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Dienstag, 21. März 2017

W555II: Länderübergreifender Fußball im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet, Handball- und Basketball-Playoffs in Diddeleng und die Portugiesen-Kolonie von Larochette

Photos with English Commentary:
a) Basketball: T71 Dudelange 66:91 Etzella Ettelbrück
b) Handball: HB Dudelange 34:31 Handball Käerjeng
c) Football 1st Division: F.C. Victoria Rosport 2:2 FC Progrès Nidderkuer
d) U-15 Football: Rupensia Lusitanos Larochette U15 4:1 Résidence Walferdange U15
e) U-13 Football: JSG Sirzenich D 0:0 SV Trier-Irsch D
f) U-13 Football: Victoria Rosport U13 5:1 US Hostert U13 (in Ralingen)
g) Sightseeing in Luxembourg: Rosport church, manor and landscape Victoria Rosport U13 5:1 US Hostert U13 F.C. Victoria Rosport Minimes ................................ 5
FC US Hostert Minimes ............................................ 1
- Datum: Samstag, 18. März 2017 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Minimes Classe 3 Serie 2 (3. Luxemburgische U13-Fußballliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 62 Min. (30/32) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 20. (11), 2-0 24. (11), 3-0 30. (9), 4-0 44. NN, 4-1 51. NN, 5-1 58. (9)
- Gelbe Karten: Nr. 9 (Rosport)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Ralingen (Deutschland; Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel mit schönen Toren)

Dieses Jahr will ich in jedem Monat mindestens einmal ins Ausland hoppen fahren. Klappt bisher auch ganz gut: Januar in den Niederlanden, Februar in Luxemburg, im April zwei neue Länderpunkte in Planung. Ach ja, fehlt März: noch mal ab nach Luxemburg, wo diesmal aufgrund eines anstehenden Länderspiels mehr Samstag- als Sonntagspiele waren. Allerdings fuhr ich zuerst noch nicht über die Grenze, da es schon auf der deutschen Seite luxemburgischen Fußball zu sehen gab. Rosport und Ralingen sind nur durch die Sauer getrennt. Landschaftlich und kulturell sind diese Regionen in der Pfalz bzw. Luxemburg auch kaum zu trennen. So klappt die Kooperation zwischen den Grenzorten auch sehr gut und regelmäßiger Nutzer des ganz nett gelegenen aber ansonsten gesichtslosen Kunstrasen in Ralingen ist der luxemburgische Verein Victoria Rosport. Deren D-Jugend traf um 10.30 auf die D-Jugend von US Hostert: beides keine so guten Teams, aber Rosport mit ein paar schönen Spielzügen. Es wurde sinnvollerweise 9 gegen 9 auf einem fast dem Großspielfeld entsprechenden Feld – die Kleinfeldtore wurden auf die Fünfmeterraumlinie gestellt – gespielt. Rosport dominierte das Spiel und siegte 5:1. JSG Sirzenich D 0:0 SV Trier-Irsch D JSG Sirzenich D ......................................................... 0
SV Trier-Irsch ............................................................ 0
- Datum: Samstag, 18. März 2017 – Beginn: 12.15
- Wettbewerb: D-Junioren Kreisliga Trier-Saarburg, Staffel III (4. und unterste deutsche U13-Fußballliga)
- Ergebnis: 0-0 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 0-0
- Tore: keine
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Godendorf (Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Absolut unterirdisch was Trier-Irsch da machte! Sirzenich leider nicht fähig zu treffen. Modus absolut scheiße)

Wie man nicht D-Jugend organisieren sollte, machten die Idioten im Landkreis Trier-Saarburg vor: neun gegen neun mit Kleinfeldtoren auf der Strafraumgrenze und vorkürzten Spielfeldseiten. Die Teams aus Sirzenich und Trier-Irsch standen sich nur zu, wobei Trier-Irsch überhaupt nichts zeigte und nur das Spiel kaputt machte. Also deren Trainer braucht mal ein paar aufs Maul, so wie der da schon im Alter von 11, 12 Jahren Anti-Fußballer erzieht! So was Schlechtes habe ich in der Jugendklasse noch nie erlebt! AS Rupensia Lusitanos Larochette U15 4:1 Résidence Walferdange U15 AS Rupensia Lusitanos Larochette Scolaires ......... 4
FC Résidence Walferdange Scolaires ...................... 1
- Datum: Samstag, 18. März 2017 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Scolaires Classe 5 Serie 1 (5. und unterste Luxemburgische U15-Fußballliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 26. (7), 2-0 49. (7), 3-0 65. (15), 3-1 66. (10), 4-1 69. (13)
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Terrain am Birkelt (Kap. 350 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Allenfalls durchschnittliches Spiel)

