Montag, 17. November 2014

W433III: 50€ für die Luxemburger Nationalelf

Luxemburg/ Luxembourg/ Lëtzebuerg/ Люксембург 0
Ukraine/ Ukrain/ Україна ............................................ 3
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 (Gruppe C)
- Ergebnis: 0-3 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 33. Yarmolenko, 0-2 53. Yarmolenko, 0-3 56. Yarmolenko
- Verwarnungen: Martins Pereira (Luxemburg); Khacheridi, Sydorchuk (Ukraine)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Josy Barthel (Luxemburg-Stadt, Kap. 8.054 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.000 (Zahlende: 4.379, Ukrainer: ca. 1.000)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Über weite Strecken gutes und auch ausgeglichenes Spiel)

Volleyball Club Strassen ............................................... 3
Volleyball Club Fentange ............................................ 0
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Beginn: 20.15
- Wettbewerb: sogenannte Novotel-Ligue Hommes (1. Luxemburgische Volleyballliga, Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 62 Min. (21/21/20)
- Satzergebnisse: 25-13, 25-16, 25-16
- Strafen: keine
- Spielort: Hall Omnisports Strassen (Kap. 360 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Streckenweise langweiliges Spiel und fast durchweg niedrigem Niveau)

Chev Diekirch Handball U21 ........................................ 36
Handball Club vun der Gemeng Péiteng U21 ............. 28
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Anwurf: 14.00
- Wettbewerb: U21 Ligue Hommes (1. Luxemburgische U21-Handballliga)
- Ergebnis: 36-28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-12
- Tore: k.A. (Diekirch); k.A. (Péiteng)
- Siebenmeterquote: Diekirch 67% (2 von 3); Péiteng 67% (2 von 3) - Gelbe Karten: Nr. 2, 3, 5 (Diekirch); Nr. 3, 6, 9 (Péiteng)
- Zeitstrafen: 2x Nr. 5, 2x Nr. 3 (Diekirch = 8 Minuten); 2x Nr. 6, Nr. 3 (Péiteng = 6 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Hall Omnisports Diekirch (Kap. 180 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Handballspiel mit einzelnen Highlight) Photos with English Commentary:
a) European Championship Qualifier: Luxembourg lost to Ukraine at Stade Josy Barthel
b) Handball in Luxembourg: Chev Diekirch U21 defeat HC Petange U21
c) Volleyball in Luxembourg: VC Strassen defeat VC Fentange
d) Sightseeing in Luxembourg: Leetem Village, Housen Church, Schüttbuerg Castle, Diekirch Town, Fiels Castle

Eine ganze Menge EM-Qualispiele standen an diesem Wochenende an. Uns hatte es die Partie in Luxemburg angetan, da sie die nächstgelegene und zudem vom Gastgeber her sympathischste war. Allerdings gibt es mittlerweile selbst bei Spielen in Luxemburg mitunter Probleme mit den Karten. Doch wenn man etwas mehr anlegt, kommt man auch ohne Vorverkauf rein.

Ganz entspannt konnten wir aber erstmal das Sightseeing angehen. So sehenswert Luxemburg nämlich ist – nach 7 Besuchen und insgesamt mehr als 14 Tagen in diesem schönen Land hat man dann doch fast alles gesehen... Wir fuhren also im nordöstlichsten Ort, Leetem (Leithum) ins Großherzogtum rein und folgten den sich durch die gebirgige und im Nebel hängende Landschaft schlängelnden Straßen nach Housen (Hosingen). Die Kirchen in Luxemburg sind oft offen, sodass wir den dunklen, neoromanischen Bau in Housen, der wohl mal ein Kloster war, auch innen besichtigen konnten.

Eigentlich dachten wir, dass wir schon alle Burgen in Luxemburg besucht hätten, aber irgendwie tauchte auf der Wanderkarte doch noch eine auf. Die Schüttbuerg erreicht man – mangels Ausschilderung mussten wir in einer Mühle fragen wo uns auch weitergeholfen wurde – entweder wenn man an der richtigen Stelle die asphaltierten Serpentinen geradeaus in einen felsigen Schotterweg verlässt, der nach 200m vorm Burgtor endet, oder indem man sich neben einen Radweg stellt, der genau an der Stelle ins Tal schießt an der es zur Burg links einen steilen Pfad im Wald hochgeht. Die Burg selbst ist in Privatbesitz und wurde komplett restauriert. Da es sich um eine Spornburg handelt, die auf einem Porphyrfelsen thront, ist die Anlage mit dem Rundturm und den verschachtelten Wohngebäuden besonders sehenswert.  
Wir waren in Diekirch Mittagessen gegangen, wo im Imbiss mal wieder die Mehrsprachigkeit auffiel: der türkische Besitzer ist garantiert in Frankreich aufgewachsen, denn er sprach nur Französisch, doch am Nachbartisch unterhielt sich ein Paar (Luxemburger und Araberin oder Türkin) auf Letzebuergisch, nachdem sie Französisch bestellt hatten. In der Sporthalle ging es weiter: hier wurden Hochdeutsch, Französisch und Luxemburgisch gesprochen. Beim Volleyball am Abend kamen übrigens noch Polnisch und Englisch hinzu...

Aber erstmal zum Handball: endlich haben wir auch mal eine andere Sportart als Fußball im Großherzogtum gesehen! In der formschönen und modernen, aber nicht unbedingt praktischen da mit einer dreireihigen Obertribüne versehenen Sporthalle hinter dem Stadion von Diekirch fand ein Spiel der U21-Liga statt. Chev Diekirch hatte es mit HB Petange zu tun und der Gast legte mit tollen Würfen aus spitzem Winkel gut vor. Nach etwa 10 Minuten kippte das Spiel allerdings und nach 15 begann der Gastgeber davonzuziehen, da sie Petange konsequent am Durchkommen hinderten und nun vorne selbst richtig durchbrachen. Die Fehlwurfquote war zwar immer noch hoch, aber am Ende sollte es viele Treffer aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit und der schnellen Abschlusssuche geben. Diekirch hielt Petange in der zweiten Hälfte auf Distanz und gewann mit acht Treffern 36:28.  
Nun aber schnell zum Nationalstadion, das nach dem einzigen Olympia-Sieger Luxemburgs, dem Leichtathleten Josy Barthel – von Beruf Chemiker, nach seiner Amateursportlerlaufbahn auch Politiker - benannt ist! Das kostenlose Parken klappte zwischen Caritas und irischer Botschaft auf dem Seitenstreifen, aber das preisgünstige Zugucken leider nicht. Es gab nur noch Karten für die „gedeckte Tribüne“ (der Kassenwart sagte das sogar auf Hochdeutsch „überdachte Tribüne“) die unglaubliche 50€ kosteten. Also wenn ich noch einmal ein Spiel der Nationalmannschaft anpeile, besorge ich mir im Vorverkauf über den Verband die Karten für die ungedeckte Gegentribüne, die im 20€ Bereich liegen. Von den Plätzen neben der Presse sieht man auch nicht unbedingt besser, wobei man, wenn man wie wir wirklich direkt neben den Kollegen von der Glotze sitzt, auf deren Bildschirmen gucken kann um eine Wiederholung der Treffer und strittigen Szenen zu bekommen...

