Montag, 14. Mai 2012
W302III: Komischer Modus im tschechischen Jugendfußball – und: Abstieg für Annaberg
FK Baník Most U10 (A) 0:6 Fotbalová Škola Most U10 (A)
Datum: Sonntag, 13. Mai 2012 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: Krajský přebor Ústecký kráj; starších přípravek, skupina B – ročnik 2002 (Bezirksliga Aussig, E-Junioren, Gruppe B, Jahrgang 2002; 1. tschechische Fußballliga der 10jährigen)
Ergebnis: 0-6 nach 25 Min. (1x25) – Endergebnis des Gesamtvergleiches: Baník Most 7-19 FŠ Most (4x25)
Tore: 0-1 3. (10), 0-2 5. (11), 0-3 11. (Neunmeter; 9), 0-4 16. (9), 0-5 18. (11), 0-6 21. (Eigentor; 3)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Fotbalový stadion Josefa Masopusta (Josef-Masopust-Stadion, Kap. 7.500 Sitzplätze; davon heute 3.500 freigegeben)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz flottes Spiel, aber durch den komischen Ligenmodus etwas zu kurz geraten)
VfB Annaberg 09 1:3 FSV Zwickau II
Datum: Sonntag, 13. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Bezirksliga Sachsen, Staffel West (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 1-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-3
Tore: 0-1 1. Robin Hölzel, 0-2 34. Robin Hölzel, 0-3 41. Robin Hölzel, 1-3 49. Sandro Lehm
Verwarnungen: Sven Schreiter (Annaberg)
Platzverweise: keine
Spielort: Kurt-Löser-Sportplatz (Kap. 2.500, davon 250 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 250 (davon ca. 200 (!) Gästefans; Zahlende Zuschauer: 180)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Spiel, aber gute Atmosphäre durch die Auswärtsfans)
Photos with English Commentary:
Nach zweieinhalb Stunden Fahrt kamen wir im tschechischen Most an. Nachdem wir Anja die Sehenswürdigkeiten der Stadt (die Burg und die Kirche) kurz gezeigt hatten, suchten wir eine Weile nach dem Austragungsort der 5-gegen-5-Liga: Futsal unter freiem Himmel ist nicht nur im Mittelmeerraum verbreitet, sondern auch in Tschechien. Das Spiel fiel aber aus oder wurde verlegt. Scheiß Organisation! Wenigstens lief im Stadion des Zweitligisten Baník Most – dort hatten wir vor einigen Jahren mal ein Erstligaspiel gegen Chmel Blšany gesehen – Jugendfußball.
Die Jugendklasse war schnell herauszufinden, doch der Modus war nicht sofort ersichtlich. Was in Deutschland die E-Jugend ist, wird in Tschechien als „starší přípravek“ bezeichnet. Die Ligen für diese Klasse teilen sich noch mal nach Jahrgängen (also 2002 und 2001) auf. In der Liga für den 2002er-Jahrgang spielen acht Mannschaften, die eine Doppelrunde spielen. Es wird Kleinfeld gekickt und auf 10 Jungen in der Mannschaft kommt üblicherweise 1 Mädchen. So weit ist ja alles klar und genauso wie in Deutschland. Nur fallen auf dem Feld schnell zwei Unterschiede auf: statt Kreidemarkierungen Absperrkegel am Spielfeldrand zur Orientierung und statt acht gegen acht wird sechs gegen sechs gespielt. Dadurch hatten die Torhüter durchweg mehr zutun als in einer vergleichbaren deutschen Jugendliga. Wenn man durch den Modus durchsteigt, hat man auch als Zuschauer etwas getan: es wird nämlich nicht einfach Mannschaft A gegen B, also z.B. Baník Most gegen FŠ Most, gespielt. Baník wie auch FŠ teilen ihre Mannschaften in zwei Teams auf: A und B. Erst spielt Baník A gegen FŠ A, dann Baník B gegen FŠ B, Baník A gegen FŠ B und Baník B gegen FŠ A. Jede der vier Partien dauert 25 Minuten ohne Seitenwechsel. Alle vier Ergebnisse zusammen bilden das Endergebnis des Spiels.
Wir sahen nur eines der vier Spiele, in dem sich allerdings schon die Niederlage für die Bergarbeiter gegen die Fußballschule der Stadt andeutete. Baník A kam kaum durch die Abwehr der Fotbalová Škola A. In einem flotten Duell setzte sich die Fußballschule mit drei Schüssen aus Nahdistanz – jeweils nach langen Flanken und starker Vorarbeit auf engem Raum – so wie einem Eigentor nach gleichem Muster, einem sicher verwandeltem Foulneunmeter und einem Kontertor durch. Letzteres war am kuriosesten, da es durch einen Fehlpass des Baník-Torhüters im Mittelfeld entstand, der dann von zwei FŠ-Stürmern umspielt wurde. Die technischen Fertigkeiten waren bei einigen Spielern (vor allem bei der Siegermannschaft) bereits erfreulich ausgeprägt. Die Torschüsse waren für E-Junioren richtig gut. Auch Lauf- und Zweikampfverhalten stimmten. Dass aus den Kadern dieser Vereine auch ein paar zukünftige Profis stammen werden, konnte man schon nachvollziehen.
Nach einem ordentlichen Essen im nahegelegenen Švejk fuhren wir wieder über die Grenze. In Annaberg-Buchholz – noch eine uns bereits bekannte Stadt, die wir unserer Mitfahrerin zeigten – fand dann ein 90 Minuten dauerndes Fußballspiel statt. Der fast abgestiegene Tabellenvorletzte VfB Annaberg 09 traf auf den gegen Zweitplatzierten FSV Zwickau II.
Hauptbesuchsgrund war aber das schöne Stadion. Der Kurt-Löser-Sportplatz ist ein Kunstrasenplatz der ganz anderen Sorte: nicht etwa einmal eine Reling drumherum und Ballfangzäune und das war’s – nein, hier wird gegenüber der Stehtraverse am Fuße eines enormen Graswalls gleich eine schöne Tribüne mit blau-gelben Sitzen errichtet! Das ganze schön in Hanglage und mit Blick auf ansehnliche Wohnbebauung. Interessant ist auch die zweisprachige Beschilderung am Eingang: Deutsch und Tschechisch. Die Namensgebung nach einem von den Nationalsozialisten ermordeten kommunistischen Arbeiter und zwei Gedenksteine – einer spricht ganz explizit davon, dass die geeinte Arbeiterklasse am 26.9. 1923 gegen die faschistische Provokation in Annaberg siegt – erinnern einen daran, dass die Sportanlage schon länger besteht und mal völlig anders ausgesehen hat.
