Montag, 12. Oktober 2015

W480VI: Die Doppeltribüne von Arnoldsweiler und die Wasserball-Rochen von Weert

De Rog Weert Dames ............................. 12
Hellas-Glana Sittard Dames 2 ................. 4
- Datum: Sonntag, 11. Oktober 2015 – Beginn: 19.15
- Wettbewerb: Waterpolo 3e klasse Dames Regio Zuid B (3. Regionalklasse Süd, Staffel II; 7. und unterste niederländische Frauen-Wasserballliga)
- Ergebnis: 12-4 nach 20 Min. (4x5) – Viertelergebnisse: 2-2, 4-0, 1-0, 5-2
- Tore: NN
- Hinausstellungen: NN
- Spielort: Zwembad De IJzeren Man (Kap. 100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Deutlich besser als befürchtet, da De Rog ganz ordentlich spielte)

De Rog Weert 3 ............................................. 6
Waterpolo Parkstad Kerkrade 2 ................. 7
- Datum: Sonntag, 11. Oktober 2015 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Waterpolo 3e klasse Regio Zuid D (3. Regionalklasse Süd, Staffel IV; 7. und unterste niederländische Wasserballliga)
- Ergebnis: 6-7 nach 20 Min. (4x5) – Viertelergebnisse: 1-0, 1-5, 3-1, 1-1
- Tore: NN
- Hinausstellungen: NN
- Spielort: Zwembad De IJzeren Man (Kap. 100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ganz ordentliches Niveau und spannender Spielverlauf)

De Rog Weert B-Jongens ............................. 4
De Treffers Rosmalen B-Jongens ................ 9
- Datum: Sonntag, 11. Oktober 2015 – Beginn: 17.45
- Wettbewerb: Waterpolo 2e klasse B-Jongens U17 (3. und unterste niederländische U17-Wasserballliga)
- Ergebnis: 4-9 nach 20 Min. (4x5) – Viertelergebnisse: 1-2, 1-3, 0-2, 2-2
- Tore: NN
- Hinausstellungen: NN
- Spielort: Zwembad De IJzeren Man (Kap. 100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz ordentliches Niveau)

FC Viktoria Arnoldsweiler III ..................... 6
FC Viktoria Schlich ...................................... 4
- Datum: Sonntag, 11. Oktober 2015 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: Kreisliga B, Düren, Staffel 2 (9. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-4 nach 94 Min. (47/47) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 15. Tabariou Yakoubou, 2-0 19. Tabariou Yakoubou, 3-0 40. Fridolin Kimuangana, 3-1 61. Kevin Meisenberg, 4-1 67. Daniel Krauthausen (Foulelfmeter), 5-1 75. Philip Macherey, 5-2 77. Pascal Esser (Foulelfmeter), 5-3 89. Simon Frauenrath, 6-3 90. Lucas Seidscheck, 6-4 92. Pascal Esser
- Verwarnungen: Kim Müller (Arnoldsweiler); TW Stephan Küpper, Marcel Joeken (Schlich)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Bertram Möthrath-Stadion (Kap. 900, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr sehenswertes Hin und Her mit vielen Toren) Viktoria Arnoldsweiler III 6:4 Viktoria Schlich Photos with English Commentary:
a) Football in Germany: Arnoldsweiler III v Schlich
b) Waterpolo in the Netherlands: De Rog Weert U17, Women and Men
c) Limburg Province: Aurora Windmill in Baexen

Nach Düren werde ich immer wieder fahren zum Fußball, bis ich die fünf, sechs sehenswerten Stadien abgegrast habe. Was das Gras angeht: vor Mai werde ich aber wohl nicht mehr nach Düren kommen, denn im Winter wird z.B. in Arnoldsweiler so gut wie nicht auf dem Rasenplatz gespielt und alle anderen Vereine mit sehenswerten Stadien weichen auch gerne auf schäbige Nebenplätze mit Kunstrasen- oder gar Aschebelag aus. So war – das noch wie geplant – der erste Ground in Düren der Kunstrasenplatz des Stadions Bertram Möthrath im Ortsteil Arnoldsweiler. Das Geniale an dem Ground: wenn mal wieder der Rasen geschont wird, kann man von derselbenTribüne aus auf dem nicht minder schönen Kunstrasenplatz zuschauern, denn es handelt sich um eine der seltenen Doppeltribünen mit Innendachentwässerung, die es fast nur in der DDR und einigen Ostblockstaaten gibt. Das in Düren auch eine solche Tribüne steht, ist absolut ungewöhnlich! Die Doppeltribünen sind identisch, aber nicht ganz symmetrisch: auf einem kleinen, von Bäumen bestandenen Graswall steht mittig der überdachte Bau mit je vier Reihen Holzbänken und schöner Mauerrung, die grün und weiß gehalten ist; die Sprecherkabine ist jedoch weg von der Mitte versetzt angebracht und das Vereinswappen befindet sich auch nur auf der Seite vom Hauptplatz.

Außer dem Stadion lohnte auch das Spiel das Kommen: schade, dass nur ein gutes Dutzend Zuschauer dieses unterhaltsame Spiel sahen. Die III. Mannschaft von Viktoria Arnoldsweiler traf auf Viktoria Schlich. Die Gäste vom Dorf mit einer rein deutschen Mannschaft – wahrscheinlich gibt es auch gar keine Ausländer auf dem 2.000-Einwohner-Dorf – die Heimelf mit einer bunten Truppen, deren beiden schwarzen Stürmer in der Anfangsphase sehr glänzten. Erst nach zwei Treffern bekamen die Schlicher den Elfer in Griff, kurz vor der Pause war es sein Sturmpartner (eventuell auch Landsmann) mit der 10 der zum 3:0 einnetzte. Nach dem Anschlusstreffer wurde der 10er mit dem tollen Vornamen Fridolin übel vom Gästetorwart umgetreten: Notbremse und Elfmeter? – nein, der Schiri gibt Foul am Schlussmann! Der 10er musste verletzt vom Feld, der Torwart riss noch die Gusche weit auf und bekam nur Gelb. Als passende Strafe gab es kurz darauf einen lächerlichen Elfmeter zum 4:1 und einen guten Konter zum 5:1. Dann kam Schlich in einem immer besser werdenden Spiel noch heran auf 5:3 (davon ein Treffer per Elfmeter), ehe Arnoldsweiler zum 6:3 traf. Ein vermeidbarer Freistoßtreffer in der letzten Minute der Nachspielzeit stellte den 6:4 Endstand her. Ein sehr unterhaltsames Spiel!

Mittagessen beim berühmten Carl-Schurz-Grill, und dann mit wenig guter Erwartung zum Jugendstadion von Schwarz-Weiß. Natürlich spielten die Idioten auf ihrem hässlichen Kunstrasen. Also vor Mai zu einem Heimspiel der Ersten sieht mich dieser Kackverein nicht wieder; wenn es nicht 20 Grad und Sonnenschein ist, wird jetzt bis zum Gehtnichtmehr der Kunstrasen malträtiert. Zwembad Weert Also sehr früh in den Niederlanden angekommen, doch kaum an der Schwimmhalle, die sich als Spaßbad mit 25m-Becken ohne Tribüne und vielen herumstehenden Stühlen und Bänken herausstellte, angekommen – und schon ging es mit Wasserball los! Jetzt also auch mal Wasserball in den Niederlanden, da ich ja kurzentschlossen am Freitag einen neuen Futsal- und Wasserballländerpunkt gemacht hatte – Belgien – wollte ich gleich bei nächste Gelegenheit nachlegen. Den Futsal-Punkt Niederlande mache ich in zwei Woche in direkter Grenznähe, den Wasserballländerpunkt habe ich schon an diesem Sonntag – natürlich ebenfalls sehr grenznah in Weert – gemacht. Da es zeitlich nicht anders ging war es leider sehr unterklassig.