Nicht mal bei der WM haben wir so viel gezahlt, doch dieses teuerste Fußballspiel das wir je besucht haben, lohnte sich insgesamt gesehen. Im altmodischen und ganz ansehnlichen Josy Barthel Stadion lieferten sich diese beiden Nationalmannschaften ein wirklich flottes Duell, das in Teilen der ersten Hälfte bis zur Führung der Ukraine (dritter Nachschuss in einer Chaossituation im Strafraum) sogar von Luxemburg mit seinen gefährlichen Kontern bestimmt wurde. Nach der Pause erzielten die Ukrainer noch zwei weitere Tore, da die linke Abwehrseite nicht mit dem stärksten Mann im Team der Osteuropäer zurechtkam. Nach dem 0:3 ebbte das Spiel etwas ab, doch mit einem Pfostentreffer Luxemburgs und etlichen Chancen der Gastmannschaft ging dieses ganz gute Spiel zu Ende. Schade, dass es nicht mal für ein Luxemburger Tor gereicht hat. Die gut 1.000 Ukrainer hätten es den Luxemburgern wohl spätestens dann gegönnt, nachdem der M-Block – der kleine Fanblock der Luxemburger – zusammen mit einer versprengten ukrainischen Fangruppe einen Wechselgesang auf Ukrainisch anstimmte. Stimmung ging aber ohnehin meist nur von den Ukrainern aus, die auch mit Pyrotechnik und mehreren schwarz-roten KUN-Flaggen (auch mehrere Banner zeigten, was Ukrainer von den russischen Aggressoren und Besatzern halten – wobei etliche KUN-Leute genauso scheiße und faschistisch sind wie das Russenpack das in der Ukraine, dem Kaukasus, Syrien etc. seine Finger im politischen Spiel hat) am Start waren.  
Joa... es war ja noch Luft, also rundete ein Volleyballspiel im 3km entfernten Strassen den Sporttag ab. In der von außen recht kurios geformten und innen eher unspektakulären, sehr modernen und gepflegten Halle verloren sich auf den vier Sitzreihen nur 30 bis 35 Zuschauer bei einer Partie des Tabellenführers der 1. Männerliga. Also eine bessere Volleyballmannschaft als den VC Strassen gibt es wohl ihn ganz Luxemburg nicht – und dann kommen da nur 30 Leute zum Gucken!

OK, wenn man das Niveau gesehen hat: Strassen spielte wie ein mittelmäßiger Volleyball-Regionalligist und gewann nur deshalb so deutlich gegen Fenteng, da dieser Abstiegskandidat maximal auf Bezirksliganiveau herumeierte... Wenn ich aber auch sehe, wie nach dem Spiel die halbe Fentenger Mannschaft vor der Halle mit Kippe inner Fresse rumgammelte...

Also wie das Spiel schon anfing: Aufschlag Fenteng – Fehler, 1:0. Aufschlag Strassen – Fehler 1:1. Aufschlag Fenteng – kam sofort ganz billig zurück 2:1... Es gab v.a. von Strassen und ganz vereinzelt auch vom Gast einige schöne Aktionen und Geistesblitze, aber insgesamt war das Niveau wirklich erschreckend und man konnte von Glück reden, dass dieses Spiel nur drei Sätze dauerte: noch ein vierte Satz und es wäre richtig langweilig geworden.

Fazit des Tages: 1. man findet doch immer noch etwas zum Besichtigen in diesem schönen Land, 2. auch wenn es die für uns teuersten Eintrittskarten aller Zeiten waren – es war gut mal die Nationalelf Luxemburg spielen gesehen zu haben und 3. also Volleyball kann man im Großherzogtum wohl vergessen – lieber mal Basketball, Eishockey oder Cricket gucken und Handball sehe ich auch in Luxemburg gerne noch mal!  
Statistik:
- Grounds: 1.230 (heute 3 neue; diese Saison: 76 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.223 (heute 3; diese Saison: 111)
- Tageskilometer: 430 (430km Auto)
- Saisonkilometer: 20.870 (15.790 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 330 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433

W433II: Sauerland und Rundarena

Leichlinger TV 1883 .................................................... 37
Soester TV .................................................................... 32
- Datum: Freitag, 14. November 2014 – Anwurf: 20.00
- Wettbewerb: 3. Liga West (3. Spielklasse im Handball, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 37-32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 17-14
- Tore: Hilger 7, Lange 6, Janssen 6, Novickis 6, Schumacher 5, Kreckler 3, Ranftler 2, Lajnef 1, Menzlaff 1 (Leichlingen); Eckervogt 9, Voss-Fels 7, D. Flor 6, Schoenle 3, Hartmann 3, L. Flor 2, Rückert 1, Bekel 1 (Soest)
- Siebenmeterquote: 1 von 2 = 50% (Leichlingen); 5 von 5 = 100% (Soest)
- Gelbe Karten: Schumacher, Lange, Kreckler (Leichlingen); Bekel, Voss-Fels, D. Flor, Trainer Lohse (Soest)
- Zeitstrafen: 2x Janssen, 2x Menzlaff, 1x Hilger, 1x Novickis (Leichlingen = 12 Minuten); 2x Luther, 1x Bekel, 1x Voss-Fels, 1x Eckervogt (Soest)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Smidt Arena (Leverkusen; Kap. 2.520, davon 2.320 Sitzplätze, davon heute 520 geöffnet)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Teilweise zerfahrenes, aber insgesamt sehenswertes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Handball: Leichlinger TV defeat Soester TV at “Smidt Arena” in Leverkusen
b) Sauerland: Brilon Old Town, Bruchhauser Steine Rock Formation, Assinghausen Village, Gevelinghausen Palace, Eversberg Castle

Mein Vater hatte sich zu Besuch angekündigt. Damit wir noch was Vernünftiges angucken außer Handball, verabredeten wir uns in Brilon. Da konnte ich endlich mein NRW-Ticket mal richtig nutzen. Um dort mit dem Zug von Wesseling aus hinzukommen, steigt man am besten in Brühl in den RE nach Düsseldorf zu. Von dort geht es nach Schwerte/ Ruhr weiter wobei man diesen Anschlusszug aufgrund der notorischen Verspätungen im Rheinland oft verpasst und dann landet man nach insgesamt 3.15h Fahrt, 20 bzw. bei verpasstem Anschluss über 60 Minuten Umsteigezeit und 250km auf der Schiene in Brilon Wald.

Der Bahnhof liegt am Arsch der Welt, aber wenn man sieht, wie der „Sauerlandexpress“ mit seinen maroden Sitzen, zugigen Fenstern und defekten Scheißhäuser aussieht, wundert einen das auch nicht. Der Ort Brilon selbst ist hingegen nicht schlecht. Ein schönes Stadttor, drei recht ansehnliche wenn auch nicht gerade herausragende Kirchen, ein Marktplatz mit zwei, drei historischen Gebäuden und insgesamt ein recht ausgeglichenes Verhältnis zwischen hässlichen Betonbauten und alten Schiefer- oder Fachwerkgebäuden.

Im Umland von Brilon erheben sich die schönen, bewaldeten Höhenzüge des Sauerlandes. Der Hochsauerlandkreis ist nicht so übervölkert wie die meisten anderen Regionen in NRW, aber die Orte sind selten sehenswert. Es gibt insgesamt auch weniger als z.B. im Bergischen Land zu sehen. Aber lohnend ist trotz des hohen Eintritts der Naturpark Bruchhauser Steine. Dort kann man Felsformationen, die teilweise auch bestiegen werden dürfen und hoch über Nadelwald und tiefen Tälern aufragen, sehen.

Ein schönes Dorf mit historischen Gebäuden ist das benachbarte Assinghausen. Kurios anzusehen ist das Schloss in Gevelinghausen mit Renaissance-Nebengebäude und verschiefertem und ungewöhnlich geformten Historismus-Hauptgebäude. Wir hätten gerne noch mehr angeguckt, aber nach Eversburg, wo die Turmruine der Eversburg auf dem höchsten Punkt oberhalb des Dorfes thront, wurde die Zeit knapp und das Licht schwach.  
Wie die letzten beiden Freitage auch, ging es wieder nach Hagen, beim Dönerhaus gute und günstige Pizza essen. Danach ging es nach Leverkusen weiter, wo ich zum zweiten Mal ein Heimspiel des Leichlinger TV sah. Letzte Woche mussten sie nach Wermelskirchen ausweichen, jetzt nach Leverkusen. Also wenn ihre Halle dann mal in drei Wochen fertig ist, da in Leichlingen/ Rheinland, fahr ich mal zu einem dritten Heimspiel...

