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Dienstag, 10. Dezember 2019

W697II: Zwei Auswärtsspiele und zwei Niederlagen an einem Tag

Krefelder FC Uerdingen ..................................... 4
F. C. Hansa Rostock ............................................ 1
- Datum: Samstag, 7. Dezember 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 96 (46/50) Minuten – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 21. Omladic, 1-1 22. Boere, 2-1 37. Scherff (Eigentor, Schuss von Boere), 3-1 60. Maroh, 4-1 93. Boere
- Gelbe Karten: Maroh (KFC); Ahlschwede, Rieble, Neidhart, Öztürk (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: sogenannte Merkur Spiel-Arena (Düsseldorf; Kapazität: 54.600, davon 44.583 Sitzplätze/ heute freigegeben: ca. 10.000 (9.000 Sitz- und 1.000 Stehplätze))
- Zuschauer: ca. 5.000 (davon 4.899 zahlende und ca. 1.200 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

HSG Jahn 05/SC West Düsseldorf II ................ 26
HSG Neuss/Düsseldorf IV .................................. 33
- Datum: Samstag, 7. Dezember 2019 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Kreisliga Düsseldorf (9. Handballliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 26-33 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 9-16
- Statistiken: NN
- Austragungsort: Sporthalle der Carl Benz Realschule (Kapazität: 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10

Telekom Baskets Bonn ...................................... 103
Mitteldeutscher BC (Weißenfels) ....................... 85
- Datum: Samstag, 7. Dezember 2019 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Basketball-Bundesliga (sogenannte „easyCredit Basketball Bundesliga“; 1. deutsche Profibasketballliga)
- Ergebnis: 103-85 nach 40 (4x10) Minuten – Viertel: 29-19, 25-25, 23-24, 26-17
- Statistiken: Ligawebsite (sehr ausführlich)
- Austragungsort: sogenannter „Telekom Dome“ (Kapazität: 6.000, davon 4.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4.000 (gemeldet: 4.780, Gästefans: ca. 20)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 KFC Uerdingen 4:1 F.C. Hansa RostockPhotos with English commentary:
a) Hansa Rostock’s Away Game in Düsseldorf: KFC Uerdingen vs. FCH
b) Mitteldeutscher BC’s Away Game in Bonn: Telekom Baskets vs. MBC
c) Amateur Handball in Düsseldorf: Jahn/ West Res. vs. HSG Neuss/Düsseldorf IVth Seven
d) On Foot to the Stadium in Düsseldorf: Rhine Promenade and Panorama

Nach dem beschissenen Auswärtsspiel in Lautern vor zwei Wochen und dem 1:0 Heimsieg gegen Würzburg vor einer Woche (den im Gegensatz zu mir mein Vater im Stadion verfolgte), stand nun wieder ein Auswärtsspiel in der Nähe an. Nur 70km sind es von meiner Wohnung bis zum Stadion in Düsseldorf, in das der KFC Uerdingen ja bekanntermaßen ausweichen muss. Also meinetwegen könnten die in Russland spielen oder auch Kreisliga in Krefeld – aber OK, so machte ich einen neuen Ground, weil ich bei der Fortuna noch nicht gucken war...

Auch hier wieder Parkplatzabzocke: 5€ für Parkplätze direkt am Stadion. Man kann erst 2km entfernt nördlich oder östlich des Stadions (z.B. Parkstreifen am Aquazoo) kostenlos parken. Aufgrund eines danach dort ausgetragenen Handballspiels, fuhr ich sogar nur bis zur Sporthalle in der Lewitstraße, die 5km entfernt liegt. So bewegte ich mich wenigstens ordentlich, bis ich 12.45 Uhr an der Kasse stand...

Die Eintrittskarten sind mit 15€ für nen Steher obszön, 22€ Sitzplatz auch im oberen Bereich. Richtig asozial die Cateringpreise: wenigstens schmeckten die Krakauer für 4,30€ (Bratwurst 3,30€) sehr gut. Ein angemessener Preis wäre ja 1,87€ für die Bratwurst und 2,04€ für die Krakauer – alternativ 110 bzw. 140 Russische Rubel...

Das Stadion lohnt sich aber zu besuchen. Bei einem Spiel der Fortuna sieht es nie so leer aus, aber bei dieser lächerlichen Kulisse heute – kaum mehr als 3.500 Krefelder plus gut 1.200 Rostocker – kommt die Innenarchitektur mit den seltsamen bunten Sitzen richtig zur Geltung. Origineller ist aber die Außen- und Dachgestaltung. Drumherum die extrem hässlichen Messebauten und auch beim Stadion ist die Farbgebung eher hässlich, aber dafür ist die kastenförmige aber nicht geschlossene Verkleidung sehr originell und die ganzen Treppenaufgänge sind sehr schön gemacht. Eines der besseren Bundesligastadien in jedem Fall! Lustig war natürlich auch, dass die Fortuna wissen ließ, dass es ihr Stadion ist. Infos zum Stadion wie Innenansichten und geschichtliche Daten findet man auch nur bei der Fortuna auf der Seite - nur hier im Stadion selber, waren extra Bereiche mit Fortuna-Wappen freigelassen, wehten Vereinsfahnen und selbst die Servietten am Grillstand waren mit dem Fortuna-Logo bedruckt. Schließlich warben sie sogar im Foyer des Gästeblocks mit ihrer Trikotkollektion... Als die Uerdinger zum Warmmachen aufliefen, hätte ich deshalb fast „scheiß Fortuna, scheiß Fortuna“ gerufen...

Gerufen und gefeiert wurde natürlich wieder viel. Hansa-Fans wie immer sehr stark im Supporten. Heute hatten hier auch die Ultras völlig das Sagen, die wiesen sogar im Ordner-freien Gästeblock uns normalen Fans die Sitzplätze zu... Zu Spielbeginn eine Schweigeminute für einen verstorbenen Fan – habe leider die Megafondurchsage dazu nicht ganz verstanden – mit schwarzer Folienchoreo und zwei Bengalos. Wegen dieser Bengalos störte der dumme Stadionsprecher diese Schweigeminute. Danach richtig lauter Support und Hansa nach anfänglicher Unterlegenheit sogar mit einem Kopfball nach Abpraller zum 0:1. Nur 40 Sekunden später aber schon wieder der Ausgleich. Noch vor der Pause dilettantisches Abwehrverhalten und ein Eigentor – der Ball wäre drei Meter an der Bude vorbeigegangen. Uerdingen leider auch die bessere Mannschaft.

Nach der Pause eine starke Pyroaktion mit spektakulär vermummten Rostockern – passend zu den dicken Winterjacken eine Skimütze aufgesetzt... Spielerisch lief aber gar nichts mehr. Hansa völlig ideenlos, unfähig, keinerlei Kampfgeist, kein Niveau. Uerdingen kam zwischendurch wieder in die Gänge, erzielte mit dem 3:1 die Entscheidung und in der Nachspielzeit noch das etwas zu hohe 4:1. Hansa nun von den Aufstiegsplätzen genauso weit weg wie von den Abstiegsplätzen.

Diese Situation war ausschließlich dem Niveau der Mannschaft geschuldet, die mit einem besseren Ligakonkurrenten wie den Uerdingern nicht mithalten kann. An den Fans oder dem Schiedsrichter – heute Schiedsrichterin: Riem Hussein aus Bad Harzburg gefiel mir in jeder Hinsicht besser als die schon drei Mal live erlebte und jedes Mal ganz schlechte Quotenfrau Bibiana Steinhaus, aber die Karten saßen bei der die palästinensisch-stämmigen promovierten Apothekerin zu locker – lag es eben nicht!