Allerdings waren die Spiele schon OK. Man muss sich mal überlegen, dass die Niederlande sieben Männerligen mit insgesamt bis zu 20 Staffeln haben! Landesweit spielen dort etwa 400 Teams (plus noch mal fast genauso viele Frauenmannschaften, was sehr ungewöhnlich ist im Wasserball, und vielen hundert Jugendteams) aus über 100 Vereinen Wasserball. Interessant war dann heute aber, dass man im unteren Amateurbereich nur 4x5 Minuten (statt 4x8) spielt. Sowohl das B-Jugend, als auch das Männer und das Frauenspiel der jeweils 7. Spielklasse waren also schnell rum.

Der Heimverein in Weert heißt „De Rog“ (Der Rochen) und spielt mit zwei Jugend-, drei Männer- und einer Frauenmannschaft im Wettkampfbetrieb mit. In so einem Kaff so eine große Wasserballabteilung! Die Jungrochen sind Letzter in ihrer Staffel und trafen heute auf den Tabellenführer, die entsprechend ihres Namens „De Treffers“ wirklich viel trafen. Rosmalen siegte mit 4:9, was auch an der schwachen Torhüterleistung des noch viel zu jungen Schlussmannes lag.

Die Dritten Rochen trafen auf die Reserve von Parkstad. Klingt nicht gerade nach Toppspiel, war aber ganz sehenswert. De Rog gab im zweiten Viertel das Spiel völlig aus der Hand, aber konnte nach dem Seitenwechsel überraschend ausgleichen. Danach gelang jedoch den Gästen aus Kerkrade ein Doppelschlag, den De Rog in der Schlussphase nicht mehr ausgleichen konnte: 6-7 am Ende einer spannende Partie!

Schließlich stellten sich noch die Frauen besser an als erwartet und das Spiel war auch unterhaltsam, obwohl niemand beinahe ertränkt wurde… Das erste Viertel war noch ausgeglichen, doch dann zogen die Rochen-Weibchen mit vier Toren davon. Nach der Pause dann nur ein Treffer in einem ausgeglichenen Spiel, doch dann begann das Schlussviertel und De Rog schraubten das Resultat auf 12:4 hoch. Die Zweite Mannschaft von Sittard war zwischenzeitlich völlig eingebrochen. De Rog 3 (6:7) Parkstad 2 Statistik:
- Grounds: 1.477 (2 neue; diese Saison: 62 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.510 (4; diese Saison: 76)
- Tageskilometer: 300 (300km Auto)
- Saisonkilometer: 21.470 (12.320 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.930 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 820 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 480.

W480V: Rugby und Handball

Bergischer HC 2006 (Wuppertal/ Solingen) 30
Handball Balingen-Weilstetten .................... 35
- Datum: Samstag, 10. Oktober 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: 1. Handball-Bundesliga (sogenannte DKB Handballbundesliga, 1. Profihandballliga)
- Ergebnis: 30-35 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 14-17
- Tore: Gutbrod 7, Szilagyi 7, Oelze 6, Preuss 4, Thor Gunnarsson 3, Hermann 2, Artmann 1 (BHC); Nyokas 9, Kunkel 9, Hausmann 5, Russ 4, Strobel 4, Krieg 1, Bohm 1, Foth 1, Theuerkauf 1 (HBW)
- Gelbe Karten: Preuss, Weiss, Jonovski, Trainer (BHC); Bohm, Hausmann, Krieg (HBW)
- Zeitstrafen: Weiss, Gutbrod (BHC = 4 Minuten); 3x Foth, 2x Strobel, 1x Wilke, 1x Krieg, 1x Remmlinger (HBW = 16 Minuten)
- Platzverweise: Foth von HBW (41. Min. wg. dritter Zeitstrafe)
- Spielort: Uni-Halle Wuppertal (Kap. 3.200, davon 2.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.600 (davon 2.498 zahlende und ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ansehenswertes aber nicht unbedingt gutes Spiel)

TuS Düsseldorf 1895 II ............................ 16
RC Bonn-Rhein-Sieg .................................. 8
- Datum: Samstag, 10. Oktober 2015 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Rugby Regionalliga NRW/ Rheinland (3. und unterste deutsche 15er-Rugby-Liga)
- Ergebnis: 16-8 nach 83 Min. (40/43) – Halbzeit: 5-5
- Punkte: 0-5 21. Versuch, 5-5 24. Versuch, 5-8 45. Freitritt, 10-8 53. Versuch, 13-8 77. Schuss, 16-8 84. Freitritt
- Gelbe Karten (10 Min. Zeitstr.): Nr. 10 von Düsseldorf und Nr. 10 von Bonn (beide in 68. Min. wg. groben Spiels)
- Rote Karten (Platzverweis): keine
- Spielort: Rugbyplatz Düsseldorf (Kap. 250 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Dürftiges Niveau, aber durch die Action auf dem Platz ist auch ein schwaches Rugbyspiel noch ansehenswertes) TuS Düsseldorf Res. v RC Bonn-Rhein-Sieg Photos with English Commentary:
a) Rugby: TuS Düsseldorf Res. v Bonn-Rhein-Sieg
b) Handball: Bergischer HC v Balingen-Weilstetten
c) Wuppertal: Strange Architecture

Mit dem RE nach Düsseldorf, dann mit der U-Bahn, die zumeist oberirdisch verläuft, auf der Linie 77 zum Bürokomplex Seestern. Dort war ich schon mal: zu einem Hallenhockeyspiel. Neben Hockey- und Tennisanlagen gibt es aber auch einen Rugbyplatz – und der interessierte mich heute Mittag. Die von Büschen und Bäumen umgebene Wiese mit Bürohauspanorama und einem schönen, kleinen Clubhaus von dessen Terrasse aus man prima zuschauen kann, ist jetzt nicht unbedingt sehenswert, aber als Anlage auf der Ebene schon OK.

Heute stand ein Spiel der 2. Bundesliga und davor eines der Regionalliga an – jeweils in der Form „Union“, das heißt mit 15 Akteuren pro Mannschaft. Ich schaute aus Zeitgründen nur das der Reserve von TuS Düsseldorf 1895 (Beiname: Dragons), die passenderweise gegen den Rugby Club Bonn-Rhein-Sieg antraten. Ein Heimspiel von denen habe ich für Ende des Monats, wenn ich wegen der Uni mein Groundhoppingprogramm in vernünftigere Maße (d.h. 2-5 Spiele pro Woche und nur Samstag/ Sonntag und in Ausnahmen mal noch Freitag; nicht mehr Dienstag bis Sonntag und bis zu 12 Spiele pro Woche als Ferienprogramm...) pressen muss, geplant.

Ich hoffe mal, dass das Spiel von Bonn-Rhein-Sieg besser wird, aber auch ein eher schwaches Rugbyspiel wie das heute, ist wegen der Härte und den Kampfszenen sehenswert. Nur waren heute die Schüsse oft ganz schwach und bis auf zwei einfache Versuche passierte in der ersten Hälfte nicht viel. Nach dem Seitenwechsel ging Bonn mit einem glücklichen Freekick (Innenpfosten 10cm über dem Querbalken) in Führung, doch ein weiterer Versuch (wieder ohne Erhöhung) drehte das Spiel. Dann ein völlig kurioser Schuss aus 25m aus dem Spiel heraus auf die Stangen – ein ungewöhnlicher Versuch zu Punkten für diese Liga – und der Ball ging mit Querlattenberührung für 3 Punkte durch die Stangen (13:8). Der Endstand von 16:8 war dann durch einen ganz simplen Freekick zustande gekommen. Wuppertal Mit einem Bummelzug via Solingen ging es nach Wuppertal (direkt ging wegen Schienenersatzverkehr nicht). Dort läuft man locker 30 Minuten bergauf vom Hauptbahnhof zur Albert-Einstein-Straße neben dem Unicampus, wo sich die Uni-Sporthalle befindet. Dort spielen die „Löwen“ vom Bergischen HC, einem Profi-Handball-„Projekt“ aus den Vereinen Langerfelder TV Wuppertal und SG Solingen. Auch in der Klingenhalle in Solingen wird gespielt und gegen THW Kiel in die Kölner Arena ausgewichen. Bei der Uni-Halle handelt es sich um eine 1987 hingeklatschte Rundsporthalle, die nur 3.200 Zuschauer fasst, aber architektonisch eine der schönsten Halle im deutschen Handball ist. Auch die farbliche Gestaltung mit dem vielen Grün ist gelungen. Die teils ineinander verschobenen Tribünensegmente sind sehr interessant zu sehen. Leider sind die Karten extrem teuer: selbst Stehplätze kosten 17,50€; ermäßigte Sitzplätze auf schlechten Plätzen kamen für mich mit 14€ (+ 1,50€ Vorverkauf bzw. Print-at-Home-Gebühr; Normalpreis auch 17,50€) etwas billiger. Catering war auch ziemlich teuer, aber dafür war die Auswahl topp und die Qualität gut: u.a. Mettworscht wie in Luxemburg und Bulettenbrötchen, aber auch Riesen-Bretzel mit Käse und gemischte Salate.