Mehr Annaberger Fans hat sie sicher auch schon mal gesehen: denn von den knapp 250 Zuschauern, waren fast 200 aus Zwickau. Höchstens 50 Heimfans standen den 200 Gästeanhängern gegenüber! Entsprechend stimmungsvoll war es auch: vom Refrain der Vereinshymne über „Sachsenring, oh Sachsenring, olé“ bis hin zu „Aue - Schweine“ war mal wieder alles Mögliche vom FSV-Anhang zu hören. Die rockten das Stadion, dass es für die Annaberger schon irgendwo peinlich war.
Dazu passte auch der Beginn auf dem Spielfeld: nicht mal ganz 60 Sekunden waren um, da ging der FSV auch schon durch eine prima Kombination in Führung. Der Sturm war einfach zu schnell und abgezockt für die Annaberger Abwehr. Diese bekam sich allerdings schnell in den Griff und konnte erst nach über einer halben Stunde der dauernden Angriffsbemühungen der Gäste nicht mehr standhalten. Bis zum Seitenwechsel hatte Hölzel bereits einen Hattrick erzielt. Der Gastgeber hatte hingegen nur eine Chance bis zur 45. – aber immerhin ein Lattenknaller nach Freistoß. Nachdem die Seiten gewechselt waren, traf der FSV nicht mehr, sondern vergab Chancen um Chance. Das Spiel war auch nicht mehr so gut wie im ersten Spielabschnitt. Der Ehrentreffer für Annaberg – die in Hälfte zwei auch noch die ein oder andere gute Chance liegen ließen – machte das Spiel auch nicht besser. Abgestiegen sind die Annaberg-Buchholzer leider ganz sicher. Da Handwerk Rabenstein zeitgleich verlor, verdrängte der FSV die Rand-Chemnitzer noch vom Aufstiegsplatz. Hoffentlich hält das die vier Wochen bis zum Saisonende! Das wäre ein Doppelaufstieg der Zwickauer!!!
Statistik:
Grounds: 730 (heute 1 neuer; diese Saison: 136 neue)
Sportveranstaltungen: 1.517 (heute 2, diese Saison: 203)
Tageskilometer: 460 (460 Auto)
Saisonkilometer: 55.320 (26.670 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.510 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 65
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 302
Sonntag, 13. Mai 2012
W302II: 21 Tore in 131 Minuten Fußball
TSV Leuna 1919 F 6:3 FSV Dieskau 05 F
Datum: Samstag, 12. Mai 2012 – Anstoß: 10.30
Wettbewerb: F-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (Liga der unter 9jährigen)
Ergebnis: 6-3 nach 43 Min. (20/23) – Halbzeit: 3-2
Freundschafts-Neunmeterschießen: 3-5 nach 9-10 Schützen
Tore: 0-1 2. Nr. 2, 1-1 8. Eigentor Nr. 3 (nach Torschuss Kevin Werner), 2-1 9. John Köcke, 2-2 15. Nr. 12, 3-2 20. John Köcke, 4-2 31. Kevin Werner, 5-2 33. John Köcke, 6-2 37. Luca Mucha, 6-3 39. Nr. 12
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 2 (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Wirklich hervorragendes Jugendspiel!)
VfB Blau-Gelb Geußnitz 1:11 VfB Zeitz
Datum: Samstag, 12. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenland, Staffel 3 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1-11 nach 88 Min. (45/43) – Halbzeit: 0-6
Anmerkung: Geußnitz spielte komplette Spielzeit in Zwei-Mann-Unterzahl
Tore: 0-1 8. (15), 0-2 22. (9), 0-3 30. (6), 0-4 31. (7), 0-5 40. (10), 0-6 41. (15), 0-7 52. (9), 1-7 63. (P. Dembitz?), 1-8 78. (5), 1-9 82. (7), 1-10 84. (5), 1-11 85. (7)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Geußnitz (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Extrem einseitiges Spiel, was bei den ungünstigen Voraussetzungen für Geußnitz auch kein Wunder war)
Photos with English Commentary:
Nachdem am Freitagabend noch die Alten Herren auf der Sportstätte der Jugend spielten, gab es Samstagvormittag auf derselben Spielstätte ein F-Jugendspiel. Vorm Duell der Tabellennachbarn gaben die neben mir zum Platz laufenden Dieskauer Kinder schon die dollsten Tipps von wegen „17:0 gegen die Pflaumen“ ab – und der starke Beginn der Gäste ließ einen das fast befürchten: ein starker Sturmlauf, bei dem vor allem auffiel, dass Dieskau älter und körperlich stärker ist als Leuna, führte zum 0:1 – doch nach einigen Minuten fand Leuna ins Spiel und zeigte seine tollen spielerischen Qualitäten.
Vor allem das Sturmduo um John und Kevin schlug mehrfach zu. Dass massenweise Chancen liegengelassen wurden, konnte man lässig sehen, da trotzdem noch sechs Mal der Ball im Kasten des Dieskauer Torwarts einschlug. Erst ein Doppelschlag – wobei der Ausgleich das Glück des Tüchtigen war: Kevin hat den Torwart angeschossen, dann stolpert ein Dieskauer Verteidiger den Ball über die eigene Torlinie – dann nach dem Ausgleich ein klasse Schuss aus spitzem Winkel direkt vor dem Pausenpfiff.
In Hälfte zwei setzte sich die schnellere und technisch klar bessere Mannschaft Leuna gegen die körperlich starke aber nicht immer auf der Höhe des Spielgeschehens befindliche Abwehr durch. Drei weitere schön heraus gespielte Tore entschieden das erstaunlich zweikampfintensive Spiel. Kurz vor Abpfiff schaffte Dieskau noch ein besseres Ergebnis herzustellen. 6:3 also für den starken TSV in einem wirklich ganz hervorragenden Spiel, das auch herrlich unter Beweis stellte, dass man auch im Jugendfußball nicht zwangsläufig gegen eine unterdurchschnittliche junge und körperlich schwächere Mannschaft gewinnt, nur weil man im Schnitt ein Jahr älter und ein Kopf größer ist!
Das Freundschaftsneunmeterschießen gewann der FSV Dieskau dann mit 5:3. Von 17:0 waren die Jungs dann aber doch in allen Vergleichen weit entfernt... Aber bei einigen der Dieskauer Sprüche habe ich mich sowieso gefragt, wie’s um die Erziehung bei den Jungs steht. Aber wenn man einen Spielervater hat, der mit der MZ zusammen wegen eines unberechtigten Turnierausschlusses durch Medienhetze den Kreisverbandspräsidenten abgesägt hat, dann hat man auch Spieler, die schon im F-Jugend-Alter die sonst eher für die Großfeldjugend typischen Sprüche wie „Ey seid ihr schwul, oder was?!“ bringen.
