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Mittwoch, 30. Juli 2025

W3.0239II: Randsport in Halle-Neustadt

1. Motoballclub 70/90 Halle

5 : 8 (1:4)

Motorsportfreunde Tornado Kierspe

- Datum: Samstag, 26. Juli 2025 – Beginn: 16.10
- Wettbewerb: Motoball Bundesliga, Nordstaffel (1. und einzige Spielklasse im Motoball)
- Ergebnis: 5-8 nach 80 (4x20) Minuten – Viertel: 0-4, 1-0, 2-2, 2-2

- Tore: 0-1 9. Licht, 0-2 14. Licht, 0-3 18. Licht, 0-4 20. Heller, 1-4 24. E. Wochatz, 1-5 45. Licht, 2-5 49. M. Wochatz, 3-5 50 M. Wochatz, 3-6 53. Licht, 3-7 69. Licht, 4-7 70. L. Munoz, 4-8 73. Licht, 5-8 74. E. Wochatz (Elfmeter)  

- Grüne Karten (2 Minuten Strafe): 2x E. Wochatz, 1x XY (Halle); NN (Kierspe)

- Gelbe Karten (5 Minuten Strafe): keine

- Rote Karten (Platzverweise): keine

- Austragungsort: Motoballplatz Schieferstraße (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

Halle/Leipzig United

100/9 : 104/1

Dresden Challengers Green

- Datum: Samstag, 26. Juli 2025 – Beginn: 12.10
- Wettbewerb: Sächsischer Cricket Verband T20 Regionalliga (2. und unterste Spielklasse im deutschen Cricket, Spielvariante Twenty20)
- Ergebnis: Dresden Challengers Green gewinnen mit 9 Wickets nach 20 bzw. 16.0 Overs und ca. 175 Minuten

- Statistik: siehe Scorecard auf SCV! 

- Austragungsort: Cricketplatz in der Pferderennbahn Passendorfer Wiesen (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: 2 Neutrale
- Spielbewertung: 4,0/10

Halle/Leipzig United 100/9:104/1 Dresden Challengers Green

Photos with English commentary:

a) Motoball: 1.MBC Halle vs. Tornado Kierspe

b) Cricket T20: Halle/Leipzig vs. Dresden Challengers

In Halle-Neustadt gab es heute zwei Spiele in zwei Randsportarten zu sehen. Los ging es mit Cricket. Einheit Halle hat zwei Mannschaften, die unter Halle Cricket Club (Halle CC) laufen, davon die I. Mannschaft in der Bundesliga. Hier spielte allerdings heute das dritte Team am Mittag, Halle/Leipzig United. Zu Gast war das dritte oder vierte Team des Dresdner Cricket Clubs, die Challengers Green. Die Gäste überwiegend Pakistani und Afghanen, die Gastgeber v.a. Inder und ein Südafrikaner (natürlich weiß). Wir kamen allerdings mit einem Pakistaner der Gastgeber ins Gespräch, der bei Halle CC 2 spielt und auch Übungsleiter ist. Der erzählte uns auch, wie schwierig es ist, hier mit einem Handrasenmäher das Feld ordentlich hinzukriegen. Uneben ist es ja auch. Aber immerhin keine Hindernisse auf dem Field wie in Magdedorf und viel geiler als dort: die Anlage befindet sich im Innenbereich der Pferderennbahn Passendorfer Wiesen! Aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit war es leider nicht möglich, das Spielfeld nahe zur Tribüne der Rennbahn zu bauen. Hätte mir, als ich vor vllt. 15 Jahren hier das letzte Mal war, nicht träumen lassen, dass hier im Jahr nur noch 4 Pferderennen aber dutzende Cricketspiele stattfinden und ich mal quer über die Rennbahn latschen darf, um dann eben dort Cricket zu schauen...

Die Partie war allenfalls mittelmäßig, da Halle/Leipzig schwach war am Schlag. Die Wickets fielen erstmal schnell: 3 Schlagmänner in 2 Overs (also mit den ersten 12 Würfen) raus. Dennoch retteten sich die letzten beide Batsmen bis ins letzte Over und machten da noch einige Runs. Am Ende genau 100 aus 20 Overs bei 9 Wickets. Erwartungsgemäß machte Dresden das besser. Im Gegensatz zu Halle auch mal ein paar Sixes. Nach genau 16 Overs mit einem solchen Sechspunkteschlag endete die Partie, 104 Runs holte Dresden, verloren nur einen Schlagmann, daher 9 Wickets Unterschied zum Sieg nach knapp 3 Stunden Spielzeit.

Übrigens schaute auch mein Vater heute Cricket, denn die Uni Rostock hat seit ein paar Jahren auch Cricket, spielen bei Obotrit Bargeshagen am Stadtrand und gewannen heute mit ein paar Runs gegen eine Hamburger Mannschaft in der Nord-Regionalliga...

Halle/Leipzig United 100/9:104/1 Dresden Challengers Green

Dann ging es zu einem noch mal deutlich interessanteren aber noch randständischere Sport: zum Motoball. Am anderen Ende von Neustadt vor diesmal nur 300 Zuschauern (man merkte die Ferienzeit). Mein zweiter Besuch in der vom Spielfeld her hervorragenden aber für Zuschauer sehr unkomfortablen 2024 eröffneten Sportstätte im Schieferweg. Zu Gast war diesmal Tornado Kierspe. Der MSF hatte im Hinspiel 2:3 gegen Halle verloren, erwischte aber diesmal den klar besseren Start und zog zum Ende des ersten Viertels auf 0:4 davon. Halle spielte druckvoll und gut im zweiten Viertel, konnte aber lediglich auf 1:4 verkürzen. In den beiden Vierteln nach dem Seitenwechsel gab es einen offenen Schlagabtausch, Kierspe führte mehrfach mit bis zu vier Toren, Halle kam auf bis zu zwei Unterschied heran – am Ende hieß es 5:8 in einer guten Partie, die Halle im schwachen ersten Viertel verlor.