Dass die Halle in Leichlingen so sehenswert ist wie jene neben der Bayarena der Fußballprofis befindliche, über 2.500 Zuschauer fassende Rundsporthalle „Smidt Arena“, glaube ich allerdings nicht. Denn die Halle ist nicht so 0815 wie ihr beschissener Name vermuten lassen würde, sondern ein schönes Exemplar von Rundsporthalle. Rundsporthallen sehen von der äußeren Form her zwar stets sehr ähnlich aus, aber sind innen sehr vielgestaltig. Dieser Bau ist mit zwei in die Dach- und Wandform eingepassten Obertribünen, die jeweils durch eine Untertribüne mit nicht-fixer Bestuhlung ergänzt und oben durch Emporen parallel zu den konkaven Wandformen verbunden werden, versehen.

Heute wurden nur die Untertribünen geöffnet, da die Zuschauerzahl im Vergleich zur Vorwoche wirklich erbärmlich war. Nur 100 Leichlinger fanden sich ein. Die Gruppe von etwa 50 Soestern war lauter und emotionaler. Ihre Mannschaft allerdings, konnte kaum mithalten. Bis auf eine Schwächephase zwischen der 20. und 27. Minute lag die Mittelfeldmannschaft aus Leichlingen immer vorne. Nur in dieser Phase gelang dem Abstiegskandidat aus Soest zum Ausgleich aufzuschließen. Nach der Pause zog die in allen Belangen leicht überlegene Heimmannschaft mit bis zu fünf Toren davon, die sie nach einer erneuten Schwächephase und einem Herankommen der nie aufgebenden Soester Mannschaft, auch am Ende verteidigen konnten. In dem teils zerfahrenen, oft nicht schnellen sondern vielmehr hektischen (und dadurch für die Schiris auch schwer zu pfeifenden), aber weitestgehend sehenswerten Spiel fielen überdurchschnittlich viele Tore: 37 zu 32.  
Statistik:
- Grounds: 1.227 (heute 1 neuer; diese Saison: 73 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.220 (heute 1; diese Saison: 108)
- Tageskilometer: 490 (240km Auto, 250km Zug)
- Saisonkilometer: 20.440 (15.360 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 330 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433

W433I: Sieg im Elfmeterschießen für den Underdog nach Fast-Spielabbruch

Sportvereinigung Hamborn 1890 .................................... 7
Rheinland Hamborn 1903 ................................................ 6
- Datum: Donnerstag, 13. November 2014 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Kreispokal Duisburg (Kreisliga A Duisburg; 8. Spielklasse, 3. Amateurliga gegen Bezirksliga Niederrhein, Staffel 6; 7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-6 nach 116 Min. und Elfmeterschießen (47/45/ 13/ 11) – Halbzeit: 0-1, Reguläre Spielzeit: 2-2, Verlängerung: 0-0 (0-0), Elfmeterschießen: 5-4
- Tore: 0-1 19. Coskun Erbay, 1-1 52. Öztürk Yildirim, 1-2 62. Coskun Erbay, 2-2 85. Enes Özkilic
- Elfmeterschießen: 0-1 Selim Türkmen, 1-1 Öztürk Yildirim, 2. Schütze Rheinland vergibt, 2-1 Tolga Amac, 2-2 Birol Saffak, 3-2 Hasan Yuca, 3-3 Coskun Erbay, 4-3 Enes Özkilic, 4-4 Sebastian Hammermeister, 5. Schütze 1890 vergibt, 6. Schütze Rheinland vergibt, 5-4 Sergen Coban
- Verwarnungen: Enver Gülsuyu, Meliksah Maminoglu, Öztürk Yildirm, Enes Özkilic (SV 1890); Birol Saffak, TW Metin Deler, Anil Yildiz, Sebastian Hammermeister (Rheinland)
- Platzverweise: Vural Pekgülec von SV 1890 (angebliche Notbremse, 80. Min.)
- Spielort: Sportanlage am Iltispark (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Kein gutes aber sehr spannendes Spiel mit unerwarteten Wendungen und überraschendem Ergebnis)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football Cup in Duisburg: SV Hamborn 1890 defeat Rheinland Hamborn on penalties (at the “Polecat Park Stadium”)

Da ich erst nach der Uni um kurz vor 16 Uhr Zeit hatte gen Duisburg aufzubrechen, konnte ich mir die zwei Sehenswürdigkeiten der Stadt – den Zoo und die Moschee – nicht angucken. Ganz interessant sind aber auch ein paar Sportanlagen, z.B. die größte im ausgesprochen hässlichen und teils auch sehr ungepflegten Stadtteil Hamborn. Diese Sportanlage hört auf den schönen Namen „Am Iltispark“ und liegt an der Iltisstraße. Wieso man eine Sportanlage oder einen Park nach so einem hässlichen Tier benennt, weiß ich aber auch nicht... Aber gut, die Stadt Duisburg ist so hässlich, da ist das ein passendes Tier...

Im Gegensatz zur modernen „Arena“ des MSV Duisburg handelt es sich beim Iltispark um einen klassischen Hartplatz, der auf zwei Seiten gleichhohe und baulich ähnliche Betontribünen mit je 10 Reihen hat. Umgeben ist die Anlage vom namensgebenden Park der sie zur hässlichen Bebauung abschirmt.

Interessant ist, dass man zwar einen alten deutschen Vereinsnamen hat – Sportvereinigung 1890 – aber hier kein „Sportlerheim“ sondern ein „Aile Cay Bahcesi“ (Familien-Teegarten) grüßt. Türkische Mucke gab es auch zu hören und die meisten Spieler waren dementsprechend auch Türken. Beim eine Liga höher spielenden Gast aus dem gleichen Stadtteil, Rheinland 03, spielten dann auch v.a. Türken oder Kurden und Osteuropäer.

Auch der Schiedsrichter war Türke und der sollte auch leider immer mal im Mittelpunkt stehen. Das eher mäßige Spiel fing mit Fehlpässen enmasse und wenigen Torchancen an, der Favorit ging mit einem Kopfball in Führung. Scheinbar wollten sie das über die Zeit retten, denn außer dass sie mehr Spielanteile hatten, deutete nichts auf einen Klassenunterschied – Rheinland ist sogar ein Aufstiegskandidat in die 6. Liga, wohingegen SV 1890 ein Abstiegskandidat in die 9. ist – hin. Ein Gästefan meinte zu mir, es läge an den vielen Verletzten.

Mit dem Torwart mit der Nr. 53 hatten sie dann nach 53 Minuten auch den nächsten Verletzten. Der trat einen SV 1890-Stürmer im Strafraum um, konnte den Elfmeter nicht abwehren und ließ sich dann auswechseln. Bester Akteur der Gäste war zweifellos der athletische 61er, der in der 61. Minute auch seinen zweiten Treffer markierte.

Der unsichere, schnell gelbe Karten ziehende Schiedsrichter geriet dann ab der 80. Minute richtig in den Fokus, als er einen 1890-Spieler völlig zu Unrecht wegen eines Ziehens am Trikot bei gleicher Höhe mit einem Mitspieler – wobei der Gefoulte den Ball zwischen beiden hindurchspielte und es sich somit um eine Vorteilssituation handelte, die der Schiri da abpfiff – vom Feld schickte. Nur wenige Minuten später gelang dem Underdog in Unterzahl jedoch das 2:2.