Die Halle war schon recht gut gefüllt, auch 30 Gästefans hatten den Weg aus dem Süden hier hoch gefunden, und laut war es auch – aber dieses monotone Klatschpappen-Geklatsche hört sich einfach scheiße an. So macht man Stimmung und Anfeuern kaputt mit solchem Dreck! Bei den starken Aktionen vorm Tor sprangen aber auch viele Zuschauer auf und gingen richtig emotional mit.

Allerdings hatten die Fans aus dem Bergischen Land am Ende nichts worüber sie sich hätten freuen können: gegen einen anderen Abstiegskandidaten, Balingen-Weilstetten, hieß es nach eher mittelmäßigem Spiel 30:35. Die Gäste waren stets zwischen 2 und 8 Toren in Front – da brachte sie auch der komische Platzverweis nicht aus der Fassung, bei dem ein Spieler mit der dritten Zeitstrafe vom Feld musste, der in dieser Szene gar nicht gefoult hatte; sein Nebenmann hätte eigentlich seine zweite Strafe bekommen müssen, sagte das den Schiris, doch die ansonst sicheren Unparteiischen lagen hier klar daneben und ließen sich dann auch nicht überzeugen, dass sie da den Falschen bestraft hatten...
Ein verdienter Sieg – auch da Balingen-Weilstetten die herausragenderen Einzelspieler hatte. Oelze, Gutbrod und der Österreich-Ungar Szilagyi stießen zwar auch hervor, aber kein Vergleich zu den Spitzenleistungen von Kunkel (der jeden Siebenmeter versenkte) und dem schwarzen Franzosen Nyokas, der unheimlich hochstieg bei den Würfen und tolle verdeckte Drehwürfe brachte und mich zudem daran erinnerte, dass ich mit einem Besuch bei einem Spiel der französischen Liga mal schauen wollte, ob die Bundesliga wirklich den Titel „Beste Liga der Welt“ verdient hat, obwohl ich ja schon das eine Spiel in der Spanischen Liga, das ich 2013 mal gesehen hatte, genauso gut fand. Naja, vielleicht nächstes Jahr März/ April/ Mai mal zum Toppklub PSG in die Hauptstadt; da kann man auch mal dieses komische Metallgerüst fotografieren, das immer alle anderen auch fotografieren... Bergischer HC v Balingen-Weilstetten Statistik:
- Grounds: 1.475 (2 neue; diese Saison: 60 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.506 (2; diese Saison: 72)
- Tageskilometer: 200 (190km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 21.170 (12.020 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.930 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 820 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 480.

W480IV: Futsal und Wasserball in Belgien

Waterpolo Hasselt ........................................... 14
Koninklijke Antwerpse Zwemclub Scaldis II 14
- Datum: Freitag, 9. Oktober 2015 – Beginn: 21.20
- Wettbewerb: Waterpolo Tweede Divisie (2. Belgische Wasserballliga)
- Ergebnis: 14-14 nach 32 Min. (4x8) – Viertelergebnisse: 5-2, 2-2, 5-4, 2-6
- Tore: NN
- Hinausstellungen: Hasselt 8x (darunter Disqualifikation Nr. 9); Antwerpen 9x (darunter DQ Nr. 3)
- Spielort: Zwembad Hasselt (Kap. 300, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Mittelmäßiges Niveau, aber ausgesprochen spannendes Spiel)

Zaalvoetbalklub Lenaerts Zutendaal ............ 5
Substantia Veldwezelt ..................................... 4
- Datum: Freitag, 9. Oktober 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Zaalvoetbal Limburg Afdeling 1 (1. Limburger Futsal-Liga; 6. Belgische Futsalliga)
- Ergebnis: 5-4 nach 50 Min. (2x25) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 9. (8), 1-1 10. (2), 2-1 11. (3), 3-1 28. (2), 4-1 28. (3), 4-2 37. (10), 4-3 39. (10), 4-4 47. (8), 5-4 48. (10)
- Fouls: Zutendaal 4, Veldwezelt 3 (darunter Gelbe Karte für Nr. 8 und 10)
- Spielort: Sporthal Blookstraat (Kap. 200, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Eher niedriges Niveau, aber sehr spannendes Spiel) 2nd Division: Waterpolo Hasselt v Scaldis Antwerpes Res. Photos with English Commentary:
a) Belgian Waterpolo 2nd Division: Hasselt v Antwerps Reserves
b) Belgian Futsal 6th Division: Zutendaal v Veldwezelt
c) Belgium: Alden Bliesen Palace in Bilzen, and Tongeren Old Town

Nachdem ich mich wieder als Englisch-Nachhilfelehrer betätigt hatte, hatte ich in Belgien zwei neue Sportarten im Visier. Grenznah sollten dort ein neuer Futsal-Länderpunkt (diese Fußballvariante hatte ich zuvor bereits in Polen, Andorra, Spanien und Marokko gesehen) und ein Wasserball-Länderpunkt (Wasserball hatte ich außerhalb Deutschlands bereits in Luxemburg und Malta gesehen) gemacht werden.

Auf dem Weg lagen außerdem zwei Besichtigungspunkte: zuerst das Schloss Alden Biesen, das ein sehr ausgedehntes Renaissanceschloss mit Wasserburg im Kernbereich und einer interessanten Schlosskirche ist, dann die Altstadt von Tongeren, der ältesten Stadt Belgiens, wo es noch Mauern aus römischer Zeit, Stadttore und eine sehenswerte gotische Kathedrale gibt. Tongeren Futsal fand in einem Dorf namens Zutendaal (zwischen Hasselt und dem niederländischen Maastricht) statt. Irgendwo am Ortsrand neben Maisfeldern und einem Waldstück gibt es da drei Fußballplätze und eine primitive Sporthalle mit angeschlossenem Restaurant. Die Halle könnte auch eine Scheune sein, aber Parkett, Beleuchtung und Tribüne (vier Reihen für insgesamt ca. 100 Personen) sind schon OK.

Hervorragend ist der ausgedehnte Spielbetrieb in Belgien: 10 Ebenen gibt es, ab der 3. Liga wird in mehreren Staffeln gespielt, ab der 6. wird es kleinteilig auf Provinzebene. Hochburgen des Futsals sind Ost-Flandern und Limburg und das Spiel in Zutendaal war eines der 1. Provinzliga von Limburg. Angesetzt für 19 Uhr fing es etwas später an, da die Leute vom Badmintonverein noch die Netze abbauen mussten, wären im Dojo unter der Halle gerade das Hapkido-Training losging. Also viel Betrieb in der kleinen Halle in diesem Kaff!