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Mit Rückenwind kamen wir weit vorm Anstoß im ziemlich gesichtslos auf einer Anhöhe südlich von Zeitz gelegenen Geußnitz an. Hinter der Kirche ist das Sportlerheim des SV Blau-Gelb, 300m weiter der ganz ansehnliche und von Bäumen und Feldern umgebene Platz. Spektakulär oder anderweitig etwas Besonderes ist dieser Dorfanger aber nicht.
Umso unverständlicher die Schilder vom Geußnitzer Vorstand, dass nur zu Trainings- und Wettkampfzeiten der Platz benutzt werden darf. Da haben wohl ein paar Doofe nicht mitgekriegt, dass man einen Haftungsausschluss auch mit den viel angemesseneren Schildern „Benutzen auf eigene Gefahr“ erreicht. Schonen braucht man den Acker nun wirklich nicht für den abgeschlagenen Tabellenletzten der Kreisliga. Aber auch die 2€ Eintritt (warum ist Zeitz denn nur immer teurer als der Regionalbezirk Naumburg, Nebra oder Weißenfels?), die mäßig gegrillten Roster und die absolut erbärmliche Zuschauerzahl machten den Verein nicht gerade sympathisch.
Wirklich sympathisch war aber das Auftreten der Mannschaft: ungeachtet dessen, dass man nur neun Leute zur Verfügung hatte, spielte man unverdrossen und ohne Trotz und Aggression gegen den Ersten, den VfB Zeitz. Geußnitz und Zeitz trennten vor dem Spiel 13 Plätze und 41 Punkte. Nach dem Spiel trennten sie noch mal 10 Tore mehr.
Geußnitz hatte drei Chancen im ganzen Spiel, von denen sie eine mit einem klasse Hammerschuss hoch ins Eck verwerteten. Zeitz hatte etwa achtmal so viele Szenen vorm Kasten, von denen sie fast jede zweite verwerten konnten. Ein besonders sehenswertes Spiel war es leider nicht und das zweistellige Ergebnis kam durch einen längeren Durchhänger in der zweiten Spielhälfte erst dank des Ausfalls des Torhüters zustande. Der Geußnitzer musste nämlich beim Spielstand von 1:7 (mittlerweile war ein weiterer Feldspieler hinzugestoßen!) ausgewechselt werden, da er bei einem Zusammenprall auf dem Kopf landete und wohl unter Schwindelgefühl litt. Ein Krankenwagen musste auch gerufen werden. Sein Ersatzmann (nun war es also wieder 9 gegen 11, nachdem man gerade einmal fünf Minuten 10 gegen 11 spielen konnte) kassierte leider vier sehr einfache Treffer. Nach dem 1:11 pfiff der Schiri etwas sehr pünktlich ab, aber da es in einer Karenzzeit war, wurde der Abpfiff in der 88. nicht als Abbruch gewertet.
Statistik:
Grounds: 729 (heute 1 neuer; diese Saison: 135 neue)
Sportveranstaltungen: 1.515 (heute 2, diese Saison: 201)
Tageskilometer: 110 (110 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.860 (26.210 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.510 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 302
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Freitag, 11. Mai 2012
W302I: Das dritte Duell zwischen Leuna und Merseburg 99 – Diesmal ein Unentschieden
TSV Leuna 1919 AH 2:2 SV Merseburg 99 AH
Datum: Freitag, 11. Mai 2012 – Anstoß: 18.10
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 2-2 nach 67 Min. (37/30) – Halbzeit: 2-1
Tore: 1-0 11. Dirk Bartnitzek, 1-1 16. (Nr. 11), 2-1 24. Thomas Göcht, 2-2 41. (Nr. 11)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 12 (keine Gästefans darunter)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (Ganz ansehnliches Altherrenspiel)
Photos with English Commentary:
Innerhalb von nicht ganz drei Wochen war es am heutigen Freitagabend bereits das dritte Duell zwischen den beiden Vereinen TSV Leuna 1919 und SV Merseburg 99. Erst schoss die Leunaer F-Jugend die Merseburger mit 6:1 ab, dann unterlag die Männermannschaft des TSV letzte Woche beim SV 99 mit 0:2 und nun hieß es zur Abwechslung tatsächlich unentschieden. Beide Seiten erzielten zwei Tore in einem ordentlichen Spiel.
Den besseren Start – der durch einen Gewitterschauer etwas verzögert wurde – erwischte der Gast, doch weder gegen den Feldspielertorwart, noch gegen den nach zwei Minuten hereinkommenden Stammtorwart war ein Treffer drin. Nach 11 Minuten erzielte Bartnitzek mit einem Nachschuss aus Nahdistanz fast in den Winkel (nachdem der 99er-Torwart den ersten Schuss von Bartnitzek abprallen ließ) das 1:0. Ein starker Aufsetzer direkt neben den Pfosten aus 20m sorgte für das 1:1. Vor der Pause ging Leuna durch Göcht nochmals in Führung.
Nach dem Seitenwechsel gelang dem SV 99 das von den Spielanteilen her verdiente 2:2 durch einen Fehler von Torwart Hähnel. Die Leunaer Offensive kam leider nicht mehr zum Zuge, sodass es bei der Punkteteilung blieb. In der gesamten zweiten Spielhälfte hatte der TSV nur zwei Torchancen, während SV 99 die dreifache Anzahl hatte, was im ersten Abschnitt noch anders aussah.