In der Verlängerung regten sich einige Fans der Heimelf zu sehr über den unsicheren Unparteiischen (oder wie die Prolls aus diesem Drecksviertel Hamborn es ausdrückten „der Hurnsohn der dat ganze Spiel kaputt macht, Alta“) auf und der pfiff nach 97 Minuten das Spiel ab, nahm den Ball und wollte gehen. Ein paar Ordner und Offizielle stimmten ihn nach zwei Minuten um und es ging weiter. Die qualitativ schlechte Verlängerung, in der der Schiri noch zweifelhafterweise einen Treffer der Gäste aberkannte, dauert nur 25 Minuten, was eigentlich nicht regelkonform ist und bei den Zuschauern die Frage aufkommen ließ: „Hä? Was isn mit dem los? Hat der jetzt noch mal abgebrochen?“

Das Elfmeterschießen sah zum Glück keinen Lattenknaller, den man vor oder hinter der Linie hätte sehen müssen oder sowas. Der Gast eröffnete das Entscheidungsschießen, traf. 1890 glich aus. Der zweite Rheinland-Schütze vergibt – d.h. der Torwart hielt die Pille. Danach trafen alle Schütze bis auf den fünften und letzten von 1890, der wieder am Schlussmann scheiterte. Dann war es allerdings auch gleich darauf wieder der Torwart der 1890er, der den sechsten Rheinland-Schuss abwehren konnte. Und zur Krönung des Elfmeterschießens schoss ein, laut meines Nebenmannes, noch A-Jugendlicher den Underdog SV Hamborn 1890 in die nächste Runde. Der Klassentiefere siegte also 5:4 nach 6 Schützen bzw. 7:6 insgesamt!  
Statistik:
- Grounds: 1.226 (heute 1 neuer; diese Saison: 72 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.219 (heute 1; diese Saison: 107)
- Tageskilometer: 230 (230km Auto)
- Saisonkilometer: 19.950 (15.120 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433

Montag, 10. November 2014

W432IV: Zweites Null-Null in zwei Tagen und endlich mal alleine auf der Tribüne...

SV Weiß-Blau Urfeld 2004 FR ....................................... 0
SG Erfthöhen 1998 (Nettersheim-Tondorf/Zingsheim) 0
- Datum: Sonntag, 9. November 2014 – Anstoß: 17.00
- Wettbewerb: Frauen-Landesliga Mittelrhein, Staffel 2 (5. Spielklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 0-0 nach 92 Min. (47/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore, Verwarnungen, Platzverweise: gab es leider alles nicht
- Spielort: Aschenplatz Urfeld (Kap. 1.500, davon 40 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,0/10 (Gutes Zusammenspiel im Mittelfeld, katastrophales Gekicke im Strafraum)

Christlicher Verein Junger Menschen Pivitsheide II .... 0
Allgemeiner Turnverein Haltern 1882 ............................ 3
- Datum: Sonntag, 9. November 2014 – Beginn: 11.30
- Wettbewerb: Indiaca Oberliga Westfalen Mixed 19+ (Höchste deutsche Spielklasse im Indiaca für gemischte Mannschaften)
- Ergebnis: 0-3 nach Sätzen nach ca. 45 Min.
- Satzergebnisse: 9:25, 13:25, 18:25
- Strafen: keine
- Spielort: Sporthalle am Stadtgartenring (Wattenscheid; Kap. 30 Stehplätze)
- Zuschauer: 1 (also nur ich)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ausgesprochen einseitiges Spiel in einer sehenswerten Sportart)

Sportvereinigung Eppendorf 1885 ................................... 0
Allgemeiner Turnverein Haltern 1882 ............................. 3
- Datum: Sonntag, 9. November 2014 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Indiaca Oberliga Westfalen Mixed 19+ (Höchste deutsche Spielklasse im Indiaca für gemischte Mannschaften)
- Ergebnis: 0-3 nach Sätzen nach ca. 60 Min.
- Satzergebnisse: 19:25, 24:26, 12:25
- Strafen: keine
- Spielort: Sporthalle am Stadtgartenring (Wattenscheid; Kap. 30 Stehplätze)
- Zuschauer: 4 (davon 3 Eppendorfer)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Teilweise recht einseitiges Spiel in einer sehenswerten Sportart)  
Photos with English Commentary:
a) Indiaca: Eppendorf v Haltern, Pivitsheide Reserves v Haltern (in Wattenscheid)
b) Women’s Football: WB Urfeld v SG Erfthöhen (Wesseling)
c) Ruhrgebiet: Wattenscheid Industry
d) Niederrhein: Velbert-Neviges Concrete Cathedral and Renaissance Water Palace
e) Wesseling: Berzdorf Chapel, Wesseling Modern Church

Keine Ahnung wie ich auf die Sportart gekommen bin, aber diese mittlerweile 71. Sportart, die ich mir reingezogen habe, hat sich gelohnt. Das ziemlich exotisch klingende Indiaca ist eine Abwandlung einer brasilianischen, jahrhundertealten Volkssportart für den Wettkampfbetrieb, die – mit abweichenden Regeln – in ein paar Dutzend europäischen, amerikanischen und asiatischen Ländern durchgeführt wird. Beim Indiaca geht es darum, einen beschwerten Federball (nicht wie ein Badminton-Shuttle, sondern größer, mit einer Art Gummifuß beschwert und mit richtigen Federn versehen) auf einem Feld, das geringfügig kleiner ist als ein Volleyballfeld aber von einem sehr ähnlich gearteten Netz in zwei Hälften geteilt wird, durch die Kante zu donnern. Dabei wird meist mit dem Handballen gespielt. In Deutschland spielt man üblicherweise fünf gegen fünf, wobei es reine Männer-, reine Frauenmannschaften und gemischte Teams (mindestens 2 Frauen) gibt. Diese spielen in separaten Ligen gegeneinander.

Ich fuhr noch mal in dieses hässliche Wattenscheid, um mir zwei Spiele der Mixed-Liga anzuschauen. Eines der Spitzenteams – ATV Haltern – spielte zwei Mal: zuerst gegen Eppendorf, dann gegen Pivitzheide II. Ausgetragen wurden diese beiden – und im Anschluss natürlich noch, wie auch beim unterklassigen Volleyball z.B. üblich, das Spiel zwischen Eppendorf und P’heide2 – Spiele in der Sporthalle der DJK Wattenscheid am Stadtgartenring. Bei DJK und CVJM (heißt jetzt gendergerecht Christlicher Verein Junger Menschen, eigentlich noch bekannter als Christlicher Verein Junger Männer, YMCA (Young Men‘s Christian Association) auf Englisch) fällt mir noch ein: außer im Turnerbund Westfalen wird Indiaca auch noch in der Eichenkreuzliga des Evangelischen Jugendwerkes organisiert, in der in fünf Sportarten knapp 5.000 christliche Amateursportler Wettkämpfe austragen.

Bei internationalen Indiaca-Wettkämpfen kommen schon mal drei- oder gar vierstellige Besucherzahlen zusammen. Doch in dieser primitiven Schulturnhalle, die man durch die Umkleidekabinen betreten muss, haben eh nur etwa 30 Zuschauer Platz und außer drei Eppendorfern, die nach der ersten Partie gingen, war nur ich in der Halle. Endlich habe ich also mal ein Spiel erlebt, in dem ich der einzige Zuschauer war! Nicht, dass ich gerne alleine bin – beim Sport noch weniger als bei anderen Aktivitäten! – aber dieses lustige Gefühl, dass die Sportler nur für einen selber spielen, als hätte man die bestellt für einen selbstorganisierten Wettkampf, wollte ich doch mal haben...

Im Spiel vor 4 Zuschauern siegte Haltern nach einem Durchhänger in Satz zwei, in dem sich Eppendorf auch gut herankämpfte, nach einem souveränen dritten Satz verdient mit 3:0. In meinem „Privatspiel“ fertigte Haltern die Reserve von Sylbach/ Pivitsheide dermaßen deutlich ab, dass es nicht langweilig wurde, aber doch die Frage aufkam, ob es bei diesem hohen Niveau im Mixed noch bessere Teams als Haltern gibt.