Laernerts Zutendaal traf auf Substantia Veldwezelt (ein Dorf direkt an der belgisch-niederländischen Grenze bei Maastricht) und verschlief etwas den Start: nach ereignislosen 8 Minuten traf ein Gästespieler zum 0:1. Doch danach hatte Zutendaal das Spiel in der Hand: der Gästetorwart wurde kurz nach dem Rückstand zum 1:1 getunnelt, nur eine weitere Minute später das 2:1. In vielen Ländern wird ja beim unterklassigen Futsal nicht 2x20 mit Zeitanhalten bei jeder Unterbrechung inklusive Ausbällen gespielt, sondern 2x25 und aus Gründen der einfacheren Handhabe nur bei Auszeiten und Strafstößen die Zeit gestoppt. So war nach 25 halbwegs ansehnlichen Minuten Halbzeit. Es sollten dann ziemlich intensive weitere 25 Minuten nach nur 5 Minuten Halbzeit (es warteten noch zwei Mannschaften auf ihr 20-Uhr-Spiel) werden. Zutendaal mit einem Knaller in den Winkel zum 3:1 und in der selben Minute das 4:1. Doch Veldwezelt kommt mit einem Doppelschlag heran und würgt 3 Minuten vor dem Ende den 4:4 Ausgleich ins Netz. Eine Minute danach jedoch ein toller Flachschuss zum 5:4 für Zutendaal, kurz darauf ein Foul und zwei Minuten lang Rudelbildung und Pöbeleien – da war dann auch mal die Zeit gestoppt... Jedenfalls ein packendes Spiel, auch wenn das Niveau natürlich nicht so hoch war in dieser 6. Liga: 5-4 für den Gastgeber am Ende! Lenaerts Zutendaal v Substantia Veldwezelt 5:4 Danach ging es zum Wasserball nach Hasselt. Dort ging es mit erheblicher Verspätung los, da sich vor der angesetzten Anschwimmzeit von 21 Uhr noch niemand vom öffentlichen Schwimmen aus dem Becken bequemt hat: aber nach kurzem, kräftigen Gepfeife vom Bademeister, verließen alle das Becken und das Einspielen konnte beginnen. 21.20 Uhr war dann auch endlich Anschwimmen.

Die Halle von Hasselt sollte man als Wasserballfan eigentlich mal besucht haben: OK, Holzbänke haben auch manche andere Hallen und mitunter auch noch eindrucksvoller (die Schwimmhalle der Wasserfreunde Spandau z.B.) aber bei den lustigen Meeresmotiven – kindlich gemalte Walrosse, Seepferdchen, Fische etc. auf diveresen Fassadenelementen an der Fensterfront und den Seitenwänden – wird es schon schwieriger eine bessere Halle zu finden. Und das Becken ist ja mal der Brüller: 3,50m am einen Ende, 2m in der Mitte (ist ja noch OK) und am anderen Ende 1,20m. Damit ist die Regel, die eigentlich auch in Belgien gilt, nämlich dass kein Spieler auf dem Beckengrund stehen darf, einfach mal hinfällig! Allerdings hat man als Lösung gefunden, dass das Tor im flachen Wasser 30cm höher ist und nach jedem Viertel gewechselt wird. Ob man hier internationale Spiele austragen dürfte, könnte mir aber auch der freundliche ältere Flame neben mir nicht beantworten, da Hasselt ohnehin keine Gedanken an die Erstklassigkeit verschwendet: in der 2. von den 5 belgischen Wasserballligen (insgesamt befinden sich fast 50 Männerteams im Spielbetrieb und noch mal halb so viele Frauen- und Jugendteams) steht Hasselt auf einem Abstiegsplatz in Richtung Liga 3 (Derde Divisie) – mit dem Mann unterhielt ich mich übrigens auf sehr gutem Englisch, was in der Wallonie schwieriger geworden wäre...

Das Spiel war nicht unbedingt gut, aber sehr spannend und intensiv geführt. Anscheinend kam die Reserve vom Spitzenclub Scaldis Antwerpen nicht mit dem Becken zurecht, aber jedenfalls machte erst Hasselt das Spiel: 5-2 nach dem ersten Viertel und im zweiten hielten sie den Abstand: 7-4 bei Halbzeit. Auch im dritten Viertel machten sie keine Anstalten des Spiel aus der Hand zu geben, bauten die Führung sogar noch auf vier Tore aus; 12-8 vor dem letzten Seitenwechsel. Doch dann, als Hasselts Torwart auf dem Beckengrund stand und im größeren Tor herumsprang statt zu schwimmen, prasselten plözlich im Minutentakt die Bälle ins Netz! In der Schlussphase ging Antwerpen auch zwei Mal in Führung (12:13, 13:14), ehe sich der Hasselt-Keeper noch mit einem abgewehrten Penalty profilieren und ein Feldspieler sich mit einem Heber zum 14:14 beweisen konnte. Allerdings war das auch noch zu wenig: Hasselt hätte den Sieg verdient gehabt. Nur sagt mir das Ergebnis vor allem Folgendes: noch vor einem Wasserballspiel in Luxemburg, das knapp an Diekirch ging, war das Spiel hier so ziemlich das engste und spannendste was ich bisher gesehen habe – in Deutschland habe ich meist Siege mit 5, 10 oder mehr Toren Unterschied gesehen und von Malta mit den bis zu 20 Treffern Differenz will ich mal gar nicht anfangen. Für spannenden Wasserball also am besten nach BeNeLux – für mich schon diesen Sonntag wieder! 2nd Division: Waterpolo Hasselt v Scaldis Antwerpes Res. Statistik:
- Grounds: 1.473 (2 neue; diese Saison: 58 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.504 (2; diese Saison: 70)
- Tageskilometer: 360 (360km Auto)
- Saisonkilometer: 20.970 (12.020 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.740 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 810 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 480.

Freitag, 9. Oktober 2015

W480III: Pokal am Pulverwaldt

TuS Erndtebrück 1895 .................................. 0
SG Wattenscheid 1909 …............................... 1
- Datum: Donnerstag, 8. Oktober 2015 – Beginn: 19.15
- Wettbewerb: Verbandspokal Westfalen, sogenannter „Krombacher Verbandspokal“ (beide Teams Regionalliga West, 4. Liga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 80. Christ Kasela Mbona
- Verwarnungen: Philipp Böhmer, Luigi Campagna (Erndtebrück); Eren Taskin?, Maurice Rene Haar, Christopher Braun, Ivan Benkovic (Wattenscheid)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Pulverwaldkampfbahn (Kap. 1.500, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 194 zahlende und ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ausgeglichenes, spannendes, aber nicht gerade herausragendes Pokalspiel) Cup of Westphalia: TuS Erndtebrück 0:1 SG Wattenscheid 09 Photos with English Commentary:
a) Westphalia Football Cup: TuS Erndtebrück 1895 was eliminated by SG Wattenscheid 09
b) Siegerland Region: Freudenberg Old Town, Kreuztal Junkernhees Palace, Ginsburg Castle

Dieser Donnerstag hielt etliche Pokalpaarungen in Westfalen parat. Am interessantesten vom Ground her war das recht abgelegene Erndtebrück, die auch als Regionalligist gegen Ligakonkurrent Wattenscheid die höchstklassigste Partie versprachen. Der Plan von meinem Kumpel und mir, da mit unseren Studententickets per Zug hinzufahren, zerschlug sich schnell: nach 19 Uhr fährt von diesem Kack-Haltepunkt kein Zug mehr ab…

Also ab ins Auto und erstmal nach Freudenberg. Dort stehen im Ortskern Fachwerkhäuser in Reih und Glied. Am interessantesten ist aber die darüber thronende barocke Kirche, die aus einer Schlossruine entstand – daher der seltsam geformte Turm – und innen sehr schön gestaltet ist. Wie das weiter drin im Siegerland gelegene Schloss Junkernhees von Innen aussieht, würde ich ja gerne wissen: von außen ist es ein seltsam verbauter, aber sehr schön anzusehender Fachwerk-Schiefer-Bau, der sich aber in einem mäßigen Zustand befindet. Noch abgelegener ist dann die Burg Ginsburg, die man am Ende nur noch über Schotterwege erreicht. Dort befindet sich zwei neuere Gebäude und etliche historische Grundmauern. Der gewaltige Bergfried ist nachgebaut und das auch noch schlecht und in unpassender Farbe. Freudenberg In Erndtebrück interessierte dann das Stadion. Ein landschaftlich toll gelegener Ground: das eher gesichtslose Dorf auf zwei Seiten, ansonsten gleich ein steiler Hang und Nadelbäume, unterhalb ein Bach. Durch die Hanglage kann man auch Eintritt sparen, aber 9€ sind Regionalliga-Durchschnitt und Studenten, Rentner u.a. bekommen starke Ermäßigungen (5€). Außerdem hat man für den Eintrittspreis Zugangsrecht zur überdachten Tribüne, die drei Reihen Holzbänke und dahinter einen Stehplatzbereich hat. Hinter dem einen Tor befinden sich eine Gaststätte, die Sporthalle und Vereinsräume, hinter dem gegenüberliegenden steht der Gästesektor, der notdürftig für die Regionalliga angebaut wurde (mieser Stehplatzkäfig). Auf der anderen Längsseite geht es steil auf den Parkplatz ins Bachtal runter.