Statistik:
Grounds: 728 (heute kein neuer; diese Saison: 134 neue)
Sportveranstaltungen: 1.513 (heute 1, diese Saison: 199)
Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.750 (26.210 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.400 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 61
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 302
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Montag, 7. Mai 2012
W301III: Kali Unterbreizbach – Das Salz der Liga
SV Kali Unterbreizbach/ Pferdsdorf 3:1
SG ESV Gerstungen/ SV Vitzeroda
Datum: Sonntag, 6. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Regionalklasse Thüringen, Staffel 7 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 3-1 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 2-0
Tore: 1-0 7. Martin Morgner, 2-0 45. Martin Morgner, 2-1 54. Dennis Linke, 3-1 67. Martin Morgner
Verwarnungen: Rene Dittmann, Eric Fleckeisen (beide Gerstungen)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Unterbreizbach (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 180 (davon 85 zahlende und ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und unterhaltsames Spiel mit verdientem Außenseitersieg)
Photos with English Commentary:
b) One of Thuringia’s Most Interesting Football Grounds: Kali Unterbreizbach v SG Gerstungen/ Vitzeroda
Nachdem wir Conny ein paar wenig bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Großgestewitz und die Kirchen Köckenitzsch und Schkölen gezeigt, mit ihr die auch uns noch unbekannten Sights in Tautenburg und Lehesten angeguckt und sie in Erfurt abgesetzt hatten, ging es zum eigentlichen Ziel der sonntäglichen Groundhoppingtour. Im Wartburgkreis – einem der schönsten Landkreise ganz Deutschlands – gibt es ohne Ende sehenswerte Orte und auch einige interessante Fußballvereine und -plätze. Heute hatte der SV Kali Unterbreizbach/ Pferdsdorf – ob der Namenszusatz mit Pferdsdorf noch aktuell ist, weiß ich gar nicht, aber diese Spielgemeinschaften heißen auch immer wieder anders – ein Heimspiel in der dritten Amateurspielklasse, die in Thüringen „Regionalklasse“ heißt. Die Spielgemeinschaft von Gerstungen und Vitzeroda war zugast.
Zuerst schauten wir uns aber das Dorf Unterbreizbach, das fast in Hessen liegt und durch Kalibergbau bekannt ist, an. Natürlich ist das Kaliwerk dominierend und eine Abraumhalde überragt die Landschaft, doch es ist keineswegs ein gesichtsloses Industriedorf wie in Nordrhein-Westfalen so oft zu finden ist. Wir sind schließlich im so ziemlich schönsten Bundesland Deutschlands – da sind selbst manche Industrieorte richtig ansehnlich: im Schatten des massiven Werkes steht ein mittelalterliches Dorf mit viel Fachwerk in gutem Zustand und einer hübschen Kirche mit Zwiebelturm, eingepasst in eine von Bächen und dem kleinen Fluss Ulster durchflossene, grüne Berglandschaft.
Direkt am Werk befindet sich der Fußballplatz, den wir nach dem recht preisgünstigen, guten und deftigen Essen im Gasthof aufsuchten. Das Industriepanorama ist irgendwo zwischen erdrückend und eindrucksvoll und macht den Platz zu etwas Besonderem. Ansonsten ist aber auch die Situation mit dem engen Spielfeld zwischen der verrottet wirkenden Sporthalle mit der einen kleinen Tribüne davor und dem modernen Sozialtrakt daneben auf der einen, und dem Graswall mit der kleinen Holztribüne (auf der befindet sich auch der Leitspruch auf einem Banner manifestiert: Kali Unterbreizbach – Das Salz der Liga), einigen Bänken und der Ulster im Rücken auf der anderen Seite, ganz nett.
Auf dem Platz entwickelte sich vor gar nicht so wenigen Zuschauern, die auch viel auf den Spielverlauf reagierten, ein ansehnliches Spiel. Unterbreizbach steht leider schlecht da und muss zusehen jedes Spiel zu gewinnen um noch vom Abstiegsplatz wegzukommen, während Gerstungen im gesicherten Mittelfeld herumeiert. Der Gastgeber nutzte auch seine Chance den Favoriten zu überrumpeln: nach wenigen Minuten traf der Mittelstürmer von Kali aus der Drehung heraus hoch ins Eck. Nachdem Gerstungen mehr und mehr das Tor von Kali in Gefahr brachte, Unterbreizbach einen fragwürdigen indirekten Freistoß im Strafraum drüber schoss und ebenfalls fragwürdigerweise einen Treffer wegen angeblichen Fouls am Torwart aberkannt bekam, war es erneut der Unterbreizbacher Mittelstürmer Morgner, der einen Treffer markieren konnte: ein toller Konter, ein herrlicher Heber im Lauf über den Torwart – und schon stand es 2:0!
Nach dem Seitenwechsel war das Spiel ausgeglichen und auch Gerstungen bekam einen indirekten Freistoß nach Rückpass. Den donnerten sie aber neben die Bude. Erst ein schöner Schuss im Getümmel hoch ins Eck sorgte für den Anschluss, ehe Morgner seinen Hattrick nach einem Konter perfekt machen konnte. 3:1 war der Endstand in einem in der Schlussphase dann ziemlich von Kali bestimmten Spiel.
Nach Abpfiff guckten wir uns noch das Nachbardorf Pferdsdorf an – auch da gibt es ganz nette Fachwerkbauten – und fuhren nach Vacha und Marksuhl. Vacha hat zwei Burgtürme, ein tolles Fachwerkrathaus und mehrere kleinere historische Bauten zu bieten und Marksuhl ein herrliches Renaissance-Schloss, das als Rathaus fungiert, sowie eine Kirche mit interessantem Schieferturm mit vier Türmchen dran.
Statistik:
Grounds: 728 (heute 1 neuer; diese Saison: 134 neue)
Sportveranstaltungen: 1.512 (heute 1, diese Saison: 198)
Tageskilometer: 480 (480 Auto)
Saisonkilometer: 54.730 (26.210 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 301
Samstag, 5. Mai 2012
W301II: Merseburg überzeugt nicht, siegt aber im Spitzenspiel
SV Merseburg 99 2:0 TSV Leuna 1919
Datum: Freitag, 5. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 2-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 2-0
Tore: 1-0 3. Daniel Rausch, 2-0 43. Robby Stuck
Verwarnungen: David Schrahn, Ronny Schwerdtfeger, Robby Stuck, Marcus Hebestreit (SV 99); Christian Sporbert, Toni Feist, Ronny Wenzel (TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadtstadion Merseburg (Kap. 10.000, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 230 (davon 200 zahlende und mind. 70 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Erste Halbzeit gut, zweite Hälfte unterirdisch)
Photos with English Commentary:
Nach einem Vormittagsausflug ins Burgenland, stand das Nachbarschaftsduell in der Landesklasse 6 an. Der Tabellenführer aus Merseburg traf auf den Tabellendritten aus der Nachbarstadt Leuna. Leuna hatte ich meinem Besuch Conny am Vormittag auch gezeigt, da sie wie die allermeisten Leute auch nur das Werk vom Vorbeifahren kannte. Auch wenn die Stadt oft negativ besprochen wird (was natürlich ungerechtfertigt ist, v.a. wenn man Leuna anderen Industriestädten gegenüberstellt): der Besuch in Leuna war keine Enttäuschung – nur am Nachmittag war dann wie so oft war der Besuch des Spitzenspiels recht enttäuschend.