Fazit zu Indiaca: will ich nicht selber ausprobieren, da ist mir das verwandte Badminton lieber, aber zum zugucken gerne nochmal (auch mit anderen Leuten zusammen...), denn vor allem die Szenen am Netz (Block) und die dynamischen Saves der hinteren Reihe, wenn der Block überwunden wurde, sind echt sehenswert!  
Ich fuhr auf dem Rückweg noch mal von der Autobahn ab, da mir die Ausschilderung nach Velbert-Neviges nun schon zum dritten Mal auffiel. In dieser landschaftlich schön gelegenen Ortschaft in der Region Niederrhein befinden sich ein Wasserschloss mit vier separaten Ecktürmen – die Anlage ist eine einzige Baustelle, aber ganz ansehnlich – und eine berühmte Wallfahrtskirche. Die befindet sich oberhalb der mickrigen Altstadt, die ohnehin schon von hässlichen Bauten zugestellt ist. Aber diese Marienkirche, in den 1960ern gebaut um die vielen katholischen Pilger zu fassen, die wegen eines Marienbildes nach Neviges kommen, ist ja ein wirklich sehenswerter Bau! Also nicht, dass die schön wär – aber die ist sowas von monströs hässlich, in abartigen Farben und völlig wirren Formen, dass man dieses Gotteshaus mal gesehen haben muss! Also so ein hässliches Betonteil, meine Fresse! Aber wirklich interessant!

Am Abend fuhr ich noch mit dem Rad von Berzdorf, dem nördlichsten Ortsteil von Wesseling, nach Urfeld, dem südlichsten. Dort befindet sich auf einem Acker eine Sportanlage mit tollem Blick zur Raffinerie. Jetzt am Abend leuchtete die Industrieanlage stärker als das aus Baustrahlern bestehende Flutlicht des Platzes. Dieser ist übrigens ein feinkörniger Hartplatz, der auf einer Längsseite eine zweistufige Betontribüne mit zwei kleinen Überdachungen hat.

Das Abendspiel war ein Kick der Mittelrhein-Frauenfußballliga. Weiß Blau Urfeld spielte gegen die Erfthöhen. Beim Nachbarverein am anderen Ende der Raffinerie, Rot Gelb Wesseling, die eine Liga tiefer spielen, hatte mir die Frauenmannschaft sehr gut gefallen. Also in erster Linie vom Spielerniveau her... Hier zeigte sich schnell das Problem, dass das Zusammenspiel im Mittelfeld zwar gut klappte – bei Urfeld besser als bei den defensiver stehenden Erfthöhen – aber dass bei beiden vorne überhaupt nichts lief. Kaum Schüsse aufs Tor, einmal trafen die Gäste die Latte, zwei oder drei Mal musste ihre Torhüterin vor Urfelderinnen klären. Aber das war es dann auch schon. So richtig schlecht war das ja gar nicht – da habe ich in Sachsen-Anhalt und Hessen viel schlechtere Frauenspiele gesehen – aber die besagten schlechteren Spiele sahen wenigstens Tore. Dieses hier kein einziges...
Das Ergebnis war für mich allerdings zweitrangig, denn nun habe ich nach nur sechs Wochen wohnen in Wesseling alle 5 Grounds der Stadt besucht!  
Statistik:
- Grounds: 1.225 (heute 2 neue; diese Saison: 71 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.218 (heute 3; diese Saison: 106)
- Tageskilometer: 210 (190km Auto, 20km Rad)
- Saisonkilometer: 19.720 (14.890 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 432

W432III: Zugewuchertes Stadion in Gelsenkirchen, erstes 0:0 nach 177 Spielen in Bochum, Futsal in Bonn u.a.

Bonner Sport Club 1901/1904 Futsal Lions .................... 6
Futsalicious Essen 2009 ..................................................... 1
- Datum: Samstag, 8. November 2014 – Anstoß: 20.30
- Wettbewerb: WFLV-Futsal-Liga (1. Spielklasse im Futsal)
- Ergebnis: 6-1 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 7. (7), 1-1 20. (Nr. 99), 2-1 33. (7), 3-1 34. (20), 4-1 36. (20), 5-1 39. (7), 6-1 40. (8)
- Fouls: Bonn 5 (davon 3 in 1. Halbzeit); Essen 6 (dav. 3 in 1. HZ) - Verwarnungen: 2x Nr. 22, Nr. 8, 10 (Bonn); Nr. 11 (Essen)
- Platzverweise: Nr. 22 von Bonn (Foul + Meckern, 24. Min.)
- Spielort: Sporthalle am Sportpark Nord (Kap. 780 Sitzplätze, davon geöffnet ca. 390 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (anscheinend keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Unerwartet hohes Niveau)

Bonner Sport Club 1901/1904 ........................................... 3
SV Eilendorf 1914 .............................................................. 0
- Datum: Samstag, 8. November 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Mittelrheinliga (5. Spielklasse, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 12. Bastian Wernscheid (Foulelfmeter), 2-0 43. Rachid Eckert, 3-0 91. Bastian Wernscheid (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Christoph Ploch, TW Daniel Johnen (beide Eilendorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportpark Nord (Kap. 10.164, davon 2.628 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon angeblich nur 370 zahlende und ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Durchweg gutes Spiel)

VfL Bochum 1848 II ........................................................... 0
FC Viktoria Köln 1904 ....................................................... 0
- Datum: Samstag, 8. November 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-0 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0-0
- Tor: wurde aberkannt (28. Min., NN)
- Verwarnungen: 2x Norman Jakubowski, David Niepsuj (Bochum); Andreas Schäfer, Markus Brzenska, Patrick Koronkiewicz (Köln)
- Platzverweise: Bochum Norman Jakubowski (wdh. Foulspiel, 88. Min.)
- Spielort: Lohrheidestadion (Kap. 16.233, davon 5.033 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 250 zahlende und ca. 80 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,5/10 (Sehr schlechte erste, ganz ordentliche zweite Hälfte aber trotzdem keine Tore)

SG Eintracht Gelsenkirchen D ......................................... 0
Sport und Spiel 1905 Beckhausen D ................................. 1
- Datum: Samstag, 8. November 2014 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Kreisliga A Gelsenkirchen, D-Jugend Hinrunde Gruppe 2 (2. und unterste Spielklasse der U13)
- Ergebnis: 0-1 nach 59 Min. (30/29) – Halbzeit: 0-1
- Tor: 0-1 8. (NN)
- Verwarnungen: Nr. 7 (Eintracht); Nr. 6 (Beckhausen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Südstadion Haidekamp, Hartplatz (Kap. 3.536, davon 36 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Über weite Strecken schlechtes Spiel)

SG Eintracht Gelsenkirchen E II ..................................... 5
SV Gelsenkirchen-Hessler 1906 E III .............................. 1
- Datum: Samstag, 8. November 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Kreisliga A Gelsenkirchen, E-Jugend Hinrunde Gruppe 2a (2. und unterste Spielklasse der U11)
- Ergebnis: 5-1 nach 55 Min. (26/29) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 11. (7), 2-0 20. (11), 3-0 29. (7), 4-0 34. (7), 4-1 43. (Nr. 12), 5-1 55. (NN)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Südstadion Haidekamp (Kap. 16.800, davon 1.800 Sitzplätze, davon geöffnet: 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Juniorenspiel)  
Photos with English Commentary:
a) Youth Football in Gelsenkirchen: U11 Eintracht GE v Hessler, U13 Eintracht GE v Beckhausen
b) Semi-Pro Football in Bochum: VfL Bochum Reserves v Viktoria Köln at Lohrheide
c) Amateur Football: Bonner SC defeat SV Eilendorf
d) Futsal: Bonner SC defeat Futsalicious Essen

Ob ich wohl mal das NRW-Studententicket zum Groundhopping benutzen kann? Die asozialen Schweine von der GDL streikten wieder, sodass ich mit dem Auto nach Gelsenkirchen fuhr. Dort waren im Südstadion Heidekamp zwei Juniorenspiele angesetzt.