Die Herkunft der Schiedsrichterin erinnert mich übrigens daran, dass mir beim Gang zum Gästeblock noch der Eingang vom Tulip Inn, einem Nobelhotel unterhalb des Stadions, auffiel, wie unprofessionell da mit Fremdsprachen hantiert wurde. Der mehrsprachige Willkommensschriftzug für ausländische Hotelgäste war mindestens im Arabischen total verkehrt: Willkommen/ engl. Welcome usw. ist auf Arabisch (أهلا وسهلا) oder (مرحباً بكم). Google translate und ähnliche Scheiße gibt aber gerne falsch "ترحيب" als Übersetzung, was „Willkommensgruß“ heißt. Hat man dann noch den arabischen Schriftsatz nicht aktiviert auf seinem Computer, fallen die Buchstaben dieser Schreibschrift (es gibt weder Druckschrift noch Groß- und Kleinschreibung in Arabisch, nur viele verschiedene Schriftarten und durch die effektiv fast 100 Zeichen ist das Alphabet ohnehin schon komplex genug) auseinander. Im Endeffekt steht bei den Deppen überm Eingang somit statt „Willkommen“ oder (was schon falsch genug wäre) „Willkommensgruß” also 
„ß u r g s n e m m o k l l i w“... KFC Uerdingen 4:1 F.C. Hansa RostockDanach ein 6km langer und zügiger Marsch zurück zur Sporthalle. Da die Polizisten den kürzesten Weg versperrten, musste ich länger außen um die Messe herum, weswegen ich auch erst Mitte der ersten Halbzeit in der recht interessanten Sporthalle der Carl-Benz-Realschule ankam. Die dreireihige und mit schönen Holzbänken sowie einer Sprecherkabine versehene Obertribüne liegt 4-5 Meter höher als das Spielfeld und ist sehr steil.

So weit unter mir tat sich ein mittelmäßiges Handballspiel der Kreisliga Düsseldorf. Zwei Ligen drunter gibt es noch. Gastgeber war die II. Mannschaft der Spielgemeinschaft von Jahn 05 und SC West. Zu Gast war die IV. Mannschaft der HSG Neuss/ Düsseldorf, welche 2017 aus einer Kooperation der Vereine Neusser HV und ART Düsseldorf entstand und nun aus den Vereinen Neusser HV und HC Rhein Vikings Düsseldorf besteht. Die Erste Mannschaft ist ein Abstiegskandidat in Liga 2 – hier hatte man es mit der in ihrer Liga viel erfolgreicheren Vierten Mannschaft zu tun, die das Spiel sicher beherrschte und mit 25:33 gewann. HSG Jahn/ West Düsseldorf II 26:33 HSG Neuss/ Düsseldorf IVDanach ging es zurück nach Bonn und zwar auf den Hardtberg. Mein in jeder Saison getätigter Besuch bei den Telekom Baskets Bonn stand an. Denn heute gastierte der MBC Weißenfels mal wieder dort. Ich dachte erst, ich sehe nicht richtig, als ich in der Tabelle sah, dass der MBC als Drittletzter immer noch besser als der sonst meist in der Spitzengruppe und auch in dieser Saison in der Champions League aktive Gastgeber ist: die Telefonbasketballer sind Vorletzter! Nur die Hamburger sind noch schlechter! Keine Ahnung, ob sich Bonn bei irgendwas verhoben hat, aber die Mannschaft ist ja wirklich schwach in dieser Bundesligasaison, während sie in der Champions League und dem deutschen Pokal richtig stark spielen!

Aber auch der MBC ist keine Freude. Hauptsponsor Puraglobe hat die Namensrechte gekauft und den völlig schwachsinnigen Produktnamen „Syntainics MBC“ kreiert. Schwer auszusprechen, man kann sich nichts darunter vorstellen (es ist wohl eine Herstellungstechnik für spezielle Motorenöle bzw. deren Produktlinie und von der Puraglobe patentiert) und klingt auch noch scheiße. Wenn diese Finanzspritze der US-Firma wenigstens zu besseren Leistungen als in den letzten Spielzeiten verhelfen würde, aber nein: wie immer Abstiegskampf!

Eigentlich wollte ich wieder in der Nähe vom Gästebereich hinter der letzten Reihe am Umlauf (für 16,50€) stehen, aber eine nette junge Frau bot mir einen Sitzplatz zum halben Preis an. Sie gehörte nämlich zu einer Gruppe Cheerleader, die mit rabattierten Gruppenkarten zum Spiel gingen – und die kosten nur 12€ statt 24€. Blöd natürlich nur, dass die Plätze direkt am Heimstehblock waren... Aber beim deutschen Basketball muss man da keinen Ärger erwarten, wenn man aufgrund seiner Regungen zum Spielverlauf als gegnerischer Fan erkennbar ist – wir sind ja nicht in Griechenland oder Serbien hier... 

Im ersten Viertel war der MBC teilweise auf Augenhöhe, aber keineswegs besser. Durch eine schwache Schlussphase gerieten sie aber mit 10 Punkten ins Hintertreffen. Das völlig ausgeglichene zweite Viertel ließ noch Hoffnung aufkommen, doch im dritten Viertel hielt Bonn den MBC nur noch auf Distanz. Das letzte Viertel war vom MBC unterirdisch und Bonn zog verdient mit bis zu 20 Punkten davon: 103 zu 85 am Ende. Durch den Sieg der Hamburg Towers ist der MBC nun mit 9 Niederlagen aus 11 Spielen Letzter und würde somit absteigen. Katastrophal! Diese Mannschaft ist wieder einmal kaum wettbewerbsfähig. Wenn die immer so spielen, ist das genauso so eine Scheiße wie in der Abstiegssaison, wo ich sie selbst in Crailsheim habe verlieren sehen! Besonders störend war hierbei der gehypte ex NBA-Spieler Dorsey zu beobachten. Ein Totalausfall im ersten Viertel, am Ende 11 Punkte (bei fast 30 Minuten Spielzeit) und einige Rebounds, aber v.a. etliche verworfene Freiwürfe, unprofessionelles Verhalten (Freiwurf des Gegners gestört, der deswegen wiederholt werden musste), Fehlwürfe des Gegners nicht aufgenommen oder verwertet, mit seinem Standbasketball selten sinnvoll vorm Korb agiert – was ein abgehalfterter Altherrenspieler! Und bei der Gesamtleistung der Mannschaft sehe ich schwarz für diese Saison! Telekom Baskets Bonn 103:85 Mitteldeutscher BC WeißenfelsStatistik:
- Grounds: 2.544 (2; diese Saison: 101 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.786 (3; diese Saison: 137)
- Tourkilometer: 150 (150km Auto)
- Saisonkilometer: 73.110 (56.340 Flugzeug/ 15.090 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.640 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 697

Sonntag, 9. Dezember 2018

W645II: Hansa erfolglos beim Russenverein im Stadion mit dem wohl dümmsten Namen Deutschlands

Krefelder Fußball-Club Uerdingen 05 ................ 2
F.C. Hansa Rostock ............................................... 1
- Datum: Samstag, 8. Dezember 2018 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 96 (47/49) Minuten – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 27. Beister, 1-1 45.+2 Soukou, 2-1 57. Beister
- Gelbe Karten: Öztürk, Müller, Schorch, Konrad, Litka (KFC); Hildebrandt (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Wedaustadion (sogenannte „Schauinsland-Reisen-Arena“; Duisburg – Kapazität: 31.500, davon 27.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.000 (davon 5.614 zahlende und ca. 1.200 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 Krefelder FC Uerdingen 2:1 F.C. Hansa Rostock Photos with English Commentary :
3rd Division: KFC Uerdingen vs. Hansa Rostock (in Duisburg)