1.MBC 70/90 Halle 5:8 MSF Tornado Kierspe

Statistik:

- Grounds: 3.852 (1; diese Saison: 13 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.390 (2; diese Saison: 16)

- Tourkilometer: 280km Auto

- Saisonkilometer: 1.870 (1.720 Auto, davon 0 Mietwagen/ 150 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 37 [letzte Serie: 22, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 239 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Montag, 20. Oktober 2014

W429II: Motoballstadt Mörsch

Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball
- Datum: Samstag, 18. Oktober 2014 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball, Finalrunde
- Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin
- Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen
- Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle
- Spiele um die Plätze 7-9: MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze, MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze, MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel
- Torstatistiken: insgesamt 51 Tore in 6 Spielen, d.h. im Schnitt 8,5 Treffer pro Partie
- Strafen: insgesamt 7 (2x Jarmen, 2x Kierspe, 1x Tornado, Taifun, Malchin) grüne Karte, 0 gelbe Karten, 0 rote Karten, d.h. insgesamt 14 Strafminuten in 6 Spielen
- Spielort: Erwin-Schöffel-Stadion (Mörsch; Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: je nach Spiel 50 bis 190 (größte Fangruppen mit je um die 50: Taifun Mörsch und Ubstadt-Weiher)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes wenn auch einseitiges Turnier)  
Photos with English Commentary:
a) Pictures: German Motorcycle Football Youth Championship at Taifun Mörsch’s Stadium
b) Video: Motorcycle Football, Ubstadt-Weiher scoring their 10th goal against Kobra Malchin

Man mag es als Laie ja nicht für möglich halten, aber Motorsport wird auch von Minderjährigen ohne Führerschein betrieben und es gibt auch erwachsene Motoballspieler, die mangels Motoradführerschein nicht außerhalb der Sportanlage ein solches motorisiertes Zweirad benutzen dürfen. Eine Woche vorm großen Finale in der Motoballbundesliga stieg im selben Stadion der Finalspieltag der Juniorenmeisterschaft, in der alle Mannschaften der U19-Liga (das Alter der Spieler reichte von etwa 11 bis 18 Jahren, entsprechend variierte auch die Größe der Motorräder, deren Leistung auch etwas niedriger als bei den Erwachsenen schien) ihren bisherigen Platzierungen entsprechend gegeneinander antraten.

Gespielt wurde in Rheinstetten-Mörsch, einer echten Motoballstadt bei Karlsruhe. Dort gibt es im Gewerbegebiet Bach West gleich zwei Stadien für Motoball: das des MSC Mörsch und jenes von Taifun Mörsch – und dort findet das Erwachsenen-Finale am 25.10. und fand ebendieses Junioren-Finale heute statt.

Die beiden Stadien in Mörsch sind fast baugleich. Das Stadion von Taifun unterscheidet sich nur geringfügig in der Größe und in der Höhe des Graswalls. Der Betonplatz ist genauso mäßig, immerhin sind die Torräume mit Tartan ausgepolstert. Ausbau gibt es nur auf einer Seite: sechs Betonstufen, mittig ein Sprecherturm, gegenüber das Vereinsheim. Neben dem Vereinsheim bis hinter das eine Tor geht auch ein hoher Graswall rum.

Der Besuch beim Motoball sollte sich wiedereinmal gelohnt haben: leider war es der erste und letzte in dieser Saison 2014, da in dieser Saison ein beispielloses Ansetzungschaos herrschte, aber nächste Saison (2015) hoffentlich öfter!  
Die Spiele im Einzelnen:
Platzierungsspiel 1 (Platz 7-9): MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel [6,5/10]
Das war immerhin das engste Spiel des Tages, doch auch hier ging es eigentlich nur auf ein Tor. Budel konnte mal im dritten Viertel verkürzen, doch kassierte dann einen Doppelschlag.

Platzierungsspiel 2 (Platz 7-9): MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze [3,5/10]
So schlechtes Motoball habe ich noch nie gesehen! Kein Kommentar zu dem unnatürlich großen Seelzer Torwart, der sich überhaupt nicht richtig bewegen konnte und dementsprechend acht Treffer (davon sechs haltbar) kassierte.

Platzierungsspiel 3 (Platz 7-9): MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze [7,0]
Ein richtig gutes Spiel! Allerdings natürlich sehr einseitig. Kierspe spielte wirklich schönes Motoball und nahm Seelze – trotz neuem Torwart – auseinander.

Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle [7,0]
Ein Spiel auf ein Tor: Halle kaum einen Angriff vorgetragen, doch Taifun Mörsch kombinierte schön, sodass ihr Goalgetter ein ums andere Mal einschießen konnte.

Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen [6,5]
Auch beim Spiel um Platz 3 war die Einseitigkeit nicht zu überbieten: 4x10 Minuten nur auf ein Tor, was vom MBC Kierspe natürlich schön vorgetragen wurde.

Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin [7,0/10]
Das wirklich gute Finalspiel manifestiere die extreme Überlegenheit der Mannschaften aus der Südgruppe gegenüber jenen der Nordgruppe. Ich denke, selbst der Nordmeister Malchin (für mich überraschend, aber dieses Ergebnis bedeutet Hoffnung für Malchin, dass ihre Bundesligamannschaft mal in einer der kommenden Spielzeiten nicht Letzter wird) dürfte gegen keine einzige Südmannschaft, wenn dann vielleicht gegen die Käsköppe von Budel, gewinnen. Allerdings hielt Malchin in den ersten 15 Minuten gut mit (es wurden 4x15 statt 4x10 gespielt) und konnte die Ubstädter Führung ausgleichen. Nach dem 1:1 kassierten sie aber postwendend das 2:1. Wenig überraschend gelang es Ubstadt-Weiher auch die Zweistellig-Marke zu knacken: das 10-2 war der Schlusspunkt auf die Süd-Dominanz und der Schlusspunkt auf ein sehenswertes Motoballturnier.

Vor der Siegerehrung brannten die Ubstädter Fans noch ihre obligatorischen gelben Rauchbomben ab und nach der Siegerehrung hieß es für mich noch mal knapp 3 Stunden Fahrt nach Norden.  
Statistik:
- Grounds: 1.205 (heute 1 neuer; diese Saison: 51 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.190 (heute 1; diese Saison: 78)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 17.010 (12.230 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.080 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 159 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

Montag, 23. Juli 2012

W312II-III: An einem Wochenende quer durch Norddeutschland

Rheinland Lions (Red Jerseys) .................. 12.8 (80)
Rheinland Lions (White Jerseys) ............. 18.9 (111)
Datum: Samstag, 21. Juli 2012 – Kick-off: 14.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel der AFLG-Mannschaft Rheinland Lions Cologne (AFLG = Australian Football League Germany = Deutsche Liga im Australian Football)
Modus: 8 gegen 8 auf Halbfeld
Ergebnis: 80-111, d.h. 12 Goals (= je 6 Punkte) + 8 Behinds (= je 1 Punkt) gegen 18 Goals + 9 Behinds; nach 60 Min. (4x15)
Ersatzspiel für AFLG-Punktspiel: Rheinland Lions – Berlin Crocodiles (80:0-Wertung, da Berlin nicht angetreten)
Spielort: Großsportanlage Bocklemünd (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: 9
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz schön anzusehendes Freundschaftsspiel: Akzeptabler Ersatz für das Punktspiel)

SC Rot-Weiß Oberhausen-Rheinland 1904 ... 0
Krefelder Fußball Club Uerdingen 1905 ....... 3
Datum: Samstag, 21. Juli 2012 – Anstoß: 17.00
Wettbewerb: Testspiel (Regionalliga West, 4. Liga, 1. Halbprofiliga gegen NRW-Liga, 5. Liga, 2. Halbprofiliga)
Ergebnis: 0-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
Tore: 0-1 35. Emrah Uzun, 0-2 38. Emrah Uzun, 0-3 85. Patrick Ellguth
Verwarnungen: Nr. 19 (RWO); Nr. 7, 24 (KFC)
Platzverweise: 40. Ken Asaeda (RWO, grobes Foulspiel)
Spielort: Stadion Niederrhein (Kap. 21.318, davon 4.039 Sitzplätze – heute nur ca. 7.000 Plätze (davon 2.000 Stehplätze) geöffnet)
Zuschauer: ca. 2.200 (davon ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz peinliche Leistung von RWO, KFC gewann verdient in einem wenig attraktiven Spiel)

MSC Kobra Malchin 4:10 MSF Tornado Kierspe
Datum: Sonntag, 15. Juli 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Motoball-Bundesliga, Staffel Nord
Ergebnis: 4:10 nach 80 Min. (4x20 Min.)
Viertelergebnisse: 2-2, 0-3, 0-1, 2-4
Tore: 1-0 9. Wiegert, 2-0 10. David Paul, 2-1 13. Meier, 2-2 18. Meier, 2-3 21. Friedrich (16m), 2-4 25. Meier, 2-5 28. Friedrich, 2-6 45. Becker, 2-7 61. Meier, 2-8 63. Friedrich 3-8 68. Daniel Paul, 3-9 68. Meier, 4-9 70. Daniel Paul, 4-10 74. Friedrich (Unterzahl, 11m)
Vergebener Elfmeter: 17. Malchins Müller schießt 11er vorbei
Grüne Karten (2 Minuten): Müller (Malchin); Meier (Kierspe)
Gelbe Karten (5 Minuten): Meier (Kierspe)
Platzverweise: keine
Spielort: Waldarena (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Zwar kein Spitzenspiel, aber flott, torreich und unterhaltsam)

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Photos with English Commentary (Saturday):
a) Australian Football Friendly Match: Rheinland Lions, White v Red
d) Impressions of a normal neighbourhood in Cologne: Köln Ehrenfeld

Photos with English Commentary (Sunday):
a) Motor Cycle Football in Malchin: Kobra Malchin v Tornado Kierspe
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An einem Wochenende quer durch Norddeutschland, Teil 1: Besser Kleinfeld-Australian Football als gar kein Spiel...

Auch nach dem x-ten Besuch in NRW und dem jeweils zweiten in Köln und Oberhausen halte ich das Bundesland Nordrhein-Westfalen für das unattraktivste und am wenigsten sehenswerte aller Bundesländer – abgesehen von Hamburg vielleicht, was ich aber wie Bremen nicht als eigenes Bundesland, sondern niedersächsische Stadt zählen würde, um einen solchen touristischen Vergleich zwischen den Bundesländern nicht zu verzerren. Für diesen Bericht habe ich nicht nur die fünf Jahre alten Bilder vom Kölner Dom und der darum herum liegenden Betonwüste, die manche Leute ohne Ahnung von Architektur als „schöne Stadt“ bezeichnen, herausgekramt, sondern neu angefertigte verlinkt, mit denen ich einen typischen Kölner Stadtteil, nämlich Ehrenfeld, dokumentiere.