Der Hauptplatz ist ein Rasenspielfeld, das rundherum umbaut ist. Hufeisenförmig sind Stehtribünen mit wackligen Platten errichtet. Hinter den Toren sind es 15 Reihen, auf den Längsseiten bis zu 30. Auf der einen Längsseite befindet sich noch ein schicker Sprecherturm. Regelmäßig wurden auf den Stehtraversen Wellenbrecher gesetzt. Noch regelmäßiger ist die Bewachsung der Anlage durch Bäume und Unkraut. Ein Teil der Stehränge ist völlig überwuchert und durch Sturmschäden gezeichnet. Die Haupttribüne bietet in 14 Sitzreihen auf Kunststoffbänken überdacht eine ordentliche Sicht aufs Geschehen auf dem Feld. Offiziell sind jedoch die Tribünen alle gesperrt und man darf nur ebenirdisch an der Reling stehen. Müßig zu erwähnen, dass sich niemand der Eltern dran hielt...

Im Rücken des Sprecherturms befindet sich der Platz 2, ein Hartplatz. Der hat einen Ausbau nur auf einer Seite zu bieten, doch mit 15 Reihen Stehstufen mit Wellenbrechern, deren schlechter Zustand mir nicht recht erklärlich schien, ist der auch gut dabei.

Im ersten Spiel traf Eintracht Gelsenkirchens E-II auf die III. E von Hessler. Die Gäste kamen kaum mal vors Tor und Eintracht spielte locker ein 4:0 heraus. Nach dem Ehrentreffer ließ der ansonsten gute Schiri so lange unnötig nachspielen, bis Eintracht noch auf 5:1 erhöht hatte.
Die D-Jugend-Partie war dann sehr unansehnlich. Das Siegtor fiel schnell durch Schwächen in der Eintracht-Abwehr. Danach verlegten sich die Jungs von Eintracht und Beckhausen, angestachelt durch ihre unterbelichteten Trainergespanne die den mittelmäßigen Schiedsrichter unablässig vollmaulten, auf Fouls, Meckern und Rumbocken.  
Ich war blöderweise darauf gekommen, dass in der benachbarten Lohrheide um 14 Uhr gekickt wird. Das Stadion im Bochumer Stadtteil Wattenscheid hat mit einer attraktiv gestalteten Sitztribüne und öden, kahlen Stehrängen auf den anderen drei Seiten – auf der Gegenseite noch aufgestockt durch eine weitere formschöne Sitztribüne – ein ganz ordentliches Erscheinungsbild. Allerdings spielte nicht Wattenscheid 09 sondern Bochum II.

Die U23 ist Abstiegskandidat in der Regionalliga – der Gast aus Köln, der als angeblicher Traditionsklub aber auch nur ein paar Dutzend Fans mobilisieren konnte, aus unerfindlichen Gründen Tabellenführer. Allerdings haben sie nun das fünfte Spiel in Folge nicht gewonnen und dadurch endlich die Spitze verloren. Dass Viktoria Köln überhaupt einen Punkt mitnahm ist der Unfähigkeit des Schiedsrichtergespannes zu ver,,danken“, das einen Lattenknaller der Bochumer, der 5 bis 10cm hinter Linie aufsprang, als „auf der Linie“ sah. Auf der Linie abgewehrt wurden dann noch mehrere Schüsse der Kölner in der Nachspielzeit. Für ein 0:0 war das gar nicht so schlecht, aber es war und blieb ein 0:0. Das erste seit einem Drittligaspiel in Marokko. Es durchbricht damit die Serie von 177 Spielen in Folge ohne 0:0, vom 16.3.14 in Lella Mimouna (5. Liga Marokko: 3-1) bis zum 8.11.14 (Eintracht Gelsenkirchen D: 1-0). Meinen Allzeitrekord von 178 Spielen in Folge ohne 0:0 einzustellen oder zu übertreffen ist also um 1 bzw. 2 Spiele gescheitert.  
Dann traf ich mich im Sportpark in der Bonner Nordstadt mit einem neuen Kumpel den ich aus meinem Studiengang kenne. Moritz war schon seit er zum Studium für mehrere Jahre aus Bonn weggezogen war nicht mehr beim Bonner SC. In den letzten Jahren hat sich aber beim bekanntesten Bonner Verein einiges getan. Auch am Stadion: es hat nämlich mittlerweile Flutlicht, wenn auch funseliges. Der Bau ist stark verändert worden und das nicht unbedingt zum besten: eine primitive in sieben Sektoren unterteilte Stehtribüne auf der Gegenseite die oft nicht geöffnet ist, hinter den Toren nur begrünte Wälle mit Stehplätzen auf der Wallkrone und dann natürlich die eindrucksvolle Haupttribüne mit ihrer geschwungenen Form und den Sitzschalen in orange, grün und blau.

Sportlich läuft es aber besser, denn der Bonner SC ist ungeschlagene Tabellenführer der Mittelrheinliga und nimmt Kurs auf die Regionalliga. Der Gast aus Eilendorf bei Aachen war schon abgeschlagen auf Rang 6 und bekam nun von munter und offensiv aufspielenden Bonnern den Rest. Nach nur 12 Minuten ein Foul im Strafraum und der Elfer wurde souverän verwandelt. 30 unterhaltsame Minuten, die auch einige Chancen der Eilendorfer, die mit einem großen Bus an Unterstützung angereist waren, sahen, später und Bonn erhöhte mit einem Beinschuss auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild und in der Nachspielzeit noch mal so eine Szene wie nach 12 Minuten. Auch dieser Elfer wurde verwandelt.  
Der Stadionsprecher bewarb das Spiel mehrfach und ich hatte es so wie so auf dem Schirm. Nachdem ich diese Sportart bisher nur in Polen, Andorra, Spanien und Marokko gesehen hatte, schaute ich auch erstmals ein Spiel in Deutschland, wo sie sich allerdings viel geringerer Popularität als z.B. in den vier eben genannten Ländern erfreut. In der benachbarten Sporthalle rundete eine Futsal-Partie den Sporttag ab. Die Sporthalle im Sportkomplex Nord ist eine interessante Konstruktion aus Vereinsheim mit Terrasse zum Stadion hin, Schwimmhalle im Untergeschoss und schließlich auch einer Mehrzwecksporthalle im Obergeschoss. Die ist sehr veraltet und abgenutzt. Die Obertribüne hat drei Reihen Holzbänke zu bieten, die Vortribünen sind ausziehbar – wohl die erste Generation ausziehbarer Tribünen – und ebenfalls mit Holzbänken bestuhlt. Die Geländer sind verbogen und wacklig, die Trennwand zwischen Ober- und Untertribüne ist – habe ich so noch nie gesehen – aus Beton. Auch die Decken- und Wandelemente sind versifft...

Das Spiel der NRW-Liga, der höchsten deutschen Spielklasse im Futsal – es gibt ja auch nach wie vor kaum Mannschaften für richtigen Hallenfußball in Deutschland – war ein Kampf gegen den Abstieg. Bonner SC wie auch Futsalicious Essen stehen schlecht da, doch Bonn schoss Essen in der zweiten Halbzeit dann gänzlich gen Verbandsliga. Nach einer schnellen Führung, einem unglücklichen Ausgleich vor der Pause und einem sinnlosen Platzverweis schien Bonn in Schwierigkeiten, doch kaum waren sie wieder vollständig, gingen sie in Führung. Danach war der Knoten geplatzt und im Minutentakt wurde die Essener Abwehr auseinander genommen. Am Ende hieß es 6:1 in einem technisch sehr sehenswerten Spiel, das etwas unter den Ungenauigkeiten im Zuspiel litt. Aber wenn die Teams am Ball bleiben, kann man die Futsalszene in Deutschland auch langsam ernst nehmen!  
Statistik:
- Grounds: 1.223 (heute 5 neue; diese Saison: 69 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.215 (heute 5; diese Saison: 103)
- Tageskilometer: 220 (220km Auto)
- Saisonkilometer: 19.510 (14.700 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.110 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 177, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 432

