Donnerstag, 17. Juli 2014

W416I-II: Testspiele in Aschersleben und Osterwieck

SV Lokomotive Aschersleben ........................................ 2
TuS 1860 Magdeburg-Neustadt ..................................... 4
- Datum: Mittwoch, 16. Juli 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 2 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-4 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 9. (Nr. 8), 1-1 12. (12), 1-2 23. (Nr. 7), 1-3 38. (Nr. 10), 1-4 81. (Nr. 4, Handelfmeter), 2-4 82. (8)
- Verwarnungen: Nr. 10 (MD-Neustadt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Eisenbahner, Rasenplatz (Kap. 2.700 davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit eher überraschendem Sieger)

SV Eintracht 1911 Osterwieck ...................................... 0
TSG Bad Harzburg von 1890 ........................................ 1
- Datum: Dienstag, 15. Juli 2014 – Anstoß: 19.10
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 3 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Bezirksliga Braunschweig Staffel 3 (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-1
- Tor: 0-1 40. Nils Lüttge
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion in Ratsgarten (Kap. 820, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,5/10 (Arm an Torszenen und trotz engem Spielverlauf langweilig)  
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Eintracht Osterwieck lost to TSG Bad Harzburg
b) Harz Region I: Osterwieck Old Town (Framework Houses), Roseburg (Historistic Castle)
c) Harz Region II and III: Ballenstedt Old Town, and Falkenstein Castle 

d) Pre-Season: Lokomotive Aschersleben lost to TUS Magdeburg-Neustadt

Auch unter der Woche war Zeit, um für zwei Tage nach Staßfurt zu fahren. Diesmal waren Testspiele und Sightseeing in Osterwieck und Aschersleben drin.

Außer Quedlinburg und Halberstadt kannte Anja bisher nicht viel im Harz, also fuhren wir zur Burg Falkenstein, die ein wirklich toll erhaltener und sanierter Burgbau ist. Der Eintritt ist auch entsprechend hoch 6€ (ermäßigt 3,50€) und mittlerweile darf man auch nicht mehr in den Ausstellungsräumen fotografieren – zum Glück war ich vor fünf Jahren schon mal da (siehe Link), als die Idioten noch nicht solche Verbote aufgestellt hatten. Nach dem eindrucksvollen Blick vom Bergfried fuhren wir nach Ballenstedt weiter, das einen tollen barocken Altstadtkern mit Schloss hat. Die historistische und sehr schick kitschig auf mittelalterlich gemachte Roseburg kannte auch ich noch nicht. Dass Quedlinburg so derart überfüllt sein kann wie heute, wusste ich bisher ebenso wenig…

In Osterwieck hingegen war tote Hose. Diese Kleinstadt kurz vor der Landesgrenze nach Niedersachsen hat eine schöne Altstadt, die v.a. mit Fachwerkhäusern verschiedenster Ausführungen und mit romanischen Kirchen glänzt. Alles kleiner und weniger spektakulär als in Quedlinburg und v.a. gar nicht touristisch genutzt. Der Leerstand ist extrem in Osterwieck: es scheint, als seien 75% der Geschäfte und 50% der Wohnungen aufgegeben. Verfall ist natürlich auch in den meisten Straßenzügen allgegenwärtig. Aber trotzdem ist Osterwieck eine wirklich schöne und besuchenswerte Stadt!  
Nicht unbedingt besuchenswert ist das Stadion im Ratsgarten und auch die daneben liegende Sporthalle am Ratsgarten hat nicht viel zu bieten. Nicht auf der völlig ausbautenlosen Wiese mit zwei Toren vor der Sporthalle, sondern auf der kleineren Wiese hinter der Sporthalle kickt die Eintracht aus Osterwieck. Immerhin wurde eine Art Tribüne errichtet: vier Blöcke mit fünf Schalensitzen, die auf ein kleines Metallgerüst mit hölzerner Fußbank aufgeschraubt wurden. Eine gute Anzeigetafel gibt es auch. Ansonsten weiß nur der Blick zur größten Kirche der Stadt zu gefallen.

Das Spiel gegen den klassenhöheren Gegner aus dem niedersächsischen Bad Harzburg war durchweg ziemlich langweilig und für einen Test zwischen einem Acht- und einem Siebtligisten auch ziemlich dürftig. Beide blockierten sich aufgrund ihrer Gleichwertigkeit sehr viel. Die wenigen Torchancen, die es gab, wurden meist entschärft oder neben das Tor gebracht. Nur ein Abwehrfehler der ansonsten gleichwertigen Gastgeber ermöglichte den Bad Harzburgern mit einem Doppelpass im Strafraum am Heimtorhüter vorbei zu kommen und lässig zum goldenen Treffer einzuschieben. Trotz dieses Sieges kann man nicht von einer guten Leistung der Bad Harzburger sprechen: sie zeigten nur mal wieder, dass das Spielniveau in Niedersachsen niedriger ist als in Sachsen-Anhalt – 7. Liga täuscht, da die Ligen dort extrem kleinteilig gehalten sind. Besser als ein abstiegsbedrohter sachsen-anhaltischer Achtligist sind sie eigentlich nicht…  
Am Mittwoch hatten wir erst Oschersleben überlegt, aber die Regionalligatruppe vom FC Magdeburg gastierte bei Börde Magdeburg und die zeitgleiche Ansetzung „Oscherslebener SC – 1. FC Magdeburg“ erschien äußerst hirnrissig. Vielleicht hat da die II. oder die A-Jugend gekickt. Aber dafür braucht man nicht bis Oschersleben zu fahren, da geht auch eine viel kürzere Tour und zwar nach Aschersleben. Das größte Stadion und die größte Sporthalle kenne ich dort schon, die zweitgrößte Fußballanlage der Stadt gehört den Eisenbahnern: das Stadion der Eisenbahner.

Das Stadion der Eisenbahner hat zwei Plätze: einen Kunstrasenplatz, der bei jedem Regentropfen anstelle des Rasen-Hauptplatzes bespielt wird, und ein tolles Panorama mit Silo hinter der Seitenauslinie und in der Ferne liegendem Kirchturm hat, allerdings nicht über Ausbauten sondern nur einen Graswall und ein paar Bänke verfügt. Und außerdem hat es noch den Rasenplatz, der auf einer Seite sieben Stehstufen mit Holzbänken in der vorletzten Reihe und der anderen Seite drei Stehstufen mit vereinzelten Holzbänken in der letzten Reihe bieten kann. Die steinernen Stufen sind teilweise stark aus den Fugen geraten, da die schönen Kastanienbäume – an Tagen wie heute willkommene Schattenspender – mit den Wurzeln so stark dagegen drücken.

Entgegen der Ansetzung fand das Spiel auf dem schöneren Hauptplatz statt. Anfangs waren beide Teams gleichwertig und mit ihrer ersten Chance gingen die eine Klasse unter dem Gastgeber spielenden Magdeburger in Führung. Die Gästestürmer sollten immer wieder zu schnell für die gar nicht mal schlechte Lok-Abwehr sein. Aber auf das 0:1 folgte erst einmal das 1:1 – aus kurzer Entfernung schoss einer der beiden afrikanischen Spieler von Lok halbhoch zum 1:1 ein. Mitte der ersten Hälfte ging der Gast durch seinen Kapitän mit einem direkt verwandelten Freistoß erneut in Führung und vor dem Seitenwechsel brach noch einmal ein Stürmer durch und schoss zum 1:3 ein. Endgültig entschieden wurde die Partie durch das 1:4, das per Handelfmeter erzielt wurde. Kurz darauf gelang Lok allerdings noch der zweite Treffer.