Schauinsland-Reisen-Arena. Ein derartig dummer Stadionname war selbst einem Sport1-Kommentator bei einem 2. Liga-Montagsspiel mal zu viel. Das Wedaustadion in Duisburg ist ein doppelrangiger 0815-Bau der dem Ostseestadion recht ähnlich sieht, aber durch die Doppelrängigkeit etwas attraktiver ist, der natürlich in erster Linie Heimstatt des MSV Duisburg – abstiegsbedrohter Zweitligist – ist. Doch seit sich die ehemalige Bayer Uerdingen, nun wieder KFC Uerdingen, durch einen höchst unsympathisch und fadenscheinig wirkenden russischen Geschäftsmann in den Profifußball zurückgekauft hat, wird die Grotenburg in Krefeld (die ich 2014 mal besucht habe) saniert. Da musste dann eine Lösung gefunden werden, denn der Russe, der nach dem Rücktritt eines zweifelhaften griechischen Präsidenten das Ruder mit viel Geld aber wenig Geduld übernommen hat beim KFC, drohte damit, den Klub fallen zulassen, wenn er nicht 3. Liga spielen darf. So musste ein Mietverhältnis im Wedaustadion aufgenommen werden. Also hätte die Fastfoodkette KFC den Club so übernommen wie Ponomarew als privater Geschäftsmann, hätte ich dem noch was abgewinnen können, wegen der Vereinsabkürzung – aber sich zu 97,5% von einem russischen Geschäftsmann abhängig machen. Wie dumm muss man eigentlich sein? Abgesehen davon, dass ich dafür bin, v.a. russisches Investment in Deutschland zu verbieten und besonders im Immobiliensektor mit Enteignungen sowie mit größer angelegten Ausweisungen gegen Russen vorzugehen – egal ob der Investor, der den Verein so völlig in der Hand hat, Russe oder Deutscher oder sonst was ist: wie bei fast allen anderen Vereinen auch ist in ein paar Jahren des Geld alle, das Interesse weg oder sonst ein Problem mehr oder weniger plötzlich da und dann kämpft der KFC nicht mehr um den Aufstieg in Liga 2 sondern gegen den Abstieg in die Niederrheinliga, wo der Verein auch hingehört. Krefelder FC Uerdingen 2:1 F.C. Hansa Rostock Heute kamen gerade einmal knapp 6.000 Zuschauer, davon 5.600 zahlende. Der Zuschauerrekord diese Saison lag bei 5.841 im ersten Heimspiel, ansonsten kommen 3-4.000, im schlechtesten Fall um die 2.500 – was eine Lachnummer, dieser Emporkömmlingsverein mit Tradition! Zwischen der Grotenburg und dem Wedaustadion liegen 19,5km! Wie lächerlich, dieses Krefelder Publikum! Der Russe sollte auf Ideen aus seiner Heimat zurückgreifen: mit tausenden Armeerekruten oder Schulkindern die Ränge füllen. Bringt zwar keine Ticketeinnahmen, aber sieht besser aus...

Trotz bester Voraussetzungen konnten die 1.200 Rostock-Fans diesmal das Stadion nicht rocken bzw. weigerten sich, gegen den kleinen, gut Stimmung machenden Ultrasblock der KFC-Fans anzusingen. Zwei Rostocker Busse waren falsch abgebogen oder eingewiesen worden, als ich die überteuerten Karten (21€ Oberrang, Gästesitzplätze wären noch teurer gewesen trotz schlechter Sicht) schon geholt und ins Stadion gegangen war, wobei diese Busse halt bei den Krefelder Fans landeten. Es gab eine Massenschlägerei, die Polizei griff durch und nahm etliche Hansa-Fans fest. Der Fanblock leerte sich dann verdächtig, wobei u.a. Feuer in Scheißhäusern gelegt wurde und den herbeieilenden Feuerwehrleuten hämischer Applaus geklatscht wurde. Da aber gut 60 Hansa-Fans/ Ultras verhaftet wurden, gab es einen Stimmungsboykott – keinen organisierten Support, außer einigen kurzen Schlachtrufen während des gesamten Spiels. So war die Stimmung im fast leeren Stadion sehr dürftig. Auch die niedrige dreistellige Zahl der Uerdinger konnte die viel zu große Spielstätte nur selten etwas mit Stimmung füllen – am lautesten knallten einige Böller. Dass man in Krefeld und Duisburg recht pyro-affin ist, hatte ich schon am Vortag in der Zeitung gelesen: 10jähriger sprengt Schulklo mit Polenböller... 

Auf dem Platz war der KFC die von der Anlage her eindeutig bessere Mannschaft – die Millionen, die u.a. in den überragenden Ex-HSV-Stürmer Beister gesteckt wurden, machen sich halt bezahlt – und ging erwartungsgemäß 1:0 in Führung. Zuvor verstolperte Hansa allerdings einen perfekt gespielten Konter. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte vollendete Soukou allerdings einen ebenso tollen Angriff zum erfreulichen 1:1. Doch nach der Pause war es erneut Beister, der traf und Hansa schaffte es in über 30 Minuten Restspielzeit nicht – trotz mittlerweile mehr Chancen als Uerdingen, die nun vom sehr souveränen Schiri aus Hannover dauernd gelbe Karten für taktische Fouls bekamen – den erneuten Ausgleich zu erzielen. Vor mir resümierte ein Hansa-Fan: "Lieber 3. Liga sein als das Spielzeug von nem Russenschwein". Genial gereimt, aber viel lieber wäre natürlich uns allen Hansa-Fans ein Aufstieg in Liga 2, meinetwegen auch gemeinsam mit KFC Uerdingen - nur die Liga 3 ist halt ein Millionengrab und je länger man dort mitkickt, desto gefährlicher wird es für die Vereinsfinanzen. Jede weitere Saison 3. Liga ist ein Verlustgeschäft und für alle Rostocker unschön.

Nach dem enttäuschend verlaufenen Spiel fuhr ich gleich nach Bonn zurück. Wir hatten Betriebsweihnachtsfeier, die natürlich ein sehr schöner Abschluss des ansonsten auch trotz Spielergebnis schönen Tages war. Krefelder FC Uerdingen 2:1 F.C. Hansa Rostock Statistik:
- Grounds: 2.308 (1; diese Saison: 96 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.492 (1; diese Saison: 108)
- Tourkilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 39.150 (19.200 Flugzeug/ 18.460 Auto, davon 8.450 Mietwagen/ 1.490 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 645 Wochen.

Sonntag, 22. März 2015

W451V: Sieg für Siegen und Handball in Bonn-Beuel

HSG Geislar-Oberkassel ........................................ 31
Christlicher Verein Junger Menschen Oberwiehl 28
- Datum: Samstag, 21. März 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Mittelrhein (5. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 31-28 nach 60 Minuten (30/30); Halbzeitstand: 14-13
- Tore: NN (Geislar); NN (Oberwiehl)
- Gelbe Karten: Nr. 3, 22, 98 (Geislar); Nr. 5, 6, 17 (Oberwiehl)
- Zeitstrafen: Nr. 23 (Geislar = 2 Minuten); Nr. 5, 17, 20, 24 (Oberwiehl = 8 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Karin-Slabbers-Halle der Gesamtschule Beuel-Ost (Kap. 250, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon Gästefans: mind. 1)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und gutes Match)

Sportfreunde Siegen von 1899 ............................. 3
Krefelder FC Uerdingen 1905 ............................. 1
- Datum: Samstag, 21. März 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 2-1
- Tore: 0-1 10. Kofi Schulz, 1-1 29. Giannis Alexiou (Eigentor), 2-1 39. Konstantin Möllering, 3-1 66. Manuel Glowacz
- Verwarnungen: Haluk Arslan, Mark Zeh (SFS); Burak Akarca, Aliosman Aydin, Leon Heine, Armand Drevina (KFC)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Leimbachstadion (Kap. 18.716, davon 2.108 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.500 (davon 1.392 zahlende, ca. 170 Gästefans und rund 20 Zaungäste)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Das beste Regionalligaspiel das ich seit Jahren gesehen habe – OK, das ist auch nicht schwer bei dem durchschnittlichen Anti-Fußball in der Regionalliga, aber das war mal ein wirklich gutes Spiel hier!)  
Photos with English Commentary:
a) Football: Sportfreunde Siegen v KFC Uerdingen
b) Handball: Geislar-Oberkassel v Oberwiehl
c) Siegerland: Siegen Old Town

Mit dem Fahrrad ging es von Bonn 10km nach Troisdorf, dort in die Bahn nach Siegen, die nach über einer Stunde durch gebirgige, waldreiche und von Wasserläufen durchzogene Landschaft in Siegen ankam. Siegen hat ein paar sehenswerte Ecken mit den beiden Schlössern und mehreren Kirchen, aber ist wie üblich in NRW völlig von hässlichen Betonbauten durchzogen. Im Übrigen ist die Stadt eine einzige Baustelle.