W432II: Volle Halle in Wermelskirchen

Leichlinger Turnverein 1883 ...................................... 27
VfL Eintracht Hagen ................................................... 27
- Datum: Freitag, 7. November 2014 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: 3. Liga West (3. Spielklasse, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 27-27 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 14-15
- Tore: Padeken 8, Hilger 5, Janssen 4, Schumacher 4, Novickis 3, Lange 2, Kreckler 1 (Leichlingen); Reinarz 7, Krause 4, Pütz 3, Sonnenberg 3, Ciupinski 3, Aschenbroich 2, Renninger 2, Tebbe 1, Kraus 1, van Walsem 1 (Hagen)
- Siebenmeterquote: Leichlingen 25% (1 von 4); Hagen 100% (4 von 4)
- Gelbe Karten: Lange, Hilger, Menzlaff, Trainer Lorenzet (Leichlingen); van Walsem, Sonnenberg, Ciupinski (Hagen)
- Zeitstrafen: Menzlaff, Novickis (Leichlingen = 4 Minuten); 2x Tebbe, 2x van Walsem (Hagen = 8 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sporthalle Am Schwanen (Wermelskirchen; Kap. 700, davon 560 Sitzplätze)
- Zuschauer: mindestens 700 (davon ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes und sehr spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Handball: Leichlinger TV v Eintracht Hagen
b) Bergisches Land: Altenberg Cathedral, Lennep Old Town
c) Ruhrgebiet: Castle Ruins in Wetter/ Ruhr, Hagen Town Centre

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende das NRW-Studententicket mit dem man im ganzen Bundesland in allen Regionalzügen fahren darf, fürs Groundhopping nutzen. Doch es stellte sich schnell heraus: Freitag die Tour geht ohnehin nur mit dem Auto, da Wermelskirchen keine Bahnanbindung hat und Samstag streikten die asozialen Lokführer ja immer noch...

Am Freitag gab es dafür mehr Sightseeing. Zuerst im Bergischen Land, an dessen Westrand ich etwas herumfuhr. Ziemlich isoliert in schöner Landschaft steht der auch als Bergischer Dom bekannte Altenberger Dom, der eigentlich nur eine Abteikirche und kein Dom ist. Das ehemalige Kloster geht aufs 12. Jahrhundert zurück, maßgebliche Gestaltungselemente wurden allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert angebracht. Ein gutes Jahrhundert früher hat man in der „Röntgen-Stadt“ Remscheid den Ortskern des Stadtbezirkes (damals natürlich noch eigenständig) Lennep nach einem Großbrand wiederhergerichtet. Die Wiederherstellung war sehr gut gelungen, denn ähnlich wie Gräfrath in Solingen der schönste Stadtbezirk ist, ist es Lennep in Remscheid. Die Häuser sind hier weitestgehend schieferverkleidet, teils auch im Fachwerkstil errichtet.

Dann die wohl schönste Stadt des Ruhrgebietes – man, da musste man aber auch suchen... – Wetter an der Ruhr. Im Ortsteil Volmarstein findet man auf einem Hügel die Reste einer mittelalterlichen Burg. Ein Turm wurde aufgemauert, ansonsten nur die Mauergrundrisse von zwei weiteren Türmen gesichert. Von diesen beiden hat man aber einen schön Blick auf die in weiten Teilen sehr hässliche Stadt Wetter/ Ruhr. Im Stadtzentrum sieht es außer in der „Freiheit“ richtig übel aus: graue Platte, öder Sozialwohnungsbau, hässliche Einfamilienhäuser, dazwischen wildwuchernde Industrie. Irgendwo taucht dann aber plötzlich diese „Freiheit“ auf wo von Plattenbauten begrenzt eine Handvoll Fachwerkhäuser, ein beachtlicher Bergfried und die Mauerreste einer Burg zu sehen sind. Doch selbst in dieser wohl schönsten Stadt des Ruhrgebietes ist die Burg von Betonbauten durchschnitten. Also so was architektonisch-hässliches wie das Ruhrgebiet findet man in Deutschland wohl kein zweites Mal...  
In Hagen fand ich noch ein paar Fotomotive: nicht schöne natürlich, aber wenigstens interessante: z.B. zwei nebeneinander stehende Gotteshäuser – eine Beton-Kirche und eine gekachelte Mosche – die komplett von Plattenbauten umgeben sind. Im Bereich des van-Galen-Rings liefern sich die dutzenden von türkischen Kleingastronomen und -händler einen zünftigen Preiskampf zum Wohle des Kunden: die Pizzen im „Dönerhaus Hagen“ kosteten immer noch nur 4€ und nur 1€ für 0,5l Limo – da muss man selbst in Brandenburg lange suchen für so ein Angebot!

Die Handballer von Hagen spielten heute in Wermelskirchen beim Leichlinger TV. Leichlingen muss bis Ende November im 20km Umkreis die Heimspiele austragen, da ihre Halle saniert wird. Die Sporthalle Am Schwanen in diesem hässlichen Wermelskirchen entpuppte sich als bessere Schulturmhalle: fünf Reihen grün gepolsterte Kunststoffbänke (350 Plätze), dahinter eine Abtrennung mit einem Geländer zu drei weiteren Reihen gleicher Bauart (210 Plätze) und dahinter ein weiteres Geländer zu einer Stufe auf der man in Doppelreihe stehen kann (140 Plätze). So bekommt man in den kastenförmigen Bau wenigstens 700 Leute rein, doch das reichte für dieses Derby in Liga 3 auch nur gerade so. Der Eintritt schien Ligadurchschnitt zu sein, ich habe teilweise auch trotz Studentenrabatt mehr als die 7€ von heute bezahlen müssen. Der reguläre Eintritt von 9€ ist auch noch im Rahmen. Minderjährige bekommen größere Rabatte als Studenten und Rentner.

Da die rund 100 Hagener sich sinnlos auf die Halle verteilten kam kein geschlossener Gästesupport zustande. Bei den Heimfans sah es v.a. in der packenden Schlussphase besser aus: da waren die Jugendlichen links von mir recht aktiv und auch emotional bei der Sache. Der sympathische Hallensprecher musste die schon vom Platzsturm abhalten nach den chaotischen Szenen in den Schlusssekunden auf dem Feld...

Insgesamt gesehen lohnten aber weder Fans noch die Halle das Kommen, sondern nur das Spiel. Das wurde nach und nach immer besser und spannender. Es gab immer wieder Phasen, da schien sich der Favorit aus Hagen entscheidend abzusetzen, doch mehr als vier Tore waren es nie und trotz mehrerer verworfener Siebenmeter kam Leichlingen noch vor dem Seitenwechsel wieder auf ein Tore heran. Nach der Pause blieb das Spiel bis zur 40. völlig ausgeglichen, ehe die spielerisch schon überlegene Hagener Mannschaft wieder zeigte, warum sie Tabellenführer sind. Doch auch einen erneuten Drei-Tore-Rückstand machten die kämpferisch starken Leichlinger (Platz 9 von 16 mit ausgeglichener Bilanz) wieder wett. In der 47. Minute schafften sie es auch erstmals in Führung zu gehen. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Spiel stärker von der Defensive geprägt als zuvor und in der packenden Schlussphase sollte sich tatsächlich das gerechteste Ergebnis zwischen diesen beiden wirklich gut spielenden Teams einstellen: nämlich ein Unentschieden. Hagen glich in der Schlussminute aus, Leichlinger verwarf noch den dritten Siebenmeter in der Partie, bei einem Gerangel um den Ball nach einer Unklarheit ob der Ausführung eines Freiwurfes für Leichlingen vergaßen die ansonsten guten und sicheren Schiedsrichter die Uhr anzuhalten, sodass Leichlingen nur noch ein Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit blieb, welcher wiederum in der Mauer – die meines Erachtens nicht genug Abstand zum Schützen wahrte – ging. Das führte wiederum zu Rudelbildung und lautstarken Beschwerden vonseiten der Leichlinger, die vor der Partie mit diesem einen Punkt mehr als zufrieden gewesen wären, aber jetzt – nachdem sie gesehen hatten, wie weitestgehend gleichwertig sie doch dem Favoriten waren – natürlich enttäuscht über das Ende waren...  
Statistik:
- Grounds: 1.218 (heute 1 neuer; diese Saison: 64 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.210 (heute 1; diese Saison: 98)
- Tageskilometer: 200 (200km Auto)
- Saisonkilometer: 19.290 (14.480 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.110 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 175 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 432