Zwar war ziemlicher Auftrieb in Grün, aber da meinte man wohl genau einen Polizisten pro Fan im Gästesektor aufstellen zu müssen. Die anderen 20 Gästefans machten sich auf der Tribüne breit, obwohl sie da eigentlich nicht hin sollten. Einer meinte dann auch, weil er wohl eine Pressekarte hatte, sich wie zuhause benehmen zu müssen und wurde dann prompt von einem besoffenen Dorfdepp aus Erndtebrück angepöbelt. Recht so, wenn einer so einen Scheiß labert – und das auch noch als Gästefan – doch der Erndtebrücker sollte sich auch mal fragen, was der bei sicherlich 1 bis 1,5 Promille noch vom Spiel mitkriegt… Ein Kollege von ihm war vorm Spiel auch noch so intelligent, sich als Handyglotzer zu outen: einige Leute scheint es echt zu interessieren, ob andere gerade mit ihrem Smartphone anzügliche SMS abschicken, vielleicht ist es bei vielen auch nur Angewohnheit auf den nächstgelegenen Bildschirm zu glotzten, wenn das eigene Handy in der Hose ist...

Unter absolut miesem Flutlicht begann das Spiel 15 Minuten später, da Wattenscheid in Stau geraten war. So spielten die Favoriten auch: in einer mäßigen ersten Hälfte war Erndtebrück die besserer Mannschaft und hatte mehr Chancen, Wattenscheid ließ nur selten aufblitzen, dass sie die athletisch wie auch technisch überlegene Mannschaft sind. Erst im Laufe der deutlich besseren zweiten Halbzeit zeigten sie mehr, doch bis zur 80. Minute war ein Lattenknaller ihre beste Szene in einem absolut ausgeglichenen Spiel. Dann schoss ein Wattenscheider den Ball unters Tordach, nachdem ihm dieser als Abpraller vor die Beine fiel. Es sollte der einzige Treffer an diesem regnerischen Abend bleiben. So ein richtiger Pokalfight kam trotz einzelner harter Aktionen – Wattenscheid bekam dabei mehr gelbe Karten als Erndtebrück zu sehen – dann aber doch nicht auf. Der Sieg von Wattenscheid war glanzlos, aber nicht völlig unverdient. Vor allem aber hielt Erndtebrück, als Vorletzter in der Regionalliga einer der Topp-Abstiegskandidaten, viel besser mit als gedacht! Cup of Westphalia: TuS Erndtebrück 0:1 SG Wattenscheid 09 Statistik:
- Grounds: 1.471 (1 neuer; diese Saison: 56 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.502 (1; diese Saison: 68)
- Tageskilometer: 230 (230km Auto)
- Saisonkilometer: 20.610 (11.660 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.740 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 810 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 480.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

W480II: Wie immer für den MBC; eine Niederlage in Bonn

Telekom Baskets Bonn ...................................... 89
Mitteldeutscher Basketball Club (Weißenfels) 75
- Datum: Mittwoch, 7. Oktober 2015 – Tipoff: 20.00
- Wettbewerb: 1. Basketballbundesliga, sogenannte „BEKO BBL” (1. deutsche Profibasketballliga)
- Ergebnis: 95-87 nach 40 Min. (4x10) – Viertelergebnisse: 26-13, 25-31, 18-14, 20-17
- Punkte: Philmore 14, McKinney 14, Silas 10, Klimavicius 10, Mädrich 9, Clarke 9, Koch 8, White 8, Lawrence 7 (Bonn); Jeter 18, Massenat 13, Johnson 11, Siriscevic 11, Bundovic 10, Palsson 5, Otule 3, Zinn 2, Haukohl 2 (MBC)
- Freiwurfquote: Bonn 90% (18 von 20); MBC 72% (13 von 18)
- Fouls: McKinney 3, Koch 3, White 3, Mangold 3, Philmore 2, Klimavicius 2, Mädrich 2, Clarke 2, Silas 1, Lawrence 1 (Bonn = 22); Massenat 4, Bundovic 4, Johnson 3, Jeter 2, Otule 2, Maier 2, Palsson 1, Zinn 1, Haukohl 1 (MBC = 20)
- Spielort: Telekom Dome (Kap. 6.000, davon 4.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5.200 (davon 4.870 zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit leider vorhersehbarem Ausgang) Telekom Baskets Bonn 89:75 Mitteldeutscher BC Photos with English Commentary:
Basketball Bundesliga: Telekom Baskets Bonn defeat Mitteldeutscher BC Weißenfels

Beide Teams waren mit einer knappen Niederlage gestartet, sodass ich es riskierte, statt 1,50€ Vorverkaufsgebühren zu zahlen, früh an die Abendkasse zu gehen. Dort bildeten sich lange Schlangen, aber die Kartenausgabe und auch die Einlasskontrollen waren sehr gut organisiert. Das sonstige Drumherum war natürlich Standard: ein paar nett anzusehende Cheerleader, ein dämlich rumlatschendes Maskottchen (Bonni der Löwe), viele Musikeinspielungen, aber einen ziemlich seriösen Sprecher der kompetent kommentierte statt Blödsinn reinzuplärren. Die Fans erscheinen recht zahlreich, Stimmung ging v.a. von den Stehplätzen aus. Aber die Halle zog bei den Aufstehaktionen sehr gut mit. Der Gästeanhang war ja leider rechts spärlich: außer mir waren das 8 oder 9 Leute…

Das Spiel lief auch sofort ab der ersten Minute gegen den MBC: schon beim Tip-off ein Foul der Weißenfelser, dann 5:0 mit den Korbwürfen 2 und 3 für Bonn. Auch Weißenfels mit zwei tollen Dreiern in der Anfangsphase, aber Bonn zog schnell davon. In der 7. Minute stand es bereits 20:10, nach dem ersten Viertel 26:13. Im zweiten Viertel sah es dann richtig übel aus bis zur 37. Minute; dann holte der MBC nach zwischenzeitlich 34:15, 39:19, 41:21 und 45:29 etwas auf: 51:44 vorm Seitenwechsel und durch einen 13-Punkte-Sprint in weniger als drei Minuten auch ein Viertelgewinn. Nach der Pause kamen die Sachsen-Anhalter aber nicht aus dem Knick und kassierten wieder erheblich mehr Punkte, als sie erzielten. Bonn hielt den MBC nun auf konstant 10-12 Punkte Abstand. Im Schlussviertel das gleiche Bild und ein insgesamt verdienter 89:75-Sieg für die Bonner. Telekom Baskets Bonn 89:75 Mitteldeutscher BC Statistik:
- Grounds: 1.470 (kein neuer; diese Saison: 55 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.501 (1; diese Saison: 67)
- Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 20.380 (11.430 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.740 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 810 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 61 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 480.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

W480I: Kunstrasen am Steinbruch

SV Refrath-Frankenforst 1926 ..................... 2
TV Hoffnungsthal 1907 ................................. 0
- Datum: Dienstag, 6. Oktober 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Kreisliga A, Bergisches Land (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 30. Dieter Cürten, 2-0 51. Mikel Spiegelmacher
- Verwarnungen: Benjamin Barthel, Timo Busch, Daniel Eck, Unbekannt (Refrath); Oliver Haas, Florian Wendel, Gabor Uhrmann, Ricardo Canosa Dominguez, David Pohl (TVH)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Steinbreche (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes und unterhaltsames Spiel) SV Refrath-Frankenforst v Photos with English Commentary:
Amateur Football: SV Refrath defeat TV Hoffnungsthal

