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Montag, 5. Oktober 2015

W479III: Fußball an der Ahr

SV Blau-Gelb Dernau .................................... 1
Grafschafter SV (Vettelhoven) ...................... 1
- Datum: Freitag, 2. Oktober 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Kreisliga A, Rhein/ Ahr (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 84. Daniel Röber, 1-1 90. Tim Rieder
- Verwarnungen: Thorsten Lüke, Tim Rieder (Dernau); Andre Weltjen, Daniel Röber, Oliver Hoffmann, Martin Thelen (Grafschaft)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Dernau, sogenannte Ahr-Rotwein-ICX-Arena (Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes und enges Spiel) Blau-Gelb Dernau v Grafschafter SV Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Blau-Gelb Dernau v Grafschafter SV
b) Rureifel: Wachendorf Palace & Chapel
c) Rhineland-Palatinate: Teufelsley Rock Formation

Am Nachmittag kamen noch mal meine Eltern vorbei und wir fuhren in die Rureifel. Dort war auch für mich neu, dass sich ein Besuch in Wachendorf lohnt. Das sehr ansehnliche Schloss ist zwar in Privatbesitz, aber von der Nordzufahrt gut einzusehen. Und die kuriose Bruder-Klaus-Feldkapelle ist mal etwas ganz Eigenes: ein moderner, turmförmiger, nach oben hin offener Kapellenbau, der zur stillen Meditation einlädt – ein Gottesdienst wäre bei der beengten Fläche selbst in atheistisch geprägten Gegenden nicht möglich; allerhöchstens fünf Leute können gleichzeitig in die Kapelle...

Dann zeigte ich meinen Eltern noch die Hardtburg und Bad Münstereifel. Neu war für mich aber auch die in Rheinland-Pfalz liegenden Felsformation Teufelsley. Dann fuhren wir durch das sehenswerte Ahrtal nach Dernau. Wachendorf Dernau ist einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen ein Kunstrasen wirklich sehr sinnvoll und nicht nur purer Luxus ist: Artikel 1  und Artikel 2. Probleme mit freiliegendem Vulkangestein auf dem Platz gehören jetzt der Vergangenheit an, die Anlage ist ansich auch ganz gut gelungen, da sie immerhin zwei Stufen und zwei Bänke hat –aber wenn nicht die tolle Landschaft mit Weinbergen und schroffen, bewaldeten Höhenzügen drumherum wäre, wäre der Platz nicht mal halb, nicht mal ein Drittel so interessant! Der Eintritt war mit den üblichen 3€ eher zu hoch, aber es wurden weitreichende Ermäßigungen (1,50€) gewährt, was sehr anständig ist. Auch die Cateringpreise waren angemessen und damit im Vergleich zu anderen Vereinen in der Region eher niedrig.

Das Spiel zwischen den beiden weniger gut platzierten Teams von Blau-Gelb Dernau und dem SV Grafschaft, ein richtiges Nachbarschaftsduell zwischen Berg und Tal, war zwar torarm, aber flott und unterhaltsam. Die spannende Partie ging bei klarer Überlegenheit der Gastgeber mit 0:0 in die Pause und stand, bei unverändertem Spielverlauf, auch bis zum dritten guten Angriff der Gäste torlos. Doch dann netzte nach einer starken Kombination ein Grafschafter zum 0:1 nach 84 Minuten ein. Endlich gab es dann auch Sprechchöre des zahlreichen Gästeanhangs, der häufig stimmungsvoller als andere Kreisligisten auftritt. Sechs Minuten später ging ein 20m-Schuss mit Aufsetzer ins Eck zum hochverdienten Ausgleich. Die etwas ruppige Schlussphase wurde vom Schiedsrichter sicher über die Runden gebracht. Ein weiteres Tor fiel nicht mehr. Hinterher gab es noch ein paar Pöbeleien, aber alles keine so heftige Rivalität und ein insgesamt wirklich sehr lohnender Spielbesuch! Blau-Gelb Dernau v Grafschafter SV Statistik:
- Grounds: 1.466 (1 neuer; diese Saison: 51 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.496 (1; diese Saison: 62)
- Tageskilometer: 140 (140km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 19.500 (10.710 Auto, davon 4.360 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.460 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 720 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 57 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 479.