Außer schönen Toren bekam man noch eine souveräne Schiedsrichterleistung geboten: die dauernd rummeckernden Gäste und die ständig darauf eingehenden Meckerrentner von Lok, stellten ihn vor keine Probleme. Aber Lok hat wirklich ein absolut lächerliches Publikum: kaum Zuschauer und dann nur solche Scheintote, die seit 30 Jahren vor keinen Ball mehr getreten haben, aber die Gästespieler als Bauern, Penner und Votzen bezeichnen, was sie mit ihren Zahnprothesen ja nur mit Mühe richtig artikulieren können…

Die Rückfahrt über die Dörfer und an Halle vorbei ging enorm schnell und der mittlerweile schwer angeschlagene linke Außenspiegel blieb auch bei 160 und entsprechender Windbelastung noch dran…  
Statistik:
- Grounds: 1.147 (Dienstag 1 neuer, Mittwoch 1 neuer; diese Saison: 176 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.101 (Dienstag 1, Mittwoch 1; diese Saison: 245)
- Tageskilometer: 470 (Dienstag 310km Auto, Mittwoch 160km Auto)
- Saisonkilometer: 66.270 (63.770 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 88 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 416

W415IV-V: C-Junioren und Männer-Testspiele, von Kalbe bis Schackstedt

Schackstedter Sportverein ............................................. 7
Sportverein Bräunrode .................................................. 1
- Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 3 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Kreisoberliga Mansfeld-Südharz (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-1 nach 89 Min. (46/43) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 7. (Nr. 17), 1-1 29. (9 durch „Foul”elfmeter), 2-1 44. (12), 3-1 45.+1 (16), 4-1 51. (14), 5-1 71. (9), 6-1 74. (15), 7-1 88. (4)
- Verwarnungen: Nr. 16 (Schackstedt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz am Fuchsloch Schackstedt (Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Testspiel, das in der 2. Halbzeit leider etwas zu einseitig wurde)

Börde Cup beim Magdeburger SV Börde
- Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: C-Junioren-Turnier beim Magdeburger SV Börde mit Mannschaften der Regionalliga Nord (1. Liga: Hannover 96), Sachsen-Anhalt Liga (2. Liga; Hallescher FC, 1. FC Magdeburg) und Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel 1 (3. Liga, MSV Börde)
- Platzierung: unklar
- Ergebnisse: MSV Börde 0:2 Hannover 96, 1. FC Magdeburg 1:0 Hallescher FC, Rest unklar
- Strafen: keine?
- Spielort: Guts-Muths-Stadion (Kap. 1.700, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon je ca. 15-30 Fans der drei Gastmannschaften)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Die ersten beiden Spiele machten einen guten Eindruck, wobei das Spiel zwischen MSV Börde und Hannover 96 besser war als das „Derby“)

VfL Kalbe/ Milde 1926 .................................................... 1
Altmärkischer SV Blau-Weiß 2001 Stendal .................. 2
- Datum: Samstag, 12. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Altmark-West (9. Spielklasse, 4. Amateurliga – Absteiger aus der Landesklasse) gegen Kreisliga Altmark-Ost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. (11), 0-2 71. (11), 1-2 83. (Nr. 13)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz II Kalbe, Sportanlage an der Badeanstalt (Kap. 750, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel mit überraschendem Sieger)

VfB Germania Halberstadt C ....................................... 2
Braunschweiger Sport-Club Acosta C ......................... 3
- Datum: Samstag, 12. Juli 2014 – Anstoß: 10.30
- Wettbewerb: Testspiel C-Junioren Verbandsliga Sachsen-Anhalt (2. Spielklasse der U15) gegen C-Junioren Landesliga Niedersachsen, Bezirk Braunschweig (2. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 2-3 nach 63 Min. (21/ 21/ 21) – 1. Drittel: 0-2, 2. Drittel: 2-0, 3. Drittel: 0-1
- Tore: 0-1 5. (?), 0-2 20. (9), 1-2 30. (Nr. ?), 2-2 40. (Nr. ?), 2-3 52. (9)
- Verwarnungen: Nr. 15 (Halberstadt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportforum Hamersleben (Hamersleben; Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Testspiel – aber warum die immer nur in das eine der beiden Tore getroffen haben…)  
Photos with English Commentary:
a) Under-15: Germania Halberstadt lost to Acosta Braunschweig at Hamersleben
b) Pre-Season: VfL Kalbe lost to ASV Blau-Weiß Stendal (Sportanlage an der Badeanstalt)

c) Under-15 Tournament: Magdeburger SV Börde, 1. FC Magdeburg, Hallescher FC, Hannover 96
d) Pre-Season: SV Schackstedt defeat SV Bräunrode

e) Börde Region: Hamersleben Monastery, Peseckendorf Palace, Ampfurth Palace
f) Altmark: Kalbe/ Milde Castle, Gardelegen Old Town, Letzlingen Palace
g) A Village in Staßfurt Municipality: Warmsdorf and its Memorial, Hotel-Church and Estate

h) Mansfeld Region: Piesdorf Palace, and the villages of Ihlewitz and Freist

Für ein paar mehr oder weniger interessante Testspiele und mehr oder weniger interessante Grounds verbrachte ich das zweite Juliwochenende in Staßfurt. Die ständigen Absagen waren wirklich unter aller Sau – aber immerhin kamen die Spielabsagen und -verlegungen rechtzeitig. Jedenfalls war die Planung nicht Hamersleben + Kalbe und Magdeburg + Schackstedt, sondern Klinze und Plötzkau und dieses und jenes – aber egal: es gab einige Tore, einen aufgrund seiner vor den Sozialtrakt gebauten Tribüne sehr ungewöhnlichen Ground, ein gut besetztes Junioren-Turnier und ein flottes Spiel auf einem interessanten Dorfplatz…  
Nachdem ich mich Samstagfrüh mit Anja traf, fuhren wir über Peseckendorf – dort gibt es ein komisches neobarockes (oder was sollte das darstellen?) Schloss – und Ampfurth – da kann man ein Burgschloss mit Renaissancekern und verfallenem Gehöft besichtigen – nach Hamersleben. Dieses Dorf ist für ein Kloster bekannt, das zwar eine spektakuläre Stiftskirche aufweisen kann, aber ansonsten sehr verfallen ist.

Aufgrund der beschissenen Ausschilderung in der Börde, erreichten wir den Ground – das sogenannte Sportforum, das eigentlich nur ein Acker mit einigen Bäumen, Sportlerheim und ein paar Bänken drumherum ist – erst zur 5. Spielminute, als der Gast gerade in Führung ging. Wir schlichen uns hinten herein, da ich auch 1€ nicht zu zahlen einsehe, wenn da die C-Jugend von Germania Halberstadt und die C-Jugend von Acosta Braunschweig auf einem neutralen Platz ein Testspiel (ja: es ist ein Testspiel und trotzdem sollte 1€ entrichtet werden!) austragen…