Donnerstag, 6. November 2014

W432I: Abends in Berzdorf

SSV Berzdorf 1929 C ...................................................... 10
SC Meschenich 1923 C II ................................................. 2
- Datum: Donnerstag, 6. November 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: C-Junioren Qualifikation Staffel 16 Rhein-Erft-Kreis (Vorrunde der 5. und untersten U15-Spielklasse)
- Ergebnis: 10-2 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 7. NN, 2-0 15. NN, 3-0 28. (7), 4-0 40. (11), 5-0 41. (7), 6-0 44. (7), 6-1 50. XY, 7-1 54. (14), 7-2 55. XY, 8-2 56. (4), 9-2 58. (18), 10-2 66. (11)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Berzdorf, Kunstrasenplatz (Kap. 1.300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Einseitiges aber gutes Spiel mit vielen Toren)

SSV Berzdorf 1929 A ....................................................... 0
VfL Sindorf 1928 A .......................................................... 4
- Datum: Mittwoch, 5. November 2014 – Anstoß: 19.50
- Wettbewerb: A-Junioren Kreispokal Rhein-Erft (Viertelfinale, beide Teams Sonderstaffel Rhein-Erft 1, 5. Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 0-4 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 4. Alexander Johannes Goldner (Eigentor), 0-2 60. Fabio Kirchner, 0-3 91. Pascal Plessen, 0-4 93. Fabio Kirchner
- Verwarnungen: Andreas Nies, NN (beide Berzdorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Berzdorf, Kunstrasenplatz (Kap. 1.300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Mittelmäßiges und ab der 60. auch nicht mehr spannendes Spiel)

SSV Berzdorf 1929 D ....................................................... 5
1. FC Quadrath-Ichendorf 1913/21 D ............................ 6
- Datum: Mittwoch, 5. November 2014 – Anstoß: 18.10
- Wettbewerb: D-Junioren Kreispokal Rhein-Erft (Viertelfinale, beide Teams Kreissonderliga Rhein-Erft, 2. Spielklasse der U13)
- Ergebnis: 5-6 nach 75 Min. und Neunmeterschießen (32/31/ 6/ 6) – Halbzeit: 1-2, Reguläre Spielzeit: 3-3, Verlängerung: 0-0 (0-0), Neunmeterschießen: 2-3 nach je 3 Schützen
- Tore: 0-1 16. (11), 0-2 22. (4), 1-2 27. Nr. 10, 2-2 32. Nr. 9, 2-3 37. (7), 3-3 41. Nr. 11, Neunmeterschießen: 4-3 Nr. 6, 4-4 Nr. 5, 5-4 Nr. NN, 5-5 Nr. 11, gehalten, 5-6 Nr. 8
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Berzdorf, Kunstrasenplatz (Kap. 1.300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Wirklich gutes und spannendes Spiel der D-Junioren!) Photos with English Commentary:
a) Under-aged Football in Wesseling: SSV Berzdorf U13 v Quadrath-Ichendorf, SSV U19 v Sindorf, SSV U15 v Meschenich Res.
b) Wesseling: Pictures from Berzdorf

Nach der Uni am Mittwoch hatte ich mal Lust, den zu meiner Wohnung am nächsten gelegenen Fußballplatz zu besuchen. Im Wesselinger Ortsteil Berzdorf hatte ich bisher nur Baseball geguckt, doch diese Woche gab es mehrere Jugendspiele auf dem Kunstrasenplatz.

Der Sportplatz Berzdorf ist ein richtiges kleines Stadion, dessen kahle vierreihige Stehtribüne mit der niedrigen Überdachung man meist über die Gegenseite durch den dortigen Eingang zwischen Sporthalle und Vereinsheim betritt. An den Platz grenzt ein kleines Gehölz an – besonders schön ist die Anlage trotzdem nicht.

Den Anfang bei meinen Berzdorf-Besuchen machten am Mittwochabend die D-Junioren. Ihr Viertelfinalspiel im Kreispokal sollte sich als ausgesprochen sehenswert erweisen, denn ein flottes und technisch gutes Spiel wogte hin und her. Berzdorf lag immer wieder hinten, doch glich stets wieder aus. Erst von 0:2 auf 2:2, dann nach einem 30m Freistoß in den Winkel zum 2:3 aus Nahdistanz zum 3:3. Teilweise wurde recht hart gespielt, besonders der Gast arbeitete mit Fouls wie Ellenbogenstößen und Griffen ins Gesicht, die vom überforderten Nachwuchsschiedsrichter nie geahndet wurden. Das Geplärre vom ebenfalls noch sehr jungen Berzdorfer Trainer war trotzdem nicht hilfreich. Die Verlängerung blieb torlos und das Neunmeterschießen entschied Quadrath-Ichendorf mit viel Glück für sich: nachdem ihr Torwart eine starke Parade zeigte, schoss ihr Schütze nicht gerade überragend und doch rutschte der Ball unter dem Berzdorfer Schlussmann durch.

Das Spiel der A-Jugend fing auch gut an, doch konnte nach dem schnellen Tor nicht die Erwartungen befriedigen. Was Berzdorf für Chancen ausließ, war nicht zu fassen. Aber natürlich noch lange kein Grund die vernünftigen Betreuer und Trainer der Sindorfer so dämlich anzumachen, wie der dicke Berzdorfer Trainer. Also beim SSV sind schon einige nicht sonderlich helle Zeitgenossen zugegen, die immer irgendwelche Sprüche klopfen müssen. So auch die Jugendlichen auf der Tribüne neben mir, die unbedingt raushauen mussten, dass in ihrer Berufsschule jemand aus dem Fenster gepisst hat, da der Lehrer ihn nicht mitten in der Unterrichtsstunde aufs Klo gehen lassen wollte... Wie auch immer... Es dauerte bis zur 60. ehe Sindorf erneut traf. In der zweiten Hälfte bestimmten sie das Spiel und Berzdorf kam zu fast gar keinen Chancen mehr. Der in der Liga schlechter platzierte VfL Sindorf setzte in der Nachspielzeit, die der Schiedsrichter – welcher auch nicht sonderlich souverän war – viel zu lange anberaumte, einen drauf bzw. zwei: 0-4 lautete der Endstand.

Schließlich schaute ich mir auch noch die C-Junioren am Donnerstag an, die in ihrer Ligenvorrunde (6 Mannschaften in Doppelrunde jeder gegen jeden) erst 3 Punkte geholt haben – und diese auch noch mit einem 0:1 beim heutigen Gegner, der punktlosen C-II vom Kölner SC Meschenich. Nach vereinzelten Meschenicher Angriffen in der Anfangsphase, riss Berzdorf das Spiel an sich und baute die schnelle Führung nach und nach aus. Das 3:0 bei Pause wirkte schon spielentscheidend, doch in der zweiten Hälfte fielen teilweise Tore im Minutentakt. Berzdorf zeigte ein richtig gutes Spiel und zog mit 6:0 davon. Meschenich schloss unerwartet doch noch zwei Konter erfolgreich ab (6:1 und 7:2). Danach kassierten sie aber wieder drei Tore innerhalb weniger Minuten, sodass der Endstand 10:2 hieß. Also wieso Berzdorf mehrere Spiele zweistellig, eines sogar mit 0:19 verlor, ist mir nach der Leistung schleierhaft. OK, Meschenich war sehr schwach – deswegen waren die Spieler und auch Trainer + Betreuer dauernd am Meckern, auch über den guten und sicheren Schiedsrichter – aber trotzdem; warum Berzdorf nur gegen die gewinnt, wundert mich!  
Statistik:
- Grounds: 1.217 (heute 1 neuer; diese Saison: 63 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.209 (heute 3; diese Saison: 97)
- Tageskilometer: 10 (10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 19.090 (14.280 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.110 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 175 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 432