Sonntag, 13. Mai 2012

W302II: 21 Tore in 131 Minuten Fußball

TSV Leuna 1919 F 6:3 FSV Dieskau 05 F
Datum: Samstag, 12. Mai 2012 – Anstoß: 10.30
Wettbewerb: F-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (Liga der unter 9jährigen)
Ergebnis: 6-3 nach 43 Min. (20/23) – Halbzeit: 3-2
Freundschafts-Neunmeterschießen: 3-5 nach 9-10 Schützen
Tore: 0-1 2. Nr. 2, 1-1 8. Eigentor Nr. 3 (nach Torschuss Kevin Werner), 2-1 9. John Köcke, 2-2 15. Nr. 12, 3-2 20. John Köcke, 4-2 31. Kevin Werner, 5-2 33. John Köcke, 6-2 37. Luca Mucha, 6-3 39. Nr. 12
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 2 (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Wirklich hervorragendes Jugendspiel!)

VfB Blau-Gelb Geußnitz 1:11 VfB Zeitz
Datum: Samstag, 12. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenland, Staffel 3 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1-11 nach 88 Min. (45/43) – Halbzeit: 0-6
Anmerkung: Geußnitz spielte komplette Spielzeit in Zwei-Mann-Unterzahl
Tore: 0-1 8. (15), 0-2 22. (9), 0-3 30. (6), 0-4 31. (7), 0-5 40. (10), 0-6 41. (15), 0-7 52. (9), 1-7 63. (P. Dembitz?), 1-8 78. (5), 1-9 82. (7), 1-10 84. (5), 1-11 85. (7)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Geußnitz (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Extrem einseitiges Spiel, was bei den ungünstigen Voraussetzungen für Geußnitz auch kein Wunder war)
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Photos with English Commentary:

Nachdem am Freitagabend noch die Alten Herren auf der Sportstätte der Jugend spielten, gab es Samstagvormittag auf derselben Spielstätte ein F-Jugendspiel. Vorm Duell der Tabellennachbarn gaben die neben mir zum Platz laufenden Dieskauer Kinder schon die dollsten Tipps von wegen „17:0 gegen die Pflaumen“ ab – und der starke Beginn der Gäste ließ einen das fast befürchten: ein starker Sturmlauf, bei dem vor allem auffiel, dass Dieskau älter und körperlich stärker ist als Leuna, führte zum 0:1 – doch nach einigen Minuten fand Leuna ins Spiel und zeigte seine tollen spielerischen Qualitäten.

Vor allem das Sturmduo um John und Kevin schlug mehrfach zu. Dass massenweise Chancen liegengelassen wurden, konnte man lässig sehen, da trotzdem noch sechs Mal der Ball im Kasten des Dieskauer Torwarts einschlug. Erst ein Doppelschlag – wobei der Ausgleich das Glück des Tüchtigen war: Kevin hat den Torwart angeschossen, dann stolpert ein Dieskauer Verteidiger den Ball über die eigene Torlinie – dann nach dem Ausgleich ein klasse Schuss aus spitzem Winkel direkt vor dem Pausenpfiff.

In Hälfte zwei setzte sich die schnellere und technisch klar bessere Mannschaft Leuna gegen die körperlich starke aber nicht immer auf der Höhe des Spielgeschehens befindliche Abwehr durch. Drei weitere schön heraus gespielte Tore entschieden das erstaunlich zweikampfintensive Spiel. Kurz vor Abpfiff schaffte Dieskau noch ein besseres Ergebnis herzustellen. 6:3 also für den starken TSV in einem wirklich ganz hervorragenden Spiel, das auch herrlich unter Beweis stellte, dass man auch im Jugendfußball nicht zwangsläufig gegen eine unterdurchschnittliche junge und körperlich schwächere Mannschaft gewinnt, nur weil man im Schnitt ein Jahr älter und ein Kopf größer ist!

Das Freundschaftsneunmeterschießen gewann der FSV Dieskau dann mit 5:3. Von 17:0 waren die Jungs dann aber doch in allen Vergleichen weit entfernt... Aber bei einigen der Dieskauer Sprüche habe ich mich sowieso gefragt, wie’s um die Erziehung bei den Jungs steht. Aber wenn man einen Spielervater hat, der mit der MZ zusammen wegen eines unberechtigten Turnierausschlusses durch Medienhetze den Kreisverbandspräsidenten abgesägt hat, dann hat man auch Spieler, die schon im F-Jugend-Alter die sonst eher für die Großfeldjugend typischen Sprüche wie „Ey seid ihr schwul, oder was?!“ bringen.
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Mit Rückenwind kamen wir weit vorm Anstoß im ziemlich gesichtslos auf einer Anhöhe südlich von Zeitz gelegenen Geußnitz an. Hinter der Kirche ist das Sportlerheim des SV Blau-Gelb, 300m weiter der ganz ansehnliche und von Bäumen und Feldern umgebene Platz. Spektakulär oder anderweitig etwas Besonderes ist dieser Dorfanger aber nicht.