Das Spiel wurde ungewöhnlicherweise in drei Drittel geteilt und war ganz gut, aber verlief etwas seltsam. Die Mannschaft aus der Niedersachsenliga war erst klar überlegen, hatte mehrere Latten- bzw. Pfostentreffer und ging mit 0:2 in Führung. Nach dem ersten Seitenwechsel riss Halberstadt das Match an sich und glich mit zwei geschickten Toren – u.a. ein Heber aus über 20m – aus. Als BSC Acosta wieder das Tor vor dem Festzelt angriff, netzten sie noch ein weiteres Mal ein und schlugen den Sachsen-Anhalt-Ligisten somit 2:3. Warum kaum eine Aktion vor dem Tor vorm Sportlerheim stattfand und sich immer alles – unabhängig von der Mannschaft – vor dem Kasten vorm Festzelt abspielte, war mir schleierhaft. Also hätten die noch mal 20 Minuten drangehängt und auch Halberstadt noch ein zweites Mal auf dieses tolle Tor spielenlassen, wäre das Spiel bestimmt 3:3 ausgegangen…  
Wir hatten zwei Spielpaarungen im Kopf, da ich die Ansetzung „VfL Kalbe geg. BW Stendal, 14h auf Platz II“ für falsch hielt. Nach Gardelegen zurückzufahren und dort 15 Uhr das Testspiel des SSV zu gucken, blieb uns aber erspart. Nicht, dass sich das Stadion an den Rieselwiesen nicht lohnen würde oder das Spiel in Gardelegen weniger gut gewesen wäre (wahrscheinlich war es qualitativ sogar klar besser) aber nachdem ich bei meinem ersten Besuch in Kalbe nur den Platz I mit dem Tribünenneubau besuchen konnte, wollte ich doch lieber ein Spiel auf Platz II, dessen Kabinentrakt jetzt wieder repariert ist, sehen. Das Schöne an Platz II ist die Tribüne vor dem Sozialtrakt: zwei Reihen Holzbänke auf Steinsockeln und niedrigen Steinstufen, überdacht mit leicht löchrigem, pissgelbem Wellblech. Auch ein Sprecherturm ist vorhanden, doch bei einem Spiel vor so wenigen Zuschauern wird der genauso wenig wie ein Kassenwart gebraucht.

Dafür, dass viele der Kalbenser Zuschauer wieder die üblichen, unangenehmen, unfreundlichen bis aggressiven Altmark-Arschgeigen waren – was da im Altmarkkreis Salzwedel rumläuft ist echt schlimm: ich dachte, meine dumme Mitschülerin aus dieser Ecke sei eine negative Ausnahme, aber die ist ja richtig sympathisch im Vergleich zu den Leuten, die ich bei meinem ersten Spielbesuch in SAW (also in Klötze) getroffen habe… – ging es sehr gesittet zu. Das lag nicht nur am sympathischeren Gästeanhang, sondern auch daran, dass beide Teams weitestgehend auf Fouls verzichteten, sodass es außer einer Schubserei in Hälfte zwei keine Unsportlichkeiten gab.

Die Gäste aus Stendal, die erfreulicherweise mit einer für Sachen-Anhalt sehr hohen Zahl an Ausländern (Vietnamesen und Araber) spielten, waren anfangs klar besser und gingen durch ihren kleinsten Akteur auf dem Platz in Führung. Der beherrschte die Ballführung wirklich toll und schob nach einer reichlichen Viertelstunde an Abwehr und Torwart vorbei zum 0:1 ein. In der Halbzeit wechselte Kalbe fast die ganze Mannschaft aus, kam dann auch zu etlichen Torchancen, aber konnte trotzdem nicht den Ausgleich erreichen. Schließlich war es sogar wieder der kleine 11er, der zum 0:2 nachlegte. Erst in der Schlussphase gelang es Kalbe einen Ball mit Heber über den Stendaler Schlussmann zum Ehrentreffer im Gehäuse unterzubringen. Der Sieg für den Gast war v.a. in Anbetracht der ersten Hälfte verdient.

Wir fuhren über Gardelegen, Magdeburg, Egeln und Schneidlingen nach Staßfurt zurück.  
Am Sonntag ging es wieder nach Norden: von Staßfurt aus nach Magdeburg. Diesmal machten wir den Ground in der Harsdorfer Straße, das Guts-Muths-Stadion: und zwar bei freiem Eintritt. Die Eintrittspreise haben die Arschlöcher vom MSV Börde auf ihrer Kackwebsite immer noch nicht korrigiert – letztes Jahr waren wir nämlich mal umgedreht, da völlig maßlos überzogene 3,50€ für einen Kick auf dem Nebenplatz verlangt wurden und sind gleich zu einem anderen Verein weitergefahren. Diesmal wurde auf dem Hauptplatz gespielt und das sogar mit recht hoch einzuschätzenden Jugendmannschaften!

Das Guts-Muths-Stadion hat neben einem Gedenkstein für den Namensgeber und diesem gesichtslosen Kunstrasenplatz II auch einen weitläufigen Rasenplatz mit leichten Graswällen und drei Blöcken doppelreihiger Bänke zu bieten. Dort standen sich zuerst die C-Junioren des Gastgebers und jene von Hannover 96 gegenüber. Von Alter und Spielanlage her sicherlich eine D I oder C II Jugend und nicht die Regionalligisten, aber gut haben sie trotzdem gespielt und den aufopferungsvoll verteidigenden Gastgebern zwei Tore eingeschenkt.

Das zweite Spiel des Turniers war auch ganz gut, doch bei allem Tempo und Einsatz: FC Magdeburg (C II?) und Hallescher FC (C II?) blockierten sich wie die Männermannschaften das immer tun. Die Magdeburger waren auch die klar bessere Mannschaft: während der HFC nur zu einer Torchance in den ganzen 30 Minuten kam, war der FCM viel aktiver vorm Kasten und netzte auch einmal ein. Allerdings war die Regelauslegung durch das Magdeburger Schiedsrichtergespann sehr einseitig zugunsten der Magdeburger. Also der übliche Landesverbands-Klüngel mal wieder…

Wir verließen den Platz schon nach diesem zweiten Spiel – so hatten wir aber immerhin alle vier beteiligten Mannschaften gesehen – und fuhren über Staßfurt nach Schackstedt, einem ganz ansehnlichen, 440 Einwohner zählenden Ortsteil der Stadt Aschersleben. Der Sportplatz war zwar gut besucht, aber so ausgestorben wie sonst das Dorf war, würde ich ja gerne mal wissen, wie viele der Landesklasse-Spieler da wirklich aus Schackstedt kommen und wie viele da mit Prämien aus Aschersleben und Umgebung weggelockt werden…  
Bei so einem asozialen Eintrittspreis von 3€ für einen Testkick gegen einen Kreisoberligisten aus dem Südharz scheinen Prämiengelder ja reichlich fließen zu müssen… Aber dass die in Schackstedt eine Schacke haben, wundert mich nicht. Wobei man sagen muss, dass „Schacke“ in den Ortsnamen wie Schackstedt, Schackenthal und Schackendorf mit Ackerfurchen zu tun hat – und nicht damit, dass die Bewohner eine Schacke (Synonym: Macke, Meise, Ei am wandern, Arsch offen) haben...

Immerhin hat man 10 bequeme Holzbänke direkt am Spielfeldrand und ist bei der Enge des Sportplatzes immer direkt an der Reling dran. Der Sportplatz am Fuchsloch liegt auch idyllisch zwischen einem Teich, Bäumen und an einen Berganhang gebauten Häusern.

Einen Klassenunterschied zwischen Schackstedt und Bräunrode sah man bis zur 40. Minute nicht. Im Gegenteil: Schackstedt spielte zwar ansprechend in diesem intensiven und schnellen Spiel, aber Bräunrode ging mit einem genialen Freistoßtor – aus über 20m in den Winkel – in Führung und hielte diese auch bis zu einem völlig unberechtigten Foulelfmeter nach 29 Minuten durch offensivere und bessere Spielweise. Nach dem extrem glücklichen Ausgleich kam Bräunrode aber kaum noch zurecht und Schackstedt riss langsam das Spiel an sich. Vor der Pause gelang die Vorentscheidung mit einem Doppelschlag. Nach dem Seitenwechsel hieß es schnell 4:1 und in einem dann nicht mehr so guten, da sehr einseitigem Spiel, siegte Schackstedt noch mit 7:1.  
Ich brachte Anja noch nach Staßfurt zurück und fuhr dann statt der gewohnten Route über Güsten, Alsleben, Friedeburg, Salzmünde, eine weiter östlich angesetzte Route nach Merseburg zurück. Die beiden Schackstedter Sportplätze – der Großfeldplatz am Fuchsloch und der Kleinfeldplatz am Hoppberg (heißt nach dem Hopfenanbau und nicht nach dem Macher von Hoffenheim) – liegen jeweils an Feldwegen in Nachbarorte, die bei Niederschlag nur mit einem Allradfahrzeug sicher passierbar sind: vom Fuchsloch geht es nach Roda, vom Hoppberg nach Belleben. Ich bin auch ohne Allrad durchgekommen nach Belleben, war aber kritisch bei den Graspassagen und den bis zu 20cm tiefen Pfützen…

Belleben ist ein sehr verfallenes Dorf mit ungeordnet wirkender Bebauung und sehr schlechten Straßen. Im benachbarten Piesdorf, einem Ortsteil von Könnern, sieht es, bis auf die Straßen, besser aus: das große Schloß aus dem 19. Jh. mit der neogotischen Kirche ist saniert. Leider in Privatbesitz und deshalb nicht zugänglich, aber immerhin in sehr gutem Zustand!