Dann wieder nach Luxemburg rein, in Rosport die Kirche und das Schloss angeguckt und dann nach Fiels. Dort in Larochette hatte ich mir die Burg schon mal angeguckt und beim Basketball war ich auch noch gewesen. Was mir bis jetzt aber nicht bewusst war: in Larochette leben 67% Ausländer – der höchste Ausländeranteil im ganzen Großherzogtum – und es gibt dort mehr Portugiesen als Luxemburger. Ende der 90er haben daher der alteingesessene, in den 30ern gegründete Club Rupensia und der Migrantenverein Lusitanos fusiert. AS Rupensia Lusitanos geht nun, mit mehrheitlich portugiesischen Spielern, dem Fußball auf dem zwischen Campingplatz und Basketballhalle gelegenen Terrain am Birkelt nach. Highlight der Anlage: eine Buvette (Sportlerheim), die auf engstem Raum alles vom Elektro-Grill über Tische bis hin zum Flachbildfernseher und einem Klo unterbringt. Die Mettwurscht war gut bei denen – man kann da auch stilvoll Wein dazu trinken.
Das U15-Spiel war noch ganz OK, v.a. wenn man bedenkt dass das unterste Liga war. Und nach einer sehr abwechslungsreichen Schlussphase stand es auch immerhin 4:1 für Larochette gegen Walfer. Victoria Rosport 2:2 Progrés Niederkorn F.C. Victoria Rosport ................................................ 2
FC Progrès Nidderkuer ............................................. 2
- Datum: Samstag, 18. März 2017 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun, sogenannte BGL Ligue (1. luxemburgische Fußballliga für Profi- und Halbprofimannschaften)
- Ergebnis: 2-2 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 1. Weirich, 2-0 51. Valente, 2-1 80. Thill, 2-2 82. Bors
- Gelbe Karten: Nr. 3 (Rouspert); Nr. 8, 10, 29 (Niederkorn)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stade am Camping (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 280 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

Dann ging es wieder an die Grenze nach Rosport und dort gab es dann das Hauptspiel: Victoria Rosport, derzeit Tabellenletzter der 1. Liga, traf auf den Vierten aus Niederkorn. Der direkt an der Sauer von einem Campingplatz umgeben liegende Sportplatz hat eine kleine, schön ins Sportlerheim integrierte Tribüne. Die Buvette hat eine schlechte Auswahl, ist aber originell gebaut. Die Zuschauerzahl war auch für die Nationaldivisioun nicht gut und der Gast dominierte die Stimmung mit einer handvoll Fans. Die erste gute Aktion setzte dennoch der Gastgeber: ein Kopfball nach 50 Sekunden und schon stand es 1:0. Nach der Pause Rosport mit dem 2:0 und bis dahin auch die bessere Mannschaft. Doch in der Schlussphase glich Niederkorn durch einen Doppelschlag aus. Das 2:2 erzielte ausgerechnet so ein dämlicher Kölner, der noch vor kurzem beim Bonner SC gespielt hat: David Bors... Victoria Rosport 2:2 Progrés Niederkorn Handball Dudelange .............................................. 34
Handball Käerjeng ................................................. 31
- Datum: Samstag, 18. März 2017 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Nationaldivisioun am Handball, Meisterrunde; sogenannte Sales-Lentz League Hommes, Play-off Titre (Meisterrunde der 1. Luxemburgischen Handballliga; Halbprofiliga)
- Ergebnis: 34-31 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 15-16
- Tore: NN
- Gelbe Karten: Nr. 6, 13, 17 (HBD); Nr. 10, 13, 28 (HBK)
- Zeitstrafen: Nr. 39 (2x), 7, 13, 24 (HBD = 10 Minuten); Nr. 3, 20, 22 (HBK = 6 Minuten) - Rote Karten: keine
- Austragungsort: Lycée Nic Biever, Salle Rene Hartmann (Kap. 1.000, davon 900 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes und v.a. spannendes Spiel mit ein paar Durchhängern)

Noch ein Erstligaspiel und noch mal um 10€ erleichtert. In der großen Sportanlage vom Gymnasium Nic Biever in Dudelange war erstmal die Frage: welche Tür in welche Sporthalle? Erstmal beim Basketball reingelatscht – ach so, ich wollte doch Handball gucken – also an der Kasse (auch da die mittlerweilen üblichen 10€, vor zwei Jahren waren das überall noch 8€) umgedreht und den Flur entlang und im Foyer links ab und dann in die andere Sporthalle im selben Komplex. Da dann angestellt und auf der ansehnlichen Tribüne die im oberen Bereich Schalensitze und im unteren Bereich Holzbänke hat, Platz genommen. Das Handballspiel zwischen Dudelange und Käerjeng hatte unteres 3. Liga Niveau, war aber ein Spitzenspiel der Play-off-Runde zwischen zwei Meisterschaftskandidaten. Mehr als so ein unteres Drittliganiveau kann man da auch nicht erwarten, zu Dudelange ist auch kürzlich jemand vom SC Longerich (3. Liga West) gewechselt. Anfangs lag Dudelange dauernd mit teils drei Toren zurück, bei Halbzeit 15:16 für Käerjeng, doch Diddeleng drehte mit teils tollen Toren das Spiel, ging mit bis zu 5 Treffern in Front und gewann am Ende 34:31. HB Dudelange 34:31 HB Käerjeng Basket T71 Dudelange ........................................... 66
BBC Etzella Ettelbrück ......................................... 91
- Datum: Samstag, 18. März 2017 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Nationaldivisioun am Basketball, Meisterrunde; sogenannte Totel League Hommes, Poul Titre (Meisterrunde der 1. Luxemburgischen Basketballliga; Profi- und Halbprofiliga)
- Ergebnis: 66-91 nach 40 Min. (4x10) – Viertel: 20-33, 6-24, 24-18, 16-16
- Punkte: Anderson Jr. 19, Johnson 16, Schumacher 11, Schmit 7, Rufato 7, Berens 6 (T71); Barden Jr. 30, P. Gutenkauf 25, Mc Nutt 14, Delgado 11, Polfer 5, F. Gutenkauf 3, Wilson 2, Wolff 1 (Etzella)
- Fouls: Johnson 2, Rufato 2, Schumacher 3, Berens 1, Anderson Jr. 2, Schmit 3, Hurt 3, Laures 2 (T71 = 18 Fouls); Delgado 2, P. Gutenkauf 1, Polfer 1, Barden Jr. 2, Mc Nutt 3, F. Gutenkauf 4+DQ, Benseghir 1, Wolff 3 (Etzella = 17 Fouls)
- Austragungsort: Lycée Nic Biever, Salle Grimmler (Kap. 1.700, davon 1.200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nur das letzte Viertel gesehen, aber da war richtig gut!)