Am Rande dieser typischen NRW-Stadt – völlig maßlos überschätzt, da es ein einziges spektakuläres Gebäude und noch zwei, drei weitere ganz ansehnliche architektonische Sehenswürdigkeiten gepaart mit dem durchschnittlichem Kultur- und Nachtleben einer Großstadt gibt: Insgesamt gesehen ist Köln aber eine der hässlichsten Städte Deutschlands – liegt eine gesichtslose Sportanlage, die Bezirkssportanlage Bocklemünd, auf deren Großsportanlage (zwei nebeneinander gebaute Fußballplätze) Aussie Rules gespielt wird.

Das Beste an NRW ist ja die Sportszene: Interessante Fußballclubs und -stadien und außerdem auch eine Menge kurioser Sportarten, die in NRW oft besser oder populärer sind als anderswo in Deutschland. Neben Inlinehockey und Motoball muss man da v.a. Australian Football nennen. Die Rheinland Lions aus Köln sind derzeit mit nur einer Niederlage Tabellenführer. Berlin ist leider nach der guten vergangenen Spielzeit nur Letzter und hat noch nicht ein einziges Mal gewonnen. So war es schon fast nicht verwunderlich, dass wir – am Platz angekommen – vom Trainer der Heimmannschaft über das Nichtantreten der Losermannschaft aus Berlin unterrichtet wurden und zum Bleiben zu einem Freundschaftsspiel eingeladen wurden. Klar! Besser ein Freundschaftsspiel auf Halbfeld mit halber Mannschaftsstärke, als gar kein Spiel.

Auch wenn dieses Spiel vereinsintern war, war es ganz schön anzusehen. Es ging vom Spielverlauf und den erzielten Punkten munter hin und her und bis fünf Minuten vor Schluss war ein Sieger nicht abzusehen. In dieser Schlussphase konnten die in den roten Trikots gekleideten 8 dann doch nicht mehr den Vorsprung der weißgekleideten 8 einholen. Die Roten lagen aber in der ersten Hälfte des Spiels mehrfach vorne. Übrigens: Selbst bei diesem Freundschaftsspiel ging es nicht ohne zwei, drei fette Tacklings ab. Einmal musste sogar einer verletzt vom Feld getragen werden... Aber selbstverständlich fehlte die Härte eines normalen Footy Matches der AFLG.
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An einem Wochenende quer durch Norddeutschland, Teil 2: Peinliche Leistung von RWO im ersten Testspiel.

Wir schafften es auch aufgrund der etwas verkürzten Spielzeit problemlos nach Oberhausen im Ruhrpott, wo in einem sehr interessanten Stadion ein interessantes Testspiel stattfand. Das Stadion Niederrhein liegt in Sichtweite des berühmten Gasometer von Oberhausen und hat einige architektonische Details zu bieten: Zwei massive Stehplatzkurven, von denen ein kleiner Teil jeweils überdacht ist; zwei ähnlich aber nicht symmetrisch gebaute Längstribünen mit Schalensitzen und Dach, wobei die größere ein paar dämliche Balken eingezogen hat, die kleinere hingegen schöner ist mit einem Torbogen, einem Uhrturm und Mustern auf den Sitzen (RWO und Kleeblätter, dem Wappensymbol von Rot-Weiß Oberhausen); sowie eine auf manuellen Betrieb umgestellte, defekte elektronische Anzeigetafel.

Das Stadion ist gerade weil es ziemlich veraltet ist sehr sehenswert und für 5€ Eintritt hat es sich richtig gelohnt zu kommen. Dass es spielerisch nicht übermäßig toll war, ist ein anderes Thema. Der Klassenhöhere, RWO, bemühte sich gegen den eine Liga tiefer spielenden KFC Uerdingen das Heft in die Hand zu nehmen, doch nach zwei kleinen Chancen in der Anfangsphase lief es nur noch bis zur Strafraumgrenze, während beim KFC die starke Phase begann. Nicht unverdient gingen sie durch einen Stochertor in Führung. Derselbe Uerdinger Spieler legte drei Minuten später mit einem tollen Weitschuss hoch ins lange Eck nach zum 0:2. Keine drei weitere Minuten vergingen, ehe ein schlechter Verlierer bei RWO seine Nerven verlor: Die sprichwörtliche oder angebliche Disziplin der Japaner sollte man auch nicht überschätzen, wie Asaeda bewies, der Issa völlig hacke in die Knochen latschte. Der Schiri hatte etwas Mühe, die Übersicht zu behalten, schickte den Kamikaze-Treter aber vom Feld und verwarnte auch einen aufgebrachten KFC-Spieler, der eine Schubserei vom Zaun brach. Die bescheuerten Heimfans wollen tatsächlich Rot für den Schubser – was man da noch Theater machen muss, wenn ein eigener Mann vorher so einen peinlichen Auftritt geleistet hat, weiß ich nicht. Sonst war ja auch keinerlei Stimmung durch die Oberhausener Fans, sondern nur ein kleines bisschen Betrieb durch die Busladung voll Gästefans.