Im benachbarten Mansfeld fuhr ich durch das recht heruntergekommene Ihlewitz, wo ich noch einen alten Sportplatz (ehemals BSG bzw. SV Traktor Ihlewitz) entdeckte und dann durch Freist, wo es außer einem alten Sportplatz auch eine alte Kirche mit vielen historischen Grabsteinen gibt.

Zum Finale der Fußball-WM war ich rechtzeitig in Merseburg. Die Böller von Silvester sind jetzt jedenfalls aufgebraucht – man macht sich sehr beliebt, wenn man sie direkt unter dem Schlafzimmerfenster von fußballuninteressierten Schnarchnasen zündet… – und vor allem muss ich nach diesem tollen und völlig verdienten Titelgewinn unserer deutschen Nationalmannschaft nicht nur noch einmal darauf hinweisen, dass ich lieber meine andere Mannschaft, also Algerien (was halt aufgrund der Losung nicht ging), als diese Pferdearschgesichter aus Argentinien als Finalgegner gesehen hätte, und dass man mit Löw eben doch Titel holen kann!
  
Statistik:
- Grounds: 1.145 (Samstag 2 neue, Sonntag 2 neue; diese Saison: 174 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.099 (Samstag 2, Sonntag 2; diese Saison: 243)
- Tageskilometer: 600 (Samstag 380km Auto, Sonntag 220km Auto)
- Saisonkilometer: 65.800 (63.300 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 415

Freitag, 11. Juli 2014

W415I-III: Los geht’s mit dem Testspielmarathon + Schwierigkeiten des Altherrenfußballs

SG Eisenbahner-SV/ Personennahverkehrgesellschaft Merseburg AH .............................................................. 1
SG Einheit Querfurt ..................................................... 1
- Datum: Freitag, 11. Juli 2014 – Anstoß: 18.45
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren/ Freizeitmannschaften
- Ergebnis: 1-1 nach 61 Min. (28/31) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 12. (11), 1-1 37. (Nr. 7)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Eisenbahner-Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze, davon nur 400 benutzbar)
- Zuschauer: ca. 10 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Ziemlich dürftiger Kick)

SG Empor Klein Wanzleben ........................................ 0
TSV Völpke .................................................................... 5
- Datum: Mittwoch, 9. Juli 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel 1. Kreisklasse Börde, Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga) gegen Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Liga, 2. Amateurliga – Absteiger aus Verbandsliga)
- Ergebnis: 0-5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 16. (9), 0-2 25. (4), 0-3 75. (9), 0-4 80. (9), 0-5 86. (2)
- Verwarnungen: Nr. 11 (Kl. Wanzleben); Nr. 5 (Völpke)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Kleinwanzleben (Kap. 1.450, davon 450 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel)

TSV Lobstädt 1863 ........................................................ 1
1. FC Lokomotive Leipzig ........................................... 24
- Datum: Dienstag, 8. Juli 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Benefizspiel Kreisliga B, Muldental/ Leipzig Land (10. Spielklasse, 5. Amateurliga – Absteiger aus Kreisliga A) gegen Oberliga Nordost/ Süd (5. Liga, 2. Halbprofiliga – Absteiger aus Regionalliga)
- Ergebnis: 1-24 nach 80 Min. (43/37) – Halbzeit: 0-8
- Tore: 0-1 2. Steve Rolleder, 0-2 6. Marcel Trojandt, 0-3 12. Steve Rolleder, 0-4 13. Gianluca Marzullo, 0-5 17. Steve Rolleder, 0-6 35. Andy Wendschuch, 0-7 36. Steve Rolleder, 0-8 38. Steve Rolleder, 0-9 46. Gianluca Marzullo, 0-10 47. Steve Rolleder, 0-11 51. Gianluca Marzullo, 0-12 52. Gianluca Marzullo, 0-13 54. Nr. 13, 0-14 57. Andy Wendschuch, 0-15 58. Andy Wendschuch, 0-16 60. Steve Rolleder, 0-17 64. Gianluca Marzullo, 0-18 65. Andy Wendschuch, 0-19 66. Gianluca Marzullo, 0-20 67. Gino Böhne, 0-21 72. Nr. 7, 0-22 74. Steve Rolleder, 0-23 76. Steve Rolleder, 0-24 78. Gianluca Marzullo, 1-24 80. (17)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Lobstädt (Kap. 1.120, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 480 (davon 445 Zahlende; überwiegend Lok-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Unheimlicher Leistungsunterschied und tolle Torflut)  
Photos with English Commentary:
a) Veterans Friendly: ESV/ PNVG Merseburg v Einheit Querfurt

b) Pre-Season: Empor Klein Wanzleben v TSV Völpke (Friendly)
c) Börde District: Wanzleben Castle, Klein Wanzleben Church and Council, Stadt Frankfurt Estate and Look-Out Towers 

d) Pre-Season: TSV Lobstädt v Lok Leipzig (Charity Match)
e) Pegau Region: Wiederau Baroque Palace and Church 

Nur am Vormittag Uni und dieses Semester weder Prüfungen noch Hausarbeiten, da Studienortswechsel perfekt? Na dann kann es ja losgehen mit Groundhopping zu diversen Testspiel unter der Woche! Da bei einem guten Masterstudium – und ich hoffe mal, dass Arabisch-Übersetzen in Bonn im Gegensatz zu dem in Halle ein solches ist – der Arbeitsaufwand recht hoch ist und es auch im Sommer unter der Woche nicht so viel Freizeit gibt, lass ich mal richtig die groundhoppingmäßige Sau mit bis zu 10 Spielen pro Woche und maximal zwei spielfreien Wochentagen raus! Denn wer weiß, ob ich jemals wieder so eine Anzahl an Spielen sehen kann…

Diese Woche sah es erst mal aber so aus, dass ich am Montag mit einer studentischen Freizeitmannschaft selber spielte und am Donnerstag noch ich ein Referat zu halten hatte, sodass ich keine zwei Tage in der Börde blieb und nur Mittwoch dort ein Spiel schaute. Am Dienstag gab es bereits ein völlig anders geartetes Vorbereitungsspiel im Muldental zu sehen. Und schließlich standen, nach einer Pause am vergangenen Freitag, am fünften Tag dieser Woche Altherrenfußball auf dem Programm.  
Also zum Dienstag: dort fuhr ich nach der Uni schnell nach Merseburg und mit dem Rad weiter über Leuna, Bad Dürrenberg und solche Käffer wie Zitzschen und Lippendorf – mit Abstecher über Wiederau, wo es ein sehr schönes Barockschloss gibt – nach Lobstädt. Das ist auch so ein Kaff im Leipziger Umland und liegt genau zwischen Borna und Lippendorf. Im verregneten Lobstädt folgte ich den Massen, die hinter einer Fabrikruine links einbogen: das kleine Stadion, bezeichnet als „Sportplatz Lobstädt“ ist noch das Beste in diesem Nest: der Platz ist weitestgehend ausbautenlos und von einer massiven Reling umgeben. Auf der einen Längsseite, der zum Nebenplatz hin, befindet sich ein niedriger Graswall mit Sitzbänken und vierreihigen Stehtraversen. Ansonsten dominieren Bäume und das markante, da annähernd v-förmige Gebäude mit Sportlerheim, Kabinen usw.