Vom Bahnhof aus sind es fast 4km weitestgehend bergauf bis zum Leimbachstadion raus. Das liegt in einem schönen Kessel zwischen zwei Bergzügen und fasst locker 18.000 Zuschauer, die auf großzügig angelegten Stehtraversen Platz finden. Wer mehr anlegen will (14€, ermäßigt 10€) kann auch überdacht auf Plastesitzen hocken. Die Tribüne hat auch ein paar schön gestaltete Logen. Aber wer braucht schon bei Regen ein Dach im Stadion? Ich nahm eine Stehplatzkarte für nur 5€ (Vollzahlerpreis 8€) was recht preisgünstig ist für die Liga. Ein paar Spacken zahlten gar nichts, schienen größtenteils Uerdinger Stadionverbotler gewesen zu sein, da sie vom Parkplatz eines Baumarktes unterhalb der Baumgrenze des einen Berges ins Stadion guckten...

Die knapp 1.500 Zuschauer verloren sich und gingen Stimmungsmäßig unter im weiten Rund. Das Spiel lud aber zum Mitgehen ein – im Gegensatz zu den meisten Regionalligaspielen die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Krefeld ging mit einem tollen Schuss in den Winkel früh in Führung, doch Siegen kämpfte sich zurück, profitierte von einem Eigentor und erzielte dann die 2:1 Führung. In einer umkämpften zweiten Hälfte ging Siegen sogar mit 3:1 in Führung – langer Pass mit Tunnel abgeschlossen – und gewann somit das Spiel. Absteigen werden sie wahrscheinlich trotzdem und auch KFC Uerdingen wird nicht mehr als den Klassenerhalt schaffen und damit weit hinter ihren Zielen zurückbleiben. Bei einem Griechen als Vereinsboss ist das auch kein Wunder. Mit dem Russenzocker http://www.reviersport.de/299310---kfc-uerdingen-neuer-grossinvestor-aus-russland.html den sie sich jetzt ins Boot holen wollen, besiegeln sie dann hoffentlich ihren Konkurs...  
Die Bahn war etwas verspätet in Troisdorf zurück, sodass es mit dem Rad knapp wurde. Die 10km nach Bonn-Beuel/ Ost schaffte ich aber in 25 Minuten, sodass ich die hässlich rosa gestrichene Sporthalle der Gesamtschule die nach Karin Slabbers – wohl eine Bonner Sportlerin und Funktionärin – heißt, zum Anwurf erreichte. Auch hier der Eintritt angemessen: 4€ (ermäßigt 2€). Außer im Umgang zu stehen, kann man in dieser kastenförmigen Schulsporthalle auch in zwei Reihen vor dem Umgang sitzen.

Das Spiel der Verbandsliga war auch recht sehenswert. Bis zur 20. Minute war der Gast aus Wiehl, CVJM Oberwiehl, treffsicherer und konsequenter und führte mit bis zu vier Treffern. Doch danach kam die gastgebende HSG Geislar-Oberkassel in Fahrt und drehte in der letzten Minute vor der Halbzeit noch die Partie auf 14:13. Diese erste Führung der Partie gaben die Gastgeber auch nur noch zu Ausgleichen aus der Hand. Oberwiehl ging in der zweiten Hälfte nichts mehr in Führung. Geislar-Oberkassel zog zwei Mal auf bis zu vier Treffer davon. Beim zweiten Mal reichte die Zeit zum Aufholen für die Gäste nicht mehr, sodass der Gastgeber mit 31:28 gewann.  
Statistik:
- Grounds: 1.316 (heute 2 neue; diese Saison: 162 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.320 (heute 2; diese Saison: 208)
- Tageskilometer: 200 (160km Bahn, 40km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 46.140 (31.720 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.630 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.570 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 29 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 451

W451IV: Über 70 Tore beim Spitzenspiel in Hagen

VfL Eintracht Hagen .......................................... 38
Leichlinger TV .................................................... 35
- Datum: Freitag, 20. März 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: 3. Liga West (3. Spielklasse im Handball, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 38-35 nach 60 Minuten (30/30); Halbzeitstand: 17-19
- Tore: Sonnenberg 8, Pütz 7, Renninger 6, Aschenbroich 6, Reinarz 4, Schneider 3, Kraus 3, Rink 1 (Hagen); Hilger 9, Padeken 7, Lange 5, Lajnef 4, Kreckler 3, Nocickis 3, Janssen 2, Ranftler 1, Menzlaff 1 (Leichlingen)
- Gelbe Karten: Renninger, Aschenbroich, Sonnenberg (Hagen); Janssen, Menzlaff, Padeken, Trainer Buss (Leichlingen)
- Zeitstrafen: keine (Hagen = 0 Minuten); 2x Hilger, Novickis, Ranftler (Leichlingen = 8 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Enervie Arena (Kap. 3.402, davon 2.402 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 500 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr flottes Spiel auf Augenhöhe)  
Photos with English Commentary:
a) Handball Division 3: Eintracht Hagen defeat TV Leichlingen
b) Bergisches Land: Much (Church, Monastery); Windeck (Castle Ruin)
c) Ruhrgebiet: Hohenlimburg Castle, Villigst Palace

Am Freitag gab es die seit langem erste Tour durchs Bergische Land. Langsam gehen mir eh auch dort die Sehenswürdigkeiten aus, aber Much mit seiner von außen dämlich gestrichenen aber innen v.a. aufgrund der Holzdecken schönen Kirche sowie dem ehemaligen Kloster mit dem verschieferten Fachwerkbau, hatte ich noch nicht besucht. Sehr sehenswert war auch Windeck, wo es eine schöne Burgruine oberhalb des Ortes auf einem Bergsporn am Waldrand gibt. Die Ruine ist frei zugänglich und man kann auf drei Ebenen herumlaufen. Nur in den Turm führt nichts hoch.

Weiter nördlich, im Ruhrgebiet, schaute ich mir noch das sehr gepflegte aber modern verbaute Haus Villigst (ein klassizistisches Schloss, das von der Kirche als Tagungszentrum genutzt wird) und das Schloss Hohenlimburg bei Hagen, das derzeit wegen Sanierung geschlossen ist aber eigentlich ganz gut und eindrucksvoll aussieht.  
In der hässlichen Stadt Hagen ging ich wieder preisgünstig Essen und dann zum Handball. Die Enervie-Arena hat einen behinderten Namen und sieht von außen absolut scheiße aus, ist aber innen ganz originell gestaltet, mit den unterschiedlich geformten und angeordneten Tribüne. Nur die Hintertorbereiche sind baugleich, aber die Haupttribüne ist nach oben verjüngt und sehr viel kleiner als die steile und hohe Gegentribüne mit ihren Klappsitzen an die in den hinteren Reihen noch Stehstufen anschließen.