Das Wetter war scheiße und die im Vergleich zu anderen Leuna-Merseburg-Derbys niedrige Besucherzahl ebenfalls. Und kaum waren drei Minuten um, stand das mäßige Schiedsrichtergespann aus dem Burgenlandkreis im Mittelpunkt: ein klares Foul gegen einen Leunaer im Mittelfeld, doch die Unparteiischen lassen einfach weiterlaufen und nach einem Pass des Foulspielenden macht Daniel Rausch einen ganz billigen wie auch irregulären Führungstreffer. Ab diesem Moment war dann schon die Atmosphäre etwas vergiftet, denn das Trainergespann um Jörg Sachse und Ralf Blaudschun tat sich immer wieder mit dummen Bemerkungen, arrogantem Auftreten gegenüber Gegenspielern und vor allem dem Schiedsrichtergespann sowie Beleidigungen gegen Leunaer Fans hervor. Dass die Leunaer Fans – mich eingeschlossen – nach dem irregulären 1:0 entsprechend wütend viel schimpften, darf keine Ausrede für den Trainer sein, sich dauernd provozierend gegenüber der Tribüne zu äußern. Ich dachte, Buna Schkopaus Weber sei das mit Abstand größte Rindvieh an der Seitenlinie – aber Sachse übertrat die Seitenlinie ja schon dauernd und schloss dementsprechend dicht auf den zwielichtigen „Sympathieträger“ aus Schkopau auf.
Dass Leuna nachdem sie eine Weile gleichwertig waren, Mitte der ersten Hälfte immer mehr zurückgedrängt wurden, lag nicht an den Schiedsrichtern. Kurz vor der Halbzeitpause eines wirklich guten Spiels erzielte Merseburg 99 ein zweites Tor: diesmal regulär nach einem Eckstoß, der nicht rechtzeitig geklärt werden konnte. Das 2:0 war die Entscheidung und leider zeigte Merseburg 99 gar nichts mehr in Hälfte zwei. Sie hielten Leuna erfolgreich vom Torabschluss fern und machten ihrerseits nichts mehr nach vorn. Die zwei Kullerbälle und der eine gute Schuss die auf Blauwitz’ Kasten kamen, waren für den sicheren Torwart des TSV kein Problem.
In einer richtig schlechten zweiten Hälfte enttäuschte der Tabellenführer – in der ersten Hälfte waren nur die unsaubere Spielweise (unnötige und versteckte Fouls sowie Schauspieleinlagen) und einige Fehler in der Abwehr eines Spitzenreiters nicht würdig. In Hälfte zwei war alles indiskutabel. Leuna kann man keinen Vorwurf machen, hier den Kürzeren gezogen zu haben: ganz früh ein völlig irreguläres Tor kassiert und gegen einen starken Gegner mit einer ab der 20. Minute sehr sicheren Abwehr weitestgehend auf Augenhöhe gewesen. Nach dem 3:0 Sieg im Hinspiel ist die Niederlage zwar sehr schade, aber in Anbetracht dessen, dass man den Aufstieg nie ernsthaft angepeilt hat, relativ egal. Merseburg 99 soll mal sehen, was sie in der Landesliga zu Werke bringen: wenn das so ihr übliches Niveau ist, mit dem sie die Tabellenspitze erreicht haben, kann da nur der sofortige Wiederabstieg erfolgen...
Statistik:
Grounds: 727 (heute kein neuer; diese Saison: 133 neue)
Sportveranstaltungen: 1.511 (heute 1, diese Saison: 197)
Tageskilometer: 10 (10 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.250 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.380 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 59
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 301
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Mittwoch, 2. Mai 2012
W301I: Einseitiges Pokalfinalspiel in Anhalt-Bitterfeld
SV Friedersdorf 1920 6:1 SV 1922 Pouch-Rösa
Datum: Dienstag, 1. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Finale des Kreispokals Anhalt-Bitterfeld, sogenannter „Opel-Cup“ (Landesklasse Staffel 5, 8. Liga, 3. Amateurliga gegen Kreisoberliga ABI, 9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 6-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 4-0
Tore: 1-0 24. Christian Grunert, 2-0 29. Christian Grunert, 3-0 38. Maximilian Hübner, 4-0 40. Marcell Siedler, 4-1 45. Nico Böttcher, 5-1 48. Martin Ungefroren, 6-1 84. Marc Prause
Verwarnungen: 2x Marc Prause (Friedersdorf); Danilo Schwarze, Tobias Grune, Nico Böttcher (Pouch-Rösa)
Platzverweise: 84. Marc Prause (67. Foulspiel, 84. beleidigender Torjubel)
Spielort: Stadion der Bergarbeiter, Holzweißig (Kap. 2.000 Stehplätze)
Zuschauer: max. 700 (offiziell 950, davon ca. 100 Pouch-Rösa und 100 Friedersdorf)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Sehr einseitiges aber nicht langweiliges Spiel)
Photos with English Commentary:
Zum 1. Mai gab es wieder eine ordentliche Auswahl an Kreispokalfinalspielen. Wir entschieden uns für eine lange Radtour nach Holzweißig. Durch die beschissene Ausschilderung und Sackgassen aufgrund der ebenso beschissenen ICE-Strecke kamen wir am Ende auf 111km. Und das Ganze nur für das Kreispokalendspiel von Anhalt-Bitterfeld – denn Sehenswürdigkeiten, die man sich noch vor dem Spiel hätte angucken können, gibt es in Holzweißig und Umgebung, was zum Raum Bitterfeld-Wolfen, also der hässlichsten Region Sachsen-Anhalts, gehört, keine.
So hässlich wie Holzweißig ist auch die Namensgebung für die Pokale: wenn man zulässt, dass der Frauen-Kleinfeld-Kreispokal durch Sponsoring als „Mc Donalds Anhalt Cup“ beleidigt wird, muss man schon ziemlich krank im Kopf sein. „Opel Cup“ bei den Männern ist auch reichlich hirnlos. Aber wenigstens gibt es dann keinen Ärger mit Ausschanklizenzen, wie bei diesen scheiß Brauereien, die sich überall die Pokalnamen und damit verbundenen Lizenzen erkaufen. Schade, dass viele Fußballfans zu primitive Säufer sind, als dass ein Boykott von Krombacher und Co. erfolgreich wäre. Wieso kann man sich zum Spiel nicht mit billigem Wein besaufen? So könnte man das Problem Namenssponsoring in den Griff kriegen!