Der Eintritt von 4€ war in Anbetracht der Situation angemessen: es handelte sich nämlich um ein Benefizspiel, dessen Erlös der Familie eines mit nur 18 Jahren an Folgen seiner Diabetes verstorbenen Vereinskameraden, geht. Denn auch in Lobstädt ist eine Beerdigung inklusive Grabpflege irgendwo zwischen recht teuer und ruinös für die Hinterbliebenen. Die Zuschauerzahl von 445 war auch sehr gut für so ein Spiel!

Das Spiel sollte noch einseitiger werden als erwartet, denn bis zur 78. Minuten hatte Lobstädt keine einzige Torchance zu verzeichnen. Der Oberligist ist ja nicht gerade für feinen Klasse-Fußball bekannt, aber gegen einen so schwachen Gegner – Leipzig Land ist eine der spielschwächsten Kreise Deutschlands: wer da in der Kreisliga Vorletzter ist, wird auch von jedem Bezirksligisten zweistellig abgeschossen – konnte Lok unbehelligt und cool aufspielen. Lobstädt ließ Lok in fast jeder einzelnen Minute des Spiels zu einer Tormöglichkeit kommen. Der Ball war kaum mal außerhalb des Strafraums der Gastgeber. Nach zwei Minuten war der Torreigen eröffnet und dann gab es im Minutentakt – v.a. in der zweiten Hälfte, in der Lobstädt mehr Kicker ihrer Reservemannschaft ranließ – Treffer zu begutachten, die meist regelrecht über die Linie getragen und kombiniert wurden, aber teilweise auch nach weiten Flanken eingeköpft oder aus mittlerer Distanz eingenetzt wurden. Weitschüsse und geniale Aktionen wie Fallrückzieher fehlten aber. Zu viel verlangt wären sie bei diesem Leistungsunterschied nicht gewesen. So musste man eigentlich einen Schuss eines jugendlichen Lobstädt-Fans als den besten Schuss des Abends bezeichnen: er nahm drei Meter hinter der Reling stehend den weit neben das Tor geschossen Ball an, ließ ihn abtropfen und zimmerte ihn Volley in Richtung Lobstädter Torwart, doch der Ball prallte gegen die Werbebande und von dort seinem zwei Meter neben ihm stehenden Kumpel „volle Kanne vor die Fresse, Alter“…

Die Rückfahrt gestaltete sich im Dauerregen nicht sonderlich angenehm und ich kam auch erst zur 30. Minuten des WM-Halbfinales heeme an: den Stand konnte ich allerdings anhand des Jubels erahnen; als ich in Leuna war, fiel das 1:0, in der Weißenfelser Straße in Merseburg erlebte ich die Treffer 2, 3 und 4 mit und in meiner Siedlung wurden dann beim 5:0 Polenböller losgelassen. Aber bei diesem lustigen Livespiel im Stadion mit 25 Treffern, die man nirgendwo in einer Wiederholung sieht, habe ich doch gerne zugunsten der Wiederholungen der genialen deutschen Treffer in der Halbzeitpause auf das rechtzeitige Erreichen der heimischen Glotze verzichtet…  
Mittwoch hatte ich auch nur am Vormittag Uni und fuhr um 12 Uhr gleich nach Staßfurt weiter. Mit Anja fuhr ich zu einem Testspiel in Klein Wanzleben, einem Ortsteil der Stadt Wanzleben. Was die Sehenswürdigkeiten angeht, so hat Wanzleben eine wirklich schöne Burganlage zu bieten. Im nahegelegenen Groß Germersleben steht die eindrucksvolle Ruine eines Barockschlosses, das nach dem Rückkauf aus den Fängen eines Faschisten aus Niedersachsen mittlerweile wieder in der Hand eines nicht-zwielichtigen Besitzers ist – aber nach wie vor unzugänglich. Ein Ortsteil von Wanzleben trägt den Namen „Stadt Frankfurt“ – dort gibt es neben Misthaufen, Gestrüpp, Feldern und einer Handvoll Einfamilienhütten und einem verfallenen Gehöft auch zwei Warten. Leider muss man durchs Feld latschen, da idiotischerweise kein Graspfad zu den Türmen gelassen wurde. In Klein Wanzleben steht eine interessante Kirche und in direkter Nähe zum Stadion auch die Ruine eines enormen Gebäudes aus dem 19./ 20. Jahrhundert.

Das Stadion ist auch enorm – zumindest für eine Kreisklassemannschaft wie Empor Klein Wanzleben: 272 in vier Blöcken auf eine vierreihige Verbundpflasterstufen-Tribüne montierte Schalensitze, flankiert von Bäumen, gegenüber Kunststoffbänke vor einer ehemaligen Gleisanlage, hinter den Toren ein großes Sportlerheim und zwei kleine Nebenplätze (einmal Asche, einmal Rasen). Eine wirklich schöne Anlage – besser als in Wanzleben beim Klassenhöheren – und heute bei freiem Eintritt zu betreten.

Mit dem Verbandsliga-Tabellenletzten aus Völpke hatte man sich einen erfolglosen aber natürlich trotzdem deutlich höher einzuschätzenden höherklassigen Gegner eingeladen. Empor Klein Wanzleben kam auch nur zu wenigen Torgelegenheiten im Verlaufe der 90 Minuten – und davon hatte keine einzige bedeutende Durchschlagskraft, sodass aufseiten der Heimelf die Null stehen blieb. Völpke hingegen traf schon früh durch einen halbhoch aus über 20m ins lange Eck gezimmerten Freistoß (das spektakulärste Tor des Tages gleich nach 15 Minuten!) und noch vor der Pause per Kopf zum 0:2. Nach dem Seitenwechsel gab es länger Leerlauf zu begutachten, ehe Völpke noch drei Mal die Abwehr überlief und aushebelte. 0:5 war auch in der Höhe verdient – der Klassentiefere Empor schlug sich aber gut!  
Letzten Freitag waren die Lange Nacht der Wissenschaften und – für die Fußballer ausschlaggebend – das Viertelfinale der deutschen Nationalelf: also sinnvollerweise gab es kein Spiel der Leunaer Altherren. Heute war wieder eines angesetzt, doch der Gegner, Halle 96 – auch bekannt als „Die Affen vom Zoo“ – trauten sich nicht aus ihrem Käfig…

Es blieb nur ein Spiel der ESV/ PNVG. Die Eisenbahner und Busfahrer sind allerdings stets nur ein dürftiger Ersatz für ein Spiel der Leunaer Altherren. Die gegnerische Mannschaft aus Querfurt war vielleicht geringfügig besser, aber insgesamt war das Spiel sehr mäßig. Es kam auch schwer in Gang, da es nach 8 Minuten aufgrund eines Gewitters für mehr als 20 Minuten unterbrochen werden musste. Kurz nach der Unterbrechung ging Merseburg dann in Überzahl mit 1:0 in Führung. Nach der Pause traf Querfurt glücklich durch einen Schuss durch die Hosenträger – kann bei dem nassen Ball und dem wassergetränkten Rasen auch mal passieren – sodass der Endstand 1:1 lautete.