Ich ging mit ein paar anderen Handballfans mit und wir nutzten, dass nun niemand mehr kassierte und betraten die Basketballhalle um dort das letzte Viertel zu schauen. Basketball ist von den Hallensportarten schon am lohnendsten in Luxemburg: hier waren doppelt so viele Zuschauer in einer noch größeren Halle und es gab auch Stimmung. Obwohl die Partie schon entschieden war: Etzella Ettelbréck gewann gegen Diddeleng mit 25 Punkten Unterschied: 91 zu 66. T71 Dudelange 66:91 Etzella Ettelbrück Statistik:
- Grounds: 1.880 (6; diese Saison: 201 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.987 (6; diese Saison: 247)
- Tourkilometer: 470 (470km Auto)
- Saisonkilometer: 41.160 (38.710 Auto, davon 650 Mietwagen/ 1.790 Fahrrad/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [letzte Serie: 11, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 555 Wochen. ^ ^

Montag, 24. November 2014

W434IV: Luxemburgs einzige Holztribüne und volle Scheune beim Basketball in Zolwer

AS 1937 Soleuvre ............................................................ 87
BBC Arantia Larochette ................................................ 78
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Tipp-off: 18.00
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-78 nach 40 Min. (4x10) – Viertelstände: 26-16, 20-25, 20-27, 21-10
- Punkte: Pitt Koster 25, Malcom Miller 24, Derrick Barden Jr. 16, Dominique Benseghir 12, Vic Heuschling 4, Ben Hemmen 4, Eric Bissener 2 (Zolwer); Reginald Evans 31, Michael Jones 14, Rui Felipe Nunes Jordao 13, Sam Salvador Ferreira 8, Christophe Kirpach 4, Tom Becker 4, Joao Pedro Nunes Jordao 2, Claude Weckering 2 (Fiels)
- Fouls: Dominique Benseghir 3, Pitt Koster 2, Malcom Miller 1, Derrick Barden Jr. 1 (Zolwer = 7); Michael Jones 4, Pit Hoffmann 3, Christophe Kirpach 2, Sam Salvador Ferreira 1, Joao Pedro Nunes Jordao, Tom Becker 1 (Fiels = 12)
- Spielort: Centre Sportif Roger Krier, KUSS Scheierhaff (Kap. 800, davon 640 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Spannendes Spiel auf ordentlichem Niveau, gute Stimmung)

Cercle Sportif Fola 1906 Esch/Alzette ........................... 4
Uewer/Nidder Käerjeng 1997 ......................................... 0
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun bzw. sogenannte „BGL Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 52. Laurent Jans, 2-0 56. Samir Haji, 3-0 60. Jérôme Brix (Eigentor), 4-0 89. Samir Haji
- Verwarnungen: TW Jérôme Winckel, Nr. 28 (beide Käerjeng)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Emile Mayrisch (Kap. 2.826, davon 826 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 280 (davon 260 zahlende und etwa 15-30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Brauchte ewig um in Fahrt zu kommen, war aber in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel)

FC Déifferdeng 2003 (Cadets) ....................................... 12
AS La Jeunesse d’Esch/ Alzette (Cadets) ....................... 1
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Cadets Classe 2 (2. Spielklasse der U17 in Luxemburg)
- Ergebnis: 12-1 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 6. (29), 2-0 10. (15), 3-0 12. (11), 4-0 35. (17), 5-0 41. (7), 6-0 45. (18), 7-0 49. (18), 8-0 52. (20), 8-1 61. (Nr. 6; Nachschuss des eigenen Foulelfmeters), 9-1 73. (11), 10-1 74. (11), 11-1 79. (7), 12-1 80. (18)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Déifferdeng); Nr. 4 (Jeunesse)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade du Thillenberg (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges aber wenigstens schön torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football U17: FC Differdange defeat Jeunesse Esch (STADE THILLENBERG)
b) Football 1st Division: Fola Esch defeat UN Kaerjeng (Stade Emile Mayrisch)
c) BASKETBALL: Baskets Zolwer defeat Arantia Fiels (1st Division)
d) SIGHTSEEING: Schengen Palace, Mondorf-les-Bains Church, Hesper Castle, Luxembourg City (Obergrünwald Fortress & Plateau de Kirchberg Modern Architecture), Eischen Church, Sanem Palace
e) VIDEO: Luxembourg; Some Brass Music and Some Basketball

Am Sonntag fuhr ich wieder nach Luxemburg. Langsam wundert es mich aber schon, dass ich auch bei der achten Fahrt und dem insgesamt schon 20. oder 22. Tag im kleinen Großherzogtum immer noch etwas entdecke. Wenn man im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzdreieick über die Mosel fährt, kommt man nach Schengen, das wegen des Abkommens, welches auf einem Schiff auf der Mosel vor ebendiesem Dorf, bekannt ist. Unterhalb von steilen Weinbergen gibt es ein Schloss mit historischem Turm und Barockgarten.

Auch lohnend war Munneref (Mondorf-les-Bains oder Bad Mondorf), da es dort eine sehr schön ausgestaltete Barockkirche gibt. Hesper hat auch eine ganz ansehnliche Kirche, doch die Burg oberhalb der Kirche ist interessanter. Ungewöhnlich für Luxemburg: moderne Bebauung wurde kreuz und quer in die mittelalterlichen Ruinen gebaut.

