braunsbedra II konnte man nach diesem Spiel genauso abschreiben wie Leuna. Im Übrigen: 6-1 wäre ein verdientes Resultat gewesen; dieser Ein-Tor-Sieg verzerrte die Situation auf dem Spielfeld völlig.
Tore: 1-0 Löwe, 2-0 Backhaus, 2-1 (?)

VfB IMO Merseburg 3:0 SV Barnstädt
Spiel 5, Bewertung 3,0/10
Eine langweilige Nummer der IMO, die ihre technische Überlegenheit voll ausnutzte gegen unbedarfte Kicker aus Barnstädt.
Tore: 1-0 Luther, 2-0 Luther, 3-0 Günther

SV Braunsbedra II 3:1 TSV Leuna
Spiel 6, Bewertung 1,0/10
Kaum ein Pass landete beim Teamkameraden, Schüsse fast immer unplatziert... Wie konnten da vier Tore fallen?! Eigentlich hätte ich hier 0,0/10 Punkten gegeben, aber einen Zusatzpunkt muss ich doch geben für diese lustige Aktion: ganz normales, leichtes Foulspiel vor der Wechselbank der Braunsbedraer vom jungen Schulze – der endlich von der IMO zurückgekehrt ist – und der Trainer des SVB II schmeißt Schulze den Ball auf den Oberkörper. Schulze weißt den Trainer dann ein bisschen zurecht, was eine Rudelbildung hervorruft und in Platzverweisen für Michael Schulze und den Braunsbedraer Trainer endet.
Tore: 1-0 Feist, 2-0 Emmerich, 2-1 Dreßler, 3-1 (weiß nicht wer, Überzahl)
Platzverweise: Michael Schulze (+ 2 Minuten), Trainer SVB II (Dass es hier keine zwei Minuten Hinausstellungen für einen Feldspieler bei Platzverweisen gegen Trainer und Co. gibt, finde ich übrigens bescheuert: ist doch bei Basketball, Handball usw. auch so!)

LSG Ostrau 3:5 VfB IMO Merseburg
Spiel 7, Bewertung 5,0/10
Die ersten Minuten wurden von der IMO diktiert. Wieder zeigte der VfB seine fußballerischen Qualitäten, aber wieder ließen sie sich nach bequemer Führung (diesmal sogar vier Tore, da Ostrau mit ihrer dünnen Spielerdecke logischerweise nicht auf hohem Niveau durchspielen konnte) zurückfallen. Die zwei Klassen tiefer spielende Landsportgemeinschaft holte folgerichtig auf. Am Ende reichte es aber leider nicht.
Tore: 0-1 (?), 0-2 Luther, 0-3 Luther, 0-4 Günther, 1-4, 2-4 Backhaus, 2-5 Schärf (?), 3-5 Krieger

SV Barnstädt 4:0 SV Braunsbedra II
Spiel 8, Bewertung: 5,5/10
Das einzige gute Spiel der Barnstädter: sie nahmen die zweite Mannschaft des SVB, die spielerisch schlechter als Leuna war, jedoch von der Lustlosigkeit Letzterer profitierte, auseinander.
1:0 Werner, 2:0 (?), 3:0 (??), 4:0 Heller

VfB IMO Merseburg 3:0 TSV Leuna 1919
Spiel 9, Bewertung: 0,5/10
IMO machte so viel wie nötig, Leuna spielte völlig lustlos.
Tore: 1-0 Schlorf, 2-0 und 3-0 Günther

SV Barnstädt 1:1 LSG Ostrau
Spiel 10, Bewertung: 2,0/10
Zum Abschluss noch eine müde Nummer: bei Ostrau war die Luft draußen und Barnstädt schaffte somit den glücklichen Punktgewinn der zum ebenso glücklichen Weiterkommen reichte.
Tore: 1-0 Eckhardt, 1-1 (?)
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Zusammenfassendes Fazit:
Barnstädt spielte schwach und Braunsbedra unter aller Sau. Ostrau war leider nicht konstant genug, aber da sie nur mit sechs Spielern (4 Feldspieler, 1 Torwart + 1 Wechselspieler) angereist waren, muss man ihnen noch den meisten Respekt zollen.

Fußballerisch klar am besten war der VfB IMO Merseburg – jedoch müssen sie sich den Kritikpunkt gefallen lassen, dass sie kaum auch nur die Hälfte der Spielzeit etwas gezeigt haben. Wenn sie was gezeigt haben, war dies aber sehr sehenswert.

Nur: attraktiver und unterhaltsamer Fußball ist was anderes: nämlich das, was der TSV Leuna 1919 meistens spielt. Meistens. Also fast immer, wenn sie draußen die reguläre Saison spielen oder in Spergau beim Hallenturnier sind. Aber für die Fans des TSV ist es ärgerlich, wenn man den eisglatten Weg zur Rischmühlenhalle nimmt und dann eine schwache Leistung der ganzen Mannschaft sieht. Dieses Hallenkreismeisterschafts-Turnier darf man jedoch auch nicht überbewerten: wichtig ist der Ligaspielbetrieb in der Landesklasse – und nicht das Hallen-Pille-Palle – das sei hier mal ausdrücklich klargestellt!

Statistik:
Ground Nr. 384 (kein neuer Ground; diese Saison: 53 neue)
Sportveranstaltung Nr. 939 (diese Saison: 81)
Tageskilometer: 10 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 15.680 (12.120 Auto/ 1.820 Fahrrad/ 1.740 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46 (Feldfußball, Hallenfußballspiele zählen nicht mit)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 180