Am Wochenende steht eine Tour in Richtung Salzland, Magdeburg und Börde an.  
Statistik:
- Grounds: 1.141 (Dienstag 1 neuer, Mittwoch 1 neuer; diese Saison: 170 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.095 (Dienstag 1, Mittwoch 1, Freitag 1; diese Saison: 239)
- Tageskilometer: 430 (Dienstag 120km Fahrrad, Mittwoch 290km Auto, Freitag 20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 65.090 (62.590 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 415

Montag, 7. Juli 2014

W414II: Der dritte zweistellige Testspielsieg in drei Tagen für den FSV

SV Muldental Wilkau-Haßlau ...................................... 0
FSV Zwickau ................................................................ 11
- Datum: Sonntag, 6. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Kreisliga A, Zwickau (9. Spielklasse, 4. Amateurliga) gegen Regionalliga Nordost (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-11 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-4
- Tore: 0-1 12. Sebastian Mai, 0-2 14. Max Gehrmann, 0-3 27. Max Gehrmann, 0-4 29. Max Gehrmann, 0-5 54. Marc-Philipp Zimmermann, 0-6 56. Philipp Röhr, 0-7 62. Michael Schlicht (Foulelfmeter), 0-8 63. Marc-Philipp Zimmermann, 0-9 77. Mike Baumann, 0-10 82. Eigentor, 0-11 86. ?
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Jugend Wilkau-Haßlau (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (überwiegend FSV-Fans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Testspiel)

SV Muldental Wilkau-Haßlau II .................................. 2
TSV Crossen II ............................................................... 5
- Datum: Sonntag, 6. Juli 2014 – Anstoß: 11.30
- Wettbewerb: Testspiel 1. Kreisklasse, Zwickau (10. Spielklasse, 5. Amateurliga; Aufsteiger aus 2. Kreisklasse) gegen 1. Kreisklasse Zwickau (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 19. 9, 0-2 45. 9, 0-3 46. 2, 0-4 67. 7, 1-4 68. 15, 1-5 74. 6, 2-5 76- 15
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Jugend Wilkau-Haßlau (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Sehr fehlerbehaftetes aber unterhaltsames Spiel)  
a) Friendly Matches in Wilkau-Haßlau: SV Muldental v FSV Zwickau and Muldental Reserves v TSV Crossen Reserves
b) Gera: Dorna village

Wir brauchten nur wenig mehr als eine Stunde um von Merseburg nach Wilkau-Haßlau, einer völlig gesichtslosen und an Zwickau direkt angrenzenden Kleinstadt zu kommen. Der FSV Zwickau hatte dort ein Testspiel vereinbart und für 5€ war man dabei. Als Vorspiel gab es noch die Reserve der Gastgeber, also SV Muldental Wilkau-Haßlau II der in die 1. Kreisklasse aufstieg, in einem Testspiel gegen den neuen Ligakonkurrenten aus Crossen (ein Ortsteil von Zwickau), zu sehen.

Das teilweise auch als Sandberg-Stadion bezeichnete Stadion der Jugend hat eine hufeisenförmige, zur Mitte hin symmetrisch ansteigende Tribüne auf einer Längsseite mit Sitzbänken in der Mitte und Bäumen auf der Dammkrone. Gegenüber stehen ein schön gestalteter Sprecherturm und daneben mehrere Holzbänke.

Das Vorspiel zwischen Wilkau-Haßlau II und Crossen II fing mit Vorteilen für die Gastgeber an, doch Crossen ging mit einem schönen Volleyschuss in Führung. Danach lief bei Wilkau gar nichts mehr, der schlechte Schiedsrichter und sein völlig inkompetenter Assistent (Wieso nimmt man da ein so unfair-parteiisches Vereinsmitglied vom SV Muldental? Bei seinen falschen Winkereien meinten selbst seine Kumpels „bist du harde, Alta?!“) erkannten einen korrekten Treffer der Crossener zwar nicht an, ließen dann aber eine Abseitssituation laufen, sodass bei 0:2 die Seiten gewechselt wurden. Nach der Pause netzte Crossen gleich ein drittes Mal ein und interessanterweise rissen sich der Unparteiische und seine nicht wirklich unparteiischen Assistenten plötzlich zusammen. Crossen entschied das Spiel mit einem vierten und fünften Treffer, ehe Wilkau-Haßlau noch mal herankam. Bei diesem 2:5 war allerdings ein Klassenunterschied zu merken, den Wilkau-Haßlau in der Liga dann hoffentlich kompensieren kann.

Sehr viel deutlicher war natürlich der Klassenunterschied im Hauptspiel, das halbwegs ordentlich besucht war. Die oft ihre Zugehörigkeit zum FSV Zwickau zeigenden 500 bis 600 Zuschauer konnten einige Tore beklatschen. Der Regionalliga-Kader des FSV ist wohl noch ziemlich unsicher und heute spielten auch mindestens 18 verschiedene Spieler im dritten oder vierten Testspiel dieser Woche. Wilkau-Haßlau kam zwar kaum über die Mittellinie, aber hielt dem Druck der gar nicht mal überspielt wirkenden Zwickauer lange ganz gut stand. Vier Treffer, davon ein Hattrick zum 0:4 Halbzeitstand. Erst Mitte der zweiten Spielhälfte brach der Gastgeber etwas ein und ließ sieben weitere Treffer zu. Wilkau-Haßlau kam zu keinem einzigen Torschuss, aber als Kreisligamannschaft haben sie sich richtig gut geschlagen: viele andere Testspielgegner haben in den letzten beiden Wochen gegen den FSV deutlich höher verloren!

Auf dem Rückweg schauten wir uns noch den Sanierungsstand des Zwickauer Westsachsenstadions an – außer Breitensport und Juniorenspiele des FSV Zwickau gibt es dort leider nichts mehr – und fuhren kurz in Dorna, einem Ortsteil von Gera, der von der Bundesstraße aufgrund der markanten Kirche auf einem Hügel sehr gut zu sehen ist, ab.  
Statistik:
- Grounds: 1.139 (heute 1 neuer; diese Saison: 168 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.092 (heute 2; diese Saison: 236)
- Tageskilometer: 230 (230km Auto)
- Saisonkilometer: 64.660 (62.300 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 80 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 414

W414I: Skispringen ohne Schnee und 1 Holz Unterschied beim Platzbahnkegeln

PKV Grün-Weiß Ziegelrode ------------------------------ 404
1. Platzbahnkegelverein Siebigerode 1969 II ---------- 403
- Datum: Samstag, 5. Juli 2014 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Landesliga (1. Spielklasse im Platzbahnkegeln)
- Ergebnis: 404-403 nach ca. 120 Minuten, d.h. Ziegelrode siegte mit 1 Holz
- Wurf Ziegelrode: Mario Rockholz 85 gesamt (1. Durchgang: 43, 2. Durchgang: 42), Karsten Krause 84 (41/ 43), Patrick Ahrent 82 (40/ 42), Christian Hennig 77 (42/ 35), Siggi Hinkelthein 76 (38/ 38), Andreas Ahrent [67 (31/ 36) = Streichergebnis]
- Wurf Siebigerode: Frank Neduck 85 gesamt (1. Durchgang: 43, 2. Durchgang: 42), Mario Blume 83 (45/ 38), Olaf Kühnemund 80 (35/ 45), Klaus Hentze 78 (42/ 36), Kevin Dressel 77 (33/ 44), Daniel Pommert [74 (44/ 30) = Streichergebnis]
- Spielort: Platzbahn Ziegelrode (Kap. 55, davon 5 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 9 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr spannendes und enges Spiel: am Ende entschied ein Holz!)