In der Hauptstadt machte ich noch einige Fotos von der Festung Obergrünwald unterhalb vom Plateau de Kirchberg, wo sich die ganzen Verwaltungs-und EU-Einrichtungen befinden. Einige dieser Glaskästen fotografierte ich auch noch. Auch in den Randbereich der Festung wurden moderne Bauten und Kunstobjekte gesetzt – allerdings sieht das unerwartet gut aus und verschandelt das Festungsbauwerk gar nicht mal.

In Eischen schaute ich mir die hoch oberhalb des Ortes gelegene und ebenfalls innen sehenswerte Kirche an. In Sanem sah die Kirche auch interessant aus, war aber ungewöhnlicherweise verschlossen. Meist sind die luxemburgischen Kirchen bis abends zur Besichtigung geöffnet; da keine Schilder aufgestellt werden, muss man halt einfach mal probieren ob die Tür offen ist... Aber dafür gab es in Sanem ein Schloss, leicht verbaut, mit Kapelle und Park oberhalb des Fußballstadions (mittlerweile Kunstrasen mit kleiner überdachter Tribüne) zu sehen.  
Ich guckte dann allerdings nicht das Juniorenspiel in Sanem sondern jenes in Déifferdeng, wo die B-Junioren vom FC 03 gegen die von Jeunesse Esch antraten. Das Spiel war für mich nebensächlich, denn mich interessierte v.a. ob der eine Groundhoppingkollege mit „schönstes Stadion Luxemburgs“ übertrieben hatte. In der Tat hatte er nicht übertrieben, denn schon allein, dass das Stade Thillenberg in Differdingen die einzige noch erhaltene Holztribüne im luxemburgischen Fußball zu bieten hat, macht es zu etwas besonderen. Die mittlerweile gesperrten Stehtraversen, die auf der Gegenseite vor die nackte Felswand gebaut worden, sind auch spektakulär. Die Holztribüne ist ansich natürlich relativ klein, nur fünf Reihen Holzbänke für etwa 300 Zuschauer, ein Sprecherturm, schöne dreiteilige Dachkonstruktion... Ansonsten ist das Stadion übrigens sehr heruntergekommen: kaputte Toiletten, defekte Anzeigetafel, Müll überall, Moos und Flechten auf den Barrieren und Stufen, löchrige Zäune und Fangnetze... Dafür weiß die Landschaft jedem zu gefallen: bewaldete Höhenzüge rundherum und kein Gebäude der nahen Ortschaft zu sehen!

Das Spiel war aufgrund der Tore sehenswert. Differdange stürmte unermüdlich drauf los und spielte regelmäßig die überforderte Gästeabwehr aus. Vor der Pause hieß es „nur“ 4:0 aber nach der Halbzeit ging es richtig los, teilweise mit Weitschüssen ins Eck oder ganz genial: einer grätscht den Ball vor dem Ausgehen 15m vor der Eckfahne direkt vor der Seitenlinie weg und der geht als Bogenlampe in den langen Winkel! Einen Elfmeter konnte Jeunesse Esch noch im Nachschuss verwandeln, aber am Ende stand ein für die Escher katastrophales 12:1 zu Buche.  
Ich fuhr sofort zum zweiten Spiel ins 11km entfernte Esch/ Alzette weiter. Diesmal nicht Jeunesse sondern der Tabellenführer der 1. Männerliga (Nationaldivisoun oder mit Sponsorenscheißname: BGL Ligue). Die spielen nicht im sehr sehenswerten Stadion op Grenz von Jeunesse, sondern haben – auch schön im Wald gelegen – ein eigenes Stadion namens „Stade Emile Mayrisch“. Dort war zwar wenig Zuschauerauftrieb aber die Straße wurde wild zugeparkt, da um die Ecke ein Crosslauf ausgetragen wurde, der sich erst jetzt langsam auflöste. Über den Crosslauf wurde übrigens im Radio berichtet, wobei das mal wieder typisch Luxemburgisch war, außer auf das Ergebnis auch noch daraufhin zu weisen, dass „ein janz Gescheiter d'Feiler vum Parcours verdréit hat, sou datt e puer Athlete falsch gelaf sinn“, wobei der „ganz Gescheite“ in Internet Zeitungen als „puer onbekannt Raudien“bezeichnet wurde...

Das Stadion hat ein schönes Eingangsportal, wo man gleich mal einen Zehner dalassen kann wenn man zur 1. Liga will, ansehnliche Haupttribüne mit Dach und 826 Schalensitzen in Rot und Weiß, gegenüber ein paar Stufen unterhalb des Graswalls. In einer Ecke wurde unterhalb des Felsens eine Buvette, wo ich mir erstmal mein Mittagessen holte (zwei fette Mettwürschte und eine Portion Frittes), errichtet.

Das Spiel war in der ersten Halbzeit extremst einseitig. Nur Fola am Ball, nur Fola mit Torgelegenheiten. Der Gast aus Käerjeng kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Fola schoss zu allem Überfluss auch noch einen Foulelfmeter neben den Kasten. Erst in der zweiten Halbzeit gelang Fola etwas zählbares, doch als nach 52 Minuten der Torwart der Gäste erstmals überwunden war lief es. Es wurde ein gutes Spiel, das nun auch mal von den Käerjengern zwei, drei Torchancen sah, und von Fola Esch verdientermaßen 4:0 gewonnen wurde. Damit ist der CS Fola Herbstmeister.  
Leider schon um 18 Uhr wurde das Erstliga-Basketballspiel – die sogenannte TOTAL Ligue hat interessanterweise eine ganze Menge Vereine aus sehr kleinen Orten, die teils richtig erfolgreich spielen – angepfiffen. Ich dachte erst, es sei wie beim Volleyball in Luxemburg: für das Gegurke kommen nur 30 oder 50 Zuschauer bei freiem Eintritt in die Halle und es ist egal, wenn man erst zur 5. Minute die Halle betritt. Doch als ich in der 5. Minute im Foyer des großen Kastens von Sporthalle in Zolwer (Soleuvre), der Scheierhaff (also Scheunenhof) heißt, stand, staunte ich nicht schlecht...