Heute habe ich damit angefangen, einer georgischen Kommilitonin Englischnachhilfe zu geben. Ist halt blöd, wenn man, wie sie, in der Schule nur die Besatzersprache Russisch hatte und dann an der Uni nur 4 Jahre bei typisch sowjetischer Sprachunterrichtsqualität Schulenglisch. Aber ich bekomme dafür, wie das in studentischen Kreisen bei Tandempartnern oder Tutorien außerhalb des Instituts üblich ist, pro Stunde 10€. Nur habe ich fast die Hälfte dann ein paar Stunden später, nachdem ich mit dem Fahrrad in den Bergisch Gladbacher Ortsteil Refrath gefunden hatte, wieder ausgegeben…

4€ nimmt dieser Drecksverein SV Refrath für Kreisliga A! Auf ihrem ausbautenlosen, nur von einem Graswall, auf dem noch alte Treppenstufen entlanggehen, flankiertem Kunstrasenplatz an der Steinbreche, gibt es keine brauchbaren Sitzgelegenheiten und kein Tribünendach – eine überdachte Sitztribüne wäre aber ja wohl das mindeste, was man bei solchen Schweinepreisen wie in Refrath erwarten kann. Ich dachte erst bei den ordentlich angeschriebenen Preisen, dass ich vorher falsch geguckt hatte und da Bezirksliga kickt, aber so eine Scheiße wie hier in Refrath habe ich noch nie erlebt in der Klasse!

Wenigstens lohnte das Spiel das Kommen, denn vor den Toren zeigten beide Teams etliche Szenen, alle Augen lagen immerwieder auf den Torhütern. Allerdings dauerte es eine halbe Stunde, ehe Refrath mit einem Volley gegen Hoffnungsthal (aus einem Ortsteil von Rösrath kommend) in Führung gehen konnte. Nach der Pause war es schnell ein souverän verwandelter Foulelfmeter, der den Endstand herstellte. Der Gast hatte dann aber v.a. in der Schlussphase noch alle Chancen auf den Ausgleich – aber versagte immer wieder vorm Tor.

Ich fuhr dann bis Deutz und stieg dann dort mit Rad in die MRB nach Bonn. War erstaunlich leer das Teil: nur 75% der Sitze belegt am Dienstag um 23 Uhr… SV Refrath-Frankenforst v Statistik:
- Grounds: 1.470 (1 neuer; diese Saison: 55 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.500 (1; diese Saison: 66)
- Tageskilometer: 100 (70km Fahrrad, 30km Bahn)
- Saisonkilometer: 20.360 (11.430 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.740 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 790 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 61 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 480.

Montag, 5. Oktober 2015

W479V: Die Spechte hacken die Fichten weg

VfB Fichte Bielefeld ....................................... 0
Sportverein Spexard 1950 ............................. 2
- Datum: Sonntag, 4. Oktober 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Westfalen (6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 50. Philip Kunde, 0-2 85. Justin Kemper
- Verwarnungen: Valon Gashi (Fichte); Simon Fentroß, Björn Berenbrinker (Spexard)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion Rußheide (Kap. 9.000, davon 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon 150 zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Not gegen Elend, die weniger schlechte Mannschaft siegte verdient) Fichte Bielefeld v SV Spexard Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Fichte Bielefeld v SV Spexard
b) Soester Börde: Körtlinghausen Palace 

Meine Eltern machten sich wieder auf den Weg nach Rostock, doch bevor sich unsere Wege bis Weihnachten trennen, fuhren wir noch gemeinsam nach Bielefeld, was ja fast der halbe Weg von Bonn an die Ostsee ist. Außerdem konnte man dort einen interessanten Ground kreutzen: das fast 50 Jahre alte Stadion Rußheide. Noch älter ist natürlich das Schloss Körtlinghausen, das wir uns vor dem Spiel noch anguckten: die barocke Anlage besteht aus mehreren, mit prunkvollen Wappen verzierten Anlagen und einem weitläufigen Weideland mit alten Eichen und Obstbäumen. Eine richtig schöne und erfreulicherweise auch in Teilen zugängliche Anlage!

Ebenfalls vor dem Spiel stand die komplizierte Essenssuche an: im Umfeld des Stadions konnten wir nur einen Dönerladen auftreiben (Heeper Str. Ecke Huberstr.), aber der war auch gut und preisgünstig. Bielefeld ist aber echt ein Scheißkaff was Gastronomie angeht…

Was das Stadion angeht, so ist es wohl das schönste in der Stadt. Allemal besser als die Alm: die sechs bis acht Stehstufen die ringsherum laufen sind zwar nicht so spektakulär und auch die Bäume drumherum sind höchstens Beiwerk, aber die Haupttribüne mit ihren sieben Reihen Kunststoffbänke, der niedrigen Überdachung, der Verglasung, den Türen und dem Sprecherturm lohnt die 6€ (weitreichende Ermäßigungen: 4€) Eintritt. Interessant ist auch der Eingangsbereich mit den Überdachungen und engen Durchgängen.

Das Spiel war dann leider Not gegen Elend: zwei Teams des hinteren Mittelfeldes zeigten wenig, einzig der Gast aus Spexard hatte gute Gelegenheiten. Der ersatzgeschwächte Gastgeber, der zwar nette Wortspiele mit seinem Namen macht – „Fichte, Tanne, Nadelholz“ – aber genau weiß, dass der Vereinsname auf den sächsischen Turnpionier Johann Gottlob Fichte zurückgeht, erschien kaum vorm Kasten der Spexarder (Spechtswald). Die Spechte trafen dann kurz nach der Pause und entschieden das Spiel mit einem Tor in der Schlussphase.

Während meine Eltern mit ihrem Mietwagen nach Nordosten fuhren, fuhr ich mit meinem Studententicket per Bahn nach Südwesten. Trotz eines Stellwerkbrandes waren meine Züge via Hamm und Köln „nur“ 30 Minuten verspätet, die Straßenbahn nach Bonn war sogar pünktlich (aber ein langsamer Ersatz für die durch Schienenersatzverkehr ersetzten Regionalbahnen), sodass ich nach „bloß“ 4 Stunden 45 Minuten auf der Piste wieder in Bonn auf der Matte stand… Körtlinghausen baroque palace Statistik:
- Grounds: 1.469 (1 neuer; diese Saison: 54 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.499 (1; diese Saison: 65)
- Tageskilometer: 520 (270km Mietwagen, 250 Bahn und Straßenbahn)
- Saisonkilometer: 20.260 (11.430 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.710 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 720 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 479.

W479IV: Zwei tolle Grounds und zwei Mal 3:1

VfR Salisso Bad Salzig ................................... 1
SpVgg Biebertal Biebern 1949 III …............. 3
- Datum: Samstag, 3. Oktober 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Kreisliga C, Hunsrück/ Mosel, Rhein (10. und unterste Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 94 Min. (47/47) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 44. Nr. 11, 1-1 67. (6), 1-2 68. (4), 1-3 84. (10)
- Verwarnungen: Nr. 11 (Bad Salzig); Nr. 5, 6, 11 (Biebern)
- Platzverweise: Nr. 4 von Bad Salzig (45.+1 Rot wg. angedeuteter Tätlichkeit)
- Spielort: Sportplatz Rheinblick (Kap. 600 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Recht unterhaltsames Spiel)

Turn- und Spielvereinigung Koblenz 1911 .. 3
Sport-Vereinigung Burgbrohl 04/13 ............. 1
- Datum: Samstag, 3. Oktober 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar (5. Liga, 2. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 19. Lukas Püttmann, 1-1 31. Akiyoshi Saito, 2-1 76. Lutz Radojewski, 3-1 93. Angelo Hauk
- Verwarnungen: Fatjon Celani, Akiyoshi Saito (Koblenz); 2x Bünyamin Kilic, Daniel Lingen, Tobias Wirtz, Attila Sen (Burgbrohl)
- Platzverweise: Koblenz’s Andre Marx (19. Rot wg. Notbremse) und Burgbrohls Bünyamin Kilic (63. Gelb-Rot wg. wiederholtem Foulspiels)
- Spielort: Stadion Oberwerth (Kap. 9.500, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.000 (davon 1.396 zahlende und ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz ordentliche Partie) VfR Salisso Bad Salzig v SG Biebertal Biebern Photos with English Commentary:
a) Semi-Pro Football: TuS Koblenz defeat SpVgg Burgbrohl
b) Amateur Football: VfR Bad Salzig lost to Biebertal Biebern III
c) Sightseeing: Marksburg Castle, Lahneck Castle, Koblenz Fortress and Deutsches Eck Monument