Nach dem Seitenwechsel riss Uerdingen gänzlich das Spiel an sich, was nicht nur an der numerischen Überlegenheit lag. Der KFC machte auch schon ab der 15. Minute durchweg den spielerisch besseren Eindruck. Ich dachte schon, dass ich die Ligenzugehörigkeit Oberhausen = Regionalliga/ Uerdingen = Oberliga verwechselt hätte – diese stimmte aber tatsächlich. Der Oberligist schoss den Regionalligisten dann noch gänzlich mit einem Kopfballtor nach einer scharf hereingebrachten Ecke, fünf Minuten vor dem Ende der Partie, ab. Ein erster verkalkter Rentner brüllte schon in der zweiten Hälfte „Basler raus“ – Wenn RWO in der Liga so weiter machen sollte, wäre das vielleicht eine Lösung, den größten Namen im ganzen Verein ziehen zu lassen, aber eigentlich kann der Trainer auch nicht unbedingt immer was dafür, wenn ein Team schlecht spielt. Und ein solches erstes Testspiel sollte man auch wirklich nicht überwerten!

Wir fuhren dann nach Bremen weiter, wo wir im ETAP übernachteten.
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An einem Wochenende quer durch Norddeutschland, Teil 3: Motoball und Sehenswürdigkeiten in der Mecklenburgischen Schweiz

Nachdem es am Samstag so gut wie nur Sport zu sehen gab, machten wir am Sonntag einige Besichtigungen in Mecklenburg-Vorpommerns schönster Ecke: der Mecklenburger Schweiz. Über volle und von Baustellen übersäte Autobahnen mussten wir von Bremen allerdings erst einmal nach Neukloster kommen. Neukloster ist noch nicht so richtig Mecklenburger Schweiz, aber schon interessant. Das Kloster heißt zwar neu, ist aber schon ziemlich alt und architektonisch sehr schöne Backsteingotik. Der eine Turm am Kloster ist auch ein schönes Beispiel für diese Bauepoche. Der Ort Neukloster selbst ist sehr gesichtslos und hat außer dem Kloster nur noch ein ganz ansehnliches Fußballstadion (der Verbandligist Blau-Weiß spielt dort) zu bieten.

Im nahegelegenen Katelbogen steht ein in Privatbesitz befindliches aber gut einsehbares klassizistisches (oder so) Schloss. Weiter ging es nach Bützow, wo es ein schönes, aber sehr klotziges – und mittlerweile übrigens auch saniertes – gotisches Schloss, ein klassizistisches Rathaus und eine Backsteinkirche mit beeindruckend verdrehter Turmhaube zu sehen gibt. Die eindrucksvolle Backsteinkirche in Lüssow ist auch einen Stopp wert. Wir fuhren am sehr sehenswerten, aber uns schon längst bekannten Güstrow vorbei nach Lalendorf. Kurios ist dort das sowjetische Panzerdenkmal im aufgrund der Plattenbauten sehr komisch anzusehenden Kaff. In Remplin befindet sich ein verfallenes Gut – barocker Schlosstrakt neben sozialistischen Plattenbauten: Ganz komisches Ensemble!

Richtig sehenswert ist dann die Gegend um Malchin – einem durch den Zweiten Weltkrieg sehr kahlen und durchsetzten, aber nicht hässlichen Ort – herum, die als „Mecklenburgische Schweiz“ bezeichnet wird. Die Gegend ist zwar nicht bergig wie Schweiz, sondern allenfalls hügelig, aber eine herrliche Kulturlandschaft: Bäume, Felder und Seen wechseln sich gut ab und an jeder Ecke steht ein Schloss, Landsitz oder Gutshof. Backsteinkirchen gibt es auch nicht zu knapp. Bei den Schlössern müssen vor allem die historistische Burg Schlitz (ein nobles Hotel), das wieder aufgebaute Wasserschloss Ulrichshusen und das Schloss Basedow mit den angrenzenden Gebäuden – ein ganz hervorragendes und sehr eindrucksvolles gotisches Schloss, das in der Neorenaissance stark verändert wurde, was dem Bau allerdings nicht schadete: Das Ensemble drum herum mit den dazugehörigen Gebäuden, dem Park, der Kirche, den Fußballplatz usw. ist auch herrlich – genannt werden. Recht eindrucksvoll war übrigens auch die Straßenführung: Über unbefestigte Waldwege konnte man prima abkürzen!
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Nachdem wir uns die Stadttore und die Kirche von Malchin angeguckt hatten, schauten wir beim Motoballstadion am Ortsrand vorbei. Der Ascheplatz ist auf zwei Seiten von Bäumen umgeben und liegt am Waldrand. Man sieht am Horizont die Türme von Malchin. Am Eingang zum Platz sieht man ein paar ganz lustige Schilder: von wegen, hier gelte die STVO, was man – wenn man es direkt auf das Spielfeld bezieht – kaum ernst nehmen kann und „Erotisches Patientenzelt: Fotosession, Bikewash...“.

Wer bei letztgenanntem Schild gleich meint, dass man in Malchin so ein Publikum wie bei vielen anderen Motoballclubs antreffe, hat sich allerdings geschnitten. Für die Liga war das schon fast zu normal und seriös. Auch die Gästefans von Tornado Kierspe, die übrigens am meisten mitgingen und mit etwa 15 Personen doch recht zahlreich erschienen, fielen überhaupt nicht aus dem Rahmen. Und was die Zahl, bzw. den Punkt, das Kierspe überhaupt Fans mitbrachte, angeht: Malchin ist einfach das geilste Auswärtsspiel in der Liga: Deine Mannschaft gewinnt bestimmt und wenn du als Sauerländer Ahnung hast, weißt du, dass es in der Mecklenburgischen Schweiz viel schöner ist als im Sauerland oder woanders in NRW und bleibst gleich noch länger als nur zum Spiel, so wie das die Fangruppe mit dem Wohnmobil und den Fahrrädern hinten dran wohl gemacht hat...