Drinnen lärmte es schon, während ich 5€ abdrückte (und das war noch eine anständige Ermäßigung die für Schüler und Studenten galt: regulär wären es 8€ gewesen). Als ich im Obergeschoss angekommen war, musste ich feststellen, dass die Obertribüne überfüllt war: da niemand auf den äußersten und untersten Sitzen hocken wollte, wurden die Stehplätze dicht belegt und die Treppen blockiert. Vier Reihen bunter Sitze – auf der gegenüberliegenden Untertribüne noch einmal genau das Gleiche – reichten kaum aus! Die Halle war in diesem nicht unbedingt sportversessenen Luxemburg, das nie durch große Zuschauermassen auffällt, eigentlich ausverkauft für ein Spiel des 4. gegen den 8. von 10!

Und die Stimmung war echt nicht schlecht! Zolwer hatte Überziehfahnen und Blasinstrumente mit denen sie gängige Sportmelodien („steht auf wenn ihr für XY seid“ oder „das war super, das war elegant“) oder gar Weihnachtslieder und Karnevalsschlager spielten. Als es in der einen Viertelpause keine Musik von der Anlage gab, spielten die Herren mit den Blechbläsern unterstützt von den beiden jüngeren Schlagzeugern gleich mal ein Lied zur Belustigung der anderen Fans...

Am Anfang hatte ich auf der Treppe der Obertribüne neben den „Holy-Gäns“ genannten Fans vom Gastverein, Arantia Fiels (Larochette), gehockt. Der Ort ist für seine Burg berühmt, aber in der Basketballszene im Großherzogtum anscheinend auch bekannt. Gut 50 Leute, teils mit Trommeln und Klatschen sowie Papptafeln mit Motiven ausgestattet, feuerten da ebenfalls recht einfallsreich an. Ich wechselte in der Halbzeit dann auf die Untertribüne um besser fotografieren zu können. Dort war es ziemlich ruhig, aber man hörte auch noch gut, wie die Fans auf der Obertribüne anfeuerten oder manchmal auch über den „Arbiter“ (Schiri) meckerten, der „Merd paaft“ (Scheiße pfeift).

Das Spiel war besseres Mittelmaß – für eine nichtprofessionelle Liga schon sehr ansehnlich – und ausgesprochen spannend. Da Zolwer in der ersten Halbzeit den Gast ständig mit 6 bis 12 Punkten auf Distanz hielt, schien ein ungefährdeter Sieg absehbar, doch die Fielser kämpften sich noch mal richtig zurück und glichen in der 29. Minute erstmals aus. Mit der nächsten Aktion gingen sie sogar in Führung (64:66) Doch kurz nach Beginn des letzten Viertels drehte wiederum Zolwer die Partie von 68:70 auf 72:70 in der 33. Minute. Beim 83:78 in der 37. schien dann der Sieg wieder ungefährdet, der am Ende dann doch mit neun Toren ausfiel.
Dieses gute und stimmungsvolle Spiel sagt mir: beim nächsten Mal in Luxemburg (wenn nicht schon Mitte Dezember, dann auf jeden Fall Mitte/ Ende Januar) nicht nur zum Handball sondern noch mal zum Basketball und dann aber auch rechtzeitig in die Halle kommen...  
Statistik:
- Grounds: 1.239 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.232 (heute 3; diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 520 (520km Auto)
- Saisonkilometer: 22.370 (16.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.190 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434

Montag, 17. November 2014

W433III: 50€ für die Luxemburger Nationalelf

Luxemburg/ Luxembourg/ Lëtzebuerg/ Люксембург 0
Ukraine/ Ukrain/ Україна ............................................ 3
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 (Gruppe C)
- Ergebnis: 0-3 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 33. Yarmolenko, 0-2 53. Yarmolenko, 0-3 56. Yarmolenko
- Verwarnungen: Martins Pereira (Luxemburg); Khacheridi, Sydorchuk (Ukraine)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Josy Barthel (Luxemburg-Stadt, Kap. 8.054 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.000 (Zahlende: 4.379, Ukrainer: ca. 1.000)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Über weite Strecken gutes und auch ausgeglichenes Spiel)

Volleyball Club Strassen ............................................... 3
Volleyball Club Fentange ............................................ 0
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Beginn: 20.15
- Wettbewerb: sogenannte Novotel-Ligue Hommes (1. Luxemburgische Volleyballliga, Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 62 Min. (21/21/20)
- Satzergebnisse: 25-13, 25-16, 25-16
- Strafen: keine
- Spielort: Hall Omnisports Strassen (Kap. 360 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Streckenweise langweiliges Spiel und fast durchweg niedrigem Niveau)

Chev Diekirch Handball U21 ........................................ 36
Handball Club vun der Gemeng Péiteng U21 ............. 28
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Anwurf: 14.00
- Wettbewerb: U21 Ligue Hommes (1. Luxemburgische U21-Handballliga)
- Ergebnis: 36-28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-12
- Tore: k.A. (Diekirch); k.A. (Péiteng)
- Siebenmeterquote: Diekirch 67% (2 von 3); Péiteng 67% (2 von 3) - Gelbe Karten: Nr. 2, 3, 5 (Diekirch); Nr. 3, 6, 9 (Péiteng)
- Zeitstrafen: 2x Nr. 5, 2x Nr. 3 (Diekirch = 8 Minuten); 2x Nr. 6, Nr. 3 (Péiteng = 6 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Hall Omnisports Diekirch (Kap. 180 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Handballspiel mit einzelnen Highlight) Photos with English Commentary:
a) European Championship Qualifier: Luxembourg lost to Ukraine at Stade Josy Barthel
b) Handball in Luxembourg: Chev Diekirch U21 defeat HC Petange U21
c) Volleyball in Luxembourg: VC Strassen defeat VC Fentange
d) Sightseeing in Luxembourg: Leetem Village, Housen Church, Schüttbuerg Castle, Diekirch Town, Fiels Castle