Bis Sonntag sind ja meine Eltern noch mit Mietwagen im Rheinland unterwegs, also trafen wir uns wieder am Morgen und fuhren diesmal nach Rheinland-Pfalz. Hoch zur Marksburg bei Braubach in der Nähe von Koblenz. Die Burg brüstet sich damit, die einzige nie zerstörte mittelalterliche Höhenburg am Rhein zu sein und hat auch in der Tat einen eindrucksvollen und authentischen Baukörper. Die Räume sind nicht unbedingt spektakulär, aber werden vom Burgpersonal – man muss eine Führung nehmen und darf nicht alleine in der Burg rumrennen – kompetent und interessant erklärt. Der Eintritt von 6€ (ermäßigt immer noch 5€) ist zwar recht hoch, aber lohnt sich.

Kurz vor Koblenz steht dann Schloss Lahneck auf der rechten Rheinseite, genau gegenüber vom Tudor-Protzschloss Stolzenfels, das wir ganz auslassen mussten. Um Lahneck liefen wir auch nur herum, da die Burg nur zu stündlichen Führung zu besichtigen ist, was zeitlich nicht machbar war. Auch in Koblenz hatten wir ein sehr reduziertes Besichtigungsprogramm, da die Festung Ehrenbreitstein – ein wirklich spektakulärer, wenn auch nicht unbedingt schöner Bau – wegen einer Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit überrannt war. Unten am Deutschen Eck liefen wir aber etwas herum: dort mündet die Mosel in den Rhein und man findet ein wuchtiges Denkmal vor. Der Blick auf Ehrenbreitstein ist auch toll und direkt angrenzend ist das Schloss „Alte Burg“ sehenswert.

Ein weiterer Besichtigungspunkt war Bad Salzig, doch da gibt es außer zwei eher unspektakulären Kirchen und einer Kuranlage nichts zu sehen. Stolzenfels Das erste Spiel heute war im Stadion Oberwerth bei der TuS Koblenz. Dort war es aber erstmal ein Ärgernis etwas zu Essen aufzutreiben. Die Gaststätten im Oberwerth sind ohnehin überteuert und dann haben die kein Essen oder nur Würstchen, wenn TuS spielt, damit die Cateringfritzen im Stadion mit ihrer überteuerten und schlechten Imbissware absahnen können. Als ob in diesem scheiß Rheinland-Pfalz nicht ohnehin Preis-Leistung schon katastrophal wäre in der Gastronomie, aber das war heute der Gipfel der Frechheit!

TuS Koblenz hat auch als größter der auf den Müll gekommenen Traditionsklubs die teuersten Eintrittspreise der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar: Sitzplätze 11-15€, Stehplätze 7€. Ermäßigt waren es immernoch 6€ für Stehplätze auf renovierten Stufen hinter dem einen Tor. Hinter dem anderen Tor ist nur ein kleiner Teil benutzbar, der Rest ist zugewuchert und verrammelt. Die Stehplätze der einen Längsseite wurden mit Schalensitzen bestückt (11€) und gegenüber befindet sich das Schmuckstück; eine überdachte Tribüne mit Holzbänken vor eindrucksvoller Landschaft: hinter dem Stadion bauen sich bewaldete Felsen auf.

Die Zuschauerzahl war mit 2.000 nicht schlecht, darunter waren auch 100 Flüchtlinge, die von einem Partner der TuS mit fünftklassigem Fußball bespaßt wurden – zumeist waren es Familien mit Kindern aus Syrien und Afghanistan. Das Projekt schien ganz gut von den Fans akzeptiert worden zu sein. Auf den Stehplätzen, ein Stück weg von den Flüchtlingen, standen ein paar hundert aktive Fans, deren harter Kern durchgängig die TuS anfeuerte.

Für die Koblenzer gab es einen großen Schreck nach 19 Minuten: wegen einer Notbremse musste ihr Kapitän vom Feld und der darauffolgende 20m-Freistoß für Burgrohl landete im langen Eck. Nach über einer halben Stunde gelang jedoch der Ausgleich nach einem Konter. In der zweiten Halbzeit flog auch bei den Gästen einer vom Platz mit seiner zweiten Gelben und Koblenz ging mit einem ähnlich tollen Freistoß wie in der ersten Halbzeit Burgbrohl in Führung. In der Nachspielzeit war es dann der früher mal beim Halleschen FC aktive Angelo Hauk, der zum 3:1 Endstand einnetzte. TuS Koblenz v SpVgg Burgbrohl Das zweite Match fand in Bad Salzig stand und stellte sich als absoluter Insidertipp heraus: OK, nur Kreisliga C (unterste Spielklasse in diesem schwach besiedelten Landkreis Hunsrück/ Mosel) und asoziale Eintrittspreise von 2€ (für die unterste Spielklasse: das habe ich ja nicht mal in BaWü so schlimm erlebt) – aber ein fantastisch gelegener Platz! Oberhalb des Kurparks auf einem planierten Hang gelegen, zur einen Längsseite hin fällt der Platz steil über einen bewaldeten Hang in Richtung Ort hin ab, auf der anderen Längsseite steht ein sehr steiler Hang an, auf dem man in etlichen Metern Höhe das Spiel verfolgen kann. Sitze oder ein Tribünendach gibt es zwar nicht, aber dafür eine Eiche. Hinter dem hinteren Tor ist ebenfalls Wald, hinter dem vorderen außer Bäumen auch ein kleines Vereinsheim mit den Kabinen. Der Blick vom Hang (und auch vom Platz) ist hervorragend: der Platz heißt nicht umsonst „Sportplatz Rheinblick“! Aber außer dem Rhein sieht man auch – und das gefällt mir viel besser als der langweilige Fluss – die Burgen Liebenstein und Sterrenberg sowie unterhalb dieser historisierenden Burgen auch das Kloster Bornhofen.

Das Spiel war nicht so toll wie der Blick, aber immerhin fiel kurz vor der Pause ein schöner Treffer für die aktivere Heimelf, den Verein für Rasensport Salisso Bad Salzig (Salisso ist wohl die lateinische Form des Ortsnamens), nachdem diese schon per Kopf aus Abseitsposition getroffen hatte. Kurz darauf sperrte jedoch ein Gästespieler, die Mannschaft war aus Biebern im Biebertal, den Ball beim Einwurf und ein Salziger schubste und bedrohte ihn mit einer ausholenden Geste. Der Schiedsrichter griff übertrieben streng durch und gab schon, wie es in den Regeln bei Weichei-Auslegung auch vorgesehen ist, gleich Rot wegen versuchter/ hier eigentlich nur angedeuteter Tätlichkeit. Ein Schiri mit Augenmaß gibt natürlich Gelb und scheißt den Spieler mal etwas an. Erst weit in der zweiten Hälfte schaffte es Biebertal Biebern aus der Überzahl Kapital zu schlagen. Das recht unterhaltsame Spiel drehten sie jetzt mit einem Doppelschlag. In der Schlussphase erfolgte noch ein dritter Treffer, sodass auch dieses Spiel 3:1 (hier ja genauer gesagt 1:3) ausging. Mittlerweile ist 3:1 (oder 1:3) das häufigste Ergebnis in dieser Saison: genauso häufig habe ich aber auch 3:2 (2:3) und 1:1 (1:1) gesehen. Ein 0:0 zum Glück noch nicht… VfR Salisso Bad Salzig v SG Biebertal Biebern Statistik:
- Grounds: 1.468 (2 neue; diese Saison: 53 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.498 (2; diese Saison: 64)
- Tageskilometer: 240 (240km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 19.740 (10.950 Auto, davon 4.360 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.460 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 720 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 59 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 479.