Skispringen in Wippra: Internationales Pokalspringen und Landesmeisterschaften Sachsen-Anhalt
- Datum: Samstag, 5. Juli 2014 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhaltische Landesmeisterschaften aller Altersklassen mit finnischen Gaststartern (ausgerichtet vom Ski- und Freizeitsport SFS Wippra)
- Ergebnisse: siehe Website des SFS Wippra; Ergebnisliste Landesmeisterschaft und Ergebnisliste Pokalspringen!
- Austragungsort: Hasselbachschanze Wippra (Kap. 530, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Einige eindrucksvolle Leistungen und spektakuläre Sprünge, aber weder im Sommer noch im Winter bin ich großer Fan vom Skispringen)  
a) Ski-Jumping: Championships of Saxony-Anhalt and International Cup in Wippra
b) Mansfeldian Nine-Pin-Bowling: Ziegelrode defeat Siebigerode Reserves by one point

Was seltene Sportarten und kuriose Wettkämpfe angeht, ist in Deutschland Nordrhein-Westfalen führend vor Berlin. Doch auch in Sachsen-Anhalt kann man sich nicht beschweren über zu wenig Sportangebot. Skispringen bei knapp 30 Grad und eine Variation des Kegelns, die ausschließlich in einer ganz kleinen Region Deutschlands gespielt wird, sind doch wirklich klasse – und das auch noch an einem Tag!

Zufällig war ich auf einen Sommerskiwettkampf gestoßen. Wer braucht schon kaltes Scheißwetter und hässlichen scheiß Schnee? Auf Matten und Rasen kann man auch Skispringen durchführen! So machte das auch der Ski- und Freizeitsportverein Wippra. Mädchen und Jungen, junge Erwachsene und Alte Herren trat in mehreren verschiedenen Kategorien und drei verschieden hohen Schanzen an. Teilweise sprangen (bzw. rutschten) junge Teilnehmer außer Konkurrenz – so z.B. der mit zwei Jahren jüngste Starter des Feldes! Der älteste Starter (68) sprang aber eine ordentliche Weite von der 45m-Schanze! Der Wettkampftag sah zwar keinen Schanzenrekord und die Leistungen der Teilnehmer waren doch sehr unterschiedlich hoch einzuschätzen, aber die Sprungtechnik und die Weiten der geübteren Athleten sowie die Begeisterung und guten Ansätze bei den jüngeren Startern wussten zu begeistern. Die 64. Sportart die wir sahen begeistert mich zwar auch live nicht viel mehr als vor dem Fernseher, aber so ein Skispringen kann man sich auch ruhig noch ein weiteres Mal angucken – besonders wenn es bei angenehmen Wetter in so einer schönen Landschaft wie dort im Harz stattfindet…  
Im benachbarten Mansfelder Land ging es auch dieses Wochenende zum Platzbahnkegeln. Bei den vorangegangenen Besuchen habe ich mich schon lange genug ausgelassen über die Seltenheit und Geschichte dieser Präzisionssportart – Genaueres kann man z.B. im Artikel vom vorangegangenen Wochenende nachlesen...

Die Sportanlage von Ziegelrunde liegt im „Grund“ einem Bachtal westlich des eigentlichen Dorfes, das man von Siebigerode aus am schnellsten über geschotterte Waldwege erreicht. Gegenüber eines nicht mehr genutzten Fußballplatzes, befindet sich eine Gaststätte neben der man zwei Bühnen und ebendiese Kegelanlage hat. Das charakteristische Kreissegment mit der Prellwand ist von Bäumen dicht umstanden – eine Holzbank zwischen Bäumen, Moos und Farnen wirkt wie eine VIP-Tribüne… VIPs sind hier aber eh alle Besucher: so wenige wie hier leider nur vorbeischauen, werden alle handschläglich begrüßt. Ob Plakatieren für die Wettkämpfe im Dorf etwas bringen würde, weiß ich nicht. Aber dass man so derartig unter sich ist und vor nicht einmal 10 Zuschauern (bis auf Anja übrigens alles Männer) spielt, ist bestimmt nicht so toll.

Der Wettkampf zwischen Ziegelrode I und Siebigerode II sollte sehr spannend und eng werden. Siebigerode II fing sehr gut an und distanzierte den Gastgeber früh. Dieser erzielte jedoch zur Pause hin bessere Ergebnisse, sodass der Rückstand nur 5 Holz betrug. Im zweiten Durchgang hielten wieder viele Kegler nicht ihre Werte vom ersten Durchgang, sodass das Ergebnis immer knapper wurde. Der letzte Sportsfreund der Ziegelröder legte dann allerdings eine tolle Darbietung vor und verbesserte sich als einer der Wenigen, sodass ein Sieg schon fast sicher schien. Der Siebigeröder Vereinspräsident Kühnemund hatte nur den fünftbesten Wert im ersten Durchgang erzielt und sich um 12 Holz steigern müssen um seine Mannschaft noch zum Sieg zu führen. Er gab voll konzentriert alles und hatte vorm letzten Wurf bereits 8 Holz mehr als im ersten Durchgang gefällt und noch drei Kegel stehen. Alle drei zu fällen hätte das seltene Resultat eines Unentschieden hervorgerufen, doch leider blieb der König stehen und so gewann Ziegelrode mit einem einzigen Holz!

In Staßfurt taten wir noch das von Preis-Leistung her wohl beste Restaurant der Stadt auf – ist zwar eine Asi-Ecke, wo wir gleich hinterm Restaurant eine Keilerei unter Jugendlichen beobachten konnten und alle paar Minuten Besoffene zu sehen waren, aber das Essen ist sehr gut, reichlich und preisgünstig (Pizza und Pasta für 4€ bis 7€) und auch Übernachten kann man bei denen: Zimmer für 22€ bis 44€ klingt auch sehr angemessen – nämlich das italienische „Aldos Pizzeria“, und fuhren dann nach Merseburg zurück.  
Statistik:
- Grounds: 1.138 (heute 2 neue; diese Saison: 167 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.090 (heute 2; diese Saison: 234)
- Tageskilometer: 310 (310km Auto)
- Saisonkilometer: 64.430 (62.070 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 78 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 414

Dienstag, 1. Juli 2014

W413III: Seltene Sportarten, Teil 2; Böhmen gegen Mähren im tschechischen Feldhandball

Čechy / Böhmen ............................................................ 15
Morava / Mähren .......................................................... 11
- Datum: Sonntag, 29. Juni 2014 – Anwurf: 11.15
- Wettbewerb: Mezizemské utkání Čechy – Morava (Vergleichswettkampf im Böhmischen Handball – Nardodní hazená – zwischen den Auswahlmannschaften von Böhmen und Mähren)
- Ergebnis: 15-11 nach mehr als 60 Min. (30+/30+) – Halbzeit: 6-4
- Tore: Marek Nachtman 4x, Pavel Titl 3x, Lukáš Šilhánek 3x, Ladislav Beneda 2x, Marek Gabriel 1x, Pavel Sedlák 1x, Jiří Pešek 1x (Böhmen); Tomáš Ulrych 5x, Marek Michalus 2x, Jan Petr 1x, Vojtěch Beneš 1x, Martin Šafář 1x, Jiří Tománek 1x (Mähren)
- Gelbe Karten: 2x Nr. 8, 9, 15, 1x Nr. 3 (Böhmen); 2x Nr. 5, 1x Nr. 12 (Mähren)
- Rote Karten: Böhmens Nr. 8, 9 und 15 wegen wiederholter Foulspiele und Mährens Nr. 5 wegen Fouls und Unsportlichen Verhaltens
- Spielort: Sportvoný áreal Pohřebačka (Opatovice nad Labem, Kap. 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 650
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Hervorragendes und packendes Handballspiel)