Eine ganze Menge EM-Qualispiele standen an diesem Wochenende an. Uns hatte es die Partie in Luxemburg angetan, da sie die nächstgelegene und zudem vom Gastgeber her sympathischste war. Allerdings gibt es mittlerweile selbst bei Spielen in Luxemburg mitunter Probleme mit den Karten. Doch wenn man etwas mehr anlegt, kommt man auch ohne Vorverkauf rein.

Ganz entspannt konnten wir aber erstmal das Sightseeing angehen. So sehenswert Luxemburg nämlich ist – nach 7 Besuchen und insgesamt mehr als 14 Tagen in diesem schönen Land hat man dann doch fast alles gesehen... Wir fuhren also im nordöstlichsten Ort, Leetem (Leithum) ins Großherzogtum rein und folgten den sich durch die gebirgige und im Nebel hängende Landschaft schlängelnden Straßen nach Housen (Hosingen). Die Kirchen in Luxemburg sind oft offen, sodass wir den dunklen, neoromanischen Bau in Housen, der wohl mal ein Kloster war, auch innen besichtigen konnten.

Eigentlich dachten wir, dass wir schon alle Burgen in Luxemburg besucht hätten, aber irgendwie tauchte auf der Wanderkarte doch noch eine auf. Die Schüttbuerg erreicht man – mangels Ausschilderung mussten wir in einer Mühle fragen wo uns auch weitergeholfen wurde – entweder wenn man an der richtigen Stelle die asphaltierten Serpentinen geradeaus in einen felsigen Schotterweg verlässt, der nach 200m vorm Burgtor endet, oder indem man sich neben einen Radweg stellt, der genau an der Stelle ins Tal schießt an der es zur Burg links einen steilen Pfad im Wald hochgeht. Die Burg selbst ist in Privatbesitz und wurde komplett restauriert. Da es sich um eine Spornburg handelt, die auf einem Porphyrfelsen thront, ist die Anlage mit dem Rundturm und den verschachtelten Wohngebäuden besonders sehenswert.  
Wir waren in Diekirch Mittagessen gegangen, wo im Imbiss mal wieder die Mehrsprachigkeit auffiel: der türkische Besitzer ist garantiert in Frankreich aufgewachsen, denn er sprach nur Französisch, doch am Nachbartisch unterhielt sich ein Paar (Luxemburger und Araberin oder Türkin) auf Letzebuergisch, nachdem sie Französisch bestellt hatten. In der Sporthalle ging es weiter: hier wurden Hochdeutsch, Französisch und Luxemburgisch gesprochen. Beim Volleyball am Abend kamen übrigens noch Polnisch und Englisch hinzu...

Aber erstmal zum Handball: endlich haben wir auch mal eine andere Sportart als Fußball im Großherzogtum gesehen! In der formschönen und modernen, aber nicht unbedingt praktischen da mit einer dreireihigen Obertribüne versehenen Sporthalle hinter dem Stadion von Diekirch fand ein Spiel der U21-Liga statt. Chev Diekirch hatte es mit HB Petange zu tun und der Gast legte mit tollen Würfen aus spitzem Winkel gut vor. Nach etwa 10 Minuten kippte das Spiel allerdings und nach 15 begann der Gastgeber davonzuziehen, da sie Petange konsequent am Durchkommen hinderten und nun vorne selbst richtig durchbrachen. Die Fehlwurfquote war zwar immer noch hoch, aber am Ende sollte es viele Treffer aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit und der schnellen Abschlusssuche geben. Diekirch hielt Petange in der zweiten Hälfte auf Distanz und gewann mit acht Treffern 36:28.  
Nun aber schnell zum Nationalstadion, das nach dem einzigen Olympia-Sieger Luxemburgs, dem Leichtathleten Josy Barthel – von Beruf Chemiker, nach seiner Amateursportlerlaufbahn auch Politiker - benannt ist! Das kostenlose Parken klappte zwischen Caritas und irischer Botschaft auf dem Seitenstreifen, aber das preisgünstige Zugucken leider nicht. Es gab nur noch Karten für die „gedeckte Tribüne“ (der Kassenwart sagte das sogar auf Hochdeutsch „überdachte Tribüne“) die unglaubliche 50€ kosteten. Also wenn ich noch einmal ein Spiel der Nationalmannschaft anpeile, besorge ich mir im Vorverkauf über den Verband die Karten für die ungedeckte Gegentribüne, die im 20€ Bereich liegen. Von den Plätzen neben der Presse sieht man auch nicht unbedingt besser, wobei man, wenn man wie wir wirklich direkt neben den Kollegen von der Glotze sitzt, auf deren Bildschirmen gucken kann um eine Wiederholung der Treffer und strittigen Szenen zu bekommen...