Umso unverständlicher die Schilder vom Geußnitzer Vorstand, dass nur zu Trainings- und Wettkampfzeiten der Platz benutzt werden darf. Da haben wohl ein paar Doofe nicht mitgekriegt, dass man einen Haftungsausschluss auch mit den viel angemesseneren Schildern „Benutzen auf eigene Gefahr“ erreicht. Schonen braucht man den Acker nun wirklich nicht für den abgeschlagenen Tabellenletzten der Kreisliga. Aber auch die 2€ Eintritt (warum ist Zeitz denn nur immer teurer als der Regionalbezirk Naumburg, Nebra oder Weißenfels?), die mäßig gegrillten Roster und die absolut erbärmliche Zuschauerzahl machten den Verein nicht gerade sympathisch.

Wirklich sympathisch war aber das Auftreten der Mannschaft: ungeachtet dessen, dass man nur neun Leute zur Verfügung hatte, spielte man unverdrossen und ohne Trotz und Aggression gegen den Ersten, den VfB Zeitz. Geußnitz und Zeitz trennten vor dem Spiel 13 Plätze und 41 Punkte. Nach dem Spiel trennten sie noch mal 10 Tore mehr.

Geußnitz hatte drei Chancen im ganzen Spiel, von denen sie eine mit einem klasse Hammerschuss hoch ins Eck verwerteten. Zeitz hatte etwa achtmal so viele Szenen vorm Kasten, von denen sie fast jede zweite verwerten konnten. Ein besonders sehenswertes Spiel war es leider nicht und das zweistellige Ergebnis kam durch einen längeren Durchhänger in der zweiten Spielhälfte erst dank des Ausfalls des Torhüters zustande. Der Geußnitzer musste nämlich beim Spielstand von 1:7 (mittlerweile war ein weiterer Feldspieler hinzugestoßen!) ausgewechselt werden, da er bei einem Zusammenprall auf dem Kopf landete und wohl unter Schwindelgefühl litt. Ein Krankenwagen musste auch gerufen werden. Sein Ersatzmann (nun war es also wieder 9 gegen 11, nachdem man gerade einmal fünf Minuten 10 gegen 11 spielen konnte) kassierte leider vier sehr einfache Treffer. Nach dem 1:11 pfiff der Schiri etwas sehr pünktlich ab, aber da es in einer Karenzzeit war, wurde der Abpfiff in der 88. nicht als Abbruch gewertet.
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Statistik:
Grounds: 729 (heute 1 neuer; diese Saison: 135 neue)
Sportveranstaltungen: 1.515 (heute 2, diese Saison: 201)
Tageskilometer: 110 (110 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.860 (26.210 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.510 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 302

Montag, 28. September 2009

WE165III: Zwei Hattricks eines Spielers in einem Spiel und fast ein Wembleytor in der 93. Minute

Leipziger SV Südwest B 13:0 SV Schleußig 90 B
Sonntag, 27. September 2009 - Anstoßzeit 10.30
B-Jugend Bezirksklasse Leipzig (5. Liga der U-16)
Ergebnis: 13:0 nach 82 Min. (40/42) - Halbzeit 6:0
Tore: 1-0 6. Nr. 10, 2-0 18. Nr. 10, 3-0 20. (Elfmeter) Nr. 10, 4-0 25. Nr. 10, 5-0 33. Nr. 10, 6-0 36. zur Abwechslung mal Nr. 9, 7-0 47. Nr. 11, 8-0 55. Nr. 7, 9-0 56. Nr. 13, 10-0 64. Nr. 10 (sein zweiter Hattrick in diesem Spiel), 11-0 67. Nr. 10, 12-0 80. Nr. 10, 13-0 82. Nr. 3
Verwarnungen: 1x LSV, 2x SVS
Platzverweise: keine
Spielort: Karl Siegmeier Sportanlage (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: 40 (davon 4 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, sehr unterhaltsames, aber einseitiges Spiel)