Auf dem Hartplatz legte Malchin dann allerdings ganz überraschend einen zünftigen Start hin: Ein Doppelschlag ließ die über 300 Heimfans jubeln. Kierspe hatte große Mühung, um bis zur ersten Viertelpause noch den Ausgleich zu erzielen. Im zweiten Viertel kippte das Spiel jedoch: Malchin kam kaum noch zum Schuss – und wenn, dann war der Abschluss viel zu lasch. Beim Seitenwechsel stand es mittlerweile 2:5. Das dritte Viertel war das einzige schwächere in diesem Spiel, da sich beide Seiten viel blockierten und nun auch Kierspe nur noch Eierbälle aufs Tor kullerte. Einzig ein strammer Schuss aus Nahdistanz ins kurze Eck war der Beschreibung wert: Dieses 2:6 war aber auch der einzige Treffer in Viertel Nummer drei. Das Schlussviertel hatte dann noch mal viel zu bieten, so auch zwei weitere Tore für die Gastgeber. Zweistellig wurde es aber leider doch noch. 4:10 für die routiniertere und einfach auch bessere Mannschaft.

Die Leistung von Malchin war aber übrigens gar nicht so schlecht: In ein paar Jahren ist die junge Truppe erfahrener und fabriziert nicht so viele taktische Aussetzer – und vielleicht spart sie sich dann auch mal so sinnlose Fouls wie den Bandencheck in der Schlussminute. Übrigens muss man auch die Leistung des Schiedsrichtergespanns sehr hervorheben: Auch wenn die Spieler beider Seiten und die Fans der Gäste immer wieder was zu meckern hatten – lächerlicherweise maulten die überlegen und siegenden Gäste viel häufiger und lauter; aber das ist halt typisch NRW-Sportler: Müssen sich immer aufblasen und eine große Fresse markieren – die Entscheidungen der souverän auftretenden Unparteiischen waren fast ausnahmslos nachvollziehbar und ganz sicher korrekt!
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Statistik (Samstag):
Grounds: 762 (heute 2 neue; diese Saison: 167 neue)
Sportveranstaltungen: 1.569 (heute 2, diese Saison: 255)
Tageskilometer: 800 (800 Auto)
Saisonkilometer: 62.300 (32.550 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.480 Fahrrad/ 3.130 Bahn, Bus, Tram/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 312
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Statistik (Sonntag):
Grounds: 763 (heute 1 neuer; diese Saison: 168 neue)
Sportveranstaltungen: 1.570 (heute 1, diese Saison: 256)
Tageskilometer: 730 (730 Auto)
Saisonkilometer: 63.030 (33.280 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.480 Fahrrad/ 3.130 Bahn, Bus, Tram/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 312

Montag, 22. August 2011

W264IV: Peinlich, peinlicher, MBC Halle – oder: Wie man 45 Minuten gute Leistung mit Unfähigkeit und Unsportlichkeiten zerstört

MSF Tornado Kierspe [7:5] 1. MBC 70/90 Halle
Datum: Sonntag, 21. August 2011 – Anstoß: 15.30
Wettbewerb: 1. Motoball-Bundesliga, Staffel Nord
Ergebnis: Spielabbruch beim Stand von 7:5 nach 79 Min. (reguläre Spielzeit: 80 Min.) nach 3. Platzverweis für Halle und Tätlichkeiten gegen die Schiedsrichter
Viertelergebnisse: 1:2, 2:1, 3:1, [1:1]
Tore: 1-0 5. Friedrich (16m), 1-1 9. Hellwig, 1-2 11. Wochatz, 1-3 31. Hellwig (16m, Überzahl), 2-3 38. Hofmann, 3-3 39. Hofmann, 3-4 45. Hellwig, 4-4 47. Hofmann (11m), 5-4 58. Hofmann (Überzahl), 6-4 60. Meier, 6-5 76. Reich (3 geg. 3), 7-5 78. M. Kumpf
Vergebene 11m: 75. Tornado-Torwart wehrt Strafstoß ab
Grüne Karten (2 Minuten): Meier, Friedrich (Kierspe), Hellwig, Wochatz (Halle)
Gelbe Karten (5 Minuten): Kumpf, Meier, 2x Hofmann (Kierspe), 2x Reich, 2x Wochatz (Halle)
Platzverweise: Betreuer (31. Meckern/ Verweis auf Tribüne), Trainer (31. Meckern/ Verweis auf Tribüne), Hofmann (75. wiederholtes grobes Foulspiel) [Kierspe], Hellwig (68. Beleidigung), Reich (79. Foul + Schiedsrichterbeleidigung), Wochatz (79. Foul + Schiedsrichterbeleidigung) [Halle]
Spielort: Motoballstadion Kierspe (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 130 (Gästefans: 6, Zaungäste: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz schwer zu bewerten: langweilig war es nie, Action war auch genug – aber die schwächere Mannschaft gewann und die spielerisch bessere Mannschaft führte sich vor allem in der 2. Hälfte total bescheuert auf)
Photos and English version:
b) MOTORCYCLE-FOOTBALL: TORNADO KIERSPE V MBC HALLE
(MATCH SUSPENDED IN 79’ AFTER 3 PLAYERS OF MBC SENT OFF AND FIGHTS BROKE OUT ON THE PITCH)
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Zum ersten Mal besuchten wir die halleschen Motoballer bei einem Auswärtsspiel. Beim etwa gleichstarken Club „Tornado“ aus Kierspe, dem schwächeren der beiden Vereine aus dem Sauerland (MBC ist leistungsstärker), fand an diesem Sonntag ein eher unbedeutendes Spiel statt – beide hatten die Play-offs knapp verpasst – in dem die Spieler aber (bis auf den Gästetorwart) so auftraten, als sei es ein Halbfinalspiel.