Nicht mal bei der WM haben wir so viel gezahlt, doch dieses teuerste Fußballspiel das wir je besucht haben, lohnte sich insgesamt gesehen. Im altmodischen und ganz ansehnlichen Josy Barthel Stadion lieferten sich diese beiden Nationalmannschaften ein wirklich flottes Duell, das in Teilen der ersten Hälfte bis zur Führung der Ukraine (dritter Nachschuss in einer Chaossituation im Strafraum) sogar von Luxemburg mit seinen gefährlichen Kontern bestimmt wurde. Nach der Pause erzielten die Ukrainer noch zwei weitere Tore, da die linke Abwehrseite nicht mit dem stärksten Mann im Team der Osteuropäer zurechtkam. Nach dem 0:3 ebbte das Spiel etwas ab, doch mit einem Pfostentreffer Luxemburgs und etlichen Chancen der Gastmannschaft ging dieses ganz gute Spiel zu Ende. Schade, dass es nicht mal für ein Luxemburger Tor gereicht hat. Die gut 1.000 Ukrainer hätten es den Luxemburgern wohl spätestens dann gegönnt, nachdem der M-Block – der kleine Fanblock der Luxemburger – zusammen mit einer versprengten ukrainischen Fangruppe einen Wechselgesang auf Ukrainisch anstimmte. Stimmung ging aber ohnehin meist nur von den Ukrainern aus, die auch mit Pyrotechnik und mehreren schwarz-roten KUN-Flaggen (auch mehrere Banner zeigten, was Ukrainer von den russischen Aggressoren und Besatzern halten – wobei etliche KUN-Leute genauso scheiße und faschistisch sind wie das Russenpack das in der Ukraine, dem Kaukasus, Syrien etc. seine Finger im politischen Spiel hat) am Start waren.  
Joa... es war ja noch Luft, also rundete ein Volleyballspiel im 3km entfernten Strassen den Sporttag ab. In der von außen recht kurios geformten und innen eher unspektakulären, sehr modernen und gepflegten Halle verloren sich auf den vier Sitzreihen nur 30 bis 35 Zuschauer bei einer Partie des Tabellenführers der 1. Männerliga. Also eine bessere Volleyballmannschaft als den VC Strassen gibt es wohl ihn ganz Luxemburg nicht – und dann kommen da nur 30 Leute zum Gucken!

OK, wenn man das Niveau gesehen hat: Strassen spielte wie ein mittelmäßiger Volleyball-Regionalligist und gewann nur deshalb so deutlich gegen Fenteng, da dieser Abstiegskandidat maximal auf Bezirksliganiveau herumeierte... Wenn ich aber auch sehe, wie nach dem Spiel die halbe Fentenger Mannschaft vor der Halle mit Kippe inner Fresse rumgammelte...

Also wie das Spiel schon anfing: Aufschlag Fenteng – Fehler, 1:0. Aufschlag Strassen – Fehler 1:1. Aufschlag Fenteng – kam sofort ganz billig zurück 2:1... Es gab v.a. von Strassen und ganz vereinzelt auch vom Gast einige schöne Aktionen und Geistesblitze, aber insgesamt war das Niveau wirklich erschreckend und man konnte von Glück reden, dass dieses Spiel nur drei Sätze dauerte: noch ein vierte Satz und es wäre richtig langweilig geworden.

Fazit des Tages: 1. man findet doch immer noch etwas zum Besichtigen in diesem schönen Land, 2. auch wenn es die für uns teuersten Eintrittskarten aller Zeiten waren – es war gut mal die Nationalelf Luxemburg spielen gesehen zu haben und 3. also Volleyball kann man im Großherzogtum wohl vergessen – lieber mal Basketball, Eishockey oder Cricket gucken und Handball sehe ich auch in Luxemburg gerne noch mal!  
Statistik:
- Grounds: 1.230 (heute 3 neue; diese Saison: 76 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.223 (heute 3; diese Saison: 111)
- Tageskilometer: 430 (430km Auto)
- Saisonkilometer: 20.870 (15.790 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 330 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433

Mittwoch, 19. August 2009

WE159III: Burgen in Luxemburg Teil II, und: wären wir doch nur zu dem anderen Spiel gegangen...

F.C. Monnerech 0:2 FC Swift Hesper
Sonntag, 16. August 2009 - Anstoßzeit 16.00
„BGL-Ligue“ - Nationaldivisioun (1. Liga Luxemburg, Amateur-/ Halbprofiliga)
Ergebnis: 0:2 nach 94 Min. (45/49) - Halbzeit 0:1
Tore: 0-1 12. Sampaio Miranda, 0-2 52. Sampaio Miranda
Verwarnungen: 2-3 gelbe Karten
Platzverweise: Nr. 69 Monnerech (grobes Foulspiel?)
Stadion: Stade Communal (Kap. 3.304, davon 254 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: offiziell 208 (ca. 50 Gästefans)
Spielqualität: 4,5/10 (Unteres Mittelmaß)
Sightseeing: 8,0/10 (Sehr Schön)