Wie man das Problem hanebüchene Zuschauerzahlangaben in den Griff kriegen soll, weiß ich aber auch nicht. Da sind nach dem Reppichau das Frauenpokalfinale gewonnen hat, doppelt so viele Zuschauer zum Männerspiel anwesend. Zum Frauenfinale werden 229 gemeldet, zum Männerspiel 950. Bei der Stadionkapazität wäre das eine Auslastung von fast 50%. Beim Durchzählen bin ich auf 600 gekommen. Maximal 700 Zuschauer waren da. Und da melden die 950! Leute, habt ihr die Zuschauer, die bei beiden Finals anwesend waren doppelt gezählt, oder was?! Meine Güte! Aber wo Kreispokale von Mc Donalds und Opel – also beschissenem Essen und beschissenen Autos – gesponsort wird, kann es nicht weit her sein mit Zuschauerangaben. Aber immerhin: normalerweise fantasieren Vereine die Zahlen nach unten wegen Steuern und sonst was – hier wurde mal maßlos übertrieben! Seit dem Radball-Weltpokal in Mücheln letztes Jahr, wo man von 200 Zuschauern 1.000€ Eintrittsgeld eingenommen hatte und dann 1.000 Zuschauer meldete, ist das die nach oben hin falscheste Zahl überhaupt...
Die 600, 700 Zuschauer waren übrigens wie wir beide größtenteils neutral. Nur allenfalls 100 von Pouch und 100 von Friedersdorf hatten sich eingefunden und unterstützten ihre jeweiligen Mannschaften nicht einmal nennenswert. Pouch-Rösa ist immerhin Dritter in der Kreisoberliga, doch der Aufstieg ist nicht mehr schaffbar. Friedersdorf lässt eine Klasse darüber alle hinter sich und ist kaum noch vom Aufstieg in die Landesliga abzubringen. Entsprechend war die Favoritenrolle verteilt und auch wenn der Stadionsprecher diese Rolle kleinreden wollte, so zeigte sich doch von Beginn an, wie zutreffend meine Erwartungen an einen glatten Sieg der Friedersdorfer waren.
Die Defensive der Friedersdorfer stand sicher, sodass Pouch nicht wirklich durchkam. Umgekehrt hatte die Abwehr von Pouch-Rösa immer wieder verständliche Probleme mit den starken und schnellen Stürmern von Friedersdorf. Mit zwei Treffern in fünf Minuten legte Grunert bereits lange vor der Pause den Grundstein für den Pokalsieg. Innerhalb von drei Minuten verdoppelten Hübner und Siedler den Vorsprung. Nur Böttcher traf für die andere Seite: kurz vor der Pause kam der etwas langsame, da sehr stämmige Stürmer des Kreisoberligisten gut in Schussposition und verwandelte klasse ins lange Eck.
Nach dem Seitenwechsel legte Friedersdorfs Kapitän Ungefroren ganz unverfroren zum 5:1 nach. Danach gab es doch etwas den befürchteten Leerlauf, ehe der Einwechsler Prause auf sich aufmerksam machte: kurz nach seiner Einwechslung foulte er unnötig, dann erzielte er einen klasse Treffer zum 6:1 und machte beim Jubeln irgendwelche dummen Sprüche oder Gesten, auf die ich nicht geachtet habe, wofür er dann vom Feld gestellt wurde. Die letzten sechs Minuten wurden locker herunter gespielt und nach dem Aufruf zur Siegerehrung kam es dann auch endlich zu einem Platzsturm von rund 100 Friedersdorfern. Allerdings war die Pitch Invasion sehr unmotiviert: die Fans latschten im Rentnerspaziertempo auf die Mannschaften am Siegerehrungspult zu; kein Jubeln, kein Grölen, kein Gerenne. Das war der lahmste Platzsturm den ich je gesehen habe!
Mit fünf Toren Unterschied, also konkret mit 6:1, geht so schnell kein zweites Pokalfinale ab! Unsere B-Jugend von Bad Dürrenberg/ Leuna holte zum Beispiel zur gleichen Zeit den Pokal mit einem 1:0 – herzlichen Glückwunsch übrigens! Auch Brachstedt gewann 1:0 sein Finale gegen Merseburg 99 bei den Männern im Saalekreis. Bei einem Endstand von 6:1 muss man sich leider schon fragen, wie es eigentlich der Unterlegene ins Finale geschafft hat, zumal dessen Ergebnisse in Halb-, Viertel- usw. Finals auch nicht knapper waren, als jene vom Sieger. Bei grenzwertigen Eintrittspreisen von 3,50€, enormen Cateringpreisen von 2€ für Roster und Buletten und ebenso viel für 0,4l Getränke und zudem Null-Stimmung auf den Rängen, frage ich mich übrigens, welches Finale ich am nächsten 1. Mai gucke. Kreispokal in Anhalt-Bitterfeld sicherlich nicht noch mal!
Statistik:
Grounds: 727 (heute 1 neuer; diese Saison: 133 neue)
Sportveranstaltungen: 1.510 (heute 1, diese Saison: 196)
Tageskilometer: 110 (110 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.240 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.370 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 58
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 301
Sonntag, 29. April 2012
W300IV: Sieg und Niederlage für Leunaer Teams
Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B
0:1 FSV 67 Halle/ FSV Bennstedt B
Datum: Sonntag, 29. April 2012 – Anstoß: 11.00
Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Saalekreis/ Halle (5. und unterste Spielklasse der 14-16jährigen)
Ergebnis: 0-1 nach 92 Min. (47/45) – Halbzeit: 0-0
Tor: 0-1 44. Nr. ?
Verwarnungen: Nr. 5, Robert Renn (EBD/ TSV) P
latzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Eintracht (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 120 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Absolutes Scheißspiel: leider war Eintracht/ TSV mit dem abartigen Anti-Fußball der Gäste überfordert)
VfB Blau-Weiß Hohenthurm FR 1:2 TSV Leuna 1919 FR
Datum: Sonntag, 29. April 2012 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Frauen-Kreisklasse Saalekreis/ Halle, Staffel 2 (6. und unterste Spielklasse der Frauen – Kleinfeld)
Ergebnis: 1-2 nach 42 Min. (21/21) – Halbzeit: 1-2
Tore: 0-1 12. Nr. 14, 0-2 14. Nr. 3, 1-2 30. Nr. 5
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Hohenthurm (Kap. 1.100 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 24 (davon ca. 12 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz ordentliches Spiel: Leuna hätte aber viel mehr Tore schießen müssen bei solcher Überlegenheit)
Photos with English Commentary:
Wenn man so wie ich etliche Spiele der Dürrenberger/ Leunaer Junioren gesehen hat, war man bereits nach einer Viertelstunde des Spitzenspiels geschockt: es gab eine einzige Torszene in 15 Minuten, wobei es ein ganz schwacher Kopfball der Gäste über den Kasten der Heimelf war, der nur durch ein Freistoßgeschenk von Sportfreund Mengel, der heute sehr mangelhaft pfiff, zustande kam. Von Anfang an war das einzige, was an ein Spitzenspiel erinnerte, die defensive Einstellung der Teams. Doch Genauigkeit und Angriffsspiel ließen bei beiden sehr zu wünschen übrig. Von der Spielfreude dieser beiden besten Teams der Liga war absolut nichts zu merken.