Čechy (ženy) / Böhmen (Frauen) .............................. 12
Morava (ženy) / Mähren (Frauen) ............................ 12
- Datum: Sonntag, 29. Juni 2014 – Anwurf: 9.30
- Wettbewerb: Mezizemské utkání žen Čechy – Morava (Vergleichswettkampf im Böhmischen Handball – Nardodní hazená – zwischen den Auswahlmannschaften der Frauen von Böhmen und Mähren)
- Ergebnis: 12-12 nach ca. 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 6-7
- Tore: Petra Bendová 8x, Ivana Jindřichová 2x, Jitka Živná 2x (Böhmen); Pavla Jurtíková 7x, Jana Pavlíková 3x, Kateřina Strnišťová 1x, Klára Benešová 1x (Mähren)
- Gelbe Karten: Nr. 9 (Böhmen); Nr. 5, 11 (Mähren)
- Rote Karten: keine
- Spielort: Sportvoný áreal Pohřebačka (Opatovice nad Labem, Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 500
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr gutes und intensives Spiel der Frauen)  
a) Bohemia v Moravia in the Czech Version of Handball (played in Opatovice nad Labem)
b) North-Eastern Bohemia: Hradec Kralove, Opočno, Nové Město nad Metuji, Slavoňov, Josefov, Kuks, Dvůr Králové, Studenec, Jilemnice

Von Libuň aus fuhren wir gleich am Morgen mit einer Frühstückspause nach Opatovice nad Labem bzw. dem dahin eingemeindeten Dorf Pohřebačka. Schon kurz nach 9 Uhr war richtig Betrieb auf dem Areal. Dieses umfasst einen Tartanplatz mit Bänken und Fangnetzen hinter den Toren, einem Sportlerheim mit Pressebalkon und gegenüber zwei dreireihige, überdachte Steintribünen mit Holzbänken. Bei den meisten Spielen im böhmischen Feldhandball (narodni hazena) ist die Zuschauerkapazität von 500 sehr übertrieben, doch heute wurde es richtig eng, denn der Saisonhöhepunkt stand an!

Die Vergleichswettkämpfe zwischen Auswahlmannschaften der beiden Landesteile der Tschechischen Republik – Böhmen und Mähren – sind der Saisonabschluss eines solchen Handballjahres. Das ganze Wochenende über bestreiten die Männer-, Frauen- und Jugendauswahlen Testspiele gegen regionale Mannschaften und treten dann am Sonntag vor mehreren Hundert Zuschauern gegeneinander an.  
Nachdem die Nationalhymne live gesungen wurde, lieferten die Frauen ein gutes, intensives Match ab. Mähren hatte andauernd die Nase vorn. Bis kurz vorm Ende führte Mähren stets mit ein oder zwei Treffern, doch Böhmen erkämpfte sich dann den Ausgleich. Es gab keine Entscheidung durch Verlängerung oder Siebenmeterwerfen, sondern es wurde gleich das Männerspiel angepfiffen.

Der Vergleichskampf bei den Männern regte immer mal zu Stimmung auf den mittlerweile überfüllten Rängen an. Es gab harte Zweikämpfe, starke Verteidigungsarbeit, tolle Torwürfe, Paraden der Keeper und nach strittigen Szenen auch ordentliche Pöbeleien…

Als das Spiel für die merklich besseren Böhmen entschieden schien, gab es mehrere Platzverweise für Böhmen. In Überzahlspiel kam Mähren noch einmal zum Ausgleich, doch Böhmen traf auch in Unterzahl immer wieder und zog dann bei Gleichzahl davon. Mitte der zweiten Hälfte gab es nun auch Platzverweise für Mähren. Ein mährischer Spieler erlitt auf der Bank einen Kollaps und musste ins Krankenhaus transportiert werden, was das Spiel um 25 Minuten verzögerte. Nach der Unterbrechung gab es noch den genitalen Versuch des 5ers von Mähren, trotz Platzverweis noch mal auf dem Feld einzugreifen, doch der Schiri gab gleich den zweiten roten Karton für die Nr. 5 und Böhmen brachte nun eine Vier-Tore-Führung locker über die Zeit…  
Das ganze Wochenende hatten wir keine Besichtigungen gemacht, aber jetzt in einer uns noch wenig bekannten Ecke – nördlich von Hradec Králové waren wir noch gar nicht – Tschechiens, mussten noch ein paar Stunden mit Schlössern und anderen historischen Bauten verbracht werden. Wir mussten allerdings feststellen, dass in dieser eher strukturschwachen Ecke die Beschilderung scheiße und Landschaft wie auch Bausubstanz – letzterer fehlte es v.a. an den sonst so verbreiteten gotischen Burgen – allenfalls durchschnittlich für tschechische Verhältnisse sind. Aber daran darf man sich nicht zu lange aufhalten, denn selbst die miesesten Ecken Tschechiens sind mit ihrer reichhaltigen historischen Architektur immer noch sehenswerter als die schönsten Ecke mancher anderer Länder…

In Opočno gab es gleich eine der beiden ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten dieser Landesecke zu sehen: ein Schloss in italienischem Renaissancestil mit mehrstöckigem Arkaden-Innenhof. In Nové Město nad Metuji liegt die Altstadt mit dem Schloss, das u.a. mit einer kuriosen Lilliput-Figuren-Sammlung und einer Holzbrücke, die den oberen Schlossgarten mit dem unteren Schlossgarten verbindet, aufwarten kann, auf einem Berg. Eine schöne Holzkirche aus dem 16. Jahrhundert in Slavoňov nahe der polnischen Grenze ist die zweite ungewöhnliche Sehenswürdigkeit – sonst gibt es solche Kirchen eben fast nur in Polen und nicht auf der tschechischen Seite.

Josefov ist auch sehr interessant. Der Ortsteil von Jaroměř ist eine verfallene Festungsstadt mit massiven Bauten aus dem 17./ 18. Jahrhundert und extrem vielen Roma die in den verfallenen Kasernen leben. Im Vergleich zu ihren tschechischen Nachbarn sehen die meisten Roma-Familie aber übrigens gar nicht so asozial aus: die Slawen liefen unheimlich verranzt und dreckig, oft auch noch saufend und rauchend durch die Gegend. Insgesamt ist Josefov aber eine der übelsten Ecken Tschechiens. Einen sehr guten Artikel zur Problematik in Josefov gibt es wie immer auf Radio Prag, wo neutral und treffend erklärt wird, dass die Misere der Roma von den slawischen Tschechen (Privatpersonen wie Behörden und Politiker) wie auch den Roma selbst ausgeht und warum tschechische Geschäftsleute das größte Problem der Ortschaft mit einer Arbeitslosenquote, die ich in einer andere Quelle einmal mit über 50% angegeben gesehen habe, sind…

In Kuks gibt es ein barockes Krankenhaus mit enormen Ausmaßen und schlossartigem Charakter. Derzeit befindet es sich aber wie auch die historische Brücke, die es mit dem eigentlich Dorf Kuks verbindet, in kompletter Restaurierung. Dvůr Králové hat nur einzelne historische Gebäude wie einen Stadtturm und zwei Kirchen zu bieten. In Studenec guckten wir noch um das verfallene Schloss, das als Hotel herabgewirtschaftet wurde, herum. Den letzten Besichtigungsstopp legten wir in Jilemnice mit seinem schönen Altstadtkern mit zwei Kirchen und dem auf zwei Gebäuden verteilten barocken Schloss ein. Wir fuhren über Zgorzelec zurück nach Merseburg, wo wir noch zur Verlängerung des WM-Spiels zwischen Costa Rica und Griechenland ankamen…  
Statistik:
- Grounds: 1.136 (heute 1 neuer; diese Saison: 165 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.088 (heute 2; diese Saison: 232)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 64.120 (61.760 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 78 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 413