Für einen durchschnittlichen Eintrittspreis (8€, ermäßigt 6€) bekam man in diesem Drittligaspiel überdurchschnittlich viele Tore geboten. Es ging munter hin und her und die favorisierte Heimmannschaft lag lange hinten. Doch nach der Pause kam Hagen richtig ins Spiel und führte nun ständig mit um die drei Tore. In einer starken Schlussphase gelang es ihnen den Sieg klar zu machen: 38:35, also 73 Tore insgesamt!  
Statistik:
- Grounds: 1.314 (heute 1 neuer; diese Saison: 160 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.318 (heute 1; diese Saison: 206)
- Tageskilometer: 280 (280km Auto)
- Saisonkilometer: 45.940 (31.720 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.470 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.530 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 28 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 451

Montag, 9. Februar 2015

W445V: Nach Planänderungen Handball in der Troisdorfer Rundhalle

Handball-Sport-Verein Troisdorf II ........................ 25
HSG Sieg (FC Hennef 05/ Siegburger TV 1862/92) 39
- Datum: Sonntag, 8. Februar 2014 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Bonn/ Euskirchen/ Sieg (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 25-39 nach 60 Minuten (2x30); Halbzeitstand: 11-17
- Tore: NN (Troisdorf); NN (Sieg)
- Gelbe Karten: Nr. 4, 7, 17 (Troisdorf); Nr. 8, 11, 70 (Sieg)
- Zeitstrafen: Nr. 9 + Rot, Nr. 7, 8, 18 (Troisdorf = 10 Minuten); Nr. 2, 11, 66, 70 (Sieg = 8 Minuten)
- Platzverweise: Nr. 9 von Troisdorf (52. Min. wg. angeblich groben Fouls)
- Spielort: Rundsporthalle Troisdorf (Kap. 400, davon 350 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: ca. 20)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ziemlich dürftiges und langweiliges Spiel, aber wenigstens viele Tore)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Handball: Troisdorf Res. v HSG Sieg
b) Cologne/ Bonn: Troisdorf Wissem Palace

Sonntag wollte ich mich etwas zurücknehmen. Entspannter als sonst, da Montag die erste Prüfung in diesem Semester ansteht. Gelernt habe ich ja gut genug das ganze Semester über und verstärkt in den letzten beiden Wochen, sodass man am besten etwas anderes macht in den zwei Tagen vor der Klausur um entspannt an die Prüfung ranzugehen. Aber idealerweise fährt man nicht bei einer Prüfung am Montag um 11 Uhr z.B. zum Eishockey nach Basel, auch wenn das als Sonntagsausflug machbar wäre, um dann montags um 4 Uhr in der Nacht zurück zu sein...

Also sollte es zum Wasserball nach Krefeld gehen. Nur kaum am Bahnhof in Brühl angekommen, war dort der Zug 30 Minuten verspätet angekündigt und der Anschluss in Duisburg somit nicht mehr zu kriegen. Also noch mal heeme und nachgeguckt: genau, in Duisburg gibt es auch ein Spiel – aber der Anschluss an die S-Bahn ist nun auch nicht zu kriegen, wenn der zweite Zug genauso verspätet daherkommt. OK, also Ersatz finden. Mit dem Rad nach Köln zur Fortuna? OK, mal schnell gucken was die Karten kosten... Was? Stehplätze zwischen 11€ und 14€ für 3. Liga gegen Bielefeld? http://www.koelnsport.de/uebers-ziel-hinaus-geschossen/ Dann leck mich halt, scheiß Fortuna! Fahr ich zum Handball nach Troisdorf – ist kostenlos, was ich ja bei der Fortuna nicht verlange, aber für deren dürftiges Stadion verlange ich maximal 8€ für einen Stehplatz...

Nach Troisdorf ließ sich mit dem Rad schön fahren, dort guckte ich mir auch noch schnell das kleine und durch Nebengebäude verschandelte Schloss an, ehe ich die Rundsporthalle in der benachbarten Siedlung aufsuchte. Also wie man auf die Idee kommt, in eine derart primitive Reihenhaussiedlung einfach ein solches UFO von Halle reinzubauen... Aber gut sieht es aus! Nur Innen ist halt das Problem, dass Nachrüstungen der letzten Jahre den Innenraum verschandeln. Zu hohe Geländer an den Aufgängen stören die Sicht auf der ohnehin nicht überragend konzipierten Sitztribüne (in der Rundsporthalle Baunatal ist das z.B. viel besser gemacht) und die Zwischendecke dämmt war schön, sieht aber scheiße aus...

Das Spiel sah dann auch nicht besonders toll aus. Auch in der Kreisklasse – und da sind ja noch zwei Ebenen darunter – habe ich schon besseres gesehen, als den Scheiß, den vor allem der Gastgeber, HSV Troisdorf II, da ablieferte. Die Gäste der HSG Sieg dominierten nicht nur die Anfangsphase (1:6 nach 7 Minuten), sondern nach einem Stagnieren in der Mitte der 1. Hälfte auch den zweiten Spielabschnitt. Zwischen der 40. und der 50. zogen die Gäste von 17-22 auf 19-32 davon. Am Ende gewannen sie das eher langweilige Spiel mit 25:39. Außer dem Spiel verlor Troisdorf auch noch einen Spieler mit Rot, wobei das eher der Tiefpunkt der dürftigen Schiedsrichterleistung war: der sehr ungeschickt spielende 11er der HSG Sieg sprang in einen Verteidiger von Troisdorf rein, fiel über dessen Hüfte und verletzte sich bei der Landung, sodass er ausgewechselt werden musste. Also da zwei Minuten geben ist OK, weil der Troisdorfer da schon grenzwertig am Kreis rumstand, aber wenn sowas glatt Rot ist, weiß ich auch nicht...  
Statistik:
- Grounds: 1.284 (heute 1 neuer; diese Saison: 130 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.288 (heute 1; diese Saison: 176)
- Tageskilometer: 80 (40km Bahn, 40km Rad)
- Saisonkilometer: 33.630 (24.530 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 3.980 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.480 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 445

Montag, 6. Oktober 2014

W427IV: Fußball, Handball, Zoobesuch

Allgemeiner Rather Turnverein 77/90 Düsseldorf ...... 29
MTV Rheinwacht Dinslaken 1897 ................................ 28
- Datum: Samstag, 4. Oktober 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Oberliga Niederrhein (4. Spielklasse, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 29-28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15-14
- Tore: keine Angaben
- 7m-Quote: ATV 100% (2 von 2); MTV 67% (4 von 6)
- Gelbe Karten: Nr. 11, 24 (ATV); Nr. 9, 10, 13 (MTV)
- Zeistrafen: Nr. 13, 24, 28, 34 (ATV = 8 Minuten); Nr. 13, 18 (MTV = 4 Minuten) - Platzverweise: keine
- Spielort: Sporthalle der Heinrich-Heine-Gesamtschule Düsseldorf-Rath (Kap. 500, davon 420 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Zwar nur durchschnittliches Spielniveau, aber außergewöhnlich spannend)

Krefelder FC Uerdingen 1905 ........................................... 1
SG Wattenscheid 09 ........................................................... 3
- Datum: Samstag, 4. Oktober 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Spielklasse, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 96 Min. (48/48) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 11. Eren Taskin, 0-2 32. Burak Kaplan, 1-2 59. Rico Weiler, 1-3 73. Ridvan Avci
- Verwarnungen: Burak Kaplan, Felix Clever (beide Wattenscheid)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Grotenburg-Stadion (Kap. 34.500, davon 9.943 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.500 (davon 2.013 zahlende und ca. 150 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durschnittsspiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football, Semi-Professional League: KFC Uerdingen v Wattenscheid 09 
b) Handball, Amateur Top Flight: ART Düsseldorf v Rheinwacht Dinslaken
c) Zoological Garden: Penguins, Pygmy Hippopotamuses, and more at Krefeld Tierpark
d) Niederrhein Region: Modern Architecture in Düsseldorf and Historical Buildings in St. Niklas and Hülchrath 

Den Samstag hatte ich gut vollgepackt. Nachdem ich noch in Bonn war um übers Uni-Netz meine Blogeinträge hochzuladen, ging es nach Krefeld. Direkt hinterm Stadion vom KFC Uerdingen gibt es einen schönen Zoo, in dem man für 10,50€ in ausnahmslos modernen Gehegen aber auf einer nicht übermäßig großen Fläche eine ganze Menge verschiedener Tiere aus allen Kontinenten zu sehen bekommt. Besonders gut gelungen ist die Pinguin-Anlage; klar, dafür waren sie früher berühmt: Krefeld Pinguine und ihr Maskottchen auf dem Eis. Sehr stolz ist man bei der Zooverwaltung auf das moderne und gut sortierte Affenhaus. Mit völlig ungewöhnlichen Tierarten kann man in Krefeld zwar nicht aufwarten, aber Zwergflusspferde sind eher selten und dort hat man eines (ja nur eins, denn die Viecher sind Einzelgänger), zudem hat man mit den beiden Seychellenschildkröten zwei extrem alte Tiere und schließlich gibt es noch ein begehbares Schmetterlingshaus, was die wenigstens Zoos haben.