Das oben beschriebene zog sich bis zur letzten Spielminute hin. Zur Pause stand es ernüchternd Null zu Null, wobei es nur zwei richtig gute Torszenen gab: einmal tunnelte ein Eintracht/ TSV-Stürmer den Gästetorwart, doch der Ball rollte ans Außennetz, ein anderes Mal trat der Torwart der Gäste einen durchgebrochenen Stürmer um – da kann er noch so viel früher am Ball gewesen sein: das Bein dann hochzuziehen, ist ein klares Elfmeterfoul. Aber außer Abseits und lächerlichen Berührungen im Mittelfeld pfiff der völlig unfähige Unparteiische gar nichts.
Nach der Pause kam FSV 67/ Bennstedt zu einem Glückstreffer, der dieses abartig schlechte Spiel wenigstens nicht 0:0 ausgehen ließ. Nach wie vor war der Gastgeber aktiver, aber völlig unfähig durch die dichte Gästeabwehr zu kommen. So gab es kaum Gefahr vor den Toren – und wenn, dann sah es so aus, dass ein Eintrachtler gegen drei Verteidiger und den Torwart stand. Wenn man dann noch gehalten wird, hat man gar keine Chance. Wie das Spiel bei den zwei Elfmetern, die die Heimmannschaft hätte bekommen müssen, ausgegangen wäre, will man sich kaum vorstellen. Die Niederlage liegt aber weniger am schlechten Schiedsrichter, als an der eigenen schlechten Leistung: gegen den Anti-Fußball der FSVer war kein Kraut gewachsen. In besserer Verfassung – soll heißen, wäre man nicht der Wettbewerbsverzerrung des Verbandes ausgesetzt gewesen, der für Dürrenberg/ Leuna 3 Spiele in 6 Tagen angesetzt hat – wäre mindestens ein Unentschieden drin gewesen. Es ist richtig schade, wenn man sogar schon bei der B-Jugend mit ansehen muss, wie eine Mannschaft völlig unverdient gewinnt. Wenn FSV wirklich die bessere Mannschaft gewesen wäre und mit gutem, attraktiven Fußball und nicht langweiligen Anti-Fußball gewonnen hätte, hätte ich auch ein 0:5 ohne Ärger akzeptiert. So ein Dreckskick, der von so einer Drecksmannschaft gewonnen wird, kotzt einen aber echt an!
Bei den Gegebenheiten muss sich Eintracht/ TSV sehr, sehr strecken und noch viel Glück haben, wenn man denn wirklich noch den ersten Platz und den Aufstieg erreichen will. Diesen Platz belegt im Moment die Mannschaft von FSV 67/ Bennstedt. Ob sie den wirklich verdienen bezweifle ich bei der Leistung heute ein bisschen, allerdings sprechen die Ergebnisse dafür, dass sie sonst keinen solchen dreckigen Anti-Fußball spielen. Scheiße, dass sie es jetzt vor dieser überdurchschnittlichen Zuschauerkulisse taten.
Die Zuschauerkulisse in Hohenthurm war auch interessant. Die Hälfte der Frauenfußballfans war nämlich aus Leuna. Nur die andere Hälfte unterstützte den VfB Hohenthurm. Bei diesem Spiel der Frauenkreisklasse hieß es Vorletzter gegen Letzter. Es sah aus wie Letzter gegen Mittelfeld.
Der TSV war völlig überlegen und in einem einseitigen Spiel kamen sie auch durch zwei Schüsse aus dem Getümmel heraus zu einer 0:2 Führung. Etliche Chancen wurden im Folgenden vergeben und nach und nach kam auch Hohenthurm mal zu ein paar Angriffen. Richtige Chancen hatten sie allerdings keine einzige: selbst das Tor kurz vor dem Seitenwechsel war eigentlich keine richtige Torchance. Leunas Torhüterin ließ einen Verzweiflungsschuss aus spitzem Winkel durch die Arme rutschen: der Ball rollte 10cm vor der Linie herum und eine Hohenthurmer Stürmerin war schneller, sodass sie den Ball zum 1:2 über die Linie drücken konnte.
In einer völlig einseitigen zweiten Spielhälfte versäumte es TSV Leuna ein angemessenes Ergebnis wie z.B. 1:5 herauszuspielen. Es fiel nicht ein weiterer Treffer mehr. Aber ob nun 1:5 oder nur 1:2 – Hauptsache, der TSV konnte einen sauberen und verdienten Sieg herausspielen! So hat Leuna nun wenigstens 8 Punkte auf dem Konto – und für die erste Saison im Spielbetrieb ist das gar nicht mal so schlecht!
Statistik:
Grounds: 726 (heute kein neuer; diese Saison: 132 neue)
Sportveranstaltungen: 1.509 (heute 2, diese Saison: 195)
Tageskilometer: 70 (70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.130 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.260 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 57
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 300
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W300III: Souveräner Fünf-Tore-Sieg für die F-Jugend und Sieg durch Elfmetertor kurz Abpfiff in Molau
TSV Leuna 1919 F 6:1 SV Merseburg 99 F
Datum: Samstag, 28. April 2012 – Anstoß: 10.30
Wettbewerb: F-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (Liga der unter-9jährigen)
Ergebnis: 6-1 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 2-1
Freundschafts-Neumeterschießen: 4-4 nach 10-9 Schützen
Tore: 1-0 3. Kevin Werner, 2-0 10. Kevin Werner, 2-1 13. (Nr. 8), 3-1 24. Kevin Werner, 4-1 26. John Köcke, 5-1 28. Kevin Werner, 6-1 38. John Köcke
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz II (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Richtig gutes Spiel beider Seiten mit eindrucksvollem Sieg der Gastgeber)
Sportverein Molau “90” 1:0
FC Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg II
Datum: Samstag, 28. April 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenland, Staffel 1 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
Tor: 1-0 85. (Nr. 10, Foulelfmeter)
Verwarnungen: Nr. 2 (RSK)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Molau (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz ordentliches Spiel, aber zu wenige Treffer – zum Glück ist überhaupt noch einer gefallen...)