Bevor wir in Kierspe aufkreuzten, besichtigten wir noch die Altstadt von Soest und die Burg Altena. Soest ist eine der ganz, ganz wenigen sehenswerten Orte in Nordrhein-Westfalen. Ich kann zwar immer noch nur wiederholen, wie hässlich und scheiße ich NRW finde, aber ein paar positive Ausnahmen – zumindest was die touristischen Sehenswürdigkeiten betrifft – gibt es selbst da: die Soester Altstadt ist fast bausündenfrei und hat etliche schöne Fachwerkhäuser und zwei spektakuläre hintereinander platzierte Kirchen zu bieten. Altena hingegen ist so ein typisches NRW-Kaff, aber hat dafür eine sehr spektakuläre und hervorragend erhaltene bzw. rekonstruierte Burg zu bieten. Nur wenn man die Landschaft – gerade im Lennetal, z.B. um den Höhenzug mit dem schönen Namen Wixberg herum – so sieht, ärgert es einen noch mehr, wie die Eingeborenen hier alles mit ihren minderwertigen und hässlichen Ein- und Mehrfamilienhäusern zersiedeln: die bewaldeten Höhenzüge mit teils schroffen Felsen und vielen Bach- und Flussbetten wären schon mit einer um 50% reduzierten Bebauungsdichte (das würde etwa der Dichte des Burgenlandkreises entsprechen) viel schöner anzusehen.
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Kierspe ist dann natürlich so ein typisches Nest in NRW mit hässlichster Architektur und viel Gewerbe sowie Industrie in der Umgebung. Dass die nicht schön aussieht, ist ja kein Problem: Industrie muss Leistung bringen, nicht gut aussehen. Aber die Arbeiter(wohn)städte könnte man doch auf das Niveau von Leuna bringen – da gibt es nicht eine Stadt in NRW die das wäre. Jedenfalls ist das Motoballstadion das Beste an diesem trostlosen Ort. Gut ausgeschildert liegt es an einem Gewerbegebiet. Die bewaldeten Berge sind zum Greifen nah. Richtige Ausbauten hat der mit einer erhöhten Betonumfriedung umrandete Hartplatz nicht. Man stellt sich halt auf den Betonboden. Vom Balkon des Vereinsheims oder dem Sprecherturm hat man den besten Überblick. Apropos Vereinsheim: Catering ist zwar etwas teurer aber etwas besser als in Halle und der Eintritt mit 4,50€ (3,50€ Studenten, Schüler, Rentner) ebenfalls leicht höher.

Wir kamen erst 30 Sekunden vor Anpfiff an die Kasse gelaufen und kaum hatten wir uns Plätze ausgeguckt, dann klingelte es schon im Kasten: ein starker Freistoß der Gastgeber und es stand 1:0. Innerhalb von zwei Minuten gingen die Gäste allerdings in Führung und hielten den Vorsprung bis in die erste Pause, da sie die aktivere und bessere Mannschaft waren. Die junge Mannschaft von Tornado (einige sind noch keine 20 Jahre alt) foulte etwas zu viel – wohl v.a. aus Ungeschicktheit (aber auch einfach nur Undiszipliniertheit: einmal gab es Gelb, weil einer einfach mal einen Hallenser, der den Ball sperrte, vom Motorrad stieß – obwohl er bereits Freistoß für seine Kiersper Mannschaft erhalten hatte) und konnte Halle kaum unter Druck setzen.

Im zweiten Spielabschnitt sah das schon anders aus: Halle erzielte zwar mit einem herrlichen Freistoßtor – volle Bude in den Winkel gezimmert! – das 1:3 und Betreuer wie Trainer von Tornado maulten ungerechtfertigterweise die Schiedsrichter an (der Verweis auf die Tribüne folgte auch gleich), doch zwei schnelle Tore kurz vor dem Seitenwechsel (von denen zumindest das letzte haltbar war) machten den Vorsprung zunichte.

Nachdem der Traktor noch mal den Platz bewässert hatte, gelang Halle bis zur 45. noch die ein oder andere gute Aktion – so erzielten sie einen weiteren Treffer zum 3:4 – doch dann nahmen die Undiszipliniertheiten und Unsportlichkeiten zu. Ein Elfmeter für Kierspe wurde sicher verwandelt. Ein weiterer Treffer zur erneuten Führung fiel nur, weil sich a) mal wieder ein Feldspieler nicht zusammenreißen konnte und foulte sowie reklamierte und deshalb gelb sah (d.h. 5 Minuten Runterstellung) und b) der Torwart einfach völlig unfähig ist. Leider stand den Hallensern nur der zweite Ersatztorwart zur Verfügung, der mit seinem hohen Alter nicht eine torwartübliche Bewegung ausführen zu können scheint. Das 6:4 war ein richtig grober Torwartfehler. Bis zur dritten Pause versagten dann die Stürmer der Hallenser ein ums andere mal – und wenn sie mal eine gute Szene zeigten, dann parierte der hervorragende Kiersper Torwart auf sehr guter Art und Weise.