Die Besichtigungen zwischen den beiden Spielen waren weniger lohnend als der Zoo in der ansonsten architektonisch extrem hässlichen Stadt Krefeld. Zwischen Mönchengladbach, Köln und Düsseldorf hat man eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Schlössern, Landgütern und kirchlichem Grundbesitz, also tendenziell schöne Architektur. Sehr gelobt wird immer Schloss Dyck bei Aldenhoven wegen seines Parks, aber der kostet Eintritt weswegen ich das auf ein anderes Mal verschob und nur das ebenfalls direkt bei Aldenhoven liegende Kloster St. Niklas anschaute. Das war nicht ganz so überlaufen wie Schloss Dyck aber natürlich auch von der Maas-Renaissance geprägt, einer eher primitiven und v.a. sehr düsteren (dunkle Backsteinbauten mit weniger Fassadendetails und Giebeln als man es z.B. aus der Renaissance in Böhmen oder Sachsen kennt) Variante dieses Baustils. Kirche und Wohngebäude sind hier bei St. Niklas direkt ineinander gebaut. Lohnender war das Schloss in Hülchrath. Dieses Wasserschloss ist zwar in Privatbesitz, aber immerhin kann man in den Hof, der zwischen den beiden Gebäuden liegt. Es gibt niedrige, ringförmig stehende Nebengebäude im Stil der Maas-Renaissance und ein hohes, wuchtiges historistisches Burgschloss. Reiner Kitsch und sofort als Historismus identifizierbar, aber mit den Türmen und Erkern sehr gut gelungen!  
Das erste Spiel war heute ein Kick der 4. Fußball-Liga, der Regionalliga West, zwischen zwei Mannschaften, die schon in der 1. Bundesliga gegeneinander angetreten sind. Da kamen aber auch mehr als knapp zweieinhalbtausend Leute...

Für den eher überdurchschnittlich hohen Eintritt bekommt man in Krefeld ein klar überdurchschnittliches Stadion geboten. Die Grotenburg ist ein sehr schöner Bau mit zwei ähnlichen, aber nicht identischen Sitztribünen mit der charakteristischen Seitenverschalung aus Plexiglas und zwei sich deutlich unterscheidenden Hintertortribünen. Beide Hintertortribünen haben Stehränge, dort wo ich stand ist eine Kurve mit einer zugewachsenen halbrunden Vortribüne – gegenüber ist ein regelmäßiger Block, der in Sektoren unterteilt und an den beiden Rändern rautenförmig eingeschnitten ist. Stimmung war interessanterweise mehr auf den teureren Tribünenplätzen: die Ultras vom KFC und einige andere aktive Fans waren regelmäßig mit guten Standardgesängen zu hören. Enttäuschend war aber die mitgereiste Anhängerschaft; also bei einem Verein wie Wattenscheid 09 hätte ich mehr erwartet als so ein Tennispublikum...

Das Spiel wurde anfangs vom KFC Uerdingen bestimmt, doch Wattenscheid konterte erfolgreich und mit einem Freistoß setzten sie noch einen drauf, sodass der Gastgeber mit einem wenig ermunternden 0:2-Rückstand in die Pause ging. Mit einem direkten Freistoß gelang Uerdingen zwar der Anschlusstreffer, doch ein erneuter Konter und danach auch eine Offensivphase des Gastes ließ Wattenscheid als 1:3-Sieger vom Platz gehen.  
Das zweite Spiel war dann 4. Handball-Liga in Düsseldorf, in einer recht ansehnlichen aber unspektakulären Schulsporthalle vor nicht einmal 100 Zuschauern bei den selbst im Osten auf dieser Ebene üblichen 6€ Eintritt. Wie meistens in solchen Hallen ist nur eine Längsseite ausgebaut – dort kann man sich auf fünf Reihen Bänken bequem machen oder direkt dahinter an die Metallabsperrung stellen. Etwas oberhalb der Tribüne wurde ein kleiner Sprecherturm angebaut.

Das Spiel war ausgesprochen spannend und ausgeglichen. Immer wenn einer traf, zog der Gegner nach und vorbei, nur um dann wieder vom jeweils anderen abgefangen zu werden. Beide Teams erarbeiteten sich auch schon mal drei oder vier Tore Vorsprünge heraus, doch am Ende war es ein Gewaltwurf 15 Sekunden vor dem Ende, der ART Düsseldorf den Sieg brachte – bzw. die ausversehen genommene Auszeit der Rheinwacht Dinslaken sofort darauf: dieser taktische Fehler machte den Spielzug, der vielleicht zum Ausgleich geführt hätte, zunichte...  
Statistik:
- Grounds: 1.195 (heute 2 neue; diese Saison: 41 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.180 (heute 2; diese Saison: 68)
- Tageskilometer: 250 (250km Auto)
- Saisonkilometer: 15.510 (10.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 950 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 152 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 427

Montag, 23. Juli 2012

W312II-III: An einem Wochenende quer durch Norddeutschland

Rheinland Lions (Red Jerseys) .................. 12.8 (80)
Rheinland Lions (White Jerseys) ............. 18.9 (111)
Datum: Samstag, 21. Juli 2012 – Kick-off: 14.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel der AFLG-Mannschaft Rheinland Lions Cologne (AFLG = Australian Football League Germany = Deutsche Liga im Australian Football)
Modus: 8 gegen 8 auf Halbfeld
Ergebnis: 80-111, d.h. 12 Goals (= je 6 Punkte) + 8 Behinds (= je 1 Punkt) gegen 18 Goals + 9 Behinds; nach 60 Min. (4x15)
Ersatzspiel für AFLG-Punktspiel: Rheinland Lions – Berlin Crocodiles (80:0-Wertung, da Berlin nicht angetreten)
Spielort: Großsportanlage Bocklemünd (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: 9
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz schön anzusehendes Freundschaftsspiel: Akzeptabler Ersatz für das Punktspiel)

SC Rot-Weiß Oberhausen-Rheinland 1904 ... 0
Krefelder Fußball Club Uerdingen 1905 ....... 3
Datum: Samstag, 21. Juli 2012 – Anstoß: 17.00
Wettbewerb: Testspiel (Regionalliga West, 4. Liga, 1. Halbprofiliga gegen NRW-Liga, 5. Liga, 2. Halbprofiliga)
Ergebnis: 0-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
Tore: 0-1 35. Emrah Uzun, 0-2 38. Emrah Uzun, 0-3 85. Patrick Ellguth
Verwarnungen: Nr. 19 (RWO); Nr. 7, 24 (KFC)
Platzverweise: 40. Ken Asaeda (RWO, grobes Foulspiel)
Spielort: Stadion Niederrhein (Kap. 21.318, davon 4.039 Sitzplätze – heute nur ca. 7.000 Plätze (davon 2.000 Stehplätze) geöffnet)
Zuschauer: ca. 2.200 (davon ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz peinliche Leistung von RWO, KFC gewann verdient in einem wenig attraktiven Spiel)