Photos with English Commentary:
Nach einem torreichen Sieg beim Tabellenletzten Günthersdorf in der Vorwoche (4:9!), erwartete ich eigentlich einen Sieg gegen die jungen Buna-Kicker, die auf dem vorletzten Platz stehen. Das Hinspiel in der Radrennbahn gewann Leuna ja auch mit 0:3. Diesmal sollte es sogar noch höher werden: obwohl Merseburg 99 mindestens gleichwertig war, konnte Leuna die Gäste mit fünf Toren überflügeln.
Die ersten Szenen vor dem Tor hatte SV 99, doch der schnelle und ballsichere Kevin Werner erzielte nach wenigen Minuten nach einem klasse Sturmlauf das 1:0. Es vergingen kaum sieben Minuten, schon hatte derselbe Spiele mit einer gleichen Szene nachgelegt. Vor der Pause gelang 99 mit dem x-ten Angriff aus Leuna-Tor der Anschlusstreffer. Es sollte der Ehrentreffer bleiben.
Nach der Pause war der TSV auch die bessere Mannschaft. Kevin Werner baute sein Trefferkonto aus, John Köcke steuerte auch noch zwei Buden zum 6:1-Sieg bei. Auch wenn sich unsere Betreuer über nicht zu leugnende Probleme aufregten – natürlich ist Konkurrenzdenken in der Mannschaft, wie zwischen zwei Stürmern die dem anderen nicht den Ball auflegen, sondern unbedingt selber den Treffer markieren wollen; oder solches Gezicke wie zwischen Kapitän Yassin und seinem Mitspieler John (für „ach halt’s Maul“ gab es dann Freistoß für Merseburg) nicht hinzunehmen – in erster Linie überwiegen die positiven Eindrücke von der F-Jugend! Es macht Spaß, diesen jungen Spielern zuzusehen und der Erfolg, den man so gar nicht erwarten konnte: 7 Siege stehen 6 Niederlagen gegenüber (und dass bei einer unterdurchschnittlich jungen Mannschaft mit mehreren Sechsjährigen!), lässt sich nicht leugnen. In dieser ersten Saison ist es wirklich müßig, sich darüber aufzuregen, dass man vielleicht bei besserer Zusammenarbeit im Sturm oder konsequenteren Abwehrverhalten statt auf dem 5. auf dem 3. Rang stehen könnte. Wenn die beiden Trainer dran bleiben und die Spieler weiter solche Begeisterung zeigen, sind die Mängel, die in dieser Saison auffielen, in der nächsten bereits abgestellt. Die Mannschaft erscheint mir absolut fähig sich zu verbessern und zu entwickeln!
Nach doch recht anstrengenden 48 Radkilometern standen wir auf dem Sportplatz Molau. Recht herbes dörfliches Idyll: Bäume direkt am Spielfeld und ein Feld grenzt direkt an, doch auch die abgerissenen, ärmlichen Plattenbauten und der Schrottplatz sind in Sichtweite. Richtig angenehm war aber, wie freundlich die Leute beim SV Molau waren. Hier wurden Vereinsfremde gegrüßt und nicht primitiv angegafft wie bei den meisten anderen Dorfclubs und die Frau vom Sportlerheim brachte uns sogar Sitzkissen für die Holzbank ans Spielfeld. So was habe ich sonst nur in richtig herzlichen Gegenden wie Marokko erlebt. Aber wenn man bei den Vereinen am Rande des Burgenlandkreises als Groundhopper oder neutraler Zuschauer auftaucht, wird man auch auffällig freundlicher als anderswo in Deutschland behandelt. Wenn man Interesse am Fußball auf einem relativ abgelegenen aber umso sympathischeren Dorf wie Molau oder Lossa zeigt, wird das ganz anders aufgenommen als in solchen Käffern wie Droyßig oder Meuchen, wo jeder Fremde misstrauisch gemustert oder angequatscht wird. Man braucht nur ein paar Fotos zu machen, schon denken z.B. welche von Meuchen II anscheinend, man wäre ein Scout vom 1. FC Weißenfels oder so was. Als ob der 1. FC solche unbedarfte Dorfkicker wie von Meuchen bräuchte...
Unbedarftheit konnte man keinem der beiden Teams – weder Molau noch Freyburg – vorwerfen. Doch in Sachen Chancenverwertung sah es ziemlich trübe aus. Es wurde halt zu viel durch die Mitte gegangen, wo aber freilich die Schussbahn zugestellt wurde – und wenn es über Außen ging, waren die Pässe und Flanken zu ungenau, sodass auf beiden Seiten die Stürmer um Zentimeter oder einen halben Meter verpassten. Wenn sie den Ball aber doch erreichten, fehlten oft sogar nur Millimeter, wie bei dem Molauer Außenpfostentreffer nach zwei Minuten oder dem Freyburger Pfostenknaller kurz vor dem Seitenwechsel. Vor allem in der ersten Hälfte musste man übrigens von einem richtig ausgeglichenen Spiel sprechen. Heute spielte ja auch der Zweite gegen den Vierten, wobei Molau bereits 8 Punkte hinter Fast-Sicher-Aufsteiger Reinsdorf liegt und RSK Freyburg II mit 23 Punkten Rückstand auf den Aufstiegsplatz gar keine Chance mehr hat. Aber dass es hier kein 6:1 oder 9:2 geben würde, war zu erwarten.
Dass es allerdings erst eines Foulelfmeters in der 85. Minute bedurfte, damit hier überhaupt ein einziger Treffer fiel, war doch etwas derb. Zum Glück zeigte der Kapitän keine Nerven und hämmerte den Elfer hoch ins Eck. So war dieses Elfmetertor ein schöner Abschluss der Partie – ein torloses Unentschieden wäre richtig scheiße gewesen, zumal Molau auch in Hälfte zwei etwas besser und aktiver als Freyburg war. Die Spieler gingen noch zum Feiern vor die 25 Mann starke Molauer Fankurve – zwei Leute hatten sogar Schals in blau-weiß-schwarz mit dem schönen Pferdewappen – und wir traten den 50km langen Heimweg an. Nach mehreren Monaten ohne größere Radtour war das doch sehr anstrengend!
Statistik:
Grounds: 726 (heute 1 neuer; diese Saison: 132 neue)
Sportveranstaltungen: 1.507 (heute 2, diese Saison: 193)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.060 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.190 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 55
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 300
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