Thionville war auch am Sonntag wieder Anfangs- und Endpunkt einer Burgen- und Fußballtour. Diesmal fand alles im Großherzogtum Luxemburg statt.
Die erste Station war vor allem von der Landschaft her die schönste. Das Mullerthal wird als die Kleine Luxemburger Schweiz bezeichnet und ist die landschaftlich wohl schönste Ecke des Landes. Enge Felsschluchten und Wald ohne Ende dominieren die Kleng Lëtzebuerger Schwäiz. Die einzige, direkt im Mëllerdall liegende Burganlage war unser erstes Ziel. Wir fuhren, da auf der Autokarte falsch eingetragen, zuerst nach Konsdref wo uns ein älterer Luxemburger in prima Deutsch den Weg zur Burg erklärte. Zwischen seinem letzten Besuch auf der Burg und heute war allerdings schon eine Weile vergangen, was man an der Ausschilderung, die mittlerweile besser als beschrieben war, bemerkt. Den Parkplatz an den beiden großen Hotels im Ort Mullerthal findet man auch gut, von da muss man dem Wanderweg 2 folgen. 3,5km über teils extrem enge Pfade, die einen an ungesicherten Rändern der teils 10m tiefen Schlucht entlang führen, wunderbare schattige Waldwege, sind es bis zur Burg. Das Hinweisschild kurz vor der Burg ist etwas missverständlich. Man muss einfach an der Gabelung geradeaus bleiben, nicht ins Tal gehen. Dann steht man plötzlich vorm Eisentor der winzigen Burg, von der nur wenige Mauer- und Treppenreste erhalten sind. Aber allein die landschaftliche Lage ist so genial, dass man diesen Felsen erklettern sollte. Es ist im Übrigen Luxemburgs einzige Felsenburg. Auf Hin- und Rückweg begegnete uns übrigens kein einziger Mensch, obwohl wir insgesamt 85 Minuten unterwegs waren.

Unser nächster Besichtigungspunkt war Fiels, wo es viel lebhafter zuging. Für 2€ kann man die große, spektakulär über dem im Tal liegenden Ort thronende Burg besichtigen. Viel teurer als der Eintritt ist übrigens der Imbiss. Viel zu teuer! Aber die Burganlage an sich ist recht sehenswert, trotz einiger moderner Anbauten und viel moderner Kunst, die überall auf der Anlage drapiert wurde.

In Bourglënster ist die komplett erhaltene Burg nur nach vorheriger Absprache zu besichtigen. Ein Blick in den Innenhof ist immer möglich. Ein geschlossener Baukörper im selben Stile wie die Burg in Klierf.


Nächste Station: Tënten. Dort gibt es eine Jugendherberge in einer Burg mit einem enorm klobigen Turm. Durch das Hostel ist eine Innenbesichtigung nicht möglich, aber außen und auf der Terrasse reichte uns auch, sodass wir uns gleich nach Simmer weiter machten, wo die Burganlage ebenso unzugänglich ist. Dort hat allerdings jemand Anstalten gemacht, sich ein Domizil zu errichten, was jedoch gescheitert ist. Der Blick vom Tal auf die Burg ist jedoch hervorragend.

Auf dem Weg nach Käerch bemerkten wir ein Schild „villa romaine“. Zuerst besichtigten wir aber das Schloss Käerch. Natürlich auch wieder nur von Außen, da diese Ruine im Stadtzentrum einsturzgefährdet ist.

Dann ging es zu besagter römischer Villa, wobei diese sich nach 500m Laufweg als gallo-römischer Gutshof herausstellte. Auch gut. Grundmauern, Säulenreste, Rekonstruktionen und archäologische Arbeiten gab es ja schön zu sehen, wobei letztgenannte natürlich am Sonntag ruhten.

Nun ging es zum Fußball, wobei ein gewisser jemand im Vorfeld echt nicht planen konnte: druckt der doch den Anfahrtsweg zu Jeunesse Esch aus, obwohl Fola Esch besucht werden sollte. Jeunesse spielte auswärts. Wenigstens hatten wir als Ersatz das Spiel des F.C. Monnerech (Mondercange) geplant.
Dort fanden wir den Platz am Ende des Ortes auch recht problemlos, sodass wir 10 Minuten vor Anpfiff im Stadion saßen.

Die Nationaldivisioun zieht ja schon wenige Zuschauer im Allgemeinen, aber der F.C.M. besonders wenige. Diese machten auch gar keine Stimmung, einzig Anhänger von Swift riefen immer wieder etwas dazwischen.

Das Spiel fing ganz ordentlich an und Swift erzielte die glückliche Führung durch einen groben Abwehrfehler des unfähigen 16ers. Mitte der ersten Halbzeit, die immer mehr zum Mittelmaßkick verkam, gab es einen berechtigten Elfmeter für Swift, der fragwürdigerweise wiederholt wurde. Der erste Versuch saß, der zweite nicht. 0:1 zur Pause somit.
Nach einer recht kurzen Weile erzielte Swift das 0:2; die Entscheidung. Danach gab es noch ein paar Chancen und schöne harte Zweikämpfe wobei der Schiri nach und nach immer schlechter wurde. Der Platzverweis gegen Monnerech war dann der Tiefpunkt seiner unterirdischen Leistung.
Ärgerlich war, dass wir dann hörten, wie Fola Esch, wo wir eigentlich hin wollten, gespielt hatte: RTL bestätigte noch einmal die Stadionsprecherdurchsage; 5:4 für Fola gegen Etzella Ettelbréck.

Wir fuhren trotz Spielende noch einmal in Esch vorbei, allerdings auch nur, um noch um reichlich und teuer – aber nicht zu teuer – zu Essen.

Statistik:
Ground Nr. 340 (ein neuer Ground; diese Saison: 9 neue)
Sportveranstaltung Nr. 868 (diese Saison: 10)
Tageskilometer: 250 (Auto)
Saisonkilometer: 5.080 (4.940 Auto, 140 Fahrrad, 0 Flugzeug, 0 öffentliche Verkehrsmittel)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 159

Fotos unter:
Sightseeing in Luxemburg 1: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090816a%20MULLERTHAL%20IN%20LUXEMBURG/

Sightseeing in Luxemburg 2: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090816b%20Luxemburg%20II%20-%20Fiels_%20RoemischerGutshof%20ua/

AS Monnerech 0:2 Swift Hesper:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090816c%20FC%20Monnerech%200-2%20Swift%20Hesper/

Video vom wiederholten Elfmeter: http://www.youtube.com/watch?v=_RbfTmDdnS4