MSC Kobra Malchin 4:10 MSF Tornado Kierspe
Datum: Sonntag, 15. Juli 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Motoball-Bundesliga, Staffel Nord
Ergebnis: 4:10 nach 80 Min. (4x20 Min.)
Viertelergebnisse: 2-2, 0-3, 0-1, 2-4
Tore: 1-0 9. Wiegert, 2-0 10. David Paul, 2-1 13. Meier, 2-2 18. Meier, 2-3 21. Friedrich (16m), 2-4 25. Meier, 2-5 28. Friedrich, 2-6 45. Becker, 2-7 61. Meier, 2-8 63. Friedrich 3-8 68. Daniel Paul, 3-9 68. Meier, 4-9 70. Daniel Paul, 4-10 74. Friedrich (Unterzahl, 11m)
Vergebener Elfmeter: 17. Malchins Müller schießt 11er vorbei
Grüne Karten (2 Minuten): Müller (Malchin); Meier (Kierspe)
Gelbe Karten (5 Minuten): Meier (Kierspe)
Platzverweise: keine
Spielort: Waldarena (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Zwar kein Spitzenspiel, aber flott, torreich und unterhaltsam)

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Photos with English Commentary (Saturday):
a) Australian Football Friendly Match: Rheinland Lions, White v Red
d) Impressions of a normal neighbourhood in Cologne: Köln Ehrenfeld

Photos with English Commentary (Sunday):
a) Motor Cycle Football in Malchin: Kobra Malchin v Tornado Kierspe
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An einem Wochenende quer durch Norddeutschland, Teil 1: Besser Kleinfeld-Australian Football als gar kein Spiel...

Auch nach dem x-ten Besuch in NRW und dem jeweils zweiten in Köln und Oberhausen halte ich das Bundesland Nordrhein-Westfalen für das unattraktivste und am wenigsten sehenswerte aller Bundesländer – abgesehen von Hamburg vielleicht, was ich aber wie Bremen nicht als eigenes Bundesland, sondern niedersächsische Stadt zählen würde, um einen solchen touristischen Vergleich zwischen den Bundesländern nicht zu verzerren. Für diesen Bericht habe ich nicht nur die fünf Jahre alten Bilder vom Kölner Dom und der darum herum liegenden Betonwüste, die manche Leute ohne Ahnung von Architektur als „schöne Stadt“ bezeichnen, herausgekramt, sondern neu angefertigte verlinkt, mit denen ich einen typischen Kölner Stadtteil, nämlich Ehrenfeld, dokumentiere.

Am Rande dieser typischen NRW-Stadt – völlig maßlos überschätzt, da es ein einziges spektakuläres Gebäude und noch zwei, drei weitere ganz ansehnliche architektonische Sehenswürdigkeiten gepaart mit dem durchschnittlichem Kultur- und Nachtleben einer Großstadt gibt: Insgesamt gesehen ist Köln aber eine der hässlichsten Städte Deutschlands – liegt eine gesichtslose Sportanlage, die Bezirkssportanlage Bocklemünd, auf deren Großsportanlage (zwei nebeneinander gebaute Fußballplätze) Aussie Rules gespielt wird.

Das Beste an NRW ist ja die Sportszene: Interessante Fußballclubs und -stadien und außerdem auch eine Menge kurioser Sportarten, die in NRW oft besser oder populärer sind als anderswo in Deutschland. Neben Inlinehockey und Motoball muss man da v.a. Australian Football nennen. Die Rheinland Lions aus Köln sind derzeit mit nur einer Niederlage Tabellenführer. Berlin ist leider nach der guten vergangenen Spielzeit nur Letzter und hat noch nicht ein einziges Mal gewonnen. So war es schon fast nicht verwunderlich, dass wir – am Platz angekommen – vom Trainer der Heimmannschaft über das Nichtantreten der Losermannschaft aus Berlin unterrichtet wurden und zum Bleiben zu einem Freundschaftsspiel eingeladen wurden. Klar! Besser ein Freundschaftsspiel auf Halbfeld mit halber Mannschaftsstärke, als gar kein Spiel.

Auch wenn dieses Spiel vereinsintern war, war es ganz schön anzusehen. Es ging vom Spielverlauf und den erzielten Punkten munter hin und her und bis fünf Minuten vor Schluss war ein Sieger nicht abzusehen. In dieser Schlussphase konnten die in den roten Trikots gekleideten 8 dann doch nicht mehr den Vorsprung der weißgekleideten 8 einholen. Die Roten lagen aber in der ersten Hälfte des Spiels mehrfach vorne. Übrigens: Selbst bei diesem Freundschaftsspiel ging es nicht ohne zwei, drei fette Tacklings ab. Einmal musste sogar einer verletzt vom Feld getragen werden... Aber selbstverständlich fehlte die Härte eines normalen Footy Matches der AFLG.
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An einem Wochenende quer durch Norddeutschland, Teil 2: Peinliche Leistung von RWO im ersten Testspiel.

Wir schafften es auch aufgrund der etwas verkürzten Spielzeit problemlos nach Oberhausen im Ruhrpott, wo in einem sehr interessanten Stadion ein interessantes Testspiel stattfand. Das Stadion Niederrhein liegt in Sichtweite des berühmten Gasometer von Oberhausen und hat einige architektonische Details zu bieten: Zwei massive Stehplatzkurven, von denen ein kleiner Teil jeweils überdacht ist; zwei ähnlich aber nicht symmetrisch gebaute Längstribünen mit Schalensitzen und Dach, wobei die größere ein paar dämliche Balken eingezogen hat, die kleinere hingegen schöner ist mit einem Torbogen, einem Uhrturm und Mustern auf den Sitzen (RWO und Kleeblätter, dem Wappensymbol von Rot-Weiß Oberhausen); sowie eine auf manuellen Betrieb umgestellte, defekte elektronische Anzeigetafel.

Das Stadion ist gerade weil es ziemlich veraltet ist sehr sehenswert und für 5€ Eintritt hat es sich richtig gelohnt zu kommen. Dass es spielerisch nicht übermäßig toll war, ist ein anderes Thema. Der Klassenhöhere, RWO, bemühte sich gegen den eine Liga tiefer spielenden KFC Uerdingen das Heft in die Hand zu nehmen, doch nach zwei kleinen Chancen in der Anfangsphase lief es nur noch bis zur Strafraumgrenze, während beim KFC die starke Phase begann. Nicht unverdient gingen sie durch einen Stochertor in Führung. Derselbe Uerdinger Spieler legte drei Minuten später mit einem tollen Weitschuss hoch ins lange Eck nach zum 0:2. Keine drei weitere Minuten vergingen, ehe ein schlechter Verlierer bei RWO seine Nerven verlor: Die sprichwörtliche oder angebliche Disziplin der Japaner sollte man auch nicht überschätzen, wie Asaeda bewies, der Issa völlig hacke in die Knochen latschte. Der Schiri hatte etwas Mühe, die Übersicht zu behalten, schickte den Kamikaze-Treter aber vom Feld und verwarnte auch einen aufgebrachten KFC-Spieler, der eine Schubserei vom Zaun brach. Die bescheuerten Heimfans wollen tatsächlich Rot für den Schubser – was man da noch Theater machen muss, wenn ein eigener Mann vorher so einen peinlichen Auftritt geleistet hat, weiß ich nicht. Sonst war ja auch keinerlei Stimmung durch die Oberhausener Fans, sondern nur ein kleines bisschen Betrieb durch die Busladung voll Gästefans.

Nach dem Seitenwechsel riss Uerdingen gänzlich das Spiel an sich, was nicht nur an der numerischen Überlegenheit lag. Der KFC machte auch schon ab der 15. Minute durchweg den spielerisch besseren Eindruck. Ich dachte schon, dass ich die Ligenzugehörigkeit Oberhausen = Regionalliga/ Uerdingen = Oberliga verwechselt hätte – diese stimmte aber tatsächlich. Der Oberligist schoss den Regionalligisten dann noch gänzlich mit einem Kopfballtor nach einer scharf hereingebrachten Ecke, fünf Minuten vor dem Ende der Partie, ab. Ein erster verkalkter Rentner brüllte schon in der zweiten Hälfte „Basler raus“ – Wenn RWO in der Liga so weiter machen sollte, wäre das vielleicht eine Lösung, den größten Namen im ganzen Verein ziehen zu lassen, aber eigentlich kann der Trainer auch nicht unbedingt immer was dafür, wenn ein Team schlecht spielt. Und ein solches erstes Testspiel sollte man auch wirklich nicht überwerten!