SV Blau-Gelb Kitzen 1:1 TSV Böhlitz-Ehrenberg
Sonntag, 27. September 2009 - Anstoßzeit 15.00
Stadtliga Leipzig (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 94 Min. (45/49) - Halbzeit 0:0
Tore: 0-1 50. Nr. 21, 1-1 77. Nr. 13
Verwarnungen: 2x Kitzen, 5x Böhlitz
Platzverweise: 63. Nr. 14 Böhlitz (angeblich Notbremse)
Spielort: Sportplatz Kitzen (Kap. 1.000 Plätze, davon 80 Sitzplätze)
Zuschauer: 90 (davon 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes und recht gutes Spiel)
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Photos and English version: [
LINK!]

Zwei neue Groundpunkte in Leipzig in der gängigen Konstellation: erst ein Jugendspiel um 10.30, dann ein Männer-Amateurspiel um 15.00 Uhr. Den Anfang machte diesmal die Begegnung bester Sturm gegen schlechteste Abwehr oder Leipziger SV Südwest gegen SV Schleußig 1990 in der B-Junioren Bezirksklasse.

Das Spiel fand parallel zu einem D-Jugendspiel auf der Sportanlage Karl Siegmeier – dieser war ein Antifaschist, der u. a. eine Internierung im Konzentrationslager überlebte und später im Verein LSV Südwest tätig war – statt und verlief die ersten Minuten komischerweise in Richtung Südwest-Tor. Das änderte sich aber recht schnell und als der Gästetorwart den Ball durch die Hände rutschen ließ, stand es auch schon 1:0. Dabei blieb es natürlich nicht. Vor allem der 10er der Südwestler zeichnete sich als hervorragender Spieler aus. Zwischen der 6. und der 33. erzielte er fünf Tore. Das allein sagte schon vieles aus, aber auch der Spielwitz und das Verhalten auf dem Feld hoben ihn hervor. Der Rest der gastgebenden Mannschaft wusste aber auch zu überzeugen. Die Gästemannschaft sollte man aber nicht wegen des Ergebnisses lächerlich machen, denn sie gaben ihr Bestes, waren zwar überfordert, aber traten weder unmotiviert noch unangenehm auf.
Bis zur Pause konnten die meisten der rund 40 Zuschauer – davon viele jugendliche Freunde der Spieler, die jede gute Aktion - auch solche der Gäste - mit Applaus und Anfeuerungen bedachten – noch ein weiteres Tor bejubeln.
In der Schlussminute machte dann der 10er, nachdem mal ein paar andere getroffen hatten, das Dutzend voll und der 3er legte noch nach. 13:0. Ein ungewöhnlich hohes, aber in der Höhe verdientes Ergebnis. Schleußig war nicht völlig chancenlos, doch die Bälle, die sie aufs Tor brachten, wurden entweder vom guten Torwart der Heimmannschaft entschärft oder trafen das Gebälk oder verfehlten dies knapp.
Das kurioseste Tor war übrigens folgendes: ein Schleußiger passt den Ball auf den eigenen Torhüter zurück, dieser wird im 5er fair von einem Stürmer bedrängt, nimmt den Ball vom Fuß in die Hand und verursacht so einen indirekten Freistoß; zwei Meter links vorm Torpfosten und einen Meter vorm Tor-Aus. Wie der Ball geschickt ins Tor gesetzt wurde, kann hier im Video nachgesehen werden.