W479III: Fußball an der Ahr

SV Blau-Gelb Dernau .................................... 1
Grafschafter SV (Vettelhoven) ...................... 1
- Datum: Freitag, 2. Oktober 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Kreisliga A, Rhein/ Ahr (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 84. Daniel Röber, 1-1 90. Tim Rieder
- Verwarnungen: Thorsten Lüke, Tim Rieder (Dernau); Andre Weltjen, Daniel Röber, Oliver Hoffmann, Martin Thelen (Grafschaft)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Dernau, sogenannte Ahr-Rotwein-ICX-Arena (Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes und enges Spiel) Blau-Gelb Dernau v Grafschafter SV Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Blau-Gelb Dernau v Grafschafter SV
b) Rureifel: Wachendorf Palace & Chapel
c) Rhineland-Palatinate: Teufelsley Rock Formation

Am Nachmittag kamen noch mal meine Eltern vorbei und wir fuhren in die Rureifel. Dort war auch für mich neu, dass sich ein Besuch in Wachendorf lohnt. Das sehr ansehnliche Schloss ist zwar in Privatbesitz, aber von der Nordzufahrt gut einzusehen. Und die kuriose Bruder-Klaus-Feldkapelle ist mal etwas ganz Eigenes: ein moderner, turmförmiger, nach oben hin offener Kapellenbau, der zur stillen Meditation einlädt – ein Gottesdienst wäre bei der beengten Fläche selbst in atheistisch geprägten Gegenden nicht möglich; allerhöchstens fünf Leute können gleichzeitig in die Kapelle...

Dann zeigte ich meinen Eltern noch die Hardtburg und Bad Münstereifel. Neu war für mich aber auch die in Rheinland-Pfalz liegenden Felsformation Teufelsley. Dann fuhren wir durch das sehenswerte Ahrtal nach Dernau. Wachendorf Dernau ist einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen ein Kunstrasen wirklich sehr sinnvoll und nicht nur purer Luxus ist: Artikel 1  und Artikel 2. Probleme mit freiliegendem Vulkangestein auf dem Platz gehören jetzt der Vergangenheit an, die Anlage ist ansich auch ganz gut gelungen, da sie immerhin zwei Stufen und zwei Bänke hat –aber wenn nicht die tolle Landschaft mit Weinbergen und schroffen, bewaldeten Höhenzügen drumherum wäre, wäre der Platz nicht mal halb, nicht mal ein Drittel so interessant! Der Eintritt war mit den üblichen 3€ eher zu hoch, aber es wurden weitreichende Ermäßigungen (1,50€) gewährt, was sehr anständig ist. Auch die Cateringpreise waren angemessen und damit im Vergleich zu anderen Vereinen in der Region eher niedrig.

Das Spiel zwischen den beiden weniger gut platzierten Teams von Blau-Gelb Dernau und dem SV Grafschaft, ein richtiges Nachbarschaftsduell zwischen Berg und Tal, war zwar torarm, aber flott und unterhaltsam. Die spannende Partie ging bei klarer Überlegenheit der Gastgeber mit 0:0 in die Pause und stand, bei unverändertem Spielverlauf, auch bis zum dritten guten Angriff der Gäste torlos. Doch dann netzte nach einer starken Kombination ein Grafschafter zum 0:1 nach 84 Minuten ein. Endlich gab es dann auch Sprechchöre des zahlreichen Gästeanhangs, der häufig stimmungsvoller als andere Kreisligisten auftritt. Sechs Minuten später ging ein 20m-Schuss mit Aufsetzer ins Eck zum hochverdienten Ausgleich. Die etwas ruppige Schlussphase wurde vom Schiedsrichter sicher über die Runden gebracht. Ein weiteres Tor fiel nicht mehr. Hinterher gab es noch ein paar Pöbeleien, aber alles keine so heftige Rivalität und ein insgesamt wirklich sehr lohnender Spielbesuch! Blau-Gelb Dernau v Grafschafter SV Statistik:
- Grounds: 1.466 (1 neuer; diese Saison: 51 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.496 (1; diese Saison: 62)
- Tageskilometer: 140 (140km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 19.500 (10.710 Auto, davon 4.360 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.460 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 720 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 57 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 479.

W479II: Juniorenpokal am Rande der Eifel

Spielverein Breinig 1910 A ............................ 1
Aachener TSV Alemannia 1900 A ................ 5
- Datum: Mittwoch, 30. September 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: A-Junioren Verbandspokal (Bezirksliga Mittelrhein, Staffel 2; 4. U19-Liga gegen Mittelrheinliga; 3. U19-Liga)
- Ergebnis: 1-5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 8. Aymen Ben Anis Boubaker, 0-2 11. Bujar Delijaj, 0-3 25. Dennis Dreyer, 1-3 32. Alexander Neugebauer, 1-4 59. Elvis Masovic, 1-5 73. Christos Draganidis
- Verwarnungen: Saqib Hussain (Breinig); NN (Aachen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Schützheide (Kap. 2.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes Spiel) Cup: SV Breinig U19 v Alemannia Aachen U19 
Photos with English Commentary:
a) Under-19 Cup: SV Breinig v Alemannia Aachen
b) Sightseeing: Düren Fortifications and Town Centre

Bis zum Ende der Woche sind meine Eltern im Rheinland zu Besuch. Natürlich hat mein Vater sich von mir - zum Missfallen meiner Mutter - diverse Spiele heraussuchen lassen. Für heute war eigentlich geplant, die D-Jugend von Schwarz-Weiß Düren zu gucken, doch die kickten auf dem hässlichen Kunstrasen neben dem Jugendstadion, während der Platzwart gerade den Hauptplatz mähte. Irgendwann werde ich es aber mal schaffen, in diesem tollen Stadion ein Spiel zu gucken – vielleicht noch in diesem Jahr, wenn nicht in den nächsten Wochen schon wieder die Kunstrasenseuche ausbricht; weil ewig wird es ja nicht herbstlich-mild bleiben...

Wir fuhren also mit dem Mietwagen meiner Eltern weiter nach Breinig, einem Ortsteil von Stolberg/ Rheinland. Dort liegt am Ortsrand ein recht ansehnliches kleines Stadion. Auch mit Kunstrasennebenplatz, aber dort war Training und vernünftigerweise ließ man die A-Jugend auf dem Hauptplatz ran. Der hat eine Tribüne mit mehreren Stehreihen, drei Sitzreihen mit Holzbänken, einem massiven Dach und einem Sprecherturm zu bieten. Hinter dem einen Tor und auf der Gegenseite gibt es noch eine Stufe. Zwischen Haupt- und Nebenplatz steht ein brandneues Vereinsheim.

Der Gast aus Aachen spielte zwar nur eine Klasse höher, doch war nicht nur wegen des Namens Alemannia der haushohe Favorit. Alemannia Aachens A-Jugend ging auch schnell 0:2 in Führung. Ein aberkannter Treffer später und der nächste Angriff landete zum 0:3 im Netz. Dann der einzige richtig gute Spielzug der gut gegenhaltenden aber nach vorne kaum etwas zustande bringenden Gastgeber und der Ehrentreffer fiel. Nach der Pause wurde Aachen wieder ein Treffer aberkannt – diesmal sehr zweifelhaft, da der angeblich Abseitsstehende nur angeschossen wurde und der Ball ohnehin die Flugbahn nicht richtig veränderte – doch legte noch zwei weitere nach. Das 1:5 war noch schmeichelhaft für Breinig, wobei man ihr starkes Gegenhalten schon loben muss! Cup: SV Breinig U19 v Alemannia Aachen U19 
Statistik:
- Grounds: 1.465 (1 neuer; diese Saison: 50 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.495 (1; diese Saison: 61)
- Tageskilometer: 200 (170km Bahn, 20km Mietwagen, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 19.360 (10.570 Auto, davon 4.220 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.460 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 720 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 56 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 479.