Wir fuhren dann nach Bremen weiter, wo wir im ETAP übernachteten.
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An einem Wochenende quer durch Norddeutschland, Teil 3: Motoball und Sehenswürdigkeiten in der Mecklenburgischen Schweiz

Nachdem es am Samstag so gut wie nur Sport zu sehen gab, machten wir am Sonntag einige Besichtigungen in Mecklenburg-Vorpommerns schönster Ecke: der Mecklenburger Schweiz. Über volle und von Baustellen übersäte Autobahnen mussten wir von Bremen allerdings erst einmal nach Neukloster kommen. Neukloster ist noch nicht so richtig Mecklenburger Schweiz, aber schon interessant. Das Kloster heißt zwar neu, ist aber schon ziemlich alt und architektonisch sehr schöne Backsteingotik. Der eine Turm am Kloster ist auch ein schönes Beispiel für diese Bauepoche. Der Ort Neukloster selbst ist sehr gesichtslos und hat außer dem Kloster nur noch ein ganz ansehnliches Fußballstadion (der Verbandligist Blau-Weiß spielt dort) zu bieten.

Im nahegelegenen Katelbogen steht ein in Privatbesitz befindliches aber gut einsehbares klassizistisches (oder so) Schloss. Weiter ging es nach Bützow, wo es ein schönes, aber sehr klotziges – und mittlerweile übrigens auch saniertes – gotisches Schloss, ein klassizistisches Rathaus und eine Backsteinkirche mit beeindruckend verdrehter Turmhaube zu sehen gibt. Die eindrucksvolle Backsteinkirche in Lüssow ist auch einen Stopp wert. Wir fuhren am sehr sehenswerten, aber uns schon längst bekannten Güstrow vorbei nach Lalendorf. Kurios ist dort das sowjetische Panzerdenkmal im aufgrund der Plattenbauten sehr komisch anzusehenden Kaff. In Remplin befindet sich ein verfallenes Gut – barocker Schlosstrakt neben sozialistischen Plattenbauten: Ganz komisches Ensemble!

Richtig sehenswert ist dann die Gegend um Malchin – einem durch den Zweiten Weltkrieg sehr kahlen und durchsetzten, aber nicht hässlichen Ort – herum, die als „Mecklenburgische Schweiz“ bezeichnet wird. Die Gegend ist zwar nicht bergig wie Schweiz, sondern allenfalls hügelig, aber eine herrliche Kulturlandschaft: Bäume, Felder und Seen wechseln sich gut ab und an jeder Ecke steht ein Schloss, Landsitz oder Gutshof. Backsteinkirchen gibt es auch nicht zu knapp. Bei den Schlössern müssen vor allem die historistische Burg Schlitz (ein nobles Hotel), das wieder aufgebaute Wasserschloss Ulrichshusen und das Schloss Basedow mit den angrenzenden Gebäuden – ein ganz hervorragendes und sehr eindrucksvolles gotisches Schloss, das in der Neorenaissance stark verändert wurde, was dem Bau allerdings nicht schadete: Das Ensemble drum herum mit den dazugehörigen Gebäuden, dem Park, der Kirche, den Fußballplatz usw. ist auch herrlich – genannt werden. Recht eindrucksvoll war übrigens auch die Straßenführung: Über unbefestigte Waldwege konnte man prima abkürzen!
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Nachdem wir uns die Stadttore und die Kirche von Malchin angeguckt hatten, schauten wir beim Motoballstadion am Ortsrand vorbei. Der Ascheplatz ist auf zwei Seiten von Bäumen umgeben und liegt am Waldrand. Man sieht am Horizont die Türme von Malchin. Am Eingang zum Platz sieht man ein paar ganz lustige Schilder: von wegen, hier gelte die STVO, was man – wenn man es direkt auf das Spielfeld bezieht – kaum ernst nehmen kann und „Erotisches Patientenzelt: Fotosession, Bikewash...“.

Wer bei letztgenanntem Schild gleich meint, dass man in Malchin so ein Publikum wie bei vielen anderen Motoballclubs antreffe, hat sich allerdings geschnitten. Für die Liga war das schon fast zu normal und seriös. Auch die Gästefans von Tornado Kierspe, die übrigens am meisten mitgingen und mit etwa 15 Personen doch recht zahlreich erschienen, fielen überhaupt nicht aus dem Rahmen. Und was die Zahl, bzw. den Punkt, das Kierspe überhaupt Fans mitbrachte, angeht: Malchin ist einfach das geilste Auswärtsspiel in der Liga: Deine Mannschaft gewinnt bestimmt und wenn du als Sauerländer Ahnung hast, weißt du, dass es in der Mecklenburgischen Schweiz viel schöner ist als im Sauerland oder woanders in NRW und bleibst gleich noch länger als nur zum Spiel, so wie das die Fangruppe mit dem Wohnmobil und den Fahrrädern hinten dran wohl gemacht hat...

Auf dem Hartplatz legte Malchin dann allerdings ganz überraschend einen zünftigen Start hin: Ein Doppelschlag ließ die über 300 Heimfans jubeln. Kierspe hatte große Mühung, um bis zur ersten Viertelpause noch den Ausgleich zu erzielen. Im zweiten Viertel kippte das Spiel jedoch: Malchin kam kaum noch zum Schuss – und wenn, dann war der Abschluss viel zu lasch. Beim Seitenwechsel stand es mittlerweile 2:5. Das dritte Viertel war das einzige schwächere in diesem Spiel, da sich beide Seiten viel blockierten und nun auch Kierspe nur noch Eierbälle aufs Tor kullerte. Einzig ein strammer Schuss aus Nahdistanz ins kurze Eck war der Beschreibung wert: Dieses 2:6 war aber auch der einzige Treffer in Viertel Nummer drei. Das Schlussviertel hatte dann noch mal viel zu bieten, so auch zwei weitere Tore für die Gastgeber. Zweistellig wurde es aber leider doch noch. 4:10 für die routiniertere und einfach auch bessere Mannschaft.

Die Leistung von Malchin war aber übrigens gar nicht so schlecht: In ein paar Jahren ist die junge Truppe erfahrener und fabriziert nicht so viele taktische Aussetzer – und vielleicht spart sie sich dann auch mal so sinnlose Fouls wie den Bandencheck in der Schlussminute. Übrigens muss man auch die Leistung des Schiedsrichtergespanns sehr hervorheben: Auch wenn die Spieler beider Seiten und die Fans der Gäste immer wieder was zu meckern hatten – lächerlicherweise maulten die überlegen und siegenden Gäste viel häufiger und lauter; aber das ist halt typisch NRW-Sportler: Müssen sich immer aufblasen und eine große Fresse markieren – die Entscheidungen der souverän auftretenden Unparteiischen waren fast ausnahmslos nachvollziehbar und ganz sicher korrekt!
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Statistik (Samstag):
Grounds: 762 (heute 2 neue; diese Saison: 167 neue)
Sportveranstaltungen: 1.569 (heute 2, diese Saison: 255)
Tageskilometer: 800 (800 Auto)
Saisonkilometer: 62.300 (32.550 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.480 Fahrrad/ 3.130 Bahn, Bus, Tram/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 312
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Statistik (Sonntag):
Grounds: 763 (heute 1 neuer; diese Saison: 168 neue)
Sportveranstaltungen: 1.570 (heute 1, diese Saison: 256)
Tageskilometer: 730 (730 Auto)
Saisonkilometer: 63.030 (33.280 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.480 Fahrrad/ 3.130 Bahn, Bus, Tram/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 312