Im letzten Viertel gab es dann nicht nur mehrere bescheuerte Aktionen der Gastgeber, die ungestüm und teilweise augenscheinlich mit Verletzungsabsicht in den Gegner fuhren (die Schiedsrichter bestraften das auch fair und konsequent), sondern einen völlig Niveaulimbo der Hallenser. Außer einem billig erzielten fünften Treffer war das nur noch Scheiße: nach dem gröbsten Foul der Kiersper (der eine Idiot ruppte da den Hallenser derartig um, dass die Maschine leicht abhob und mehrere Meter durch den Strafraum ledderte) bekamen sie den verhängten Elfmeter nicht ins Tor, weil der viel zu mittig geschossen war. So einen Strafstoß hält höchsten der zweite Ersatzmann des MBC nicht, aber so ein guter Torhüter wie der von Tornado ohne groß zu zucken. Kurz darauf stand es nach einem weiteren Ball, den der Torwart hätte haben müssen (ja, MÜSSEN!) 7:5.
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Aber wenn es nur das spielerische Niveau der Hallenser gewesen wäre! Sie waren ja das ganze Spiel über aktiver und hatten mehr Ballbesitz und mehr Chancen. Mit ihrem richtigen Torwart hätte es nicht 7:5 sondern 3:5 oder 4:5 gestanden. So eine Notelf mit dünnster Besetzung ist halt Pech – wenn es nur ein Personalproblem gäbe, würde ich mich auch nicht so aufregen. Aber das disziplinlose und unsportliche Verhalten war einfach nur das Letzte. Die Beschimpfungen gegen die teilweise übertrieben hart spielenden Gegenspieler sind ja OK, aber nicht die ständigen Meckereien gegenüber den diesmal souveränen und guten Schiedsrichtern. Dann bringen es diese Vollidioten vom MBC auch noch eine knappe Minute vor dem Ende fertig, nach einem gelbwürdigen Foul so lange rumzupöbeln, die Schiris anzumachen und einen Gegenspieler anzugehen, bis völlig berechtigterweise drei Leute auf einmal runter gestellt sind. Das heißt definitiv Spielabbruch, da 4 gegen 2 bzw. 2 gegen 2 Feldspieler das Minimum ist. Und anstatt einfach noch pöbelnd heeme zu fahren, zettelten die Tumult auf dem Platz an. Gewisse (keineswegs unbeschriebene Blätter) vom MBC drehten dann voll am Rad: einer schubbte den einen Unparteiischen zu Boden und dann boxte im Chaos ein zweiter den zweiten Schiri um. Allerdings habe ich die zweite Szene nur aus den Augenwinkeln gesehen, sodass ich in den Diskussionen (Faustschlag, Kopfstoß oder mit der Maschine gerammt – die Wahrnehmungen gingen bei Leuten von Tornado denen ich zugehört hatte auseinander) nichts sagen konnte. Der Tumult beruhigte sich schnell, aber der zweite Schiri kam nicht mehr ohne Hilfe auf die Beine. Sogar der Notarzt bekam dadurch noch seinen sonntäglichen Einsatz.

Gerade um diese souveränen Schiedsrichter ist es schade, dass sie heute so behandelt wurden - nicht nur von Halle, auch Kierspe benahm sich oft reichlich bescheuert. Die beiden Schiris pfiffen so gut wie keine nicht-nachvollziehbare Entscheidung und griffen hart aber gerecht durch. Die Unsauberkeiten und dummen Bemerkungen der Heimmannschaft ließen sie ebenso wenig durchgehen wie die im letzten Viertel einfach nur komplett beschrubbten Aktionen der Gäste. Die einzige klar ersichtliche Fehlentscheidung – allerdings eine unbedeutende Einwurfentscheidung – kam von einem der beiden Linienrichter; und dann auch noch von der Linienrichterin aus Halle...

Nach diesem derart peinlichen Auftritt der hallenser Motoballer kann ich nur sagen, dass wir drei die nächsten zwei, drei Spielzeiten kein weiteres Spiel des MBC gucken. Eine Saison davon bin ich eh im Auslandssemester weg und die anderen ein, zwei gucken wir halt je drei, vier Spiele bei ganz anderen Vereinen. Vielleicht gucken wir erstmal nach und nach bei jedem der 12 oder 13 anderen Motoballstadien und -vereine vorbei. Wenn sich da eine Mannschaft so abartig aufführt wie Halle heute, dann ist das für einen neutralen Zuschauer noch ganz lustig. Wenn das eine Mannschaft, mit der man sich identifizieren kann, so macht, ist das einfach nur peinlich und zum Kotzen. Wenn die Schiedsrichter die Hallenser massiv benachteiligt hätten, kann man solche Attacken guten Gewissens herunterspielen – aber verschoben wurden die Hallenser nun wirklich nicht. Auch wenn sie es wohl nicht einsehen werden. Vielleicht sind sie ja in zwei, drei Jahren reif genug, sich auf dem Motoballplatz im Rahmen des Normalen zu gebärden: Fouls, Pöbeleien oder mal ein handfester Streit unter Spielern sind ja alles Dinge die dazugehören und die OK sind – aber so was wie heute, erst einen Spielabbruch provozieren und dann Schiedsrichter (die einfach nur im Recht waren) attackieren, ist einfach unter aller Sau.
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Statistik:
Grounds: 615 (heute 1 neuer; diese Saison: 22 neue)
Sportveranstaltungen: 1.342 (heute 1, diese Saison: 25)
Tageskilometer: 870 (870 Auto)
Saisonkilometer: 3.260 (2.550 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264