Ich hatte vorhin ein D-Jugendspiel erwähnt. Das Spiel der Stadtliga zwischen LSV Südwest I und Kickers Markkleeberg II konnten wir mit einfachem Umdrehen so halb verfolgen. Auf dem Kleinfeld wurde erst rein gar nichts geboten und dann nach 20 Minuten oder so mal getroffen. Dann zeigten die 10- bis 12jährigen ihr teils beachtliches Talent. Bis zur Pause (30. Minute) wurden noch die Tore zum 1-1, 1-2 und 2-2 erzielt.
Nach der Pause ging Südwest mit 3-2 und 4-2 in Führung, doch dann kamen zwei kuriose Tore zustande: Der Schiri (kaum 16 Jahre alt) erkannte einen Treffer ab (ich konnte nicht sehen warum, wird aber korrekt gewesen sein), doch ein Vater motzte den Schiri von draußen an, sodass der Unparteiische das 4-3 zählte. Der Ausgleich fiel gleich darauf noch schöner: ein Markkleeberger Stürmer fällt zwei Meter vorm Tor (der Torhüter klebt auf der Linie) über den Ball, setzt sich kurz drauf, spielt den Ball dann aber geistesgegenwärtig mit der Hacke nach hinten und ein Kollege schiebt ein. Kurz vor Schluss aber noch das 5:4 für Südwest. Der Schlusspfiff erfolgte pünktlich, da der Schiri auf den Zuruf eines Elternteils hörte. Schade, dass er sich immer wieder von den nicht immer berechtigten Bemerkungen von außen beeinflussen ließ. Das muss er unbedingt abstellen!
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Nach einem guten Essen im „Bikers’ Inn“ in der benachbarten Alfred-Rosch-Kampfbahn, einer spektakulären Radrennbahn, die wir nächstes Jahr mal besuchen, fuhren wir weiter nach Südwesten. Außerhalb der Grenzen Leipzigs liegt das unansehnliche Dorf Kitzen. Weitestgehend heruntergekommen, aber mit einem schönen Rathaus und einer halbwegs schönen Kirche, liegt es in der eintönigen Leipziger Tieflandsbucht. Der Sportplatz, eigentlich sogar ein Stadion, da es geringen Ausbau aufweisen kann (einige überdachte Plätze und zweireihige Bänke), was man von der Karl Siegmeier Sportanlage nicht behaupten konnte, die eine Wiese in einem Park, die nur in mehrere langweilige Fußballfelder unterteilt war, war, liegt vor den Toren des Dorfes. Ein paar Bäume drum herum - damit es nicht so kahl aussieht - und fertig.

Das Spiel zwischen dem 5. und dem 7. von 16 Mannschaften nahm schnell Fahrt auf, doch ging es komischerweise so gut wie nur auf das Tor der Gastgeber. Bis zur Pause verhinderten ein starker Kitzener Torwart und eine zu tief hängende Latte die längst überfällige Führung der Böhlitzer und Ehrenberger.
In der 50. war es dann endlich so weit. Ein gut heraus gespieltes Tor von rechts schräg durch den Strafraum ins andere Toreck. Dann legte Kitzen einige Gänge zu und erspielte sich innerhalb einer knappen Viertelstunde mehr Chancen als in den ersten 50 Minuten. In der 63. hatte dann der eine Linienrichter leider einen völligen Aussetzer, als er dem Schiri auf sein Nachfragen zu einem völlig unberechtigten Platzverweis geraten hat. Ein klar gelbwürdiges Foul des Gästespielers zwar, aber man muss schon ziemlich ahnungslos an der Seite rumgegammelt haben anstatt auf Ballhöhe zu rennen, wenn man den Böhlitzer als letzten Mann wahrgenommen haben will. Der Platzverweis wirkte sich zwar nicht so wirklich aufs Spiel aus, was nun vielleicht etwas intensiver wurde, aber der Ausgleich war natürlich auch durch den fehlenden Abwehrspieler zustande gekommen. Ganz unverdient war er aber auch nicht. Unverdient wäre nur ein Sieg der Kitzener gewesen, den es in der 93. beinahe gegeben hätte: ein fragwürdiger Freistoß 20 Meter vorm Tor und dann ein Hammer gegen die Unterkante der Latte, doch der Ball springt 20 cm vor der Linie auf.

Zwei unterhaltsame Spiele und ein bisschen Am Rande der Großstadt-Sightseeing und Dörferbegucken standen also am Ende des Tages zubuche. Es ist ein ums andere Mal erfreulich zu sehen, wie lebhaft der Spielbetrieb in Leipzig ist. Allerdings lohnt nur der Amateurbereich. Alle Profis und Halbprofis spielen entweder schlecht (FC Sachsen, FC Lok) oder gehen dauernd bankrott (FC Sachsen, Eishockey: Blue Lions, Volleyball: VC Leipzig oder so). Oder sie wollen sich Erfolg mit unsympathischen Geldgebern erkaufen.
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Statistik:
Ground Nr. 359 (zwei neue Grounds; diese Saison: 28 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 894 (diese Saison: 36)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 10.530 (9.550 Auto/ 890 Fahrrad/ 90 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 21
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 165

Fotos: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157622343684463/